HrciS vierteljährlich 36 h. nit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 49 kr. Gießener Anzeiger. Erscheint wöchentlich bleu mal: Dienstags, Donnerstags und SamstagS. — Expedition: Canzleiberg «it. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kielen. Nr. io. Samstag den 23. Januar 1869. Brodpreise vom 23. bis 30. Januar 1869, nach eigener Erklärung der Bäcker: 4 Pfund gemischtes Brod 15 kr. 2 Pfund gemischtes Brod 7‘/2 fr. 4 Pfund Roggenbrod 13 kr. 2 Pfund Roggenbrod 6y2 fr. Amtliche Bekanntmachungen. Bekanntmachung, die Zusammenlegung der Grundstücke und Regulirung der Feldeintheilung in der Gemarkung Grnningen betr. gnir hrinoett hierdurch mit Bezug auf unsere Bekanntmachung vom 8. v. Mts. in Nr. 150 und 151 des Anzeigeblattes vom vorigen Jahr zur Kenntniß der beteiligten riinbbefifcer daß der in obigem Betreff auf Donnerstag den 28. l. Mts. anberaumte Abstimmungstermin vorerst bis auf weitere Bekanntmachung nicht stattstndet. Gießen, den 21. Januar 1869. Großherzogliches Kreisamt Gießen. D In Verhinderung des Krersraths: _____________________________Kckulä, Kreisassessor.____________________________;_________________________________________________________ Gicßcn am 21. Januar 1869. Betreffend Zusammenlegung der Grundstücke und Regulirung der Feldeintheilung in der Gemarkung Grüningen. Das G r o ß >) k r ) o g l i ch c K r k i s » in t G i c tz c n an die Großherzvglicheu Bürgermeistereien Grüningen, Holzheim, Dorf-Gill, Garbenteich, Leihgestern und Watzenborn. Sie wollen die vorstehende Bekanntmachung in Ihren Gemeinden auf ortsübliche Weise zur öffentlichen Kenntniß bringen. In Berhinderung des Kreisralhs: Kekul 6 , Kreis-Assessor.___________________ Gießen, am 15. Januar 1869. Betreffend: Die Feststellung und Erhaltung der inneren Grenzen. Das Groß herzogliche Kreisaml Gießen an die Großherzoglichen Bürgermeistereien Aliendorf a. d. Lahn, Allendorf a. d. Lda., Dors-Gill, Ettingshausen, Garbenleich, Heuchelheim, Lang-Göns, Lich, Steinbach und Treis a. d. Lda. Wir erinnern Sie an Erledigung der Verfügung vom 4. December 1868 binnen 8 Tagen. In Behinderung des Kreisraths: Gros, Kreisassessor. Beka n n tma ch u u g. Nachdem der Ausschuß des landw. Vereins von Oberhessen im Budget pro 1869 einen Credit von 200 fl. zur Prämiirung der schwersten Bullenkälber Vogelsberger, Egerländer u. s. w. Racen eröffnet hat, bringe ich dies mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß, daß Eigentümer solcher Kalber, die m dem Zeitraum vom 1. ^anuar d. I. bis 1. Mai t). I. geboren werden und die um eine Prämie concurriren sollen, ortsgerichtlich beglaubigte Anmeldungen unter Angabe des Tages der Geburt, der Race und Farbe des Kalbes an das Präsidium einzusenden haben. , Laubach, am 12. Januar 1869. Der Präsident des landw. Vereins von Oberheffen: Otto, Graf zu Solms-Laubach. B e k a n ll t m a ch u n g. qu Prämien für Lehrer, die landwirtschaftlichen Fortbildungsunterricht erteilen, hat der Ausschuß des landwirthschaftlichen Vereins von Oberhessen emen Credit von Vierhundert Gulden eröffnet. Lehrer, die im Lause dieses Jahres solchen landw- Fortbildungsunterricht erteilen, werden aufgefordert, baldigst bei dem Unterzeichneten sich schriftlich zu melden, worauf derselbe durch eine Commission eine Begutachtung der Leistungen der betreffenden Lehrer veranlasfen wird, von deren Ausfall btt Bewilligung der Prämie abhängig fein wird. „ . , , ff Laubach, den 12. Januar 1869. Der Präsident des landw. Vereins von Oberheffen: Otto, Graf zu Solms-Laubach. __________ Besondere Bekanntmachung. Edictalladung. 512) Nachdem Großherzogliches Hofgericht der Provinz Oberhessen über den Nachlaß des Johannes Engelhardt HI. von Alten-Buseck den formellen Concurs erkannt hat, werden alle Diejenigen, welche Forderungen oder sonstige Ansprüche an denselben zu bilden haben, aufgefordert, solche im Termin Freitag den 26. Februar 1869, Vormittags 9 Uhr, dahier anzumelden und mit etwaigen Vorzugsrechten zu begründen, widrigenfalls stillschweigender Ausschluß von der Masse erfolgen wird. In diesem Termin soll zugleich ein Arrangement versucht werden und in dessen Entstehung zur Wahl eines Gläubiger-Ausschusses und Massecurators geschritten werden. Die durch gehörig Bevollmächtigte nicht vertretenen Gläubiger werden deshalb insoweit als den Beschlüssen der Mehrheit der erscheinenden Gläubiger beitretend angesehen werden. Gießen, den 25. December 1868. Großherzogliches Landgericht Gießen. Bötticher, A- Bramm', Landrichter- Landger.-Assessor. Versteigerungen. Holzversteigerung im Gießener Stadtwalde. 501) Montag den 25. Januar 1869, von Vormittags 9 Uhr an, soll in dem Gießener Stadtwalde, District Zollstockswäldchen, nachverzeichnetes Holz öffentlich versteigert werden, als: 189 Eichcn-Stämme mit 5525 Cubikfuß, 6 „ Stangen „ 18 „ Die Zusammenkunft ist auf der Grünberger Chaussee an der 5. Schmiße. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 1. Mai d. I. gestattet. Die Großherzoglichen Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen. Gießen, den 2Q. Januar 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. _______________Vogt._____________ 538) Montag den 1. Februar, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dahiesigem Nathhause die der Konrad Leng Wittwe gehörenden Grundstücke unter sehr günstigen Bedingungen 'versteigert werden, als: Flur Nr. □Jtlftr. 3/U3 408 Acker im Läufertsrod, V-3. Klasse, gibt 1 fl. 2'/r. Kopp, Königl. Kreis-, Stadtgerichts- und Polizei-Arzt. Man findet die S t o l l w e r ck'schen Brust-Bonbons ächt in versiegelten Packe- tcn mit Gebrauchsanweisung ä 4 Sgr. in Giessen bei C. W. Dietz, L. Frohn- häuser ii. Hofcond. Ed. Lind; in Allen- «lorf a. <1. lala, bei Apoth. C. L. Harb ; in Butzbach bei Dal. Wiesi- ler; tn Friedberg bei I. A. Windecker; in Illingen bei A. Buch; in Ijlch bei H. C. Bittgmann. Lilionese entfernt in 14 Tagen alle «M Hautunreinigkeiten, Sommcr- STÄ sprossen, Leberflecken, Pocken- DA flecken, Finnen, Flechten, gelbe Aöthe der Nase und scrophulöfl 530) Ein weißer wollener Palatin ist gefunden worden. In Empfang zu nehmen I bei Dienstmann Nr. 8. DETAIL PREISE FUBR GANZ DEUTSCHLAND engl. Pfd.-Topf i/r cngl. Pfd.-Topf i/4 engl. Pfd.-Topf Vß engl. Pfd.-Topf ä fl. 5.33. » fl. 2.54. a fl. 1.36. k 54 Krz. Zu haben in allen Handlungen und Apotheken.(494) 534) Ein Paar große Filzstiefel, mit Leder hoch besetzt, werden billig abgegeben. Zu erfragen bei der Exped. d. Bltts. 507) Meinen im Gartfeld gelegenen Garten, mit Häuschen und Brunnen versehen und mit guten Obstbäumen bepflanzt, bin ich Willens, ganz oder getrennt zu verkaufen oder zu verpachten. Wilhelm Schneider. Auq. Ha ubach KF-MWK üffigrth"? Btt HW MfflWtll» Gesangverein Harmonie. 525) Sonntag den 31. Januar, Abends 7',r Uhr: Abend-Unterhaltung im Saale zum »Prinzen Carl/ Karten werden » Person 24 fr., sowie Familien-Karten ä 30 fr., bei den Herren Balth. Schwan und K. Kranz abge- geben.________________Der Vorstand. 533) Ein braves Mädchen, welches häusliche Arbeiten versteht, fanit sogleich in Dienst treten. Näheres bei der Exped. d. Bl. 514) Bibliotheken und einzelne brauchbare Bücher kauft zu den höchsten Preisen Isaak St. Goar, Buch- und Antiquariatshandlung, Ross in ar kt 6, nächst der Hauptwache und dem Schillerplatze in Frankfurt a. M. Gutsverpachtung. 497) Das Frei Herr! ick) von Nordcck zur Nabenauische Gut zu Nüddingshausen, Kreis Grünberg , welches außer den Wohn und Occonomie-Gebäuden in circa 350 Großh. Hess. Normalmorgen Ackerland, Wiesen und Garten und Schäferei - Berechtigung besteht, wird Montag den 8. Februar d. I., des Vormittags um 10 Uhr, auf dem Bureau des Unterzeichneten auf 12 Jahre von Petritag 1869 ab öffentlich meistbietend verpachtet. Das Gut ist von Grünberg 2 und von der Main-Weserbahn-Station Lollar 2Vz Stunden entfernt und mit beiden Orten durch gute Straßen verbunden. Pachtliebhaber, welche im Besitze des erforderlichen Vermögens sind und darüber den verlangten Nachweis liefern, werden hierzu eingeladen und können sich wegen Einsicht der Bedingungen und näherer Auskunft schon vor dem Termin an den Unterzeichneten wenden. Rabenau, am 17. Januar 1869. Der Rentmeister: W. Engel. Hopfen - Versteigerung. 526) Dienstag den 26. Januar, Nachmittags 3 Uhr, läßt der Unterzeichnete eine Quantität Hopfen 521) Ein, auch zwei gut möblirte Zimmer sind sofort zu vermiethen. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 513) Eine elegante Wohnung an einem Hauptplatze der Stadt, von vier großen Zimmern, Küche, Speisekammer, abgeschlossenem Vor- platz und allem Zugehör, ist den 1. April zu vermiethen. Näheres bei der Erped. d. Bltts. meiner sämmtlichcn führenden Maaren, um damit schnell zu räumen, zu noch bedeutend ermäßigten Preisen, worunter sich die neuesten Bouquets und Ballkränze befinden, empfehle ich bestens. M- Heß, __dem Lindenplatz gegenüber 490) Steinkohlen und Braunkohlen erster Qualität empfiehlt Dan. Wirth's Nachfolger (Th. Geilfus.) 556) Eine alte zweischläferige Bettlade steht billig zu verkaufen bei ___________Chr- Euler, Schreiner. 523) Getragene Herrenkleider sind zu verkaufen bei K Grünebaum. 521) Ein Berliner Opernglas ist billig zu verkaufen bei K- Grünebaum. meistbietend versteigert werden. Die Zusammenkunft ist zur bestimmten Stunde im District Oeleberg- Großen - Buseck, am 21. Januar 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Großen-Buseck- _______________Wagner.________ 518)" Montag den 25. Januar, Nachmittags 2 Uhr, soll auf dahiesigem Rathhause das den Ludwig Löber'S Erben gehörende Grabstück, als: Flur Nr. OKlftr. ’6/tM 124 Grabland am untersten Nie- gclpfad, auf die Wiesen stoßend, 4/,i i/22. Klasse, an den Meistbietenden versteigert werden Gießen, ben 14. Januar 1869. In Auftrag: Weidig, Ortsgerichtsmann. Vermischte Anzeigen. 522) Diejenigen Herren, welche von Samstag auf Sonntag an meinem Hause das Bäckerschild abgenommen haben, werden hiermit aufgefordert, dasselbe baldigst an mich abzuliefern, widrigenfalls gegen olche gerichtliche Klage erhoben werden wird. ______________Jean Langsdorf. 543) Meinen Freunden die freundlichste Einladung zum Zwiebelkuchen Montag den 25. Januar Feilgebotenes. 506) Neuer Blumenkohl und Lattig in Häuptcheu ist eingetroffen und von jetzt an stets vorräthig. Aufträge auf neue Gurken und Bohnen, Zuckererbsen und sonstige Gemüse beliebe man gefälligst acht Tage vor Bedarf aufzugeben; Preise werden billigst gestellt. ______________I. A. Busch Söhne. 516( In keiner Haushaltung soll fehlen: Universal - Mayen - Liqueur, genannt Victoria, von Franz von Metternich in Mainz. Das einfachste und sicherste Mittel gegen Magenleiden aller Art. Zu haben in ganzen Flaschen ä 1 fl. 24 fr., „ halben „ A — „ 45 „ 93 er miet billig en. 487) Zwei Zimmer mit Cabinet sind zu vermiethen. Näheres bei der Exped. d. Bl. 544) Eine freundliche Familienwohnung, bestehend aus 5 Pieren nebst Küche, Boden, Keller und Holzstall, ist pr. 1 April oder auch schon früher, zu vermiethen bei Scharmann, im Schützenhof. 531) Zwei Heine möblirte Zimmer sind zu vermiethen Neuenweg Lit. B. Nr. 194. 488) Ein Familienlogis, bestehend aus 4 Zimmern, Küche und Zubehör, sowie das im Hinterbau befindliche Sälchen, ist ander- weit zu vermiethen; letzteres ließe sich auch leicht auf Wunsch in ein Familienlogis umändern. E- Pitthan. 546) Ein FamilienlogiS, bestehend aus 3 Zimmern, Küche, Kammer und sonstigem ^ugehör, ist zu vermiethen und sogleich zu beziehen. H. M. Jughardt. 537) Unterhofen billigst bei Auq. Huuback. 548) Patent-Schlittschuhe ohne Riemen, eiserne Kinder-Schlitten bei Emil Piftor. 502) Ein Familienlogis ist zu vermiethen bei Heinrich Weidig, Metzger. 491) Drei Zimmer mit Cabinet, Mägdekammer u. s. w. sind zu vermiethen und den 10. April zu beziehen. Bei wem? sagt die Exped. d. Bltts. 499) Mein an der Hardt gelegener Fel- senkeller ist anderweit zu verleihen. Louis Busch Wittwe. 53tz) 25 Ctr. sehr gutes Heu werden im Ganzen oder auch centnerweise verkauft bei _______L. Hartmann, in der Schanz. 542) Knpfcrne Waschkcssel in allen Größen billigst bei ______________Aug. Schlessinger. 536) Emfchlag-Garne 504) Nachdem der bisherige Zugang zu der Universitäts-Bibliothek weggefallen ist, geht der neue durch das Hauptthor des Klinikgartenö links am Bibliothekgebäude hin bis an die Ecke, an welcher eine offene Gitterthüre nach der EinMngs- treppe der Bibliothek führt. Die Direktion der Großherzoglichen Universitäts-Bibliothek. ür. Schäfer. 545) Die acht kosmographischen Vorlesungen, welche dec Unterzeichnete vom Dienstag de» 26. Januar ab, jeden Dienstag, Mittwoch und Samstag Abends präcis 7 Uhr inj der gütigst bewilligten kleinen Aula der Universität * halten wird, haben zum Inhalt: den gestirnten Himmel, das Sonnensystem; Sonne und Mond; Entstehungsgeschichte unserer Erde; besonders StelnkohleJ Braunkohle, Bernstein, Torf, Dammerde, Humus; Ebbe und Fluth; Verbreitung der Pflanzen und Thiere; Entstehung des Regens, Schnee's, der Gewitter rc.; Zodiakallicht, Erratische Blöcke; Meteorsteine; Sternschnuppen; Kometen; wie sich die Alten unsere Erde dachten; daS Alter unserer Erde; die Atmosphäre derselben rc. Hierzu nebst den beweisenden Erklärungen folgende bildliche Darstellungen: 1. Entstehungen unseres Sonnensystems. 2. Die Sonne. 3. Ein Sonnenflecken. 4. Teleskopische Ansicht des Mars, Jupiter und Saturn mit seinen Ringen, nach den neuesten Beobachtungen. 5. Versinnlichung der Schiefe der Ekliptik vom Jupiter, Erde und Uranus. 6. Eine Mondftadt. 7. Das Ringgebirge Copernikus auf dem Monde. 8- Bewegliche Figur zur Versinnlichung von Hansens Mond-Theorie. 9. Der Phasenwechsel des Mondes, transparent. 10. Die vier Sonnensysteme. 11. Das Erdinnere. 12. Eine große transparente Zonen- und Pflanzenkarte. 13. Sternbilder zum Orientiren am gestirnten Himmel. 14. Einzelne Anschauungen zum Erkennen der Größen-Verhältnisse der Planeten, ihrer Zeichen, Sonnenabstände u. s. w.; Ebbe und Fluth und 15. ein Tellurium und Luiiarium vom Astronomen Professor Gelpke aus Braunschweig, an dem auch die Sonnenstellung (Schiefe der Ekliptik) von Jupiter und Uranus durch bewegliche Kugeln gezeigt wird. Die Vorlesungen sind so eingerichtet, daß zum Verständniß derselben keine besonderen Vorkenntnisse vorausgesetzt werden. Auch erlaube ich mir noch die für Raturwissenschaften sich interessirenden Damen besonders daru einruladen, da seit den 17 Jahren, während deren ich diese Vorlesungen in 176 Städten Deutschlands und der Schweiz (z. B. Berlin, München, Kassel, Heidelberg, Halle, Tübingen, Würzburg, Zürich, Bern, Basel, Breslau, Hamburg, Kiel, Göttingen, zuletzt in Marburg rc.) gehalten, sich stets eine große Anzahl gebildeter Damen bei denselben betheiligt hat. 1. Kosmoqraphische Vorlesung Dienstag den 26. Januar, Abends präcis 7 Uhr, in der kleinen Aula der Universität. Entstehung unserer Welt, besonders unseres Sonnensystems. — Weltanschauung der Alten. — Das Mittelalter. Newton. — Versuch des Beweises, daß die Planeten bewohnt sein müssen. Autoritäten dafür. — Allgemeines über unser Pla- neten-System rc. rc. — Hierzu 2 Tableaux: 1. Entstehung unseres Sonnensystems nach Kant und Laplace. 2. Die Planeten im Größenverhältniß, transparent. Abonnements-Preis für alle acht Vorlesungen: Pcrsoncn-Billet: 4V2 fl- Familien--Billet: 7 fl. Drei Damen zusammen auch 7 fl., wofür jede der Damen ein Billet, gültig für alle acht Vorlesungen erhält. Billcte für die Univ. - Studirenden 2V2 fl., Billets zu einer Vorlesung: iVz fl- Abonnements- und Entree-Billets sind zu haben: in der Univ.-Buchhandlung des Herrn I. Ricker und in meiner Wohnung. ___ üMg" Eine Kaffe findet nicht Halt. Carl von Heugel, am Kreuz Rr. 6, bet Herrn Tapezier Reiber. Stiftungsfest der fmlmlligcn städtislhen Feuerwehr Samstag den 2 3. L Mts., Abends 7 Uhr, im Leib sehen großen Saate. 495) Karten zu 12 fr. sind bei Herrn E- Gail, Mäusburg, zu haben. Einführung von Nichtmitgliedern, für welche ebenfalls bei Herrn Gail Karten zu lösen find, steht frei. Gießen, den 14. Januar 1869. Der Vorstand. 1 3ÄT Geschäfts-Verlegung. | <4 Kaufmann Windecker, verlegt habe und bitte, das seither g> <4 mir geschenkte Zutrauen auch in meinem neuen Locale be- wahren zu wollen. I. Buch, Kappenmacher. g> s Epileptische Krämpfe (Fallsucht) heilt der Specialarzt für Epilepsie Dr. O. Killisch in Berlin, jetzt Mittel- 8 Strasse UTr. 6. — Auswärtige brieflich. Schon über Hundert geheilt. 532) Damen, welche noch an meinem Unterricht im Kleidermachen Antheil nehmen wollen, bitte ich, sich in den ersten Tagen hierüber mit mir besprechen zu wollen. Frau Rothenberger, _____________________ Lindenplatz._________ 549) Ein Mädchen, welches gut kochen kann und die Hausarbeit gründlich versteht, sucht baldigst eine Stelle. Näheres bei der Exped. d. Bltts.______________________ 489) Auf dem Neuenweg oder in dessen Nähe wird ein angenehm möbltrtes Zimmer zu miethen gesucht. Offerten bittet man bei der Exped. d. Bltts. niederzulegen. Lormundschafts - Gelder. 508) 510 fl. und 1000 fl. sind gegen genügende Unterpfänder zu 5pCt. jährlicher Zinsen auszuleihen. Näheres zu erfragen bei I. Hanstein in Gießen. Pfarr- Couferenz der Dekanate Gießen und Großen-Linden künftigen Mittwoch, den 27. Januar, Vormittags um 10 Uhr. Gießen und Großen-LiNden. _____________Koch. Landmann. 498) 600 bis 700 fl. sind gegen gute Sicherheit auszuleihen. Näheres bei der Exped. d. Bltts. § Im Merlaale des Herrn Ch r. Lony. Sonntag den 2 4. Januar: Concert ausgeführt vom ganzen Musikcorps des 1. Jägerbataillons zu Friedberg. Anfang des ersten Concettes 4 Uhr, Ende 7 Uhr. , v zweiten v 8 Uhr, Ende 11 Uhr. Entree ä Person 6 kr. 554) Gießen, den 21. Januar. Mit Rücksicht darauf daß der verstorbene Beigeordnete Philipp Möhl einer der Gründer der freiwilligen städtischen Feuerwehrund zeitiger Jnspector der Spritzen derselben war, sich auch immer als eifriger Freund des Corps bethätigt hat, beschloß der Vorstand die Eorpsmitglieder zur Leichenbegleitung einzuladen. Stellungen am 1. Februar 1869. 505) fl- - - fl- 8 — . . fl. 24. - . . fl. 50 - 1 Stück . 5 v H „ - Gegen Einsendung des Betrages oder Nachnahme zu haben bei Rothschild & Co., Postgästk Nr. 14 in Wien. womit man Preise von fl. 300.000, fl. 50.000, fl. 25.000, fl. 10.000, 5000, fl. 1000 2C. rc. gewinnen kann, kosten: 1 Stück . 5 „ H „ womit man Preise von fl. 50.000, fl. 5000, fl. 2000, fl. 1000, fl. 500 rc. rc. gewinnen kann, kosten: K. k. österr. 1860 Staats - Aulehen 1 Gräsi. St. Genois'sches Prämien-An- von 200 Millionen Guldeu. I lehen von 3 Million 200,000 Gulden. Amtlich gestempelte und gesetzliche Betheiligungsscheine: . fl. 15. - . fl. 70 — . fl. 150 - Zi nß er scher Garten. 555) Sonntag den 24. Januar: Großes Militär-Concert, ausgeführt vom ganzen Musik-Corps des Großh. Hess. II. Jnf.-Reg., unter persönlicher Leitung seines Dirigenten Herrn D. Reifert. Anfang 4 Uhr. Entree für Herren 12, für Damen 9 kr. Programme an der Kasse. Gießen, 22. Jan. Im Lause der nächsten Wochen wird Herr v. Heugel einen CykluS von 8 kosmographischen Vorlesungen dahier abhalten. Dieselben werden die Entstehung unserer Welt, besonders unseres Sonnensystems und Bewohnbarkeit der Planeten, die Entstehung unseres Sonnensystems nach Kant's und Laplace's Hypothese, die Sonne, das Planetensystem, den Mond, die Erde rc. behandeln. Schon in früheren Jahren hat Herr v. Heugel in Darmstadt Vor- lesungen gehalten und glauben wir, dieselben nicht besser empfehlen zu können, als wenn wir die Beurtheilung derselben durch die Herren Lautenschläger und Jaup hier folgen lassen: „Die Aufgabe, die sich Herr v. Heugel in seinem Programm gestellt, hat derselbe in den Vorlesungen, die er seit mehreren Wochen hier gehalten, gewissenhaft und zu allseitiger und voller Befriedigung gelöst. Die nicht geringen Schwierigkeiten, welche, in der Rolle eines Vermittlers zwischen Laien und Wissenschaft liegen, hat er glücklich überwunden. Ein Blick schon in das Programm zeigt die Neichhaltigkelt und zugleich die wohlthuende Abwechselung des Lehrstoffes, wodurch die trockene, streng systematische Form mit Recht vermieden werden soll; und wenn auch Vorträge dieser Art mehr für solche Zuhörer berechnet sind, die nur ein allgemeines Interesse zur Sache haben, also für sogenannte Dilettanten, so hört doch auch der Mann von Fach gar Manches, was ihm, sei es in der Sache oder in der Behandlungsweise, von Wichtigkeit erscheinen muß. Da Herr v. Heugel das Talent besitzt, durch eingestrcute allgemeine Betrachtungen, namentlich durch passende Beziehungen auf die göttliche Weltorbnung, in schöne Diction gekleidet, Herz und Gemüth der Zuhörer anzuregrn, so ist es begreiflich, daß, wie cS hier der Fall war, eine nicht geringe Anzahl gebildeter Damen fleißig und ausdauernd den belehrenden und ansprechenden Worten des Herrn v. Heugel folgte." örischbücker zu fließen. Sonntag den 24. Januar. Ernst Wallenfels in der Wallthorstraße. Carl Steinberger in der Löwengasfe. Jacob Ron- ftadt in der Weuftabt Kirchliche Anzeigen. Evangelische Hemeinde zu Hießen. G o t t c s d i e n st. Am 24. Januar. Morgens: Pfarrer Dr. Seel. Nachmittags: Pfarrer Landmann. Kopulirte. Den 19. Januar. Wilhelm Mosler, Bürger und Gastwirth dahier, des verstorbenen Großh. Landrichters zu „ Butzbach, Karl Ludwig Mosler, ehelicher Sohn ; und Emma Dorothea Appel, des hiesigen Bürgers und Kaufmanns, Johann Georg Appel, eheliche Tochter. Den 20. Januar. Philipp Bö sand aus Engelstadt, Tambour-Gefreiter im Groß- herzogl- 11. Infanterie - Negimente dahier, des verstorbenen Bürgers in Engelstadt, Daniel Bösand, ehelicher Sohn; und Elisabeth Margarethe Bernius aus Rohrbach ,im Kreise Dieburg. Getaufte. Den 17. Januar. Dem Bürger und Schuhmacher, Heinrich Debus, eine Tochter, Wilhelmine Charlotte Meta Christiane, geb. den 15. December. Denselben. Dem Ortsbürger in Beuern und Bahnhofsarbeiter dahier, Balthasar Weber, ein Sohn, Philipp'Adolf, geboren den 31. December. Beerdigte. Den 18. Januar. Theodor Pietsch, Schriftsetzer, aus Groß-Strelih in Schlesien, alt 32 I., gestorben den 16. Januar. Den 19. Januar. Professor Dr. Wilhelm Gottlieb Soldan, Großh. Gymnasiallehrer dahier, alt 65 I. 8. M., gestorben den 17. Januar. Den 20. Januar. Christian Ludwig Bernhard Wilhelm Horn, des Bürgers zu Ober-Jrsen in Preußen und Schaffners an der Cöln-Gießener Bahn dahier, Paul Horn, ehelicher Sohn, alt 8 M. 9 T., gestorben den 18. Januar. Den 22. Januar. Elisabethe Lemmer, aus Sichertshausen, alt 19 I., gestorben den 19. Januar. Denselben. Eva Heist aus Reichelsheim, Kreis Lindenfels, alt 56 I-, gestorben den 20. Januar. Denselben. • Johann Philipp Mohl Bürger, Metzgermcister und städtischer Fleischbeschauer, zweiter Beigeordneter und Mitglied des Kirchenvorstandes, alt 65 I. 10 M. 11 T-, gestorben den 20. Januar. Die Pfarrgeschäfte in der nächsten Woche besorgt Pfarrer Dr. Seel. Frachtbriefe für die Main-Weser- und Cöln-Mindener- Eisenbahn, sowie sämmtliche zollamtlichen Form» lare, sind zu haben bei Wilhelm Klee, Mäuöburg. Politische Rund schau. Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fjr. Ehr. Pietsch) in Gießen. Bundes wacht, wird in der inneren Entwickelung Preußens schmerzlich vermißt." Hamburg, 20. Jan. Die „Börsenhalle" er- fährt aus Berlin, daß auch mit Baiern und Wür- temberg Verträge über gegenseitige Dienstpflichtab- leistung im Norrbundheer und in den süddeutschen Heeren abgeschlossen werden sollen. Augsburg, 21. Jan. Die Augsburger „Allg. Ztg." meldet: Die Conferenz hat beschlossen, Griechenland habe alle Comitt's und Freicorps, welche auf seinen Territorien behufs Unterstützung des kretischen Aufstandes gebildet worden sind, auszulö- sen; Griechenland sei durch bestehende Verträge verpflichtet, keine Unternehmung gegen die Integrität des osmanischen Reiches zu begünstigen. Die Conferenz habe die drei ersten Punkte des Ultimatums und theilweise auch den fünften gebilligt, den vierten (die Entschädigungsfrage) aber fallen gelassen, weil die Pforte diese Angelegenheit bei den ordentlichen Gerichten auetragen wolle. Auf die Frage wegen der „EnosiS" und des „Panhellenion" ging die Conferenz nicht ein, weil die Türkei den in die- fcr Frage betretenen Weg der Selbsthülfe fortzu- . setzen gedenkt. Paris, 19. Jan. Das Straßenleben der fran- zösischen Hauptstadt hatte gestern Nachmittag eine ganz eigenartige Physiognomie angenommen, die beweisen konnte, daß die vielgerügte politische In- differenz der Pariser nicht so ganz gränzcnloS ist, als die publicistischen Catones glauben, oder zu glauben vorgeben. Heber zwei Drittel fammt- licher sog. fliegender Industriellen, die sonst mit allen erdenklichen Handelsartikeln Verschleiß treiben, waren damit beschäftigt, die Thronrede an den Mann zu bringen, und Überboten sich gegenseitig in ohrenzerreißendem Geschrei. Man begegnete um 4 Uhr kaum einem Menschen, der nicht las, und vor den öffentlich angeschlagenen Mauerexemplaren dräng- ten sich die Gamins und OuvrierS mit einem Feuereifer, als gälte es dem Stein der Weisen. Was den Text der kaiserlichen Ansprache betrifft, so höre ich von meist vortrefflich unterrichteter Sette folgende Details. Noch im letzten Moment veränderte der Kaiser an der Stelle, die sich auf die Relationen Frankreichs zu den übrigen Mächten bezieht, mehrere etwas dunkle Ausdrücke und gab dem Passus: „Wir können unseren Wunsch, den Frieden zu erhalten, laut proclamiren", seine endgültige Fassung; die ur» sprüngliche war weniger bestimmt. Madrid, 21. Jan. Von den bis jetzt bekannt gewordenen Wahlen sind 223 auf Monarchisten, 75 auf Republikaner und 15 auf Absolutisten gefallen, 10 Wahlen sind zweifelhaft. Newyork, 7. Jan. Am Neujahrstage hielt Präsident Johnson zum letzten Male den üblichen großartigen Empfang ab; viele Tausende drängten sich herzu, um dem Präsidenten die Hand zu schüt- teln, und beinahe die doppelte Anzahl wäre wohl erschienen, wenn General Grant sich strenge an den Vorschriften der Etiquctle gehalten und seinem Geg- ncr einen freundlichen Staatsbesuch abgestattet hatte. Doch Grant, der viel zu ehrlich ist, um seine wahre Meinung hinter einem diplomatischen Lächeln oder freundlichen Händedruck zu verbergen, war Tags zu- vor nach Philadelphia abgereist, um nach den Ferer- lichkettek wieder zurückzukehren. eine Wahlurne niederzulegende Stimmzettel ohne Unterschrift auSgeübt. Die Stimmzettel, vermittelst deren die Wahl erfolgt, müssen von weißem Papier und dürfen mit keinem äußeren Kennzeichen versehen versehen sein. Sie sind außerhalb des Wahllocals mit dem Namen de« Candidaten, welchem der Wähler seine Stimoie geben will, auSzusüllen. §. 12. Der Wähler übergibt in dem Wahllocal, sobald sein Name in der Wählerliste aufgefunden worden ist, seinen Stimmzettel dem Leiter der Wahlcommission oder dessen Vertreter, welcher denselben uneröffnet in den ve schloffenen Stimmkasten legt. Der Stimmzettel muß derart zusammengefaltet sein, daß der auf demselben verzeichnete Namen verdeckt ist. Stimmzettel, bei denen hiergegen verstoßen ist, odee welche nicht von weißem Papirr over mit einem äußeren Kennzeichen versehen sind, hat der Leiter der Wahlcommission zu- rückzuweisen. Insbesondere hat derselbe auch darauf zu achten, daß nicht statt eine« mehrere Stimmzettel abgegeben werde». §. 20. Wird eine Wahl abgelehnt, oder wird für ein ausgeschiedenes Reichstagömitglied eine Ersatzwahl erfoederlich, so wird d-S Ministerium eine neue Wahl veranlassen, welche auf Grund der für die erste Wahl aufgestellten Listen und er- theilten Vorschriften stattfindet. Tritt dieser Fall jedoch später als ein Jahr nach den allgemeinen Wahlen ein, so müssen die gesammten Wahlvorbereitungen mit Einschluß der Aufstellung und Auslegung der Wählerlisten erneuert werden. II. Bekanntmachung, betreffend die Bestimmung des Zeitpunktes, von welchem an das Gesetz vom 9. Mai 1868 wegen Todeserklärung von Personen, die an dem Feldzuge von 1866 Theil genommen haben und vermißt werden, in Wirksamkeit zu treten hat. III. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen, die Zollbehandlung der mit den Posten versendeten Packete betreffend. IV. Bekanntmachung der Großherzoolichen Ober-RechnungS- Kammer, die Vergütung für die in 1869 in Geld zu berichtigenden BesaldungS- und Pension«. Naturalien betreffend.- V. Concurrenz für: die evangelische Pfarrstelle zu Kirch-GönS mit einem Gehalte von 1398 st. 39 fr.; — die evangelische Pfarrstelle zu Badenheim mit einem Gehalte von 1033 st. 37 fr.; — die fatholische Stulstelle zu Appenheim mit einem Einkommen von 300 fl., nebst 35 st. für Heizung deS Schulsaalö. Mainz. 17. Jan. Die gegenwärtig tagenden Asfisen für daS erste Quartal l. I. bieten die leider auch an den Schwurgerichten der zwei andern Provinzen hervortretende Thatsache, daß fast die Hälfte der Fälle, nämlich 5 von 11, Verbrechen gegen die Sittlichkeit, größtentheils der rohesten Art, find. Eine nicht minder unerfreuliche Erscheinung ist daS Verhältnis der unehelichen zu den ehelichen Geburten. Von 1821 Geburten im Jahre 1868 waren 526 unehelich, also 28,3 pCt-, wovon übrigens auf die Entbindungsanstalt allein 328 kommen. ES ist indessen erwähnenewerth, daß diese Ziffern die vor 1866 nicht erreichen und mit den veränderten GarnisonSverhällniffen zussmmenzuhängen scheinen. — Gegen den durch Vermittlung deS norddeutschen Bundes in Nordamerika verhafteten und am 8. d. ins hiesige Arresthaus ejnge- brachten H. Schäfer aus dem nahen Bretzenheim ist die Untersuchung in vollem Gange. Er ist des Doppelmordes durch Gift an feiner Ehefrau und dem Manne seiner Zuhälterin und deS Giftmordsversuchs an dieser angeschuldigt. DaS Verhalten deS Verbrecher« ist ein sehr raffinirteS; inzwischen soll die Erpertise das Gift aus den Eadavern bereit« nachgewiesen haben. Koburg. Unser Staatsminister v. Eeebach hat soeben eine Broschüre veröffentlicht, die sich gegen daS schamlose Treiben Onno Klopp'S und seiner biedern Hietzinger Genossen richtet, einer angeblichen verrätheriscken Hinterlist de« Herzogs vou Koburg die Schuld für den Untergang der Hannoverschen Armee bei Langensalza aufzubürden. Er weist nach, daß der Herzog die Verhandlungen vor der Schlacht mit ernstlichem, redlichem Willen geführt, daß dagegen der hannnover'sche Oberst v. Dammers (durch sein Auftreten in dem Zander'schen Prozeß zu München bekannt) nur zum Schein mit dem Herzog verhandelt habe; ja er geht so weit, die beschworenen Angaben deS Herrn Obersten für unwahr zu erklären, und gibt ihm Sckuld, daß er eine von ihm mit dem Herzog vereinbarte Waffenruhe einfach ignorirt und seinem Könige verschwiegen habe, weil er inzwischen zu der Ueberzeugung von ihrer Unzweckmäßigkeit gekommen. Kurz — eS wird ein scharfes Gericht über Hietzinger Lug und Trug gehalten. London. (Neuer Themse-Tunnel.) DaS Project, in der Nähe des Tower, woselbst sich eine Brücke nur unter große» Schwierigkeiten und mit bedeutenden Geldopfer» Herstellen ließe, die beiden Themse-User durch einen unterirdischen Tunnel zu verbinden, ist in das erste Stadium seiner Verwirklichung getreten, und wird — den bisherigen Aussichten »ach zu ur- theilen — in der festgesetzten Zeit, sechs Monate, vollendet sein. Die Bohrungen unter der Themse haben begonnen, und zwar werden sie auf eine neue, einfache Art betrieben. Die Maschine arbeitet in der Art, wie ein Holzbohrer; so wie sie vorrückt, wird die thonigte Erdmasse nach Hinte» zurückgewor- fen und weggeschafft. An dem Bohrer ist ein Stück Tunnel befestigt, und in dem Grade, wie die Bohrung fortschreitet, werden außen neue Rippen angenietet, bis das jenseitige Ufer erreicht ist. Die Beförderung von Passagieren soll folgendermaßen stattsinden: Sie gehen durch ein Drehkreuz und nehmen ihre Sitze in einem geräumigen, ganz au« Stahlplatten gefertigten Omnibus, welcher vermittelst einer hydraulischen Maschine in den Tunnel Hinabgelaffen und von dort auf Stahl- schienen in 3‘/2 Minuten nach dem gegenseitigen Ufer befördert wird. Dort erfolgt die Auffahrt wiederum vermittelst einer hydraulischen Maschine. Beust und Bismarck erschienen neulich Arm in Arm auf dem Maskenball in Wien, die Polizei führte sie ab, geb aber Bismarck (als eine ungefährliche Person) wieder frei. Darmstadt, 18. Jan. Gestern Abend fand im großen Rttsert'schcn Saale eine Bürgerversammlung zur Besprechung des Anschlusses an die Bestrebungen des Protestantenvereins auf Einführung einer Presbyterial - und Spnooalverfassung statt. Es halten sich mehrere hundert Personen eingesun- den, welche einem durchaus gediegenen Vortrage des Hofgerichtsadvokaten Ohly über das Wesen. einer wahrhaft liberalen Kirchenversaffung in größter Auf- merksamkeit und unter häufigen Beileidsbezeugungen folgten. Nach Schluß der Versammlung wurde die Adresse des Protestantenvereins an den Großherzog mit vielen Unterschriften bedeckt. Darmstadt, 19. Jan. Von Seiten Großh. Ministenums des Innern ist den Ständen ein Gesetzentwurf vorgelegt worden, durch welchen das Verfahren, welches bei den über die Versicherung von Mobilien mit Feuervcrsicherungsanstalten abzuschließenden Verträgen zu beobachten ist, für sämmtliche im Großherzogthum zum Geschäftsbetriebe zugelassenen Mobiliar-Feuer-Versich^rungS-Anstalten, einschließlich der inländischen, tut Wege der Verordnung gleichmäßig geregelt werden soll. Aus Norddeutschland, 19. Jan. Aber- malS geht Vie Nachricht durch die Zeitungen, und zwar dieses Mal von römischen Quellen ausgehend, eS sei endlich ein Vertrag zwischen dem Grafen Bismarck und dem Cardinal Antonelli zu Stande gekommen, nach welchem ein päpstlicher Nuntius in Berlin seinen Sitz nehmen werde. Natürlich lauten die Relationen je nach dem Standpunkte verschieden; entweder: Rom habe endlich eingewilligt, oder: Bismarck habe endlich den Nuntius zugelassen rc. Wir glauben nicht sehr zu irren, wenn wir mittheilen, daß allerdings in gewissen Kreisen in Berlin einmal eine große Geneigtheit bestanden haben dürste, einen Nuntius „zuzulaffen", freilich in der stillen Voraussetzung, den römischen Nuntius für gewisse Zwecke zu brauchen, also: den Vertreter Roms für die eigenen Zwecke zu dirigiren, daß aber diese Geneigtheit, einen Nuntius zuzulassen, der vernünftigen Borstel- lung von anderer Seite habe weichen müssen, daß es nun und nimmermehr gelingen werde, den Nuntius (und d. h. ja doch nur: die festgeschlossene Phalanx der römischen Hierarchie unter dem Generalstabe der Jesuiten) für die Erreichung der eigenen Zwecke zu dirigiren, sondern daß durch die Zulassung eines Nuntius ein Mittel- und Haltpunkt für Parteibestrebungen in Preußen und Deutschland überhaupt geschaffen werden würde, welche die Zukunft Deutschlands auf Jahrhunderte in Frage stellten. Hoffen wir, daß die preußische Staatskunst das drohende Unheil gänzlich abwende. Berlin, 20. Jan. In einer Replik gegen die „Köln. Ztg." bemerkt die „Nordd. Allg. Ztg." bezüglich der Baron Werther: „Allerdings ist gelegentlich von Wien aus auf die Abberufung des preußischen Gesandten in vertraulicher Weise hingewirkt, diese Anregung aber von derselben Stelle so- fort wieder zurückgezogen worden, wahrscheinlich in der Ueberzeugung, daß nicht leicht eine versöhnlichere Versöhnlichkeit, als Frhr. v. Werther, zum Nachfolger hätte aufgefunben werden können. Wir glauben deßhalb, diesen letzteren Wunsch, den königlichen Ge- sandten in seiner Stellung lassen, als den Ausdruck der friedlichen Seite in Wien betrachten zu sollen." — Ein geistvoller und muthiger Freund Preußens und seines nationalen Berufe-, der Ge- schreiber Treitzschkc, warnt Preußen vor dem Wei- terschretten auf einem Wege, der ihm den Geist Deutschlands entfremden muß. Es gibt, sagt er in den Jahrbüchern, eine von Amtswegen begünstigte Partei in der evangelischen Kirche, die dem besten Inhalt des modernen deutschen Leben» feindselig ge« genübersteht, sie bedroht die Freiheit deutscher Bildung, die auf dem friedlichen Nebeneinanderleben der Consessionen beruht. In den neuen Provinzen ist dieß Thcologen-Regiment geradezu eine Gefahr für den Staat, sie verschärft den politischen Streit durch die Unversöhnlichkeit kirchlichen Haders; in Hessen regieren in der Kirche die „Nachthcssen", die Genossen Hassenpflugs und Vilmars, in Hannover und Nassau stellt dieses Regiment Kirche und Schule unter die Obhut der geschworenen Feinde Preußens. Das sei, sagt Treitzschkc, ein Abfall von der besten Ueberlieferung preußischer Könige. „Der kraftvolle Wille, der über die Ausführung des norddeutschen Vermischtes. Gießen. Dem Bernehmen nach wir das schwedische Sängerquartett, im Verein mit dem Pianisten Herrn Fällen aus Frankfurt, nächsten Montag den 25. Januar im Clubsaale ein Concert geben. Die Herren Luttemann Köster, Jtlberg und Syberg habet bei chrem ersten Auftreten im zweiten Concert de« Cor.certveremS so grotzen Beifall errungen, daß allen Musikfreunden die Gelegenheit, zum zweiten Male die herrlichen schwedischen Weisen so vorzüglich auSgeführt zu hören, jedenfalls willkommen sein wird. Darmstadt, 19. Jan. Das heute erschienene Regierungsblatt Nr. 2 enthält: , I. Bekanntmachung Großherzoglichen Mimstermms des Innern vom 14. d., die Wahlen für den Reichstag des norddeutschen Bundes in den nördlich deS Mains gelegenen Ge- bielstheilen deö GroßherzogthumS betreffend. Dieselbe lautet: Mit allerhöchster Ermächtigung Sr. Königlichen Hoheit deS Großherzogs werden die in §. 10, 12 und 20 der Bekanntmachung vorn 18. December 1866, die Wahlen für den Reichstag deS norddeutschen Bundes für die Provinz Ob erheben betreffend (Regierungsblatt S. 542) enthaltenen Bestimmungen hiermit aufgehoben und durch nachstehende Vorschriften ersetzt: §. 10. DaS Wahlrecht wird in Person durch verdeckte in