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Gitljemr Anzeiger.
Erscheint wöchentlich dreimal . Dienstags, Donnerstags und Samstags. — Erveditton: Canzleibera
Lit. B. Nr. 1.
Anzeige- und Amtsblatt für den Areis Hießen.
Nr. Z1S. Samstag den 24. April 1S69.
Brodpreise vom 24* bis 3V. April 1869,
nach eigener Erklärung der Bäcker:
4 Pfund gemischtes Brod 15 fr. 2 Pfund gemischtes Brod 7% kr. 4 Pfund Roggenbrod 13 kr. 2 Pfund Roggenbrov 6y2 kr.
91 m 11 i d> c Bekanntmachungen.
Bekanntmachung.
Der Umbau der Fahrbahn der Staatsstraße von Gießen nach Rodheim, welcher im vorigen Jahre begonnen wurde, soll nunmehr vollendet werden uno es wird mit der Herstellung der letzten Strecke an der Landesgrenze von Nr- 16 bis 19 künftigen Montaa den 26. l. Mts. begonnen werden. — Wir bringen dies mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß, daß hierdurch jene Straßenstrecke auf etwa 3 Wochen unfahrbar wird und Fuhrwerke während dieser Zeit die Vicinalwege über Heuchelheim und Kinzenbach oder über Krofdorf einzuschlagen haben. 3 f
Gießen, den 22. April 1869. Großherzogliches Kreisamt Gießen.
Dr. G o l d m a n n.
Bekanntmachung,
die gesetzlichen Forderungen an Studirende ans dem Winter-Semester 1868/69 betreffend.
Die in diesem Semester entstandenen gesetzlichen Forderungen an Studirende müssen bis den 20. d. Mts. mittelst specificirter Rech- nungen zur Anzeige gebracht und längstens bis den i. Mai d. I. geltend gemacht werden, widrigenfalls dieselben den ihnen durch Art. 136 der Disciplinar-Statuten zugewiesenen Vorzug verlieren.
Gießen den 10. März 1869. Großherzogliches Universttäts-Gericht.
Haberkorn. (3682)
'and. Er. Sönig? inäMgtt geruht: am evangelischen Schuft nget, — am 20. geriete bet Provinz i Nachiuchen, — ben ju Mainz, Dr. phil.
ben Schullehrer , Rabannes Konrad r als sunfjigiährigen n — und den Schul- beofchule zu Gießen, ! feiner vieljährigen ornotivNihrer bti bet ir. auf sein Nach- injegtiüenen Gesunder 2. Klaffe, Georg rfennung seiner vieft il bie Land^richU- Hermavrr äugten me^tn aeitwäch- ig, iu tm
t Pfarrstelle p W । kr. ,
jebruat bet §6* yibn bet Kchollehra 25. März bet ZuNiffcalar'2blht>>"°S imer, cd"'-«"
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Besondere Bekanntmachungen.
Edictal l adunq.
3680) Forderungen und Ansprüche jeder Art an Ludwig Volk IX. zu Allendor a. d. Lahn, über welchen der Concurspro- zeß erkannt worden ist, sind nebst etwaigen Vorzugsrechten im Termin
Mittwoch den 28. ällpril l. I., Morgens 9 Uhr, bei Meldung stillschweigenden Ausschlusses von der Masse dahier anzuzeigen und zu begründen.
Im Termin soll die Güte versucht und geeigneten Falls ein Massecurator und Gläubigerausschuß bestellt werden, und wird von den nicht persönlich erschienenen oder durch gehörig Bevollmächtigte vertretenen Gläubigern in diesen und allen andern Beziehungen stillschweigender Beitritt zu den Beschlüssen der Mehrheit unterstellt.
Gießen, den 23. Februar 1869.
Großherzogliches Stadtgericht Gießen.
Muhl, Becker, Stadtrichter. Stadtger.-Assessor.
Die Besetzung von Nachtwächter- stellen.
3734) Es sind bei der Stadt Gießen zwei Nachtwächterstellen frei. — Personen, welche sie übernehmen wollen, haben sich binnen 8 Tagen hier zu melden.
Gießen, den 23. April 1869.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. _______________Vogt._____________ 3675) Forderungen jeder Art an Heinrich Roth VI1L in Langsdorf sind im Termin
Mittwoch den 28. April d. I., Vormittags 10 Uhr, vor unterzeichneter Gerichtsstelle anzumelden und ru begründen, wobei zugleich der Weg der Güte zur Abwendung des förmlichen Concurs-Prozcsses angelegentlichst mit dem Rechtsnachtheile versucht werden solle, daß der Ausbleibende so angesehen werden solle, als sei er den Beschlüssen der Mehrheit der erschienenen Gläubiger beigetreten.
Hungen, den 7. März 1869.
Großherzogliches Landgericht Hungen.
Or. Jrle, Pilger, Landrichter. Landger.-Assessor.
Versteigerungen.
Versteigel-ung von zwei Scheuern, sowie von Thüren, Oefen und Fenstern bei der Stadt Gießen.
3647) Mittwoch den 28. April 1869, des Morgens 9 Uhr,
sollen die von der Stadt Gießen zur Erweiterung der Schulstraße angekauften Scheuern t>es August Oeser und Alexander Maner, deren Material seiner vorzüglichen Beschaffenheit wegen für jeden beliebigen Bauzweck verwendbar ist, auf hiesigem Rathhause an den Meistbietenden zum Abbruch versteigert werden.
An demselben Tage, Nachmittags 2 Uhr, werden sodann in dem, der Stadt gehörenden, ehemals Kratz'schen Hause in den Neuenbäuen Thüren, Fenster u. O efen, letztere unter der Bedingung meistbietend verkauft, daß sich die Steigerer solche selbst' herauszunehmen und abzuvrechen haben.
Die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises werden um die Bekanntmachung dieser Versteigerungen besonders ersucht.
Gießen, den 20. April 1869.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
Vogt.
Main - Weser - Bahn.
3721) Die zur Erbauung von 9 Weichenwärterhäusern auf Großherzoglich Hessischem Gebiete der Main-Weser-Bahn erforderlichen Arbeiten und Lieferungen von Maurermaterialien sollen im Wege der öffentlichen Submission vergeben werden.
Offerten sind mit der Aufschrift: „Submission auf Arbeiten (oder auf Lieferung von Maurermaterialien) zur Erbauung von Weichenwärterhäusern bis zum Submissionstermin
Montag den 3. Mai d. I., Vormittags 11 Uhr, bei unterzeichnetem Betriebs-Jnspector einzureichen, an welchem dieselben in Gegenwart der etwa erschienenen Submittenten eröffnet werden sollen. Später eingehende Offerten bleiben unberücksichtigt-
Die Pläne, Voranschläge und Lieferungsbedingungen können auf dem Büreau des Unterzeichneten und auf der Station Friedberg eingesehen werden.
Frankfurt a. M-, den 22. April 1869.
Der Königliche Betriebs-Jnspector: Nahm.
Die Bergebung von Planirarbelten bei der Stadt Gießen.
3648) Montag den 26. April 1869, Vormittags 9 Uhr, sollen die Erdarbeiten zur Herstellung der neuen Straße am Hessischen Hofe, welche im Ganzen zu 1197 fl. 36V2 kr. veranschl. sind, auf dem Rathhause dahier in 2 Ab- theilungen vergeben werden.
Gießen, den 21. April 1869.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
Vogt.
Holzversteigerung im Gießener Stadtwalde.
3642) Montag den 26. April d. I., von Vormittags 9 Uhr an, soll in dem Gießener Stadtwalde, Distric- ten Zollstockswäldchen, Philosophenwald rc., nachverzeichnetes Holz öffentlich versteigert werden, als:
333/4
Vogt.
Reisholz, mit 298 Cubikfuß, „ 5923 „ 16 „
563/4 „
2445 Wellen „
13 Eichen-Stämme
260 Nadel-
IV4 Stecken Nadel-Scheidholz, Prügelholz, Stockholz,
4 Eichen-Stangen 571 Nadel- „ 2001 "
■ Di« Zusammenkunft ist auf der Grünberger Chaussee an der 5. Schneiße.
Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 1. Septbr d. I. gestattet.
Die Großherzoglichen Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen. Gießen, den 20. April 1869.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
Verkauf einer Brauerei und Wirthschaft.
3687) Die zur Concursmasse des Heinrich Rech in Gießen gehörigen Immobilien: Ftur Nr. OKlftr.
40/i6i 390 Hofraithe,
4o/i62,5 319 Wiese bei der Stadtmühle,
sollen, unter den bei der Versteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen,
Montag den 3. Mai, Nachmittags 2 Uhr, zum drittenmale auf dem hiesigen Rathhause einer öffentlichen Versteigerung ausgesetzt werden, da das bei der zweiten Versteigerung eingelegte Gebot ebenfalls nicht genehmigt wurde.
Gießen, den 21. April 1869.
Der Gläubiger-Ausschuß: Baist. Dr. Eckstein.
3638) Montag den 26. April und die folgenden Tage,
von Nachmittags 2 Uhr an, werden die zur Debitmasse des verstorbenen Justin Eberhardt dahier, Marktplatz B. 29, gehörigen musikalischen Instrumente und sonstige Mobilien, nämlich:
1 Pianino, 1 Clavier, 3 Harmonium mit 5, 4l 2 und 4 Octaven, eine bedeutende Anzahl Violinen und Blechinstrumente, 40 Ziehharmonika, Clarinetten, Flöten, Guitarren, Contrebässe, Zithern, Jnstrumentalsaiten, Stimmgabeln, 1 vollständiges Werkzeug für Instrumentenmacher, Ladeneinrichtung, 1 Comptoirpult, 4 Actien der Gießener Schützengesellschaft, Gypsfiguren, sowie verschiedene andere Gegenstände,
öffentlich gegen gleich baare Zahlung versteigert. Gießen, den 15. April 1869.
Der gerichtlich bestellte Massecurator: M. Pilger.
Holzversteigerung.
3686) Donnerstag den 29. d. Mts., Morgens 9 Uhr,
soll in dem Fürstl. Walddistrict Schweinahl und Klafterschlag bei Langsdorf
I. Stamm- und Stangenholz von 6 bis 56 Cubikfuß Inhalt, und zwar:
122 Stück Eichen mit zus. 1130 Cubikfuß,
23 „ Buchen „ „ 44 „
18 „ gemischtes Holz mit zus. 244
Cubikfuß,
120 (i Nadelholz mit zus. 500 Cubikf.;
II. Brennh olz, und zwar:
IV2 Stecken Buchen-Nutzholz,
160 „ „ Prügelholz,
23 „ Eichen- „
53 „ „ Buchen- u. gemischtes Stockholz,
330 Stecken und 121 Schichten desgl.
Reiser,
öffentlich verkauft werden.
Hungen, am 21. April 1869.
Fürstliches Rentamt.
D emme.
Holzverstergerunq.
3649) Dienstag den 27. d. Mts., des Morgens um 9 Uhr,
soll in denr Fürstlich Solms-Braunfelsischen Langenwald bei Dorf-Gill nachverzeichnetes Gehölz öffentlich meistbietend versteigert werden:
71
33
3
57
82
146 256
31
43
31
140
Fürstliches Rentamt. Men gel.
Schichten „ „
Stecken Buchen-Scheidholz, „ „ Prügelholz,
Stockholz und Reisholz.
Die Zusammenkunft ist beim Pflanzgarten. Griedel, den 20. April 1869.
Eichen - Stämme von 45 bis 50 Fuß Länge und 10 bis 20 Zoll Durchmesser, Stecken Eichen-Nutzholz,
„ „ Scheidholz,
„ „ Prügelholz,
„ „ Stockholz,
„ „ Reisholz,
3722) Mittwoch den 28. April, Morgens 10 Uhr, beabsichtige ich wegen Wegzugs von hier folgende Gegenstände, als:
1 Schrank mit Glasaufsatz, 1 Spiegel, 6 Stühle, 1 Bettlade mit Matratze, 1 Nachtconsole, 1 großen Koffer und sonstiges Hausgeräthe
gegen gleich baare Zahlung versteigern zu lassen. G. Holz, Locomotivführer,
wohnhaft bei Herrn Postcassier Hoffmann.
Feilgebotenes.
Nrchts und Rechts.
3717) Beinlängen für Kinder und Mädchen, Sockenlängen für Herren in Naturell, Weiß und tn Ringelfarben empfingen in neuer Sendung I. A. Busch Söhne.
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in großer Auswahl, zu billigen Preisen bei H. Schm all, Lindenplatz.
3707) Ein Eckhaus an der Hauptstraße, cm frequentesten Theile der Stadt gelegen, zu jedem Ladengeschäft sich vorzüglich eignend, ist zu verkaufen. Näheres bei der Exped. d. Bltts._____________________________
3716) Die Schießhalle auf der Textor'- fchen Hardt ist auf den Abbruch zu verkau- fen. Näheres auf dem Lenz'schenFelsenkeller.
3629) Die erst voriges Jahr neu erbaute Halle an meinem Wohnhause bin ich Willens auf den Abbruch zu verkaufen. Kaufliebhaber werden gebeten, sich direct an mich zu wenden. Sophie Plank, Wittwe,
Neustadt (Oswald's Garten.)
3692) Zwölf Stück Gartenbänke ohne Rücklehne, noch in gutem Zustande, sind billig zu verkaufen.
I. Rothenberger, Lindenplatz.
In Seifen empfehle: Theer-, Glycerine-, Kummeld-, Bimstein-, Kräuter-, Erdnußöl-, Gallen-, Mandel-, Reismehl-, Zahn- und andere Sorten;
in Toiletton-Artikeln:
Anatherin-Mundwasser, Cosmetique, Depi- latoire. unschädliches Mittel, um Haare zu vertreiben, wo man keine wünscht;
Eau Athenienne, zur bequemen Reinigung der Kopfhaut von Schuppen u. Schmutz ;
Verschiedene Haaröle und Pomaden, sowie achtes Eau de Cologne.
(3710)Carl Frech.
Frech.
Wirten bei cöbne.
3622) Ein möblirtes Zimmer ist zu ver- miethen bei
_______Wernhard Brück, Flügelsgasse.
3624) Ein Familienlogis ist zu vermie- then. Näheres bei der Exped. d. Bltts.
3663) Eine große geräumige Scheuer nebst einem Stall ist zu vermiethen bei
Peter Vogt L Wittwe.
Ifl,
' Vergütung.
Ä
|;br. Lvruck
'baNcs Zimmer ist 1: auch ist ein fast en-Rock billig zu A- Echmidt, Neuenweg.
ftocbenc Zpargcln rtner Lchaum.
jeder ßeit, Spinat- ealatrji'flitoffeln, utc tzß-Aarroffcln, ft
i, in der Schanz.
al-iilW empfehlt
rmes, llren-Ha^N^- Kigelb, fr.
Vermiethu ngen.
3714) Eine Stube, mit oder ohne Möbel, ist zu vermiethen bei
__Ludwig Friebel, Sandgasse.
3628) Im B rüh l'schen Hause am Canz- leibera ist ein Familienlogis, bestehend aus drei Zimmern, drei Kabinetten rc., zu ver- rmethen.
3658) Gut möblirte Zimmer, sofort be- ziehbar bei__E. Eichenberg.
3702) Ein kleines Familienlogis, bestehend aus 3 Zimmern, Keller u. s. w., ist 1,1 meinem Wohnhause zu vermiethen.
. _____H- Hoffmann, Seltersweg.
3621) Ein freundlich möblirtes Zim- ™cr m" Cabinet ist zu vermiethen.
Näheres bei der Exped.
3701) Em gut möblirtes Zimmer mit Cabinet ist zu vermiethen bei
Wittwe Martin.
A. GohU'arh, ^taatseffccten-Handlung in (3656) Hamburg.
3665) 5 Jahrgänge der Gartenlaube, nut erhalten, sind billig zu verkaufen bei _______________________Wilh. Klee.
3688) Ein großer eichener Glasfchrank steht billig zu verkaufen bei
________Susanne Weiß, Seltersweg.
3713) Zwei fast noch neue Fenster mit Läden sind zu verkaufen bei _____________Karl Koch, Löwengasse.
3630) Eine Partie sehr gutes Heu, auch Stroh, ist zu verkaufen bei ______________Ernst Wallenfels.
3670) Ein Confirmandenrock, noch neu, ist zu verkaufen bei
________I. Rothenberger, Lindenplatz.
3673) Stückstecken, Fichtenstangen, Tannenstangen, Eichenpfosten zu Spalieren, beschlagenes Bauholz, sowie alle Sorten rundes Holz, empfiehlt Jacob Köhler I.
Vermischte Anzeigen.
Antchen der isvarl. Urligionv- Gemrindr Gießen.
3727) Bei der am 1. April 1869 stattgehabten Auslassung sind die Obligationen
9tr. 78 und 137
zur Rückzahlung auf den 1. Juli 1869 bestimmt worden.
Mit diesem Tage hört die Verzinsung auf. Der Vorstaud der israel. _______ReligionS-Gemeinde Gießen. ^&&&&& &&& &&&&&& 1$ Original-Staats-Prämien-Loose zu & d sämmtlichen von den verschiedenen H Staaten angekündigten Berloosungen K -> find von mir direct ru beziehen und I Ä überall gesetzlich zu spielen erlaubt.
| Nur 3 Thlr. Pr. Crt. | kostet ein Original-Loos (nicht mit?, den verbotenen Promessen zu verglei-^°
I chen) der vom Staate genehmigten A -A und garantirten, bedeutend mit Ge- $ Z winnen vermehrten großen $
Geld BerloosnngK ^welche schon am 12. und 13 Mai $ 1869 stattfindet, wo nur Gewinne ge- & zogen werden, g
<3 worunter Haupttreffer, als evcnt. r I 350.0001
3653) Ein möblirtes Zimmer ist i» der Neustadt Lit. D. Nr. 57 zu vermiethen.
3737) Ein möblirtes Zimmer ist zu vermiethen bei
__________G. H. Balser, Seltersweg.
3697) Eine kleine Familienmohnung ist zu vermiethen bei
______Louis Benner, an der Schoor.
3631) Ein möblirtes freundliches Zimmer für einen einzelnen Herrn, nach der Hauptstraße zu, kann wegen plötzlicher Abreise sogleich oder später auf 1. Mai sehr- billig vermiethet werden. Nähere Auskunft ertheilt die Exped. d. Bltts.________________
3587) Möblirte Zimmer sind zu vermiethen Neuenweg Lit. B- N. 194.
3666) Ein Zimmer nebst Cabinet, mit oder ohne Möbel, ist zu vermiethen bei ___________________I ulius Wallach.
3674) In unserem Hinterhause ist ein Familienlogis zu vermiethen und am 1. Juli beziehbar.________________Flick X ® ® W ?)« Ä ® L>
ft
447/8-451/,
1
1221/4
1864r
Hani bürg.
(3636)
9
9
9
9
5
9
Borseimachrichtcu.
22. April 1869.
Pr. Gase. Sch. Div. Cass.-A. Pr. Friedrdor. Pistolen . • „ doppelte
Holl. fl. 10 St. Duoaten . . 20 Frankenst.
571/2-581/, 46-48
47-49
54-56
35-37 30i/2-311/2
54-58
47-49
27 «/2-281/2
Acllcii.
Frankf. Bank 1215/g
Oester. Bank 693 „ Creditact. 291 Darmst. Bankact. 272
Ausjuleiben.
3690) In hiesiger Kirchenkasse sind gegen genügende Sicherheit 600 ft. auszuleihen.
Staufenberg, am 20. April 1869.
In Auftrag: Vogel, Kirchenrechner.
3732) Ein Schneider-Geselle, sowie ein Lehrling, werden gesucht von
Joh. Becker, Herrenkleidermacher, Asterweg.
Die Pfarrgeschäfte in der nächsten Woche besorgt Pfarrer Landmann.
3708) Von verschiedenen Seiten habe ich vernommen, daß die Frau des Sndw. Dorr gehäkelte Vorhänge zum Ausspielen herum trägt, und mich an verschiedenen Orten als die Verfertigerin derselben genannt hak, und zwar mit Angabe von Nebenumständen, die an der Identität meiner Person keine Zweifel zulassen. Zch erkläre daher hiermit öffentlich, daß ich derselben keinerlei Aufträge gegeben habe und deshalb Alles, was dieselbe in meinem Namen gesagt hat, unwahr ist.
Mathilde Petri, geb. Hopfner.
meine Original-Staats- & ffcjr- Loose kann man der Bequemlich-^
keit halber auch ohne Brief, <■ $ einfach auf eine Jetzt üb- .. jr liehe Postkarte, machen. ®
aus dem Len zischen Felsenkeller, ausgeführt von den Mitgliedern des Großh. Hess. II. Jnfant.-Regiments.
Anfang 4 Uhr. Entree 6 fr.
n
>* SS Ö
$
La%. Sams. Oolin
in Hamburg.
Bank- und Wechselgeschäft.
ein Eapital von
Einer Million 390,000 Thaler, und finden diese in solgipidsM größeren Gewinnen ihre Auslassung:
Thlr. 100,000. 60,000. 40,000.
20,000. 12,000. 2 a 10,000.
2 ä 8,000. 2 ä 6,000. 2 ä 5,000. 4 a 4,000. 8 a 2,500.
12 ä 2,000. 23 ä 1,500. 105 ä 1000. 158 a 400. 21 a 300.
271 ä 200. 350 ä 100 und viele andere (Gewinne a 80 und 60 Thlr. rc und deckt der kleinste Gewinn jedenfalls den Einsatz.
Die Gewinne sind bei jedem Bank- I Hause zu erheben. Originallvofe (keine Promessen) ä 4 Thlr-, ä 2 Thlr., äi 1 Thlr. roeroen gegen Baarsendung, auf Wunsch auch gegen Postvorschuß, selbst nach den entferntesten Gegenden, prompt und verschwiegen von mir versandt. Gewinngelder und amt-liche Ziehungslisten sende sofort nach Entscheidung jedem Betheiligten zu.
In nUcniciicftcr Zeit zahlte ich in hiesiger (legend wiederum über 200,000 Thaler aus, daher bei mir der Zudrang zu Origiual- Staatslooscu fo enorm groß ist, daß ich daraus ausmertsam mache, daß mau wcrthe Aufträge uugesäumt eiuscndeu wolle.
«I. Hammann, Bank- u. Wechselgeschäft.
$ Original-Staatö-Pramien-Loose j sind überall gesetzlich zu spielen gestattet!
Allerneueste
Z Capital-Vertoosuug,
8 garantirt und genehmigt von hoher l Staatsregieruyg, in der nur Gewinne
I gezogen werden, nimmt am
IQtcu k. Mts.
9 ihren Anfang. Der in obiger Staats- | vertoosung zu entscheidende Betrag ist
3731) Das Rcpariren und Heber ziehen,von
Kirchliche Anzeigen
Evangelische Gemeinde zu Hießen.
G o t t e s d i e n st.
Am 25. April.
Morgens: Pfarrer Landmann.
Nachmittags: Pfarrer Dr. Seel.
Getauft.
Den 17. April. Dem Bürger und Aktuarials-Aspiranren, Heinrich Seim, eine Tochter, Wilhelmine Eugenie Elisabeth, geboren den 8. März.
Beerdigte.
Den 17. April. Hermine Friedericke Margarethe Julie Schwalb, des Bürgers und Dachdeckers, Herrmann Schwalb, eheliche Tochter, alt 5 I. 11 M. 12 T., gestorben den 15. April.
Den 19. April. PhilippBösand, Tambour-Gefreiter im II Großherzoglichen Infanterieregimente dahier, alt 29 I. 3 M. 19 T-, gestorben den 17. April.
Denselben. August Schmidt aus Eckardsborn, Kr. Nidda, alt 32 I., gestor-
wird prompt und billigst besorgt. Stoffe liegen zur Auswahl bereit.
H. Hochstätter Wlttwe.
d)
Den 21. April.
Müller, geborne Faber, Wittwe des verstorbenen Bürgers und Rentamtsdieners, Johann Ernst Balthasar Mütter, alt 83 I.,
•' Gewinn »unbezahlt. Jede ISestelhing auf
Engi. Souver. 11
Rub8. Imper. 9
Doll, in Gold 2
ben den 16. April.
Den 20. April. Jakob Dielmann aus Hessenhausen in Preußen, alt 58 I-, gestorben den 18. April.
Denselben. Anna Marie Droste aus Höchst in Preußen, alt 29 I., geftoibcn den 18. April.
Ich ersuche Sie demnach freundlichst rc. re. (folgt Bestellung). Achtungsvoll
H. Meinardus, 9t eustadt (Kirchspiel S ttlckhausen) beiLvelgönne (Oldenburg.)
75, 50, 30, 20 Francs.
® Die Verloosung geschieht unter Staats- y Aufsicht.
Beginn der Ziehung am 3. k. Mts.
® Xur 4 Thlr. oder Ä Thlr.
oder 1 Thlr.
-srischbäcker zu fließen.
Sonntag den 25. April- Carl Steinberger in der Löwengasse. Heinrich Noll in der Neustadt. Wilhelm Köber in der Brandgasse.
'X kostet ein wirkliches Original- :< Staats - LiOOH (nicht von den ver- % V- botenen Promessen), und werden diese I Original Staats Obligatio I 74 neu gegen frankirte Einsendung & 'A des Betrages oder gegen Post- A Vorschuss, selbst nach den ent-
y fern testen Gegenden von mir ;; versandt.
Es werden nur Gewinne^ gezogen.
V- Gewinngelder und amtliche ® £ Ziehungslisten sende meinen In- % teressenten nach Entscheidung prompt;^ und verschwiegen. U
Durch meine von be onde- ;y j; rem Glück begünstigten @ Loose habe meinen Interessenten be- C<* reits allein in Bentschland ?• die allerhöchsten Haupt- % treffe von 300,000, 995,000,-$ ■87,500, 159,500, 150,000, 130,000 , mehrmals 195,000, y mehrmals 100,000, kürzlich schon wieder das grosse • ;/ Eoos von 197,000 und Jüngst ; y am 3. März schon wieder < den allergrössten Haupt-
Telegraphischer Bericht, mitgetheilt von dem Haupt-Agenten E. W. Dietz.
Das Postdampfschiff des Nordd Lloyd Weser, am 3. April von Bremen und am 6. April von Southampton abgegangen, ist am 19. Apnl, 3 Uhr Morgens, wohlbehalten in New-York angekommen.
Gflmburrt 30. März. Die „Holsatia", das der Hamburg-Amerikanischen Backetftchrt-Äct 1 en-G e se Uschaft zugi'hörende Dampfschist, hat auf ihrer letzten Tour von New-York nach Europa eine Geschwindigkeit entwickelt, wie sie noch kern ^schiff bewiesen, und war diese ihre Reise die schnellste, welche jemals zwischen New-Bork und Emopa gemacht worden. Die „Holsatia", unter der stets vorzüglichen Lei- mg des Capitän Ehlers, verließ New-York am. 9. Marz Nachnn. tags und legte folgende Distanzen zurück: 9.-10 März: 252 Mües; 10-11.: 335 ; 11.-12. 368, 19—13 • 352 • 13—14. • 340; 14.—15.: 332: 15.—16.: 352 , 16.—17.. 348 , 1/.—lö.. o.m . 1Ö". qq ' Zusammen 3102 Miles. Die Ankunft in Cowes erfolgte am 18. Marz, 7^Uh/ Vörmittags,^so"daß die Reisedauer nur 8 Tage 17 Stunden betrug wie der- aleicken noch nie erreicht wurde. Bon Cowes bis zur Elbe brauchte die „Ho satia" nur 1 Tag 5 Stunden, von New-York bis zur Elbe also total 9 Tage 22 Stund en. Die Durchschnittsgeschwindigkeit war 147/to Knoten per Stunde. Da die Differenz i d^Cmffernung zwischen New-York-Queenstown (wo die englischen Dampfernnlaufen) und New - York - Cowes auf 20 Stunden angenommen wird, ergibt dies für die „Holsatia" 7 Tage 20 Stunden.
Preues. 472% Obi. 94 Frankf. 3V2ü/o Obi. 81 Vs Nass. 41/2°/0 ObL 93
Kurh. 4% Obi. 843/4 Hess. 4v/o Obi. b. Roths. 917/s
„ 3‘/2% d<>- do. 851/2
Bayer. 5% Obi. 102
„ 41/2% 1jährige 94'/2
„ 41/2% 1 2jährige 95Vi "Würtemb. 41/2°/o Obi. 93Vs Baden 4V2% Obi. c. E.L. 933/a Oestr. 5°/o b. R. 571/b
„ 50/0 National 57 Vg
I e 50/0 Metall. Obi. 65
„ M. steuerf. 51 */8
I Amer. 6% 1882r Bds. 87Vg
II „ 60/g 1885r 85%
Wechsel.
Amsterd. k. S. 93% Augsb. k. S. 100 Berlin k. L. 105V« Bremen k. 8. 97% Cöln k. 8. 105 Hamburg k. 8. 88Vs Leipzig k. 8. 105 London k. 8. 1197/g Lyon k. 8. — Paris k. 8. 95 Vs Wien k. 8. 95% Disconto 31/2% 0.
Geldsorten.
3704) Ein Laufmädchen wird gesucht Neucnbäuen Lit. B. Nr. 65, 3 Treppen.
3695) Für eine Cigarrenfabrik wird zum baldigen Eintritt ein tüchtiger Reisender, der schon in dieser Branche gereist und gute Referenzen hat, gesucht. Franco - Qfferttn wolle man gefälligst an die Exped. d. Bl unter Chiffre A. Z. abgeben.
3694) Ein solider junger Mensch mit guten Vorkenntnissen kann unter günstigen Bedingungen in eine Apotheke auf dem Lande als Lehrling eintreten. Näheres bei der Exped. d. Bltts.
3655) Ein junger Kaufmann sucht Beschäftigung auf einem Comptoir als Buchhalter und Correspondent, oder auch für einige Stunden des Tages. Näheres bei der Exped. d. Bltts. _____________________
3729) In ein achtbares Handlungshaus zu Gießen sucht man einen jungen Mann, der in Kürze die Realschule verläßt, in die Lehre zu bringen. Offerten unter Nr. 3729 besorgt die Exped. d. Bltts.
Geehrter Herr Daubitz!
Seit Jahr und Tag leide ich an einer Krankheit, die sich oft in solchem Maße steigert, daß mir das Leben zur Last wird.
Ich habe zu verschiedenen Malen VON Ihrem auf meinen körperlichen Zustand febr wohlthätic, wirkenden Kräuter-Liqueur*) gebraucht und auch bedeutende Linderung empsuuden.
*) Zu haben in den bekannten Niederlagen.
3743) Am 17. d. Mts. ist mir ein Jagdhund (Hündin), langhaarig, weiß mit schwarzen Flecken, auf den Nanien „Leda" hörend, entlaufen. Dem Wiederbringer eine gute Belohnung. Vor Ankauf wird gewarnt.
Friedberg. H- Salz mann.
FreilHirger | Staats-Prämien-Anleihe. | Vj 3632) Der Verkauf der Prämien- y, y. Obligationen ist von allen Regie-£ & rungen des In- und Auslandes gestattet. S Die Haupt-Gewinne betragen Francs S 60,000,50,000,45,000,40,000,35,000,K » 32,000,30,000,25,000,20,000,18,000, £ 16,000, 15,000. 6000, 5000, 4000,§ 3000, 2000, 1000, 350,000 ä 250, 125, y;
Prioritäten.
50/0 östr. F. St. E. B. 3IOV2 Ludwigsh.-Bexbach 161 (4 Maxbahn 108%
Bayer. Ostbahn 1271/4 Hess. Ludwigsbahn 1383z 4 30/0 östr. Stsb.-Prior. 55Vs 3°/o östr. s. Lombard. 47 Vs 3% Livorneser 353/g Toscaner 56% Frankf. Hypoth.-Bank 93 Frankf. Vereins-Kasse 97% 50/0 Elisabeth-Prior. 753/< do. 11. Emiss. 74V<
Anlehenelooee.
Kurh. 40 Thlr. Loose 571 8 Nassau fl. 25 b. Roth. 36Vi Gr. Hess. 11. 50 b. R. 1641,4 Gr. Hess. fl. 25 b. R. 403/4 40/0 bayr. Präm. Anl. — 4% badische Loose 1043/4 Badische fl. 35 Loose 553/fi 1858r Prioritätsloose 1633/a 1860r Loose 853/4
Beacidenswerth!
3677) Unterzeichneter besitzt ein vortreffliches Mittel gegen nächtliches Bettnässen, sowie Schwächczustände der Harnblase und Geschlechtsorgane.
Specialarzt l>r. Kirchhoffer, in Kappel bei St. Gallen (Schweiz.)
'' 3657) Verloren wurde am 21. April auf dem Wege nach dem Friedhöfe und von da zurück an dem Zinßer'schen Garten vorbei, ein schwarzseidener Gürtel mit Atlas- verzierung. Dem Wiederbringer eine angemessene Belohnung. Näheres bei. der Exped. d. Bltts._____________
3733) Ein Mädchen, das kochen und die übrigen Hausarbeiten verrichten kann, wird auf Ziel Johannis gesucht. Das Nähere bei der Exped. d. Bltts.__
3644) Drei bis vier gute Arbeiter können dauernde Beschäftigung erhalten bei
M- Nagel, Schuhmacher-
3634) Eine Lauffrau oder Mädchen wird zum sofortigen Eintritt oder bis zum 1. Mai gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bltts.
3643) Zwei Schreiner gesell en finden dauernde Beschäftigung bei
Kaspar Jung IV., Klein-Linden.
3736) Ein junger Kaufmann, der täglich mehrere Stunden freie Zeit hat, sucht schriftliche Arbeiten zu übernehmen. Näheres bei der Exped. d. Bltts.
3728) Z» dem Herrettgarderobe - Geschäft des Kaufinattns Heinr. Schwalm i» Wetzlar finden geübte Arbeiter gegen guten Lohn dauernde Beschäftigung.
Die Wirthschaft auf der Textor'schen Hardt
ist täglich von 2 Uhr Nachmittags an geöffnet. Um zahlreichen Besuch bittet (3615)_______________ Fr- Textor.
3738) Ein braver Junge kann als Lehrling eintreten bei
Will). Hosch, Mechamkus.
3739) Nr. 41 hat den Uhrschläpper und Nr. 47 das gehäkelte Deckchen und den Kopfkranz gewonnen.
Gießen, den 20. Apnl 1869. Erdmann, Polizeidiener.
3481) Feine Wasche zum Bügeln wird schnell und gut besorgt Neuenweg B. 117, Parterre.
Höchst wichtig für Bruch- tkidendk!
3681) Bruchleidende, welche m richtig rankirten Briefen das Leiden gehörig beschreiben, erhalten von dem Unterzeichneten gratis und franco ein Schriftchen mit Belehrung und Zeugnissen, woraus der Bruchleidende ersieht, daß die Brüche noch gänzlich geheilt werden können.
Krüsi-Altherr, in Gais, Kt. Appenzell, Schweiz.
3623) Einen kräftigen Hausburschen sucht Fritz Fürst.
3696) Ein Kegeljunge wird gesucht für die Wirthschaft von
__________________L. König Wittwe.
3691) Dem Schäfer Johannes Reuter in Staufenberg ist ein weißes Mutter- schaas, 1 Jahr alt, zugelaufen. Der Eigen- thümer kann solches bei demselben gegen Vergütung der Jnseratgebühren in Empfang nehmen.________________
3744) Nr. 159 hat die Vorhänge gewonnen. Carl Petri Wittwe.
Vogel, Polizeidiener.
3742) Sonntag den 23. April:
(Hierzu eine Beilage.)
48 bc$ Coicljciicr Fe u il HtH
und
ii
welchem Du die Else
er
zu
er zum Kaufe eines Bootes
(Fortsetzung folgt).
Rolf erzählte jktzt die Begebnisse seiner stürmischen Reise und entwickelte dabei, wenngleich er seine eigene Person mit taktvoller Bescheidenheit im Hinter- ?«XÄn""ni" Umfl!|fenCe ÄCMntniß tee S-ew-s-ns, daß ihm, der^Greis
Der Jüngling verschwieg jedoch der Wahrheit gemäß nicht, dast er der erste Steuermann, das Schiff vor dem Untergänge bewahrt habe ' r, • "0T“ schmucker Seemann geworden," sagte der Greis. „Schade dass
Dein Vater nicht mehr am Leben ist, er würde sich darüber nicht wenig gefreut haben, aber cs gicot auch andere Leute, mein Sohn, die sich darüber ftcucn und zu diesen gehöre ich. Mir ist," fuhr er langsam fort, 'als sähe ich Dich in kurzer Zeit als Eapttan eines stattlichen SchoonerS die Nordsee durchkreuzen "
Der junge Seemann schüttelte den Kopf. s -
.<» ÄÄ'ySS'i «*•-■«*• ** •* -='*"■« *•
V*. ma8 wohl so sein, wie Ihr sagt, Baker Harms, aber es gibt auf
r> 6° 6hn TV cn,lanS fll(e Capitäne genug, die dazu noch Weib
und Kinder haben. Ihnen gehört das Borrecht." 9 ° 6
seine Mundwilik^ tin »“»«'« Lächeln zuckte um
»Wie wird dec Dirne sich über Deine Ankunft freuen," sprach er, als sie vor der Thur standen. „Mich wundert nur, daß sie uns nicht entgegengekommen ist, denn sicher hat sie Dich schon von Weitem gesehen."
„Hat wohl im Hause zu schaffen," entgegnete der Jüngling.
h. V'V wohl so sein, bemerkte der Greis; „komm, mein Junge, gieb mir die Hand und hilf mir über die Thürschwelle. So ein altes Wrack wie ich ist doch zu nichts mehr nutze." 1 1
Der junge Mann that, wie ihm geheißen war.
Mit seiner Hülfe gelangte der Greis durch die Thür auf die mit weisiem Sand bestreute Vordiele des Hauses. ’
ganz?Haus'fthalltt°^ frdf,'sea »H°> h° aus, welches durch das
. gleich darauf wurde die Thür, welche zur Wohnstube führte, geöffnet und ein lunges Mädchen, von dem vorher erwähnten Manne gefolgt, eilte den Ein- getretenen entgegen.
n H"i"ch war die Begrüßung, welche das Mädchen ihrem Vater und feinem Begleiter zu Theil werden ließ, und es bedurfte keines allzufcharfen Blickes um Nicht sofort zu erkennen, daß der Greis vorher richtig gcurtheilt hatte, als tourte"1”1 C' to'e C r ftine Tochter über den mitgebrachten Besuch freuen I
. Sw ward dunkelroth, als der Jüngling sie in feine Arme zog und ihr
einen Kuß auf die Lappen preßte. 9 u v
V" JU um nicht ihre Liebe vor ihrem Vater frei einzugestehen, ließ
(if sich die unerwartete Liebkosung freudig gefallen. 9 H v B
ibres *BatT7 t'^7 er|tT T°r' bcr Monn ihres Herzens sie in Gegenwart ihres Vaters fußte, aber daß er es that, war die beste Bürgschaft, daß seine Werbung erfolgreich gewesen. H 1
V ®atfr V Worte zu danken, umarmte sie ihn, indem ihr Freudenthranen über die Wangen rollten.
und färkVir Ju?“"0 ta5 fcine6 Kindes, er zog sie zärtlich an sich
„Hab' ich's Dir recht gemacht, Else?"
Sie barg ihr Gesicht an seiner Brust.
st""""E i(,t liebkosend da« glänzende, braune Haar.
r. wahr, Rolf/ wandte er sich an seinen jugendlichen Begleiter, .eine
3d> 2)11 RE tur4 ble Brandung glücklich in'den
* unnqtn.
3'nAio^einef"$rxb boIöuf' entgegnete der Angeredete ernst. „Ich will Eure Tochter so glücklich machen, wie sie es verdient."
Auf Rolf und seinen Sohn gestützt, wankte der Alte in die Stube.
dem Hut ab und bereitete ihm, nachdem er sich mit Lorenr' Hu fe der schweren Jacke mit den Silberknopfen und seiner Stiefeln entledigt hatte, ,n dem vor dem Tische stehenden Lehnstuhle einen behaglichen Sitz ' Dämmerung war inzwischen eingetreten.
irdenen »u bringen, und bald stand neben I •
9 ' toC y,cr srhaumte, eine kleine Oellampe mit grünem , toebn«." Mu6f}l,“Un8 btr Wohnstube zeugte von dem einfachen Sinn ihrer Be- ' Es wurden Stühle um den Eichentisch gestellt.
Einen Augenblick später legte er die Hand auf den Arm de« Jünglings „Du bist ein wackerer Junge. Rolf. Hast das Herz auf dem reckten Tleck
Tr7.ru nur weißt, ich hab' geträumt - und in meinem SJUe geben Traume fast immer in Erfüllung - daß Du in einem halben Jahre schon einen Schooner kommandtren wirst, der dazu noch Dein Eigen,hum ist." h. VIf b*!d*c brn Greis fragend an, aber das Gesicht desselben zeigte wieder die dustere Ruhe, welche nur selten seine Züge verließ. 9 8
',aBLC ** b“jU?" frag'- der junge Mann mit einem Seufzer, Ihr wißt ja, daß ich arm bin." ,s '
Wer dieftr Zweifel dauerte nicht lange, denn Harms fuhr fort.
. "Vf.V V JU •unfl fEln- um den Landratten Vertrauen ? e,n^uP°ße11' * hab' den Cours kennen gelernt, den Du
steuerst, er ist der rechte, und deshalb erhältst Du mit der Elke ruale.ck rd, Schiff. Ich, Dirk Harms, werde es Dir schenken " 1 j 8 tld) thl
^-- Plötzliche Freude machte Rolf stumm, er vermochte nichts weiter ru t un , als die Hand des Greises zu drücken und ihn mit seinen treuen blau n Wgen, ,n denen sich feine innige Dankbarkeit spiegelte, lange anzublicken
Harms erwiederte herzhaft den Händedruck des Jünglings.
„Laß' es gut sein, Rolf," sagte er, „wir beide' wissen ja, wie wir mit '“"-'n""' 34 V m„tinEn Stolz darein, einen wackeren Schiffs-Capitän zum Tochtermann zu haben. " '-«pnan
,/3hr follt's nicht bereuen, Vater Harms."
'.'Mach' die Else glücklich, dann hast Du mir nichts zu danken," sprach der Alte intern er s->ne Hand wie segnend auf das Haupt feiner Tochter legte * ,. D rk Harms, der ehemalige Schlickläufer, war im Laufe von dreizehn Jahren zum reichsten Manne von Rordstranb geworden. " ure.zepn ^ah.en
truflen@?inen ’ÄetT* ®n8tü"b 0in8cn' fein Eigenthum und
Der früher so arme Wattenläufer, der in den Seiten be«
? s°'>„Haupt legen woher er seinem Weibe, uw jetzt der allgemeinen Ach- heimathlichen Insel als die
seinen beiden Kindern Brot schaffen sollte, erfreute tung und des größten Ansehens sowohl auf seiner ganze schleswigsche Küsie entlang.
faß"n®rUnbPe,’n iU feintm Rrfrh'hume gelegt, das vermochte indessen verwende,e^"ab?r #,rt/ er zum Kaufe eines Bootes
verwendete, aber es dauerte nicht lange, so ward das kleine Boot mit einem l8i4e6p7hnTtaUfd)t Um fd,on T’ brltte» Jahre führte ein kleiner Schooner statt- ltche Ladungen, aus Getreide bestehend, nach England hinüber.
! Rechts nieder."' ®ei,e be6 ®reif" Elfe ließ stck'zu feiner
»Äa’Äss*;* “ -»"• * "-i
„Hast noch wenig von Deiner letzten Reise errablt ~
mbve da an meiner Seite hat sie über lie S n fi f*mu^n See- Dir nachfliegen können, sie würd' es gethnn hLn." 8
„Cater!" bat Else, aufs Neue von brennender Nöthe übergossen.
„Ich soll es wohl nicht verratben; na, Rolf wird schon wisse ;
Dick"a"^^'' "tiVn 8V' tr g-rn, wenn ich ihm daß Du D'ch apg g-qualt hast, wahrend er drüben in England war" ' 8
mein Ln"ge.'n^nrm6'" Jüngling, „ich hör'« für
Bodem^b to°rf i”m Cinen f*mot,enbcn Wick zu, dann schlug stejda« Auge zu
~sage Dix aber, Du wirst in einem halben Jahre Capitän eines Schooners fein!" rief Harms, „denn an dem Tage , an '' -P * herrathest, wird mein Traum in Erfüllung gehen."
zr. wagte nicht, feinen Ohren zu trauen; die unveränderte Miene des Sm Än Ve61"8 iU fi,"en er unfchlüfstS war, was
Späte Vergeltung.
Crimtnalnovelle von Fr- Wilibald Wulff.
, (Fortsetzung.)
s-, ein Greis, in der Mitte der sechziger Jahre stehend, trug die
Kleidung der Bewohner von Nordstrand. 9 P
(Spärlidje weiße Locken stahlen sich unter seinem Südwester hervor.
Seine Haltung war hinfällig und gebeugt.
..M" -men Hand stützte er sich auf einen Rohrstock von beträchtlicher Dicke, wahrend seine andere Hand auf dem Arme seines jungen Begleiters lag.
Ww Jener ein Bild des Alters, welches hart am Rande des Grabes steht Jugend 616 $°n 8e°^nEte ®ruff hineinsieht, so war Dieser ein Bild kraftvoller »„"Reich", blondes Haar umrahmte ein blühendes, in Fülle der Gesundheit Men™^ Milch' «ns welchem blaue Augen treuherzig in die Welt hinein- mnnjV'Ä Schnurrbart gab seinem Gesichte einen bestimmten, männlichen Ausdruck.
l,nnJbnf^,T6^nCr®/.|tatl COm l^bnsten Ebenmaße, schlank, aber dabei von ungewöhnlicher Korperkraft zeugend.
m f roar 6ic emes Matrosen, wie man sie in Husum zu sehen
Gelegenheit hat, und unterschied sich nur von der seines greisen Gefährten da- durch, daß er einen leichten Strohhut mit ziemlich schmaler Krempe trug
n t6m den Bewohnern der Nordsee. Inseln eigenthümlichen, I bls über s Krnee emporreichenven Stiefeln vom gröbsten Rindöleder
Beide sprachen eifrig mit einander.
Zuweilen richtete der Greis das Haupt empor, welches sonst fast beständig gesenkt war, und schaute dem Jüngling in das von Freude und Eifer des Gespräches gerothete Gesicht. I
«n- .2^"" dies geschah, zuckte, wie ein Sonnenstrahl über eine öde, eiserstarrte Winterlandschaft, ein Lächeln über die blaffen, gramdurchfurchten Züge des alten 2/tannes. I
Dann öffneten sich seine bisher halbgeschlossenen Augenlider und seine Blicke I ™ fm,t unverkennbarem Stolz und Wohlgefallen auf der frischen Männliche lichkeit fernes Begleiters. I
^er dieses Aufleuchten in seinen Augen war ein schnell vorübergehcndes.
Wenige Augenblicke spater und er war wieder zurückgesunken in feine frühere, gebeugte Haltung. '
Politische Rundschau
Berlin, 20. April.UJn der heutigen fünfzehn- ten Sitzung des Bundesrathes führte der erste königl. sächsische Bevollmächtigte, Staatsminister Freiherr v. Friesen, den Vorsitz, lieber die Vorlagen des Prä- siviums, betreffend a) die Gewährung rer Rechts- hülfe innerhalb des Bundesgebietes, b) die Militärausgaben für das zweite Halbjahr 1867, c) den Erwerb von Grundeigenthum im türkischen Reiche, wurde von den Ausschüssen Bericht erstattet.
Berlin, 20. April. Der Bundesrath hat, wie hiesige Blätter erfahren, die Vorlage eines Gesetzentwurfs, betreffend die Entschädigungspflicht der Eisenbahnen, zur Berathung im Reichstage beschlossen. __Die neue, in Karlsbad erscheinende Zeitung
Sprudel" veröffentlicht in Nr. 2 folgenden Bericht aus Berlin, der ihr, wie sie bemerkt, von einer den Berliner Hofkreisen angehörenden Persönlichkeit zu- gegangen: „Die bereits stgnalisirte Badereise deS Königs nach Karlsbad kann heute als gesichert angenommen werden, nachdem der Wunsch einer voll- ständigen Aussöhnung mit Oesterreich und einer rück- haltSlosen Annäherung an dasselbe, der seit langem hier vorherrschend ist, in neuester Zeit mit großer Lebhaftigkeit in den leitenden Kreisen zu Tage tritt. Die Badereise des Königs dürfte, so glaubt man hier, die natürliche und willkommene Gelegenheit zur Begegnung der beiden Monarchen bieten, der wohl eine Fühlung von Hof zu Hof vorausgehen dürste. Freihr. v. Magnus, der in Wien als persona grata gilt, und wohl ausersehen ist, Freihrn. v. Werther zu ersetzen, sobald dieser für Goltz nach Paris geht, dürfte den König nach Karlsbad begleiten. Vorher wid der König noch EmS und Homburg besuchen."
Berlin, 2t. April. Die Commission des Reichs- tags, betreffend die Einführung des Handelsgesetz- buches und der Wechselordnung als Bundesgesetze, hat sich zur Annahme der Vorlage mit unerheblichen redaktionellen Aenderungen entschieden, zugleich aber folgende Aenderungen angenommen: Der Bundes- kanzler möge die im gegenwärtigen Gesetz aufrecht erhaltenen Bestimmungen der Einführungsgesetze zur Wechselordnung und zum Handelsgesetzbuch, sowie dieses letztere selbst einer Revision unterziehen und darüber dem Reichstage eine bezügliche Vorlage ma- chen. — Dem Reichstage ist die Vorlage wegen Erhöhung der Branntweinsteuer zugegangen. Der Steuer- satz soll für 20 Quart Maischraum von 3 auf 4 Gr. erhöht werden, was, einen unverminderten Verbrauch vorausgesetzt, eine Mehreinnahme von 3,800,000 Thaler ergeben würde. Es fragt sich jedoch, wie viele kleinere Brennereien eingehen und wie weit sich der Consum verringern würde. Die Ausfuhr- Vergütung soll von 11/4 Gr. auf 1 Va für 50 pCt. Alkohol erhöht, die Entrichtung der Steuer als Fabrikatsteuer statt als Raumsteucr in das Belieben der Fabrikanten gestellt werden. — Hier haben gegen 2000 Zimmergesellen die Arbeit einge- stellt, weil der größte Theil der Meister nicht auf die Erhöhung des Tagelohnes von 22V2 Sgr. auf das Minimum von 1 Thaler pro Wochentag zu 12 Arbeitsstunden und 1V2 Thaler pro Sonntag zu 6 Stunden eingingen. — Neueren Nachrichten zufolge wird England auf der internationalen Conferenz we- gen Pflege verwundeter Krieger vertreten fein, ferner Belgien und die Schweiz. Frankreich und Dänemark haben abgelehnt. Portugal hatte bis in die letzten Tage nicht geantwortet.
Stuttgart, 20. April. Eine zahlreich besuchte Lanresverfammlung beschloß vorgestern solgende Erklärung : „Auf der Freiheit der Einzelstaaten beruht die einzige Hoffnung und Möglichkeit der Wie- derherstellung des nun mehr als je zerrissenen Vaterlandes. In der Freiheit der Einzelstaaten liegt die stärkste Gewähr gegen äußere Vergewaltigung. Durch sie verstärkt sich der Widerstand gegen die falsche Einheit, die im Namen der Größe und Ehre Deutschlands verlangt, zu Gunsten der Macht und Gewalt eines Herrschergeschlechts ausgebeutet wird. Heute noch ohne gemeinsame Macht und Mittel von den Regierungen die schöpferische That gesammtdeutscher Einigung oder auch nur die Herstellung eines Süd- bunds zu erzwingen, welcher, gestützt auf Parlament und Volksheer, den Anfang und Grundstein eines neuen Deutschlands bilden soll, fordern wir die Genossen der deutschen Volkspartei zu rastloser Freiheitsarbeit in den Einzelstaaten auf: gemeinsam im Glauben, gemeinsam im Wollen, daß nur aus der Freiheit die Einheit entsteht. In diesem Sinne erstrebt die deutsche Volkspartei in Württemberg die rasche Durchführung folgender Reformen: 1) Re- form der Verfassung: Aufhebung der Kammer der StandeSherren, Entfernung der Privilegien aus der zweiten Kammer, Einführung des Einkammersystems;
2) Reform der Verwaltung: Herstellung der natürlichen Selbstbestimmung und Selbstverwaltung des Volks. In der Gemeindeverwaltung vor allem: Abschaffung der Lebenslänglichkeit der Orksvorsteher; 3) Reform des Steuerwesens: Uebergang vom bis- herigen gemischten System direkter und indirekter Steuern zu der einfachen und einheitlichen Steuer
auf Vermögen und Einkommen."
Paris, 20. April. Es ist eine erfreuliche Erscheinung, daß die Organe der Demokratie fast ohne Ausnahme auf Seiten Belgiens treten. Der „Gau- lois" bemerkt zur jetzigen Phase der franco-belgischen Unterhandlungen: „Die französische Regierung erntet jetzt die Früchte der von ihr seit 1851 befolgten Politik. In jener Zeit und noch lange nachher sprach man von nichts anderem, als den großen Säbel aus der Scheide zu ziehen und in dem „De- magogennest" Brüssel die Ordnung wieder herzu- stellen; und woher diese Wuth? Einzig und allein deßhalb, weil die Belgier den Verbannten des 2. December Gastfreundschaft gewährt hatten. Hr. Fröre-Orban muß sich dessen erinnern. Er war damals schon Minister und gezwungen, mit seinem Col- legen Rogier das Feld zu räumen. Beide hatten nicht dem König Leopold, aber der französischen Re- gierung mißfallen. Die Zeiten haben sich seitdem sehr geändert. Der große Säbel, mit dem man ehedem Belgien bedrohte, hat in Mexico und bei Sadowa zwei große Scharten bekommen." Die „Presse libre" äußert über denselben Gegenstand: „Die „Patrie" scheint nicht daran zu zweifeln, daß die zwei Negierungen zu einer Verständigung gelangen werden. Auch hat sie ein treffliches Mittel gefunden, um Alles auözugleichen, und sie empfiehlt es dem König Leopold in aller Freundschaft. Es handelt sich nämlich für den König der Belgier einfach darum, Herrn Fröre - Orban und seine Collegen zu entlassen und ihre Portefeuilles anderen Ministern anzuvertrauen, welche sich verpflichten mürben, den Forderungen der französischen Regierung Genüge zu leisten. Die „Patrie" hofft die Diffe- renz aus diesem Wege beigelegt zu sehen. Alles dich ist nicht stichhaltig. Der König Leopold kann den von den beiden belgischen Kammern gefaßten Beschluß nicht bekämpfen. Dieselben haben entschie- den, daß die belgischen Eisenbahnen auswärtigen Compagnien nicht überlassen werden dürfen. Dreß war ihr Recht, wir haben es zu wiederholten Malen vargethan; der König kann hierbei nichts thun. „Wenn von den zwei gegen sich gegenüberstehenden „Cabinetten eins nachgeben muß, so ist es sicher „nicht dasjenige, welches das Recht auf seiner
„Seite hat."
BH m i s ch t e S.
Gießen. Der Schwurgerichtshof der Provinz Oberheffen hat in feinen öffentlichen Sitzungen vom II. Quartal l. I. nachbemerkte Straferkenntnisse erlassen:
1) Am 5. April gegen Heinrich Stock von Wallenrod, wegen ausgezeichneten Diebstahls, Landstreicherei und Eonsina- tionsbruchs, geschärfte Correctionshausstrafe von 2 Jahren und 3 Monaten, sowie Stellung unter polizeiliche Aufsicht auf die Dauer von 2 Jahren;
2) am 6. April gegen Wolf Meininger aus Mittel- gründau, wegen Gewaltthätigkeit, Correctionshausstrafe von 6 Monaten;
3) am 7. April gegen Johannes Klee aus Queck wegen Brandstiftung, geschärfte Zuchihausstrafe von 4 Jahren;
4) am 9. April gegen Heinrich Schäfer von Beltershain, wegen Diebstahls und Landstreicherei, geschärfte Zuchthausstrafe von 2 Jahren und 3 Monaten;
5) am 10. April gegen Johannes Map III. von Nieder- Mörlen, wegen doppelter'Ehe, Zuchthausstrafe von 2 Jahren;
6) am 12. April gegen Bernhard Schmidt von Gambach, wegen Verführung zur Unzucht, Zuchthauostlafe von 5 Jahren;
7) am 13. April gegen Peter Joseph Witze! von Nieder- Mörlen, wegen Körperverletzung mit tödtlichem Erfolg, Eor- recttonshauSstrafe von 2 Jahren;
8) am 14. April gegen Johannes Fölsing von Wallenrod, wegen Körperverletzung mit tödtlichem Erfolg, Zuchthausstrafe von 2>/r Jahren;
9) am 16. April gegen Johannes Grill III. von Ober-RoS- back, wegen versuchter Vergiftung, Zuchthausstrafe von 8 Jahren und
10) am 20. April gegen Georg Schmelz III. von Großen- Linden, wegen Mordversuchs, Zuchthausstrafe von 8 Jahren.
Dahingegen wurden:
11) am 8. April Ludwig Schmidt von Betzenrod und Anna Maria, Johannes Vöhl's Ehefrau von da, von der gegen sie wegen Meineids, refp. Verleitung zu diesem Verbrechen, sowie wegen Diebstahls erhobenen Anklage — nachdem die Ge- schwornen auf die ihnen vorgelegten Fragen ein „Nichtschuldig" erklärt hatten — freigesprochen;
12) am 15. April Flurschutze Georg Pfaff von Fraurom- bach und Friedrich Fischer von da, von der gegen sie wegen Bestechung erhobenen Anklage — da hinsichtlich des Vergehens, wegen dessen die Geschwornen ein „Schuldig" ausgesprochen hatten, die Verjährung bereits eingetreten war — ebenfalls freigesprochen.
Aus dem Kreis Alsfeld, 18. April. Die rothe Färbung deS Himmels in nordwestlicher Richtung (eigentlich in N.-N.-W.), welche, wie in Nr. 106 der Darmstädter Zeitung berichtet wird, am verflossenen Donnerstag Abend in
Friedberg, Nauheim und Mainz gesehen wurde, ist auch hier beobachtet worden. Es rührte dieselbe von einem in einzelnen Parthieen sehr schön ausgebildeten Nordlichte her. Ein besonders prachtvoller Strahl zeigte sich gegen halb 9 Uhr in der Richtung von dem Sternbilde Eassiopea bis zu den fast im Zenith stehenden Sternen Merak und Dubke des großen Bären. Als eine eigenthümliche interessante Erscheinung verdient bemerkt zu werden, daß sich auf der nördlichen Seite deS Mondes die Hälfte eines sogenannten HofeS bildete, der mit einem dem Monde sich nähernden Strahle deS Nordlichts entstand und verschwand. — In der Nacht vorher zog ein Gewitter über die hiesige Gegend, und auch gleichzeitig mit dem Nordlicht leuchteten von einer tief im Norden liegenden Gewitterwolke schwache Blitze herüber. DaS rasche bedeutende Sinken der Temperatur dec Luft an den folgenden Tagen war geeignet, lebhaft an die Dove'sche Theorie über die Entstehung deS Nordlichtes zu erinnern. (Auch in Norddeutschland, von Marienburg bis Bremen, wurde die Lichterscheinung beobachtet.)
Offenbach, 20. April. Da« Mittelrheinische Bundes- schießen wird dieses Jahr hier abgehalten und soll vier Tage, vom 27. bis 30. Juni, dauern. Der hiesige Schützenverein entwickelt eine außerordentliche Thätigkeit, um die Gäste würdig zu empfangen, und hat .jetzt schon die Kosten zur Erbauung einer über 200 Fuß langen und 50 Fuß breiten Festhalle und sonstige Ausgaben durch Beiträge und Actienzeich- nungen zum größten Theile beigebracht. Zwei Mitglieder des VereinS haben sich freiwillig erboten, das Holz zur Dielbedachung der Halle unentgeltlich zu stellen. Hoffentlich werden die Bewohner unserer Stadt, welche sich überhaupt stets opferbereit zeigen, auch für dieses Fest ihren guten Sinn bewähren. Sämmtliche hiesige Gesangvereine haben bereits ihre Mitwirkung zugesagt. Die Zahl der Mitglieder des Mittelrheinischen SchützeubulideS beträgt etwa 1700, doch gedenkt man Einladungen zum Feste auch noch weiter hinaus ergehen zu lassen.
Königsberg, 10. April. Ein hiesiges Blatt meldet folgenden bedauerlichen Rechtsirrthum: Im hiesigen September-Schwurgerichte des Jahres 1864 wurde über zwei viel bestrafte Diebe, den Arbeiter Funck und den Arbeiter Halfer, zu Gericht gesessen, die wegen schweren Diebstahls im wiederholten Rückfälle angeklagt worden waren. Halfer war mit einem in der Nacht vom 22. zum 23 Juli 1864 gestohlenen Pelz auf der Fischbrücke angetroffen worden, und gab an, denselben in Gemeinschaft mit dem Funck gestohlen zu haben. Funck betheuerte dagegen feine Unschuld, er versicherte, Rache leite Halser bei seiner Bezüchtigung, welche dieser d-ßhalb gegen ihn hege, weil er dem Halser nicht, während sie zusammen im Zuchthause zu Insterburg saßen, wie dieser eS wünschte, bei seinen Weberarbeiten geholfen habe. Die Geschwornen sprachen übet beide Angeklagte das Schuldig aus, worauf der Gerichrs- hof gegen jeden derselben auf eine 10jährige Zuchthausstrafe erkannte. Kürzlich erkrankte Halser im Zuchthause, sein körperlicher Zustand verschlimmerte sich täglich mehr und auf seinem Todtenbetten gestand tr dem Geistlichen, daß er den Funck unwahrer Weise und zwar aus Rache beschuldigt habe, derselbe also unschuldig verurtheilt worden sei und im Zuchthause festgehalten werde. Es wurde der Vorfall sofort dem Könige vorgetragen, der im Wege der Gnade dem Funck den Rest seiner Strafe, sowie die gegen ihn erkannte Polizeiaufsicht nunmehr erlassen hat.
Marburg, 17. April. Gestern hat sich ein Postbeamter, wegen eines KassendefectS von 500 Thalern verhaftet, im Ge- fängniß zu Biedenkopf, mit Hinterlassung von Frau und einem Kinde, entleibt.
Frankfurt, 20. April. Die Disposition über die Herbstmanöver ist jetzt definitiv dahin getroffen worden, daß die 21. und 25. Division des norddeutschen BundeSheeres in der zweiten Hälfte des August d. I. zusammengezogen werden sollen. Die 21. Division (Hessen-Darmstadt) wird in den Kreisen Friedberg, Büdingen und Vilbel, die 25. Division (Preußen) in der Gegend von Hanau Divisionsübungen und am 1., 2. und 3. Sept, die beiden Divisionen gemeinschaftliche Manöver vor dem BundeSoberfeldherrn und dem Großherzog von Hessen haben, die am 3. Sept. Abends in der Gegend von Bergen (bekannt durch die Schlacht vom 13. April 1759 zwischen dem Herzog v. Broglie und dem Herzog Ferdinand von Braunschweig, die bei dieser Gelegenheit nachgeahmt werden soll) endigen.
Der Herriedener Wetterbeobachter schreibt: Ungeachtet der großen Verbreitung deS feuchtkalten AeqnatorialstromeS wird allmählich wieder schönes Wetter kommen, da der Barometer auch in Nordamerika nur langsam steigt und auch bei uns die Luftströmungen uns Isobaren sehr regelmäßig verlaufen.
*** AlS Fliegenfalle, die das Zimmer zugleich ziert, empfehlen die „Frauendorfer Blätter" den Hundskohl (Apoci- num andros aemifoliuin), eine aus Nordamerika stammende, immergrüne Stande, die sehr gut im Topfe wächst. Die Pflanze ist buschig, hat viele Zweige, die mit länglichen, bläu- lichgrunen Blättern dickt bedeckt sind, und ist während deS ganzen Sommers überschüttet mit b'aßrothen, den Maiglöckchen ähnlichen Blumen, die einen köstlichen Orangenduft aushauchen. Die Staubfäden enthalten einen Honigsaft, den zu naschen die Fliegen die Blumen aufsuchen. Kaum aber haben sie davon genippt, so werden sie von den reizbaren Zähnen der Blumenröhre festgehalten und erdrückt. Fünf Fliegen können sich auf diese Weise nach einander in der Falle fangen, ehe die Blüthe welkt; da nun ein einziger Strauch bei 10- bis 20,000 Blü- then bringt, so kann dadurch ein ganz artiger Fliegenschwarm vertilgt werden. Die Fortpflanzung deS Hundskohls geschieht durch Saamen, Stecklinge, ja selbst durch Wurzeltheile. Junge Sämlinge muffen stark versetzt, Stecklinge in der ersten Zeit mit einem Glase bedeckt werden. Der Saame, die Prise zu 30 kr., und Pflanzen, das Stück zu 1 fl., sind an« Frauen- dorf zu beziehen.
*** In einer Secunde legen zurück: Eine Schnecke Vsooo Fuß. Eine Fliege 5 Fuß. Ein Fußgänger 53/io Fuß. Ein Karneel 6 Fuß. Mäßige Winde 10 Fuß. Schnelle Ströme 12 Fuß. Drosckkenpferd 12 Fuß. Walisisch 123/l0 Fuß. Schnellsegelnde Schiffe 14 Fuß. Rennthiere am Schlitten 25 Fuß. Dampfwagen 29 Fuß. Schlittschuhläufer 36 Fuß. Englische- Reitpferd' 41 Fuß. Stürme 50 Fuß. Luftballon 50 Fuß. Kräftig geworfene Steine 50 Fuß. Windhund 70 Fuß. Adler 95 Fuß. Der Orcan 126 Fuß. Eine Taube 411 Fuß. Der Schall bei 0° R. 1012 Fuß. Büchseickugel 1599 Fuß. 25pfündige Kanonenkugel 2299 Fuß. Ein Punkt am Aequa- tor 2351 Fuß. Der Mittelpunkt der Erde um die Sonne 4 Meilen. DaS Sonnenlicht 41,000 Fuß.
Rcdaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.