jZreiS vierteljährlich 36 kr. nit Brtngerlohn. Durch die Lost bezogen vierteljährlich 49 kr. Gicßmer Anzeiger Erscheint wöchentlich drei« mal: Dienstags, Donnerstags und SamstagS. — Expedition: Canzleiberg Lit. B. Nr. 1. Mnzeige- und Itmtsölatt für den Kreis Kielen. Nr. V Donnerstag den 21. Januar ' 1869. Amtliche Bekanntmachungen. Gießen, am 14. Januar 1869. Betreffend : Das Landgeslüt, nunmehr die Untersuchung der als Beschäler zu benutzenden Hengste von Privatpersonen für 1869. Das G r n I) Ij c r hui I i d) c Kreisamt Gießen an die Großherzoglichen Bürgermeistereien Dors-Gill, Lang-Göns, Lich und Nieder-Bessingen. Wir erinnern Sie wiederholt an Erledigung der Verfügung vom 23. November 1868 binnen 3 Tagen bei Meidung von 1 fl. 30 kr. Strafe. In Verhinderung des Kreisraths: Gros, Kreisassessor. Gießen i am 15. Januar 1869. Betreffend: Die Taubsturnrnen-Statistik im Großherzogthum Hessen. Das G r o ß I) r r ) o g l i ch r K r r i s a m t Gießen an die Ortsschulvorstände zu Allendorf a. d. Lda., Annerod, Eberstadt, Ettingshausen, Garbenteich, Gießen, Hattenrod, Lang- Göns, Rödgen, Treis a. d. Lda., Trohe, Watzenborn und Wieseck. Wir erinnern Sie an Erledigung der Verfügung vom 7. September 1857. Zu Verhinderung deö Kreisralhs: _______________________________Gros, Kreisassessor.____________________________________________________ Gießen, am 15. Januar 1869. Betreffend : Die Revision der Hypothekcnbücher, hier die Aufbewahrung derselben und der Grundbücher. Das . G r o ß h e r z o g l i ch e K r e i s a m 1 G ießen an die Großherzoglichen Bürgermeistereien Albach, Allendorf a. d. Lahn, Allendorf a. d. Lda., Bersrod, Dors-Gill, Garbenteich, Lang-Göns, Lich und Nieder-Bessingen. Wir erinnern Sie wiederholt an Erledigung der Verfügung rem 8. Octeber 1868 binnen 8 Tagen bei 30 kr. Strafe. In Verhinderung des Kreisraths: Gros, Kreisassessor. Bekanntmachun g. Betreffend: Das KreiS-Ersatz^Geschäft für das Jahr 1869. Wir fordern alle im' Jahr 1849 gcborncn Militärpflichtigen, sowie Tüsinigin, milche dieses Alter bereits überschritten, aber sich noch nicht zur Musterung gestellt haben, oder bei der vorjährigen Musterung zurückgrstillt worden sind, und entweder im Kreise ihren gesetzlickin Wohnort Haden, oder in demselben als Studenten^ Gymnasiasten und Zöglinge anderer LchranstaUin, oder als Haus- und Wirlhschostsbeamte, Handlungsdiencr, Lehrlinge, Handwerksgesellen, Lehrbursche, Dienstboten, Fabrikarbeiter oder in ähnlicher Eigensckoft sich ausdalten, hiermit auf, sieb behufs Eintragung ihrer Namen in die € len irirüc in der Zeit trm 15. Januar bis zum 1. Februar l. I. bei der Bürgermeisterei ihres gesetzlichen Wohnortes, beziehungsweise bei der Bürgermeisterei ihres Ausenihalteertes, zu melden und dabei, wenn sie an diesem Citc nicht geboren sind, ihren Geburtsschein rorzulegen, widrigenfalls sie von der Loosziehung ausgeschlcssen und ihre etwaigen Ansprüche auf Zurückstellung oder Befreiung vom Militärdienst nicht berücksichtigt werden würden. Bezüglich derjenigen Militärpflichtigen, welche zur Zeit abwesend sind, sind deren Eltern, Born ünder, Lehr-, Brod- und Fabrikherrn zu diesen Anmeldungenverpflichtet. Von den Großherzoglichen B ürgermeistereien des Kreises ist vorstehende Bekanntmackung in ihren Gemeinden ncch bescr ders auf ortsübliche Weise bekannt zu machen. Gießen, den 6. Januar 1869. Großherzogliches Kreisamt Gießen. In Verhinderung des Kreisraths: Kekul 6 , Kr eisassessor. Besondere Bekanntmachung. Gehrilfen - Stelle. 444) Bei dem Großh. Rentamt Gießen ist die zweite Gehülfen-Stclle zu besetzen. Hierauf Restectirende wollen sich anmelden. Gießen, den 12. Januar 1869. Großherzogliches Rentamt Gießen. Ly n cf er. Versteigerungen. 464) Die Lieferung des diesjährigen Bedarfs der Main-Weser-Bahn an Betriebsmaterialien, nämlich: Duchen-Ccheidholz, Reiserwellen, Braunkohlen, Dochte, Rüböl, rohes und rasfinirtes, Petroleum, Stearinkerzen, Zündhölzer, Hans- und Flachsheede, Makulaturpapier, Putzbaumwolle, Reiser- besen, Seife, Schmirgelpapier, Wasch- Schwämme, Coda, Terpentinöl, Talg, Waschleder, Kupfer-Vitriol, Bindfaden, Fruchtgummi, Kreide und Plomben, — soll auf dem Wege der öffentlichen Submission vergeben werden. Termin hierzu wird auf Mittwoch den 27. d. Mts., Vormittags 9 Uhr, m dem Geschäftslocale der unterzeichneten Dircction auf dem Bahnhofe zu Kassel anberaumt, bis zu welchem die Offerten sran- kirt, versiegelt und mit der Aufschrift „Submission auf Lieferung von Betriebsmaterialien" versehen, einzureichen sind. Tie Eröffnung der Offerten findet in Gegenwart der etwa persönlich erschienenen Submittenten statt. Tie Lieferungsbedingungen nebst Bedarfs- nachweifung liegen bei unserem Central- büreou dahier, sowie bei den Stations- Vorstehern der Main-Wefer-Bahn in Marburg , Gießen und Frankfurt zur Einsicht aus, und können auch abschriftlich bei unserem Centralbüreau gegen Erstattung der Copialien bezogen werden. Kassel, am 11. Januar 1869. Königliche Direktion der Main-Weser-Bahn. 479) Dienstag den 9. Februar l. I., .Vormittags 10 Uhr, wird dahier die Lieferung von: 80 Stecken Buchen-Scheidholz in Ausgeboten von je 5 Stecken öffentlich versteigert. Marienschloß, den 18. Januar 1869. Großherzogliche Landeszuchthaus-Direction. Knispel. Holzveisteigerung im Gießener Stadtwalde. 478) Montag den 25. Januar 1869, von Vormittags 9 Uhr an, soll in dem Gießener Stadtwalde, District Zollstockswäldchen, nachverzeichnetes Holz öffentlich versteigert werden, als: 189 Eichen Stäinmc mit 5525 Eubikfuß, 6 „ Stangen „ 18 „ Die Zuiammenkunft ist auf der Grün- berfler Chaussee an der 5. Schmiße. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bi6 1. Mai d. I. gestattet. Tie Großherzoglichen Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen. Gießen, den 20. Januar 1869. Großherzoglichc Bürgermeisterei Gießen. _______________Vogt.____________ Holzversteigerung. 466) Mittwoch den 27. und Donnerstag den 28. Januar, jedesmal von Morgens 9 Uhr an, kommen im Licher Stadtwalde, District Großehrberg, folgende Holzsortirnente zur Versteigerung, und zwar: Mittwoch den 27. Januqr: 53 Eichen- und Fichten-Stämme von 7 bis 28 Zoll Durchmesser und 30 bis 90 Fuß Länge, 50 Radel- und Birken-Stangen, 300 Buchen- und Eichen-Langwiede; Donnerstag den 28. Januar: 315 Stecken Buchen- und Nadel-Scheid- und Prügelholz, 95 Stecken dcsgl. Stockholz, 13000 dergl. Wellen. Der Anfang ist jedesmal am Häuweg oder Häuser-Gericht. Lich, den 13. Januar 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Lich. Helm- Möbel - Versteigerung. 453) Donnerstag den 21. Januar, Nachmittags 2 Uhr, werden auf freiwilliges Ansuchen in der Wohnung des Philipp Kümmel: ein einthüriger und ein zweithüriger Kleiderschrank, ein Tisch, Stühle, zwei Bettladen, Bettzeug, Weißzeug u. Küchen- geräthschaftcn gegen gleich baare Zahlung versteigert- 11' frBRI/C z^1kP8E STOELV/ERCK^*CT^Ärem ^sMW W^K Aruchtinarkte« Norin Das H°" Irtt Gießen Alsfeld Grünberg Lauterbach Mainj Erschloß die glanzenve, so verblendet, aber glaubte st glaubte sie zu doch nicht mm „R W« von der Galeeri Deine- Sohnes, mrschall von $ Maria siel mnnd, vor dem Vn/d getan lose wieder in d Freude und der Der Marse „Wie verst uchrer Trennung mein Kaiser mid Familie die Nac Dich und Deine Menschenhiilfe gi rufen - aber fi ^benöberuf geivi Mit diesen antwortete: A habe vttioren haben,< olä die Landwirt „Dar iß a * Ä m ,,e ^te Nacht ur mich besser i E betteln mü "Ute arbeiten kr '/Beruhige ^»dsal iji M Mm ten R.i! 'hnmöllj,, S?* «•» fein f’intr g !'•" »jer 3ja 1 T" N'r M, '*'bt^ &s* »Mi - M & R meiner Hainbuchen-Rundscheitholz, Eichen-Scheitholz, wobei auch 92 16 684 auf Frank. den. täglich frisch, bei 122 161 602 Der Vorstand. Freitag den 22. Januar: 476) Eichen-Baustämme von 6 bis 17 Zoll Durchmesser und 8 bis 49 Fuß Länge, Nadel-Baustämme von5'/rbiS 15 Zoll Durchmesser und 15 bis 75 Fuß Länge, Nadel - Stangen von 2 bis 5 Zoll Durchmesser und 15 bis 55 Fuß Länge, 442) Circa 10 Wagen Stift sind zu verkaufen. Wo? sagt die Exped. d. Bltts. 10 43 August Noll, im Stern. 449) Für ein Colonial- und Cisen- waarengeschäft wird ein junger Mann mit den nöthigen Vorkenntnissen als Lehrling gesucht. Wo? sagt die Exped. d. Bltts. Im Auftrag des Besitzers: . B. Katzen stein. 475) Um vielen Jrrthümern zu begegnen, mache ich hiermit nochmals bekannt, daß das Berkaufs-Local von allen Sorten Schirmen sich im Gasthof zum Prinzen Carl befindet) sowie auch alle Reparaturen und das Ueberziehen der Schirme daselbst billigst Garten und Schäferei - Berechtigung steht, wird Montag den 8. Februar d. I., des Vormittags um 10 Uhr, auf dem Bureau des Unterzeichneten ind, steht frei. Gießen, den 14. Januar 1869. 462) Sämmtliche Waarcn der Fabrik werden aus den besten Rohproducten, ohne jede fremdartige Beimischung, bereitet. Die Tafel-Chocoladen tragen obige Fabrik- Marke, worauf Käufer zu achten belieben. Man findet die courantesten Sorten auf Lager in Giessen bei I. A. Busch Söhne und Louis Frohnhäuser; in Allen- tlorf a. <1. Bj/r — 13 Zoll Durchmesser und 30 — 75 Fuß Länge, 16742 Cubikfuß haltend, 320 Kiefern-Stanaenvon3‘/2—5Zoll Durchmesser und 20 — 50 Fuß Lange, 2290 Cubikfuß haltend. Der Anfang der Versteigerung ist jedesmal Morgens 9 Uhr bei der Grube Nordstern. Hungen, den 19. Januar 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Hungen. Schneider. 469) Unserem lieben Daniel zu seinem morgen stattfindenden 23. Wiegenfeste die besten Glückwünsche. 480) Ein Mädchen, welches gut kochen kann und die Hausarbeit gründlich versteht, sucht baldigst eine Stelle. Näheres bei der Exped. d. Bltts.____________________________ 445) Auf sofort wird eine Lauffrau oder ein Mädchen gesucht. Zu erfragen bei der Exped. d. Bltts. holz, 129 „ Buchen- u. Eichen-Stockholz, 13250 Wellen „ „ „ Neisholz, Alsdann werden nächsten Dienstag den 26- d. Mts-, besorgt werden.__________________ 474) Patent-Schrauben-Schlittschuhe ohne Riemen, in großer Auswahl, bei __Louis Senner. 447) Auf der Oberförsterei Krofdorf bei Gießen ist ein Maulesel preiswürdig zu verkaufen. Beachtenswertli! 464) Unterzeichneter besitzt ein vortreffliches Mittel gegen nächtltches Bettnässen, sowie Schwächezustände der Harnblase und Geschlechtsorgane. Speeialarzt Dr. Kirchhoffcr, in Kappel bei St. Gallen (Schweiz.) 473) Ein Portemonnaie mit Geld ist gefunden worden und kann dasselbe gegen Entrichtung der Jnseratgebühren in Empfang genommen werden bei Gg- Ruckstuh*, Zimmermeister, ___________an der Neustädter Schoor. 448) Auf dem Neuenweg oder in dessen Nähe wird ein angenehm möblirtes Zimmer zu miethen gesucht. Offerten bittet man bei der Exped. d. Bltts. niederzulegen. 44ß) Ein Familienlogis, bestehend aus 4 Zimmern, Küche und Zubehör, sowie das im Hinterbau befindliche Sälchen, ist ander- weit zu vermiethen; letzteres ließe sich auch leicht auf Wunsch in ein Familienlogis um- ändern._____________________E. Pitthan. 454) Ein möblirtes Zimmer, sowie ein möblirtes Zimmer mit Cabinet, ist zu vermiethen bei Chr. Scharmann, Uhrmacher, _________________am Kreuz.____________ 456) Drei Zimmer mit Cabinet, Mägde- kammer u. f. w. sind zu vermiethen und den 10. April zu beziehen. Bei wem? sagt die Exped. d. Bltts._______________________ 471) Mein an der Hardt gelegener Fel- senkeller ist anderweit zu verleihen. Louis Busch Wittwe. 8 Kreppet, täglich frisch, bei F. Zülch, am Seltersweg. 451) Steinkohlen und Braunkohlen erster Qualität empfiehlt Dan. Wirth's Nachfolger (Th. Geilfus.) 468) Ein Bettlädchen steht wegen Mangels an Raum zu verkaufen bei Philipp Schneider, Schneidermeister. 465) Euer Wohlgeboren ersuche ich hiermit ergebenst, mir für Pattenten wiederholt 7 Töpfchen Ihrer höchst vorzüglichen Bruchsalbe zu senden, und zwar von der schwächern Sorte 2 Töpfe, von der stärkern 5 Töpfe. Die bis jetzt von Ihnen erhaltenen Portionen haben den nie geahnten günstigen Erfolg gehabt, und ist mithin durch Sie der leidenden Menschheit ein Mittel geworden, welches nicht nur allen Theorien spottet, sondern auch die bruch- kranken Mitmenschen Ihnen mit nicht zu beschreibenden Worten dankend segnend verpflichtet sind. Steudnitz-Siegendorf, Kreis Hay- nau, Preußisch-Schlesien, 31. Juli 1867. Dr. Kraudt. Diese durchaus unschädlich wirkende Vruchsafbe von Gottlieb Sturzenegger in Herisau (Schweiz) ist in Töpfen zu 3 fl. nebst Gebrauchsanweisung und Zeugnissen ächt zu beziehen sowohl durch den Erfinder selbst, als durch Hrn. I. B. Lindt, Apotheker, Schnurgasse 58, in Frank- furt a. M.______________ 450) Die Häuser und Liegenschaften der ehemals K a tz e n st e iu'- schen Holzschneiderei sollen vom 1. März an anderweit verpachtet oder aus freier Hand verkauft wer- 12 Jahre von Petritag 1869 ab öffentlich meistbietend verpachtet. « Das Gut ist von Grünberg 2 und von der Main-Weserbahn-Station Lollar 21/? Stunden entfernt und mit beiden Orten durch gute Straßen verbunden. Vachtliebhaber, welche im Besitze des erforderlichen Vermögens sind und darüber den verlangten Nachweis liefern, werden hierzu eingeladen und können sich wegen Einsicht der Bedingungen und näherer Auskunft schon vor dem Termin an den Unterzeichneten wenden. Rabenau, am 17. Januar 1869. _________Der Rentmeister: W. Engel. Holzversteigerung im Ettingshäuser Gemeindewalde. 455) Dienstag den 26. und Mittwoch den 27. Januar d. I., jedesmal von Vormittags halb 9 Uhr an, sollen in dem Ettingshäuser Gemeindewalde, Distrieten Gabrielszimmerplatz, Kohlstrauch und Riedstein: 452) Ein Familienlogis ist zu vermie- then bei Heinrich Weidig, _________________________Metzger._________ 472) In meinem neuerbauten Hause ist ein Logis von 3 Stuben, Cabinet, Küche, Kammer u. s. w. zu vermiethen und Ende März d. I. zu beziehen. _________P. Plank, tn der Wolfengasse. 486) Nachdem der bisherige Zugang zu der Universitäts-Bibliothek weggefallen ist, geht der nette durch das Hauptthor des Klinikgartens links am Bibliothekgebäude hin bis an die Ecke, an welcher eine offene Gitterthüre nach der Eingangstreppe der Bibliothek führt. Die Direktion der Großherzoglichen Universitäts-Bibliothek. Dr. Schäfer. Telegraphischer Schiffsbericht, mitgetheilt von Chr. Wallenfels Jun. Angekommen in New-Bork: Das Hamburger Postdampfschiff Allemannia, Reisedauer 15 Tage —Stunden. „ Bremer „ Hermann, „ 14 „ — , „ „ Ünron, „ 13 „ A b g e h e n d : Am 20. Januar Dampfer Cimbria von Hamburg nach New-Aort. 23. Donau ff Bremen ff ff 23. Sibcria II Liverpool ff ff 27. W. Penn ff Havre ff ff 1. Februar Baltimore Bremen ff Baltimore. 1. ii Bavaria w Hamburg New-Orleans. S ch i f s ö b e r i ch t, mitgetheilt von dem Haupt-Agenten C. W. Dietz. Angekvmmen in Bremen r Von Baltimore das Dampfschiff des Norddeutschen Lloyd Berlin, Reisedauer 12 Tage. Von New - Orleans das Postdampfschiff des Norddeutschen Lloyd Bremen, Reisedauer 13Vr Tage. Frachtbriefe für die Main-Weser- und Cöln-Mindener- Eisenbahn, sowie sämmtliche zollamtlichen Formulare, sind zu haben bei Wilhelm Klee, Mäusburg. Frucht- und Mehlpreise in verflossener Woche von nachbenannten Orten und Fruchtmärkten. Frachtmärkte. Jan. Waizen. Korn. Gerste. Spelz. Hafer. Erbsen. Linsen. Wicken. Kartoffeln. I Weisi- mehl. Roggen mehl. Auf^em Markt Mit.- preis Auf dem Markt Mit.- preis 9(i iF dem Markt Mit.- preis Auf dem Markt Mit. preis Auf dem Markt Mit.- preis Auf dem Markt Mit.- preis Auf dem! Markt Mt.- preis Auf dem! Markt | Mit.- preis Auf dem Markt Mit.- preis auf- gef- verk. ff» fr. e » verk. fl. fr. a o verk. fl- fr. auf- gef- verk. fl. fr. auf- gef- uerfJ fl. fr. auf- gef- verk. fl. fr. 1 auf' l jJL fl. fr. auf- verk. fl. fr. 'auf. gef- fr. fl. fr. fl. fr. Gießen Alsfeld G r ü n b e r g Lauterbach Mainz 16. 16. 16. 15. M. 6 M. 6 151 189 11 11 12 20 28 1 M. 20 10 3)i. 21 82; 61 64 8 8 9 8 15 38 58 M. _ii M. li 49; 7 7 35 2d m. M. — — M. 2 3 M. 2 47 2 4 5 5 5 6 10 21) 12 30 M. 1 10 9 6 36 M. M. — M. M. — Illi 8 11111 M. 1 2 2 — — — — 12 Normalgewicht per Malter: Waizen 200, Korn 180, Gerste 160, Spelz und Hafer 120, Erbsen, Linsen, Wicken 220, Kartoffeln 200, Mehl 140 Pfund. Fe^iLleton. L o l d a t e n g l ü ck. Nooellette von Heinrich Hensler. (Schluß.) Erschrocken sah Maria ihn aufmerksain und mit durchdringenden Augen an; die glänzende, goldgestickte, mit Orden und Sternen übersäete Uniform hatte sie so verblendet, daß sie den General bisher nur flüchtig angesehen hatte. Jetzt aber glaubte sie, dieses Gesicht schon öfter gesehen zu haben, — auch die Stimme glaubte sie zu erkennen, besonders in den letzten Worten; sie konnte sich aber doch nicht erinnern und schüttelte noch einmal den Kopf, ohne etwas zu sagen. „Ich bin Andrea," sagte der General, „ich bin der Ziegenhirte, den Du von der Galeere errettet hast, — ich bin der Sergeant Andrea, der Pathe Deines Sohnes, den Ihr gesucht habt; — ich bin Andrea Massena, Reichsmarschall von Frankreich! — Maria fiel ohnmächtig in die Arme ihres Sohnes, der, sie fest umklammernd, vor dem Marschall auf die Kniee sank. Bald gelang cs den Bemühungen der herbeigerufenen Leute, die Bewußtlose wieder in das Leben zu rufen, und nun zerfloß fast in Thränen der Freude und des Dankes. Der Marschall küßte sie auf die Stirne und sagte: „Wie verschieden gehen doch die Schicksale der Menschen! Mir hat seit unserer Trennung fortwährend die Sonne des Glückes gelächelt, so daß selbst mein Kaiser mich das Schooßkind des Sieges nennt, während Dich und Deine Familie die Nacht des Unglücks trübte. Arme Frau! Wie sehr bedauere ich Dich und Deine brave Familie! Doch fasse Muth, es soll Dir werden, was Menschenhülfe gewähren kann. Die Tovten kann ich nicht wieder in das Leben rufen — aber für die Lebenden kann und will ich sorgen. Hast Du Dir einen Lebensberuf gewählt, mein Sohn? Mit diesen Worten wendete sich der General an seinen Pathen, und dieser antwortete: „Ich habe das Gut meines Vaters bebauen helfen, und seitdem wir es verloren haben, arbeite ich auf andern Gütern im Tagelohn. Ich verstehe nichts als die Landwirtschaft." „Das ist allerdings wahr," unterbrach Maria mit großer Lebhaftigkeit ihren Sohn. „O, mein Andrea ist ein braver Sohn; vom frühen Morgen bis in die späte Nacht hat er über seine Kräfte gearbeitet, um mehr zu verdienen und für mich besser sorgen zu können, da ich ohne seine fortwährende Unterstützung hätte betteln müssen. Ich bin so schwach, daß ich nur noch sehr wenig für die Leute arbeiten kann." „Beruhige Dich doch," tröstete der Marschall die Weinende. „Denke nicht an die Vergangenheit, denke nur an die Zukunft, und glaube mir, die Zeit der Trübsal ist vorbei, wenigstens für Dich und für meinen Pathen. Ich würde diesem den Rath geben, gleich mir den Stand des Kriegers zu erwählen; er ist der ehrenvollste und gibt am leichtesten die Gelegenheit, etwas Tüchtiges zu werden und sein Glück zu machen. Ich würde mit Freuden mich in allen Stücken seiner annehmen und für sein Fortkommen sorgen. Er hat ganz das Aeußere dazu, er wird so beherzt sein wie sein Vater und ist ein schöner kräftiger junger Mann, wiewohl —" setzte der Marschall selbstgefällig und lächelnd hinzu — Körpergröße und Schönheit nicht immer nöthig ist, um es zu Etwas zu bringen, besonders in so kriegerischen Zeiten, wie die sind, in denen wir leben, und mein Kaiser sagt bei allen Gelegenheiten, wenn er zur Tapferkeit und Ausdauer seine Leute ermahnt: „Jeder Soldat trägt den Marschallsstab in seinem Tornister!" Ich nehme aber Anstand, dieses vorzuschlagen, weil Andrea, Dein einziges Kind ist, und weil ich nicht zugelre-i will, daß Du ganz allein in der Welt stehst. Du hast mir in der schwersten Stunde meines Lebens 20 Scudi gegeben, — es war Deine ganze Ersparniß, und sie hat mir gute Dienste geleistet, mein Secretär wird Dir dafür 20,000 Scudi auszahlen. Das ist nur ein Thcil meiner Ersparnisse, womit ich Dir meine Dankbarkeit bezeuge. Damit könnt Ihr Euer Haus wieder aufbauen, oder ein neues Gut kaufen und Euch einrichten, wie es Euch gefällt." „Lieber Himmel," rief Maria, „wozu das viele Geld! Wenn Sie uns nur einen kleinen Theil davon schenken wollen, so ist uns schon damit geholfen. Wir wüßten ja gar nicht, was wir mit diesem großen Reichthum ansangen sollten!" „Es bleibt bei dem, was ich gesagt habe," entschied der Marschall, „und was Dir etwa zu viel dünkt, Maria, das mag Andrea als sein Pathengeschenk ansehen." — Das Glück und die Wonne der armen Leute, welche sich so plötzlich und unerwartet vom Rande des höchsten Unglücks und der fürchterlichsten Verzwei- flung wie durch einen Zauberschlag in einen nie geahnten Ueberfluß versetzt sahen, läßt sich nicht beschreiben. Die herrlichsten Speisen und Weine wurden jetzt>ufgetragen, doch konnten die Glücklichen fast nichts davon genießen. „Du wirst jetzt nicht nur eine hinreichende Gelegenheit, sondern auch eine bestimmte Veranlassung haben, mein lieber Pathe," sagte endlich der Marschall, „Dir eine Frau zu suchen. Vergiß nicht, darauf zu sehen, daß die Auserwählte nicht nur ein braves Weib, sondern auch eine treue, einsichtsvolle Wärterin für Deine Mutter ist, —> — nun, nun, — was hat das zu bedeuten, Du wirst ja roth?" „Ach, lieber Herr," rief jetzt Maria mit freudeverklärtem Gesichte, „das ist auch Etwas, das zu unserem Glücke beitragen wird. Es ist in Monzi ein recht hübsches und braves Mädchen, das Andrea sehr gerne hat, und sie liebt ihn auch. Sie konnten sich aber nicht heirathen, denn Beide haben kein Vermögen, und mein Sohn hätte nicht nur eine Familie zu ernähren gehabt, sondern auch eine große Last durch seine alte kränkliche Mutter. Und wie gerne habe ich das Mädchen, das mich oft besuchte und mir manches kleine Geschenk machte und mich wie ein Kind seine Mutter ehrte! Das kann jetzt uatürlich anders werden; — was sagst Du, Andrea, dazu?" Der Sohn wurde abermals roth und sagte nach einigem Zögern: „Wir können jetzt des Vaters Gut wieder kaufen!" „Ach ja, das könnten wir wohl!" erwiederte die Mutter, „dazu brauchen wir das viele, viele Geld nicht, obschon der jetzige Bfsitzer so schöne Gebäude da aufgeführt und noch viele Aecker und Wiesen dazu gekauft hat, so daß es fast noch einmal so groß «geworden ist." „Lassen wir es dabei bewenden," sagte der Marschall, „an meinem Beschlüsse und an meiner Anordnung wird nichts geändert, und ich hoffe, Andrea wird das arme München heirathen, wenn er auch jetzt reich geworden ist." „O gewiß!" rief Andrea, „es wird mich glücklich machen." „Ich würde Euch gerne einige Tage bei mir behalten," setzte der Marschall hinzu, „aber die Verhältnisse gestatten es nicht, denn noch in dieser Nacht werden wir aufbrechen, um den flüchtigen Feind zu verfolgen. Mein erster Adjutant wird Euch in meiner Equipage unter sicherer Begleitung nach Monzi brin- gen — das Geld ist bereits eingepackt; — er wird es zu Eurem beliebigen Gebrauche bei dem Vorsteher dorten deponiren, damit Ihr keine Gefahr damit lauft, und Ihr auch nicht in Verdacht kommt, es auf eine unredliche Weise er* worben zu haben. Nehmt Euch hier Speisen und Wein mit, denn es wird spät werden, bis Ihr nach Hause kommt. Und nun lebt wohl, der Herr sei mit Euch, auf daß es Euch hinfort wohl ergehe. Halte mir Deine Mutter gut, Andrea, und lasse es ihr an nichts fehlen. Du hast jetzt die Mittel dazu, und es ist der einzige Dank, den ich von Dir verlange. Folge ihr in allen Stücken, — sie ist eine verständige Frau!" Er schüttelte seinem Pathen die Hand, küßte Maria auf die Stirne, und als er sie in den Wagen hob, flüsterte er ihr in das Ohr: „Maria! Ich habe Wort gehalten — in allen Stücken!" Gießen, 16. Jan. Die Hoffnung, daß die Lenne-Lahnbahn direct von Gladenbach auf Gießen gebaut werde, scheint nicht getäuscht zu werden. Zwar hat die Generalversammlung der Actionäre der bergrsch-märklschen Bahn am 9. Januar zu El- berfeld keinen Beschluß soffen können, weil nicht die Vie erforderliche Zahl Sichen vertreten war; indessen ist doch die Ansicht der leitenden Persönlichkeiten wie der Versammlung im Ganzen dahin gegangen, daß nur ein direetcr Bau auf Gießen (mit einer Seiten- bahn nach Cölbe) zum direet'N Anschluß an die ober- hejsischen Bahnen allen in Frage kommenden Interessen entspreche. Es ist eine zweite Generalver- sammlung der Actionäre auf den 20. Februar zu Elbcrsklo angesctzt worden, die einen gültigen Beschluß fassen kann. Darmstadt, 16. Jan. Der Abgeordn. Kempf von Güßen hat dem Präsidium ter Kammer einen dringlichen Antrag übergeben, die Ausführung des Gesetzes vom 14. August 1867 über die Aufbrin- gung der Kosten für das zur Erbauung von Eisenbahnen erforderliche Gelände betreffend. Nach diesem Gesetze haben diejenigen Gemeinden, deren Orte in einer Nähe von 1500 Klaftern oder weniger von einer Station oder Haltestelle einer Eisenbahn gelegen sind, zu der Gelänteentschädigung in ter Art beizutragen, daß diese Gemeinten gemeinschaftlich die Gelänteentschädigung insoweit zu übernehmen haben, als dieselbe den achtzigfachen Betrag des Steuercapitals des abgetretenen Geländes übersteigt. In ter Anwendung und Ausführung dieses Gesetzes haben sich über die Auslegung verschiedener Bestem- mungen ccffelben mannichfache Zweifel ergeben, deren schleunige Beseitigung auf dem Wege authentischer Interpretation der oben gedachte Antrag bezweckt. Darmstadt, 18. Jan. Eine auf Förderung einer verbesserten Verfassung ter evangelischen Kirche des Großherzogthums gerichteter Antrag der Abge- ortn^kn Kraft, Heß, Wernher und.Goltmann lautet nebst seiner Motivirung: „Der erste Ausschuß hat in seiner Mehrheit auf dem vorigen Landtag einen Antrag auf ein Ersuchen an die Regierung gestellt, zur Aenderung ter Verfassung der evangelischen Kirche mitzuwirken. Es ist aber von dem Ausschuß, an den derselbe verwiesen wurde, darüber nicht berichtet worden. Daß der Antrag ein zeitge- mäßcr war, dafür geben Ereignisse ter neuesten Zeit ein lautes Zeugniß; er bedarf daher Angesichts derselben einer näheren Begründung nicht. Nur das sei zur Beseitigung möglicher Zweifel bemerkt, daß eine Verbesserung ter evangelischen Kirchenverfassung nur im Sinne einer tie Selbstständigkeit der Kirche fördernden und auf die Gruntprincien^ des Protestantismus gebauten Presbyterial - und Synodal-Ver- fassung gefunden Wirten kann, taß den Ständen aber in Beziehung auf diese Angelegenheit kein größerer Einfluß vinticirt werden soll, als ten ihnen ihr Petitionsrccht gewährt. Diesen Antrag ausgreifend, richten wir denselben dahin: die Kammer wolle die Regierung ergeben, ihrerseits dahin zu wirken, taß turch zeitgemäße Aenderung der Ver- fassung der evangelischen Kirche ter.n größere Selbstständigkeit begrüntet und kirchliches Leben gefördert werde." Berlin, 18. Jan. Das hier errichtete Asyl für obdachlose Frauen und Mädchen erweist sich bereits als eine der wohltätigsten Einrichtungen. Es gewährte in den ersten 8 Tagen 27 Personen 56mal Pflege und Obdach, und in allen Fallen waren die Schutzbetürst'gen turch fremde Schuld oter turch ein unabwendbares Mißgeschick in e ne hülflose Lage gerathcn, so die einer Eoncubine wegen verstoßene Frau eines Beamten beim höchsten Gerichtshöfe, so eine Anzahl fremder Dienstmädchen, die bei ihrer Ankunit in Berlin von fremd.n Gaunern um alle ihre Habseligkeiten gebracht worden waren. Sechs solchen unglücklichen Mädchen verschaffte die Anstalt, die sich eine rege Theilnahme in allen Kreisen erfreut, und für welche bis jetzt, außer Naturalien und einem festen Jahreseinkommen von 120 Thalern, Beiträge in der Höhe von ungefähr 2000 Thalern eingegangen sind, ein gutes llnteikommen. Sobald die M4hl daiur flüifig sind, soll dieses menschenfreundliche Institut auch den obdachlosen Männern eine Zuflucht bieten. Wie trinkend dafür das Be- dürfniß ist, lehren jene unglücklichen vier Knaben, welche kürzlich auf dem Boten eines Hauses in ter Leipz ger Straße unter Lumpen und abgenagten Knochen in fast völlig nacktem Zustande vorgefunden wurden, und die dort wochenlang unter den unsag- lichsten Entbehrungen em elendes Dasein gefristet hatten. Leiter n mmt mit tiefem Elend auch die Unsicherheit der Personen und des EigenthumS in einemGrad zu, der sich nur noch wenig von den Zuständen in London und Paris unterscheidet. Einbrüche und freche Raubanfälle auf offener und belebter Slraße sind keine ungewöhnlichen Dinge mehr. Daß sich hier mit den vorhandenen Polizeikräften viel mehr ausrichten ließe, wenn die kleinlichen Plackereien beschränkt würden, liegt auf der Hand. Einen guten Anfang damit scheint man gemacht zu haben, wenn es wahr ist, daß, wie behaupiet wird, die Bezirksversammlungen nicht mehr regelmäßig von den Argusaugen der heiligen Hermandav überwacht werden. Kassel, 16. Jan. Die Absicht der Regierung, in den Städten Hanau, Marburg und Fulda mit N.ujahr den Stattbehörden die Polizei zu übertragen, ist sicherem Vernehmen nach aufgegeben, weil zwei dieser Städte, Hanau und Marburg, die ihnen zugedachte Polizeiverwaltung abgelehnt haben und eventuell Zuschüsse zu den Kosten vom Staate verlangen. Frankfurt, 19. Jan. Der Telegraph hat uns bereits gestern die Thronrede, mit welcher Napoleon die Session der französischen Kammer eröffnete, übermittelt. Die Rede hat von Anfang bis zu Ende einen selbstbewußten, ja kecken Ausdruck, und man sollte meinen, der Thron des Napolevniden habe noch nie fester denn jetzt gestanden. Natürlich, „die Nation ist ja für die heftigsten Aufreizungen unempfänglich" und unerschütterlich in dem Vertrauen zu Napoleons „Festigkeit, die Ordnung aufrecht zu erhalten." „Das stete Ziel meiner Anstrengungen ist erreicht. Die militärischen Hilfsquellen Frankreichs befinden sich fortwährend auf der Höhe feiner Geschicke in der Welt. In dieser Lage können wir laut unseren Wunsch verkünden, den Frieden zu erhalten. Es ist keine Schwäche, dieß zu sagen, wenn man zur Vertheidigung der Ehre und Der Unabhängigkeit des Landes bereit dasteht." Viel besser ober wäre es, wenn die Millionen zur Auf- rechierhaltung des bewaffneten Friedens, dieses Hangens und Bangens, wann der Eine über den Andern herfällt, gespart und der Volkswirthschaft zugeführt werden könnten. Das ist aber ein Wunsch, der leider unerfüllt bleiben wird. Wien, 14. Jan. Der Kurfürst von Hessen- Kaff.l erhielt, wie man uns aus Prag telegraphirt, einen prachtvoll geschnitzten Thronsessel als Weih- nachtsgabe mehrerer Untertanen, welche damit ihrer Hoffnung auf Wiederherstellung des kurfürstlichen Thrones Ausdruck geben wollten. Paris, 17. Jan. Die „France" sagt: Die Declaration sei gestern von den Vertretern der Mächte unterzeichnet worden mit Ausnahme Djemil'S, welcher nach Konstantinopel telegraphirt habe, ob er eine Erklärung, welche an die Türkei gerichtet sei, unterzeichnen solle. — Der „Eonstitutionnel" betrachtet die Aufgabe der Eonferenz als erfüllt und sagt, man werde bald erfahren, daß die diplomatischen Arbeiten für die Sache des Friedens nicht ohne-Nutzen gewesen seien. Die Declaration wird Direct in Athen notifieirl werden. Die Angabe, daß Rangabe den russischen Botschafter am griechischen Neujahr besuchte, wird bementirt. London, 19. Jan. Gutem Vernehmen nach erörtert das Protokoll der Eonferenz nicht die Veranlassung des Eonflicts, sondern erklärt die Begünstigung des Aufstandes gegen den Nachbarstaat durch Beschützung der Blokadebrccher und geheime Unterstützung ter Freischaaren für völkerrechtswidrig. Diese Erklärung soll als Eollectivnote der griechischen Steuerung überreicht und nach deren Zustimmung zum Inhalte derselben soll die Pforte ersucht werden, ihr Ultimatum zurückiuzieben. Konstantinopel, 19. Jan. Die von der Pforte niedcrge,etzte Commission für die griechischen Angelegenheiten hat den hier ansässigen griechischen Untertanen notificirt, daß sie sich mit Ausweisen über ihre Nationalität zu versehen, behufs Entgegennahme von Aufenthalts-Erlaubnißscheinen oder ihre Passe der Commission vorzulegen haben. Vermischtes. Mainz, 15. Jan. Welch ein bedeutender Handelsartikel das Eis geworden ist, geht daraus hervor, daß die Actien- brauerei allein für ihren Bedarf 8000 Fuhren gebraucht. Heute Morgen zahlte dieselbe für die Fuhre 1 st. 6 fr., wahrend gestern der Preis der Fuhre noch auf 1 fl. 30 fr. gestiegen n>ar. Friedberg, 14. Jan. Dieser Tage wurde vom Metzger- meiller W. Heß dahier ein Schwein geschlachtet, welches nicht weniger als 105 Zoll (2625 (Zentimeter) Länge, 70 Zoll (175 (Zentimeter) Umfang und 539 Pfund Flesschgewicht hatte. Dasselbe war, von englischer Ra§e, drei Jahre alt und auf dem Büdesheimer Hofe durch die sorgfältige Zucht und Mästung des Herrn Pachter Draudt daselbst zu dieser seltenen Größe gebracht worden. (Sin noch lebender „trauter Genosse" desselben, der noch schwerer geschätzt wird, soll demnächst dem gleichen Geschicke verfallen und in Wurst und Schinken aufgetischt werden. Lauterbach. Von hier ist abermals ein Verbrechen uud zwar ein Verbrechen gegen die Sittlichkeit zu berichten. (Sin Mädchen auS dem nahen Angeröbach wurde AbendS von einem auf dem Nachhauswege sie begleitenden Manne auS demselben Orte noch ganz in der Nähe der Stadt plötzlich angepackt, mehrmals zur Erde geworfen und der Versuch gemacht, daS 15jährige Mädchen zu schänden. Der Hülferuf des bedrohten Mädchens führte Leute auS der nahen Mühle herbei, durch welche das Verbrechen vereitelt wurde. Der Thäter, ein junger, noch nicht lange verheiratheter Mann, ist gefänglich eingezogen. Preußen. Das große LooS der Kölner Dombau-Lotte- rte, 25,000 Thaler, ist dem Anstreichemeister Schmeltzer in Witten, einem fleißigen Arbeiter und sorgsamen Familienvater, der, als er die Nachricht erhielt, eben an einem fremden Hause tapfer in Arbeit war, zugefallen. DaS Looö war ihm von einem dastgen Eollecteur, bei dem er eine kleine Arbeit verrichtet und ungefähr einen Thaler verdient hatte, zur Ausgleichung ausgesprochen worden. Frankfurt. Zur Zeit findet in hiefiger Stadt große Jagd auf Spatzen statt. Dieselben werden nicht geschossen, sondern lebendig gefangen und erhalten ein provisorisches LogiS bei dem Vorstand der Grindbrunnen-Gesellschaft in der Main- zergaffe. Bis jetzt sind etwa 900 Stück daselbst einlogirt und bedarf derselbe noch 1100 Stück. Die armen Frankfurter Spatzen sind nach Südamerika (Peru) bestimmt, wo sie accli- matisirt werden sollen. Eine Sendung ist bereits von hier dorthin abgegangen. Baiern. Seit Jahren blieb ein Gewinn von 18,000 fl. in der Ansbach-Gunzenhauser Lotterie unerhoben; jetzt erst -ist die Gewinnerin, ein Diestmädchen in Stuttgart, ausfindig gemacht worden sie hatte keine Ahnung von ihrem Schatze und Glücke. Es haben sich nun auch noch andere Schätze gefunden. Amerika. General Ulysses Grant, der am 4. Marz d. I. den Präsidentenstuhl in Nordamerika besteigt, wurde am 27. April 1822 in Point Pleasant bei Cincinati geboren. Gr ist der Sohn eines Gerbers, eines energischen Mannes, der sich von unten herauf arbeitete und ein wohlhabender Mann wurde, und einer vorzüglichen Mutter. Sein Geburtöhäuschen, eine einstöckige Bretterhütte, steht noch. Ulysses zeigte bald einen energischen Charakter und eine ungemeine Begabung in der Mathematik, seine liebste Beschäftigung wär daS Bändigen von Pferden, manche Züge des Knaben erinnern an Alexander den Großen. Gin Kunstreiter ließ einmal im Cir- cuS ein Pony sehen, das Niemanden aufsetzen ließ, und rief: Ist Jemand da, der dieses Pony reiten will? — Der Knabe Ulysses sprang sofort hervor und sagte: Ich werde daS Pony reiten! — Gut, steige aus! — Mit einem Sprunge war Ulysses auf dem sattellosen Rücken deS ThiereS und ritt eS trotz aller Capriolen, welche daS Thier machte, um ihn abzuwerfen. Der Kunstreiter ließ ein Rudel Hunde los, um daS Thier wüthend zu machen; vergebens,' der Knabe hing auf dem Rücken des Pferdes, wie ein Eichkätzchen am Baume. Selbst ein Affe, der hinter ihm auf dem Rücken des PferdeS und ihm endlich auf di. Schulter sprang und mit den Pfoten sein Haar zerzauste, machte ihn nicht irre und brachte ihn nicht vom Pferde. Denselben Muth und dieselbe Kaltblütigkeit mit Ausdauer zeigte er überall, und wurde durch sie der Sieger über die Südstaaten. Vor zwei Jahren versammelte fein Vater feine Kinder um sich, um mit Ausnahme eine- kleinen Theils sein Vermögen zu vertheilen. Lieber Vater, sagte der berühmte Sohn und General, theile Dein Vermögen gleichmäßig, wie Dir beliebt, mir kommt nichts zu; denn ich habe es um keinen Dollar vermehren helfen; mein Vaterland hat für mich gesorgt, meine Stellung verleiht mir mein gutes Auskommen; gib Alles den Geschwistern, ich danke für Deine Güte. — Der Bruder deS Ulysses erhielt 100,000 Dollars, jede seiner verheiratheten Schwestern 25,000 Dollars in baa- rem (Selbe. In Ncwyork ist am 30; Dec. ein Mann, Namens Clark, gestorben, der Im Juni'1747 das Licht der Welt erblickt hatte. Er erreichte also das Alter von 1211/2 Jahren. Ten amerikanischen Befreiungskrieg machte er als Wagenlenker mit. *** Auf der CapitänSbrucke eines Dampfers, der von Calais nach Dover fuhr, stand ein Engländer und rauchte Phlegmatisch seine Cigarre. Da trat ein liebenswürdiger Franzose, den er öfters in Trouville gesehen und mit dem er einige Worte gewechselt hatte, an den Engländer heran, und nach einem „Freut mich, Sie zu sehen", entspann sich unter Beiden folgendes Gespräch: „Ich will nach Brighton". „Und ich nach London". „Denken Sie dort die Saison zu verleben?" „Das kommt auf die Umstände an. Sie wissen, das Geschäft — —" „Ach, Sie reifen nicht zum Vergnügen? „Nein, ich bringe einen jungen Engländer zu seiner Familie zurück." „Sind Sie vielleicht fein Lehrer?" „Nein." „Ich sehe doch Ihren jungen Freund nicht." „Er ist unten." „So bitten Sie ibn, daß er mit uns dinire." „DaS ist nicht möglich ; er ist tobt." ^Todt?" „Er liegt in einem Bleifarge. Mein Geschäft ist nämlich, die Leichen nobler Personen, die in Frankreich sterben, zu tranSPortiren und ihren Familien zurückzubringen. Dieß Geschäft geht prächtig, und wenn Sie einmal meiner Dienste bedürfen sollten, mein Herr, so — —." Der Engländer hustete, dankte seinem höflichen Reisegefährten und begab sich, indem er Seekrankheit vorschützte, eiligst in seine Kajüte, auS welcher er nicht eher wieder hervorkam, bis der Dampfer in Dover landete. — (Ein Autograph.) In Paris wurde vor Kurzem ein achtes Autograph von Taffo verkauft, welches der Dichter deS „Befreiten Jerusalem" in seinem 26. Jahre niedergeschrie- btn hat. Es lautete: „Ich Unterschriebener erkläre, von Herrn Abraham Levi 25 Lire erhalten zu haben, für welche er ein Schwert meines Vaters, sechs Hemden, vier Leintücher und zwei Tischtücher in Pfand erhielt. Den 2. März 4570. Torquato Tasso." Es wird statistisch nachgewiesen, daß eS in der Welt 546,000 Taubstumme gibt (1 auf 1566 Menschen). AIS Hauptursache dieses Uebels werden Ehen unter nahen Verwandten bezeichnet; in China, wo solche Eben unbedingt verboten sind, kommt Taubstummheit fast gar nicht vor. Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fjr. Chr. Pietsch) in Gießen.