Gießemr Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Hieben. 1869. Donnerstag den 23. September Nr. 112. Gießen, den 20. September 1869. und Provinzial-Strafanstalten Entlassenen, für die Jahre 1866 und 1867. (Schluß.) 468 517 49 51 36 232 258 24 26 16 236 259 25 25 20 Preis vierteljährlich 36 kr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 49 kr. Von diesen waren beschäftigt: 1) als Handwerker, Meister, Gesellen, Lehrlinge, Fabrikarbeiter rc........... 2) als Taglöhner, Knechte, Mägde, Hirten rc. . 3) als Krämer, Händler, Makler rc 4) als Strickerinnen, Näti erinnen oder mit sonstigen weiblichen Arbeiten....... 5) im Militär standen Erscheint wöchentlich dreimal ; Dienstags, Donnerstags und Samstags. — Expedition: Canzleiberg Ltt. B. Nr. 1. Aus diesem Nachweise ist ersichtlich, daß der Verein die zur Ergreifung bürgerlicher Gewerbe nnd geordneter Tbätigkeit erforderlichen Unterstützungen gerne bewilligt ulld der größte Theil der Pfleglinge sich solchen wieder zugewendet hat. ©g- Einladung Mn Abonnement. Mit dem 1. October beginnt ein neues ^jähriges Abonnement auf den B e k a n n t m a ch u n g. Die diesjährigen Herbst-Control-Versammlungcn im Kreise Gießen werden, wie folgt, abgehalten werden: 565 556 1121 de» 14. October 1869, Vormittags 10 Uhr, auf dem Turnplatz. Hierzu SehSrm^Orte:^ ^Els-ck, Beuern, Daubringen, Großen-Buseck, Lollar, Mainzlar, Rödgen, Ruttershausen und Kirchberg, Staufenberg, Treis a. d. Lumda, Trohe, Wieseck. Derselbe erscheint wöchentlich dreimal, Dienstags, Donnerstags und Samstags, und kostet in Gießen vierteljährlich 36 Kreuzer frei usss Haus geliefert. — Für auswärtige Abonnenten, ^er Post oder den Laudpostboten abonniren können, beträgt der ^stährlge lribouncmeutsvrels L» Kreuzer incl. Postaufschlags. „ , .« Die auswärtigen Abonneuten machen wir darauf aufmerksam, daß nur dann vollzählige Nummern des Blattes geliefert werden können, wenn fee schon letzt bet der Post ihr Abonnement erneuern. Den Abonnenten in der Stadt Gießen werden wir, wenn vorher keine ausdrückliche Abbestellting erfolgt, das Bl»tt auch im IV. Quartal 1869 zusmdm uud dcn Admnrmmlbrtraa wir s-tthcr durch Quittung rr- heben lassen. Die Expedition des Gießener Anzeigers. den 15. October 1869, Vormittags 10 Uhr, am nördlichen Ausgang des Ortes. Hierzu gehormOrteGießen, Großen-Linden, Grüningen, Heuchelheim, Holzheim, Klein-Linden, Lang-Gons, Leihgestern. III. Steinbach den 16. Oktober 1869, Vormittags 10«/2 Uhr, auf der sogenannten Weide. Hierzu gehören die^ Orte tr°d^ Dorf-Gill, Hof-Gill, Arnsburg, Ettingshausen, Garbenteich, Hattenrod Haps-n, Lich, Münster Nicdcr-Bessinqen Ober-Bessingen, Oppeirrod, Reiskirchen, Ober-Horgcrn, Steinbach, Steinberg, Watzenborn, Winnerod. Es haben aus diesen Oriscbaften zur bestimmten Stunde sämmiliche beurlaubten Gros-herzoglich Hessischen MMtars aller Laffen zu erscheinen w"che zur Landwehr übergetreten, zur Reserve gehören, zur Disposition der Truppenthe.le beurlaubt, oder iUC ?iUePOt>cm°Äöit^hSrS^^ angehörigen Leute der vorbemerkten Categorien, welche in dem Bezirke wohnen, * ■ÄÄäÄä“ h°b.u»w« ©dilicglid) sei noch bemerkt, daß tue Leute, mit dem Militärpaß und Führungsaltrst versehen, in bürgerlicher Kleidung zu erschemen haben und vor dem Beginne der Control-Bersammliing Schirme, Stöcke und Pfeifen abzulegen sind. Eine speciellere Vorladung wird nicht mehr erfolgen. Hoffmann, Oberlieu'enant und Bezirks-Adjutant. In den Jahren 1866 und 1867 waren die auj der Weise beschäftigt: Von den in Pflege befindlich gewesenen - • • sind arbeitsunfähig und gestorben ferner in Abzug zu bringen: die abwesenden, ausgewanderten, rückfälligen Pfleglinge und diejenigen, deren Beschäftigung unbekannt geblieben, zusammen mit........ verbleiben • • 1 '"Mt * tlb tut Srn der teuer btt, ’tt-Sl »ft:*"'1 br,nDtt: „ weidet tatuber »in eMbiel battt '7° «mÄX 7”i« -»d ii, üb,’«. '« «m,| „n, g,, ” '»«■ «" IHM ’ g™'” 8ab «4« fratame ” fahren W®» >« «« 28« u.* 'kM* i«1*’ 11,9 ÜdK1, . Fünfrehntcr «Hauptrechenschaftsbericht KroKberzoalichen Centralbehorde dkö Vereins zur Unterstützung unb Beaufsichtigung bkr aus den Großherzoglichm Landes genommen m Pfleglinge in folgen- 1866 1867 Total 687 685 1372 43 32 75 644 653 1297 79 97 176 565 556 1121 n Hi hl Jahren 1866 und 1867 neu hinzugekommenen Pfleglinge waren den wegen Abtreibung Aussetzung Leibesfrucht Kindern der von V. Die in bestraft: Anzeige, falscher........... Beleidigung der Amtsehre Bettel und Landstreicherei Betrug, Fälschung und Unterschlagung . . . Blutschande............. Brandstiftung Diebstahl, Begünstigung und Entwendung . . Drohung, Gewaltthätigkeit und Mißhandlung Eigenthumsbeschädigung ........ Erpressung............. Majestätsbeleidigung Meineid..........: . . . Niederkunft, verheimlichte........ Nothzucht.............. Straßenraub Tödtung.............. Unterschlnf und Receß Unzucht und Kuppelei Verläumdung............ Widersetzung Wilderei.............. Summa . • 192 265 457 IV. Wir wenden uns zum Nachweis über den Erfolg der Bemühungen zur Erreichung des Vereinszwecks. Wie oben unter HL ermähnt, befanden sich in den Jahren 1866 und 1867 in der Pflege des Vereins zusammen 952 Inländer. 1866 1867 Total 2 1 3 1 — 1 . — 1 1 2 1 3 32 46 78 20 28 48 1 2 3 2 — 2 87 130 217 19 25 44 3 2 5 — 1 1 1 2 3 2 2 4 . — 1 1 1 1 2 — 1 1 4 5 9 — 1 1 4 6 10 1 — 1 8 9 17 2 — 2 Zieht man hiervon ab: die ausgetretenen 12 bit abwesenden, flüchtigen und ausgewanderten . 136 sowie die gestorbenen .........■§0 228 so bleiben Noch zu berücksichtigen 724 Pfleglinge. Von diesen haben 165, mithin nahezu V4 als gebessert der Vereins-Aufsicht enthöben werden können; weitere 271 oder beinahe % geben Hoffnung zur Besserung und konnten als gut classificirt werden, so daß die Vereinshülfe auch in den Jahren.1866 und 1867 bei mehr als der Hälfte segensreiche Früchte getragen hat. — Von den übrigen mußten zwar 67 oder ca. Vh als unverbesserlich ausgestoßen und 221 — V3 als schlecht bezeichnet werden; es kann jedoch hierdurch der günstige Erfolg nicht beeinträchtigt werden, weil bei Vereinen zur Besserung entlassener Sträflinge es schon als ein günstiges Resultat mit Freuden begrüßt werden muß, wenn auch nur ein kleiner Theil der Pfleglinge der bürgerlichen Gesellschaft wieder gewonnen wird, denn es handelt sich hier nicht blos Thränen des Unglücks zu trocknen und in Dank zu verwandeln, wie bei gewöhnlichen Wohlthätigkcitsvereinen, sondern es gilt einer schwierigeren Aufgabe ; es sollen Verirrte und Verbrecher, welche nach gemachten Erfahrungen häufig jedes hülsreiche Eingreifen in ihre Lebensbahn mit Undank zurückweisen, für bessere Grundsätze und Einhaltung eines gesetzlichen Lebenswandels gewonnen werden. — Und doch gibt es kein lohnenderes Werk, als Einen oder den Anderen dieser Verlorenen wieder zu Ehren zu bringen, was ihm allein selten möglich märe, menn nicht ein Verein von aufopferungsfähigen Menschenfreunden die Aufgabe und Verantwortlichkeit für seine Zurückführung in die bürgerliche Gesellschaft übernehmen würde. Erleichtert' würde die sehr schwierige! Aufgabe der Unterbringung der Sträflinge alsbald nach ihrer Entlassung, wenn Zufluchtsstätten vorhanden wären, in welchen Jenen für die erste Zeit Arbeit und Unterhalt gewährt werden könnte. Der Mangel solcher Zufluchtsstätten ist um so fühlbarer, als gerade die Schwierigkeit der Erlangung einer Unterkunft unmittelbar nach der Entlassung für die Entlassenen die größte Gefahr darbietet und hierin häufig die Veranlassung zu Rückfällen zu suchen ist; weshalb eine baldige Beseitigung dieses Mangels sowohl im Interesse der Vereinspflege als des bürgerlichen Gemeinwesens dringend zu,wünschen ist. Wir hoffen auf Erreichung noch besserer Resultate der Vereinsthätigkeit, sobald die Einzelhaft mit den wünschenswerthen ergänzenden Einrichtungen, insbesondere einem regelmäßigen Unterricht der Sträflinge in den Gefängnissen eingeführt ist, wodurch diese den Jnhaftirten nicht nur Straf-, sondern auch Besserungs-Anstalten werden und in beiderlei Richtung ein segensreiches Wirken entfalten könnten. VII. Im Jahr 1866 hat die Zahl der Mitglieder um 92 und deren Beiträge um 76 fl. 12 fr., sowie im Jahr 186*7 -rstere um 131 und letztere um 108 fl. 24 fr. sich vermindert. Nach unserem Dafürhalten dürfte dieser beklagenswerthe Umstand mit den in diese Periode fallenden friegerischen Ereignissen und der nach denselben vorge- kommcnen Stockung der Erwerbsquellen im Zusammenhänge stehen und wir dürfen daher auch hoffen, daß der wieder eingetretene Aufschwung der Geschäfte und die Wiederbelebung des Vertrauens die erfreuliche Folge haben werden, daß auch unserem Vereine fernerhin eine erhöhte Theilnahme zugewendet wird, ohne welche derselbe eine den ganzen Umfang seiner Zwecke entsprechende Thätigfeit nicht zu entfalten vermag. Das Bewußtsein, daß die Wohltbaten, welche dem Einzelnen zugemendet werden, dem Ganzen zu Gut fommen, sowie das Gefühl für die Menschheit zu roirfen, stärkt uns in dem Vertrauen, daß uns recht viele Menschenfreunde in dem Bestreben unterstützen, die hohe Aufgabe des Vereins zu lösen, was nur dann möglich ist, wenn die vereinzelten Kräfte der bürgerlichen Gesellschaft Zusammenwirken, um die Schwierigkeiten zu überwinden, welche sich der Erreichung des Vereinsziels entgegensetzen. VIII. Am 24. April 1867 wurde in der Provinzial-Hauptstadt Gießen die vierzehnte Generalversammlung abgehalten. Unsere früher ausgesprochene Erwartung von einer recht zahlreichen Betheiligung an unseren Generalversammlungen, insbesondere von Seiten der Strafanstalts-Beamten hat sich nicht verwirklicht. Wir können aber unserer Hoffnung auf eine solche wün- schenswerthe Theilnahme nicht entsagen, wenn wir erwägen, daß diese Generalversammlungen den Vereinsmitgliedern die Gelegenheit bieten, ihre Ansichten über die Mittel zur Erreichung des Vereinszwecks persönlich auszutauschen und dadurch zum Wohl und zur Besserung ihrer gefallenen Mitmenschen mitzuwirken, — den Strafanstalts-Beamten aber es möglich machen, ihre auf dem Gebiete der Gefangenenpflege gewonnenen Anschauungen und Erfahrungen zu verwerthcn und auf bestehende Mißstände aufmerksam zu machen, deren Beseitigung onzustreben ist. Dieser Generalversammlung wurden die in unserem dreizehnten Rechenschaftsberichte aufgeführten Anträge; a. der Verein möge dafür Sorge tragen, daß auch in den Bezirks Gefängnissen den Sträflingen die Möglichkeit zur Arbeit gegeben werde; b. dahin zu wirken, daß alle Beschäftigungsarten aus den Correctionshäusern und dem Zuchthause verbannt würden, welche den Geist tobten, unb daß diese durch andere, den Fähigkeiten der Gefangenen entsprechende, das Interesse derselben anregende und rege erhaltende, sowie die Gesundheit stärkende Arbeit, namentlich auch Arbeit im Freien, ersetzt würden; sowie c. dafür thätig zu sein, daß eine bessere Beaufsichtigung und angemessene Beschäftigung der jugendlichen Sträflinge in dem Correctionshause durch Anstellung eines eigenen Lehrers und Trennung jener von den übrigen Sträflingen eintrete; sowie der weitere Antrag: d. das im §. 5. pos. b. der Statuten auf 30 fr. bestimmte Minimum des jährlichen Beitrags eines Vereinsmitglieds aufzuheben ober herabzusetzen — zur Berathung unterbreitet unb hierauf folgenbe Beschlüsse gefaßt: Zu a. Dieser Antrag sei insoweit ber Berücksichtigung werth, als bie Verhältnisse, namentlich bie Raumvcrhältnisse in ben Bezirfsgefängnissen die Möglichfeit zur Arbeit zulassen. Bei unserer Berichtserstattung an Großherzogliches Ministerium des Innern über das Resultat der vierzehnten Generalversammlung haben wir die Genehmigung dieses Antrags unter der erwähnten Voraussetzung befürwortet: Zu b. Diesen Antrag zu genehmigen. Wir haben diesen Beschluß bei Großerzoglichem Ministerium dec> Innern insoweit unterstützt, als eine andere Beschäftigungsweise in den Straf-Anstalten zu ermöglichen steht und die Arbeit im Freien die mit der Detention verbundene Absicht der Bestrafung des Verbrechers nicht vereitelt. Zu c. Obgleich die Einführung der beantragten Verbesserung höchst schwierig, weil die Zahl der jugendlichen Verbrecher sehr unbedeutend sei und mit ben burch Errichtung unb Unterhaltung eines eigens für biese bestimmten Verwahrungsorts ent- tehenben Kosten in zu großem Mißverhältniß ftünbe, sei dieser Antrag demungeachtet zu genehmigen. Bei der hierüber stattgehabten Berathung wurde die Ansicht geltend gemacht, daß erfahrungsgemäß die jugendlichen Verbrecher größtentheils uneheliche Kinder seien, welche wegen Mangels der nöthigen Erziehung dem Laster unb Verbrechen anheim- ielen, es daher im Interesse des Staates liegen dürfte, Mittel zur Abwendung dieses bedauerlichen Uebelstandes, etwa durch Erleichterung der Verehelichung, Errichtung von Aufbewahrungs- resp. Erziehungshäusern re., zu ergreifen. In unserer Berichtserstattung an Großherzogliches Ministerium des Innern haben wir bezüglich jenes Antrags bemerkt, daß es allerdings im öffentlichen Interesse liegen würde, wenn eine bessere Beaufsichtigung und angemessene Beschäftigung der jugendlichen Sträflinge und eine Trennung derselben von ben übrigen Jnhaftirten her- gestellt werben könnte, was wohl baburch zu ermöglichen wäre, baß in beni Correctionshause zu Mainz, wohin bie sämmtlichen Mgenblichen Verbrecher zur Strafverbüßung verbracht werben, eine bcsonbere Abtheilung für biese eingerichtet unb ein in Mainz angestellter Lehrer mit bereu Beaufsichtigung unb Unterricht beauftragt würbe. Zugleich lenkten wir bie Aufmerksamkeit ber höchsten Staatsbehörbe auf bie bei ber Berathung geltenb gemachte Ansicht von ber Veranlassung bes Verbrechens bei unehelichen Kinbern und empfahlen die zur Beseitigung desselben vorgeschlagenen Einrichtungen ber höchsten Berücksichtigung. Zu d. Mit Rücksicht barauf, daß es zweckmäßig erscheine, auch den weniger Bemittelten den Beitritt zum Vereine und die Theilnahme an seinen menschenfreundlichen Bestrebungen zu ermöglichen, sei sich für die gänzliche Beseitigung der Festsetzung eines Minimums des jährlichen Beitrags zu erklären. Diesen, eine Abänderung der Statuten betreffenden Beschluß legten wir Großherzoglichem Ministerium des Innern zum Zweck ber Erwirkung ber allerhöchsten Genehmigung vor. Neue Anträge finb in bieser Generalversammlung nicht gestellt worben. Erwähnung oerbient aber, baß in derselben dem Anbeuten bes am 14. April 1867 im 80. Lebensjahre zu Gießen verstorbenen Grünbers bes Vereins, Gros herzoglichem Professors unb Geheimenraths Dr. Ferdinand August von Rügen Worte der Anerkennung gewidmet wurden. Die Versammlung genehmigte ferner die Erhöhung der im Jahr 1842 auf 75 fl. jährlich festgesetzten Remuneration des Vereinsrechners auf 100 fl. vom 1. Januar 1865 an mit Rücksicht darauf, baß bie Rechnungsarbeiten bei ber Vereinsfasse sich seit dem Jahr 1842 bebeutenb vermehrt haben, feitbem aber alle Bebürfnisse mindestens auf das Doppelte im Preise gestiegen seien und der Vereinsrechner, Gr. R R. Raupp dahier, bas Rechneramt schon seit Errichtung bes Vereins, mithin feit mehr als 24 Jahren zur Zufriebenheit versehen habe. Großh. R. R. Raupp ist jedoch kurz darauf — am 15. Juni 1867 — gestorben und der Gr. H St. C. Buchhalter Hahn dahier, vorerst gegen eine jährliche Remuneration von 75 fl. zum Vereinsrechner bestellt worden. Gleichzeitig wurden von der Generalversammlung 1) Herr Oberbaurath Dr. Breidert zu Darmstadt 2) „ Geh. Rath Decker ., „ 3) „ Geh. Rath Kritzler 4) „ Geh. H. G. Rath Schenk „ „ 5) „ Prälat Dr. Zimmermann „ „ 6) „ Geh. Rath Weber zu Gießen, 7) „ O- G- Rath v. Jungenfeld zu Mainz zu Mitgliedern des Vereinsausschusses für die Jahre 1867, 1868 und 1869 gewählt IX. Die in den Anlagen 17 und 18 enthaltenen Voranschläge der Büreaukosten für die Jahre 1868 und 1869 sind ungeachtet der gestiegenen Preise aller Bedürfnisse denen früherer Jahre gleich, und auf das Allernothwendigste beschränkt. In unserem Bestreben zur Rettung und Verbesserung des Looses einer großen Zahl Hülfsbedürftiger, das mit so vielfachen Schwierigkeiten zu kämpfen hat und in sehr augenfälligen Erfolgen die nöthige Aufmunterung nicht finden kann, werden wir durch das Seitens Großherzoglichen Ministeriums des Innern dem Vereine geschenkte Wohlwollen und die ihm gewidmete Fürsorge zu unserem innigsten Danke wesentlich unterstützt; nicht minder erfreuen wir uns ber Beihülfe ber Verwaltungen der Strafanstalten unb sämmtlicher BVC-, welchen wir, gleich ben für bie einzelnen Pfleglinge bestellten Aufsehern, ohne beren aufopfernbe Mitwirkung ein günstiger Erfolg nicht erreichbar ist, unseren Dank hierfür öffentlich aussprechen. Der Verbinbung mit ben auswärtigen Vereinen gleicher Tendenz verdanken wir höchst schätzenswerthe Mittheilungen über die von diesen bezüglich der Gefangenen- und Entlassenen-Pflege gemachten Erfahrungen und die in Folge hiervon auf diesem Arbeiks'- felde eingeführten Verbesserungen, welche uns als Vorbild zu dienen geeignet sind. Der gegenseitige Austausch der Ansichten und gemachten, sowohl günstigen als ungünstigen Erfahrungen unter den verbündeten Vereinen fordert zum Beharren in dew begonnenen Liebeswerke auf unb ermuthigt bie beßsallsigen Bemühungen, ungeachtet ber beschwerlichen unb theilweise erfolglosen Arbeit, unverbrossen fortzusetzen. Darmstabt, den 1. Mai 1869. Gießen i am 23. September 1869. Setressmd: Herbst-Gontrol-Versarnrnlungen im Kreise Gießen. Das G r o h l) e r ) o g l i ch e Kreisainl Gießen an die Grostherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Wir beauftragen Sie, die in dem heutigen Anzeigeblatte enthaltene Bekanntmachung des Großherzoglichen Landwehr-Bezirks-Com- mandos Gießen, die diesjährigen Herbst-Control-Versammlungen betr., in Ihren Gemeinden ortsüblich publiciren zu lassen. Dr. G o l d m a n n. Besondere Bekanntmachungen. Oeffentliche Bekanntmachung. 7980) Die Gläubiger des Karl Horn, Essig- und Brandweinhändlers in Wieseck (unter der Firma: Heinrich Völzel), werden hiermit davon benachrichtigt, daß Über das Vermögen desselben das präpara- toriscbe Coucursverfahren eingeleitet worden ist und gültige Zahlungen nur noch an den provisorischen Massecurator, Großherzoglichen Hofgerichts-Advoeaten Dr. Muhl in Gießen, geleistet werden können. Grobherzogliches Landgericht Gießen. Bötticher. Oeffentliche Aufforderung. 8028) Zu den zur Jntestaterbfolge gerufenen nächsten Verwandten des am 12. März 1865 dahier kinderlos verstorbenen Freitag & SÄ«* Men ,» GroM &u9 8037) » $olt * M-k dcnst werben lM * ober W dahier anzuir Msrechten i tiMim'igenc erfolgen, nm gleich ein A dessen Entstek ttn werben- deshalb in>o Mehrbeit de tretend anges Gießen, de Großh' Bo La Bei 8038) Freitl wird in den zur Cieferun 1) 450 ® 2) 25 Cl 3) 8G Diecho wird für geben, bie Bremn bringe icj besorgt w Sic fori KU Die sie stets »oi unterroorfer braucht, er (8003) Ä gH Ml v & lu16) D 6 4 No Ve, 8026) Ei «-Mistjü ^jieljen. »trmietf bri . 802W & V® «r.r > »«ch unb werben. iftübt rllt worben. Erwah- i 14. April 1867 im 15, GmherzoMcm gen Worte der Aner- i Ja6r 1842 auf 75fL . Dom 1. jonuar 1865 ansfafit fii feit dem \t mindestens auf das 'X U. Kaupv dahier, wehr als L4 Jahren um 1867 - gestorben eine jährliche Remu- t8V^umbnb¥“ftt« ft' d ä,T,*„k*. 'O^chkeit ferium des 1 bic •ftfe in!0: rbtob^ 0 bemungea(5tet Skltrnd neniQ(u "gliche KinLsK ÄS?? ur Abwendung dieses ,ln» Mitung1^ iftmum b(ä 3wmn p1inil!d)en Interesse L$Ä-0llnß der '0'N Inhaftirten her- ! m dem O'orrections- .f ENusoerbühung l.;l und em in ch bn*j „MainzerWochenblatt," da diesilben auch als Plakat in der Stadt angeschlagen werben, bie lohnendste Verbreitung unter billigster Berechnung. Die Haupt - Gewinne betragen 250,000, 200,000, 190,000, 175,000, 170,000, 165,000, 160,000, 155,000, 150,000, 100,000, 50,000, 40,000, 25,000, 2 k 20,000, 3 ä 15,000, 3 a 12,000, 3 ä 10,000, 4 a 8000, ----- 11 k 5000, 4000, 29 k (E i n g e s a n d t.) Die Ausstellung von amerikanischen optoplastischen Ansichten im Saale des Caf6 Leib können wir dem Besuch des Publikums auf's Beste empfehlen. Die Aufstellung ist so gelungen angeordnet, daß man sich der Täuschung vollständig hingcben kann, als stehe man theils auf einem hohen Thurm und sehe über das Häusermeer von New-Aork, Baltimore und Philadelphia hinweg bis an den meilenweit entfernten Horizont, oder man stehe dicht vor einzelnen bedeutenden Bauwerken dieser Städte, von denen uns das Kapitol in Washington, die katholische Kirche in New Uork besonders angesprochen haben. Noch interessanter sind aber eine Anzahl Ansichten vom Niagarafalle und der über ihn führenden Hängebrücken, unbestritten das genialste und großartigste Bauwerk unserer Zeit. Da alle diese Ansichten in den natürlichen Farben dargestellt sind, so scheint Alles vor unseren Augen zu leben, und je länger wir unseren Blick darauf richten, um so plastischer tritt auch jeder Stein, jedes Blatt hervor. Alle diese amerikanischen Ansichten sind vor ungefähr 10 Jahren von einem französi,chen Photographen an Ort und Stelle ausgenommen worden, und zwar nur in diesen einzigen Exemplaren, so daß in der That etwas Aehn- liches nicht wieder gesehen werden kann. Der Intendant der Ncw-Porker Firma Kornfield hat sich durch Ausstellung derselben in Europa den wohlgegründetsten Beifall erworben. Derselbe ist stets im Saale anwesend und macht mit der größten Bereitwilligkeit den Cicerone bei dieser Wanderung zu den Sehenswürdigkeiten der westlichen Hemisphäre. Außer diesen amerikanischen Ansichten sind noch zwei sogen. Revolver-Stereoskope ausgestellt. Auch diese sind in den natürlichsten Farben, deßhalb von einer Wahrheit, daß man sich unwillkürlich plötzlich in dieselben versetzt glaubt. Der Eintrittspreis ist im Vcrhältniß zu dem dafür Gebotenen ein sehr bescheidener, so daß sich auch Unbemittelte diesen Genuß und zugleich Erweiterung der Kenntnisse unserer Erde verschaffen können. Prioritäten. 5% östr. F. St. E. B. 393'/z Ludwigsh.-Bexbach 168 Maxbahn 105^/g Bayer. Ostbahn 129 Hess. Ludwigsbahn 141V4 3% östr. Stsb.-Priur. 5854 3% östr. s. Lombard. 5O3/& 3% Livorneser 33>/z Toscaner 543/4 Frankf. Hypoth.-Bank — Frankf. Vereins-Kasse 98 5% Elisabeth-Prior. 76l/4 do. II. Emiss. 737/g Anlehensloose. Kurh. 40 Thlr. Loose 57 Nassau fl. 25 b. Roth. 40 Vt Gr. Hess. fl. 50 b. R. 177 Gr. Hess. fl. 25 b. R. — 4% bayr. Präm. Anl. 1053/8 4% badische Loose 103'/z Badische fl. 35 Loose 57/2% Obi. 935/e Frankf. 3’/2O/o Obi. 81 Nass. 41/20/0 Obi. 93 Kurh. 4°/q Obi. — Hess. 40/o Obi. b. Roths. 92 „ 31/2% do. do. 87i/2 Bayer. 5% Obi. 101 •/» n 4'/20/0 jährige — „ 4V2% Vaiährige 93 Würtemb. 4*/2% Öbl. 921/2 Baden 4*/2% Obi. o. E.L. 93 Oestr. 50/0 b. R. 49*/4 n 50/0 National — „ 5% Metall. Obi. — „ M. steuerf. — Amer. 6