•inen am Eamstag Mn i großes Aufsehen 6«< Zeseph ®rafi; •"1* «* Sobnb-"' 61( ieldü »en «H M- * ’S,, ''"em hj'?"gl an, nFlft "nb Aßm'iüg- "" fa< 1 l-b. '"g- de« die ,0,«fuBa 7b(^L- ■ «on ' Me Hten. ®sl,ibutin(n ,.""d in «roße ein, W aMnn ^-lichte '?"ure, ’i=, in M«n 53 s.i^onslan, Vgt $tQU 3» “ ®(lb Pet Vn" » he m.n p" ^oft ab.- L’V'SWj «l«l voren, wie , Le?°° 16 2°dr. „ und $laln, . on nur und die an- eine Frau sNisehiiche, Un: ®- nuf den 9. d. N ^nibren beauftrag d'Nber« Ruvper, [;,& "fl 'N die siedende 1 'N"» Tod. Do» "n »ÜNjlich loigekocht ^wdochter" folgendes lernen Ausland bijinb.- >9 lein« ^rieg-dienli- ' dem könlgf. Jttifg,.- nb« dasselbe - bet M'egeid. Diese« wurde ' Gerneinderaih wuß/e Pssichlizen im isseut: ndeeath uichl in btt von StaatSjivkcken;t r Abzeoidnelenfammer fordert Borlaqe einer degeseheS, den Wegfall elung, die Wohl der , die Einführung oll- imn Adssimmuug, den om Temiindevndonde, m ic. hl hat in dem Stüdt- ftotlgesunden. Unge- entlichen Gebäude wur- irS Brandes Hot noch PreiS vierteljährlich 36 kr. mit Brtngerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 49 kr. Gießcmr Anzeiger. Erscheint wöchentlich drei- mal: Dienstags, Donner« stagS und Samstags. — Expedition: Canzleiberg Ltt. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtslllatl für den Kreis Kietzen, Nr. 121._______________________Donnerstag den 21. Oclobcr 1S(>». Amtliche Bekanntmachungen. Betreffend: Die Voranschläge der Gemeinden im Kreise Gießen für 1870. Gießen, am 16. Dctober 1869. Das Groß herzogliche Kreisamt Gießen an die Großherzoglichen Bürgermeistereien Allendorf a. d. Lahn, Gießen, Großen-Linden, Heuchelheim- Klein-Linden, Lang-Göns Lich, Lollar, Münster, Nieder-Bessingen, Ruttershausen, Staufenberg, Treis a. d. Lda., Wieseck und Winnerod Wir erinnern Sie wiederholt an Einsendung der Voranschläge für 1870 binnen acht Tagen bei 1 fl. 30 kr. Strafe. Dr. G o l d m a n n. Franenverein für KrunKrnpflege. Indem der unterzeichnete Vorstand des hiesigen Local-Eomitö zur öffentlichen Kenntniß bringt, daß die Beiträge für 1869 in den nächsten Tagen zur Erbebuna kommen, halt er sich für verpflichtet, den Verein der allgemeinen Thettnahme zu empfehlen, und diejenigen Frauen und Jungfrauen, welche sich noch nicht zu jährlNn Beiträgen (36 kr.) bereit erklärt haben, zu nachträglichem Beitritt einzuladen. 1 ’ w 4 luyuiqjen -oei- ®er Segen, welche eine geordnete, mit Sachkenntnitz geübte Krankenpflege den Kranken und ihren Familien bereitet, ist so groß, daß der Vorstand es nicht für nötbia h° t, sich weiter hierüber zu verbreiten. Es ist nunmehr gelungen, eine durchaus geeignete Persönlichkeit zu gewinnen, welche sich dem Verein zur Verfügung gestellt bat und welche m diesen Tagen behufs ihrer Ausbildung ,m das Hospital in Darmstadt abgegangen ist, so daß in der Kürze wenigstens eine Krankenpflegerin in Lhätigkeittreten'kann ,, , 2ndem der Vorstand sich vorbehalt, demnächst über die Art der Verwendung der Pflegerin weitere Bekanntmachung zu erlassen, wiederholt er die Bitte um fortdauernde Unterstützung des Publikums, damit er m den Stand gesetzt wird, dem dringenden Bedürfniß nach guter Krankenpflege abzuhelfen. ’ 1 m «arloauernde Gießen, den 19. October 1869. Namen des Vorstandes: Der Geschäftsführer Dr. G o l d m a n n. floni bei ver- 24 kr. 24 „ 6 u Flur Nr. 321G/10U-ll Versteigerungen. Die Vergebung von Arbeiten der Stadt Gießen. 9838) Freitag den 22. Octobcr 1869, Morgens 9 Uhr, sollen auf hiesigem Rathhause folgende Arbeiten an den Wenigstfordernden vergeben werden, als: sollen in dem Pfandhause dahier ein Maha- ' -©ecretär, Commoden, Tische, Stühle, Die Verpachtung des Kellers unter dem Schulhanse in der Schulstraße. 9810) Der vorbemerkte Keller soll Freitag den 22. d. Mts., Vormittags 9 Uhr, in unserem Büreau anderweit auf 6 Jahre verpachtet werden. Gießen, den 18. October 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. 3271/18 □Jtlftr. 292 Wiese an der Gänsbach, an Frau Rentmeister Schott, 206 Wiese an der Wieseck, an Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. Versteigerung. 9843) Montag den 25. und Dienstag den 26. I. Mts., jedesmal von Nachmittags 1 Uhr an, sollen die zum Nachlaß der Frau Pfarrer Nappolt gehörigen Mobilien, bestehend in Möbeln aller Art, darunter 2 gute Sopha, 12 gepolsterte Stühle, 2 Pendülen, 3 große Spiegel, 2 Kleiderschränke rc., Bettung, Weißzeug, Kleider, Porcellan, Glas, Silber, Küchen- und sonstiges Hausgeräthe rc., theologische und andere Bücher rc. im Hause des Zimmermeisters Otto an der Schoor vorm Seltersthor versteigert werden. Die Gegenstände können am Morgen vor der Versteigerung eingesehen werden.__________ Besondere Bekanntmachung. Markt-Verlegung. 9818) Der in dem diesjährigen Land- kalender irrthümlich auf den 2. November eingetragene Allerheiligen-Markt wird nicht an diesem Tage, sondern wie gewöhnlich, Montag den 1. November 1869 abgehalten-. Hungen, den 9. October 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Hungen. I. V- d. B-: Bender VI., Beigeordneter. Schreiner- und Zimmerarbeit, veranschlagt zu.....17 fl. Schlosserarbeit, „ „ . . — „ Weißbinderarbeit, veranschl. zu 4 „ Gießen, den 20. October 1869. 9840) Ein Familienloais ist zu vermie- then bei __________Wirth C. Pipp. Schränke, sowie ein Ofen, meistbietend versteigert werden. Gießen, den 20. October 1869. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. ______Sem ml er, Ortsgerichtsmann. Lieferung für das Landeszuchthaus. 9796) Montag den 25. October l. I., Vormittags 10 Uhr, wird dahier für 1870 zur Lieferung steigert: 1) 1000 Stück Weißkraut, 2) 300 „ Wirsing, 3) 60 Gentner Sauerkraut, 4) circa 65 Gentner Ochsenfleisch, 5) „ 15 „ Schweinefleisch, 6) „ 16 „ Kalbfleisch, 7) „ 16 „ Schweineschmalz. Marienschloß, am 11. October 1869. Großherzogliche Landeszuchthaus-Direction. Knispel. 9820) Montag den 25. October, bei Gelegenheit der Güterversteigerung von Johannes König, sollen nachverzeichnete, in der Wiesecker Gemarkung gelegene Wiesen, dem Eörl Löber gehörig, als: 9806) Vor dem Seltersthor ist ein freundliches Zimmer, mit oder ohne Möbel, zu vermiethen und Anfangs November bezieh- bar. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 9807) Verschiedene möblirtc und unmö- blirte Zimmer sind zu vermietheu im ________ Zinßcr'schen Garten. Ankündigung. 9813) Versteigerung von Mobilien aller Art, namentlich Bettwerk, Weißzeug, Kü- chengeräthe u. s. w. im Gasthof zum Prinz Carl, Donnerstag den 21. October, 1 Uhr Nachmittags, und die folgenden Tage. C. Viering. 9789) In Ltt. G- Nr. 144 am Tiefenweg ist em Familienlogis zu vermiethen. 9830) Ein freundliches Familienlogis, bestehend aus 2 Stuben mit Eabinet und Mansardenzimmer, ist an eine stille Familie zu vermiethen und den 1. December d. I. zu beziehen. Auch ist ein Zimmer als Geschaftslocal mit geräumiger Werkstätte, nebst Kammer rc., auf denselben Termin zu vermiethen. Zu erfragen bei Heinrich Brauburgcr, Lackirer. Preis-Medaille, Paris 1867. | CIiocoladen-Mbrik von Gebrüder Waldbanr, Königlich Württemb. Hoflieferanten in Stuttgart, empfiehlt ihre anerkannt vorzüglichen Chocoladen und Cacaopulver in stets frischer Waare bei den Herren Eduard Lind, Hofconditor in Gießen, „ F. W. Kurz „ „ „ Gcbr. Adami „ „ „ Conr. Wcidig „ „ „ Earl Lony „ „ Carl Hofsmann „ „ Vor mieth ungen 9824) Meine Felsenkeller, worin 1000 .1^00 Ohm lagern können, sind vom 1. Januar 1870 an zu vermiethen; dieselben liegen in der nächsten Nähe der Bahn- hose und sind besonders zu einem Eom- misstons-Geschäft geeignet. Gießen, den 18. October 1869. _________________ Balth. Lenz. 9811) In Ltt. B Nr. 101 in btn Neuenbauen ist ein rnöblirtes Zimmer zu ver- miethen.____________ 9835) Ein möblirtes Zimmer mit Eabi- net ist zu vermiethen bei L. Becker Wittwe, Asterweg. 9792) Ein möblirtes Zimmer mit Eabi- net ift zu vermiethen bei ________H- Nübsamen, Mäusburg. 9825) Strickwolle in den besten Sorten und neuesten Farben, wollene Jacken, Hemden, GcfundheitSflanell - Jacken und Unterhofen, Scclenwärmer rc. empfiehlt zu den billigsten Preisen ______________Earl Hoffmann. 9819) Frische Samen- und Leinkuchen, Roggcnkleie und Futtermehl billigst zu haben bei I. M. Schulhof, ____________________am Rathhaus. Earl Frech, auf dahiesigem Rathhause öffentlich meistbietend versteigert werden. Sodann sollen noch zwei Grundstücke, den Friedrich Vogt's Erben gehörig, links am Wiesecker Weg, am Wingert, gelegen, nochmals zur Versteigerung kommen- Gießen, den 19. October 1869. __________K- Vogt, Ortsgerichtsmann. 9832) Freitag den 22. October d. I-, Nachmittags 1 Uhr, FeilgeboteneS 9816) Den Herren Ciaarrcnfabrikan- ten empfehle ich mein vollständig affortirteS Laaer in Cigarrenbünder-Havana-Baft und Affichen-Papicren. Die Preise stelle ich billig und bediene schnellstens. August Hatry, _____________in Mannheim a. Rh. 9827) Im Schützenhof ist eine Kaute voll Mist zu verkaufen. 9803) In dem Seipp'schen Hause am Seltersweg ist ein möblirtes Zimmer mit Eabinet zu vermiethen. 9805) Bei Frau Ur. Hanstein ist ein möblirtes Zimmer mit Eabinet zu vcr- miethen.___________________ 9837) Ein Familienlogis ist zu vermie- then bei___________ Heinrich Goß. 9798) Das seither von Frau Kammer- director Lang ermann bewohnt gewesene Logis ist alsbald anderweit zu vermiethen. _____________Louis Busch Wittwe. 9814) Ein Familienlogis mit allen Bequemlichkeiten ist zu vermiethen bei Georg Möhl, Reichensand. 9800) Ein guter Keller ist zu verpachten bei H. M. JugHardt- 9834), Punsch-Essenze empfiehlt in vorzüglichen Qualitäten ________Emil Fischbach, Seltersweg. 9795) Neue holländische u. schottische Häringe empfiehlt I. G. D- Bapst. 9836) Zwei junge Hunde, 4'/r Monate alt, von gleicher Größe, schön weiß und grau gefleckt und stark gewachsen, welche ein sehr schönes Gespann gäbe, sind aus freier Hand zu verkaufen. Johannes Feller I-, __________________in Großen-Linden- 9794) Portland-Ccment, frische Sen- dung, empfiehlt I. G- D- Bapst. 9535) Eine Kaute voll Mist ist zu ver- kausen Neuenweg Ltt- B- Nr. 194._________ 9831) In der Nähe des Neustädter Thors ist ein Stückchen Land mit einem Hänschen, welches sich im Innern mit wenigen Kosten zur Stube, Eabinet und Küche Herrichten läßt, für 275 fl. zu verkaufen- Näheres bei der Exped. d. Bltts. 9833) Neue ital. Kastanien, Brü- ncllcn empfiehlt Emil Fischbach, ________________________Seltersweg. 9793) Ocfen und Kochherde zu Steinkohlen- und Holzbrand, Stcinkohlcnkastcn, Fcucrungsgcräthschaften. Kochgeschirre aller Art, von Gußeisen, roh und emaillirt, verzinntes sog. Gcfundheitsgeschirr, Petroleum-Kochapparate, Steinkohlen und Braunkohlen empfiehlt ___________________I. G. D. Bapst. st vollste und billigste schon lange wohlverdienten Humboldts-Denkmal. — fr. 152 fl. 145 30 30 6 Wilhelm Klee, Marktstraße. lare, sind zu haben bei mit l sichtj Frachtbriefe für die Main-Weser- und Cöln-Mindener- Eisenbahn, sowie sammtliche zollamtlichen Formu- liuptblatte jährlich an 1200 vor- i/ he Abbildungen der geeammten ren- und Kinder-Garderobe, Leib- »ractischen Bedürfnisse im bwialtend, trägt die „Biene” rÄmelfleiss, Sorgfalt und Um- Jles zusammen, was die Mode A>iete der Toilette und der :hen Handarbeit für selbst- !, wirthschaftliche Frauen und r Neues und Gutes bringt: An Beiträgen sind bei dem Comitä eingegangen - • • Hiervon wurden an das Centralcomitö in Berlin gesendet ........ Kosten für das Sammeln der Beiträge...... Vermischte Anzeigen 9821) Eine Taschenuhr ist gefunden worden und kann solche von dem Eigenthumer gegen Entrichtung der Jnseratgebühren dahier in Empfang genommen werden. Staufenberg, am 20. October 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Staufenberg. Vogel. 9797) Ein hiesiger Schneider, welcher gesonnen ist, Arbeit außer dem Hause anzunehmen , empfiehlt sich hiermit einem geehrten Publikum, unter Zusicherung prompter und reeller Bedienung, bestens. Näheres zu erfragen bei der Exped. d- Bltts. * Den höchsten Preis, welcher auf der Amsterdamer Industrie-Ausstellung den Surrogaten bewilligt wurde, hat die Gesundheits-Caffee-Fabrik von Krause S» Go. in Nordhausen am Harz erhalten. Töih< Im die reizenden Gedicht- und Märchenbilder. Und das Alles wird geboten für nur 5 Sgr. oder 18 fr.!-- „Ueber Land und Meer" ist jetzt ohne Frage das prachtvollste und billigste Familien-Journal und mehr als je berufen, den schon lange wohlverdienten Namen »Weltblatt" immer weiter und lauter hinauszutragen — auch an den bescheidensten Herd deutscher Häuslichfeit — auch in das kleinste öffentliche Local der 9809) 3000 und 1300 fl. sind auszuleihen bei Heinemann Hermann. Literarisches. Von der allgemeinen illustrirten Zeitung: glichet Land und Meer", herausgegeben von F. W- Hackländer (Stuttgart, Ed. Hallberger) liegt uns das erste Heft des am 1. October beginnenden zwölften Jahrgangs vor. Sind wir es auch längst von der altrenommirten Verlagshandlung und Redaction gewohnt, daß sie von Jahr zu Jahr redlich bemüht sind: ihrem immer weiter sich ausdehnenden ßcferfreife durch neue zeitgemäße Ideen und Verbesserungen im Innern und Aeußern des Journals die angenehmsten Ueberraschungen zu bereiten, so übertrifft doch das, was bei dem neuen Jahrgang geboten wird, alle Erwartungen und erregt staunende Bewunderung. Trotzdem, daß bei der glänzendsten Ausstattun g die Bogenzahl wesentlich vermehrt ist, wird der schon bisher überaus billige Preis noch um den vollen vierten Theil ermäßigt und fastet jetzt ein ganzes Quartal dieser prachtvollen Zeitschrift nur noch 22'/2 Sgr. Es ist dies beispiellos, ja unbegreiflich billig, was erst recht in die Augen springt, wenn man das erste Heft vor sich hat und sieht, was einem da Alles für 5 Sgr. oder 18 fr. geboten wird, während man bisher gewohnt war, für ein Heft von derselben Bogenzahl gerade das Doppelte, 10 Sgr. oder 36 fr-, zu bezahlen. Dasselbe enthält an Text eine vollständige reizende Novelle: Barbarossa von Paul Hcyse, einen großen Theil des neuesten an- inuthig spannenden humoristischen Romans: Geschichten im Zickzack von F. W. Hackländer, der uns an die frischeste und phantasiereichste Schöpferzeit dieses echt deutschen Sittenmalers erinnert, und daneben nicht weniger als achtzehn selbstständige Artikel und eine Menge Notizen aus allen Gebieten des menschlichen Wifsens, von denen wir nur hervorheben: die liebenswürdigen Erinnerungen „Aus meinem Bühnenleben", von Karolinc Bauer, in den zwanziger und dreißiger Jahren der Liebling des berliner, Petersburger und dresdener Theaterpublikums, die originelle, frisch und ergötzlich sprudelnde kulturhistorische Rockgeschichte: „Nähnadelruh, oder: Berlin ist Weltstadt geworden!" von Arnold Wellmer, — Biographieen nebst Porträts von Hackländer, Humboldt, Alexander v. Kotzebue, — Graefe bei einer Operation von Fr. Tietz, nebst trefflicher Illustration, — mein letzter Besuch bei Lenau, von Robert Waldmüller (Düboc), — Münchener Rheingoldtage, von August Sil berste in, — Gesundheitslehre für's Haus, von Dr. med. Klencke u. s. w. An Bildern befinden sich in diesem Heft nicht weniger als zwanzig große prachtvolle Illustrationen in einer künstlerischen Durchführung, wie sie sonst nur in den theuersten Prachtwerken üblich ist — wir machen besonders aufmerksam auf das ausgezeichnete Porträt Hackländer's, Die Heimkehr von der Taufe, Faust und Gretchen Copie der wunderschönen Stahlstich-Prämie, die noch jeder Abonnent für den geringen Betrag von 7*-2 Sgr. ober 27 fr. zu beziehen berechtigt ist —, Prof. v. Graefe bei einer Operation, das große Zweiseitenbild: Erstürmung der Festung Narva durch Peter den Großen, von Alexander von Kotzebue, der Student in den Ferien, und Wohnungs - Veränderung. 9799) Dem geehrten hiesigen und auswärtigen Publikum hier, mit die ergebene Anzeige, daß ich meine seitherige Wohnung verlassen und nunmehr in dem von Herrn B. Emmerich erkauften Nebenhause, neue Anlage, nächst dem Seltersthor, wohne. Für das mir in meiner bisherigen Wohnung geschenkte Zutrauen höflichst dankend, bitte ich, mir dasselbe auch in meiner neuen Wohnung gütigst bewahren zu wollen. PH. Uhl, Photograph. v^Zhe und der verschiedensten Hand- rrVeiten, in den Supplementen die /j/treft'. Schnittmuster mit fasslicher 'Beschreibung, wodurch es auch den ungeübtesten Händen möglich wird, Alles selbst anzufertigen und damit bedeutende Ersparnisse zu erzielen. Die2 erste Nummer des neuen (V.) Jahrgangs ist gratis durch alle Buchhandlungen und Postanstalten zu beziehen. Für Auswanderer. »Kö&tVvk 9665) Die Haupt-Agentur von C. W. Dietz y am Markt in Gießen expedirt wöchentlich mehrmals I mit den vorzüglichsten Dampf- und Segelschiffen Pas- * sagiere und Güter nach allen Häfen von Amerika und Australien. Preise billigst. Behandlung anerkannt reell. Wohnnngs Veränderung 9842) Hiermit die ergebene Anzeige, daß ich meine seitherige Wohnung verlassen und nunmehr Seltersweg Nr. 60, bei Herrn Kaufmann Heinrich Weidig, wohne. Auch bringe ich meine schon bekannte Flecken- und Neuwascherei in Herrengarderobe, sowie mein Herrenkleidermachergeschäft, in empfehlende Erinnerung. G. F. Rllpp, Herrenfleidermacher. 152 fl. - fr. Die Belege hierüber liegen bei Buchhändler Ricker zu Jedermanns Einsicht offen. Gießen, den 18. October 1869. Namens des Comitä's: Zoepp ritz. Ricke r- Berichte. Wie wir vernehmen, hat der von dem König!, rc. Hoflieferanten und Rittergutsbesitzer Herrn H. Underberg-Albrecht in Rheinberg am Niederrhein erfundene und allein ächt fabricirte Boonekamp of Maag-Bitter neuerdings eine weitere Anerfennung dadurch erfahren, daß ihm auf der diesjährigen Allgemeinen deutschen Gewerbe- und Industrie-Ausstellung zu Wittenberg a. d. Elbe die silberne Preismedaille wieder zu- erfannt wurde. , .. Befanntlich hat dieser ausgezeichnete Bitterliqueur in Folge seiner vorzüglichen und heilsamen Eigenschaften bereits feit Jahren in allen Ländern der Erde Eingang m die meisten Familien gefunden und bisher noch auf sämmtlichen großen Weltausstellungen den Preis davon getragen. /^llustrirte Damenzeitung.^ Durch alle Buchhandlungen und rostämtor ist zu beziehen: DIE BIENE. Neueste und billigste Berliner Damenzeitung fürMode und Handarbeit. Herauagegeben unter Mitwirkung der Redaction des Bazar Bdt theilweiser Benutzung der in dieser Zeitschrift enthalteneu Abbildungen. Vtti» für Da« ganje •’Sierlcfjtifirnui-? O® gr. Binnen Kurzem erscheint im Verlage von Carl Scholhe in Leipzig ein neues Werf von F. W. Holz, Baumeister und Lehrer an der Königl. Bauacademie zu Berlin , betitelt: Holz-Architcctur. Auswahl praktischer Beispiele. I. Sammlung in 32 Tafeln zum Theil in Farbendruck. Die erste Lieferung wurde Ende September ausgegeben. Ein Dienstmädchen, das fachen fann und gute Zeugnisse besitzt, wird gegen hohen Lohn gesucht- Von wem? sagt die Exped. d- Bltts- (9815) 9828) Krautschneider Joseph Rüdiger nebst Sohn aus Tyrol sind wieder hier angefommen- Dieselben bitten, Bestellungen zum Krautschneider! gefälligst im „Darmstädter Haus" und „Deutschen Hof" abfle= ben zu wollen._____________________________ 9802) Eine tüchtige Haushälterin wird baldigst gewünscht. Von wem? sagt die Exped. d. Bltts.__________________________ 400 fl. zu leihen gesucht. 9826) Ein junger solider Mann aus wohlhabender und guter Familie und von gesicherter Existenz sucht, da ihm zur Zeit selbstständiges Vermögen noch nicht zusteht, ein Capital von 400 fl- gegen Handschein auf 2 bis 3 Jahre darlehensweise aufzunehmen und ist gern bereit, dasselbe mit 6 pCt-, eventuell höher, zu verzinsen. — Anerbietungen nimmt die Exped. d. Bltts. entgegen. § Maria Wickler (Wittwe von Ph. I. Strunz), und Jaqu. Mach, Verlobte. Darmstadt. Cöln. Amsterdam. 9804) Hierdurch mache ich die ergebene Anzeige, daß Montag den 25. October mein Tanzunterricht beginnt- Anmeldungen werden stets entgegengenommen. Ferdinand Schmidt- 9839) Das beste GlaS Bier trinkt man eben wieder bei_____C. Pipp« 9829) In der Nähe der hiesigen Gas- fabrif habe ich einen Goldschmuck gefunden- Der sich legitimirende Eigenthümer fann denselben gegen Entrichtung der Jnseratgebühren bei mir wieder in Empfang nehmen- I- D- Löb er, wohnhaft bei Herrn Elias Meier, Seltersweg. 9841) 150 bis 200 Malter Kartoffeln werden zu f auf en gesucht- Näheres bei Sergeant Jäger, Flügelsgasse. 9812) Gesucht werden in der Nähe des Bahnhofs 2 bis 3 Zimmer — womöglich zu ebener Erde — zur Errichtung eines Comptoirs. Offerten wolle man unter der Chiffre II W. Nr- 18 bei der Exped. d- Bltts. abgeben. 9808) Die Unterzeichnete, früher Köchin im Zinßer'schen Garten, empfiehlt sich den geehrten Familien in vorfommenden Fällen als Kochfrau. Bestellungen können im Zinßer'schen Garten gemacht werden. Anna Hardt, Nahrungsberg. 9801) Ein gewandter Zapfjunge wird in eine auswärtige Bierwirthschast zu s o - fortigem Eintritt gesucht- Näheres bei der Exped. d. Bltts. 9783) Ein schönes Familienlogis (1. Stock) ist zu ver- miethen bei Gebr. Wenzel, ______________Kreuz Nr. 7. 9823) Im Hause des Herrn Kirchendiener Knoll ist ein möblirtes Zimmer mit Cabinet zu vermiethen. _______________Wittwe Marguth- 9786) Das von Herrn Oberbau-Secretar Moyat bisher bewohnte Logis im Russischen Hofe ist zu vermiethen und fann sogleich bezogen werden 9791) Ein möblirtes Zimmer mit Cabinet ist zu vermiethen Neuenweg Nr. 186. 9787) Eine Wohnung von 4 Zimmern, 1 Cabinet, Küche und Zubehör in meinem Nebenhaufe wird bis zum 25. October frei. _________________Pitthan. 9788) Ein Familienlogis ist zu vermie- then. Bei wem? sagt die Exped. d. Bltts. 9844) Einjgrotzer Stall mit Boden ist zu vermiethen. Näheres bei der Expedition dieses Blattes. Geselligfeit. Jeden unserer Leser und jede freundliche Leserin, sofern sie nicht schon Abonnent auf das Journal fein sollten, möchten wir bitten, es ja nicht zu versäumen, sich das erste Heft in einer Buchhandlung zeigen zu lassen, sie werden es dann vollständig begründet finden, wenn wir jeder Familie, jedem Haus das Abonnement auf „Ueber Land und Meer" aufs Wärmste empfehlen. Von den im Verlage von Ed. Hallberger in Stuttgart erscheinenden populären illustrirten Familienjournalen »Jllustrirtc Welt" und »Zu Hause" liegt uns bereits das erste und zweite Heft des neuen am 1. October beginnenden Jahrgangs vor. War die Verlagshandlung schon bisher bestrebt, ihren Abonnenten immer mehr Neues, Schöneres und Besseres zu bieten, so ist es ihr diesmal gelungen, selbst die höchsten Erwartungen zu übertreffen! Die Bogenzahl der „Illustrirten Welt" ist bedeutend vermehrt, das Format von „Zu Hause" enorm vergrößert und dieß Alles bei der glänzendsten Ausstattung ohne alle und jede Preis-Erhöhung. Der Preis bleibt der gleich billige wie bisher, 3 Sgr. per Heft bei der „Illustrirten Welt", und nur 3 Sgr. per Heft bei „Zu Hause". — Daß die Nedac- tion redlich das Ihrige gethan hat, die Journale immer reicher, interessanter und gediegener zu machen, wobei sie die bedeutende räumliche Vergrößerung trefflich zu be- iiiitzen verstand — dafür sprechen am deutlichsten die uns vorliegenden ersten Hefte. Die »Jllustrirte Welt" beginnt mit vortrefflichen, interessanten Novellen von Fr. Gerftücker, borneliuS Born, Arnold Wellmer, Gustav v. See (G. v. Strucn- see), M. v. RoSkowSka und E. A. König, und ebenso gediegenen als unterhaltenden Sfizzen aus der Literatur, Geschichte, Kultur, Wissenschaft, von denen wir nur „Das Ende eines Parvenü", „Heinrich Heine's erste Liebe", Bilder aus dem pariser Leben", „Der Arzt als Hausfreund" von Dr. H. Klcncke nennen. Unter den 24 Illustrationen von künstlerischem Werthe heben wir als besonders interessant hervor: „König Wilhelm vor dem Hermanndenfmale in Hannover" — „Kaiser Karl's V. Besuch bei Fugger" — „Der Eifersüchtige" von Hiddemann, ein prachtvolles Thierbild von Specht, eine ausgezeichnete Holzschnitt-Copie der Stahlstich- Gratis-Prämie „Faust und Gretchen" und die reizenden Illustrationen zu „Deutschen Hausmärchen" und „Gedichten". — »Zu Hause" begimu mit der gemüthvollen Erzählung aus der Jetztzeit „Die Kartenschlägerin" von Gustav Nieritz, und der hoch spannenden Kriminalnovelle „Ein Tropfen Blut" von Julius Mühlfeld. Dann reihen sich sehr pifante Sfizzen: „Ein Kampf auf Tod und Leben", Erinnerungen eines englischen Polizisten; „Der Herzog von Solferino", eine mysteriöse Gerichtsverhandlung; Lebensbilder aus der Schweiz, aus dem Bühnenleben, aus dem südlichen Amerifa u. v. A. m. Nicht weniger als 21 schöne Illustrationen schmücken das erste Heft. Trotz dieser überreichen Ausstattung erhält noch jeder Abonnent auf „Jllustrirte Welt" sowohl als „Zu Hause" als Gratis-Prämie einen so überraschend schönen Stahlstich — »Faust und Grctchcn", nach einem Gemälde von Rothbart — wie ein solcher in gleicher fünstlerischer Vollendung als Prämie noch . nicht da war. Wir empfehlen das Abonnement auf diese Geist und Herz veredelnden Unterhaltungsblätter jeder Familie aufs Wärmste. am $ neue Eigen . Jni-e auf1 eigene $on d M« h ter di nügen Zulag fltnl hdrtn unt' triide fast« ftstelb ries st nidjl tinmc büß r M > Kenn Felm es ßt zuwli Willi unge eaipsi bteoi Man Gewi falls willen einem eine । über gu bi ®efiit gusam beim finster falls' hier 1 Mtr und und uiem H ! Arc vrräe Feuil D i e Namenlose. Novelle von Theodor König. (Fortsetzung.) „Richten Sie Alles so ein, mein bester Herr Doctor, wie Sie es für mich am Besten finden," antwortete Hyacintha dem Familien-Advocaten dankbar. „Ich kann mich wohl nur glücklich schätzen, überhaupt schon so bald eine neue Heimath gesunden zu haben." Doctor Wilder Hub nun an, unserer jungen Freundin den Wortlaut des Testamentes vorzulesen und sich in einigen näheren Mittheilungen über ihr neues Eigenthum zu ergehen, während Lucas von Bergen fortwährend mit einem Interesse auf sie blickte, wie er es seit dem Verluste Mathilden's noch niemals auf ein anderes Frauenzimmer gethan. Als Hyacintha, nachdem ihre beiden neuen Beschützer sie verlassen, in ihr- rigenes Zimmer zurückkehrte, traf sie Felicie dort weinend an. Auf ihre theilnehmende Frage nach der Ursache dieser Thränen erfuhr sie von der guten Französin, daß Herr Lucas von Bergen ein kurzes Gespräch über das Heimgegangene Fräulein Mathilde mit ihr gehabt und ihr in Anerkennung der der Heimgegangenen Dame geleisteten Dienste eine für ihren Unterhalt ge- nügende lebenslängliche Pension zugesagt hatte. „Und es ist doch in der Thal fast, als hätte der liebe Gott selbst uns diese Zulage zu unserem Einkommen zugesandt, denn ich fürchte, wir werden sie dringend nothig haben." „O nein, das werden wir nicht, Felicie, obgleich es mich innig freut, zu hören, daß Deine so vieljährige Treue gegen unsere Heimgegangene Wohlthäterin und ihr Andenken einen verdienten Lohn gefunden hat. Sage einmal, hast Du noch nicht von dem Testamente meines Adoptivbruders Carl gehört?" Felicie war mit der Existenz jenes Dokuments noch gänzlich unbekannt und fast außer sich vor Ueberraschung und Freude, als Hyacintha ihr jetzt den Inhalt desselben mittheilte. „Der gute, gute, junge Herr Carl, wie ähnlich ihm das aber doch steht!" rief sie gerührt aus. „Wenn die Sachen denn so stehen, Fräulein, so werden wir natürlich gar nicht nach der Landstadt übersiedeln, nicht wahr?" „Nein, Felicie, das werden wir jetzt nicht. Sei so gut und bezahle die einmonatliche Miethe für mich und theile den WirthSleuten dabei zugleich mit, daß wir die Zimmer nicht gebrauchen werben. Du kannst ja mit dem Wagen fahren, den wir auf Morgen für uns be» stellt haben. Schon übermorgen, meint Doctor Wilder, können wir unsere neue Wohnung im Pachthause beziehen." „Und weiß Herr Willert bereits von dem Testamente?" fragte Felicie. „Das kann er wegen seiner Abwesenheit ja schwerlich," antwortete Hyacintha, „Doctor Wilder wird aber sogleich an ihn schreiben, um ihn von demselben in Kenntniß zu setzen." „Werden der Holzvogt und seine Frau auf der Pachtung bleiben?" fragte Felicie nach augenblicklicher Pause. „Ja," war Hyacintha's Antwort. „Doctor Wilder ist der Meinung, daß es gut sein werde, wenn diese Leute bleiben." „Aber Sie wissen ja doch, liebes Kind, wie außerordentlich uns jene Frau zuwider ist," warf Felicie ein. „Ich muß gestehen, ich mag sie nicht," sagte Hyacintha, „aber mein Widerwille gegen sie hat doch so recht eigentlich gar keinen Grund. Es würde also ungerecht und unchristlich sein, ihm nachzuhängen. „Und der Mann? Ich vermag ihm gegenüber nie ein anderes Gefühl zu empfinden, wie das des tiefsten Mißtrauens", entgegnete Felicie. „Folgen Sie mir, Fräulein, und lassen Sie jene Leute das Haus verlassen, bevor wir einziehen." „Das geht in der That nicht an, Felicie," war Hyacintha's Antwort. „Mein verstorbener Adoptivvater dachte stets sehr Vortheilhaft von diesem Manne, pflegte zu sagen, er sei ein ganz vorzüglicher Holzvogt und das kleine Gewese gedeihe unter seiner Bewirthschaftung vortrefflich. Ich darf also, nur um unseren Vorurtheilen Rechnung zu tragen, feinen» falls so handeln, wie Du es vorschlägst." Felicie war zwar zum Schweigen gebracht, vermochte jedoch nur mit Widerwillen daran zu denken, daß sie mit jenem Eduard Rusch und seiner Frau unter einem und demselben Dache wohnen sollte, und wäre sie im Stande gewesen, eine oder zwei Stunden später, als der Holzvogt, nachdem er die beiden Herren über das Gewese geführt, zu seiner Frau zurückkehrte, einen Blick in jenes Haus zu werfen, so hätte sich ihr Widerwille gegen die beiden Leute wohl gar in ein Gefühl des Schreckens verwandelt. Frau Rusch, ein großes, kraftvoll gebautes Frauenzimmer, mit dichten, fast zusammenstoßenden Augenbrauen und dünnen, fest geschlossenen Lippen, stand beim Eintritt ihres Mannes mit einer Axt in der Hand am Küchentisch. „Da haben wir nun eine saubere Bescheerung" redete sie ihn an. Der Mann schleuderte seine Mütze auf den Tisch und warf sich selbst mit finsterer Miene in einen Stuhl. „Was aber ist zu thun, Eduard?" fragte sie. „Das weiß ich nicht", antwortete Rusch. „Wie sollte ich'S wissen. Jedenfalls muß ich sogleich zu Herrn Willert, um diesem mitzutheilen, wie die Sachen hier stehen." „Der Informator ist auch viel zu schlau für uns," warf bas Weib mürrisch hin. „Er wird mit seinen ewigen Ränken und Pfiffen endlich noch sich selbst und uns obendrein in's Verderben bringen. Sage ihm, daß er herunterkommen und den bloßen Schein zur Wirklichkeit machen solle." „Einem Manne gleich ihm Vorschriften machen zu wollen, kann mir wohl niemals in den Sinn kommen. Der Informator versteht einmal Alles am Besten und er wird auch diese Sache sicherlich in Ordnung zu bringen wissen. Fürchte Dich also nur nicht weiter!" „Fürchten? Mich zu fürchten verstehe ich gar nicht," antwortete die Frau verächtlich. „Willert wird jederzeit finden, daß ich ihm gewachsen bin." „Die Sache mag sich ja vielleicht auch gar nicht gefährlich für uns an- l e t o n. lassen," bemerkte Rusch, „denn dieses alberne junge Mädchen wird sich wohl schwerlich viel darum kümmern, was hier im Pachthause bei uns vorgeht." „Aber jener Doctor Wilder und dieser alte Lucas von Bergen werden der Gans sicherlich zur Seite bleiben, um ihr Interesse wahrzunehmen," warf das Weib ein. „Welch' einen unauslöschlichen Haß ich gegen dieses einfältige Fräulein Hyacintha und ihre papistische, französische Mamsell hege!" „Run, nun, wir müssen uns jedenfalls mit Höflichkeit gegen sie benehmen," sagte der Mann. „Wer weiß denn auch noch, auf wie lange sie überhaupt ihren Aufenthalt hier nehmen werden." * * Es war ein dunkler Decembertag, als Hyacintha und Felicie im Pachthause eintrafen. Der Weg vom herrschaftlichen Hause dahin war so kurz, daß Beide ihn zu Fuße zurückgelegt hatten und sich ihr Gepäck auf einem Karren nachkommen ließen. Frau Rusch öffnete ihnen die HauSthür und führte sie über den Flur in ein Wohnzimmer, in welchem ein großes, Helles Feuer brannte. „Dies Gemach, Fräulein," sagte sie, „führt den Namen das Damenzimmer, ich glaubte, Sie würden cs dem Vorderzimmer vorziehen, welches gegen Norden liegt und sehr dunkel und kalt ist." „Ich bin Ihnen für diese Rücksicht verbunden, Frau Rusch," antwortete Hyacintha freundlich. „Dies ist ja auch ein ganz gemüthliches Zimmer. Und nun, Frau Rusch, bitte, lassen Sie mich auch mein Schlafzimmer sehen und seien Sie mir beim Ablegen von Mantel und Kappe ein wenig behülflich." Frau Rusch führte sie nun die Treppe hinan, die sich im Halbzirkel herum- zog und am unteren Ende durch eine Thür vom Flur abgesperrt war. Es herrschte im Hause ein sehr häßlicher Geruch, der unserer Cynthia so» gleich sehr unangenehm auffiel. „Das hier sind die Schlafzimmer," sagte die Frau des Holzvogtes. „Ich habe für den Augenblick das wärmste für Sie hergerichtet, doch werden Sie sich natürlich dasjenige ausfuchen, welches Ihnen am besten gefällt." Das Schlafgemach lag gerade über dem Damenzimmer und, gleich diesem, mit der Aussicht auf eine große, von den Blumen des Parkes eingeschlos» fene Wiese. Wiewohl dort ebenfalls ein großes Feuer brannte, nahm sich dies Gemach dennoch sehr düster aus. Das gewaltige, vierpfostige Himmelbett war mit schweren grünen, außerordentlich verblichenen Damastgardinen verhangen, das Mobiliar von vor Alter fast schon ganz schwarzem Mahagoniholz. An jeder Seite des Camins befand sich, ein großer, leerer Wandschrank. Das Fenster war hoch und mit eisernen Querstangen versehen, eine Sonderbarkeit, die der Französin sogleich auffiel und sie zur Frage nach der Ursache veranlaßte. „Dies Zimmer wurde, während das Haus vermiethet war, einmal als Kinderstube benutzt/' war die Antwort der Frau Rusch. „Die Eisenstangen haben die Kleinen vielleicht am Hinausstürzen verhindern sollen, kann daß sie angebracht sind, um das Zimmer sicherer zu machen." „Weshalb sollte es denn aber unsicher sein?" fragte Hyacintha ängstlich. „Na, Fräulein ich sage ja nicht gerade, daß es unsicher ist," entgegnete die Frau des Vogts, „aber es giebt hier in der Gegend desperate Charaktere und wir werden nur einen einzigen Mann bei uns im Hause haben." „Das ist wahr," sagte Hyncintha, „dennoch aber widersteht mir der Ge« danke, hinter Eisenstäben zu schlafen, und ich werde mir also wohl ein anderes Gemach aussuchen." Sie besah die Zimmer alle, fand aber dann, daß Frau Rusch jedenfalls das beste für sie ausgesucht hatte. Nachdem sie Mantel und Hut abgelegt, verfügte sich Hyacintha wieder in den unteren Theil des Hauses hinab, indem sie es Felicie überließ, ihre Garderobe auszupacken und zu ordnen. Von dem Fenster des alten Wohnzimmers aus blickte sie mit einem Gefühle von Niedergeschlagenheit und sogar Entsetzen vorn dunklen Firrnamente auf die große kahle Wiese herab, das sie vergebens zu unterdrücken suchte. An das in einem großen Hauswesen herrschende rege Leben, an alle die kleinen und großen kostbaren Bequemlichkeiten einer luxuriösen Häuslichkeit gewöhnt, war es ihr, als fühlte sie sich in diesem alten, düsteren Gebäude mit der feierlichen Stille, welche sie hier umgab, von einer eisigen Kälte angeweht. Als cs dann zu regnen begann und die schweren Tropfen gegen ihr Fenster klapperten, wurde ihr nur noch unheimlicher zu Sinne. Sie zog die Glocke und Frau Rusch trat zu ihr ein. „Was beliebt dem Fräulein?" fragte die Frau des Vogtes in schneidendem, rauhem Tone. „Ich wünschte eine Tasse Thee," antwortete Hyacintha. „Haben Sie die Güte, mir sie durch Felicie zu schicken." „Nun, setze Dich zu mir, Felicie,"H sagte das junge Mädchen, nachdem die Französin die Tassen gefüllt, „setze Dich zu mir und sage mir, wie Dir unsere neue Heimath gefällt." „Ich finde sie sehr, sehr düster," war die Antwort, „doch sie wird wohl freundlicher fein, wenn wir erst wieder Sonnenschein bekommen." „Es ist undankbar gegen unseren armen Carl gedacht," sagte Hyacintha, „aber ich wohnte lieber in der bescheidensten Miethswohnung in der Stadt wie hier. Diese Umgebung hat für mich so etwas außerordentlich Niederdrückendes und außerdem ist es mir so ungewohnt, so ganz allein zu fein." „Wenn es Ihnen nicht unangenehm ist, liebes Kind," entgegnete Felicie, „so komme ich heute Abend mit meiner Arbeit hierher zu Ihnen." Hyacintha stimmte diesem Vorschläge dankend zu und der Abend verging ihr gemüthlicher wie sie erwartet hatte, indem die Französin sich in Erzählungen von den Herrlichkeiten des Pariser Lebens vor der Revolutionszeit erging, wäh» rend das Feuer im Camine hell und lustig knisterte und brannte und draußen der Wind wild um die Mauern des Hauses heulte, ohne irgendwo Eingang in dasselbe finden zu können. (Forts, folgt.) Politische Rundschau 18. Oktober. Die Vorsichtsmaßregeln, welche die französische Regierung für den 26. Oktober trifft, sind großar- lig, und man könnte beinahe glauben, daß sie be- fürchtet, eS werde ein formidabler Straßenkawpf ausbrechen. Nicht allein haben alle Offiziere der Pariser Garnison, die sich auf Urlaub auswärts befinden, Befehl erhalten, bis zum 25. zu ihren Regimentern zurückzukehren, sondern auch alle Pa- rifer Kasernen und einige Paläste, wie der des Luxembourg, wo der Senat tagt, haben Proviant auf 8 Tage erhalten. Diese Maßregeln erregen umsomehr Aufsehen, als die Stimmung in Paris eben eine außerordentlich ruhige ist und sogar die „geformt" von einer Manifestation nicht mehr wissen will, da die Deputirten sich nicht an die Spitze derselben stellen wollen. Das „Journal osficiel" veröffentlicht einen Bericht über die Vorgänge in Aubin, worin er meldet : „Irrtümliche und von dem feindseligsten und heftigsten Parteistandpunkte eingegebene Erzählungen über die traurigen Ereignisse von Aubin sind verbreitet worden. Es ist nöthig, die Wahrheit herzu- stellen." Das „officielle Journal", nachdem es tte Thatsachen erzählt hat, schließt: „So sind die traurigen Ereignisse, welche zu den abscheulichsten Angriffen gegen die Soldaten den Vorwand gegeben haben, die berufen sind, die Ordnung, die wesentlichste Bedingung der Freiheit, aufrecht zu erhalten, und die strafbaren Handlungen ter verirrten Arbeiter zu verhindern. Diese Vorfälle wären zu vermeiden gewesen, wenn die Arbeiter, sobald sie Klagen gegen einen ihrer Vorgesetzten halten, nicht Gewalt angewandt hätten, sondern die Rechte, welche das Kaiserreich ihnen zum erstenmale durch seine liberale Gesetzgebung in die Hände gelegt hat. Je größer die Freiheit, um so nothwendiger ist die Achtung vor dem Gesetze, und um so energischer muß jeder Act unterdrückt werden, der die öffentliche Ruhe stört. Statt zu gesetzmäßigen Mitteln ihre Zuflucht zu neh- men, haben sie sich zur Gewaltthätigkeit htnreißen lassen, welch« vor nichts zurückscheute. Eine Ab- theilung von 30 Mann, beschimpft, bedroht und angefallen von 1200 Meuterern, übt ihr Recht der Nothwehr aus; die Soldaten werden mit Stein- würsen und mit Eisenstangen angegriffen, und mit Entwaffnung bedroht, mußten sie der Gewalt die Gewalt entgegensetzen, indem ihre militärische Pflicht ihnen nicht erlaubte, ihre Waffen an die Empörer abzugeben." Nach Berichten aus Madrid vom 16. October haben sich die Aufständischen in Valencia nach einigen Stunden heftigen Kampfes auf Gnade und Ungnade ergeben. Die Truppen besetzten die Stadt. An der Spitze der Aufständischen stand Ios6 Guerrero, Bürgermeister und Abgeordneter. Wie aus den endlich eingetroffenen näheren Berichten hervorgeht, brach die Empörung aus, als nur 700 Mann Truppen in cer Stadt standen. Einige Offiziere der Freiwilligen kündigten dem Generalcapttän an, daß sie ihre Unterschrift von einem Schriftstücke zurückzu- ztehen gedächten, in welchem sie die Sache der Dränung zu schützen versprochen hatten, weil dieses im Namen ihrer Untergebenen eingegangene Gelöbniß von den letzteren selbst nicht gebilligt worden sei. Der Generalcapitän, den die Mittheilung bei der geringen Stärke der Besatzung unangenehm über- raschte, erließ sofort das Gebot, alle Waffen aus- zulirfern. Die Patrouille, welche diesen Befehl in den Straßen verkündigte, gerieth, wie dieß in spanischen Städten so zu sagen „Sitte" ist, mit den Bürgern in Streit; es sielen Schüsse und der Kampf war da. Der Generalcapttän zog seine Truppen an die Außenseite der Stadt zurück, die Freiwilligen befestigten sich auf den Plätzen und Straßen und bauten Barrikaden; sie wurden durch einen Zuzug von 700 Republikanern aus der Umgegend verstärkt. Die Ordnung soll, abgesehen von Ihrer politischen Seite, tn Valencia auf's Strengste von den Repu- blikanern gehandhabt worden sein. Der „Aventr national" glaubt Ursache zu haben, die Sache der Republikaner als verloren anzusehen. Der Bewegung habe es an Einheit und Plan gemangelt, die Städte hätten sich fehlerhafterweise eine nach der anderen tnsurgtrt, wodurch es den Truppen der Regentschaft möglich geworben sei, sich zu concentrtren und die einzelnen Orte nacheinander zu unterwerfen. Heute kämpften die Republikaner nur noch für die Ehre ihres Banners und um der Grau- samkett der Sieger günstigere Bedingungen abzuringen, die sie wahrscheinlich auch erhalten wurden, da sie immer noch furchtgebietend seien. In ihrer Sitzung vom 15. Oct. genehmigten die Cortes den Gesetzentwurf, durch welchen sie „in feierlichster und ausdrücklichster Weise das meuterische Verhalten der an dem Aufstande betheiligten Abgeordneten verurtheilen, und die Richter, so wie alle ordentlichen und außerordentlichen Gerichtshöfe ermächtigen, gegen solche Abgeordnete das gerichtliche Verfahren einzuleiten." Das Gros der Aufständischen von Eattaro befin- det sich zwischen Castelnuovo und Risano. Die Angaben über die Stärke derselben variiren. Sie halten das Fort Dragal und das Blockhaus Cerkvtce cernirt und sollen gut verproviantirt sein. Den Montenegrinern ist von ihrem Fürsten jeder Verkehr mit den Insurgenten strengstens untersagt. Aus der letzten Depesche' des Generals Sickles, welche im Eabinet zu Washington verlesen wurde, ergibt sich, daß Spanien Vie Regierung der Ver- einigten Staaten ersucht, vie Verhandlungen wegen Cuba's für jetzt nicht zu einem Ultimatum zu drängen. Es wird ferner ersichtlich, daß General Sickles vie mündliche Versicherung erhielt, Vie Regierung des Regenten fei geneigt, Euba feine Unabhängigkeit auf solche Bedingungen hin zu bewilligen, die sowohl Cuba als auch den Vereinigten Staaten Befriedi- gung gewähren würden. General Sickles drückt zugleich die Meinung aus, daß die jetzigen Regierer Spaniens von Anbeginn an gewillt gewesen, Cuba frei zu geben, aber sich noch nicht über die Bedingungen hätten einigen können. 19. Oktober. Frankreich befindet sich allem Anscheine nach am Vorabende einer Ministerkrisis. Fürst Latour b'Au- vergne hat dieselbe eröffnet, indem er den Kaiser ersuchte, ihm einen Nachfolger zu geben; er habe das Portefeuille der auswärtigen Angelegenheiten bloß in der Voraussetzung angenommen, daß es sich um ein kurzes Interim handle, nun es aber den Anschein habe, als sollte das Eabinet vor die Kammer treten, wünsche er seine Entlassung zu geben, va er sich bewußt sei, keinerlei Rednertalent zu besitzen. Nun ist der Kaiser gerade bei Besetzung vieses Ministeriums am meisten in Verlegenheit. Der Ernennung von Drouyn de Lhuis würde man eine kriegerische Be- deutung zuschreiben und hinter Lavalette Rouher's Einfluß erblicken. Einem anderen Gerüchte zufolge heißt es, daß Hrn. Rouher die Aufgabe geworben fei, das neue Ministerium zu bilden. Wenn diese Gerüchte wirklich begründet sind, so erklärt es sich übrigens, weßhalb die Regierung so großartige mt- litärische Vorbereitungen trifft, obgleich heute alle Führer der ravicalen Partei sich energisch gegen eine jede Demonstration aussprechen. Ein von 20 der radikalen Partei angehörigen Deputirten unterzeichnetes Manifest sagt: Wir werden am 26. October nicht an der Deputirtenkammer erscheinen, obwohl wir dadurch nothwendig eine Manifestation Hervorrufen würden, deren Gang und Tragweite Niemand regeln kann. Wir werden die Eröffnung der Session erwarten und dann Rechenschaft wegen der neuen, der Nation zugefügten 23e- leidigung verlangen. Vermischtes. Darmstadt, 16. Oct. Das heute elschienene Regie- rungSblatt Ar. 48 enthält: I Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums de« Großherzvglicheu Hauses und ve« Aeußern, einige Abänderungen des Reglements zu dem Gesetze über das Postwesen des 'Norddeutschen Bundes betreffen». II. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministerium« »eS Innern: Seine Königlich« Hoheit der Großherzog haben in dir Stadtkapelle ju Darmstadt eine Glock« allergnüdigst zu stiften geruht. III. Bekanntmachung, die Bestätigung von Stiftungen und Bermächtniffen betr. IV. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministerium« des Innern, die Erbauung mehrerer Eisenbahnen tn den Prvvinzen Starkenburg und Rheinhessen betr. V. Bekanntmachung, dir Personenpostcours« (hier die Per. sonengeldsätzr) zwischen Fürth und Weinheim, sowi« zwischen Mörlenbach und Wald-Michelbach betr. Dieburg, 15. Oct. Bezüglich deS gestern dahier verübten Verbrechens bin ich tn dec Lag«, Ihnen folgendes Nähere mitzulheilen. Rittmeister von Schweitzer aus Baben. Hausen war beauftragt, eine Anzahl Remontpsrrde in der hiesigen Stadt in Empfang zu nehmen. Der Aufenthalt verzögerte sich und nahm so die ihm belgegebene Mannschaft mehr geistige Getränke zu sich, als es sonst wohl der Fall gewesen wäre. Endlich brach man wieder nach Babenhausen auf. Der Garde - Chevaurlegrr Ehr. Boretti aus Friedberg sollte zur Strafe seiner Trunkenheit zu Fuß gehen, nahm dieß aber jo übel auf, daß er nach dem Anführer der Retlerabtheilung mit Steinen warf, ohne ihn jedoch zu treffen. Boretti blieb zurück, und richtete sich nun seine Wuth argen einen mit Steinklvpfen auf der Chausse« beschäftigten Arbeiter, dem er drohend zurief, die Stelle werd« ihm zum Kirchhof. Der Ar. beiter ergriff mit Zurücklassung seines Steinschlägels di« Flucht. Gleich darauf kam der Mühlarzt Johannes Remsprecher II. von Dieburg, ein 62jähriger im besten Rufe stehender Mann, mit einem Mtstwagcn die Chaussee dahergefahrrn. Boretti schlug auf daS Spannvteh. Als Remsprecher, um dem zu wehren, auf ihn zuging, schleuderte der kräftige junge Mann den schwachen Greis mit einem Ruck zu Boden und schlug mit dem Steinschlägel, der von dem Chausseearbeiter eroberten Trophäe, mit voller Wucht dreimal auf den Kopf des hülfloS daliegenden Gegners. Feldarbeiter, die in einiger Entfernung dem unheilvollen Streite zuschauten, theilten mit, daß der auf dem Kops auffahrende Schlägel ein Geräusch hervorgerufen habe, als wenn man einen Milchtopf zertrümmere. Nur mit vieler Mühe und mit mehrfach«! Uebermacht wurde der noch immer wüthende Attentäter überwältigt, gebunden und hierher ins OrtSgefängniß verbracht, von wo ihn am Abend noch «ine Militärwach« nach Babenhausen abholt,. Boretti soll angetrunken , aber doch nicht besinnungslos gewesen sein. Rem- sprecher ist heute frühe 8 Uhr, ohne wieder zum Bewußtsein gekommen zu sein, seinen Leiden erlegen. Hoffentlich wird die volle Schärfe deS Gesetzes den Schuldigen treffen, über dessen ruchlose That hier nur eine Stimme der Berurtheilung herrscht. Höchst im Odenw., 12. Oct. Wiederum hat der Eisen« bahnvau rin Menschenleben gefordert. Mehrere Arbeiter waren heute mit Abgraben von Erde au einer Böschung beschäftigt, als sich ein größrrer Erdklumpen loslöste und einen unten beschäftigten Arbeiter aus Groß-Umstadt so unglücklich traf, daß er auf der Stelle tobt blieb. Die Erbmasse stürzte ihm auf ben Kopf unb bieser fuhr in Folge besten mit solcher Gewalt auf die Spitze deS Schippenftiels, den er gerade auf« recht hielt, daß ihm dieser durch die Schläfe in das Gehirn drang und außerdem das Genick abgestoßen wurde. Der Unglückliche war erst seit zwei Jahren verheirathet und hinterläßt Frau und Kind in ärmlichen Berhältniffen. Berlin, 16. Oct. Um zu prüfen, ob und in wie weit Auswanderungen Angehöriger des Norddeutschen Bundes benutzt werden, beziehungsweise benutzt worden sind, um sich der Ableistung der Militärpflicht zu entziehen, ist r- für nothwendig befunden worden, von jeder Rückkehr eines au- Norddeutschen Bundesstaaten früher Ausgewanderten alsbald Kenntniß zu erlangen. Deßhalb sotten namentlich di« ländlichen Ortsbehörden von jeder Rückkehr eine« Auswanderer« der bezeichneten Kategorie, gleichviel ob derselbe zur Zeit mit seinen Angehörigen oder für sich allein die Entlassung nachgesucht und erhalten hatte, in jedem einzelnen Falle dem KreiS-Landrathe unb auch bann eine besondere Anzeige machen, wenn die Wiederaufnahme in den peeußischen StaatSverband nachgesucht wird. Die evangelischen und katholischen Theologen genossen bisher die Vergünstigung, von der Ableistung ihrer activen Dienstpflicht bis zum 26. Lebensjahre zurückgrstellt resp. für den Fall der dis dahin erworbenen Befähigung zum Prediger oder dir Subdiaconats-Weihe ganz von dieser Pflicht entbunden zu werden. Wi« die „Bost. Ztg." mittheilt, erlischt aber nach einer früher erfolgten Bestimmung mit diesem Herbst dieser Vorzug und werden sich die Theologen fortan in Ableistung ihrer Dienstpflicht ganz wi« all« anderen Studlrenden verhalten, für welche sich die Zurückstellung vom Dienst auf das 23. Lebensjahr beschränkt sindet. Gegenwärtig bestehen demnach iu dem Norddeutschen Wehrgesetz nur noch zwei derartige Vergünstigungen, die eine für die militärifchen Krankenpfleger, denen mit gänzlicher Entlassung au« der Landwehrverpflichtung gestattet ist, ihrer activen Dienstpflicht mit «iner l'/zjährigen Hülfsleistung in den Militär.Lazarethen zu genügen, und die andere für die Elementarlehrer, welche mit dem durch ihre vorschriftsmäßige Prüfung erfolgten Nachweis ihrer Befähigung zum Schulamt die Berechtigung erwerben, nach sechs- wöchentlicher activer Dienstzeit unmittelbar in das Neservever- hältniß überzutreten. Berlin. Höherer Anordnung zufolge soll vor allen Agenten gewarnt werden, welche zur Auswanderung nach Amerika unter verlockenden Versprechungen verleiten wollen, ohne daß diese Agenten als zuverlässig bekannt und mit einer preußischen RegicrungSconcession versehen sind, ES ist nämlich glaubhaft und amtlich festgrstrllt, daß Agenten u. A. mittelst der Ter,« - Liverpooler Dampfschlfffahrts - Gesellschaft 50,000 deutsch« Ansiedler werben wollen und nach TeraS zu schaffen beabsichtigen. Dort aber sind die Ansiedler gezwungen, weil all« Versprechungen fehlschlagen, sich nach den früheren Scla- venstaaten zu verdingen, und hier finden sie durch übermäßige Anstrengungen und das ungesunde Klima bald ihren Untergang. (tznis. Am 12. d. wurde der Grundstein und die Grundplatte de« Steindenkmals in der Nähe des Städtchens Nassau gelegt. Di« in dem rrsteren befindlich« blecherne Kapsel enthält die Urkund«, den ersten Aufruf de« Stammcomilü's vom 26. Oct. 1857, den zweiten (erneuerten) Aufruf vom Mat und eine Broschüre über Steins Leben von Professor Häußer in Heidelberg. Der Act wurde ohne Feierlichkeit vorgrnom- men. Was den Bau selbst betrifft, so ist ba« gothische Schirmdach vollendet und wird er bis zur Grundlage der das Ganze krönenden Pyramide fortgesetzt, womit die Arbeit für dieses Jahr beendet ist. Bonn, 16. Oct. Die „Bonner Ztg.« schreibt: „Unser ehrwürdige« Dichterhau« am Rhein wird bald eine ganz verwaiste Stätte sein. Frau Wittw« Arndt, geb. Schleier- macher, Ist vergangene Nacht ihrem Gatten in die Ewigkeit nachgefolgt. Ä« lag ein stiller Friede über dem Leben dieser ehrwürdigen Frau, bi« nach alter deutscher Sitt« e« liebte, fern von dem Gedränge der Welt ihr« Tage in einfacher Häuslichkeit und aufopferndem Wirken für die Ihrigen zuzubringen. So wird man ihrer auch gedenken als einer ächt deutschen Hausfrau im schönsten und höchsten Sinne de« Wortes." In WÜrtemberg hat man «inen modernen Diogenes entdeckt. An der Straße nach Lindau, tn der Gegend von Wangen, hat ein Sonderling seine Wohnstätte in einem großen, mit zwölf starken Reifen versehenen Fasse aufgeschlagen. Dasselbe enthält drei Stockwerke, Werkstätte eines Küfer«, Wohnungen und sogar einen Taubenschlag. Fenster und Thü- ren sind an der Stell« des Spundloches angebracht. Die cu« riose Wohnung soll 500 fl. kosten. Der Inhaber soll gegen etwaige neugierig« Besucher äußerst freundlich sein, aber au« Mangel einer besonderen Gaststube Niemanden aufnehmen können. Bari, 16. Oct. Der Kronprinz von Preußen, welch«r gestern Ravenna passirte, ist heute hiersrlbst eingetroffen und von der Bevölkerung sehr sympathisch empfange» worden. Morgen begibt sich derselbe nach Brindisi, wo die Einschiffung nach Korfu erfolgt. Di« Stad« ist glänzend illumirt. Nedactton, Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in (Kietzen.