Preis vierteljährlich 36 kr. mit Brtngerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 49 fr. Gießener Anzeiger. I . ' ' .__________________________________________________________________________________________________________________________________ Erscheint wöchentlich dreimal . Dienstags, Donnerstags und Samstags. — Expedition: Canzleiberg Lit. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kichen. 22. Samstag den 20. Februar 1869. Brodpreise vom 20 bis 27. Februar 1869, nach eigener Erklärung der Bäcker: 4 Pf^d gemischtes Brod 15 kr. 2 Pfund gemischte- Brod 7y2 fr. 4 Psund Rogg.nbrgd 13 kr. 2 Pfund Roggenbrod 6y2 kr. Amtliche Bekanntmachungen. B e k a n n t m a ch u n g. Die dicßjährigen Frühjahrs-Control-Versammlungen im Kreise Gießen werden, wie folgt, Mehalten werden: 1. Zu Lollar Montag den 15. März, Vormittags 10 Uhr, auf dem Turnplatz. Hierzu Orte , Alten-Buseck, Bersrod, Beuern, Daubringen, Großen-Buseck, Heuchelheim, Lollar, Mainzlar, Rödgen, Ruttershausen und Kirchberg, Staufenberg, Trais a. d. Lumda, Trohe, Wieseck, Gießen. II. Zu Steinbach Dienstag den 16. März, Vormittags 10 Uhr, auf der sogenannten Weide. Hierzu gehören die Orte : 9innprßb Burkbardsfelden Dorf-Gill, Hof-Gill, Eberstadt, Arnsburg, Ettingshausen, Garbenreich, Großen- 85:8S.T5Ä »«. «*, Reiskirchen, Ober - Höraern, Steinbach, Watzenborn, Steinberg, Wmnerod. Es haben aus riefen Ortschaften sämmtliche beurlaubten Großhcrzoglich Hessischen Militärs aller Waffen zu erschemen, welche zur Reserve entlassen, zur Disposition der Truppentheile beurlaubt, oder zur Disposition der Ersatzbehorden entlassen oder dorthin aus ""^^A/e^dcm^preuAfchen Militär angehörigen Leute der vorbenannlen Calegorien, welche in dem Bezirk wohnen und ni^ ft^i?en$UdrIe,S:iWpU6n««snm. der Control-Versammlung verpflichtet »nd werden dazu hierdurch mit dem Bemerken aufgefordert, daß die ohne Entschuldigung fehlenden Mannschaften die ^^^B^ssmder?Esx^uoch^bcmIrkt^ta^ d^Man'nschaften mit dem Militärpaß und Führungsattest versehen, in bürgerlicher Kleidung zu erscheinen haben und vor dem beginne der Control-Versammlung Schirme, Stöcke und Pfeifen abzulegen sind. Weid) wird noch bemerkt, daß eine speciellere Vorladung nicht mehr erfolgen wird. Gießen, den 10. Februar 1869. Gandknhergcr " ' _______Oberstlieutenant und Bezirks - Commandeur. —--------------------- Gjetzrn, am 9. Februar 1869 stressend: Die Hülfeleistung bei Feuersbrünsten. D ä ö t Groß!) ermögliche Kreisam 1 Gießen an die Großherzoglichen Bürgermeistereien. Wir werden Ihnen in den ersten Tagen einen Nachtrag zur Ordnung der Gänge der zum Ansagen von Branden ss" Kreise Gießen bestimmten Feueiboien kurzer Hand zugehen lassen, welchen Sie alsbald dem in Ihren Händen befindlichen, besonderen Abdruck der V c- ordnuna vom 21. März 1857 nebst Instruction an der geeigneten Stelle belbinden lasten wollen. ä In Verhinderung des Kreisraths: _______________________Kekuls, Kreis-Assessor. ___________________________________________ ' ‘ Störungen im Theater betreffend. Das Tabakrauchen im Theater ist bei 20 kr. bis 1 fl. Strafe verboten. - Ruhestörungen daselbst werden mit 30 kr. b,s zu 5 fl. ^Gießni^en ls""Februar"°18^"^" Großherzogliche Polizei-Verwaltung der Provinzialhauptstadt Gießen. Gefundene G e g e u st ä n d e : jurüctflegeben oder später au Gunsten der Armenkasse werden versteigert werden. Zugelaufen: Ein schwarz und weißer Hund und ein schwarzer Dachshun . Großherzogliche Polizei-Verwaltung der Provinzialhauptstadt Gießen. Gießen, den 19. Februar 1869. * p' Nover. Holzverfteigerung. 1243) Dienstag den 23. d. Mts., des Morgens von halb 10 Uhr an, soll in dem Fürstlich Solms-Braunfelsischen Langenwald bei Dorf-Güll nachverzeichnetes Holz öffentlich versteigert werden, als: Der Anfang ist am Häusergericht Morgens 9 Uhr. Lich, den 17. Februar 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Lich. Helm. Holzversteigernng. 1290) Im Licher Stadtwalde, District Großehäuserberg, kommen Donnerstag den 25. d. Mts. nachverzeichnete Holzsortimente zur Versteigerung : 200 Stecken Buchen-, Eichen- und Weichholz-Prügelholz, 60 Stecken desgl. Stockholz, 8000 Wellen desgl. Reisholz, 200 Buchen-Stangen, für Wagner, 102 Eichen-, Birken- und Fichten-Stangen. Versteigerungen. 1255) Montag den 22. Februar, Nachmittags 2 Uhr, sollen die zum Nachlaß der Eberhard Zimmermann Wittwe gehörenden Mobilien m deren Hofraithe auf dem Seltersweg, bestehend in Kleidung, Weißzeug Haus- und Küchengeräthen, öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 17. Februar 1869. Grobherzogliches Ortsgericht Gießen. Ebel. 39 Eichen-Werkholzstämmchen von 20 bis 35 Fuß Länge, zusammen 579 Cubik- fuß enthaltend, 154 Stecken Scheid- und Prügelholz, IHVt „ Stockholz, 229Vz Schichten Reisholz und 2841/4 Stecken „ Die Zusammenkunft ist beim Pflanzgarten. Griedel, den 15. Februar 1869. Fürstliches Rentamt. M e n g e l. 27 171 (1314) I CH. Retter. Ungarweine fr., ff ff ff empfehlen •/. A. Busch Söhne Stecken 2115 Wellen 897 Klee mit kN 25 1708 1687 sollen 1324 Gießen, GROSSE PREISERMÄSSIGUNG. = 1205 Cu LIEBIG'S EXTRACT In Paris prämiirt 1867. 1 fl. 24 fr., in bei NB. Flick S Kröll. Ver- 2 Wellen 460 1929 1307 371 683 1667 940 222 385 1675 1050 16 *-O 950 1228 277 844 1595 818 968 Feld, Acker 1 627 gehörig, Flur Nr. to/74 «/75 rantie (1274) halben Viertel- 42 30 45 6 94 18 43 6 2825 als: lUKlftr.. 400 Acker an der Chaussee auf der Warth, gibt 1 fl. 5V2fr., 400 Acker das., gibt 1 fl. 14 fr., 158 Acker am untersten Riegel- pfad, auf das Bruch, gibt 143/4 fr., 144 Wiese daselbst, gibt 12 fr., in der Schwarzlach, im Heegstrauch, daselbst, daselbst, am Erdfauter Weg. den 11. Februar 1869. In Auftrag: Conrad Pog t. Feitgebotenes 1275) Viehwaagen, Dccimalwaagen, Schnell- und Haushaltungswaagen, sowie geaichte Gewichtsteine, empfehlen Flick /4 Klftr. Knüppel, 32'/, Klftr. Stöcke, 97 Klftr. Reiser. 2. Schutzbezirk Salzböd en, Distr. 71a Schloß berg (Holz-Nr. 1 bis 88): Eichen: 5 Stück Nutzstä mme (starkes Schnittholz), Vt Klstr. Kloben, i/r Klftr. Stöcke; Buchen: 44V4 Klftr. Kloben und Anbruch, 7'/r Klftr. Knüppel, 22 V2 Klftr. Stöcke, 65 Klftr. Reiser. 3. Schutzbezirk Wismar, Distr. 75b, Lindenschied (H olz-Nr. 332 bis545): Buchen: 2 Klftr. Nutzholz, 125 Klftr. Kloben und Anbruch, 3V2 Klftr. Knüppel, 653/4 Klftr. Stöcke, 128 Klftr. Reiser. Totalität, District 74ac, Lindenschied (Holz-Nr. 127 bis 222a): Elchen: 8 Klftr. Kloben und Anbruch, y2 Klftr. Knüppel, 4 Klftr. Stöcke, 3 Klftr. Reiser; Buchen.-273/4 Klftr. Kloben und Anbruch, 2% Klftr. Knüppel, 17‘/2 Klftr. Stöcke, 29 Klftr. Reiser. Krofdorf, den 18. Februar 1869. Der Königliche Oberförster: v- Meib 0 m. Verpachtung von Grundstücken. 1242) Donnerstag den 25. Februar, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dahiesigem Rathhause die nachbenannten, den Heinrich Becker's Eheleuten gehörenden Grundstücke, unter den daselbst bekannt gemacht werdenden Bedingungen, auf 9 Jahre verpachtet werden, als: luKlftr. Nadel-Stangen mit 1119 Cubikfuß. Bemerkt wird, daß am ersten Tage das Bau- und Werkholz und am zweiten Tage das Brennholz zur Versteigerung kommt. Der Anfang ist zur bestimmten Stunde jedesmal auf der Eisernhand am Pflanzgarten. DER LIEBIG’S FLEISCH-EXTRACT COMPAGNIE, LONDON. Nur ächt wenn jeder Topf mit Unterschrift der Herren Baron J. von LIEBIG und Dr. M. von PETTENKOFER versehen. detail preise fuer ganz Deutschland 1 engl. Pfd.-Topf 1/2 engl. Pfd.-Topf i/4 engl. Pfd.-Topf t/8 engl. Pfd.-Topf ä fl- 5.33. ä fl. 2.54. ä fl. 1.36. ä 54 Krz. Zu haben in allen Handlungen und Apotheken, in Giessen bei (1256) Emil Fischbach^ Seltersweg. Preislisten stehen ans Verlangen gratis zu Diensten. Verkaufslocal am Markt neben dem Ratbhaus. >26«) Geruchloses, extra-feines englisches Fleckenwasser, ä Flasche 14 ft., empfiehlt _________________________________ Carl Frech. 4‘/2 Stecken Buchen-Scheidholr, „ Prügelholz, Eichen- „ Nadel- 18 Cu- 36 Klafter Eichen-Scheid- u. Knüppelholz, 22 „ „ Stockholz, 56'/2 „ „ Reiser. Unter den aufgeführten Bau- und Werk- Holz-Stämmen eignen sich mehrere zu Wellbäumen und sog. Krümmlingen. Die Versammlung findet bei dem Herrn Vorsteher statt. Der Schlag liegt Vs Stunde oberhalb des Dorfes und hat gute Abfuhrwege. Gegen Bürgschaft Zahlungsausstand. Hof Rechtenbach, den 17. Februar 1869. Das Bürgermeisteramt. Klein. Crlauer Auslese, pr. Flasche — fl. Obermrgar, süßer, „ „ l „ Tokayer, „ „ 1 „ Holzversteigerunq. 1^89) Oppenröder Gemeindewalde, Drstneten Eichbusch, Grünchen und Fichtenbuckel, kommen Mittwoch den 24. d. Mts nachverzetchnete Holzsortimente zur steigerung: i3io) Tafelbier aus der H eß'schen Brauerei bei __Jacob Fromm, Schloßgasse. ß Küferwaaren, als: Wasch- und Badebütten, Züber, Eimer Brenken, Fässer, Kübel re. rc., in großer Auswahl, empfiehlt H. Sch mall, Lindenplatz. 1259) Mehrere gute Arbeitspferde sind zu verkaufen Bierbrauerei auf der Hardt. 1273) Eine große Partie Halsbinden aller Arten und leinene Hcmden-Kragen, vortheilhaft eingekauft, erlasse ich, um schnell damit zu räumen, zu sehr billigen Preisen. __H. Rühsamen. 1244) Zwei neue einthürige tannene Kleiderschränke, sowie eine Bettlade und Connnode, stehen zu verkaufen bei Philipp Bauer, Schreiner, in der Mühlgasse. 1238) Täglich frische Hefe in der _________________ K au fischen Brauerei. 1135) Ein Schwein zum Einlegen steht zu verkaufen. Näheres bei der Expedition dieses Blattes.__ 1235) Ein Haufen guten Mistes ist zu verkaufen bei L. Textor, ______Darmstädter Haus. 1245) Einen Einjährigen, sehr schönen Fassclochsen (Vogelsberger Race) verkauft Georg Marx, Mühlenbesitzer, zur Goldmühle. ™229 , , , „ öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, am 10. Februar 1869. 1319) Sehr schöne Kapaunen find zu haben bei Christian Lony, __________________________Bierbrauerei. 1300) Sehr gutes Flaschenbier, sowie ausgezeichneter Aepfelwein, auf der Heuchelheimer Mühle. 1285) Ein 2jähriger rother Fasselochse (Vogelsberger Race), ist zu verkaufen. Bei wem? sagt die Exped. d. Bltts.___________ 1292) 40 Ctr. Dickwurzeln sind zu verkaufen bei PH. Lampus. bikfuß, 20 Eichen- bikfuß, i» II. 46 Eichen- bikfuß, U III. 2 Eichen- biksuß, H IV. Chemisetten D i>rr sSonnc) Z a h n w e h! Gießen, den 11. Februar 1869. Emil Fischbach (1279) Mittel fter Auswahl Wilh. Schwall. Georg Schneider, Schuhmacher. Dienstag den 23. Februar: Vermischte Anzeigen. o 30. CO 8 Uhr, Ende 11 Uhr. Entree ä Person 6 fr. W. Sauer's Wittwe. kaufen. Forderungs-Angelegenheiten CO S. Flörsheim. bezogen werden. CO IO CQ Frankfurt a. Main, Wedelgasse Nr. 2 Jean Fischer. Central-Stelle. 1307) Rein Bielefelder, Hausmacher-, Creas- und Schlesisches Leinen, Tisch-, Hand- und Taschentücher empfiehlt in schön- verschwindet augenblicklich durch das berühmte amerikanische ❖ o o 0 O 0 1320) Cin in häuslichen Arbeiten erfahrenes Mädchen sucht Stelle. Näheres Sel- tersmeg Lit. C. Nr. 194. o 0 0 b ❖ o 0 e b b o b b b < b b < b b o b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b § b b b b b b b b b b b b b ■ 0 b von dem Blech-Serlett der hiesigen Regiments-Musik. Anfang des ersten Coucertes 4 Uhr, Ende 7 Uhr. Mädchen bei mir logiren. Offenbach, den 16. Februar 1869. E. Lutz, Vermiethfrau, wohnhaft: Herrnstraße Nr. 1311) Zugwaczen sind zu verkaufen oder auch gegen Vergütung zu verleihen bei Schmied Unverzagt. Handschuhen. E. Schneider, geb. Weil. Zugleich empfehle ich mich in allen vorkommenden Arbeiten in Herren- und Damenschuhen und verspreche reellste und prompteste Be- 3. Abomicments-Coilcert im Saale des Herrn Ph. Leib, ausgeführt vom ganzen Musikcorps des Großh. Hess. II. Jnf-Necuments. Die verehrten Abonnenten werden freundlichst ersucht, ihre .Karten mitzubringen. Anfang 7 Uhr. — Entree für Nichtabonnenten ä Person 18 fr. Programme an der Kasse. (Man bittet, nicht zu rauchen.) Im Merlaale des Herrn Ehr. Lony Sonntag den 21. Februar: 1324) Für die große Theilnahme bei der Beerdigung unseres lieben Vaters und Schwiegervaters Conrad Weidig unseren herzlichsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. (bereitet vom Apotheker R. F. Dau- bitz, Berlin, Charlottenstraße 19.) bewirkt eine gute Verdauung. Hier ein neuer Beweis dafür: Nachdem ich längere Zeit am Magenkrampf gelitten und nur durch fortwährenden Gebrauch von theuren Me- dicamenten dieses Nebel beseitigen konnte, begann ich den berühmt gewordenen Daubitz'fchen Liqucur zu gebrauchen. Der Magenkrampf war beseitigt, und zwar schon nach dem Genuß von einigen Flaschen des Liqueurs; ich gebrauchte dies Mittel fast ein Jahr ununterbrochen und befand mich stets wohl. Namentlich aber ist der „Daubitz-Liquem" zu empfehlen bei Berdanuligsstockungen. Ich halte es für meine Pflicht, dies der Wahrheit gemäß zit bescheinigen. v. Gersdorf, Alt-Scheitnig Nr. 1?) bei Breslau. 1 Nicht zu übersehen! Ich beehre mich hiermit, das hochgeehrte hiesige und auswärtige Publikum auf das großartige interessante Monno-Riesen-Darstellnngs-Eabinet im Oswald'schen Garten aufmerksam zu,machen, welches Sonntag den 21. und Montag den 22. Februar zur geneigten Ansicht geöffnet ist. Das Cabinet enthält die interessantesten neuesten Opern und die schönsten Ansichten von allen Weltgegendcn. Auch hat man daselbst Gelegenheit, die berühmte Psysologin oder Dame der Kunst und Wissenschaft, zu sprechen. Eintritt für Erwachsene 6 fr., Kinder 3 fr. Wohmmgs - Veränderung. Einem geehrten Publikum hiermit die ergebene Anzeige, daß wir unsere seitherige Wohnung verlassen Haben und jetzt Tiefenweg Lit. D. Nr. 48 bei Herrn W. Ockel 1 Seifensieder) wohnen. — Zugleich empfehlen wir hiermit unsere Wollen- und Seiden-Wascherei, sowohl in Herren- und Damen-Garderoben, als auch in Shawls, Decken, Beduinen, Schwanen - Pelzen, Foulards, Glace- und waschledernen werden gewaschen, gefärbt und erhalten die neueste Fa?on bei S- Flörsheim. Glück auf nach Hamburg! 1258) Als eines der vortheilhaftesten und solidesten Unternehmen empfiehlt unterzeichnete Bankfirma die vom Staate Hamburg genehmigte und garantirte große Staatsprämien-Verloosung von über Zwei Millionen Gulüen bereit Gewinnziehungen schon am 14. n. M. beginnen. 1 Die Hauptpreise sind: Gulden 473,000; 105,000; 70,000; 35,000; 21,000; 2 ä 17,5000; 2 ä 14,000; 2 ä 10,5000; 2 a 8750; 2 a 8400; 1 ä 7000; 2 ä 5000; 3 ä 4200: 5 ä 3500; 13 ä 2000; 105 a 1400; 156 ä 700; in Allem 22400 Gewinne, zahlbar in Silber. Gegen Einsendung des Betrags versende ich „Original-Staats-Loose" (feine Promessen) für obige Ziehung zu folgenden planmäßigen festen Preisen! Ein ganzes oder 2/2 ober 4 4 fl- 3 30. — Ein Halbes ober 2/4 fl. 1 45 — Ein Viertel fl. 1. — unter Zusicherung promptester Bebienung. — Verloosungsplan, sowie nach jeher Ziehung die amtliche Liste wird ohne weitere Berechnung übersandt. Durch das Vertrauen, welches sich diese Loose so rasch erworben haben, erwarte ich bedeutende Aufträge, solche werden bis zu den kleinsten Bestellungen selbst nach den entferntesten Gegenden ausgeführt. Man beliebe sich baldigst vertrauensvoll und dircct zu wenden an das mit dem Verkaufe obiger Loose beauftragte Großhandlungs-Haus Adolph SSflUiS Staatseffectenhandlung in Hamburg. SS21 Die meisten Haupttreffer fallen gewöhnlich in mein Debit, und habe ich dieses Jahr wieder den allerhöchsten Gewinn persönlich in Ungarn ausbezahlt. MUriM - und Specereiwaaren - Handlung zu vermiethen und alsbald zu beziehen. — und bittet unter Zllsicherunq bester Bediettunq um antiaen Zuspruch Bei wem? sagt bie Expeb. b. Bltts. n für Frankfurt a. Main und Umgegend werden unter Garantie strengster Discretion rasch und sicher erledigt- Für solche Fälle, in welchem sich die betreffenden Schuldner zu keinerlei Ratenzahlung oder Sicherstellung der Ausstandssumme verpflichten, wird keine Provision berechnet. Geschäfts-Eröffnung. 1267) Der Unterzeichnete eröffnete heute am hiesigen Platze, Seltersweg C. 43, eine dienung. 1316) 1 Geschäfts - Empfehlung. Zu bevorstehender Frühjahrs-Saison bringe ich mein Herren-Kleidermacher-Ge- schäft hiermit in empfehlende Erinnerung und verspreche ich, stets geschmackvolle und gute Arbeit nach neuester Far. Walloth. In versiegelten Packeten mit Gebrauchsanweisung ä 4 Sgr. stets auf Lager in Giessen bei C. W. Dietz, L. Frohn- hänser u. Hofcond. Ed. Lind; in Allen- dorf a. d. I da bei Apoth. C. L. Harb; in Butzback bei Val. Wieß- 1er: in Friedberg bei I. A. Windecker ; in Hungen bei A. Buch; in Ijick bei H. C. Bingmann. 13 v3) Zwei Bettladen von Kirschbaumholz, ein neuer transportabler Heerd und ein Ofen für Holzbrand, sowie eilt Koch- ofen, sind zu verkaufen Seltersweg Lit. C. Nr. 101._____________________________________ 1270) Den unteren Stock meines ta t ul in der besten Lage Butzbachs gele- 11 [ 11 [ genen „Gasthofs zum Löwen" be- absichtige ich auf eine längere Reihe von Jahren mit oder ohne Inventar, unter günstigen Bedingungen zu verpachten, und wollen sich Pachtliebhaber an den Unterzeichneten wenden. Butzbach. Jacob Seulburger. 1248) Ein Stall, 23' lang, 13' breit, 24' hoch, ist auf den Abbruch zu verkaufen bei__H. Keck. 1299) Ein am Riegelpfad gelegenes Stück Grabland, mit Obstbäumen bepflanzt, ist zu verpachten. Heinrich Wißmann. 1302) Ein sehr gutes Stück Land, 42 Ruthen haltend, ohnweit der Schwarzlach gelegen, ist auf 6 Jahre zu verpachten bei ______________Philipp Schmidt. 1317) Meinen im Gartfeld gelegenen Garten, mit Häuschen und Brunnen versehen, bin ich Willens zu verkaufen ober zu verpachten. Wilh. Schneider Wittwe. 1318) Meinen Gartew in den Günters- aräben unter der H eß'schen Brauerei ist billig zu verpachten und gibt mein Sahn H. Ferber nähere Auskunft. Philipp Ferber Wittwe. 1283) Ein 436 Klftr. haltender Acker in der Schwarzlach ist zu verpachten und das Nähere bei Herrn G g. Chr. Spruck zu erfahren._______________________________ 1312) Meine Wiele auf der Speck, IV2 Margen haltend, bin ich Willens zu ver- 1261) 5 Jahrgänge der Gartenlaube, gut erhalten, sind billig zu verkaufen bei ________________________Wilh- Klee. 1295) Gut kochende geschälte Erbsen empfiehlt C. W. Dietz, am Markt. Mechaniker gesucht. 1250) Tüchtige Gehülfen, geübt in Anfertigung von Telegraphen und physikalischen Apparaten, sucht L. E. Schwerd, Mechaniker, __________________in Carlsruhe.__________ 1265) Ein gebildeter junger Mann findet Kost und Logis bei einer anständigen Familie. Wo? sagt die Exped. b. Bltts. s „Der Daubitz - Ligüenr" 8 Wohnungs - V eränderimg! 1327) Das Verkanfslocal in allen Sorten von Schimm befindet fich jetzt ans der Mäusbnrg, vis-ä-vis der Hirschapothcke. Frank. ß Epileptische Krämpfe (Fallsucht) heilt der Specialarzt für Epilepsie I>r. O. Killiscli in Berlin, jetzt Mittel- I Strasse Mr. 6. — Auswärtige brieflich. Schon über Hundert geheilt. 1328) Umzugshalber sind ein Schwein und kleine Kartoffeln zu verkaufen Asterweg Lit. A- Nr. 105. 1252) In einen hiesigen Gasthof wird zu sofortigem Eintritt ein Stubenmädchen gesucht. Näheres bei der Exped- d. Bltts. 1269) Bibliotheken und einzelne brauchbare Bücher kauft zu den höchsten Preisen Isaak St. Goar, Buch- und Antiquariatshandlung, Rossmarkt 6, nächst der Hauptwache und dem Schillerplatze in Frankfurt a. M. 1331) Zu Mitte oder Ausgang Aprtl wird ein braves Mädchen gesucht, das womöglich etwas im Kochen erfahren ist. — Näheres bei der Exped. d. Bltts. 1240) Samstag den 13. Februar wurde eine silberne Taschenuhr auf dem Wege von der Neuen Anlage durch die sog. Junkerstraße nach dem Kreuz verloren. Der redliche Finder wird gebeten, dieselbe gegen eine gute Belohnung in der Netten Anlage Lit. C. Nr. 36 im dritten Stock abzugeben. 1247) Zwei junße Leute, welche sich als Kellner auebilden wollen, können bei mir Stelle finden. Fr. Leib, zum Rappen. 1278) Trassirung, Discont- u. Accept.- Cred. auf 1 äit. resp. Firma Cölns (Fahr.- u. Comm.- Gesch.) Näh. poste rest. Cöln N. L. Nr. 6. 1306) Ein braves Mädchen wir auf den 25. Marz l. I. in Dienst gesucht. Rosenberg I-, Hofger.-Advocat. 1239) Ein Mädchen, am liebsten vom Lande, das in allen Hausarbeiten gründlich erfahren ist, kann auf den 25. März eins gute Stelle finden. Wo? sagt die Exped. d. Bltts.____________________________________ Sonntag den 21. Februar r § Lance v t aus dem früher Loos'schen Fetseukeller. Anfang 4 Uhr. 1293) Ein tüchtiger Küfergeselle findet sogleich dauernde Beschäftigung. Bei wem? sagt die Exped. d. Bltts. 1277) Ein braver Junge kann als Lehrling eintreten bei W- H o sch , Mechanikus, Neuenbäucn 73. 1296) Ein Schuhmachergeselle findet dauernde Beschäftigung bei W. Müller, in der Neustadt. 1284) Für ein auswärtiges Colonial- und Eisenwaaren-Geschäft wird, ein mit den nöthigen Borkenntnissen versehener junger Mann als Lehrling gesucht. Näheres bei Carl Münch, am Kreuz. 1323) • Für zwei Personen wird eine mö- blirte Wohnung von 2 Zimmern und Küche sogleich zu miethen gesucht. Offerten beliebe man bei der Expedition d. Bltts. abzugeben. Restauration Bramm. Sonntag den 21. Februar: Concert. (1326) Anfang 5 Uhr. 1286) Ein Mädchen, das im Nähen gut erfahren ist, wünscht noch einige Tage in der Woche besetzt zu haben. Zu erfragen bei der Exped. d. Bltts. Pfarr - Eonferenz der Dekanate Gießen und Großen-Linden Mittwoch den 24. Februar, Vormittags 10 Uhr. Gießen und Großen-Linden. Die Großh. ev. Dekane: Koch. Landmann. 1298) In der Kasse der Renten- und Lebensversicherungs-Anstalt zu Darmstadt liegen größere und kleinere Kapitalien, jedoch nicht unter 500 fl-, gegen gute Hypotheken mit mindestens doppelter Sicherheit zum Ausleihen bereit. Die Agenten sind zur Vermittlung bereit, in Gießen: A. Balser. Darmstadt, im Februar 1869. Die Direction. 1249) 150 sl. liegen in hiesiger Kirchenkasse gegen genügende Sicherheit zum Ausleihen bereit. Alten-Buseck, den 15. Februar 1869. Seuling, Kirchenrechner. Theater in Gießen. 1329) Sonntag den 21. Februar: Die Schule des Lebens, oder: AieKönigstochter als Aettlerin. Schauspiel in 5 Abteilungen von Dr. Ern st Raupach. Montag den 22. Februar: Der Geldonkel, oder: Einer aus Calisornien. Posse mit Gesang und Tanz in 3 Acten von Pohl und Kali sch. W. Kern, Director. «frtfdjßäcfter zu Hießen. Sonntag den 21. Februar. August Noll auf der Mäusburg. Wilhelm Hartmann in der Neustadt. Martin Lenz am Markt. Kirchliche Anzeigen Evangelische Gemeinde zu Kietzen. Gottesdienst. Am 21. Februar. Morgens: Pfarrer Dr. Seel. (Feier des heil. Abendmahls.) Nachmittags: Mitprediger-Vikar Vigelius. Passionsgottesdienst in der Hospital- ktrche. Mittwoch den 24. Februar, Nachmittags 4 Uhr: Mitprediger Lips. Kopulirte. Den 14. Februar. Friedrich Martin Willstrumpf, Bürger und Spengler, des verstorbenen Bürgers und Maurers, Philipp Willstrumpf, ehelicher Sohn; und Katharine Elisabethe Feldmann aus Gtün- berg, des dasigen Bürgers und Bäckermeisters, Johannes Feldmann III., eheliche Tochter. Getaufte. Den 14. Februar. Dem Bürger und Expeditionsgehülfen an der Cöln-Gießener Bahn dahier, August Rinn, ein Sohn, August Philipp, geboren den 16. Januar. Denselben. Dem Bürger und Schreinermeister, Friedrich Weinhardt, eine Tochter, Philippine Wilhelmine Karoline, geboren den 3. Januar. Den 18. Februar. Dem Bürger »mb Spenglermeister, Heinrich Moll, eine Tochter, Elisabeth Albertine, geboren den 23. Januar. Beerdigte. Den 12. Februar. Johannes Wagner aus Dernsbach bei Dillenburg, alt 36 I., gestorben den 10. Februar. Den 13. Februar. Luise Karoline Wilhelmine Elisabeth Trapp, des verstorbenen Großherzoglichen Regierungsraths, Karl Trapp dahier, eheliche -Tochter, alt 71 I. 3 M- 22 T., gestorben den 11. Febr. Denselben. Emilie Fuhr, des Bürgers und Schuhmachermeisters, Martin Fuhr, eheliche Tochter, alt 9 M- 4 T., gestorben den 12. Februar. Den 14. Februar. Henriette Elisabethe Josephine Margaretha Volz, des hie- l sigen Bürgers und Maschinenmeisters, Balthasar Volz, eheliche Tochter, alt 20 I., j gestorben den 12. Februar. Den 15. Februar. Johann Konrad Weidig, Bürger, Metzgermeister und Ortsgerichtsmann, sowie auch Mitglied des Gemeinderaths, alt 67 I. 1 M- 2 T-, gestorben den 14. Februar. Den 17. Februar. Wilhelm Konrad Ludwig Karl Moll, des Bürgers und Die Pfarrgeschäfte in der nächsten Woche besorgt Pfarrer Dr. Seel. Spenglermeisters, Heinrich Moll, ehelicher Sohn, alt 2 I. 5 M- 1 T-, gestorben den 15. Februar. • • • • mJffiggEgSBS Ersparnis an Arbeit! — Kein Porto! — Keine Spesen! Annoncen jeden Umfanges werden von uns täglich für alle hiesigen und auswärtigen Zeitungen angenommen und prompt — schnell — billigst besorgt. Eine Imalige Abschrift genügt für mehrere Zeitungen. Bei umfangreichen Aufträgen besondere Begünstigungen. Sachse & Comp., Anttonceu-Eppcditiou, Leipzig. Bern — BreSlau — Cassel — Cöln — Stuttgart. ffiHKBaEgKsaa • • • • MSEW8WS Wichtig für Viele! In allen Branchen, insbesondere aber bei Bezug der allgemein beliebten Staats- prämien-Loose, rechtfertigt sich das Vertrauen einerseits durch anerkannte Solidität der Firma, anderseits durch den sich hieraus ergebendenden enormen Absatz. Das wegen seiner Pünktlichkeit bekannte Bankhaus Adolph Haas in Hamburg ist Jedermann auf's Wärmste zu empfehlen. Haasenstein & Vogler Zeitungs-Annoncen-Expedition in FRANKFURT AM MAIN. Filialgeschäfte: in Basel, Berlin, Hamburg, Leipzig, Wien. Literarisches. Einem bedeutenden Berliner Blatte entnehmen wir folgende Besprechung: „Wir haben bereits allerlei Sammelwerke, welche uns mit großer Weitläufig- „keit die interessantesten Criminalrechtsfälle erzählen, allein es fiel bis jetzt „noch Niemandem ein, die Ehescheidungsprocesse zu publiciren, welche doch „gewiß geeignet sind, ein großes Lesepublikum zu finden. Die Carl M i n d e'sche „Verlagshandlung in Leipzig veröffentlicht soeben ein Werk: Die interessan- „testen Ehescheidungsprocesse der älteren und neueren Zeit. Nach actenmäßi- „gen Quellen von mehreren Juristen", von welchen uns die erste Lieferung „vorliegt. Der erste Fall: „Gefährlichkeit der Photographie," enthält viele „picante Detaiks und ist sehr spannend erzählt, so daß wir nicht zweifeln, „daß auch der übrige Inhalt den Anforderungen der Leser entsprechen wird. „Die Tendenz des Buches ist, aller Welt zu zeigen, wie es unter Verhält- „nissen ein Unglück ist, daß eheliche Verbindungen nicht eben so leicht aufge- „hoben werden können, wie sie geschlossen worden sind." Die beiden so viel verbreiteten „Pitaval" kommen diesem Werke in interessantem Inhalt längst nicht nahe, weil die Ehescheidungsprocesse uns in die innersten Geheimnisse der Familien führen, und weil sie — England ausgenommen — geheim verhandelt werden, also überall den Reiz der Neuheit üben. Klein-Linden, im Kreise Gießen, den 17. Februar 1869. Ein tiefes, Entsetzen erregendes Unglück hat sich in unserer seit Jahren schwer heimgesuchten Gemeinde zugetraaen. Gestern Abend gegen acht Uhr stürzte der westliche Flügel eines alten, wahrscheinlich durch den vorausgegangenen heftigen Sturm erschütterten steinernen Gebäudes — die Burg genannt und der frühere Sitz einer adeligen Familie — ganz plötzlich zusammen und begrub die im dritten Stock wohnende Familie des braven Bergmanns Anton Adolph in seinen Trümmern- Der Vater und drei Kinder, unter letzteren der Säugling, den die Mutter im Arme hatte, blieben zwar durch Gottes wunderbare Hülfe ganz unverletzt, doch zwei Kinder, ein sehr hoffnungsvoller Knabe von 9 Jahren, seiner Eltern und seines Lehrers Freude und ein liebliches Mädchen von 6 Jahren wurden als Leichen und die Mutter und eine Tochter von beinahe 14 Jahren schwer verletzt unter den Trümmern hervorgezogen. Neben dem schweren Verluste, der die brave Familie betroffen, ist auch die äußere Noth außerordentlich groß, da die Hausgeräthschaften großen Theils zertrümmert, der Familienvater, der die Seinigen mit seiner Hände Arbeit ernähren muß, auf längere Zeit an derselben gehindert ist und dabei schwere Wunden zu heilen sind. Auch der Besitzer des Hauses hat einen großen Verlust erlitten, da der brave Mann gering bemittelt ist und auf keine Entschädigung rechnen kann. Die Unterzeichneten bitten darum Menschenfreunde in der Nähe und Ferne, durch Gaben der Liebe diesen Jammer lmdern ru helfen und erklären sich zur Empfangnahme und gewissenhaften Verwendung solcher Gaben bereit.*) Koch, Pfarrer. Seip, Lehrer. I. Weigel, Bürgermeister. *) Auch die Expedition d- Bltts. ist zur Entgegennahme von Beiträgen bereit. Telegraphischer Bericht, mitgetheilt von dem Haupt-Agenten C. W. Dietz. Das Postdampfschiff Bremen, am 30. Januar von Bremen abgegangen, ist am 18. Februar in New-Aork angekommen. Das Postdampfschiff Deutschland, am 4. Februar von New-Aork abgegangen, ist am 15. Februar in Bremerhafen angekommen. Borsennachricbten. 18. Februar 1869. Prioritäten. 50/g östr. F.St. E. B. Bill/? Ludwigsh.-Bexbach 1593/s Wechsel. Amsterd. k. 8. 99% Augsb. k. 8. 100 Berlin k. 8. 105 Bremen k. 8. 963/4 Cöln k. 8. 105 Hamburg k. 8. 873/4 Leipzig k. 8. 105 London k. 8. 119% Lyon k. 8. — Paris k. 8. 94% Wien k. 8. 97% Disconto 3’/2% G. Preuss. 4%% Obi. 94% Frankf. 3‘/2°/0 Obi. 81% Naas. 4%% Obi. 94 1 Kurh. 40/o Obi. 871/4 Hess. 40/o Obi. b. Roths. 913/4 n 31/20/0 do. do. 843/4 Bayer. 50/0 Obi. 1023/4 » 4%% 1jährige 953/a n 41/2% ' 2jährige 96 Wörternb. 41/2% Öbl. 94*/2 Baden 4i/2% Obi. 0. E.L. 947/g Oestr. 50/0 b. R. 593/4 „ 5% National 52 */2 „ 50/0 Metall. Obi. 63 „ M. steuerf. 511/4 Amer. 6% 1882r Bds. 79 i » 6% 1885r 7?7/s Maxba*hn 106% Bayer. Ostbahn 1253/4 Hess. Ludwigsbahn 1383 8 30/0 östr. Stsb.-Prior. 55 3% östr. s. Lombard. 463/4 30/0 Livorneser 32 Toscaner 497/8 Frankf. Hypoth.-Bank — Frankf. Vereins-Kasse 97i/2 50/0 Elisabeth-Prior. 761/4 do. II. Emiss. 74 Geldsorten. Pr. Cass. Sch. 1 443/4-45 Div. Cass.-A. — Pr. Friedrdor. 9 57-58 Pistolen . . 9 46-48 „ doppelte 9 47-49 Holl. fl. 10 St. 9 54-56 Ducaten . . 5 35-37 20 Frankenst. 9 27-28 Engi. Souver. 11 52-56 Russ. Imper. 9 47-49 Doll, in Gold 2 26-27 Anlehensloose. Kurh. 40 Thlr. Loose 56* 2 Nassau fl. 25 b. Roth. 38*/4 Gr. Hess. fl. 50 b. R. 164 Gr. Hess. fl. 25 b. R. 443/4 4% bayr. Präm. Anl. 106% 4O/o badische Loose 103 */2 Badische fl. 35 Loose 553/8 1858r Prioritätsloose 155 1860r Loose 78'/4 1864r „ 113% Actlen. Frankf. Bank 1243/4 Oester. Bank 675 „ Creditact. 2771/2 Darmst. Bankact. 278 (Hierzu eine Beilage.) < Anlage zu Ar. 22 des Gießener Anzeigers. Feuilleton. ausstellen. Ich verbleibe, mein werthes Fräulein, Ihr welches sie beute trug. Ganz allein. „24. November 1862. brachte. Hier ist es." Das Billet lautete wie folgt: „Ach, ich stehe so ganz allein, — so ganz allein und verlassen in der Welt da," murmelte sie. . „Ihnen aber, Madame Thalheim, würde ich aus eigenem, freiem Antriebe, aus reinem Drang meines Herzens mein volles Zutrauen entgegen bringen, selbst wenn mich jetzt nicht Angst und Noth dazu zwängen." Sie richtete sich hoher empor, hefte ihre Augen fest auf die meinigen und sprach nun mit erzwungener Fassung weiter: „Wir bekommen diese Abenvzeitung regelmäßig, doch las ich sie gestern Abend nicht mehr. Heute Morgen, als ich zum Frühstück herabkam, lag sie aus dem Tische und außerdem ein Brief." Sie wurde, während sie sprach, bleicher und bleicher, und da sie sich bet den letzten Worten leicht die Hanv auf die Brust legte, so wußte ich sogleich nicht nur, wer jenen Brief geschrieben hatte, sondern auch, wo das kostbare Papier aufbewahrt wurde. „Ich hatte die Zeitung noch gar nicht einmal vom Tische ausgenommen, war jedoch eben im Begriffe, jenen Brief zu erbrechen," fuhr sie fort, „als ich eine Droschke vor die Thür rollen hörte, und da ich im Augenblicke eben nicht daran dachte, daß es noch sygar früh am Morgen war, so glaubte ich, e- wäre — es wäre Theobald, — Capitän Theobald wollte ich sagen. Doch es war rin Herr aus dem Bankgeschäfte, der mir ein Billet von Herrn Palmer über- ausrichtig ergebener August Palmer." Ich hatte dies Billet kaum gelesen, »ls die entsetzliche Gefahr, welche es für Schwester sowohl wie Bruder herausbeschworen hatte, mir in ihrer ganzen Größe vor Augen stand. „Und lieferten Sie denn jenem Herrn die Schlussel aus, Adeline < ,Jch that es," erwiederte sie. „Und, o mein Gott, wie durste ich es tyun. rief sie dann emporspringend und mich an beiden Händen fassend plötzlich laut aus. Ich sehe ja, Sie theilen meinen Schrecken darüber! Ich sehe, daß ich e- bin, dir ihn in'S Unglück gestürzt hat! O Gott, Madame Thalheim, helfen Sie mir! Giebt es denn gar keine Rettung, gar keine Hoffnung mehr r Es war erschütternd, den furchtbar aufgeregten Zustand zu sehen, in welchem sie sich jetzt befand, ihn zu beschreiben wäre völlig unmöglich. „O, still, still, Adeline. Schon um seinetwillen müssen Ste bestrebt sein, sich die Ruhe zu bewahren. .... Es ist doch vielleicht noch Rettung möglich, nur darf fein Augenblick Zeit v"^Was geschehen soll, muß im Lause weniger Minuten geschehen, und eS wird für uns überhaupt zu handeln unmöglich, wenn wir nicht ruhig und gefaßt bleiben und uns ganz genau mit einander verständigen. Trinken Sie ein wenig hiervon und verhatten Sie sich einen Augenblick lang stbwttgend.^ Wafin an die Lippen und sie ließ sich in einen Lehnstuhl niedersinken. , - „Wir haben jetzt keine Zeit dazu, uns unserem Schmerze zu überlassen, Adeline," sagte ich nach kurzer Pause. „Ihr Bruder ist in Gefahr? Woher wissen Sie dies, Kind 4 Beantworten Sie meine Frage, doch vermeiden Sie jedes überflüssige Wort. „Woher ich es weiß, vermag ich nicht zu sagen. Nachdem ich aber die Schlüssel abgelieferrt, erinnerte ich mich, daß Gustav gestutzt hatte und in augenscheinliche Verwirrung gerathen war, als Herr Palmer ihm an jenem Abende mittheilte, daß er Herrn Heyoen's Zustand für gefährlich halte und daß dieser einen starken Schlaganfall gehabt habe, obgleich er selbst behaupte, es sei lediglich eine Ohnmacht gewesen. ... Ebenso erinnerte ich mich, daß Gustav gesagt hatte, er werde bald aufhoren, Commis zu sein. ~ . Und dann, — dann fiel mir noch Ihre Frage em, was mein Spitzenschleier koste. O Gustav, o mein theurer, theurer Bruder! Und jetzt habe ich jenen Menschen die Schlüssel ausgeliefert, so daß er sich ganz in ihren Händen befindet!" Ihre Sprache, Ihre Gesten hatten nichts Aufgeregtes mehr an sich. Sie saß da wie ein Bild stiller Verzweiflung. „Die Gefahr, in welcher Ihr Bruder sich befindet, vermag ich nicht naher zu beurtheilen, Adeline," sagte ich. „Wenn unsere Befürchtungen richtig sind — und ich möchte hieran kaum noch zweifeln, — so ist entweder das Vergehen zetzt bereits entdeckt oder die Entdeckung ist wenigstens unvermeidlich. (Fortsetzung folgt.) Mein werthes Fräulein! Der plötzliche Tod meines CompagnonS, des Herrn Heyden, um ein Uhr in letzt vergangener Nacht, hat hier große Verwirrung verursacht. Es ist schlechterdings nothwendig, daß {eint Papiere unverzüglich einer genauen Durchsicht unterworfen werden, und diese befinden sich in Verwahrsam Ihres Herrn Bruders. Wollen Sie also die Güte haben, dem Herrn, welcher Ihnen diese Zeilen überbringen wird, die Schlüssel zu der Eisenkiste und dem Pulte Ihres Herrn Bruders, welche sich, wie ich weiß, in Ihrem Besitze befinden, zu übergeben. ... Der Ueberbringer dieses, Herr Werner, wird Ihnen Quittung darüber Sind Sie allein, - ganz allein?" fragte ste, scheu umherblickend. „Ganz allein. Sie wissen ja, ich bin fast immer allem, liebe« Kind , entgegnete ich. „Daß ich t« heute bin, müssen Sie za auch schon von Martha wissen, da ich diese beauftragte, bei ihnen vorzusprecheii und Sie zu mir ein» ,UUCCM, ja wohl, ich hatte da« ganz vergessen", sagte ste zerstreut. Da« schone bleiche Antlitz sprach heute liefen, herben Kummer au«. O wie e« mich, — mich, die nie die Freuden und Leiden einer Mutter kennen ,ü lernen Gelegenheit gehabt, - wie e« mich drängte, sie zu buten, mich al« ihre Mutter zu betrachten, - sie, der e« nie beschieden gewesen war, die Liede einer Mutter kennen zu lernen. , m Ich wußte indessen nur zu wohl, daß ich mich m jenem Augenblicke Gefühlen solcher Art nicht hingcben, ihnen wenigstens kerne Worte leihen durftt, wenn ich Adelinens Gemüthsbewegung nicht noch mehr nähren, mich selbst nicht des ruhigen Urtheils berauben wollte, welches mir, wie ich suhlte, gerade heute nothwendig genug werden würde. Adeline mußte sich auf mein Sopha setzen, ich nahm auf einem Stuhle dicht an ihrer Seite Platz und bat sie nun noch einmal, nur zu erzählen, wa« »orgesallen sei, um sie so außerordentlich aufzuregen und zu bekümmern. ,,Haben Sie dies gelesen?" fragte sie mit matter Stimme, indem sie mir ein Zeitangsblatt vorhielt und mit dem Finger auf einen Abschnitt zeigte, welcher die Ueberschrist: „Plötzlicher Todesfall" trug. Ich »ahm das Blatt und las in den gewöhnlichen Ausdrucken die Anzeige, daß Herr Heyden, von der angesehenen Firma Palmer & Heyden, in der »er- hergegangenen Nacht um ein Uhr ganz plötzlich mit Tode abgegangen sei. „Und kannten Sie diesen Mann persönlich, Adeline, dajz sem Tob Sie so außerordentlich erschüttert hat? Erfuhren Sie das traurige Ereigmß erst letzt tbtn °Ach Gott, Gustav! Gustav!" rief sie, mich mit ungeduldiger Geberde unterbrechend. bie Stellung Ihre« Bruder« wird dieser To- de-fall allerdings wohl nicht ohne Einfluß bleiben. Dod), liebe« Ätnb, in 3b- rem ganzen Gesichte spiegelt sich ja Schrecken wieder und Sie schemm sich wirk- lick in entsetzlich aufgeregter Stimmung zu befinden. Suchen Sie Ihre Nerven doch wenigstens in etwas zu beruhigen und erzählen Sie mir, was es denn eigentlich ist, wovor Sie sich so ängstigen. Jetzt war die Zeit gekommen, wo ich Alles daran setzen mußte, mir i^r unbedingtes Vertrauen zu gewinnen, wenn es mir gelingen sollte, sic aus dem ** ÄÄÄÄ, herzlichsten Worten, daß sie fest darauf rechnen könne, mich in Noth und Tod an ihrer Seite zu pnben, M '*« 1B>“<’ e* auch immer fein möchte, da« sie jetzt so ängstigte und quälte, entsch ossrn sei, die äußerste Energie meinet Natur, jede« mir nur irgend zu Gebote tthende Mittel aufzubieten, um ihr Beistand zu leisten, und bat sie dah-r, mir nunmehr unbedingte- Zutrauen zu schenken. Unter dem Schicksal. Eine Geschichte aus dem Leben von Edmund Frank- Fortsetzung.) , Nein, nein, Madame Thalheim, ich lasse mich sicherlich von meiner Liebe 1U Gustav oder dem Glauben an seine Unwiderstehlichkeit blenden, aber ich möchte die Behauptung ausstellen, daß Fräulein Palmer ihn leibenschaftlich hebt" Und wann erwarten Sie Ihren Bruder von seiner Reife zuruck, Aoelme?" "Er sagte, er würde am Donnerstage wieder hier sein. Ach, ich wollte, Ick» hätte ihn nur erst wieder bei mir, denn er sah angegrissen und krank au«, 'u er abreiste. Ich sagte ihm, ich wünschte, seine Stellung sei eine weniger engreifenbe, wie die eine« ersten Eommi«, weil ich befürchte, die Lasten seine« jetzigen Posten« würden ihn aufreiben." „Und welche Antwort gab er Ihnen?" Anfana« gar keine, dann aber küßte er mich mit den Worten: Nun beruhige Dich nur, Linchen, die Sache wird sich bald genug andern. Ich werte überhaupt nicht lange mehr Eommi« spielen, sondern demnächst mein eigener Herr sein. Dann wollen wir die Blumenstraße verlassen und da« Leben 6i^r Siebter denn da« Verhältniß zwischen Ihnen und dem LapltLn Theobald gar nicht, daß er nur von sich selbst und von Ihnen spricht?" fragte ich »er- ""^Nein, jch glaube nicht, daß er schon etwa« davon bemerkt hat. Man sagt ja, Brüder seien.in solcher Beziehung stet« länger blind wie andere Leute, unt bann" - hier leuchtete ihr feelensoUer Blick noch höher unb fünfter auf _ und bann muß e« unter allen Verhältnissen doch stet« „Gustav unb ich' bleiben. Theobald würde un« niemals trennen, und selbst, wenn er e« zu thun verbuchte, würde e« ihm niemals gelingen." Sy oft ich noch jetzt der armen, verwaisten Adeline gedenke, sehe ich sie, wie sie iu jener Stande vor mir stand, den schönen Kopf leicht zuruckgewvrfen, da« austrucksvolle Antlitz hoch erhoben unb vor tiefem Gefühl verklart, bie über bem schweren blauen Seidenkleids nur noch Weißer erscheinenden Hande, mit den Wenig" Mmuttn,"'nachdem sie so gesprochen, verließ sie mich mit bem Ver- sprechen, am folgenden Morgen frühzeitig wieder zu kommen. Martha »erließ am nächsten Morgen das Hau« bereit« gegen ach Uhr, um verschiedene nothwenvige Einkäufe zu machen, unb gleich darauf sah ich Abeline quer über bie Straße auf mein Hau« zukommen. Sobald sie zu mir in’« Zimmer trat, bemerkte ich sogleich, daß sie todk- lich bleich war unb schneller Wie sonst athmete. .Wa« ist geschehen? War setzt Sie so sehr in Aufregung ?" fragte i» ängstlich, währenb ich mit jitternber Hanb bie Bänder des Nebelkappchenr loste, Darmstadt, 16. Febr. Gestern begannen innerhalb eines engeren Kreises die Zeichnungen für den beabsichtigten Bau eines Odeons. Nach der hierbei stattgefundenen Betheiligung unterliegt es keinem Zweifel, daß die erforderliche Summe für den Bau beschafft wird. Auch der Bau eines Justizpalastes ist jetzt in Aussicht genommen, indem die Aufstellung eines Voranschlags verfügt ist. — Der unlängst wegen angeblichen' Kirchendiebstahls verhaftete P. Keller von Büttelborn wurde, da keine gra- virenden Jndicien in der Untersuchung sich ergaben, seiner Haft entlassen. Darmstadt, 17. Febr. Bestem Vernehmen nach beabsichtigt die Großherzogl. Regierung, die Militärstrafanstalt zu Babenhausen, eine ziemlich kostspielige und (seitdem durch die Militärconvention ein Mitbenutzungsrecht an allen preußischen Militäranstalten, also auch an den der Bestrafung militärischer Verbrecher gewidmeten Instituten, stipulirt wurde) auch überflüssige Anstalt, demnächst aufzuheben. Das ansehnliche Gebäude, welches den fraglichen Zwecken zur Zeit noch dient, ein ehemals Hauau- Lichtenbergisches Schloß, soll als Caserne für die Mannschaften von drei Schwadronen Reiterei hergerichtet werden, während die nöthigen Stallungen allerdings neu erbaut werden müßten, für welchen Zweck einige Opfer zu bringen üb-rigens auch die Gemeinde Babenhausen geneigt ist. Durch die Rea- listrung des qu. Planes würde es auch möglich werden, die seit Einführung der preußischen Quartier- Vergütungssätze doppelt drückenden Cantonnements aufzuheben. Darmstadt, 18. Febr. Nach einer von Seiten der Regierung im Abgeordnetenhaus ertheilten Zusicherung ist der Hessische Gesandte beim Nordbund angewiesen, wegen der verlangten Befreiung des Militärs von den Commuuallasten Verhandlungen einzuleiten. Höchst a. Main, 15. Febr. Seitdem die Realschulen von der Aufsicht und Leitung der Geistlichkeit emancipirt und dagegen die betreffenden Oberlehrer zugleich Schuldirigenten geworden sind, welche, statt mit irgend einem als Schulinspector fungirenden Landpfarrer, nunmehr mit der RegierungS-Schulbe- horde in unmittelbarer Correspondenz stehen; nach- dem in diesem einen Zweige des Unterrichtswesens die Trennung der Schule von der Kirche zur Wahrheit geworden, haben sich diese Bildungsanstalten wesentlich gehoben, so daß überall, wo thunlich, zu deren Erweiterung geschritten wird. Auch der hiesigen Realschule steht eine solche bevor, indem auf den Antrag des wackeren Dirigenten derselben die Regierung es gestattet und der Gemeinderath die Mittel bewilligt hat, eine weitere Unterrichtsklasse einzuführen, so daß für die Folge die mit Befähigungszeug- niffen entlassenen Zöglinge der hiesigen Realschule als zum einjährigen freiwilligen Militärdienste qua- lificirt erachtet werden. Prag, 16. Febr. Der Kurfürst von Hessen hat in Folge der letzten sein Vermögen betreffenden Con- fiscationSgesetze seine Sommervilla aufgegeben. In der Kündigung, welche dieser Tage der Besitzer derselben erhielt, heißt es, daß den Kurfürsten jene Gesetze zwängen, sich möglichst einzuschränken. Brüssel, 13. Febr. Die Repräsentantenkammer hat heute ein Gesetz angenommen, welches für die belgischen Eisenbahnverbindungen von Bedeutung ist und deßhalb ein lebhafteres Interesse erregt. Dieses Gesetz verbietet den Eisenbahn-Gesellschaften, ihre Unternehmungen ohne vorherige Genehmigung der Staatsbehörde an Andere zu cediren und gibt der Regierung die Ermächtigung, im Falle einer solchen von derselben nicht genehmigten Cession die lbetreffcn- den Eisenbahnlinien durch Staatsbeamte für Rechnung der Gesellschaften verwalten zu lassen. Den ursprünglichen Anlaß zu dieser neuen Bestimmung haben Unterhandlungen gegeben, welche im Werk waren, um die belgisch-luxemburgisch-limburgische Bahn in den Besitz der Gesellschaft der französischen Ostbahn zu bringen, die bekanntlich vor Kurzem die großherzoglich luxemburgischen Bahnen erworben hat. Es würde dadurch einer der bedeutendsten Verkehrswege für Belgien und demnächst, nach Vollendung einiger Bahnbauten in Holland, eine Hauptverbindung der holländischen Häfen mit ^dem Jnlande in die Hände einer fremden Gesellschaft gekommen sein, auf welche die belgische Regierung keinen Einfluß ausüben kann. Nach einer ziemlich lebhaften Verhandlung ward das Gesetz mit 61 gegen 16 Stimmen angenommen. Paris, 14. Febr. Das Tagesereigniß der Regierungsblätter bilden heute die Verhandlungen der belgischen Repräsentantenkammer über das Eisenbahngesetz (f. Brüssel). Die „France" behandelt die Sache zwar noch nicht als eine „internationale" Frage, aber sie knurrt doch bereits: „Nicht ohne Überraschung wird man sehen, wie die belgische Regierung, während nichts sie bedroht, sich mit einer so restrictiven Gesetzgebung gegen eine Industrie waff- net, deren Zweck ist, die Interessen der Völker einander zu nähern und zu solidarisiren, während der belgische Gesetzentwurf zum Zwecke hat, dieselben zu trennen und zu isoliren." Paris, 16. Febr. Der „Constitutionnel" sagt: Die kaiserliche Regierung wird nicht verfehlen, ihren ganzen Einfluß aufzuwenden, um das belgische Ministerium von einer Entscheidung abzubringen, welche wenig in Ucbereinstimmung mit dem Princip der Neutralität ist, das nicht aus dem Auge zu verlieren, die Situation Belgiens verlangt. Die Sprache unserer Journale ist nicht drohend, sondern nur eine energische Manifestation der öffentlichen Meinung. Die „France" erinnert mit Berufung auf das französische Nationalgefühl an die Aufregung, welche durch die Ereignisse vom Jahr 1866 und die lieber- fallS-Politik (politique envahissante) Preußens hervorgerufen wurde, und an die vergeblichen Anstrengungen der Regierung, um die Nation zu beruhigen, welche der unsicheren und precären Lage der äußeren Beziehungen müde ist. Der Zustand der Unsicherheit, welcher die Interessen schädigt und die Geister aufrecht, ist wahrhaft unerträglich, und es ist Zeit, aus ihm herauszukommen. — Ein eigenthüm- licher geheimnißvoller Vorfall ereignete sich vor einigen Tagen in den Tuilerien. Des Nachts um 2 Uhr verhaftete man nämlich vor der Thür, welche zu den .Appartements des Generals Frossard, des Gouverneurs des kaiserlichen Prinzen, führt, einen elegant gekleideten Herrn. Er wurde sofort verhört und er behauptete, er müsse auf der Stelle den General sprechen, da er ihm wichtige Mittheilung zu machen habe. Was aus dem Manne wurde, weiß man nicht, wie man denn auch über seine eigentlichen Absichten nichts Näheres erfahren hat. Nur fiel es auf, daß man nach diesem Vorfälle ganz außerordentliche Vorsichtsmaßregeln Betreffs des kaiserlichen Prinzen traf. Seine Person sowohl, als auch seine Appartements werden jetzt auf's Strengste überwacht. Die Thüren dcx Letzteren werden, was bisher nicht der Fall war, immer verschlossen gehalten und die Wachen in der Nähe derselben sind verdoppelt worden. Man schließt daraus, daß man irgend etwas gegen ihn beabsichtigte. Madrid, 16. Febr. Die ;,Correspondencia" sagt, daß gestern im Conserenzsaal der Cortes viele DeputirteZ sich der Idee geneigt zeigten, die Mar- schalle Serrano und Prim und Den Admiral Topete mit Bildung eines neuen Ministeriums zu beauftragen. Sie fügt hinzu, daß in dasselbe wahrscheinlich eintreten werden die Herren Rivero, Ulloa, Cantero, Silvela und MartoS. Herr Rios Rosas würde in diesem Falle Präsident der Cortes werden. — Indem die „Correspondencia" von der Candidatur Don Fernando's von Portugal zum spanischen Throne redet, spricht sie die Ansicht aus, daß England dieselbe im Princip annimmt, allein mit der Verwah« rung, daß Don Fernando dann allem eventuellen Rechte auf die portugiesische Krone für sich und seine Nachkommen entsagt.______________ Der m i sch 1 eS. Darmstadt, 14. Febr. In der Nacht von Freitag auf Samstag wuthete hier ein Sturm, dessen Heftigkeit sich danach bemessen läßt, daß er beispielsweise an dem steinernen Löwenbrunnen auf dem Mathildenplatz die obere Schale sammt dem sie tragenden Säulchen umwarf. Allerdings waren dieselben, zum Schutz gegen die Einflüsse der Witterung, mit einigen Brettern umstellt, so daß dem Winde eine größere Flache geboten wurde. In einem Hause der Neustadt wurde im dritten Stocke ein Fensterkreuz durch einen vom gegenüberliegenden Hause losgerissenen Dachziegel eingeschlagen; der Dachziegel flog bis zum Ofen. An einem anderen Hause wurde die Dachkandel abgerissen. 3m Wald wurden einige große Tannenbäume völlig entwurzelt. Fester wurzelnde Baume erlitten Brüche. — In Mainz, wo eS gleichfalls heftig stürmte, will man laut „Abendblatt" zwei leichte Erdschwingungen beobachtet haben, denen eine viertel Stunde später eine dritte ae- folgt sei. ° Mainz, 14. Febr. Der des Giftmordes an seiner Gattin angeklagte Schäfer von Bretzenheim, welcher vor einiger Zeit Vpn der Union an die hessischen Gerichte abgeliefert wurde, hat am verflossenen Samstag ein vollständiges Geständniß seiner Schuld abgelegt. Friedberg. 3n der Nacht von Freitag auf Samstag wüthete auch hier aus Südwest ein orkanartiger Sturm von solcher Heftigkeit, wie wir sie noch nie beobachtet haben. Es schien, als wenn die Wände der Häuser der Gewalt des heranbrausenden Sturmes weichen müßten. Dächer und Schorn, steine, größere Bäume wurden wieder stark mitgenommen. Bon mehreren Seiten theilt man uns mit, daß man leichte Erderschütterungen glaubt wahrgcnommen zu haben. Bon Mainz wird eine gleiche Beobachtung gemeldet. Preußen. Aus zuverlässiger Ouelle wird uns mitge- theilt, daß der flüchtig gewordene Posterpediteur Unbehend aus Ransbach in Portland (Amerika) ergriffen worden ist und sich bereits auf dem Transport nach Deutschland befindet. Den Anstrengungen der oberen Postbehürden gelang es, feflzustellen, daß Unbehend sich nach London und Liverpool gewendet hatte, und von hier mit dem Dempfer „Austria" nach Portland abgesegelt war. Alsbald spielte der Telegraph nach Amerika und verkündete dort das Eintreffen des Flüchtigen, der demnächst bei der Landung von Männern des Gesetzes in Empfang ge- nommen wurde. (So behende Undehend sich aus dem Staube gemacht, so schnell hat ihn der Arm der Gerechtigkeit mit Hülfe des Telegraphen erreicht. Wieder ein Beweis, wie schwierig es in der Jetztzeit für Verbrecher ist, sich selbst in der neuen Welt ein sicheres Asyl zu suchen.) _ Köln, 16. Febr. Heute früh zwischen 4 und 5 Uhr brach im Stadt-Theater Feuer aus, welches bei der dortigen großen Menge leicht brennbarer Gegenstäude mit solcher Schnell ligkeit um sich griff, daß alsbald der ganze Dachstuhl in lichten Flammen stand. Etwa 15 Minuten nach 6 Uhr fiel der letzte Sparren des Daches, und gegen 7 Uhr war bereits das Werk der Zerstörung bis auf den Boden vollbracht, so daß nur die nackten Umfassungsmauern noch standen. Große Gefahr war auch für die Nachbarhäuser, aus welchen schon das Mobiliar gefluchtet wurde, vorhanden, ging aber glücklich vorüber. Leider hat diese Feuersbrunst, deren Schein weithin den Himmel geröthet, auch Menschenleben gekostet. Ein Schlosser aus der Weidengaffe wurde von einer zusammenstürzenden Mauer erschlagen und als Leiche weggebracht. Ein Gehülfe des Mctz- germeisters Grieff wurde von derselben Mauer getroffen und verletzt nach dem Hospital tranSportirt. Peinliche Sorge herrscht um den Theaterkasfirer B. und dessen Familie (Frau und fünf Kinder), die in dem Theatergebäude wohnten und in diesem Augenblicke (Vormittags 9 Uhr) noch vermißt und bis jetzt vergeblich aufgesucht werden. Die Entstehung des Brandes wird schwer zu ermitteln sein. Vermuthet wird, daß er in den Garderobe-Räumen zum ÄuSbruch gekommen sei. Der heutige Theaterbrand ist hier der zweite innerhalb 10 Jahren. DaS frühere, bekanntlich auf derselben Stelle gestandene Ge- bäude brannte in der Nacht vom 21. auf den 22. Juli 1859 uieder. Nachschrift: Soeben erhalten wir die traurige Gewißheit, daß die Familie B. sich nicht retten konnte und entweder in den Flammen umgekommen oder erstickt ist. Kassel, 10. Febr. Es sollen noch in diesem 3ahre die baulichen Aenderungen deS Schlosses zu Marburg, namentlich der inneren Räumlichkeiten, begonnen werden, daher sämmtliche Eisengefangenen, welche sich jetzt in dem Schlosse befinden, am 31. künftigen Monats nach Kassel gebracht werden. Möchte es gelingen, das alterthümliche Schloß, den Sitz des letzt,, Landgrafen von Thüringen und der ersten Landgrafen von Hessen, auch im Innern in dem entsprechenden mittelalterlichen Style wieder herzustellen. Den Aufsehern der Eisenfträfltnge zu^Marburg ward freigestellt, ähnliche Stellen an anderen Orten oder Ruhegehalte zu nehmen. Aus Herrieden, 15. Febr., schreibt man der „Fränk. Ztg." : „Der europäische Luftocean ist immer sehr unruhig, die Lustdruckbifferenzen waren am 12. d. 30mm, 777,3 Ma, drid und 747,3 Ehristiansund in Norwegen. Daher auch bei uns das stürmische, jedoch milder« Wetter, bewirkt durch die in Folge deö höheren Barometerstandes im Südwesten von dem dortigen Luftkurg abfließende wärmere Luft. In Scandi- navien, Nordrußland und Lappland ist es nach starken Schneefällen wieder kälter. In Nordamerika ist e- gegenwärtig für diesen Winter am kältesten. Auf der Station Hearts-Content zeigte das Thermometer am 11. Morgens 6 Ubr —16,7 Grad bei starkem Ostwind, heiterem Himmel und hohem Barometerstand. Das letzte Gewitter vom 9. auf den 10. hat den Weg von Brüssel nach Ischl innerhalb 24 Stunden zurückgelegt. Paris. Ganz Paris beschäftigt sich mit einem Vorfälle, der auf dem letzten Opernballe fast ein schreckliche« Drama herbeigeführt hätte. Am Samstag Vormittag erschien eine junge, der Demi-monde angehörige Dame bei einem Poltzei- Cvmmiffär und gab folgende Erklärung ab: Ein polnischer Graf habe sie besucht und ihr 20,000 Fr. geboten, wenn sie es auf dem Opernballe dahin brächte, daß ein Herr, den man ihr bezeichnen werde, vergiftete Bonbons von ihr annähme. Die Bonbons würden sich in einer Enveloppe von Boissie be- finde?>. Die Dame gab sich den Anschein, auf den Plan rin, zugehen, um die Polizei von dem verbrecherischen Vorhaben in Kenntniß setzen zu können. Am Abend deS Balles verhaftete man vor ihrer Wohnung den polnischen Grafen in einem Fiaker und fand in der That eine Düte von Boissie, sowie eine andere voller Bonbons bei ihm, die man für vergiftet hält. Ein Student der Medicin, ebenfalls Pole, soll die Bonbons präparirt haben. Die Persönlichkeit, welche man vergiften wollte, war der Herzog von Beauffremout. Der polnische Graf, welcher durchaus keinen guten Ruf genießt, ist der Geliebte der Herzogin Beauffremout, die von ihrem Manne getrennt lebt; er sowohl wie der Student befinden sich in Ma- zaS und sind gestern verhört und confrontirt worden. Aus der Schweiz schreibt man der „Rh.-Ztg.": „Im Anfänge der dreißiger Jahre hielt sich die preußische Regierung einen Spion in der Schweiz zur Ueberwachung der deutschen Flüchtlinge. Natürlich hatte auch Oesterreich (Metternich) den seinigen. Die Heiden Herren, nämlich der preußische und der österreichische Spion waren gute Freunde, und eines schönen Frühlingstages wollten sie gern eine gemeinschaftliche Reise nach Italien machen, natürlich nicht für ihr Geld. Da machten sie ein Attentat und zwar so: der Preuße schrieb an seinen Minister in Berlin, hier in der Schweiz sei ein sehr gefährlicher Demagoge, und er nannte den Oesterreicher, der, wie er vernommen, heimliche Vorbereitungen zu einer geheimnißvollen Reise nach Italien treffe, und sich namentlich einen langen Dolch mit einem durchstochenen Herzen und einer zerbrochenen Fürstenkrone darauf bestellt habe; es handle sich also unzwei, felhaft um einen Demaqogenkongreß zur Ermordung aller Fürsten; der Mensch müsse auf seiner Reise deS Strengsten überwacht werden. Seine Ercellenz möge zu diesem Zwecke schleunig Reisegeld schicken. Ganz so schrieb der Oesterreicher, indem er als den gefährlichen Fürstenmürder den Preußen nannte, nach Wien an den Fürsten Metternich. Beide erhielten natürlich sofort Reisegeld, machten eine sehr vergnügte Reise nach Italien und schickten haarsträubende Berichte nach Berlin und Wien, in denen, wiederum natürlich, jeder von dem andern leider zu früh entdeckt war, so daß nichts hatte ermittelt werden können. Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fjr. Chr. Pietsch) in Gießen.