gtgra 9 Uhr | üildrl avs btm m Bastillkpl^ >ülige goldene 6r war nach Schiffbruch de» fe 3fhrmann eele in Ge- I btt btn (Sii »itl toM bit I tt Ätttt'." - httM, er ift banken, machte । er Wohltäter. Käufer zuiällig ich Dich wie- idrünfl befom- ich )u prügeln. ein Stabiler- ; >ar diese: Die Mvium-Bronze ,m 5 Zahlpsen- Eo erwies sich 7»«.m ®t«nb, L" eil1* «tatt, n, ' 1« f«• «ui1 *'*?«*• *' „wen" . ßute „,l< “n" Gießener Anzeiger Prcr^ vrerteljährltch 36 tx. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vtertelsährlich 49 fr Erscheint wüchenlttch drer- mal; Dienstags, Donnerstags und Samstags. — Expedition: -Canzleiberg Lit. B. Nr. 1 Anzeige- und Amtsbtatt für den Areis Kieszen. Nr. SS. Donnerstag den 22. Jnli ZSS^V. A m t L i cd e Bekttnntmerchunge n Das Bundes-Gesetzblatt des Norddeutschen Bundes Nr. 30, ausstegeben zu B->rliu am 16. Juli 1860, enthält; (Nr. 324.) Vereinszollgesetz. Vom 1. Juli 1869. (Nr. 325.) Gesetz, betr. die Sicherung der Zollvereinsgrenze in den vom Zollgebiete ausgeschlossenen Hamburgischen Gebietsteilen. Vom 1. Juli 1869. (Nr. 326.) Bekanntmachung, betr. die Benennung der innerhalb des Preußischen Jadegebietes in der Gründung begriffenen Stadt, zu deren Bezirk der Kriegshafen an der Jade gehört. (Wr. 327.) Bekanntmachung, betr. die Ernennung eims Con>uls des Norddeutschen Bundes zu Shanghai. (Nr. 328.) Bekanntmachung, betr. die Ernennung eines Consuls des Norddeutschen Bundes zu Taganrog. (Nr. 329.) Bekanntmachung, betr. die Ertheilung des Exequatur Namens des Norddeutschen Bundes an den Eonsul der Vereinigten Staaten zu Geestemünde. (Nr. 330.) Bekanntmachung, betr. die Ertheilung des Exequatur Namens des Norddeutschen Bundes an den Kaiserlich Französischen. Eonsul zu Danzig. Das BundeS-Gesestblatt des Norddeutschen Bundes Nr. 31, ansgegeben zu Berlin am 15. Juli 1869, enthält: (Nr. 331) Gesetz, betr- die Einführung von Telegraphen-Freimarken. Vom 16. Mai 1869. Gießen, den 19. Juli 1869. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Goldman «. B e k a N n t m a ch n ii g.' Betreffend: Den Ankauf von Vieh Berner Race. Der Unterzeichnete bringt hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß im September d. I. eine größere Anzahl junger Bullen der Simmenthaler Race im Canton Bern auf Kosten des landw. Vereins von Oberhessen angekauft und dann zu Anfang Dctober d. I. zu Friedberg öffentlich an Landwirthe der Provinz unter den noch näher zu treffenden Bestimmungen versteigert werden soll. Indem der Unterzeichnete hiermit das landwirthschaftliche Publikum und namentlich auch die Gemeinden der Provinz auf diesen Ankauf aufmerksam macht, fügt er zugleich an, daß Diejenigen, welche gelegentlich dieses Ankaufs für sich und auf eigene Rechnung Mutterthiere Berner Race mit angekauft haben wollen, gebeten werden, ihre deßfallsigen Wünsche längstens bis zum J. September d. I. bei dem Bureau des landw- Vereins von Oberhessen einzureichen. Laubach, den 16. Juli 1869. Der Präsident des landw. Vereins von Oberhessen: Otto, Graf zu Solms-Laubach. B e k a n u t in a ch u n g. In dem Landeszuchthaus Marienschloß soll die erledigte Stelle einer Aufseherin über die weiblichen Gefangenen mit einem Gehalt von 185 fl. baar, freier Mittags- und Abcndkost nebst 1 Pfund Brod täglich, im Anschläge von zusammen 65 fl. jährlich, ferner freier Wohnung, Feuerung und Licht auf Widerruf besetzt werden. Bedingung für diese Anstellung ist vor Allem Sittlichkeit und guter Leumund, sowie die erforderliche Bildung und persönliche Rüstigkeit. Die Bewerberinnen dürfen nicht unter 25 und nicht über 40 Jahre zählen. Als besonderes Erforderniß erscheint endlich die Kenntniß und Gewandtheit in allen weiblichen Arbeiten, namentlich auch im Weißzeugnähen. Die Anmeldung der Bewerberinnen hat längstens bis zum 30. August unter Vorlage der erforderlichen Nachweise bei der unterzeichneten Stelle zu geschehen. Die beizubringenden Sitten- und Leumundszeugnisse müssen von dem betreffenden Geiftlichui und Bürgermeister ausgestellt oder beglaubigt sein. Gießen, den 16. Juli 1869. Großherzogliche Provinzial-Direction Oberhessen. Dr. Goldman ii. Besondere Bekanntmachungen. Die Vertorfung von Schuldvelschreibnngen der Stadt Gießen auf Inhaber. 6164) Bei der diesjährigen planmäßigen Vertorfung der für 1869 zur Rückzahlung kommenden städtischen Obligationen auf Inhaber sind die nachfolgenden Nummern herausgekommen: 1. aö 1? II V t Hl «J /2 p * v e1 u 1 i y e n u x c k.) ii . Lit. A. Nr. 60, 69, 105, ä 1000 fl.......... 3000 fl. „ B. „ 19, 29, 37, 165, 183, 206, 235, ä 500 fl. . . 3500 „ „ C. „ 66, 103, 116, 176, 204, 244, 251, 286, 327, 372, ä 100 fl............. 1000 „ II. Von dem 4procentigen Anlehn: Lit. B. Nr. 17 ................ 500 fl. „ C. „ 29.............. . 100 „ Zusammen 8100 fl. Die Eigenthümer dieser Schuldverschreibungen werden eingeladen, ihre Kapitalien vor dem Schlüsse dieses Jahres bei der hiesigen Stadtkasse in Empfang zu nehmen, weil eine Verzinsung nur bis letzten December 1869 stattfindet. Gießen, am 16. Juli 1869. Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. 6180) Die Besorgung des Postfuhrwesens auf der Station in Gießen soll vom 1. October c. a. ab fernerweit contractlich verdungen werden. Es handelt sich hierbei zunächst um Sicherstellung der Entreprise vom 1. October c. a. ab bis zum Termine der Eröffnung der Eisenbahnstrecken von Gießen nach Grünberg und nach Hungen, resp. der Benutzung derselben zu Postbeförderungen, wozu die Unterhaltung von ppir. 17 Pferden erforderlich ist, und demnächst um die Unterbringung der nach jenem Termine der Station noch obliegenden Leistungen, welche mit einem Pfcrde- ftanbe von etwa 5 Stück und einer Beichaise sich verrichten lassen werden. In Bezug auf die Unterhaltung des während der ersten l1/, bis 2 Monate erforderlichen erheblich höheren Pferdestandes wird bemerkt, daß die Postverwaltung bereit ist, dem Unternehmen aus die besonderen Nachtheile 2c.. welche demselben aus der An- und Abschaffung der Pferde etwa erwachsen würden, eine angemessene Entschädigung zu gewähren. Ebenso liegt es, was die Bereithaltung von Wagen betrifft, in der Absicht der Verwaltung, von dem Unternehmer die Anschaffung eines besonderen Wagen -Jnventariums — mit Ausnahme der obenbezeichneten Veichaise — nicht in Anspruch zu nehmen, vielmehr zu den gegenwärtigen, von der Station Gießen ausgehenden und demnächst in Wegfall kommenden Personen-Posten das erforderliche Inventar an Beichaisen re. demselben zur Disposition zu stellen. Die sonstigen Bedingungen der Entreprise können bei der hiesigen Ober-Post-Direction und bei dem Postamte in Gießen eingesehen werden. Oualifieirte Unternehmer, welche die qu. Entreprise zu übernehmen geneigt sind, werden aufgefordert, sich bei der hiesigen Ober- Post - Direetion schriftlich oder persönlich innerhalb der Büreaustunden zu melden- Darmstadt, den 20. Juli 1869. Der Ober-Post-Direetor- In Vertretung: Calame. Versteigerungen. 6186) Die Lieferung von 606 Pfund' Hafer, 201 „ Heu, 234'/z „ Stroh soll Donnerstag den 22. d. Mts., des Nachmittags 6 Uhr, auf hiesiger Bürgermeisterei versteigert werden. Wiesest, den 20. Juli 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Wieseck. Lang. 6160) Freitag den 23. Juli, Nachmittags 2 Uhr, sollen im Hause des Herrn Metzgers Geismar in der Marktstraße verschiedene Mobilien, Bettwerk, Weißzeug, Küchen- und Hansgeräthschasten gegen baare Zahlung versteigert werden. 6199) Samstag den 24. Juli d. I., Nachmittags 2 Uhr, soll die den Andreas Plank Erben gehörige Erndte, bestehend in Korn, Gerste, Haselund Ksrtoffeln, an Ort und Stelle versteigert werden Die Zusammenkunft ist Nachmittags um halb 2 Uhr am Neuenweger Thor. Gießen, den 21. Juli 1869. __________K. Vogt, Ortsgerichtsmann. 6161) Donnerstag den 22. Juli d. I., Nachmittags 2 Uhr, sollen in dem früher Gravelius'schen Hause in der Sandgasse Möbel, Bettwerk und dergl. gegen gleich baare Zahlung öffentlich meistbietend versteigert werden. - u r -- ........«ria — JXgawn» cwua—* n i Feilgebotenes Danii - Dreschmaschinen. 6168) Zu der bevorstehenden Ernte offe- riren wir die Lanz'sche Hand-Dreschmaschine zu den Fabrikpreisen: ohne Schwungrad .... 88 fl., mit „ .... 95 „ „ Strohschüttlern . . . 125 „ „ Rädern versehen . . .160 „ Futtnschneid-Maschine... 49 „ Schrotmühlen......41 „ Für gute Leistungen und Solidität der Maschinen wird Garantie geleistet. _______________________Flick & Kröll. 6167) Neue Franksurter Kartoffeln, per Gescheid 4 kr., in vorzüglicher Güte, bei E. Spier. 6181) Vorzügliche Stachelbeeren, pr. Maas 6 kr., im K ö r n e r'schcn Garten. 6171) Hausenblase, Scliellatine, sowie Universalklärungsmittel nebst Gebrauchsanweisung, bei Pitthan. 6179) Brillant-Parassin-Kerzcn, pr. Paquct zu 26 fr., sehr schön brennend, enipfiehlt__Carl Lony. 6182) Schellack, feinst blond, pr. Pfd. 48 kr., bei___________E- F. Sem ml er. 6176) Getragene Ueberröcke, noch in sehr gutem Zustande, sind billig zu verkaufen bei Fritz Münch, Schneider, ___________________Katharinengasse._______ Fußboden-Anstrich. Anßbodenlack, sofort trocknend, Lcinolsiccatif zum Einölen, Öelfarbc, fertig zum Anstrich, rasch und hart trocknend, sowie alle sonstigen Ingredienzien zum Anstreichen und Wichsen der Fußböden, empfiehlt Emil Fischbach, (6187)___________________Seltersweg. 6162) Ein gut erhaltenes 6octaviges Clavicr wird billig abgegeben. Näheres bei Meyer Rothenberger, ___________________Neuenweg.________ 6189) Feinstes Trauben-Gelee wieder eingetroffen bei I. A- Busch Söhne. 6192) Spät - Gemüse - Pflanzen in allen Sorten, Sellery- und Endivien-Pflanzen bei L. Hartmann, in der Schanz. Herbstrüben-Samen, halblangen wie langen, in bester Qualität, empfiehlt die Samenhandlung Carl Deines, (6190)Mäusburg Lit. B. Nr. 15. 6178) Sehr guter Weinessig, zum @in: machen vortrefflich, bei Earl Lony. 6173) Im Gasthaus zum Löwen ist ein Haufen guten Mistes zu verkaufen. _____________________G- Arnold. 6183) Herbstrübensaamen bei C. F Semmler. 6177) Seife in allen Sorten, bestes Waschblau und Waschpulver, sowie feinste Waizenstärke, bei ____________________Carl Lony. Für Brauer- 6172) Malz, Hopfen und Pech. — Laaerbier bester Qualität. __________________________ Pitthan. 6191) Gute gelbe Johanni-Kartoffeln, per Meste 30 kr., Salat-Kartoffeln, per Müschen 4 kr., verkauft L. Hartman n, in der L-chanz. Dampf-Dreschnralchine. 6174) Eine fast neue englische 8pferdige Dampf-Dreschmaschine wird billig abgegeben oder vermiethet- Näheres bei der Exped. d. Bltts. Die allseitige Anerkennung bürgt für die Güte eines Fabrikats. 6196) lieber fünf Jahre sind es, daß ich an Luftröhren-Verschleimung, Husten und Kurzathmigkeit gelitten, verschiedene ärztlich verordnete Mittel und Medica- mente gebraucht, über 50 Thlr. Kosten gehabt und dennoch keine Hülfe gefunden habe. , v Durch Zufall aus dxn Daubitz'schen Kräuter -Liqueur*) aufmerksam gemacht, habe ich zu meiner Freude bemerkt, daß ich, nachdem ich 3 Fl. verbraucht, die größte Erleichterung und Hülfe gefunden habe, und meinen ländlichen Arbeiten wieder nachgehen kann. Ich bekenne gern und möchte dieses einfache Mittel Allen rathen, welche von ähnlichen Uebeln E heimgesucht werden. Ottewalde in der sächsischen Schweiz. 8 Traugott Richter, Gutsbesitzer. | —..............Illi......NI f— *) Zu haben in den bekannten Niederlagen. 6163) Ein Familienlogis, bestehend aus 3 ineinandergehenden Stuben, Küche und sämmtlichem Zugehör, ist zu vermiethen und pr. 1. October beziehbar Neustadt Lit. D. Nr. 86. Vermischte Anzeigen. I Turnverein. Generalversammlung Montag den 26. Juli, Abends 8 Uhr, im Darmstädter Haus. Tagesordnung: 1) Auslieferung eines Preises an den Gewinner. 2) Absendung von Preisturnern nach Worms. 3) Anträge beim Turntag. 4) Wahl eines Vertreters beim Turntag. Der Vorstand. Einladung. 6188) Alle Diejenigen, welche eine Forderung an den Müller Johannes Volk auf der Weißmühle bei Großen-Buscck zu bilden haben, werden zu einer Berathung auf Sonntag den 25. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, in den Schützenhof zu Gießen eingeladen. Mehrere Gläubiger. 6200) Fräulein Louise R. zu ihrem heutigen 22. Geburtstage ein Hoch, daß das ganze buckelige Kreuz wackelt! Local gesucht. 6155) Für das Bureau der Gewerbebank werden 2—3 Zimmer gleicher Erde oder in der l. Etage — möglichst inmitten der Stadt gelegen — zu miethen gesucht. Bezügliche Offerten wolle man gefälligst — entweder an den Unterzeichneten in seiner Wohnung bei Herrn Kaufmann C. Münch von 12-2 Uhr Mittags oder an Herrn W. Balser in der Neustadt — gelangen lassen. Gießen, den 17. Juli 1869. Für den Borstand der Gewerbebank: I. Hanstein, Vorsitzender. Orgelbaugehülfen können eintreten bei (6152) H. Keller, in Darmstadt. 6194) Eine Köchin, die etwa in 4 Wochen oder zu Michaeli eintreten kann, wird ge- gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 6158) Einen tüchtigen Küfergesellen sucht H. Hillgärtner. 6154) Ein Dienstmädchen wird gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 6156) Bei der Universitäts-Kasse liege Kapitalien von 600 fl. und 400 fl gegen gerichtliche Sicherheit zum sofortigen Ausleihen bereit. — Unter gleichen Bedingungen werden in der nächsten Zeit Kapitalien von 2000 fl., 1500 fl, und auch kleinere Summen ausgeliehen. Gießen, im Juli 1869. Großh. Universitäts-Rentamt. Zinß er scher Garten. 6169) Freitag den 2 3. Juli: 7. Abvimemeilts-Concert, ausgeführt vom Musik-Corps des Großh. Hess II. Inf.-Reg., unter persönlicher Leitung seines Dirigenten, Herrn D. Reifert. Anfang 5 Uhr. — Entree für Nichtabonnenten ä Person 15 kr. Die verehrten Abonnenten werden freundlichst ersucht, ihre Karten mitzubringen. Programme an der Kasse. Agenten-Gesuch. 6157) Für das bestehende Geschäft einer inländischen Feuer - Berstcherungs - Gesellschaft wird für die Stadt Gießen ein tüchtiger Agent gesucht. Ges. Offerten unter Chiffre D. T» besorgt die Expedition d. Bltts. 6197) Arbeiterinnen in und außer dem Hause gesucht von Koch & Patz. Turnverein. Zur schönen Ans sicht. Donnerstag den 22. Juli, Abends 6 Uhr: Grande Soiree dcr berühmten Violistin Amalie Hartleb (Schülerin des rühmlichst bekannten Louis Spohrs, unter Mitwirkung des Guitarren-Virtuosen und Cellisten Herrn I. Hoffmann, sowie des unüber, treffliche» Physiognomikers, Svrachorgan-Künstlers und Komikers, Herrn Julius Heyder aus Chemnitz. Entree ä Person 6 kr. Vermisthungen. 6166) Ein Familienlogis ist zu vermie- then bei Louis Lotz, Reichensand. 6193) Ein möblirtes Zimmer ist zu vermieden bei C. Kluge, Musikus, Reichensand. 6159) Ein Familienlogis von 4 großen ineinandergehenden Zimmern nebst Zugehör ist zu vermiethen und alsbald zu beziehen. H. M. Jughardt. 6151) Der untere Stock meines Hauses, bestehend aus 4 ineinandergehenden Zimmern, Magd- und Bodenkammer, Küche, Keller, Holzstall rc., ist sofort zu vermiethen. Ehr. Löb er, Neuenweger Thor. 6153) Im ersten Stock des Darmstädter Hauses ist ein freundliches Familienlogis, auf die Straße gehend, zu vermiethen. ______________________________ 6131) Zwei ineinandergehende Zimmer sind auf nächstes Semester zu vermiethen Neuenweg Lit. B- Nr- 194. 6198) In der früheren Post vor dem Wallthor ist ein geräumiger, guter Keller zu vermiethen durch Hofger.-Advocat Engelbach H. 6184) Da die Quartierliste für das Wormser Turnfest bis zum Freitag den 30. l. Mts. geschlossen wird, so werden die Theilnehmer gebeten, sich alsbald beim Turnwart anzumelden. Der Vorstand. Freuz, -Expedition in lllnz. 6170) Ein junger Lehrer (Israelit), auf dem Seminar zu Hannover gebildet, welcher in allen Realfächern unterrichtet, sucht in einer Universitätsstadt eine Stelle als Hauslehrer, wobei es ihm gestattet ist, die Universität zu besuchen- Auf großen Gehalt wird nicht reflectirt- Franco-Offerten unter G. Z. 115 besorgen die Herren Haa- fenftein ö» Vogler in Frankfurt a. M. 6165) Ein Frauenzimmer, welches allen häuslichen Arbeiten vorstehen kann und gute Zeugnisse aufzuweisen hat, wird gegen hohen Lohn sofort in Dienst gesucht von Gg. Sch mehl, am Brand. Die weitverzweigte Zeitungs-Annonccn-Expcdition der Herren Haafenstein K Vogler in Frankfurt a. M., bis jetzt an acht verschiedenen Hauptplätzen Deutschlands, Oesterreichs und der Schweiz etablirt, hat seit dem 1. Juli zwei neue Zweiggeschäfte in Stuttgart und Genf begründet, das neunte und zehnte Etablissement dieser seit langer Zeit vortheilhaft bekannten Firma._____________________________________ in n Haasenstein & Vogler, Zeitungs - Annoncen - Expedition (Bureau «le publicite) in Frankfurt am Main, grosse Gallusstrasse No. 1. Zeitungs-Catalog gratis und franco. Basel, Steinenberg 29, Berlin, Leipzigerstrasse 46, St. Gallen, Obere Grabenstrasse 12. Hamburg, Neuerwall 50, in Leipzig, Markt 17, „ Wien, Neuer Markt 11, „ Zürich, Elsassergasse 1. Telegraphischer Bericht, mitgctheilt von dem Haupt-Agenten C. W. Dietz. Das Postdampfschiff des Nordd. Lloyd „Rhein", am 3. Juli von Bremen abgegangen, ist am 17. Juli, Morgens 4 Uhr, wohlbehalten in New-York angekommen. Das Postdampfschiff des Nordd. Lloyd „Leipzig", am 30. Juni von Bremen abgegangen, ist am 17. Juli, Morgens 9 Uhr, wohlbehalten in Baltimore angekommen. Das Postdampfschiff des Nordd. Lloyd „Deutschland", am 8. Juli von New- York abgegangen, ist am 18. Juli, Abends 8 Uhr, wohlbehalten unweit Cowes eingetroffen und hat um 10 Uhr die Reise nach Bremen fortgesetzt. An die verehrlichen Bewohner GietzenS. Das unterzeichnete Comits für Abhaltung eines Jngendfestes dahier legt allen verehrlichen Bewohnern der Stadt, denen es mit der Bildung und Kräftigung der Jugend Ernst ist, nochmals seine Sacke dringend an's Herz, mit der Bitte um allseitige Forderung des Um ternehmens, insbesondere durch baldige Einsendung von Festgefchenken oder Geldbeiträgen. Auch die kleinste Gabe ist willkommen und wird mit Dank angenommen von den Unterzeichneten. Gießen, den 21. Juli 1869. Albach, Dr. Buchner, Curschmann, Müller, Rübsamen, Steiner, Vigelius, Dr. Weiffenbach, Zimmer. Frucht- und Ntehlpreife in verflossener Woche von nachbenannten Orten und Fruchtmärkten. Frachtmärkte. 1 Juli Walzen. Korn. Gerste. Spelz. Hafer. Erbsen. Linsen. Wicken. Kartoffeln. | 1 Wciß- , mehl. Auf dem Markt Mit^ preis Auf 4)cm Markt Mit.- preis Auf dem Markt preis Auf dem Markt Mit.- prcis Auf dem Markt Mit.- preis Auf dem Markt Ntit.- preis Auf dem l Niarkt 1 Mit.- preis Auf dem Markt Mit.- preis Auf dem Markt ! tunt- preis g- ftjfr- auf- gef- J verk.i fl. fr. c ® verk. f!. kr. auf- gef- «2 fl. kr. auf-1 gef- fl.jtr. •laß -jnv | verk. fl. fr. !auf- IjA oerf. fl.fr. auf- gef^ ü fr. S CD ’L fr. fl. fr. Gießen Alsfeld Grünberg Lauterbach Mainz 17. 17. 17. 16. M. 281 55 i M- 214 222 36 489 11 11 11 12 50 40 50 9)i. 82 137| M. 65 136'. 381 99 9 35 9 10 10 — 8 41 M. 91 12] M- 71 23' 3 2 8 7 8 7 30 51 30 M. 1 1 1 1 1 § I 1 111 i 1 1 Illi M. 9 i“' M. 9 35 8 6 6 6 6 6 30 12 26 30 1 1 1 1 1 g' M- 12 11 40 1 III 1 8 1 1 1 1 1 g M. 1- M- 1 1 1 1 1 r JJi. üz 1 1 1 1 1 — 3 3 14 II i LI Normalgewicht per Malter: Walzen 200, Korn 180, Gerste 160, Spelz und Hafer 120, Erbsen, Linsen, Wicken 220, Kartoffeln 200, Mehl 140 Pfund. «RuV- txr ®,( unD M sE, B * ginnen, l titlet en yen M er einig«' ihnen ge> war- - Elu ychs hi Jänner, fen ließe, blick zu s die Höhe hier ven Der zu könne schrecklichc »Si fort, „fin Albi gewahrte, Nack »S' Dieses 3 zelne Abt Mit einet Ml Schützen der recht Führer' Feinde r Müden c verloren. „Abi selbst den „All wie vorhe 3n 1 deren Ech Engpaß e seine Aug feuern," f Kaui tlstvmd Antlitz dl den Augi Sinndpnr Dampf a befielen fi, Heer. Ei dies Wahr verralhrn; die Unsere Wirk die dem st sie auch ft wieder ein ... Mf ruckenden Gefährte beschäftigt M Im, , »9h stets in r 9?ad nand mit im ü hilf tu, öl“ i4 ben i «hi jh Feuil Der B a r b o n e. (B arbone, im ital. Volksdialect: der Bärtige.) Novelle von Fr. Büchner. (Verfasser der Preisnovelle „Jugendverirrungen.") (Fortsetzung.) Man gönnte den Soldaten nach dem mühsamen Tagesmarsch die nothige Ruhe, und überall sah man Gruppen derselben in dem dichten Grase längs der Straße lagern, — aber es herrschte eine feierliche Stille durch das Heer und nirgends begegnete man fröhlichen, kampfesmuthigen Gesichtern. Ernst, verschlossen sahen die Meisten stille vor sich nieder. Nachdem die Führer bereits mißmuthig lange vergeblich auf das Erscheinen des Obergenerals geharrt hatten, um dessen Befehl zu vernehmen, ob heute noch der Einzug in den Engpaß beginnen, oder damit bis zum anbrechenden Morgen gewartet werden solle, erschien dieser endlich an der Seite eines fremden, unbekannten Mannes — und ertheilte den Befehl, sogleich den Einzug in den Engpaß zu beginnen. Zugleich winkte er einigen Hauptleuten und entließ sie dann, nachdem er einige Worte leise mit ihnen gewechselt hatte, in Begleitung des Fremden, mit dem er soeben gekommen war. — Etwa eine Viertelstunde entfernt von dem furchtbaren Eingang des Engpasses hinter einer der am weitesten vorgeschobenen Felswände lehnten zwei Männer, die mit gespannter Aufmerksamkeit die Blicke der Straße entlang schweifen ließen. Ein dünnes Gestrüpp, das licht genug war, um einen freien Durchblick zu gewähren, entzog sie völlig den Blicken derer, die von dem Thale aus die Höhe beobachteten. Es war der Mönch und Albrecht von Schauenstein, die hier den Einzug des Heeres in den Engvaß mit Ungeduld erwarteten. Der Mönch hatte sich weit in das Gebüsch vorgebog'cn, um genauer sehen zu können; jetzt zog er rasch den Kopf zurück und sagte mit einem Ausdruck schrecklicher Freude auf dem Gesicht: „Sie kommen! Sie ziehen heute Abend noch ein. Dann," fuhr er düster fort, „sind sie alle verloren." Albrecht von Schauenstein schaute ebenfalls nach dem Eingangsthor und gewahrte, wie die dunklen Massen sich langsam denselben zuschoben. Nach einiger Zeit sagte der Mönch mit verdrießlichem Tone: „Sie halten wieder und scheinen die Führer zweifelhaft, was sie thun sollen. Dieses Zögern will mir schlecht gefallen, — und siehe, lösen sich dort nicht einzelne Abtheilungen des Feindes und lenken seitwärts ihren Weg den Bergen zu?" Mit einem Tone ängstlicher Hast fragte er Albrecht: „Wir sind doch im Rücken durch eine hinlängliche Zahl guter, zuverlässiger Schützen gedeckt?" „Ich habe es so angeordnet," erwiederte der Jüngling bekümmert; „allein der rechte Gehorsam ist nicht mehr da, seitdem sich Speckbacher und andere Führer von dem Aufstand losgesagt. Jeder möchte für sich gern Rache an dem Feinde nehmen — und bei dem ersten Schuß, der fällt, werden alle in unserem Rücken aufgestellten Posten hierhereilen." „Das ist schlimm, sehr schlimm," murmelte der Mönch, in tiefes Nachdenken verloren. „Wenn der Feind die Steige über das Gürzich wüßte!" „Aber die wird er nicht finden," unterbrach ihn der Jüngling, „sie sind selbst den Einheimischen schwer erkennbar." „Allein werden sie dieselben nicht finden," sagte der Mönch noch düsterer wie vorher, „doch —" In diesem Augenblick verkündeten ein Paar weithin schmetternde Signale, deren Echo vielfach von den Felswänden widerhallte, daß der Feind in den Engpaß eingezogen war. Der Mönch war bei diesen Tönen emporgeschnellt: seine Augen glühten in düsterem Feuer. „Wenn die Unseren nur nicht zu früh feuern," sagte er mit unheimlichem Ton, „dann sind sie alle verloren." Kaum aber hatte er das Wort vollendet, da fiel ein Schuß, der vumpf- thr'önend längs des Thales wiederhallte. Jmvem sich heftiger Zorn auf dem Antlitz des Mönches ausprägte, musterte er mit seinem scharfen, durchdringenden Auge die Reihe der Felswände, welche sie von ihrem weit vorspringenden Standpunkte aus übersehen konnten. Als er aber nirgends den aufsteigenden Dampf aus dem Stutzen eines vorlauten Tyrolerschützen wahrnehmen konnte, hefteten sich seine forschenden Blicke hinab auf das immer näher heranziehende Heer. Er entdeckte dort ein leichtes, aufsteigcndes Wölkchen und rief, sobald er dies wahrgenommcn, Albrecht von Schauenstein zu: „Unsere Nähe ist dem Feinde verrathen; aus seinen Reihen fiel der Schuß, und dies ist eine Kriegslist, um die Unseren zu frühzeitig zum Feuern zu bewegen." Wirklich fielen nun rasch hinter einander längs der Bergreihe einige Schüsse, die dem Feind noch keinen Schaden zufügten, aber ebenso schnell verstummten sie auch wieder, weil man die Absicht des Feindes erkannt hatte. Es herrschte wieder eine Todesstille. Während aber nach und nach der gleichmäßige Schritt des immer näher rückenden Feindes vernehmbar wurde, verharrte der Mönch und sein jugendlicher Gefährte im tiefsten Schweigen und mit der Beobachtung des nahenden Heeres beschäftigt Nun aber, als einzelne Abtheilungen schon an ihnen vorübergegan- flcn, sprach der Mönch feierlich: „Nun ist die Stunde da; aber Albrecht, nicht tollkühn heute! Halte Dich stets in meiner Nähe!" Nachdem sich Beide die Rechte gereicht hatten, trat der Mönch hervor und stand mit wenigen, sicheren Schritten auf der Spitze des Felsens. Die Sonne war im Untersinken und schien nur noch mit ihrer großen, dunkelrothen Scheibe einen Augenblick länger zu verweilen, um ihre letzten Strahlen über das merkwürdige Wesen auszugießen, welches nun da oben erhaben aus dem einzelnen Felskegel unbeweglich wie ein fernes Standbild anzuschauen war. Die Linke hielt das große, schwarze Crucifix hoch in vie Höhe, die Rechte die Fahne, die ein Kreuz mit einem Strahlenkranz in den Farben Tyrols in ihrem Felde trug. Auch den Jüngling erfaßte das allgemeine Gefühl, welches der Anblick des Mönches bei dem Volke hervorzubringen pflegte; Verehrung und Grauen mischte sich darein: Verehrung vor dem Muthe dieses sonderbaren Mannes und zugleich Grauen vor ihm, wenn er bedachte, wie derselbe, ohne selbst den Wahn seines Volkes ’.u theilen, den religiösen Fanatismus zum Haupthebel für die Anfachung einer teoesmuthigen Begeisterung bei seinem Volke gebrauchte. Kaum war die wohlbekannte Gestalt des Mönches auf dem Gipfel des Felsens sichtbar geworden, — da ging längs den Höhen eine merkwürdige Um- l e t o n. Wandlung vor sich. Ueberall ertönte der Ruf: „Tyrol und die heilige Jungfrau" ; hinter jeden Felswand sahen die Stutzen hervor und sandten ihre mörderischen Geschosse in das noch ruhig dahinziehende Heer. „Jetzt sind sie am Scheideck," rief der Mönch unheimlich dem noch ruhig da lehnenden Albrecht von Schauenstein zu. „Sie sind nun ihrer Vernichtung gewiß; haltet Eure Aexte bereit," fuhr er zu einigen in der Nähe stehenden Bauern gewendet fort. Diese erhoben langsam die Aexte, jeden Augenblick be- reit, dem Befehl des Mönches nachzukommen, um die Seile zu kappen, welche eine Anzahl schwerer Baumstämme hielten, die bestimmt waren, im Hinabrollen durch ihre Wucht einen Theil des Feindes in den Engpaß zu zermalmen. Als aber der Mönch nun mit lauter Stimme rief: „Kappt die Seile!" da ertönte plötzlich ein furchtbares Geschrei über ihren Häuptern. „Der Feind, der Feind, wir sind überfallen," dieser Ruf erschallte von allen Seiten — und wirklich wurden gleich darauf einzelne Abtheilungen der Feinde sichtbar, welche die Tyroler umgangen und bereits ringsum eingeschlossen hatten. „Wir sind verrathen," rief der Mönch den sich rings um ihn sammelnden Bauern zu. „Albrecht, bleibe an meiner Seite; ich will uns retten, wenn es möglich ist." Aber vergeblich sah sich der Mönch nach demselben um; denn der Jüngling hatte sich bereits mit einer kleinen, todeSmuthigen Schaar einer Abtheilung des rasch andringenden Feindes entgegengeworfen, und als die forschenden Blicke des Mönches nach ihm suchten, sah er, wie derselbe mit seiner kleinen Schaar von dem Feinde übermannt und gefangen wurde. „In dem Namen der heiligen Jungfrau, es gilt die Rettung Albrecht's von Schauenstein," schrie der Mönch mit furchtbarer Stimme; allein vergeblich warf er sich mit den um ihn geschaar- ten Bauern dem Feinde entgegen. Ein Kämpfer nach dem anderen fiel an seiner Seite, und bald sah sich der Mönch gänzlich allein gelassen. Da der gemeine Soldat nicht zu bewegen war, Hand an dieses gespenstige Wesen zu legen, das allein wieder im dichten Kugelregen unverwundet geblieben war, sprangen einzelne Hauptleute an die Spitze Der Soldaten, um sich gemeinsam des Kapuziners zu bemächtigen. Dieser war langsam zurückweichend wieder in die Nähe des Felsens ongelangt, von dem er das Zeichen zum Angriff gegeben hatte. Er sprang in das lichte Gebüsch und verschwand gleich darauf hinter der Felswand. Em lauter Freudenschrei wurde von den Hauptleuten ausgestoßen, denn sie wußten nun, daß der Mönch ihr Gefangener war, da sich der Fels allein von Den übrigen gesondert aus dem Boden erhob. Nachdem derselbe schnell in doppelten Reihen umstellt war, begannen die Führer selbst, da sich die gemeinen Soldaten hartnäckig weigerten, die einzelnen, nicht tiefen Einschnitte des Felsens zu durchsuchen. Allein jede Nachforschung blieb erfolglos; der Mönch war und blieb verschwunden, und nirgends fand sich die geringste Spur, welche die Art der Flucht deffelben zu enthüllen vermocht hätte. Die Führer blickten einander verwundert an und tauschten ihre Ansichten über dieses sonderbare Verschwinden aus, der gemeine Mann aber fand das sehr-natürlich und ward nun noch mehr in dem Wahn bestärkt, daß der Mönch mit bösen Mächten im Bunde stehe. Bald lag der Ort — soeben noch der Schauplatz des erbittertsten und verzweifelten Kampfes — in einsamer Stille und das Dämmerlicht breitete seinen friedlichen Schatten über die Menge der Todten, die hier Feind neben Feind in Eintracht schliefen. Aber nicht lange verhüllte das Dunkel des Abends dieses kleine, dicht mit Leichen übcrsäete Schlachtfeld, — allmählkg wurde das Licht der Sterne leuchtender, und bald goß ihr zahlloses Heer an dem unbewölkten Himmel seinen milden Glanz über die Blutstätte — und ließ die einzelnen Todten mit ihren bleichen, größtenthcils schrecklich verzerrten Gesichtern erkennen. Hier und da sah man einen Soldaten und einen Tyrolerbauern noch sich umfaßt haltend, in der schrecklichen Umarmung verharrend, in der Der Tod sie beide überrascht hatte. Nun schienen sie Freunde, die, um sich gegenseitig zu schirmen, eng umschlungen, neben einander zu erquickendem Schlummer sich nie- dergelaffen batten. Zwei Stunden mochten seit Der Beendigung des Kampfes verflossen sein, als an Der einen Seite des Felskegels, wo Der Mönch auf so wunderbare Weise spurlos verschwunden war, — ein hervorspringendes Felsstück sich langsam wegschob und eine Oeffnung sehen ließ, die groß genug war, daß ein Mensch hindurch zu kriechen vermochte. Jetzt schaute vorsichtig das Gesicht des bleichen Mönches daraus hervor, Dann wurde ein Arm sichtbar, der Den kurzen Stutzen festhielt, — nun hatte sich der Mönch ganz durchgedrängt und stand aufrecht vor dem Felseneinzang. Nachdem er noch einmal mit der größten Vorsicht nach allen Seiten hingelauscht hatte, schloß er mit einem kräftigen Druck Die Oeffnung wieder mit Dem weggeschobenen Stein und schlich dann langsam hervor auf das kleine, aber zahlreich mit Todten besäete Schlachtfeld. Als er eine Weile starr darauf hingeblickt, wandte sich sein Auge aufwärts zu Dem ruhigen, hellflimmernden Sternenhimmel. „Nur Da oben ist Friede," murmelte er, „aber auf Erden ist Haß, entsetzlicher, mitleidsloser Krieg." Er sank auf die Kniee und als er den Stutzen nahe neben sich zur Erde niedergelegt hatte, so daß er ihn jeden Augenblick zu erfassen vermochte, faltete er Die Hände zum Gebet. Aber es war kein Gebet eines Priesters, Der nach dem Vorbild des Welt- erlösers um Vergebung für feine Feinde bat; es war ein heißes Gebet um Verderben Der Unterdrücker seines Vaterlandes; nur für Einen bat er Rettung von Gott, für Den gefangenen Kampfgefährten Albrecht von Schauenstein. Das Gebet war vollenDet und er erhob sich, um, wie es schien, diese traurige Stätte zu verlassen, aber plötzlich blieb er stehen uno sagte leise vor sich hin: „Ich will noch eine Stunde harren, — trügt meine Ahnung nicht, — Dann wird er kommen." Er ließ sich hinter dem schützenden Vorsprung des Felsens auf einen Stein nieder, stützte das Haupt in die Hände und saß nun vielleicht eine Stunde be- wegungslos, in tiefen Gedanken vor sich hinstarrend, da. Auf einmal erhob er leicht das Haupt und neigte sich lauschend nach Der einen Seite hin. Es war keine Täuschung, man vernahm Den leise schleichenden Fußtritt eines in kurzer Entfernung Herannahenden. Der Mönch trat noch mehr zurück und verharrte in athemloser Spannung, bis die Erscheinung sichtbar wurde. Jetzt erschien ein Mann in Der Kleidung eines gemeinen baierischen Soldaten und schaute sich vorsichtig nach allen Seiten um. (Fortsetzung folgt.) P s 1 i t i s eh e Mundsehau das Militär hoch feuerte unv die Kugeln Daher über die Kopse der Nächslstehendtn hinweg im Bogenschutz die Entfernteren trafen. Ferner haben noch mehrere Personen, die sich in Privatpflege begaben, schwere Verletzungen erhalten. Die eigentlichen Urheber deS Exceffes sind wohl nicht auf den Straßen zu suchen. Die Untersuchung ist in vollem Zuge. Am 14. und 15. wurde Die Ruhe nicht weiter gestört, obwohl die Aufregung groß war und die Phy- sionomie der Fabrikvorstädte einen unheimlichen Eindruck machte. Die Militärbehörden hatten detzhalb auch eine bedeutende Waffenmacht in beständiger Bereitschaft, um weitere Ausbrüche der sichtlich von nationaler Seite her fanatisirender Menge nieder- zogen sie mit der Rotte auf und ab. Die Neugierde lockte auch viele Personen aus der Stadt herbei, und auf diese Weise mochten gegen 8 Uhr sich wohl an 20,000 Menschen in der Zosephstadt eingefunden haben. Bei dem Bcthlach'schen Haus in der Franz Josephstraße, in welches die Eommunalwachstube verlegt worden war, fand der stärkste Andrang Statt. Die Militärmannschaft wurde Anfangs blos beschimpft und verhöhnt, bald aber bedroht. Der Statthalter und der Bürgermeister erschienen vor der Menge. Allein ihr gütliches Zureden blieb erfolglos und der Bürgermeister wurde sogar von einem Steinwurfe getroffen. Das Militär ließ, da es Anfangs zu schwach war, alle Unbill über sich ergehen, bald aber kam Verstärkung heran, und nun begann die Mann- schäft zu operiren. Zuerst rückte eine von einem Unteroffizier geführte Truppe gegen die Menge mit Darmstadt, 13. Juli. Schluß des Reg.-Bl. Nr. 31 XI. D ienstenjtlassungen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 2. März den Polizei-Commissär zweiter Klaffe bei der Polizeiverwaltung der Kreisstadt Offenbach, Georg Wilhelm Werner, vom 1. April d. I. an, von seiner Dienststelle auf sein Nachsuchen, — sowie am 26. April den HauptzollamtS-Asfistenten I. Klasse bei dem HauptzoUamte Mainz, RevifionS-Controleur Carl Hauck, auf sein Nach such en seines Dienstes, - und am 13. Mai dem seitherigen Consul zu Rotterdam, Johannes Joseph Krämer, die von ihm nachgesuchte Entlassung von dieser Stelle zu ertheilen; — am 22. Mai dem Schullehrer an der zweiten katholischen Schule zu Mosbach, Peter Götz, aus dem Schul- bienfte, — und am 1. Juni dem Bahningenieur und Vorstand der Bahnverwaltung Darmstadt der Main-Neckar-Eisenbahn, Peter Hochgesand, auf sein Nachsuchen aus dem Dienste zu entlasten; — am 12. Juni den Schullehrer an der zweiten katholischen Schulstelle zu Budenheim, Georg Bnrtschell, mit Vorbehalt des Rücktritts in bas Schulamt, auf sein Nach- suchen von seiner Dienststelle zu entheben; — am 24. Juni den Schullehrer an der evangelischen Schule zu Dortelweil, Joh. PH. Diehl, mit Vorbehalt des Rücktritts in das Schulamt, auf sein Nachsuchen aus dem Schuldienste zu entlasten. XII. Versetzungen in den Ruhestand. Se. Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 24. April den Lehrer am Gymnasium zu Gießen, Dr. Wilhelm Karl Diehl, unter Anerkennung seiner treu geleisteten Dienste auf sein Nachsuchen, — und den Lehrer an der Realschule zu Offenbach, Georg Walter, unter Anerkennung seiner treu geleisteten Dienste, vom 1. Juni 1869 an auf sein Nachsuchen, — nm 28. April den Schullehrer an der ersten Knabenschule der Gemeindeschule zu Alzey, seitherigen Schulin- spector Johannes Michael Trcntel, auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner vieljährigen treuen Dienste — und I am 5. Mai den Lehrer au der Realschule zu Alzey, Georg Gerlach, auf sein Nachsuchen, wegen geschwächter Gesundheit und unter Anerkennung seiner gewissenhaften Dienstfüh- tung, — am 8. Mai den Kr.isbaumeister des KreiSbauamtS | Darmstadt, Baurath Christian Stockhausen, unter Anerkennung seiner langjährigen mit Ciser und Treue geleisteten Dienste, auf sein Nachsuchen, — den Revisor bei der Calcu- I latur der Ober-Bau Direction, Johannes Boß, mit Rücksicht gefälltem Bajonnet vor: statt zu weichen, hoben die Arbeiter Steine von der Straße auf, füllten die Taschen mit denselben und fingen an, unter einem wahren Wuthgeheul, die Soldaten mit Steinen zu bewerfen. Hierauf Uetz der Unteroffizier etwa sechs Soldaten ihre scharf geladenen Gewehre in die Luft abfeuern. Da Niemand getroffen worden war, beregnete Steine und Schimpfwörter auf die Soldaten. Diese antworteten mit einer vollen Ladung, und jetzt floh die ganze Masse :n rasendem Laufe davon. Blutspuren in den Stratzen ließen erkennen, daß Einige verwundet worden waren. Aehnlich wie hier ging es noch in zwei oder drei anderen Straßen. | In das Geschrei der wüthenden Tumultuanten misch- ten sich nun auch die Angstrufe dcr Velwundeten, das Weinen der Kinder, das Heulen der Weiber unv zu alle dem das Ausblitzen der Schüsse gab der Straßenscene ein wahrhaft grauenvolles Gepräge. In der Stadt herrschte große Angst, als man die Schüsse hörte. Stadtrath Wolf eilte mit neuen Bataillonen hinaus, und mit diesen wurden Die Tumultuanten bis gegen Obrowitz getrieben, so daß um 10 Uhr etwa die Ruhe hergestellt erschien. Todt auf dem Platze liegend wurden aufgefunden in der Franz Josephstraße ein 18jähriger Tagelöhner und in der Josephstadt ein 40jähriger Mann. Fer- Ferncr wurde sofort bekannt, daß ein in der Fran; Josephstraße wohnhafter 80jähriger Greis, ein pen- sionirter Gutsverwalter, Namens Paravreini, der, beim Fenster stehend, der Heimkehr seiner Gattin ! entgegensah, von einer Kugel art die Schläfe getroffen wurde und auf -Der Stelle todt blieb. Verwundet auf dem Platze liegend wurden aufgefunden ein 8jähriger Knabe, ein Maurergeselle, zwei Weber, I ein Schneider, ein Tischler, ein Laglöhner und drei auf seine geschwächte Gesundheit, auf sein Nachsuchen, — am 13. Mai den Hauptzollamts-Rendantm bei dem Hauptzollamte Mainz, Oberejnnehmer Heinrich Habermehl, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste und unter Erthei- liing des Charakters als Finanzrath, auf sein Nachsuchen, — den SalzmagazinS-Cvntroleur bei der Saline Nauheim. Christian Wiederhold, mit Rücksicht auf seine geschwächte Gesundheit, — am 19. Mai den evangel. Pfarrer zu Lampertheim, im Dccanate Zwingenberg, August Schnittspahn, am 22. Mai den Schullehrer an der evangelischen Schule zu Dernsfeld, im Kreise Grunberg, Johannes Gompf, -- und den Schullehrer an der zweiten Stadtknabenschule zu Gießen, im Kreise Gießen, Emanuel Braun, — am 26. Mai den ständischen Archivar, Carl Wittemanu, am 8. Ium den Schullehrer an der dritten evangelischen Snnle zu Lampertheim, Jean Adam Chantre, auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner mehr als fünfzigzährigen, treu gelcineten Dienste, — am 12. Juni den Bahnwärter bei der Mam- Neckar-Eisenbalm, Philipp Erck, — am 15. Juni den Kreis- wundarzt des Kreismedicinalamtes Alzey, Philipp Kleuk. auf sein 9t ach such en, — am 22. Juni den Polizeicommiffär erster Klaffe bei der Polizeiverwaltung der Provinzial - Hauptstadt Mainz, Polizeirath Christian Leichtweiß, auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung der von ihm geleisteten vieljährigen treuen Dienste, bis zur Wiederherstellung seiner Gesundheit, — am 29. Juni den Verwalter im Filialarresthause zu Mainz, Heinrich Gompf, auf sein Nachsuchen, — und an demselben Tage den Leiblaquai Wilhelm BajuS — in den Ruhestand zu versetzen. XIII. Concurrenzeröffnungen für: die DistrictSein- nehmereien Offenbach und Alzey 11., für welche eine Cautions- leistung von beziehungsweise 5000 und 3000 si. erfordert wird. Concurrenzsähiae Bewerber haben sich binnen 14 Tagen anzu- rnelden; - die evangelische Schulstelle zu Schickartshausen mit einem jährlichen Gehalte von 307 st. 22 fr. nebst 4 । Stecken Holz zur Heizung des SchullocalS; — die evangelische Pfarrstelle zu MeicheS mit einem Gehalte von 953 st. 23 fr., wovon vorerst eine jährliche Abgabe von 200 st zu entrichten ist; den sämmtlichen Riedesel Freiherrn zu Eisenbach steht das Präsentationsrccht zu dieser Stelle zu; — die evangelische Pfarrstelle zu Pohl-GönS mit einem Gehalte von 826 st. 23 fr. XIV. Gestorben sind: am 6. März der pensionirte Rheinzollamtsgehulfe Ludwig Karl v. Kreß zu Mainz; — am 1. April der Großherzogliche Hauptstaatsfasse-Buchhalter, RechnungSrath Carl Schneider zu Darmstadt; — am 8. Mai der Lehrer der ersten evangelischen Schule zu Osthofen, Valentin Weber; — an demselben Tage der Dirigent der I. Justisicatur-Abtheilung der Großherzoglichen OberrechnungS- kammer, Rechnungsralh Johannes Doltz zu Darmstadt; — am 23. Mai dcr Invalide Philipp Hammes zu Elsheim; — am 25. Mai der Elementarlehrer Joseph Christophe zu Mainz; — am 27. Mai der evangelische Pfarrer Hunzinger zu Rothenberg: — an demselben Tage der evangelische Sch-ck- lehrer Melchior Friedrich an der zweiten Schule in Eich; — am 28. Mai der Hofgerichts-Advocat Ludwig Wagner zu Darmstadt; — am 2. Juni der Großherzogliche Obergerichtsrath, Dr. Anton Leonhard Brun zu Mainz ; am 4. Juni der Schullehrer Valentin Trnschel zu Rödgen, Kreis Friedberg; — am 9. Juni der Großherzogliche Canzleirath in Pension, Wilhelm Pfnor zu Darmstadt; — am 20. Juni der emeritirte katholische Piarrer Krautheimer zu Mainz; — am 21. Juni der ehemaliae Pfarrer Friedrich Philipp Christian Welcher zu Eckartshausen; — an demselben Tage der pensionirte Cfrenzaufseher Heinrich Kern zu Bobenhausen; — am 22. Juni der Stempler und Diener bei Großherzoglicher Hauptstempelverwaltung, Georg Gengenbach zu Darmstadt; — an demselben Tage der pensionirte Großherzogliche Criminalrichter, Hofgerichtsrath Hoffmann zu Lindenfels; am 29. Juni Wr Kreisbaumeister Billhardt zu Alzey; — am 1. Juli der pensionirte Bauaufseher Andreas Schm ah I zu Klein-Winternheim; — am 2. Juli der Großherzogliche Oberförster Wilhelm Sommer zu Münster. Berlin, 20. Juli. Die „Zukunft" schreibt: „Die Neuigkeit des Tages ist Die Bilvung Des französi- schen Ministeriums. Man ist sehr höflich, wenn man es nur als ein provisorisches betrachtet, es ist vielmehr ein provokatorisches. DDer kann man es anders denn als Herausforderung Deuten, wenn in dem KW MDMWILLZSLLMLM zu werden Drohen, Daß man, um |te zu tr,nuui, Ministerkrise unt Kammervertagung zu Hülfe nahm— wenn in Diesem Momente, sagen wir, Das neue Ministerium mit Hrn. ForcaDe De la Roquctte, Dem I Vater unD Schutzpatron aller jener Fälschungen, sich schmückt V Wie Paris Diese übeiraschenDe Lösung aufgenommen hat, ist noch nicht bekannt, aber Die Enttäuschung wird eine mächtige sein. Die neuen Kollegen des Hrn. Roquelte gehören durchweg Der Rechten an, so Daß von Concessionen an Die Een- trumSmänner, welche Die Trommel zuerst gerührt haben, nicht Die Rede ist, es müßte Denn etwa Der neue Unterrichtsminister zu ihnen gehören, Der bisher unbekannte Abgeordnete Bourbeau, den Der T,e- legraph bei seiner ersten Meldung in bösartigem Jrrthum als Bourreau (Henker) einführte." _ Düsseldorf, 17. Juli. Heute wurde der Tu- multSprvzeß gegen Mende und Genossen verhandelt. Die „Düffeld. Ztg." berichtet: ..Aus der Vernehmung Der Belastungs - und Schutzzeugen ging zunächst hervor, daß man nicht mit tenDentib|en Arbeiterunruhen, sondern mit einem Krawall zu thun hatte, dessen rntellectueller Urheber jedenfalls Der ReichStagsDepulirle Fritz Mende war. So sprach Der Deputirte Mende von Der Erscheinung einer socialen Revolution mit wehenDem Haupthaar, die mit ehernen Sandalen Alles nieDcrtreten würde. von Den hohen Steuern, Die Das unter Den Linden in Berlin spazieren gehende Militär verursache. Der Urtheilsspruch, Der nach einer cinstundigen Berathung Seitens Des Gerichtshofes gegen 1 Uhr Mittags bei lautloser Stille eines dichtgedrängten Auditoriums verkündet wurde, lautete gegen Mende wegen Störung des öffentlichen Friedens re. auf ein Jahr Ge- fängnitz, gegen Bernhard Jansen wegen Werfens mit einem Bierglase und Widersetzlichkeit, gegen Philipp Baumann wegen Anleitung zum Widerstand und Anreizung und gegen Ludwig Zacharie wegen Anreizung zum Widerstand auf je 1 Monat Gefängniß. Die übrigen 25 Angeklagten wurden freigesprochen. Aus Mecklenburg-Schwerin, 18. Juli. Um Den Gegensatz in Der Durch das Bundesgesetz vom 3. o. erreichten völligen Gleichstellung Der Juden mit Den übrigen Staatsangehörigen zu der Stellung Derselben in Der früheren Zeit recht schlagend Dar- zuthun, ist ein an einen mecklenburgischen Juden gerichtetes grotzherzogliches Rescript nachstehenden Inhalts sehr geeignet: „Friedrich Franz von Gottes Gnaden, Gioßhirzog von Mecklenburg rc. Die von Dir, Dem Schutzjuden N. N. zu N. unterm.... D. I., unterthänigst erbetene Concesston zum Ankauf des Hauses Der N. N Daselbst, soll Dir hierdurch aus Gnade ertheilt sein. Wonach Du Dich zu richten. Gegeben auf unserer Vestung Schwerin Den..... 1826." Diese ausnahmsweise einem Juden ertheilte Erlaubniß zum Ankauf eines städtischen Grundstücks kostete 15 Thaler 27V2 Sgr. Wien, 16. Juli, lieber Die blutigen Auftritte in Brünn am 13. berichten österreichische Blätter: Um 7 Uhr kamen Die Arbeiter theils von Der Arbeit, theils aus Den Schenken hervor, durchzogen die Straßen Der Josephstadt und traten bald hier, bald da zu Gruppen zusammen. Es nfengten sich auch Die Weiber, aus Häuser hervortretend, unter sie, und Kinder auf Den Armen tragend oder führend, zuhalten. , __________' Vermischtes. Gießen. (Sitzung des Gemeinderaths vom 15. Juli.) Anwesend: der Großh. Bürgermeister Vogt, die Ge- meinderathsmitgiieder Bücking, Hanstein, Rofenverg, Heß, Naget, Lover, Berg, Wallenfels, Felsing, Weidig, Gail und Nicker. _ , u _,r Der Gemeinderath beschließt, auf das Schreiben des Clsen- bahn-ComitejS in Gersfeld zu erwiedern, daß er mit Befriedigung von dem Inhalt desselben Kenntniß genommen habe, sich aber nicht in der Lage befinde, die auf den 18. Juli nach Gersfeld anberaumte Versammlung zu beschicken, jedoch den Wunsch ausspreche, daß ihm die dort gefaßten Beschlüsse zu seiner Kenntnißnahme mitgetheilt würden, um im Sinne derselben wirken zu können. In Betreff der geschehenen Auöloosung städtischer Obligationen siehe die letzte Nr. d. Blattes. Auf Verlesung der kreiSamtlichen Verfügung vom 5. Juli bemerkt der Gemeinderath, daß wenn gleich in diesem Augenblick sowohl er als die höhere Behörde die Bewilligung von 5 Morgen Versuchsfeld (zur Verfügung deS neuen Lehrstuhls für Landwirthfchaft) gewiß nur als eine nutzmeßtiche aufgefaßt habe, er zur Vermeidung von kunfligen Niißdeuiungen hier nochmals ausdrücklich erkläre, daß sein Anerbieten nur in diesem Sinne gemeint sei. Der Gemeinderath genehmigt den Ankauf emeS Gießapparats durch Gemeinderathsmilglied Gail zum Begießen der Straßen zu dem Preis vom 400 fi. Der Letztere ist bereit, wegen Beschaffung deS zum Gießen erforderlichen Wassers in der nächsten Sitzung Vorlage zu machen. Bis dahin soll dasselbe bei dem Bierbrauereibesitzer Heß geholt und das Gießen mit dem nächsten Montag begonnen werden, und zwar vorerst vom SelterSthor bis an bas Eifenbahnthor. Dcr Großh. Bürger meister Vogt und das Gemeinderathsmitglied Gail unter Zuziehung des Bierbrauereibesitzers - eß übernehmen eö, dasjenige zu besorgen, was zur Instandsetzung des GießapparateS erforderlich ist. , Der Gemeinderath beschließt, gegen die Zahlung der von der hiesigen Steuereinnehmerei geforderten Waagegebnhren bei Großh. Ministerium der Finanzen zu remonstriren und auf Zurücknahme der Anforderung anzutragen. In Betreff der Einquartierung und Verpflegung von Hessischen Truppen während der dießjährigen Hcrbstübungen zieht eS der Gemeinderath vor, die der Stadt Gießen ertragende Einquartierung selbst zu verköstigen (gegen die reglementmaßige Verpflegungsvergütung). . . Der Gemeinderath gibt seine Einwilligung zur von dem VerschünerungSverein auszuführenden Herstellung einer schattigen Anlage vom oberen Ende der Friedhöfe bis zur Höhe des LutherbergS. R-daction, Druck und Verlag der Brühl'schm Druckerei (Fr. Chr. Pietlch) in Gießen.