Preis vierteljährlich 36 kr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich ' 49 ft. Gießener Anzeiger. Erscheint wöchentlich dreimal ; Dienstags, Donnerstags und Samstags. — Erpedition: Eanzleiberg Lit. B. Nr. 1. Mnzeige- und Mmtsblatt für den Kreis Kielen. Nr. 23. Dienstag den 23. Februar 1809. Mi Einem geehrten Publikum hiermit zur Nachricht, baß wir von nun an für unsere Mühewaltung bei jeder Annonce, Über welche Auskunft bei der Erpedition verlangt wird, einen Zuschlag von 12 Kreuzern für Nachschlaggebühren dem Auftraggeber berechnen werden. Die Exped. d. Gießener Anseigers. Besondere Bekanntmachungen. E d i c t a l l a d u n g. 1361) Nachdem der förmliche Concurs- prozeß über das Vermögen des Joh. Jacob Schreyvogel von Frankfurt a. M-, zuletzt wohnhaft in Gießen, erkannt worden, so werden hiermit alle Diejenigen, welche rechtliche Ansprüche an das ungefähr mit 4952 fl. 53’/2 kr. überschuldete Vermögen bilden wollen, öffentlich aufgefordert, dieselben im Termin Montag den 15. März d. I-, Vormittags 9 Uhr, vor untereichnetem Gerichte gehörig anzu- Melden und zu begründen, indem von denjenigen Gläubigern, welche ausbleiben oder ihre Ansprüche nicht anmelden, Verzicht auf Befriedigung aus der Concursmasse unterstellt wird, was ihren Ausschluß ohne besonderen Erlaß zur Folge hat- In genanntem Termine soll ferner, wenn ein nochmaliger Güteversuch erfolglos bleibt, ein Gläubigerausschuß gewählt und ein Massecurator definitiv bestellt werden; bei den hierbei ru fassenden Beschlüssen der anwesenden Gläubiger ist die Minorität durch die Majorität gebunden. Gießen, den 30. Januar 1869. Großherzogliches Stadtgericht Gießen. Muhl, Dr. A- v- Grolman, Staotrichter- Stadtger- - Assessor. Die Bettheilung der Zinsen aus der Stiftung des verstorbenen Ge- meiuderathsmitgllcds Friedrich Louy sen. 1373) Die diesjährigen Zinsen aus der vorbemerkten Stiftung kommen in der Kürze zur Vertheilung und haben sich Bewerber um solche innerhalb 14 Tagen bei der unterzeichneten Stelle xu melden Gießen, den 22. Februar 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. Für A e r z t e. 1363) Die Stelle eines Gemeinde-Arztes für Ober- und Nieder-Mörlen wird demnächst erledigt, und wollen beide Gemeinden wieder gemeinschaftlich einen Arzt annehmen, welcher außer den Gebühren eine fixe Besoldung von 525 fl. erhalten soll. Wir bemerken, daß einem Arzte von hier aus noch vielfache Gelegenheit geboten ist, in mehreren angrenzenden Ortschaften eine lohnende Praxis auszuüben. Bewerber um diese Stelle wollen ihre Anmeldungen binnen vier Wochen dahier einreichen. Ober-Mörlen, am 12. Februar 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Ober-Mörlen. Jeckel. Versteigerungen. Obcrhcssische Eisenbahnen. Vergebung von Bauarbeiten 1372) Der unterzeichnete Sections-Jn- genieur ist mit der Vergebung nachstehend bezeichneter Bauarbeiten in der Station Grünberg beauftragt: . a. Die Erd-, Maurer-, Steinhauer-, Zimmermanns-, Schlosser-, Dachdecker-, Spengler-, Stuccatur- und Verputz-Arbeiten für das Stations-Gebäude zu Grünberg. b Die Erd-, Maurer-, Sleinhauer-, Zimmermanns-, Schlosser-, Dachdtcker-, Spengler- und Verputz-Arbeiten für die Haltestellen zu Reiskirchen und bei der Mücke. c. Die Erd-, Maurer-, Steinhauer-, Zim- manns-, Dachdecker-, Verputz-, Schreiner-' Schlosser-, Glaser- und Tüncher-Arbeiten an 4 Bahnwarts-Wohnungen und 5 Wächterhäuschen. ,Die Pläne, Kostenanschläge und Beding nisse können dahier auf dem Sections Büreau eingcseheu werden. Die Vergebung geschieht auf dem Wege schriftlicher Submission, wozu Formulare auf dem Sections-Büreau abgegeben werden. Offerten sind längstens bis zum 5. März d. I., Abends 6 Uhr, bei dem unterzeichneten Sections-Jngenieur einzureichen. Grünberg, den 19. Februar 1869. _____________________Wand. Holzversteigerung un Gießener Stadtwalde. 1366) Montag den 1. März d. I., von Vormittags 9 Uhr an, soll in dem Gießener Stadtwalde, District Brauhof, nachverzeichnetes Holz öffentlich versteigert werden, als: 93'/4 Stecken Buchen-Scheidholz, 47 „ „ Prügelholz, 53 „ „ Stockholz, 2755 Wellen „ Reisholz 5y2 Stecken Eichen-Scheidholz, 20^/4 „ „ Prügelholz, 26 „ „ Stockholz, 700 Wellen Reisholz, ”131 Eichen-Stämme mit 3812 Cubikfuß, 29 Buchen- „ „ 799 „ 15 Nadel- „ „ 405 „ 24 Eichen-Stangen „ 117 „ 13 Buchen- „ „ 46 v 5 Nadel- „ „ 40 Die Zusammenkunft ist auf der Licher Straße an der 6. Schneiße. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 1. August d. I. gestattet. Die Großherzoglichen Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen. Gießen, den 22. Februar 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. Holzversteigerung. 1347) Im Licher Stadtwalde, District Großehäuserberg, kommen Donnerstag den 25. d. Mts. nachverzeichnete Holzsortimente zur Versteigerung : 200 Stecken Buchen-, Eichen- und Weichholz-Prügelholz, 60 Stecken desgl. Stockholz, 8000 Wellen desgl. Reisholz, 200 Buchen-Stangen, für Wagner, 102 Eichen-, Birken- und Fichten-Stangen. Der Anfang ist am Häusergericht Morgens 9 Uhr. Lich, den 17. Februar 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Lich. Helm. Holzversteigerung. 1346) Im Oppenröder Gemeindewalde, Districten Eichbusch, Grünchen und Fichtenbuckel, kommen Mittwoch den 24. d. Mts. nachverzeichnete Holzsorlimente zur fteigerung: 4'/r Stecken Buchen-Scheidholz, 2 „ Prugelholz, 3 „ Eichen- „ 37 „ Nadel- 2^ „ Buchen-Stockholz, 43J/4 „ Nadel- 225 Wellen Buchen-Reisholz, 175 „ Eichen- „ 2425 „ Nadel- „ 27 Eichen-Stämme von 15 bis 40 Ver- Fuß Länge und 57z bis 137z Zoll Durchmesser , 450 Cubikfuß enthaltend, 171 Nadel-Stämme von 30 bis 70 Fuß Länge und 5 bis 107z Zoll Durchmesser, 3616 Cubikfuß enthaltend, 1 Buchen Stamm, 47 Cubikfuß enthalt, 627 Nadel-Stangen von 15 bis 60 Fuß Länge und 2 bis 5 Zoll Durchmesser, 1938 Cubikfuß enthaltend. Der Anfang ist Morgens 9 Ubr am Vieinalweg von Oppenrod nach Albach. Oppenrod, den 15. Februar 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Oppenrod. Weis. Holzversteigerung. 1376) In dem hiesigen Gemeindewalde soll das nachverzeichnete Holz zur Versteigerung kommen; 1) Mittwoch den 24 d. Mts. in den Districten Ellersberg und Hangelffein : 793/4 Stecken Buchen-Scheidholz, 1 „ Eichen- „ 93/4 „ Buchen-Prügelholz, 477'4 „ „ Stockholz, 4‘/4 „ Nadel- „ 2370 Wellen Buchen-Reisholz, 900 „ Nadel- 9 Stämme Eichen-Bau- und Werkholz mit 284 Cubikfuß, 2 Stämme Vuchen-Bau- und Werkholz mit 22 Cubikfuß, 32 Stämme Nadel-Bau- und Werkyolz mit 476 Cubikfuß, 25 Nadel-Stangen mit 70 Cubikfuß; 2) Donnerstag den 25. d. Mts. in den Districten Hainberg und Struth: 1 Stecken Nadel-Scheioholz, 123/4 „ „ Prügelholz, 53/4 „ „ Stockholz, 5541 Wellen Eichen-Reisholz 1 (Durchfor- 3805 „ Nadel- „ i stungsholz), 31 Stämme Nadel-Bauholz mit 432 Cubikfuß, 719 Nadel-Stangen mit 243 Cubikfuß. Der Anfang ist jedesmal Morgens 9 Uhr, und zwar, am Mittwoch im District Ellersberg und am Donnerstag im District Hainberg. Alten-Buseck, am 20. Februar 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Alten-Buseck. __________Wagenbach._____ Holzversteigerung in der Freiherr- lich von Zwierlein'schen Försterei Winnerod. 1369) Montag den 1. März l. I., Vormittags 9 Uhr, sollen in den Walddistricten Neuhofstannen, Langenbuchen und Buchwald nachstehende Holzsortimente öffentlich versteigert werden, als: 86 Stecken Buchen-Scheidholz, 8 „ „ Prügelholz, 72 „ Stockholz, 8 „ Nadel - Prügelholz, 8 „ „ Stockholz, 18250 Wellen Buchen-Durchforst.--Reisholz, 1700 „ Nadel- 25 Nadelholz-Stämme von 25 bis 50 Fuß Länge und 4 bis 9 Zoll Durchmesser, 400 Cubikfuß enthaltend. Die Zusammenkunft findet in dem Freiherrlich von Zwierlein'schen Hof dahier statt. Winnerod, am 19. Februar 1869. __________________Sänger, Förster. Jaqdverpachtunq. 1377) Donnerstag den 4. März l. I., des Morgens 10 Uhr, soll auf dem Gemeindehause zu Ober-Bessin- gen die der hiesigen Gemeinde zustehende Wald- und Feldjagd auf 6 Jahre ander- weit verpachtet werden. Ober-Bessigen, am 19. Februar 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Ober-Bessingen. _________________Serth.__________ Holzvcrsteiqerunq. 1345) Donnerstag den 25. d. Mts-, Vormittags 9 Uhr, sollen in den Waldungen der Stadt Grünberg, District Taufe: 33 Eichen-Stämme von 7 bis 15 Zoll Durchmesser und 20 bis 50 Fuß Länge, 250 Kiefern-Stämme von 7 bis 14 Zoll Durchmesser und 30 bis 80 Fuß Länge, öffentlich versteigert werden. Grünberg, den 17. Februar 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Grün berg. Arnold. Feilgebotenes. 1371) Spalierlatten in bekannter guter Qualität, pr. 1200 Fuß 3 fl., bei Abnahme von größeren Quantitäten billiger, empfiehlt S- Katzenstein, ______________________Holzhandlung. 1364) Verkauf von Großh Hess. Stcm- pclpapier für Anwälte, Geistliche, Bürgermeister, Ortsgerichtsoorsteher, Vormünder u. f. w. bei______________________A. Balse r. 1362) Dachschiefer aller Sorten sind wieder auf den Gruben hier zu den billigsten Preisen zu haben. Gladenbach, im Februar 1869. ___________________Verwalter Krug. 1356) Sehr schöne Kapaunen sind zu haben bei Christian Lony, __________________________Bierbrauerei. r 2 1349) Rein Bielefelder, Hausmacher-, Cröas- und Schlesisches Leinen, Tisch-, Hand- und Taschentücher empfiehlt in schön- ster Auswahl________W i l h. Sch mall. 1336)। Ein Haufen guten Mistes ist zu verkaufen bei L. Textor, Darmstädter Haus- MT Arabische Gummikugeln M von W. Stupprl in Alpirsbach. 1365) Dieses Universalheilmittel erweist sich nach bem Gutachten der hohen königl- Obermedicinal-Collegien in München, sowie in Stuttgart, bei Husten, Heiserkeit, Brustschmerzen, Verschleimung der Lungen und der Luftröhren als überaus wohlthätig, zumal bei Krampf- und Keuchhusten befördern diese Brust-Bonbons den Auswurf des zähen, stockenden Schleimes, mildern sofort den Reiz im Kehlkopfe und beseitigen in kurzer Zeit den heftigsten Husten. Preis pr.»7i Schachtel 14 kr. und pr. y2 Schachtel 7 kr Niederlagen hiervon halten die Herren H. C. Btngmann in Lich, H. Moog in Gedern und Chr. Rullmann in Büdingen. NB. Gefällige Offerten wegen Niederlagen wolle man franco an Herrn I. G. Schröder, General-Agent in Darmstadt, richten. GROSSE PREIS-ERMÄSSIGUNG. LIEBIG’S FLEISCH - EXTRACT DER LIEBIG’S FLEISCH-EXTRACT COMPAGNIE, LONDON. Mur ächt wenn jeder Topf mit Unterschrift der Herren Baron J. von LIEBIG und Dr. M. von PETTENKOFER versehen. DETAIL PREISE FIER GANZ DEUTSCHLAND 1 engl. Pfd.-Topf Vz engl. Pfd.-Topf i/4 engl. Pfd.-Topf i/8 engl. Pfd.-Topf ä n. 5 33. ä fl. 2.54. ä fl. 1.36. ä 54 Erz. Zu haben in allen Handlungen und Apotheken, in Giessen bei (1343) Emil Elschbach, Seltersweg. Kein Fabrikat der Neuzeit 1367) Niederlage in Gießen bei Julius Wallach am Markt. Malzextract- Gesundheitsbier, Heil- und Stärkungsmittel, lieblich schmeckend und erfrischend. Brust-Malz-Bonbons, schnell lösendes Mittel bei Husten und Verschleimung, ohne Nachtheil für den Appetit, von angenehmem bittersüssem Geschmack. hat in sanitätlicher Hinsicht einen solchen großen Erfolg aufzuweisen, wie die ächten Johann Hoff'schen Malzpräparate. Trotz der in großer Anzahl aufgetauchten Nachahmer, behaupten diese Fabricate ihren anerkannt guten Ruf und erobern sich von Tag zu Tag mehr und mehr die Gunst des Publicums in allen Welttheileri. Außer den Anerkennungen von allerhöchsten und höchsten Herrschaften, den Attesten der berühmtesten Aerzte, deren Zahl weit über 2000 beträgt, mehren sich täglich die Dank- und Anerkennungsschreiben über die wohlthätigen Wirkungen der ächten Johann Hoff'schen Malzpräparate; wir lassen deren nur einige jüngeren Datums hier folgen: Adenau, 29. November 1868. Senden Sie nur umgehend 50 Fl. Ihres Malz-Extract-Gesundheitsbiers, die auf Anrathen eines Arztes bei einem Patienten gleich zu gebrauchen sind. P. Herbrand. Siegen, 28. November 1868. Senden Sie mir wieder 1 Pfd. Ihrer vortrefflichen Malz-Gesundheits-Cho- colade. Gustav Kreuz. Kröckerhoff bei Geldern, 31. December 1868. Ew. Wohlgeboren wollen an meine Adresse umgehend gefälligst 12 Flaschen Ihres Malzextractes zusenden; nach einer Flasche, die Herr Dl'. 33rCllCT versuchsweise VCtOrbllftf/ befand sich meine Frau (leidet an chronischem Magen- und Lungencatarrh, nach überstandenem gastrischem Fieber, verbunden mit einer colossalen Schwäche) als Reconvalescentin schon so weit besser, daß sic mit größtes Vertrauen der gewünschten Sendung entgegensieht. Achtungsvoll Tillmann Wolter-. Schwerte, Januar 1869. Seit längerer Zeit an starkem Husten und Heiserkeit leidend, gegen die die verschiedensten Mittel erfolglos blieben, bin ich hiervon -durch den Gebrauch des Johann Hoff'schen Brustmalzzuckers völlig befreit worden, und betrachte ich denselben als ein ausgezeichnetes Heilttahrungsmittel. Wilh. Probst. Wetzlar, 25. Januar 1869. Es ist mir Ihr Malzextract-Gesundheitsbier von einem hiesigen Arzte für meinen Sohn, der an Brustschwäche leidet, empfohlen worden (folgt Bestellung). Hier verkauft man zwar auch Malzextract, unter der Bezeichnung „nach I. Hoff'- scher Methode", doch möchte ich nur ächtes Johann Hoff'sches Malzextract-Gesundheitsbier haben. I. Wehrenbold. Des Hoflieferanten Johann Hoff Filiale, Köln, Komödienstraße 26. Malz- Gesundheits - Chocolade, vorzügliches Heilnahrungsmittel, bester Ersatz des aufregenden Kaffee’s, äusserst wohlschmeckend. Malz- Chocoladen-Pulver für Säuglinge und Kinder als Ersatz der Muttermilch. W ohnungs - V eränderiuig! 1359) Das Verkaufslocal in allen Sorten von Schirmen befindet sich jetzt auf der Mäusburg, vis-a-vis der Hirschapotheke. Frank 1354) Dienstag den 23. Februar: 3. Abonuements-Conccrt im Saale des Herrn Ph Leib, ausgeführt vom ganzen Musikcorps des Grosih. Hess. II. Jur-Regiments. Die verehrten Abonnenten werden freundlichst ersucht, ihre Karten mitzubringen. Anfang 7 Uhr. — Entree für Nichtabonnenten ä Person 18 fr. Programme an der Kasse. (Man bittet, nicht zu rauchen.) höflichst einzuladen. Ziehung am L5L k Ä O g <5 Hauptpreis 250,000 Mk 1368) Nachdem das Spielen aller Anlehensloose gesetzlich überall gestattet ist, beehrt sich unterzeichnetes Handlungshaus zur Betheiligung der schon am 14. k. M. stattfindenden großen Gewinnziehung der neuesten von allerhöchster Regierung ausgegebenen Jedes gezogene Loos muß unbedingt einen der entfallenden Gewinne £**= von Mk. 250,000 — 150,000 — 100,000 — 50,000 — 30,000 = 25,000 — 2mal 20,000 — 2mal 15,000 — 2null 12,000 — 11,000 — 3null 10,000 — 2mal 8,000 — 3mal «,000 — 5mal ~ 3 5,000 - 4,000 - 14mal 3,000 - lOZmal 2,000 - «mal 1*500 — 156mal 1000 rc. rc. erlangen und dürfte überhaupt keine :5Ä'e> Staatslotterie gleiche Vortheile bieten als hier dem Einleger geboten sind. £ «S Diese Original-Staats-Loose ä fl. 3/2°/o Vaiährige 96 Würtemb. 4y2°/o Obi. 94t/2 Baden 4,/2% Obi. c. E.L. 947/8 Oestr. 50/g b. R. 593/4 „ 50/g National 52 y2 n 50/g Metall. Obi. 63 „ M. steuerf. 51J/4 Amer. 6"/g 1882r Bds. 79 „ 6% 1885r 777/g Actien. Frankf. Bank 1243/4 Oester. Bank 675 „ Creditact. 277 >/2 Darmst. Bankact. 278 Prioritäten. 50/g östr. F. St. E. B. 3IH/2 Ludwigsh.-Bexbach 1593/8 Maxbahn 106r,/8 Bayer. Ostbahn 1253/4 Hees. Ludwigsbahn 1383 6 30/g östr. Stsb.-Prior. 55 3°/o östr. s. Lombard. 463/4 30/g Livorneser 32 Toscaner 497/ti Frankf. Hypoth.-Bank — Frankf. Vereins-Kasse 971/2 5% Elisabeth-Prior. 76i/4 do. II. Emiss. 74 Anleliensloose. Kurh. 40 Thlr. Loose 56 t 2 Nassau fl. 25 b. Roth. 38>/4 Gr. Hess. fl. 50 b. R. 164 Gr. Hess. fl. 25 b. R. 443/4 4% bayr. Präm. Anl. 106 /2 Badische fl. 35 Loose 553/8 1858r Prioritätsloose 155 1860r Loose 78y4 1864r „ 1135/s Wechsel. Amsterd. k. 8. 99*/2 Augsb. k. 8. 100 Berlin k. 8. 105 Bremen k. 8. 963/4 Cöln k. 8. 105 Hamburg k. 8. 873/4 Leipzig k. 8. 105 London k. 8. 119 Va Lyon k. 8. — Paris k. 8. 94>/2 Wien k. 8. 973/b Disconto 31/2% G. Geldsorten. Pr. Cass. Sch. 1 443/4-45 Div. Cass.-A. — Pr. Friedrdor. 9 57-58 Pistolen . . 9 46-48 „ doppelte 9 47-49 Holl. fl. 10 St. 9 54-56 Ducaten . . 5 35-37 20 Frankenst. 9 27-28 Engi. Souver. 11 52-56 Russ. Imper. 9 47-49 Doll, in Gold 2 26-27 Feuilleton. Unter dem Schicksal. Eine Geschichte aus dem Leben von Edmund Frank. (Fortsetzung.) Es sind der Möglichkeiten zwei da, die eine, daß Herr Palmer, als er jenes Billet schrieb, nicht den allergeringsten Argwohn gegen Ihren Bruder hegte, und daß daher die Entdeckung erst erfolgen wird, wenn man seine Papiere durch, sieht, — die andere, daß bei jenem Herrn durch irgend welche uns unbekannte Umstände bereits Verdacht erweckt woroen, und daß sein Schreiben an Sie nich s Anderes war, wie eine ihm wahrscheinlich von Der Polizei eingegebene List, zu welcher Herrn Heyden's Tod eben einen gar passenden Vorwand abzugeben ver- mochte. Ich kann es zwar nicht mit Gewißheit behaupten, aber es will mir doch so vorkommen, als könnten in einem Falle wie diesem Papiere kaum so außer- ordentlich schnell, wie sie hier verlangt wurden, nothig werden. In jedem von beiden Fällen haben wir sehr, sehr wenig Zeit zu verlieren und muß unser Verfahren genau das nämliche sein. Ist jenes Schreiben von der List dictirt worden, so beweist dies, daß man in aller Stlle und mit der größten Gorsicht zu Werke zu gehen beabsichtigt oder Ihr Bruder wäre schon bereits arretirt worden." Ich sah die Qual, welche ich dem armen Mädchen bereitete, nur zu wohl, wollten wir jedoch unseren Zweck erreichen, so durfte ich sie einmal nicht schonen, und zu überflüssigen, milderen Worten gebrach es an Zeit. „Ist der Brief also nichts wie eine List," fuhr ich fort, „so glaubt man die Beweise seiner Schuld bereits in Händen zu haben und beabsichtigt, ihn ahnungslos und ruhig hierher zurückkommen zu lassen. Ob dies Letztere wirklich der Fall ist, wird uns bald genug klar sein, denn dann werden Sie bewacht werden. Wie lange ist es her, seit Sie jenem Herrn die Schlüssel übergeben haben?" „Jetzt mag seitdem wohl ungefähr eine halbe Stunde verstrichen sein." „Erinnern Sie sich, Ueberraschung, Zweifel oder übergroße Hast verrathen zu haben?" „Ich war, als ich das Billet las und dann die Schlüssel aus ihrem Verwahrsam hervornahm, vollkommen ruhig. Ich verstehe von Geschäftsangelegenheiten ja so ganz außerordentlich wenig und — und dachte außerdem damals gerade an ganz andere Dinge." Ich sah in diesem Augenblicke ein krampfhaftes Zucken auf ihrem Gesichte. Ach, wie sehr, sehr viel älter war sie seit dem Tage vorher bereits geworden ! „So wird man nicht daran denken, daß es Ihnen in den Sinn kommen könne, den Telegraphen zu benutzen, und Sie vor der Postzeit nicht zu bewachen beginnen. Nun, hören Sie mir zu, Adeline. Schreiben Sie mir Ihres Bruders Adresse in dieses Taschenbuch " Sie that, was ich verlangte, und ließ sich dann, ohne ein einziges Wort zu sagen wieder in ihren Stuhl nieder, wahrend sie in kurzen Zwischenräumen leicht zusammenschauderte. „Es bleiben uns jetzt nur noch wenige Minuten übrig, denn ich muß von der Telegraphenstation zurück sein, bevor Martha heimkehrt. Sie werden jetzt nach Hause gehen, Ihren beiden Dienstmädchen den plötz- lichen Tod des Herrn Heyden mittheilen und ihnen von dem Schrecken erzählen, den er Ihnen verursacht hat. Sie werden den Mädchen sagen, das Sie jetzt Ihres Bruders unverzügliche Rückkehr nach Hause erwarten und derselben so sicher sein, daß Sie es nicht einmal für nothig hielten, heute Abend mit der Post noch an ihn zu schreiben. Zugleich geben Sie Auftrag, das von ihm benutzte Zimmer zu seiner Aufnahme bereit zu halten. Lassen Sie ja Ihre Rouleaux nicht herab, sondern zeigen Sie sich vielmehr recht häufig am Fenster und legen Sie jenen einfachen schwarzseidenen An- zug an. Vor der Postzeit sprechen wir einander noch, mit dieser aber beginnt dann der schwierigere Theil unserer Aufgabe." „Und kann ich denn aber gar nichts thun? Soll ich nicht bei Ihnen bleiben oder zu ihm reisen?" fragte sie in einem Tone, der mir dnrch's Herz schnitt. „Keines von Beiden, liebes Kind; Sie müssen Wache halten und warten, und das ist die schwerere Aufgabe. Kehren Sie jetzt unverzüglich noch Hause zurück und sprechen Sie mit Ihren Dienstmädchen, und wenn ich heimkomme, so lassen Sie mich Sie im schwarzen Kleide am Fenster sehen." Mit einem stummen Drucke der Hand verließ sie mich und ich machte mich hastig zum Ausgehen fertig. Da Nummer 58 ein Eckhaus war, so kam ich glücklicher Weise an keinen Nachbarshäusern vorüber uud nahm durch die Waldemarstraße den allernächsten Weg nach der Telegraphenstation. Die Depesche, welche ich hier verabreichte, lautete wie folgt: „Gestern starb der jüngere Compagnon, seine Papiere befinden sich in den Händen des älteren Chefs und ebenso diejenigen, welche sich in der Eisenküste und dem Pulte vorfanden. Sie brauchen deshalb nicht nach Hause zu kommen. Reisen Sie so schnell wie nur irgend möglich nach England ab, um dort die bewußten Angelegenheiten zu ordnen. Schreiben Sie mir mit der Post." „Wann kann dies befördert werden?" fragte ich den Telegraphenbeamten. „Auf der Stelle," antwortete dieser, nachdem er die Depesche überblickte, „denn die Drähte sind in diesem Augenblicke gerade ganz leer." Ich begab mich nach Hause zurück und nahm, als Martha müde und verdrießlich von ihrem Ausgange heimkehrte, schon längst wieder einen gewohnten Sitz ein. Lieb war es mir, von meiner Köchin, welche so eben Cato, der sie auf ihrem Wege begleitete, nach Hause zurückgebracht hatte, zu erfahren, daß das eine der beiden Dienstmädchen Adelinen's von dieser Erlaubniß erhalten hatte, einige Zeit zur Pflege der kranken Mutter bei seinen Eltern zuzubringen, denn von je wenigeren Augen meine arme junge Nachbarin während der nächsten beiden Tagen beobachtet wurde, desto besser war es natürlich. Ich sah dieses Mädchen vor der Thür des gegenüberliegenden Hauses in eine Droschke steigen, welche unter dem herausfordernden Gebelle Cato's da- von fuhr. Adeline saß dem Anscheine nach mit einer Handarbeit beschäftigt in jenem schwarzen Kleide am Fenster ihres Wohnzimmers. So verging Viertelstunde auf Viertelstunde, ohne daß auch nur das Ge- ringste vorfiel. Nachdem ich mit sehr geringem Appetit zu Mittag gespeist hatte und jetzt die Stunde herangekommen war, zu welcher ich gewöhnlich einen kurzen Spaziergang zu unternehmen pflegte, begab ich mich nach Nummer 57 hinüber. Der kurze Tag näherte sich bereits seinem Ende und als Doris, die Köchin, mir die Hausthür öffnete, hörte ich einen Mann langsam vorüber gehen, der in meiner nächsten Nähe den Schritt noch mehr anhielt. Ich wußte, zu welchem Zwecke er dort umherwanderte, obgleich ich mich nicht umblickte. „Von Martha höre ich, daß Fräulein Rosen ihren Bruder erwartet, Doris", sagte ich. Sie ist also natürlich zu Hause, nicht wahr?" „Ja wohl, Madame, einer von den Herren in der Bank ist todt und Herr Rosen wird noch heute von seiner Reise wieder eintreffen." Das Mädchen sprach glücklicher Weise in einem Tone vollkommener Sicherheit. Jener Mann schlenderte pfeifend vorüber, ich aber ging in's Wohnzimmer hinauf und schloß Adeline schweigend in meine Arme. Es wurde nur wenig zwischen uns gesprochen und dieses Wenige berührte merkwürdiger Weise nur Nebensachen. Woher uns diese feste Ueberzeugung von der Richtigkeit unserer schlimmsten Befürchtungen kam, weiß ich bis zum heutigen Tage noch nicht, doch war sie in Adeline eben so lebendig wie in mir selbst. Zn den Straßen wurde der Gas angezündet und Doris brachte uns das Theegeschirr tn:d Zimmer. Wir waren Beide außerordentlich schweigsam, denn nachdem ich ihr den Wortlaut des von mir abgesandten Telegramms mitgetheilt, hatte Adeline mir die Antwort gegeben: „So können wir denn nun also bei der Sache weder weiter etwas thun noch etwas Neues darüber erfahren, bis Morgen die Poststunde vorüber ist." „Nichts, durchaus gar nichts," hatte ich zur Antwort gegeben, und dann war mir plötzlich der Brief wieder eingefallen, von welchem sie mit mir am Morgen jenes Tages gesprochen hatte. „Wir werden nun aller Wahrscheinlichkeit nach bald von einander scheiden müssen, theuerste Adeline," sagte ich. „Wohin wir nur blicken, ist ja Alles Dunkelheit und Gefahr. Der morgende Tag muß entscheiden, muß unsere Zweifel zerstreuen oder auch unsere schlimmsten Befürchtungen traurig bestätigen. Augenblicklich befinden wir uns in tiefer Dunkelheit, lassen Sie uns den Versuch machen, diese durch ein, wenn auch noch so schwaches Licht, des Trostes ein wenig zu erhellen. Sie empfingen heute Morgen einen Brief, Adeline, — einen Brief, der Sie wenigstens auf die Dauer eines Augenblickes glücklich zu machen vermochte, — der Ihnen vielleicht demnächst für's ganze Leben Glück und Zufriedenheit verbürgt." — (Forts, folgt.) Politische Rundschau Darmstadt, 19. Febr. Innerhalb des nord- deutschen Buntes ist für mittellose einjährige Freiwillige die Erleichterung eingetreten, daß, namentlich zur Unterstützung unbemittelter Studlrenden, in einzelnen besonderen Fällen die Hülssberürftigsten in die Verpflegung der Truppentheile ausgenommen und ihnen auch freie Bekleidung bewilligt werden kann, wenn Dürftigkeit und Würdigkeit dem ContingcntS- Commando nachgewiesen wird. Nachdem wir in Hessen sämmtliche Lasten der Militär-Organisation gleichwie in Preußen zu tragen haben, steht zu hoffen, daß auch für hessische Freiwillige eine gleiche Begünstigung eintreten wird. München, 18. Febr. Der schon telegraphisch erwähnte Artikel der „A. Z." — wie es scheint, officiösen Ursprungs — welcher die SüdbundSsrage behandelt, lautet: „Ein aus Stuttgart datirtes Telegramm vom 13. d., dessen Quelle nicht angegeben ist, behauptet: die Bestrebung Baierns wegen Erzielung ein-S Bündnisses der süddeutschen Staaten habe ,.noch keine formelle Gestalt ari^enominen." Diese Frage könnte leicht zu irrigen Auffassungen führen, weßhalb einige Worte über den fraglichen Gegenstand nicht überflüssig sein dürften. Die Politik, welche nach dem Frieden von 1866 anfänglich für Baiern gewählt zu sein schien, beschränkte sich auf das System des Abwartens, auf ein lediglich negatives Verhalten gegen jede Aenderung des durch die Auflösung des deutschen Bundes geschaffenen Zustandes. Der Wechsel in der Leitung ter Geschäfte, welcher mit Anfang des Jahres 1867 eintrat, bedeutete ein Abgehen von dieser Politik; denn nachdem der König an die Spitze des auswärtigen Departements den Staatsmann berufen, welcher im August 1866 mit aller Entschiedenheit als nationale Pflicht erklärt hatte, die Wiedervereinigung des getrennten Deutschlands zu erstreben, war auch das Ziel der nunmehrigen baierischen Politik klar vorge eichnet. Es war die Erfüllung der in Art. 2 der Nikolsburger Präliminarien (Art. 4 des Prager Friedens) vorgesehenen Neugestaltung der nationalen Beziehungen zwischen dem Norden und dem Süden Deutichlands. Das Anstreben einer solchen Neugestaltung setzt aber doch wohl voraus, daß die Form derselben Demjenigen, der sie anstrcbt, nicht bloß in allgemeinen dunklen Umrissen vorschwebt; kein Staatsmann wird ein Ziel zu erreichen suchen, das für ihn „keine formelle Gestalt" hat, freilich, wenn er practisch sein will, nicht eine unabänderliche fixirte, sondern eine solche, welche sich den wechselnden Umständen im Detail anpaßt. Ueber die Schritte nun, welche bis zum Herbst 1867 sowohl zur Erzielung einer Verein gung der süddeutschen Staaten unter sich, als ihrer nationalen Verbindung mit dem norddeutschen Bunde geschehen sind, gibt die Rede des Fürstin Hohenlohe vom 8. Oct. jenes Jahres soweit Aufschluß, als dieß zulässig ist. Was seitdem geschah, darüber wird zur gehörigen Zeit die nölhige Aufklärung nicht unterbleiben. Aver das muß schon jetzt bemerkt werden, daß sowohl hinsichtlich ter Form, in welcher der im Art. 2 der Ni- kolsburger Präliminarien vorgesehene Verein der Staa- ten südlich des Mains zu gestalten wäre, als auch hinsichtlich der Alt, in welcher dieser Verein seine nationale Verbindung mit dem norddeutschen Bund zu suchen hätte, ten Bestrebungen des Fürsten Hohenlohe längst im Detail ausgearbcitcte, articulirte Verfassungsentwürfe zu Grunde liegen, und diese Bestrebungen daher eine „formelle Gestalt" auch in dieser Hinsicht allerdings angenommen haben. Wenn die baierischc Regi.rung mit diesen Entwürfen bisher nicht in die Oiffentiichkeit getreten ist, so wird dieß Jeder, welcher die völkerrechtlichen Rücksichten iu den Verhandlungen mit fremden Staaten kennt, begreiflich sinden." Paris, 19. Febr. Im „Eonsiitutionnel" will H rr Baudrillart die Diecussion über die belgische Eifenbahnsache auf die ihr angem.ssenrn Verhältnisse zurück ühren. Zunächst wendet er sich gegen jene Organe, welche an fein Benehmen der belgischen R gierung nichts auszusrtz.n sinten. Diesen Standpunkt kann Herr Baudrillart durchaus nicht theilen: „Wie sollte man in der 2 hat den Hergang nicht eben o ungewöhnlich als beleidigend sinden." Das Geirtz vom 13. Februar ist so zu jagen urplötzlich vom Himmel gefallen. Weder die französilche Re- gierung noch die belgische Kammer waren zuvor benachrichtigt worden. Wie sollte man in einer solchen Maßregel und in einer solchen Ueberstürzung nicht einen Act des Mißtrauens gegen einen Mnunteten Nachbarstaat erblicken? Und in welchem Aug.nbltck wurde dieses Ge,.tz als dringlich votirt? In dem Augenblick, da die ökonomischen Beziehungen der beiden Länder immer enger geworden sind, da belgische Capitalien und Gesellschaften, was noch nicht genug bemerkt worden ist, französische Eisenbahnen । ausbeuten, da unsere große Nordbahn-Gesellschaft > ihrerseits eine bedeutende Linie in Belgien verwaltet, die bis Lüttich geht, und da die Ostbahn selbst, welcher man in brüsker Weise das Recht abspricht, sich mit der Luxemburgischen Wilhelmsbahn über einen für den beiderseitigen Handel vortheilhaften Betrüb zu verständigen, ihre Linie bis Pcpinster ausstreckt. Auf der andern Seite (fährt Herr Bau- drillart fort) wäre es aber auch eine Uebertreibung, wenn andere, theilweise der Regierung ergebene Blätter von einer erlittenen Demüthigung und der Roth» wendigkeit eines Bruches sprächen; dieß hieße viel zu weit gehen. Wir glauben, daß entweder das Ministerium des Königs Leopold, wie Heuteschon gerüchtweise verlautete, uns befriedigende Aufklärungen zugehen lass.n, oder daß es der kaiserlichen Regierung durch einen Appell an die Weisheit des belgischen Volkes und an sein wohlverstandenes Interesse gelingen wird, die bedauerlichen Folgen des von der Kammer unter dem Druck des Ministeriums voiirten Gesetzes, welches übrigens noch der Sanction des Senats bedarf, zu annulliren. Wir hegen wenig Zweifel über diesen Ausgang des belgischen Zwischenfalls. Das Natio- nalgefübl ist lebhaft und sogar reizbar und unsere große Nation (mögen Andere sich darüber beklagen, wenn sie dazu den Muth haben) ist stolz gebheben, wenn sie eine übelwollende Absicht muthmaßt, oder, selbst mit Unrecht, eine auswärtige Einflußnahm zu erkennen glaubt. Aber eine solche Angelegenheit wird nicht die Macht haben, den Frieden Europa's zu stören " Madrid, 19. Febr. Die Eommifsion der Cor- tes, die damit beauftragt war, die Wahlen von Barcelona zu piinen, constatirt, daß nur leichte Unregelmäßigkeiten vorgekommen sind, und bringt in Vorschlag, sie gültig zu erklären. Die Eortes werden Samstag definitiv constituirt sein. Das jitzige Bureau wird vollständig wieder gewählt werden. Die Regierung wird sodann ihre Vollmacht nieder- legen. Man glaubt zu wissen, daß die Cortes Dank- sagungen für die provisorische Regierung votiren und den Marschall Serrano ersuchen werden, das Ministerium zu bilden. Es scheint gewiß, daß alle jetzigen Minister ihre Portefeuilles behalten werden. — Die „Gaceta" kündigt an, daß Hr. Rascon zum außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister Spaniens für Preußen und den norddeutschen Bund ernannt worden ist. — Gestern hat die Sitzung der Cortes dreiviertel Stunden gedauert und ist ohne Zwischenfall vorübcrgegangen. Sie ist vollständig den Prüfungen der Vollmachten Der Depulirten gewidmet worden. Vermischtes. Darmstadt, 20. Febr. Das heute erschienene Regierungsblatt Nr. 5 enthält: 1. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums d-s In- nern, die Bestätigung von Schenkungen an den Verein zur Unterstützung von Invaliden und von Hinterbliebenen gefalle- ner Hessischer Soldaten vom Feldzüge des Jahres 1866 betr. 11. Bekanntmachung desselben Ministeriums, die Ergebnisse der Verwaltung des Foiids für öffentliche und gemeinnützige Zwecke betreffend. 111 Bekanntmachung Großherzoglicker Provinzial Tirection Starkenburg, den Steuerausfchlag zur Bestreitung ter Bedürf. niste der Landjudenschaft zu Darmstadt für 1869 betr. IV. Uebersicht der für das Jahr 1869 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Eommunalbedurfnissen in den Gemeinden des Kreises Groß-Gerau. V. Uebersicht der für das Jahr 1869 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Eomniunalbedurfniffe in den Gemeinden des Kreises Alsfeld. VI Uebersicht der für das Jahr 1869 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Bedürfnisse der ifraelitifchkn Reli- gionsgemeinden des Kreises Gründerg. VH. Uebersicht der für das Jahr 1869 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Bedürfnisse der ifraelllifchen Religlonö- gemeinden des Kreises Nidda. VIII. Bekanntmachung, die Erhebung einer Umlage in der israelitischen Neligionögemeinde zu Michelstadt für das Jahr 1869 betr. IX. Bekanntmachung, die Aufbringung der Bedürfnisse der israelitischen Religionsgemeinde zu Offenbach für 1869 betr. X. Ermächtigungen zur Annahme eines fremden Ordens. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 26. Januar dem Hofcavalier Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs von Hess.n nnd bei Rhein, von Hilchenbach zu Frankfurt a. M., die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm von Seiner Majestät dem König von Preußen verliehenen Kronen-OrdenS dritter Klaffe zu ertheilen. XI. Namensveränderungey. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 26. Jan. dem Garde-Jäger zu Friedberg, Emil Earl Göbel, zu gestatten, ftatt feines bisherigen Familiennamens Göbel in Zukunft den Familiennamen Haun — nnd dem Georg Wilhelm Hechler zu Darmstadt zu gestatten, statt seines bisherigen Familiennamens Hechler in Zukunft den Familiennamen Ger- big zu fuhren. XII. Dienstnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 23. Januar den von dem katholischen Pfarrer und dem Gemrindevorstand zu Muhlheim auf die erste katholische Schulstelle zu Muhlheim präsentirten Schulamts-Aspiranten Ahlbach aus Groß-Steinheim für diese Stelle zu bestätigen; — am 27. Jan. den Leh- rer an der Realschule zu Offenbach, Ritsert, zum Lehrer an der Realschule zu Mainz, - am 30. Jan den Georg Friedrich Earl Weber ans Darmstadt zum Kanzlisten erster Klaffe bei dem Ober-Eonsistorium — und an demselben Tage den Ge- hulfen Ludwig Grebe aus Breidenbach zum Kanzlisten bei dem Katasteramt zu ernennen; — am 3. Febr. dem evangelischen Schullehrer zu Eichelhain, Listmann, die evangelische Schul - stelle zu Feldbrücken, — dem Schullehrer an der zweiten evangelischen Schule zu Reichelsheim, Jung, die erste evangelische Schulstolle daselbst — und dem Schulamts-Aspiranten König aus Tiefenthal die evangelische Schulstelle zu Oder-Lais zu übertragen; — an demselben Tage den Gerichtsaccessisten Ferdinand Wil len büch er aus Pfeddersheim znm ErgänzungS- richter bei dem Friedensgerichte Nieder.Olm; — am'6. Febr. den praktischen Arzt Dr. Friederich Langheinz aus Darmstadt zum Kreisarzt des Kreismedicinalamtes Hirschhorn, — den Kreisarzt des Kreismedicinalamtes Wöllstein, Dr Rudolph Landmann zum Kreisarzt des Kreismedicinalamtes Hürth, — den Kreisarzt det Kreismedicinalamtes Ulrichstein, Dr. Gustav Eugen Schenk, zum Kreisarzt des Kreismedicina amteS Wöllstein, — den praktischen Arzt, Dr. Wilhelm Dannenberg aus Darmstadt, zum Kreisarzt des KreiSmedicinalamteS Ulrichstein — und den Gymnasiallehramtö Accessisten, Dr. Heinrich Dinges aus Mainz, zum Lehrer an dem Gymnasium zu Bensheim zn ernennen. XIII. M i l i t ä r d i e n st n a ch r i ch t e n. XIV. Dienstentlassungen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 29. Jan. den Hofmaler August Schwedt er auf Nachsuchen — und am 6. Febr. den Advokat Adwalt bei den Gerichten zu Mainz, Dr. Julius Heinrich Pauli auf Nachsuchen zu entlassen XV. Versetzung in den Ruhefi and. Se. Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 3. Febr. den Schullehrer an der Gemeindeschule zu Ibersheim, Wilhelm Daudistel, auf sein Nachsuchen in den Ruhestand zu versetzen. Prcupcn. lieber eine in den letzten Tagen vielbesprochene seltene Geburt in Schliewen geht der „Danz. Ztg. von dem Sanitätsrath Dr. Pieuß in Dirschau folgende Zuschrift zu: Von vielen Seiten an mich gerichtete Fragen, welche die in der „Danz. Abendztg." vom 6. d. M. gemeldete seltene Geburt in Schliewen betreffen, werden von mir hierdurch in Folgendem beantwortet: Die in dem gedachten Berichte mitge- theilten Thatsachen sind wahrheitsgemäß. Ich wurde am 1. Februar nach Schliewen gerufen, um dort mein Gutachten über ein am Tage zuvor von einer jungen Hirlenfrau unter dem Beistände einer Hebamme geborneS Kind abzugeben. ES war cm übrigens kräftiges und gesundes Mädchen, auf dessen unterm Kreuzbeinende sich eine Geschwulst von der Größe zweier Fäuste befand. Man bemerkte an deiselben deutlich kräftige Bewegungen und im Innern fühlte ich die Theile eines FötuS, der seiner Giöße nach in gewöhnlichen Fallen auf fünfmonatlich .geschätzt werden wurde. ES lag offenbar eine L oppelbildung voi. Soweit gehörte der Fall zu den sehr seltenen, konnte aber nicht als neu angesehen werden. Rokitansky sagt darüber im ersten Bande seiner pathologischen Anatomie S. 62 Folgendes : „Doppelbildung durch Einpflanzung. Cryptodidymus (Gurlt) sog. foetus in foetu. Ein größerer vollständiger FötuS trägt an irgend einer Stelle unter der Haut oder in feinen Körperhöhlen einen zweiten kleineren unvollständig." Zu dieser Art gehört offenbar der vorliegende Fall. Neu und in der Literatur, soweit eö mir bekannt ist, nicht vermerkt, ist es, daß nicht nur das ausgetragene Kind heute lebt, sondern auch der FötuS sich seit den eli Tagen nach der Geburt weiter entwickelt und an Größe merklich zugenommen hat, und daß die Bewegungen in der Geschwulst sich gesteigert haben und gegenwärtig febr kräftige sind. Aus dem Innern des KindeS durch die Oeffnung übertragen können sie nicht fein, da sich ähnliche sonst bei jedem Emgeweidebruch zeigen müßten. Die Gefchwulst ist jetzt 41/2 Zoll lang, 3V2 Zoll breit und hoch, bimförmig, der Kopf liegt links unten, der Steiß rechts oben. Die Verbindungsstelle hat einen Umfang von 8>/2 Zoll. Weitere Mittheilungen über den Verlauf des Falles bleiben Vorbehalten." Berlin. Der Knabe Handtke ist als geheilt aus dem Krankenhause Bethanien entlassen worden. In seiner kindlichen Unschuld weiß derselbe natürlich den Zweck des gegen ihn verübten Verbrechens sich nicht zn deuten: et hat bisher stets behauptet, „er fei sehr geschlagen worden". Zugleich geht seine Angabe dahin, es feien Zwei gewesen, die ihn „geschlagen" hätten. Kassol. Tie „Hess. Volksztg." sagt: „Wir glauben, bei einer Rückkehr des Kurfürsten würde eS in Kassel keiner Pferde bedürfen." Das Blatt will damit nur zart andeuten, daß der Kuifnrst Esel genug finden wurde, die seinen Wagen zn ziehen bereit wären. Lichtcnau, Reg.'Bezirk Minden, 8. Febr. Heute feierten die Eheleute Jfaak Hecht und Wette Hecht, geb. MarcnS daS seltene Fest der Diamant-Hochzeit im Kreise der Kinder, Enkel und Verwandten. Am Voiabend wurde den Jubilaren, welche sich noch des besten Wohlseins erfreuen, vom Gesangverein eine Serenade gebracht. Arn Festtage selbst empfing dasselbe Gratulationen von Amtmann, Bürgermeister und Stadtverordneten. In Paris gibt'S sogar Studenten, die Polizeispitzel sind. Ein noch dazu sehr alberner Student, Sohn eines Bürgermeisters, erhielt für feine Spionendienste jährlich 2000 Francs. Er war so dumm, seine Brieftasche mit seiner Spitzelkarte unb den betreffenden Quittungen zu verlieren; dadurch kam seine Schande an den Tag. — (Mittel gegen die Räuber.) Auf einer Puszta stürmten mehrere „S^egäny legeny“ gegen die Thüre eines Lehrers, welcher gern dem Gott Bacchus huldigte — er solle aufst.hen unb ihnen Geld geben. Der Mann erbebt sich ge- muihlich aus dem Bette, öffnet das Fenster und ruft bett nächtlichen Ruhestörern ganz gemüthlich hinaus: „Ihr Narren , wenn ich Geld hätte, so wäre ich ja jetzt nicht zy Hause, sondern säße im Wirlhshausc." — Die Räuber waren mit dieser Antwort vollkommen zufrieden und entfernten sich. Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (F,r. Chr. Pietsch) in Gießen.