Sys n9' ^•hä* i ^gen"m" "Fränk, \ ’ ^,a t»ch '• Mn« * ^mprov.rrÄ^"' aller n8ttl i keine iS ,ft?erun9«it ■ L?-r lfl- Tit»; "» «o« J ®: «. v te '1 ’ «weiba Anblick 'obatt dn Grube oft c ^aprlle b«t auf v »«!««.' ,6™y, e,^,, ■ l,Hlt ,H„- jc|. "ä.** >>»-« Stier, " tfT ^talion«aasse 1 »*'. S» frei ™ “”*« HmiMd, ' 6ct eteuMaj ,in„ -'lmphitheater Beifall ließen nämlich Ibitr lag, >al ® >ie Lach, anfunßi xi? flfc; endlich ab« u»d warf dir Hunde wn er RüMn. Die rder. bis einer btrftU ’« nun feinen Gegner 'eraushävgenber Zunge •t „na-.»-« na« Lnebnam abgeschmttK ff, Fleischstückt' so wie nthls U. s. w. acht- m M'- an einer Stelle, °aue.le durchsucht n,or- , na(b Entdeckung der -Lr-r !? W «f** . ' 16_20 Zähre» 5>?unb angtt ^tlt,jnWT(kgramm i.34* ■ rgir. »I,f ;rt*J“ Gießener Anzeiger (Zreis vierteljährlich 36 fr. nit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 49 kr. Erscheint wöch»»Utch tz«r- mal. Dienstags, Douns»-. stags und Samstags. — Expedition: Canzleiberg ttt. B. $>. 1. Mnzeige- und Mmtsökalt für den Kreis Kielen. Nr. 8. Dienstag den 19. Januar 1869. Amtliche Bekanntmachungen. . Gieren, am 14. Januar 1869. xetrejstnd : Das Landgestüt, insbesondere die Bedeckung der Stuten durch die Landgestütsbeschäler für 1EK59. Das G r o st h e r ) o g l i ch e Kreisamt Gießen an die Groscherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises und den Grosth. Polyei-Commissär su Arnsburg. Sie wollen binnen.8 Tagen berichten, wie viele Scheine Sie im Jahr 1869 für zum Bedecken gebracht werdende Stuten bedürfen' werden. 3» Verhinderung des Kreisraths: Kekul 6, Kreis-Assessor. Gießen, am 14. Januar 1869. Betreffend: Den Nachtwachedienst. , Das G r o st h e r ) o g i l ch e K re i s a ml Gießen < an die Grostherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises, mit Ausnahme von Gipsten. Wir fordern Sie auf, uns binnen 8 Tagen diejenigen in Ihren Gemeinden bestellten Nachtwächter und Nachtbeiwächter namhaft zu machen, welche auf den Polizeischutz bis jetzt nicht verpflichtet worden sind. In Verhinderung des Kreisraths: Kekul 6, Kreis-Assessor. Besondere Bekanntmachungen. 408) Nachdem die Ehefrau des Georg Schmelz 11. von Großen - Linden auf Sicherstellung ihres eingebrachten Vermögens angctragen hat, ist dem Gg. Schmelz U. jede Veräußerung bei Meldung der Nichtigkeit untersagt worden und können Zahlungen für denselben giltig nur noch an den bestellten Eurator, Adam Größer in Großen-Linden, geleistet werden. Gießen, den 13. Januar 1869. Großherzogliches Stadtgericht Gießen. M u h l, Becker, _______Stadtrichter. Stadtger.-Assessor. Viehmärkte in Darmstadt. 437) Am ersten Dienstag jeden Monat? von März bis November finden Märkte für Milch- und Zuchtvieh, Schweine, Schafe, Arbeitsochsen und Pferde auf dem seitherigen Viehmarktplatz, nahe den Bahnhöfen, und von diesen aus zugänglich, statt. (Fällt auf einen der ersten Dienstage des Monats ein israelitischer Feiertag, so wird der Markt um 8 Tage verschoben.) Die Fettviehmärkte finden auch in diesem Jahre unverändertjeden Mittwoch statt. Darmstadt, den 16. Januar 1869. Comitö für die Viehmärkte in Darmstadt. Der Präsident: Fuchs, Großherzoglicher Bürgermeister. 425) Die unter dem Heutigen im Do- manialwald-District Ohnewäldchen bei Treis a. d. Lda. abgehaltene Holzverstei- aerung ist genehmigt- Die Abfuhrscheine hiervon befinden sich vom 20. d. Mts. an bei Großherzoglichem Rentamt Gießen und erfolgt die Holzüberweisung Freitag den 22. d. Mts., Morgens um 7 Uhr- — Ganz besonders wird noch darauf aufmerksam gemacht, daß die Abfuhr des Holzes bei Frost wesentlich erleichtert ist. Treis a- d. Lda., den 15. Januar 1869. Großherzogliche Oberförsterei Treis a. d Lda. ________________Amendt.________________ Gehülfcn - Stelle. 405) Bei dem Großh. Rentamt Gießen ist die zweite Gehülfen-Stelle zu besetzen. Hierauf Reflectirende wollen sich anmelden. Gießen, den 12. Januar 1869. Großherzogliches Rentamt Gießen. Ly ncker. Versteigerungen. 413) Mittwoch den 20. Januar und die folgenden Tage, jedesmal von Nachmittags I Uhr an, sollen in der Wohnung der Kaspar Spies Wittwe auf dem Neuenweg: 2 Zugpferde, 3 Kühe, 2 fette Schweine, 1 3 vollständige Oeconomie-Wagen mit Zubehör, Pflug, Egge und sonstige Oeconomie - Gerätschaften, Kartoffeln, Dickwurzeln, Hafer, 'etwas Gerste und Waizen, sowie eine Partie Heu und Stroh und ein Haufen Dung; ferner Haus - und Küchengeräthe, Bettwerk, Weißzeug und Frauenkleider, gegen gleich baare Zahlung versteigert werden. Bemerkt wird, daß den ersten Tag mit dem Vieh nnd den Oeconomie-Geräthschaf- ten der Anfang gemacht wird. Gießen, den 14. Januar 1869. In Auftrag: Weidig, Ortsgerichtsmann. Holzversteigerung. 423) Donnerstag den 21. Januar wird in den Dominalwaldabtheilungen Töpferkaute, Schinderskopf, Wüstekopf und Tempel nachverzeichnetes Holz versteigert: Scheidh. Prügelh. Stockh. Reish. Stecken Stecken Stecken Wellen Eichen 15 99 71 Vz 3125 Nadelholz 45 143V4 87 4850 Zusammenkunft Morgens 10 Uhr in der Töpferkaute an der Eisenbahnlinie. Freitag den 22. Januar wird ferner in den Abtheilungen Dörnergrund und Unterwald nachverzeichnetes Nadelholz versteigert : 7 Stecken Scheidholz, 178 Stecken Prügelholz, 159*/2 Stecken Stockholz, 7850 Wellen Reisholz, 80 Stämme mit 1417 Cubikfuß und 315 Stangen mit 1428 Cubikfuß. Der Anfang wird mit dem Stamm- und Stangenholz gemacht. Zusammenkunft Morgens 10 Uhr auf dem Watzenborner Weg an der Eisenbahnlinie. Credit für beide Versteigerungen bis 30. Juni d. I. Gießen, am 11. Januar 1869. Großherzogliche Oberförsterei Schiffenberg. Dr. £) raubt Die Zusammenkunft ist am Fußwege von Hattenrod nach Nieder-Bessingen. Ettingshausen, den 15. Januar 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Ettingshausen. _____________Sommer._______ Holzversteigerung in der Fürstlichen Oberförsterei Sich. 438) Künftigen Montag, den 25. d. Mts., Morgens 9 Uhr, sollen im District Fuchsstrauch an der Eisenbahnlinie versteigert werden: 59 Stecken Buchen-Scheitholz, 10 „ Hainbuchen-Rundscheitholz, 43 „ Eichen-Scheitholz, wobei auch Werkholz, 108 „ Buchen- und Eichen-Prügel- holz, 129 „ Buchen- u. Eichen-Stockholz, 13250 Wellen „ „ „ Reisholz, Alsdann werden nächsten Dienstag den 26- d. Mts-, hiersclbst versteigert: 92 starke Eichen-Stämme bis zu 32 Zoll Durchmesser - 7201 Cubikfuß, wobei auch einige Mühlwellen und Krümmlinge, 16 starke Buchen-Stämme bis zu 25 Zoll Durchmesser — 1457 Cubikfuß, 684 Eichen- und Buchen-Wagnerstangen. Lich, am 19. Januar 1869. Fürstliche Oberförsterei Lich. ______________________Eigenbrodt._________ Möbel - Versteifung. 426) Donnerstag den 21. Januar, Nachmittags 2 Uhr, werden auf freiwilliges Ansuchen in der Wohnung des Philipp Kümmel: ein einthüriger und ein zweithüriger Kleiderschrank, ein Tisch, Stühle, zwei Bettladen, Bettzeug, Weißzeug u. Kttchen- geräthschaften gegen gleich baare Zahlung versteigert- Holzversteigerung im Ettingshäuser Gemeindewalde. 432) Dienstag den 26. und Mittwoch den • 27- Januar d. I., jedesmal von Vormittags halb 9 Uhr an, sollen in dem Ettingshäuser Gemeindewalde, Districten Gabrielszimmexplatz, Kohlstrauch und Riedstein: 122 Eichen-Baustämme von 6 bis 17 Zoll Durchmesser und 8 bis 49 Fuß Länge, 161 Nadel-Baustämme von5Vz bis 15 Zoll Durchmesser und 15 bis 75 Fuß Länge, 602 Nadel - Stangen von 2 bis 5 Zoll Durchmesser und 15 bis 55 Fuß Länge, versteigert werden. Bemerkt wird, daß am ersten Tage die Eichen-Baustämme versteigert werden. Feilgebote»es. I Großes Lager bestkochender Hülsenfrüchte r Ganze Erbsen; Gespaltene Erbsen; Große Linsen; Kleine „ Kleine weiße Bohnen zu äußerst billigen EngroS - Preisen. Friedrich Bender, Domplatz 2, Frankfurt a. M. 421) Aus der Loos'schen Brauerei verkaufe ich einen von Sandstein - Quadern aufgeführten Schweinestall von 24' Länge und 16' Breite. Emil Pisto r. 435) Neuer Blumenkohl und Lattig in Häuptchcn ist eingetroffen und von jetzt an stets vorräthig. Aufträge auf neue Gurken und Bohnen, Zuckererbsen und sonstige Gemüse beliebe man gefälligst acht Tage vor Bedarf aufzugeben; Preise werden billigst gestellt. I. A. Busch Söhne. Universal - Magen - Liqueur, genannt Victoria, von Franz von Metternich in Mainz, empfiehlt in ganzen Flaschen ä 1 fl. 24 fr., „ halben „ ä — „ 45 „ „ Viertel- „ ä — „ 24 „ Eduard Lind, Conditor in Gießen. NB. Leere Flaschen werden gegen Vergütung von 4, 3 und 2 fr. zurückgenommen. (431) I Kreppet, täglich frisch, bei August Noll, im Stern. 418) Steinkohlen und Braunkohlen erster Qualität empfiehlt Dan. Wirth's Nachfolger ___________________(Th. Geilfus.)_________ 415) Aus dem Brauhausc wird außer dem oereits Ermähnten verfauft: 1 Malzdarre, 1 Backofen, 1 hölzernes Kühlschiff, die Kühlschiffhallen. Emil Pi stör. 436) Zwei getragene, noch gute schwarze Tuchrö'öke sind billigst zu verkaufen bei Fr. Münch, Katharinengasse. 410) Auf der Oberförsterei Krofdorf bei Gießen ist ein Maulesel preiswürdig zu verkaufen. 414) Die Häuser und Liegen- schuften der ehemals Katzen st e m’* sehen Holzschneidern sollen vom 1. März an anderweit verpachtet oder aus freier Hand verkauft werden. Im Auftrag des Besitzers: B. Katzenstein. 344) Meinen vor dem Neuenweger Thor, hinter der Löber'schcn (früher Decker'schen) Fabrik gelegenen, mit guten Obstbäumen bepflanzten Garten wünsche ich aus freier Hand zu verkaufen. Die darin befindliche Werkstätte kann leicht zum Bewohnen her- gerichtet werden. Adam Kalbfleisch, Steinmetz. s Geschäfts-Kalender mit breitem weißem Feld hinter jedem Monat zum Einträgen von Notizen, zwei Sorten, pr. Stück 4 Kreuzer; (Comptoir Ratender, in 4to-, pr. Stück 3 Kreuzer; Kleine Etuis-Kalender, in 8to., pr. Stück 2 Kreuzer, bei Wilhelm Klee. Wiederverkäufer erhalten angemessenen Rabatt. 442) Circa 10 Wagen Mist sind zu verkaufen. Wo? sagt die Exped. d. Bltts. 427) Meinen Stall (Werkstätte) hinter dem alten Arresthans bin ich Willens zu verkaufen^_______________________H- Ockel. 416) Meinen Garten und einen Acker, beide auf dem Nahrungsberg gelegen, bin ich Willen?, aus freier Hand zu verkaufen. Chr- Zimmermann Wittwe, Schloßgasse. 422) Durch Ankauf der Loos'- schen Brauerei kann ich meinen auswärtigen Kunden jetzt mit Stallungen für ihre Gespanne rc. dienen. Emil Pi stör. Haus-Verkauf. 419) In einem benachbarten Dorfe ist ein geräumiges Haus, welches sich sowohl zu Cigarrenfabrikation als auch zu einer Wirthschaft und Specereihandlung vorzüglich eignet, zu verkaufen. Anfragen bei der Exped. d. Bltts. Vermiethu ngen. 428) Ein möblirtes Zimmer, sowie ein möblirtes Zimmer mit Cavinet, ist zu ver- miethen bei Ehr. Scharmann, Uhrmacher, _________________am Kreuz.____________ 409) Ein Familienlogis, bestehend aus 4 Zimmern, Küche und Zubehör, sowie das im Hinterbau befindliche Sälchen, ist ander- weit zu vermiethen; letzteres ließe sich auch leicht auf Wunsch in ein Familienlogis umändern. E- Pitt Han. 404) Zwei Zimmer mit Cabinet sind zu vermiethen. Näheres bei der Exped. d. Bl. 434) Drei Zimmer mit Cabinet, Mägdekammer u. s. w. sind zu vermiethen und den 10. April zu beziehen. Bei wem? sagt die Exped. d. Bltts. 424) Im Becker'schen Nebenhause auf der Neuen Anlage sind 2 Familienwohnungen nebst Mitgebrauch des Bleichplatzes und der Waschküche, im April beziehbar, zu vermiethen. 417) Zwei Familienlogis, jedes aus 3 Zimmern, Küche, Kammer und einem großen gewölbten Keller bestehend, sind zu vermiethen und sogleich zu beziehen. H. M. Jughardt. 420) In dem Hilgardt'schen Hause auf der Mäusburg ist ein kleines Familienlogis zu vermiethen und sogleich zu beziehen. Vermischte Anzeige». 430) Sonntag den 17. d. Mts. wurde in dem Zinßer'schen Saale am Büffet ein Foulardtuch aus Versehen mitgenommen. Man bittet, dasselbe bei Herrn A. Zinßer abzugeben.________________________________ 441) In einen hiesigen Gasthof wird ein Kellnerlehrling gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bltts._________________________ LipciskMkbctil oder Bollen werden zu Kauf gesucht gegen Cassa. — Offerten mit Angabe des Quantums und Preises pr. Zollcentner, womöglich mit Proben begleitet, an Unterzeichneten. — Offerten unter 100 Centnern können nicht berücksichtigt werden. H. Tiencken jnn., 440)__________ Hamburg. 406) Auf sofort wird eine Lauffrau oder ein Mädchen gesucht. Zu erfragen bei der Exped. d. Bltts. 412) Für ein Colonial- und Eisen- waarengeschäft wird ein junger Mann mit den nöthigen Vorkenntnissen als Lehrling gesucht. Wo? sagt die Exped. d. Bltts. 411) Auf dem Neuenweg oder in dessen Nähe wird ein angenehm möblirtes Zimmer zu miethen gesucht. Offerten bittet man bei der Exped. d. Bltts. niederzulegen. 407) Bei der Kirchenkasse in Beuern liegen 374 ft. 54 kr. zu 5 pCt. gegen genügende Sicherheit zum Ausleihen bereit. Hierauf Reflectirende wollen sich innerhalb 8 Tagen bei dem Unterzeichneten melden. Der Kirchenrechner: L i n d e n st r u t h. 433) Ziehungen am /. Februar 1K69. K. k. österr. 1860 Staats-AnlchenlGräfl. St. Genois'sches Prämien-An- von 200 Millionen Gulden. liehen von 3 Million 200,000 Gulden. Amtlich gestempelte und gesetzliche Betheiligungsscheine: womit man Preise von st. 50.000, womit man Preise von st. 300.000, 5000, st 2000, st 1000, st. 500 st- st. 50.000, st. 25.000, st. 10.000, rc. rc. gewinnen kann, kosten: st. 5000, st. 1000 rc. rc. gewinnen kann, kosten: 1 Stück . • 1 Stück - . . st. 15. - . ■ st. 70- . . st. 150 — . . st. 5. - . . st. 21. — . . st. 50. - 5 11 5 11 Gegen Einsendung des Betrages oder Nachnahme zu habe» bei Uothlchild X- Co., Postgasse Nr. 14 in Wien. <■ e s* ifii»äs i a, Lebensverllcherungs - Actien - Gesellschaft in Stettin. Grund-Capital..............Gulden 5,250,000. Reserven Ende 1867 ............. „ 4,526,846. Seit Eröffnung des Geschäfts bis Ende 1867 bezahlte Versicherungssummen........... „ 3,582,565. Versichertes Capital Ende 1868 ........ „ 84,923,564. Jahres-Einnahme............. „ 2,677,866. Im Monat Decbr. sind eingegangen 2377 Anträge auf „ 2,544,873. Mäßige Prämiensätze. Schleunige Ausfertigung der Policen. Darlehen auf Policen. Prompte Auszahlung bei Todesfällen. Prospecte und Antragsformulare gratis durch die Agenten: Wilh. Balser in Gießen, PH. Zimmer in Lieh, Rechner Schmidt in Londorf, I. Heurich in Lang-Göns. Haasenstein & Vogler Zeitungs-Annoncen-Expedition in FRANKFURT AM MAIN. Filialgeschäfte: in Basel, Beilin, Hamburg, Leipzig, Wien. kkJ Xox -£<^\ /4V H SMS" Gcschästs-Vcrlcguiig. TB Kaufmann Windecker, verlegt habe und bitte, das seither g> mir geschenkte Zutrauen auch in meinem neuen Locale be- g> wahren zu wollen. I. Buch, Kappenmacher. g> Ein Mahnwort an Familienväter. —1— Die Erwerbskraft des Mannes, seine Fertigkeit und sein geschäftlicher Scharfblick sichern das Wohl der Familie, den guten Fortgang seines Ge- schäftes. Wenn seine eigenen Kräfte zur Bewältigung der Arbeiten nicht zureichen, so gesellt er sich Gehilfen zu, ihm aber wird immer die Oberleitung anheimfallen, sie wird nothwendig sein, um das Geschäft in seiner Blüthe zu erhalten, die Wohlfahrt der Seinigen zu festigen und auf die Dauer zu wahren. Mit seinem Tobe geht nicht nur ein Riß durch die Familie und dem Geschäfte eine Arbeitskraft verloren, sondern gleichzeitig auch die einheitliche Leitung des Ganzen verlustig, die in seiner Hand vereint war, und dieser Verlust wird um so empfindlichen, je unerwarteter er eintritt. Wenn sich die Augen des Vaters für immer schließen, dann ziehen mit dem Schmerz um den Verblichenen nur zu oft auch Nahrungssorgen in das verwaiste Haus. So lange er in rüstiger Kraft dastand und schaffte, brauchten die Seinigen nicht zu fragen, woher die Mittel für dii Bedürfnisse des Lebens zu nehmen, nun aber treten die ungewohnten Sorgen doppelt schwer an die bekümmerte Familie heran. Möchte jeder Hausvater dessen eingedenk und darauf bedacht sein, seinen Lieben den Verlust seiner selbst minder herb zu machen. Wohl Mancher meint, er habe seinen Pflichten voll genug ge- than, wenn er bei Arbeitseifer und Sparsamkeit bestrebt sei, sich ehrlich durch die Welt zu schlagen und aus seinem Verdienste allmählich soviel anzusammeln,, daß daraus mit den Jahren ein Norhpfennig, endlich ein Vermögen wird, weil er sich bewußt ist, seine Fähigkeiten auf's Beste zu verwerthen. Wie nun aber, wenn es doch noch einen Weg gäbe, die Hilfe, die er so für seine Lieben nach und nach anstrebt, schon jetzt und auf einmal sichern zu können? Zum Sparen gehört Zeit; nicht ein Jahr, sondern der Jahre viele sind erforderlich, um ein Kapital anzusammeln, das die Erziehung und Ausbildung der Kinder, die Sicherstellung der Familie ermöglicht, wenn er plötzlich von ihr scheiden müßte. Wer aber gibt die Gewißheit, daß ihm die Frist zugemeffcn ist, die er bedarf? „Wider den Tod kein Kraut gewachsen ist," lehrt die Erfahrung. Weder der Homöopath, noch der Allopath vermögen denselben zu bannen, wenn er ernstlich den Vorsatz gefaßt hat, dich abzurufen. Drum Wohl dir! wenn du bei Zeiten dafür Vorkehrung getroffen hast, daß die Deinen nicht zu darben brauchen, solltest du auch morgen schon von ihnen Abschied nehmen muffen. Und sieh, du kannst das auf so leichte Weife. Kaum 2 bis 3 Procent werden von dem rüstigen Manne jährlich erfordert, um ihm dafür die werthvolle Beruhigung zu geben, daß dereinst seine Wittwe nicht kümmerlich ihr Dasein fristen muß, daß sie die Mittel erhält, die Kinder anständig erziehen und sein Geschäft fortsetzen zu können. Die Lebensversicherung ist es, die gegen so geringe Jahresbeiträge bei deinem Tode das Kapital vergütet, das deine Schaffenskraft repräsentirte. Kannst du selbst auch dadurch nicht vollständig der Familie ersetzt werden — die Summe, die die Versicherung deines Lebens ihr zuführt, wird wenigstens den Schmerz um dich lindern und deine hochherzige Fürsorge milden Balsam in die wunden Herzen träufeln, deine Fürsorge, die dich sogar dann noch Hilfe spenden läßt, wenn sich des Grabes Hügel deckt. Seit dem Jahre 1827, wo die Gothaer Lebensversicherungsbank, das erste deutsche Institut dieser Art, gegründet wurde, hat die Lebensversicherung erfreulicher Weise in unferm Vaterlande immer mehr Boden gewonnen, so daß jetzt bei den vorhandenen 36 heimischen Lebensversicherungs-Anstalten etwa 400,000 Personen mit ca. 370 Mill. Thlr. versichert sind. Allein im Jahre 1867 wtzrde von Viesen Anstalten für 6000 gestorbene Personen die ansehnliche Summe von mehr als 5*/4 Mill. Thlrn. ausbezahlt! Gewiß ein schätzenswerther Beleg für die segenvolle Wirksamkeit der Lebensversicherung, wie für die Thatsache, daß der Deutsche, der ja vorzugsweise Sinn für Haus und Familie im Herzen trägt, den Werth derselben immer besser erkennen lernt; gleichzeitig aber auch ein Fingerzeig für jeden Familienvater, wie er die Seinen schützen und sich der Sorgen erwehren kann, die an sein Krankenlager herantreten, wenn ihm bei plötzlichen Unwohlsein der Gedanke, kommen sollte: Was würden die Deinen beginnen, wenn du jetzt von ihnen scheiden müßtest! Börsennachrkhleu. 16. Januar 1869. Prioritäten. 50/0 östr. F. St. E. B. 3051/2 Ludwigsh.-Bexbach 1591/2 Maxbahn 106 Bayer. Ostbahn 127 Hess. Ludwigsbahn 139 3O/o östr. Stsb.-Prior. 541/4 3% östr. s. Lombard. 443/4 3% Livorneser 321/4 Toscancr 493/8 Frankf. Hypoth.-Bank — Frankf. Vereins-Kasse 96 5% Elisabeth-Prior. 747/8 do. II. Emiss. 74 Wechsel. Amsterd. k. S. 991/2 Augsb. k. 8. 993/4 Berlin k. 8. 1043/4 Bremen k. S. 963/4 Cöln k. 8. 105 Hamburg k. 8. 873/4 Leipzig k. 8. 105 London k. 8. 119% Lyon k. 8. — Paris k. 8. 94t/2 Wien k. 8. 997/g Disconto 31/26/0 G. Preuss. 4,/2°/o Obi. 94 Frankf. 3V2% Obi. 81%' Nass. 41/2% Obi. 94% 1 Kurh. 4v/g Obi. 86 V» Hess. 4O/o Obi. b. Roths. 1021 4 r 31/20/0 do. d0. 873/4 Bayer. 5»/0 Obi. 102Ve „ 4i/2o/o 1jährige 953/8 „ 4V2% Val’ährige 96 Wiirtemb. 41/2% Öbl. 94V2 Baden 41/2% Obi. c. E.L. 947/8 Oestr. 5°/o b. R. 593/4 „ 5% National 52>/2 „ 50/0 Metall. Obi. 63 „ M. steuerf. 511/4 Aruer. 6% 1882r Bels. 79 „ 6% 1885r 777/z <*eldsorten. Pr. Cass. Sch. 1 443/4-45 Div. Cass.-A. — Pr. Friedrdor. 9 58-59 Pistolen . . 9 49— doppelte 9 50— Holl. fl. 10 St. 9 54-56 Ducaten . . 5 35-37 20 Frankenst. 9 27-28 Engi. Souver. 11 52-56 Russ. Imper. 9 49-51 Doll, in Gold 2 26-27 Anlehensloose. Kurh. 40 Thlr. Loose 551/2 Nassau fl. 25 b. Roth. 373/4 Gr. Hess. fl. 50 b. R. 1611/2 Gr. Hess. fl. 25 b. R. 44 40'g bayr. Präm.Anl. 103*/2 4% badische Loose 100 Badische fl. 35 Loose 543/g 1858r Prioritätsloose 143 1860r Loose 78% I864r „ - Actien. 1 Frankf. Bank 1237/s 1 Oester. Bank 670 „ Creditact. 244 i Darmst Bankact. 271 Feuilleton. Soldatrnglück. Nooellette von Heinrich Hensler. (Fortsetzung.) Er eilte hin und fand Alles so, wie es der Wirth erzählt hatte. Die ganze Familie war in der Stube versammelt und erkannte den ehemal'gen Ziegenhirten sogleich, doch erschrocken sie anfänglich über diesen Besuch, weil sie nicht wissen konnten, ob er einen friedlichen Zweck habe. Der kleine Andrea war ein stattlicher Soldat geworden und seit seiner Abwesenheit nicht unbedeutend gewachsen. Die knapp anliegende Uniform der sardinischen Jäger kleidete ihn ganz gut und gab ihm ein recht vornehmes Aussehen, denn sie war von feinem Tuche, und man sah an der Auszeichnung am linken Arme und am Kragen, daß Andrea schon Unteroffizier war. Wenige Worte genügten, um die Familie in eine freudige Aufregung zu versetzen, denn man horte an jedem Worte, das er sprach, daß er ein ganz anderer Mensch geworden war. Als er von Monzi entfloh, war er nach Turin gegangen, und hatte sich bei den sardinischen Jägern anwerbcn lassen. Ju kurzer Zeit hatte der kräftige gewandte und besonders geschmeidige Jüngling den Dienst und die Handhabung und Führung der Waffen so vollkommen gelernt, daß er seine Lehrmeister übertraf. Maria hatte sein bis dahin schlummerndes Ehrgefühl rege gemacht, und fortan hatte er nur seine Zukunft vor Augen. Seine Aufführung war exemplarisch, und da er ganz gut lesen, schreiben und rechnen konnte, war er schon seit einem Jahre zum Sergeanten ernannt. Alle jungen Leute, welche als Offiziers-Aspiranten in die dortigen Regimenter traten, wollten nur von ihm unterrichtet werden, und so verdiente er als Exercier- und Fechtmeister vieles Geld. Battista wollte nicht zugeben, daß sein Gast in dem Wirthshause logire; er Uetz alsbald dessen Gepäck dort abholen, und die junge Frau machte ihm das Gastbett zurecht. Nun trug Andrea eine kleine Kiste herbei mit allerlei Geschenken für die Familie; — für Marien war Zeug zu einem Rocke und Mieder bestimmt und ein schönes Kästchen mit eingelegten Blumen. Als sie es öffnete, lagen 20 funkelnde Scudi darin. „Ich wollte sie nicht schicken, sondern selbst bringen," sagte der Sergeant, „mein Urlaub verzögerte sich aber von einer Zeit zur andern, und darum hat es so lange gedauert." Gegen Abend führte er seinen ehemaligen Dienstherr» und den jungen Bauern in die Schenke und ließ ihnen von dem besten Weine reichlich vorsetzen. Battista bildete sich nicht wenig darauf ein, von dem so vornehm gewordenen Herrn traktirt zu werden und ihn bei sich beherbergen zu können, denn in Monzi sah man nur selten einen Soldaten, und ein Unteroffizier war damals ein Mann von Bedeutung. Jeden Abend mußte der alte Bauer mit Andrea in die Schenke, und als nach einigen Tagen Maria niederkam und ihren Gatten mit einem Knaben beschenkte, da erbat sich der Gast die Ehre, den neuen Ankömmling über die Taufe heben zu dürfen, was natürlich mit großen Freuden angenommen wurde. So eine flotte Kindtaufe war lange nicht in Monzi gehalten worden. Der Sergeant ließ eine Menge Kuchen backen und Wein im Ueberflusse herbeiholen. Alle Dorfkinder bekamen große Stücke Kuchen und die Armen Geldspenden, seinem Pathen aber band er zwei große römische Goldthaler ein. Der Jubel währte bis spät in die Nacht und wollte nicht enden. Nach vierzehn Tagen reiste der Sergeant wieder ab. Den Abend vorher ging er in den Hof, in welchem Maria gerade beschäftigt war. Sic gingen mit einander hin und her und unterhielten sich über gleichgültige Gegenstände. Bald gelangten sie an die Hinterpforte, nach welcher Andrea absichtlich die Schritte lenkte, — er öffnete sie und Beide traten hinaus. Sie standen jetzt auf demselben Platze, wo vor drei Jahren seine Flucht begonnen, nachdem er von Marien Abschied genommen hatte. Andrea sah die junge Frau an, welche erröthend die Augen niederschlug, er nahm ihre Hand und fragte nach einigem Zögern mit bewegter Stimme: „Maria, habe ich Wort gehalten? Habe ich Alles genau erfüllt, was ich Dir auf dieser Stelle versprach?" Maria war in großer Verlegenheit, und sie wußte nicht gleich, wie sie sich bei dieser unerwarteten Scene benehmen sollte. Als aber Jener dieses sah, fuhr er fort : „Ich bin nicht gekommen, um Deinen Frieden zu stören, — da sei der Hebe Gott davor! Ich kann Dir nicht sagen, wie ich mich freue, daß Du so glücklich bist, und welche Beruhigung es mir gewährt, mich davon zu überzeugen. Ich wollte Dir nur sagen, daß ich Alles erfüllt habe, was ich Dir in jener ernsten Stunde versprach. Alles — hörst Du Maria, Alles! Denn ich habe Dir auch versprochen, Dich immer zu lieben und Dir treu zu bleiben, mein ganzes Leben lang, und ob ich gleich ganz damit einverstanden bin, daß Du ge- heirathet hast, so wollte ich Dir dieses doch sagen und Dich fragen, ob Du auch Dein Versprechen gehalten und dann und wann meiner gedacht hast?" „Wenn ich mich über Alles freue," erwiederte die junge Frau, „so macht mir doch dieses Kummer; ich denke aber, daß Du Dich irrst. Ich glaube wohl, daß Du mich noch gerne hast, ich habe Dich ja auch noch gerne, und werde Dich nie vergessen. Die heftig aufbrausende Leidenschaft ist aber doch bet Dir vorüber und hat Gefühlen Platz gemacht, ähnlich den meinigen. Ich Hebe und achte Dich in Wahrheit wie einen Bruder, und Du sollst mich wie eine Schwester Heben. Jede andere Liebe wäre strafbar, die — ich bin ja das Weib eines Andern." „Glaube, was Du willst, und sage, was Du willst," entgegnete Andrea, „ich will Dir keinen Kummer machen, liebe Maria. Du warst immer meine Freundin, Du hast mir vielen Streit und Zank und Strafe verhindert; Du hast mich von der Galeere, von Schimpf und Schande errettet und Deinen Sparpfennig mir.gegeben, ohne Hoffnung auf Wiederersatz, — das vergesse ich Dir nie in meinem Leben, und wenn Du je in Noth kommen solltest, oder meiner Dienste bedarfst, so frage in Turin nach mir, oder schicke mir einen Dolen, und ich setze mein Leben ein, Dir zu helfen. Das wollte ich Dir sagen, Maria, und nun gehe hinein, ich komme später nach, es möchte sonst Verdacht erregen, daß wir hier so lange bei einander waren." Er drückte und schüttelte noch einmal die Hand dee jungen Frau und sah ihr dabei in die Augen, so feurig wie je, daß sie die ihrigen nkederfchkagerr mußte, — dann ließ er sie gehen. Am andern Morgen in aller Frühe reiste der Sergeant wieder fort,, von Allen zur baldigen Wiederholung seines Besuches dringend aufgeforvert. Im Jahre 1805 war der Krieg zwischen Frankreich und Oesterreich abermals in Italien entbrannt. Erzherzog Karl hatte anfänglich einige Vortheile errungen, namentlich bet Caldiero eine Schlacht gewonnen, war aber durch das Unglück der deutschen Waffen in Franken und Baiern zum Rückzüge gezwungen und wurde von der französischen Armee verfolgt. Diese hatte zwischen Mondovi und Savonna ein Lager bezogen, indem die Oesterreicher durch verschiedene unerwartete Flankenmärsche und eine kühn ausgeführte Schwenkung eine sehr vortheilhafte Stellung eingenommen hatten. Eines Tages war ein hübscher, junger Mann von 25 bis 26 Jahren, dem Bauernstände angehörig, als Spion eingebracht worden. Er wurde augenblicklich vor ein Kriegsgericht gestellt und nach dessen strengen Gesetzen zum Tode verurtheilt. Dem Urtheile sollte, wie es der Kriegsgebrauch verlangt, die Exe- cution auf dem Fuße folgen. Eine Abtheilung Jäger stand vor dem Zelte des Profoßen. Man führte den Unglücklichen heraus und trat den Weg nach dem nicht weit entfernten Nichtplatze an. Eine alte Frau war dabei, — es war die Mutter des Verurtheilten. Der junge Mann hatte sich in fein Schicksal ergeben und bemühte sich sogar, seine Mutter zu trösten. Da diese aber nicht auf ihn hörte, so faltete er seine Hände und ging betend voran. Die arme Frau schrie und jammerte verzweiflungsvoll und zerraufte sich die Haare; sie lief beständig neben dem Zuge her und rief: „Mein Sohn ist unschuldig, so wahr Gott im Himmel lebt, er ist ganz gewiß unschuldig! Wir wollten in das Lager gehen und nach seinem Pathen fragen, von dem wir hörten, daß er in französische Dienste getreten sei. Er ist unschuldig und fein Spion, so wahr die Heiligen Gottes mir beistehen sollen in der Stunde meines Todes. Er ist gewiß und wahrhaftig unschuldig. Ihr seid Mörder und keine Soldaten, das sage ich als Mutter, und anstattt der Herzen habt Ihr Steine in der Brust, sonst hättet Ihr Mitleiden mit der Verzweiflung und Todesangst einer unglücklichen Mutter, der man ihr einziges Kind nimmt. Ist denn kein Gott im Himmel, der meinen unschuldigen Sohn rettet ? Haltet doch nur so lange ein, bis ich zu den Füßen des Generals um Pardon gefleht habe." Aber Niemand achtete auf das verzweiflungsvolle Schreien des Weibes. Der Executionszug schritt mit festen Schritten vorwärts, und die Soldaten fingen an, ein Lied zu singen, um das Rufen der Geängstigten zu übertönen. Jetzt sprang sie, da Niemand ihr Toben berücksichtigte, auf einen Soldaten los, entriß ihm mit größter Behendigkeit das Gewehr und vertrat dem Zuge mit ge» fälltem Bayonnet den Weg. „Nur über meine Leiche dürft Ihr weitergeben," rief sie, „wenn Ihr nicht einhaltet, stoße ich den Ersten, der mir in die Nähe kommt, nieder!" „Um Gotteswillen, Mutter, laß ab," rief Der junge Mann; „es ist ja doch Alles vergebens; macht Euch doch nicht unglücklich!" Der Soldat, welchen die Frau entwaffnet hatte, sprang mit gezücktem Säbel auf sie zu, und wollte sie durchbohren — als ein donnerndes „Halt!" seinen Arm und Den Marsch Des Zuges aufhielt. Der kommanDirende General war's, Der eben die Vorposten visitirt hatte und nun mit seinem Gefolge in das Lager zurücksprengte. „Was gibt es da? Wer ist dieser Mensch? Was will dieses Weib?" fragte Der General. Die Frau hatte Das Gewehr weggeworfen, war in die Nähe des Generals vorgedrungen, war auf ihre Kniee niedergesunken und streckte flehend ihre Hände zu ihm empor. „Wer bist Du? Wie kommst Du hierher? Was ist Dein Begehren?" rief der General. „Ich bin Maria, die Wittwe des Battista Conzi, eines Bauern in Monzi bei Nizza, und das ist mein einziger Sohn Andrea. Die Franzosen haben vor sechs Jahren unser Haus verbrannt und unfern Stall geplündert; — mein armer Mann starb aus Gram, unsere einzige Tochter war schon früher gestorben. Böse Nachbarn verwickelten mich in ungerechte Prozesse, und da ich viele Schulden hatte, so verlor ich das ganze Gut und wurde in Armuth gestürzt. Ich habe nichts mehr als mein armes Leben und diesen meinen einzigen Sohn. Der faßte Den Entschluß, er wolle, um mir unglücklichen Frau zu Helsen, sich unter Die Soldaten anwerben lassen. Wir hörten, daß Die französische Armee hier in Der Nähe sei, und Da wir wissen, Daß Der Pathe meines Sohnes, Der Sergeant Andrea, unter Den Franzosen i , so wollten wir ihn aufsuchen, weil mein Sohn Dachte, Der könne ihm vielleicht zu einem tüchtigen HandgelDe verhelfen, womit er mich in ein Versorgungöhaus in Nizza eingekauft hätte. Kaum aber kamen wir hierher, Da nahmen sie meinen armen Sohn gefangen, unD Da wir keine Papiere haben, mit Denen wir uns ausweifen können, so halten sie ihn für einen Spion und wollen ihn erschießen. Ich will aber keinen Theil an Gott haben, wenn nicht Alles, was ich gesagt habe, Die reine lautere Wahrheit ist." „Stehe auf, Weib!" rief Der General, „es soll Dir unD Deinem Sohne kein LeiD geschehen. Man führe BeiDe in mein Zelt!" Damit wendete er sein Pferd und sprengte Davon. — Nach einer halben StunDe trat die arme Frau mit ihrem Sohne, der sie unterstützen mußte, weil sie sich plötzlich schwach fühlte, in Daß Zelt des französischen Obergenerals. Er war allein, und ging ihr mit Der Frage entgegen : „Kennst Du mich, Weib?" Sie sah ihn an, schüttelte Den Kopf und fügte: „Nein gnädiger Herr, ich kenne Sie nicht." „Sich' mich genauer an," fuhr Der General fort unD trat noch einen Schritt näher zu Der Frau. „Du mußt mich kennen, — oder habe ich mich wirklich seit fünf und zwanzig Jahren so verändert, wie Du? Maria! Kennst Du mich wirklich nicht mehr?"' (Schluß fofgt.) Berlin, 15. Jan. Was den Verlauf der parlamentarischen Verhandlungen angeht, so kann die Regierung im Großen und Ganzen nur mit Befriedigung auf die jüngsten Schlußberathungen über den Staatöhaushaltsetat Hinblicken, die in allen wichtigen Punkten die Ergebnisse der Vorberathungen genehmigen und mit Glück auch über die Positionen hinweggekommcn sind, die unter minder günstigen Conjuncturen vielleicht hätten Veranlassung zu neuen Eonflicten geben können. Daß der alte Streit über die Hülssrichter bei dem Obertribunal aus der Welt geschafft, wird jeden Patrioten erfreueu, und namentlich dürfte die Form, worin die Frage zur Abwicklung gekommen, den Wünschen des Justizmini- sters entsprechend sein. Dar Entwurf über die Fortentwickelung der Kreisverfassung ist den Berathungen des Staatsministeriums unterbreitet worden, und sollen die Berathungen bereits im Flusse sein- Berlin, 15. Jan. In der festgehaltenen, bestimmten Voraussetzung, daß die Konferenz, trotz der Enthaltung Griechenlands, eine Declaration über das einschlagende internationale Recht beschließen werde, wird angenommen, daß die Mächte, ähnlich wie es Seitens der Mehrzahl derselben der Türkei gegenüber in der Declaration vom 29. Oct. 1867 geschehen war, jetzt durch eine collective Erklärung die beteiligten Staaten und namentlich Griechen- land für die möglichen Folgen ihrer weiteren, mit der von der Eonferenz beschlossenen Declaration etwa im Widerspruche stehenden Handlungen verantwortlich machen werden. Memel, 12. Jan. Der Schlüssel zum heiligen Rußland ist verloren! Ein ostpreußisches Blatt meldet: „Vor einigen Tagen hatte ein hiesiger Arzt eine Reise nach dem circa 2 Meilen von unferm Orte gelegenen russischen Grenzstädtchen Garsden zum Besuche von Kranken, die er bereits mehrmals vorher gesehen hatte, unternommen. Bei seiner vor 5 Uhr erfolgten Ankunft bei der Tomoschna auf der Heimreise wurde ihm erklärt, der Director sei nicht zu Hause, der Schlüssel vom Schlagbaum von ihm mitgenommen und er werde heute das russische Gebiet nicht verlassen können. Seine Ansicht, daß bei der Abwesenheit des Directors der ihm zunächst stehende Beamte mit der Vollmacht, den Schlagbaum öffnen zu lassen, unzweifelhaft betraut sein dürfte, wird als irrthümlich zurückgewiesen. Trotz wiederholt angestellter Versuche, den Director aufzusuchen, gelingt es nicht, ihn zu finden. Die Verlegenheit, in die der Mann versetzt wurde, der die Reise mit eigenem Fuhrwerk unternommen hatte, kann man sich Deuten. Wo in aller Welt mag es wohl sonst noch vorkommen, fragt man hier, daß ein Zolldirector bei seiner Entfernung vom Orte den Schlüssel zum Schlagbaum in seiner Tasche mit sich herurnirägt? Niederselters, 14. Jan. Das hiesige Brunnencomptoir hat öffentlich bekannt gemacht, daß von Neujahr an keine alten Krüge in unseren weltberühmten Mineral-Brunnen gefüllt werden sollen. Es muß jedesmal ein neuer Krug genommen werden, wofür man jetzt 7 Kreuzer zu entrichten hat. Allgemein wird diese neue Verfügung als eine neue Steuer aufgefaßt, und in der That glaubt Niemand, daß die Neuerung etwa nur zur Hebung dcr Industrie in dem Krugbäckerlande befohlen worden sei. Os sich der FiScuS von dieser Verfügung, wenigstens was den Selterser Brunnen betrifft, einen Gewinn versprechen kann, wissen wir nicht. Es ist leider ein offenkundiges Geheimniß, daß seit etwa zehn Jahren eine wilde Süßwafferquelle in den Selterser Brunnen eingebrochen ist und den Gehalt des Kohlen- säuerlingS in empfindlichem Grade herabgedrückt hat. Die süße Quelle wieder zu entfernen bat man sich zwar alle Mühe gegeben, aber ts ist bis jetzt noch nicht gelungen. Dieß ist auch der Grund, weßhalb in Nassau das künstliche Selterser Wasser ein großes Absatzgebiet gewonnen. Daß in der nächsten Nahe das lünstlichc Selterser Wasser das natürliche noch nicht verdrängt hatte, daran war eben die Füllung in alte Krüge schuld, die nur 3 Kreuzer kostete. Man wird es sich daher jetzt selbst in unserer nächsten Umgebung sehr überlegen, ob man mit dem Wasser immer auch einen Krug mit in Kauf nehmen soll, Den man ja nicht zum zweiten Male füllen lassen und verwerthen kann. Daß Niemand im Lande über diese Wassersteuer sehr erbaut ist, brauchen wir nicht ausdrücklich zu sagen, das ist selbstverständlich. Paris, 14. Jan. Großes Aufsehen hat der Erlaß erregt, welcher die Subscription für die Anleihe der Stadt Madrid untersagt. Herr Erlanger, welcher an der Spitze des Unternehmens steht, recla- mirte gestern umsonst gegen das Verbot. Herr NedaeNon, Di Olozaga begab sich heute in die Tuilerien, um eine Aufhebung des letzteren zu erzielen. Dasselbe wurde übrigens ohne Wissen des Kaisers, und, zwar von den Ministern des Innern und des Aeußern erlassen, was beweisen würde, daß die vertraulichen Beziehungen, welche zwischen Der Exkönigin Isabella und den Tuilerien herrschen, der Maßregel fremd sind. Was die genannten Beziehungen anbelangt, so sind dieselben dadurch so intim geworden, daß der Kaiser nach wie vor befürchtet, daß die Republik oder Montpensier in Spanien an’6 Rurer kommen könnte, und er deßhalb die Bemühungen Der Königin unterstützt, Die ihrem Sohne die Krone verschaffen will. Rom, 6. Jan. Bekanntlich hat Papst Pius IX. sich schon früher energisch gegen Die gelegentliche Modefrechheit des weiblichen Geschlechte aus- gesprochen, wobei er noch Die Klage hätte beifügen können, daß die einst so schöne und malerische Frauentracht Roms und seiner Umgegend nahebei bis auf die letzte Spur verschwunden ist, um Dem charakterlosen und unschönen Pariser Firlefanz Platz zu machen. Jetzt hat eine Französin, Frl. Marie de GentelleS, ein ganzes Buch im Sinne des Papstes darüber geschrieben und es Sr. Heiligkeit gewidmet. Das Londoner Blatt Echo theilt die Antwort des Papstes mit, welche mit den Worten schließt: „Mögen die Frauen bedenken, daß sie, um sich die Liebe und Ächtung ihrer Ehegatten zu sichern, keiner so kostspieligen Haartouren, noch solcher glänzenden Toiletten bedürfen, sondern daß sie besser thun, ihren Geist und ihr Herz zu bilden, denn all ihr Ruhm kommt von innen." Echo bemerkt dazu: „Die Modedame kann fragen : „Was versteht der Papst, dieser Alt- junggefeUe, von solchen Dingen?" Aber in diesem Punkt hat der geistliche Altjunggeselle recht. Und wie sehr er recht hat, das wissen die unglücklichen Väter und Ehemänner, welche für unnütze Zürpup- pen und und spatzenköpfige Salons-Engel den Affenstaat bezahlen müssen." Madrid, 8. Jan. Die Bombe ist bereits geplatzt und in diesem Augenblick sind die Feindseligkeiten zwischen Prim und Serrano, zwischen den Progressisten und der liberalen Umion in vollem Gang. Prim wollte sich gegen die Umtriebe feiner unionistischen AmtSgenoffen und gegen die Gefahr, durch einm Caballero De Rodas verdrängt zu wer- Den, schützen unD sich zugleich enDgiltig des Heeres versichern; zu diesem Zweck schlug er Serrano die Ernennung von zwölf neuen Generalen vor, die er zum Theil aus ziemlich niedrigen Rangstufen aus- gewählt hatte. Serrano weigerte sich in einer Unterredung mit Prim aufs Entschiedenste, diese Ernennungen zu unterzeichnen, und verwies Prim an den Ministerrath, mit Dem Beifügen, daß er selbst bei den Berathungen Pnm's Vorschläge mit allem Nachdruck bekämpfen werde. Ein äußerst beleidigender und drohender Brief von Prim besiegelte im Laufe des gestrigen Tages den vollständigen Bruch; Handeisminister Zorilla sagte gestern Abend zu (General Pierrad, der längst erwartete Ausbruch Der Feindschaft habe stattgefunven und Der Kampf auf Leben und Tod habe feinen Anfang genommen. Vermischtes. Giesien. Das Jahr 1869 ist ein interessantes Säcular- jahr, auf das wir die besondere Aufmerksamkeit der Leser und Leserinnen lenken möchten. Bor 100 Jahren, also 1769, sind viele große Männer aus die Welt gekommen, z. B. Napoleon Bonaparte, der durch sein Genie sich vom Advokatensohn zum Kaiser ausschwang; in demselben Jahre wurden geboren seine berühmten Heerführer Marschall Ney, der Bravste der Braven, und Marsä'all Soult, merkwuldigerweise auch seine beiden'Gegner vom Schwert und der Feder, der Herzog von Wellington und der alte Arndt. Auch der größte Naturforscher, Äler. v. Humboldt, hat 1769 das Licht der Welt erblickt. Wenn es wahr ist, daß große Männer nur alle hundert Jahre geboren werden, dann sind wir Lebenden zwar zu früh geboren, ohne dem Herrn v. Beust u. A., die auf eine Ausnahme Anspruch machen können, zu nahe treten zu wollen; glücklicherweise sind aber 1869 die hundert Jahre vollständig abgelaufen, und es können und dürfen nun wieder große Männer geboren werden. Wir wünschen allerseits bestens Glück, dock möchten wir freundlich gebeten haben: nur keinen Cchlachtenkaiser. Frankfurt, 13. Jan Heute Mittag wurde die Leiche deS einen veimißten Sachsenhäuser Mädchens, A. Schäfer, am Winterhafen aufgefunden: gleichzeitig wurde die ziemlich in Verwesung ubergegangene Leiche cineö anderen Frauenzimmers aus dem Wasser gezogen. Frankfurt. Die Berichte über den schon gemeldeten Erdiloß von Dienstag Nackt mehren sich. Das Phänomen ist auch in Neu-Isenburg, Fürth im Odenw. und Mainz genau nm dieselbe Zeit wie in Frankfurt und Darmstadt (um Mitternacht) verspürt worden. Die Berichte aus Fürth, NlU- Jsenburg und Worms schildern die Erscheinung als viel stäker, wie sie in Frankfurt wahrgenommen wurde: starkes wellenförmiges Schwanken der Erde und der Häuser, Klirren der Fenster und Gläser re. Aus Wormö meldet die „Weser Ztg.", die Bewegung habe der. Eindruck eines schaukelnden Schiffes gemackt In Mainz bemerkte, na» dem „Mainzer Journal", der Wäckter auf dem Quintinsthurm um Mitternacht einen k und Verlag der Brühl'schcn Druckerei (Fjr. Chr. Pie heftigen Windstoß aus Südwest, während der Wind au- Osten blieS. Wiesbaden. Ein entsetzliches Unglück ist am 6. Jan. Nachmittags im Rettungshause dahier geschehen. Mit dem Ausleeren der Dunggrube beschäftigt, schickte der Hausvater, Herr Pfeiffer, den 16jährigen Zögling, Heinrich Schaaf von Igstadt, in den untern Raum, um daselbst ein Htnderniß für den schnelleren Ablauf der Jauche zu beseitigen. Der Knabe, in Folge der aussteigcnden Dünste von heftigem Schwindel er, faßt, fiel um unb in die tiefe Dunggrube. Auf sein Hülferu- fen eilte der Hausvater an die Stelle und suchte den Jungen zu retten. Nahe daran, das unglückliche Kind zu erreichen, wurde er ebenfalls von starkem Schwindel befallen, und nur durch die angestrengtesten Bemühungen de« herbeieilenden KnecktS, Konrad Frankenbach von Strintz, vom Falle in die Grube bewahrt. Der Knecht aber, welcher nun auch den Knaben aus der Dunggrube herausziehen wollte, wurde gleichfalls so heftig betäubt, daß auch er in die Grube fiel und sammt dem armen Jungen seinen Tod sand. § Stuttgart, 6. Jan. Großes^, Aussehen erregt eine hier vor wenigen Tagen ausgegebene neue illustrirte Wochenschrift, welche im Verlage von Hermann Schönlein unter dem Titel: „Allgemeine F a m i l i en - Z ei tu n g" erscheint. Nachdem man bisher glaubte, daß durch die Wohlfeilheit der bestehenden derartigen Jöurnale die äußerste Grenze erreicht sei, stellt dieses außerordentliche Unternehmen alles Vorhandene in Schatten, denn obgleich jede Nummer 16 Seiten des größten Folio-Formats umfaßt, und der Inhalt an Gediegenheit, die Illustrationen von wirklich künstlerischer Ausführung, selbst den weitgehendsten Ansprüchen genügen, k-stet das Quartal nur fl. 1. 3 fr., das Heft nur 21 fr. Nicht nur sämmmtliche Journale Deutschlands, sondern auch aller gebildeten Völker werden hierdurch übertroffen. Böhmen. Wenn die stolzen Czecheii ldie Schönheiten ihrer Sprache und die Gelenkigkeit ihrer Zunge veranschaulichen wollen, dann pflegen sie den Satz: Strz prst skrsk krk zu citiren, und alle Nichtezechen herauszufordern, denselben richtig auszusprechen. Bei einer öffentlichen Gerichtsverhandlung in Wien spielte der Ezeche Precrmrs als Zeuge eine Hauptrolle; der Staatsanwalt, der Vertheidiger, der Präsident und die Richter bemühten sich vergebens, den Namen auszusprechen, der atme Mann erlebte die haarsträubendsten Verdrehungen seines ehrlichen Namens, und das Publikum kam nicht aus dem Kichern heraus. Der Vertheidiger setzte in seiner Schlußrede viermal an, den Namen herauSzubringen, jedesmal antwortete ihm eine Lachsalve. Da rief er: Herr Präsident, seit vier Stunden wende ich alle Kraft daran, den Namen diese« Zeugen auszusprechen, ich habe mich nun überzeugt, es ist unmöglich, ich bitte den Gerichtshof, wenn ich von „diesem Zeugen" spreche, darunter diesen Zeugen zu verfteben! Amerika. (Ein höflicher Richter.) Gin amerikanisches Blatt erzählt: „Ein Richter im Westen, der seiner Höflichkeit wegen berühmt und populär ist und sich auf jede Weise bemüht, diese Popularität sich zu erhalten, halte kürzlich einem Verurthetlten sein TodeSurtheil zu verkündigen und entledigte sich seiner Pflicht in folgender Weise: „Gefangener, Herr D., darf ich Sie bitten, sich zu erheben? (Es ist eine Formalität, welche das Gesetz vorschreibt; sonst würde ich Sie nicht bemühen.) Sie find eines Verbrechens angeklagt, welches, glaube ich, ohne jedoch irgend welche persönliche Meinung dabei geltend machen zu wollen, auf Mord lautete, und von einer Jury Ihrer Landsleute zu meinem großen Bedauern schuldig befunden worden. Ich habe Ihnen deßhalb leider, indem ich nochmals meine persönlichen Gefühle refemre, anzukündigen, daß Sie am Halse aufgehängt werden sollen, bis Sie tobt — tobt — iodt sind. Bitte, setzen Sie sich, und erlauben Sie mir nur noch die Frage, um welche Zeit es Ihnen am besten passen würde, sich hängen zu lassen?" — *** Geschichte der B r i esc o u v e r tS. Der „Statio- ner" englisches Organ für Schreibmaterialienhändler, erzählt über die Entstehung der Briefcouverts-Fabrikatlon : „Vor etwa 40 Jahren lebte zu Brighton ein Buchhändler, der zugleich mit Schreibmaterialien handelte und F. K. Brewer hieß. Derselbe pflegte in dem Schaufenster seines Ladens Papier stoß- weiße zierlich auszulegen, und zwar vom größten Formate bis zum kleinsten, dem 16°; ja, er schnitt sogar diese« noch in Kartenform, um die Reihe dieser Papierstöße zu vervollkommnen. In Folge dessen erhielt «er starken Zulauf von Damen, welche von diesem „herzigen kleinen Papiere" verlangten. Und nun entstand bald die Schwierigkeit, wie man aber auch die auf solches Papier geschriebenen Billete adressiren könne. Dieß führte den speculaiiven Mann daraus, Einschlagpapiere zu erfinden, zu deren Anfertigung er sich metallener Platten von verschiedener Große bediente, nach denen er sie ausschnitt. DaS gefiel den Damen erst recht, und Aufträge hieraus kamen von allen Seiten. Der Bedarf stieg alsbald so sehr, daß er eS gar nicht mehr vermochte, demselben zu entsprechen, und nun alle Eouverte bei Dobbs und Comp. in London für sich machen ließ. So entstand au« einer Spielerei der Damen ein für die gesammte correspondirende Geschäftswelt äußerst praktischer und nützlicher Artikel und wurde ein Industriezweig geschaffen, der Hunderten von ärmeren weiblichen Wesen Gelegenheit gibt, sich ihren Lebensunterhalt verdienen zu können." Ein 4 000 Jahre alter Scklittschu h. An den Usern des „MooSdorssee" bei Bern sind bekanntlich die ältesten Pfahlbauten, Anlagen, die man den (Selten zuschreibt, gefunden worden. Die dort angdieHten Nachgrabungen haben nun eine reiche Sammlung von Stein - und Knochenwerkzeugen zu Tage gefördert, darunter namentlich mehrere sehr schöne Steinbeile aus Nephrit. Aber auch ein Schlittschuh ist dort gesunden worden, und befindet sich nun auf der Etadtbiblio- thek in Bern. Tie Form desselben ist natürlich nicht ganz die unserer heutigen au« Stahl und Holz. Ein etwa 11 Zoll lan. er Pferdeknocken ist unten und an den Seiten glatt geschliffen, so daß eine glatte etwa 9 Linien breite und 10 Zoll lange Sohle das Eis berührt. Von den Kanlen an läuft er nach oben in die Breite, so daß er oben für die Fußsohle etwa li/2 Zoll breit und 11 lang Zoll Raum bietet. Vorn findet sich ein Lock und hinten eine Kerbe im Knocken, wo die Riemen angebracht werden konnten, um sie an der Fußbekleidung zu befestigen. Aüch in Schweden ist ein solch uralter Schlittschuh, für einen Knabensckuh passend, aufgefunden worden. DaS Alter der in der Schweiz auggegrabenen Knochenwerk- zeuae wird auf 4000 Jahre berechnet. sch) in Gießen.