PrciS vierteljährlich 36 kr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljäbrlich 49 Fr. Gießener Anzeiger. Erscheint wöchentlich drei, mal! Dienstags, Donnerstags und SamstagS. — Expedition: Canzleiberg Sit. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kießen. Nr. 33. Donnerstag den 18. März 1869. Besondere Bekanntmachungen. 2248) Vom 1. Mai d. I. an gelangt für die direkte Personen- und Gepäck-Beförderung zwischen den Stationen Hersfeld und Fulda der Bebra-Hanauer Bahn einerseits und den Stationen Wabern, Treysa, Marburg und Gießen der Main - Weser - Bahn andererseits ein neuer Tarif mit theilweise erhöheten Taxen (für die Schnellzüge), unter Gewährung von 50 Pfd. Freigepäck auf jedes Billet, zur Einführung, welcher vom 20. d. Mts. ab an den Billetschaltern genannter Stationen zur Einsicht offen liegt. Cassel, am 11. März 1869. Königliche Eisen- Königliche bahn-Direction. Direction der Main-Weser-Bahn. Oberhcssischc Eisenbahncn. Seclion Gießen. 2229) Mit Genehmigung Großherzogl. Oberförsterei Schiffenberg wird hierdurch bekannt gemacht, daß von Montag den 15. März ab auf die Dauer von circa 3 Wochen der Vicinalweg von Gießen nach Steinberg behufs Ausführung des Eifenbahndammes gesperrt wird- Tie Strecke dieser Straße von Gießen her bis zur Langenschneiße, zur Verbindung mit dem Gießcn-Schiffenberger Vicinalweg, sowie die Strecke von Steinberg her bis zur Zellrodschneiße, zur Verbindung mit den westlichen Waldtheilen bleibt offen. Die Wiedereröffnung der ganzen Straße wird durch den Gießener Anzeiger bekannt gemacht werden. Gießen, den 11. März 1869. Der Sections-Jngenieur: H. Lipp old. Versteigerungen. 2255) Dienstag den 23. März, Nachmittags 2 Uhr, soll auf dahiesigem Rathhaufe die Hofraithe, zum Nachlaß des Ludwig Eimer gehörig, als: Flur Nr. C-Rlftr. 1/255 8 Hofraithe in der Löwengaffe, gibt 9 fr. Rente, nochmals, öffentlich meistbietend, versteigert werden. Gießen, den 16. März 1869. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. Ebel. Versteigerung von altem Bettstroh. 2204) Freitag den 19. d. Mts-, Vormittags 10 Uhr, wird das alte Bettstroh aus Strohsäcken auf dem Büreau der unterzeichneten Verwaltung parthieenweise gegen baare Zahlung versteigert- Gießen, deu 15. März 1869. Grobherzogliche Garnifonverwaltung. Kalbfleisch. Holzversteigerung im Gießener Stadtwalde. 2227) Montag den 22. März d. I., von Vormittags 9 Uhr an, soll in dem Gießener Stadtmalde, Districten Neuhege, Waldshute, Unterhag rc-, nachverzeichnetes Holz öffentlich versteigert werden , als: 491 Fichten- und Kiefern - Stämme mit 6807 Cubikfuß, 4255 Fichten- und Kiefern - Stangen mit 10719 Cubikfuß. Die Zusammenkunft ist auf der Grünberger Chaussee an der 5. Schneiße. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 1. August d. I. gestattet. Die Großherzoglichen Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen. Gießen, den 16. März 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen- Vogt. 2203) Montag den 22. März d. I., Nachmittags 2 Uhr, sollen aus dahiesigem Nathhanse nachstehende Grundstücke, den Kaspar Spies Erben gehörig, erbvertheilungshalber versteigert wer- Flur Nr. lüKlftr. V« S/314 M/216 247 245 248,3 24/30 4/s8U-58 130 Acker am Wismarer Weg, über den Schwalbachischen Acker, 256 Acker, auf den Hadders- graben, 210 Acker am unteren Weiher, 211 Acker daselbst, 210 Acker daselbst, 173 Acker daselbst, 128 Acker am Barresgraben, 273 j Acker am Wismarer Weg, 36/7o 24/i37U-izg 23 173 24/lll 291 / Acker am Hasenköppelsweg, 302 i diesseits des Wegs, 208 Wiese am obersten Weiher, 368 Acker am Hasenköppel, im halben Zehnten, 79 Acker, die Eichgärten, unter den neuen Eichen, zwischen der mittleren und der Waldgasse, 71 79 Acker, die Eichgärten, 18/si 328 Acker auf Wolfsfort, oberhalb des Fluthgrabens, in Heuchelheimer Gemarkung. Gießen, den 15. März 1869. K- Vogt, Ortsgerichtsmann. 2226) Mittwoch den 31. März d. I., Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dahiesigem Rathhaufe nachverzeichnete Grundstücke, den Kindern der verstorbenen Friedrich Vogt Eheleute gehörig, unter den alsdann bekannt gemacht werdenden Bedingungen, öffentlich meistbietend versteigert werden, als: Flur Nr. DÄIftr. 39/i46 266 Acker, die mittelste Gewann, am Wiesecker Weg, 247 266 Acker daselbst, 39/2«5 214 Acker, links am Wiesecker Weg, 266 214 Acker daselbst, 39/3i6 127 Acker am Wingert, rechts der Chaussee, 3ie» 93 Acker daselbst, 3%o 1122 Acker, unter dem Leihgester- ner Weg, 4%62 66 Acker auf dem Sand, 4,/219 1501 220 1501 221 1501 222 151! Acker am Rain, hinter der 22.3 1521 Warthe, 224 150 225 1501 226 150 / 44/43,8 §1 \ 44,2 56 j 45,2 561 46,2 J30 Acker, aufdenFluthgraben, 48,2 1 691 49,2 169 t 50,2 175 ’ 44/i92 376 Acker in der Lichtenau, auf die Wiesen, 4^87 4 20 i Acker, rechts am grünen 45/6s 1453 > Acker an der Marburger ec 210 > Chaussee und dem Baden- e? 210 j burger Fußpfad, 45/e9 206 Acker daselbst, 70 206 Acker daselbst, 45/74 2 56 Acker daselbst, 45/i69 280 Acker am Galgen, auf die Chaussee und die Marburger Straße, i^j«ck-r daselbst, 4G/263 196 Acker in der Lichtenau, am Römerloch, 264 196 Acker daselbst, 46/28i 117 Acker daselbst, 47,42 220 Acker am Badcnburger Fußpfad- Gießen, den 15. März 1869. _________K- Vogt, Ortsgerichtsmann. Wegebau-Verding in der Königlichen Oberförsterei Krofdorf. 2231) Am Donnerstag, den 1. April er.. Morgens 10 Uhr, sollen in der Abel'schen Brauerei Hierselbst die Planirung und Chaussirung von 155 lfd. Ruthen auf dem Communicationswegc nach Kircbvers resp. Gladenbach, abgehend von der Schmelzer Straße beim Wegweiser an der saueren Heege (Distr. 42/43 u. 38/zg) bis an die ehemals Kurhessische Landesgrenze, öffentlich an den Mindestfordernden verdungen werden. Die Verdingsbedingungen können im Geschäftszimmer des unterzeichneten Oberförsters vor dem Termine eingesehcn werden ; auch ist Herr Förster Schmitz zu Waldhäuschen angewiesen, Unternehmungslustigen an Ort und Stelle über die auszuführenden Wegearbeiten nähere Auskunft zu geben. Krofdorf, den 15. März 1869. Der Königliche Oberförster: v. Meibom. Holzversteicieninq. 2225) Dienstag den 23. d. Mts. sollen im Grüninger und Dorf-Giller Markwalde in dem District Hochhard versteigert werden: 204 Eichen-Stämnie mit 10256 Cubikfuß, von 15 bis 60 Fuß Länge und 8 bis 36 Zoll Durchmesser, 20 Nadel-Stäiume mit 374 Cubikfuß, 14 „ „ 377 9414 Nadelstangen „ 3201 „ Die Zusammenkunft ist Morgens 8 Uhr auf der Hochhard. Grüningen, den 16. März 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Grüningen. __________________________Leidich._________________________ 2232) Dienstag den 23. März d. I., Vormittags 10 Uhr, sollen in dem Bellersheimer Markwalde 34 Stück Eichen-Baustämme, 7000 Cubikfuß enthaltend, öffentlich meistbietend versteigert werden. Die Zusammenkunft ist in dem Districte Eisenkaute. Das Holz bedarf seiner bekannten Güte halber keine besondere Anpreisung, nur wird bemerkt, daß es für diesmal Stämme erster Qualität sind. Bellersheim, den 15. März 1869. Der Markmeister: ___________________Bopp._____ Arbeitsversteigerung zu Staufenberg. 2249) Mittwoch den 24. März, Vormittags um 9 Uhr, sollen auf dem hiesigen Rathhause nachstehende Bauarbeiten durch öffentliche Versteigerung in Accord gegeben werden, als: Maurerarbeiten, veranschl.zu 66 fl. — kr., Zimmerarbeiten, „ „ 57 „ 35 „ Weisbinderarbeit, „ „ 49 „ 28 „ Steinbrechen, Fahren und Setzen der Steine, veranschlagt zu......29Ö „ — „ Steinschlagen, veranschl. zu 123 „ — „ Planirarbeit, „ „ 143 „ 24 „ Pflasterarbeit, „ „ 145 „ 36 „ Lieferung von Pflastersteinen und Sand, veranschlagt zu 162 „ 30 „ Staufenberg, den 16. Marz 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Staufenberg. I. A. : Körner, Bezirksbauaufseher. Holzversteigerung im Privatwalde Körnberg bei der Gänsen bürg. 2001) Freitag den 19. März, Morgens 10 Uhr, sollen int Körnberger Privatwalde 4400 Fichten-Bohnenstangen und Spalierstangen öffentlich an den Meistbietenden versteigert werden. Annerod, am 12. März 1869. Heinrich Hammel 111. Holzversteigerung in der Königlichen Oberförsterei Königsberg. 2228) Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die auf den 22. d. Mts. bestimmte Holzversteigerung Dienstag den 23. d. Mts., Vormittags 9 Uhr, abgehalten werden wird. Heuchelheim, den 13. März 1869. Der Königliche Oberförster: N e u e n h a g e n. Holzvcrstcigcrunsi. 2200) Freitag den 19. März l. I., Morgens 9 Uhr, sollen im hiesigen Gemcindewalde, Districten Bruch und Beckerswald, nachverzeichnete Holzsortimente versteigert werden, als: 9 Buchen Eichen Nadel Prügelholz Stecken Reisholz Wellen 600 100 2800 5 193;4 Stockholz Stecken -.........- — — bis 50 Fuß Länge, 151 Cubikfuß enthaltend, 437 Nadel-Stangen von 7 bis 70 Fuß Länge, 739 Cubikfuß enthaltend. Der Anfang und die Zusammenkunft ist auf der Straße von Gießen nach Steinbach am Wegweiser, wo der Weg von Hausen nach Annerod mit der Staatsstraße kreuzt. Hausen, am 14. März 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Hausen. ' Dern. IG/r 8 Nadel-Stämme von 40 Feilgebotenes 2243) Einschlaggarne in verschiedenen Nummern, in bester Qualität, empfehlen _____________I- A- Busch Söhne. 2215) Die Materialwaarenhandlung von Emil Fischbach, Seltersweg, empfiehlt: Feinste Waizcnstärkc, Waschpulver, aus schmutzauflösenden, unschädlichen Bestandtheilen zusammengesetzt, Waschblau, Prima-Kernseife. HDD 2197) Wein, Essig und Branntwein verkauft Joseph Stein's Wittwe, _____________________Hintergasse.____________ 2205) Casseler und Hanauer fein gemahlenen Durrg- gvps empfiehlt Daniel Wirth's Nachfolger, ___________(Th. Geilfus). Garantie ^nc6acaoun6 Lager der vorzüglichsten Chocoladen des Hauses Franz Stottwcrck & Söhne in Köln unterhalten : in Giessen Louis Frohn- Häuser und I. A. Busch Söhne; in Hungen A Buch; in Lieh H. C. Bingmann.__________________(2221) Fußboden-Anstrich. Fußbodcnlack, sofort trocknend, Lcinölsiccatif zum Einölen, Oelfarbc, fertig zum Anstrich, rasch und hart trocknend, sowie alle sonstigen Ingredienzien zum An- streichen und Wichsen der Fußböden, empfiehlt Emil Fischbach, (2214)__________________Seltersweg.______ 2241) Ein Theodolit nebst dazu gehörigem Kästchen und Stativ, sowie ein Meßtisch mit Stativ, ferner einige Visirstanaen sind billig zu verkaufen. Näheres in den Neuenbäuen Lit- B- Nr 63._______________ i Trauer Rosen mit bis zur Erde uiederhangendeu Zweigen, zur sinnigen Verzierung von Gräbern und feinen Rasenplätzen in 5 bis 10 Fuß hohen Bäumen, ä Stück 20 bis 40 Sgr-, empfiehlt I. Ernst Hcrgcr, Rosengärtner, zu Köstritz im Fürstenthum Reuß. Cataloge zu der über 20 0 Sorten jäl>= lenden Noseusammlung gratis und franco. 2216) Rcismehl (Griesmehlartig), empfiehlt Emil Fischbach, _____SeltcrSiveg. Regen-Röcke u. 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Zu haben ä 12 Sgr. per Flasche bei Friedrich Bieler, am Kreuz, in Gießen. Broschüren gratis! Das General-Depot H. Sarbcmnnn in (£öfn. Begutachtung. Den Leberthran von S. Draisma van Valfenburg habe ich nach Maßgabe der einem normalen Leberthran zufommenden Bestandtheile, insonders auch aus seinen Jodgehalt, untersucht, und fann ich, aus Grund der dabei erhaltenen Untersuchungsergebnisse, mein pflichtgemäßes Urtheil dahin abgeben: daß der mir zur Untersuchung zugekommenc Leberthran des Herrn S. Draisma van Valkeuburg in Leeu- warden reiner unverfälschter Leberthran und zum medicinischen Gebrauch vorzüglich geeignet ist. Berlin, den 19. November 1868. Der Gerichts- und Handelschemiker, vereidigter chemischer Sachverständiger für Berlin: l>r. Zirrrek. 2256) Mehrere Malter dicke, sowie auch Heine Kartoffeln, verfauft __________L. Becker's Wittme, Asterweg. 2234) Ein Haufen Pferdemist, zu Mistbeeten geeignet, ist zu verfaufen im __________Gasthaus zum Löwen. 2251) Eine Partie Kartoffeln ist zu verfaufen bei H. Becker, Neue Anlage. 2223) Mehrere Wagen sehr guten Düngers sind zu verfaufen bei _______________Jean Langsdorf. 2238) Ein gut dressirter Hühnerhund (4 Jahre alt) ist zu verfaufen. Zu erfra- gen bei der Exped. d. Bltts._______ 2246) Ein doppeltsitziger Pult mit Schränk- chen als Untergestell nebst zwei dazu gehörigen Drehstühlen, sowie zwei einthürige Schränfe und-sechs Stühle, sind zu verkaufen. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 2210) Ein Acker vor dem Neuenweger Thor (Bauplatz) ist zu verfaufen. Näheres bei Carl Plank, Lederhändler. Vermiethu ngen. 2224) Das seither von Herrn Locorno- tivsührer Holz bewohnte Logis, bestehend aus 5 Zimmern, einer Mägdefammer, Küche, Keller und Holzstall, Mitgebrauch der Wasch- füche und des Bleichplatzes, am 1. Mai beziehbar, ist zu vermiethen. Auch fann ein Stall mit Heuboden abgegeben werden. Hoffmann, Posteassier. 2237) Mehrere möblirte Zimmer sind auf nächstes Semester, sowie ein fleines Stübchen sogleich, zu vermiethen Neuen- weg Lit. B. Nr. 194._______________________ 2211) Ein freundliches Familienlogis ist zu vermiethen bei F. Textor, _______________________auf der Hardt. 2192) Im Brühl'schen Hause (Canzlei- berg) ist eine Stube nebst Cabinet, mit oder ohne Möbel, zu vermiethen. 2245) Die beiden Balkonzimmer in unserem Hause sind möblirt zu vermiethen und alsbald beziehbar. I. A. Busch Söhne. 2206) Zwei möblirte Zimmer, das eine mit Cabinet, sind zu vermiethen bei H. Nübsamen, Mäusburg. 2236) Ein möblirtes Zimmer ist zu vermiethen bei Kürschner Schultheis, _____________________Marftstraße.________ 2217) Ein möblirtes Zimmer ist zu vermiethen Wallthorstraße Lit. A. Nr. 227. 2258) Zwei möblirte Zimmer, wovon das eine sogleich und das andere nächstes Semester bezogen werden fann, sind zu vermiethen bei Louis Busch Wittwe. 2198) Ein fleines Familienlogis ist zu vermiethen bei H. Seibert. 2191) Der zweite Stock meines Hauses ist zu vermiethen. S. Flörsheim. (3u vermiethen.) 2209) Zwei in einandergehende möblirte Zimmer, Neue Anlage, dritter Stock. Nä- heres bei der Exped. d- Bltts-______________ 2190) Eine Stube mit Cabinet wünscht man an eine einzelne Dame zu vermiethen. Näheres bei der Exped- d. Bltts. 2193) Ein freundlich möblirtes Zimmer mit Cabinet ist vom 1. April an zu vermiethen- Neue Anlage. Näheres bei der Exped. d. Bltts.____________________________ 2194) Ein möblirtes Zimmer ist zu vermiethen bei Wernharb Brück, Flügelsgasse. Vermischte Anzeigen. Aufforde r n n q. 2218) Allenfallsige Gläubiger unseres verstorbenen Vaters, H- Elkan in Gießen, belieben ihre Ansprüche mit Belegen innerhalb der nächsten zwei Monate um so gewisser bei uns emzureichen, als später eingehende Neclamationen unbefriedigt bleiben würden. Franffurt a. M-, den 17. März 1869. _________________Gebrüder Elfan. | William Luex liest in der Aula der Universität Sonntag den 21. März Shakespeare's „Der Kaufmann von Venedig" und Dienstag den 23. März Lessing's „Minna von Barnhelm". Tagesbillets für 4 Personen 1 fl- 45 fr., für 1 Person 36 fr. in den Buchhandlungen der Herren Ferber und Ricker. Anfang 7Hz Uhr._____________________ Cin braver Junge fann in die Lehre treten bei Friedr. Wilh- Löbe r, (2235)___________Schuhmachermeister. 2244) Vor einiger Zeit sind zwei seidene Regenschirme in unserem Laden stehen, sowie ein patent-gestrickter Socken, liegen geblieben. Die Eigenthümer fönnen solche bei uns in Empfang nehmen. ______________I. A. Busch Söhne. 2196) Es wird für eine Stu- bentenhieipe ein Zapfjnnge gesucht. Wo? sagt die Erped. d. Bltts. 2253) Ein gesitteter Junge, der das Schreinergeschäft zu erlernen wünscht, fann in die Lehre treten bei Ferd. Krailing. Nicht zu übersehen! 2247) Es werden 25 bis 30 Maurergesellen und mehrere Taglöhner auf dauernde Beschäftigung bei gutem Lohn gesucht; auch sollen zugleich 20 bis 25 Klftr. Mauersteine zu fahren und 50 Klftr. Semmelsteine zu liefern und zu fahren in Aceord gegeben werden bei Maurermeister Heinrich Göbel, Garbenteich. Verloosnng von Arbeils-, Zucht- und Mitch-Uieh. 2195) Auf dem am ersten Dienstag des Aprilmonats, am 6. April zu Darmstadt abzuhaltenden Viehmarkte wird, zur Ermuthigung der Viehzucht, eine Verloosung abgehalten. Die unterzeichnete Commission macht bekannt, daß die Gewinne, die in Zucht-, Arbeits und Milch-Vieh verschiedener Gattung hestehen, auf dem Markte selbst von einer Commission des landwirthschaftlichcn Vereins, welcher der ganze, für die verkauften Loose erzielte Betrag überwiesen wird, anqekauft werden. Das Loos kostet 36 fr. und wollen sich Loosverkäufer und Kolporteure, welche Loose zu beziehen wünschen, dieserhalb an Herrn Carl Gaul«, Elisabethenstraße 12 in Darmstadt wenden. Wiederverkäufer erhalten ansehnlichen Rabatt. Darmstadt, den 8. März 1869. Die Verloosuugs- Commission der Darmstädter Viehmärkte. Fr. Schröder, H. Blumenthal, Carl Gaule, Vorsitzender. Controleur. Rechner. Verkaufsstelle in Gießen bei den Herren Julius Wallach und G. Röder. Ausstellung von Erzeugnissen der Handwerker und Arbeiter des Großherrogthums Hessen im Herbst 1869. 1230) Zufolge Beschluß des unterzeichneten Comit«'s vom 11. d. Mts. werden alle Arbeiter und Handwerker in Gießen und der Umgegend hierdurch eingeladen, sich bei dieser Ausstellung recht zahlreich und lebhaft zu betheiligen, und ihre deßfallsigen Anmeldungen mit Bezeichnung des Gegenstandes bei dem Vorsitzenden des Comite's, Herrn Gemeinderath C. Nagel, baldigst schriftlich einzureichen, dabei auch zugleich zu bemerken, ob etwa, und bis zu welcher Höhe ein Geldoorschuß zur Anschaffung von Material beansprucht werde. Mehrere, von hiesigen Fabrikanten und Arbeitgebern bereits gemachte liberale und dankenswerthe Anerbietungen, berechtigen zu der Hoffnung, daß das für die diesseitige Provinz und insbesondere für unser Gießen so wichtige Unternehmen einer Lan- des-Gewerbe-Ausstellung auch in weiteren Kreisen unserer Industriellen und Arbeitgeber sich recht lebhafter und warmer Unterstützung und Förderung mit Wort, mit Rath und That zu erfreuen haben werde. Arbeitgeber und Arbeiter sind gleichmäßig bei jeder Frage intereffirt, wobei es sich um Belebung und Anerkennung der Leistungsfähigkeit unserer einheimischen Industrie handelt. Das Local-Comitc für Gießen _______________________________________________und lliiigcgciib.____________ Gewcrbcbank zu Gießen. 2220) Donnerstag den 18. d. Mts., Abends 8 Uhr: Generalversammlung int Leib schen kleinen Saale. Tagesordnung: Fortsetzung der Berathung des revidirten Statuts. Gießen, am 15. März 1869. Der Vorstand. in Breslau Summe der im Jahre 1867 geschloffenen Versicherungen fl. 626,776,120. G a r a n t i e m i t t e l : a. Grundcapital . ........ fl. 3,250,000. b. Prämien- Einnahmen im Jahre 1867 „ 1,660,730. c. Reserven aus 1867 ......_„ 504,763. fl. 7,415,493. Die Gesellschaft versichert bewegliche Gegenstände jeder Art, zu festen und mäßi- aen Prämien gegen Feuersgefahr unter liberalen Bedingungen. 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Zum Benefiz des Herrn Carl Stotz r Die Sucht nach Abenteuern, ober: Ioctor und Friseur Posse mit Gesang in 3 Acten von Kaiser- Hierauf: Gießen im Jahre 1769 und im Jahre 1869. Balletscherz in 1 Act- Freitag ben 19. März: Die Kunstreiter auf der Messe, oder: Der Jongleur in und außer dem Circus. Posse mit Gesang in 4 Abtheilungen v. Pohl. Samstag ben 24. März. Letzte Vorstellung. Die Tochter her § rille. Charactergemälde in 5 Abtheilungen von Charlotte Birch - Pfeiffer- W. Kern, Director. töT Anv Reiskirchen. Am verflossenen Mittwoch, den 10. März 1869, des Nachmittags gegen 2 Uhr, brach in der Scheuer des hiesigen Ortsbürgers Kaspar Balser III. Feuer aus, dessen Ursache bis jetzt nicht zu ergründen war, welches aber so rasch und mächtig um sich griff, baß es in einem Zeitraum von nicht einer ganzen Stunde drei Scheunen mit ihrem Inhalte und mehreren Nebengebäuden in Schutt und Asche legte. Indem wir solches hiermit den Bewohnern des Kreises Gießen zur Kennt- niß bringen, verfehlen wir nicht, den Gemeinden des Kreises, sowie auch den an- grenzenden Orten des Kreises Grünberg, für ihre geleistete schnelle und rasche Hülfe recht herzlich zu danken, und wenn wir im Namen der durch den Brand Heimgesuchten hier auch noch eine Bitte anreihen, so sind wir gewiß, daß uns solches nicht verargt werden wird, sind auch der Zuversicht, keine Fehlbitte zu thun. Den Brandbeschävigten hat das Feuer ihr sämmtliches Futter und Stroh verzehrt. Mehr haben wir wohl nicht nöthig zu sagen, um dieselben zur Unterstützung an Futter und Stroh den benachbarten Gemeinden zu empfehlen. Für eine gleichmäßige und gerechte Austheilung der Liebesgaben wird der unterzeichnete Großh. Bürgermeister in Gemeinschaft mit noch hinzuzuziehenden Ortsbürgern sorgen. Jünger, Bürgermeister. Herzliche Mte. Die deutsche und französische evangelische Mission zu Paris darf am Sonntag Palmaruin mit Großherzoglicher Genehmigung eine allgemeine Kirchencollecte erheben zur Gründung eines neuen Kirchspiels, lediglich aus Grobherzoglich hessischen Unter; thanen bestehend. Bereits bestehen drei hessische Kirchspiele an drei Ecken von Paris. Die Einrichtung eines vierten ist schreiendes Bedürfniß. Wie stark die Großh. Hess. Bevölkerung in Paris ist und in welchem Maße sie zunimmt, läßt sich aus folgender Tabelle schließen. Taufen. Trauungen. Leichen- 1854: 38 8 32 1864: 183 93 106 1867: 334 133 159- Danach mögen etwa 7000 Hessen hier sein. Circa 500 Kinder aus dem Großherzogthum besuchen die lediglich für sie gegründeten Schulen. Das Missionscomit« hat für sie bereits 2 Kirchen gebaut und 8 Schulklassen, worauf noch 30,000 Gulden Schulden lasten. Zur geistlichen Pflege der Hessen allein verausgabt es zur Zeit 16—17,000 Gulden, es unterhält 3 Prediger, 9 Lehrer und Lehrerinnen, 2 Kirchendiener und eine Anzahl Gebäulichkeiten. Mit wenigen Ausnahmen gehören die Leute zur ärmsten Klasse des Landes aus der Provinz Oberhessen, verdienen sich sauer ihr Brod durch Straßenkehren, wollen sich etwas ersparen, um unter ein wenig besseren Verhältnissen in die Heimath zurück zu kehren, was Manchem gelingt- Wir können natürlich auf ihre Beihülfe nur sehr wenig rechnen und bitten deshalb inständigst alle verehrten Leser sich an dieser Collecte nach Kräften und mit Freuden betheiligen zu wollen. Man kann die Gaben auch einsenden an die Red. d. Bl. oder an die Hrn. Pfarrer- Paris, den 15. März 1869. Für das Comite: F. Mast, Pfarrer, 12. rue Linne. Bezüglich des Lofodinischen Dorsch - Leberthrans, welcher durch Herrn S. Draisma van Valkenburg in Leeuwarden in den Handel gebracht wird, verdient folgende Erklärung des Prof. I. W- Gunning ganz besonders die Beachtung der Herren Aerzte, wie die der Patienten: »Der Unterzeichnete, Prof, der Chemie in Amsterdam, erklärt, es übernommen zu haben, von jeder Partie Lofodinischer Dorsch - Lcberthran, welche dnrch Herrn S. Draisma van Valkenburg eingeführt wird, eine Probe, von unpartheiischen Sachverständigen entnommen, vom chemischen Gesichtspunkte hinsichtlich der Anforderungen zu prüfen, welche an blanken oder besten Leberthran gestellt werden müssen." Amsterdam, Februar 1866. (gez.) I. W. Gunning, Prof, der Chemie in Amsterdam, chemischer Adviseur des Nieder!. Gouvernements rc- (Siehe Annonce im heutigen Blatte.) Telegraphischer Schiffsbericht, mitgetheilt von Chr. Wallenfels jun. Angekommcrr in New-Bork r Das Hamburger Postdampfschiff Holsatia, Reisedauer 10 Tage 8 Stunden, „ Bremer „ New-York, „ 13 „ — Bremen nach New-Aork, Antwerpen „ „ Liverpool „ „ Havre Bremen „ Baltimore. Wegen Auskünften und Passagen beliebe man sich an Obigen zu wenden. Abgehend: Den 20. März Dampfer Hansa von » ,, ,, ,, <5ity of Limerick „ u » ,, ,, Aleppo „ ,, 30. „ „ Bellona „ n 7. April „ Baltimore „ Borseilnachrichten. 16. März 1869. Preuss. 4V2°/o Obi. 933/4 Frankf. 3*/2% ObL 811/4 Nass. 41/2% Obi. 94 Kurh. 4% Obi. — Hess. 4o/o Obi. b. Roths. 90% „ 3%<% do. do. 853/4 Bayer. 5% Obi. 102 » 4 ’/20/0 1jährige 95% „ 4%% < 2jährige 951/2 Würtemb. 4%% Öbl. 933/4 Baden 41/2% Obi. c. E.L. 93% Oestr. 5°/q b. R. 59% „ 5% National 57% „ 5% Metall. Obi. 45% „ M. steuerf. 53% Amer. 6% 1882r Bds. 86% „ 6% 1885r 84% Actien. Frankf. Bank 125% Oester. Bank 716 M Creditact. 285 Darmst. Bankact. 288 Prioritäten. 5% östr. F. St. E. B. 310% Ludwigsh.-Bexbach 161% Maxbahn 108% Bayer. Ostbahn 127 % Hess. Ludwigsbahn 1383 4 3% östr. Stsb.-Prior. 55% 3% östr. s. Lombard. 47% 3% Livorneser 35% Toscaner 56% Frankf. Hypoth.-Bank 93 Frankf. Vereins-Kasse 97% 5% Elisabeth-Prior. 75% do. IL Emiss. 74% Anleliensloose. Kurh. 40 Thlr. Loose 561 2 Nassau fl. 25 b. Roth. 36% Gr. Hess. fl. 50 b. R. 164% Gr. Hess. fl. 25 b. R. 40% 4% bayr. Präm. Aul. — 4% badische Loose 104% Badische fl. 35 Loose 55% 1858r Prioritätsloose 163% 1860r Loose 853/4 1221/4 Wechsel. Amsterd. k. S. 99% Augsb. k. S. 100 Berlin k. 8. 104% Bremen k. 8. 97 Cöln k. 8. 104% Hamburg k. 8. 88 Leipzig k. 8. 104% London k. 8. 119% Lyon k. 8. — Paris k. 8. 94% Wien k. 8. 96% Disconto 3 %% Q. Geldsorten. Pr. Gass. Sch. 1 443/4-45 Div. Cass.-A. — Pr. Friedrdor. 9 57%-58% Pistolen . . 9 45-47 „ doppelte 9 46-48 Holl. fl. 10 St. 9 54-56 Ducaten . . 5 35-37 20 Frankenst. 9 28%-29% Engi. Souver. 11 52-56 Russ. Imper. 9 46-48 Doll, in Gold 2 271/2-28% F e u i l Eine Reise durch die Wolken. Original-Erzählung von Th. Hellwald. (Schluß.) Der Gedanke, daß ein junges Mädchen mit einem fremden Manne allein eine Luflreise zu unternehmen vermochte, überwog bei Tante Doris jeden Gedanken an die große Lebensgefahr, welcher sich das Pärchen bei dieser Gelegenheit aussetzte. Hätte die gute Dame eine Ahnung davon gehabt, daß Fanny's Gefährte nicht nur kein Fremder, sondern sogar ihr begünstigter Liebhaber war, sie wäre wahrscheinlich zur Bildsäule erstarrt. Nur einen kurzen Augenblick war indessen unserer jungen Freundin verstat- tet, das Menschengewühl unten näher in's Auge zu fassen, denn schon im nächsten schoß der Ballon mit der Schnelligkeit eines Pfeiles hoher in die Lüfte hinauf, während der zunehmende Wind ihn in westlicher Richtung davon trieb. Fanny fühlte sich von einem furchtbaren Schwindel erfaßt und warf sich auf den Boden der Gondel nieder. Wilhelm bot Alles auf, die Angst des jungen Mädchens durch Zurede zu beschwichtigen, was ihm auch wirklich theilweise gelang. Sie war von Natur ein muthiges Mädchen und die Gegenwart des Geliebten wirkte außerordentlich beruhigend auf sie, da ihre Phantasie kaum etwas Geringeres wie einen Heros in diesem sah. „So werden wir denn doch wenigstens zusammen sterben dürfen," sagte sie nach einer Weile, dem Anscheine nach mit großer Ruhe. „Sterben! Welche Thorheit liebes Kind!" „Wie sollen wir Denn aber wieder auf die ebene Erde hinabkommen?" „O, diese Ballons sinken schnell genug, wenn man nur keinen Ballast über Bord wirft und die Ventile öffnet." „Und hast Du denn das Letztere auch schon gethan?" „Noch nicht. Die Zeit ist noch nicht da." Daß er noch nicht zu entdecken vermochte, auf welche Weise er das Oeffnen der Ventile denn eigentlich bewerkstelligen sollte, sagte er dem jungen Mädchen freilich nicht. Der Ballon fing endlich an, höchst seltsame Capriolen zn machen. Er schwankte und rollte umher gleich einem Schiffe auf der See und begann endlich mit wunderbarer Schnelligkeit um sich selbst herum zu wirbeln, so daß den beiden Insassen fast Hören und Sehen vergehen wollten. Bei Sonnenuntergang entlud sich um sie her ein starkes Gewitter. Der Anblick war freilich großartig und erhaben, doch die beiden jungen Leute wurden völlig durchnäßt, und die Sorge, daß Fanny sich eine Erkältung zuziehen könnte, veranlaßte Wilhelm, jetzt endlich mit allem Ernste einen Versuch zum Oeffnen der Ventile zu unternehmen. Ein Versehen in dieser entsetzlichen Höhe konnte indessen plötzlichen Untergang herbrisühren. Es ist schon unangenehm, die Schnur im Sturzbade anzuziehen, wenn man weiß, daß ein Strom kalten Wassers herabstürzen wird, diese Operation jedoch l e t 0 n. in einem Ballon vorzunehmen, verlangt, wenn man gar nicht mit Gewißheit weiß, welche augenblickliche Folgen sie herbeiführen kann, wie Niemand zu läug- neu versuchen wird, wahrhaften Heldenmuth. Es gelang unserem Freunde indessen, die richtigen Schnüre zu finden. Er zog sie an und das Resultat war, daß der Ballon, welcher sich schon einige Zeit vorher im Sinken befunden hatte, mit immer zunehmender Schnelligkeit abwärts fuhr. Gegen zehn Uhr sank also, um kurz zu sein, das Luftschiff bis dicht über den Boden nieder und begann nun unseren beiden Reisenden eine wahrhaft schreckliche Qual zu bereiten, indem es zu keinem Entschlüsse gelangen zu können schien, ob es nun auf der Erde bleiben oder eine zweite Exeursion in die Wolken hinein unternehmen sollte. Der Wind hatte sich glücklicher Weise jetzt bedeutend gelegt, doch war er noch immer stark genug, den Ballon mit rasender Schnelligkeit Über Felder, Hecken und dichtes Strauchwerk dahin zu jagen, während Wilhelm bald rechts, bald links mit einem kleinen Anker umherfischte. Von ein Paar Heuschobern riß er die Spitzen herab, nicht minder ein halbes Dutzend Schornsteine von Bauernhäusern, und erfaßte mit seinen eigen- thümlichen Angelhaken einen Bullen bei den Hörnern, Der zwar ein ziemlich ungehaltenes Gebrüll ausstieß, jedoch noch glücklich davon kam. Das Ende vom Liede war, daß es Dem jungen Manne glückte, am Mauerwerke eines Treibhauses in einem Privatgarten einen festen Anhalt für feinen Anker zu finden, worauf Der Ballon mit ziemlicher Heftigkeit auf Den Boden niederstieß, so daß Fanny und Wilhelm in sehr unsanfter Weise aus demselben herausgeschleudert wurden. „Bist Du verletzt, liebes Kind?" „Nicht im Geringsten, und Du?" „Gesund wie ein Fisch. Aber sieh doch nur, welch' eine entsetzliche Verwüstung der Ballon unter dem Glase anrichtet. Wir werden gut thun, uns so schnell wie möglich davon zu machen oder wir werden hier noch Unannehmlichkeiten haben. Beide stahlen sich vorsichtig davon und erreichten bald ein nahes Dorf, von wo sie in einem Bauernwagen zur nächsten Eisenbahnstation fuhren. Fanny schlief in jener Nacht im Haufe einer Freundin im nahen Städchen Z. und schrieb am Tage darauf an ihre Tante, sie sei etwas stark durchgeschüttelt worden und werde, um sich gänzlich zu erholen, einige Wochen lang bleiben müssen, wo sie sich eben befinde. Schon zwei Tage später traf zu Fanny'S großer Ueberraschung die Einwilligung ihres Vaters zu ihrer Verbindung mit Wilhelm ein, da die Versöhnung der beiden alten Herren in eigenthümlicher Weise bedeutend schneller her- beigeführt worden war, wie sie selbst oder sonst irgend Jemand es nur zu ahnen vermocht hatten. Wilhelms Commando als Jnstrueteur nach Eonstantinopel wurde durch gewichtigen Einfluß rückgängig gemacht und das junge Ehepaar lebt jetzt in Den glücklichsten Verhältnissen in Der Residenz. Darmstadt, 12. März. Ein Antrag des Ab- geordnkten Dcrnburg, die gesetzliche Aufhebung der Todesstrafe belr., lautet: „Da die Todesstrafe lhat- sächlich im Großherzogthum nicht mehr zum Vollzug kommt, es aber in dem Interesse der Gerechtigkeits- Pflege liegt, den Inhalt der Strafgesetze mit deren j Anwendung in Übereinstimmung zu erhalten, die I Todesstrafe, auch abgesehen von allen wissenschaftlichen Gründen für und gegen deren Zulässigkeit, in der allgemeinen Rechtsanschauung als eine Strafart gilt, deren Gerechtigkeit und Zweckmäßigkeit minde- stcns zweifelhaft ist, eine Verminderung der Rechtssicherheit durch Abschaffung der Todesstrafe aber nicht zu befürchten steht, beantrage ich: hohe Kammer wolle die Großhcrzogl. Regierung um Vorlage eines Gesetzentwurfes ersuchen, inhaltlich dessen die Todesstrafe für bürgerliche Vergehen aufgehoben wird." Darmstadt, 15. März. Die zweite Kammer fuhr in ihrer heutigen Sitzung mit Berathung des Militärbudget fort. Im Eingänge der Sitzung erklärte der Director des Kriegsministeriums, Oberst Dornseiff, daß die Großberzogl. Regierung gegen eine Detailberathung des von den Abgeordneten Fink und Dumont ausgcarbeiteten Budgets Verwahrung einlegen müsse. Es beruhe dasselbe, wie bereits gezeigt, und wie noch an weiteren Beispielen gezeigt werden solle, auf total irrthümlichen Voraussetzungen, und habe die Großherzogliche Regierung das Recht, zunächst die Berathung und Abstimmung über die Regierungsvoilage, den von dem Kriegs- ministerium vorgelegten Etat, zu verlangen, und dann erst sei eine AbfNmmung über die anderen Anträge zuläfsig. Znten'tanturrath Riepoth erklärt gegenüber einer Acußerung des Abgeordneten Dumont, daß das Kriegsministerium den Budcetent- wurf der Abg. Fink und Dumont nicht Monate lang, sondern blos 8—10 Tage in Händen gehabt und stückweise erhalten habe. Es habe sich außerdem nicht verpflichtet gefühlt, einen von zwei Abgeordneten ausgearbeiteten Budgetentwurf einer Prüfung zu unterwerfen. Das Kriegministerium könne auf Grundlage dieses, eine Menge irrihümlicher Ansätze enthaltenden Etats — der Regierungs-Commissär führt Beispiele an — unter keiner Bedingung wirth- schaften. Berlin, 16. März. Das Präsidium des Zollvereins legte dem Zollvereins - Bundesrathe einen neuen Gesetzentwurf vor, wodurch eine Vereinfachung der Zollcontrole herbeigeführt und die Zvllabjerti- gung erleichtert werden soll. —- Bismarck muß wohl einen guten guten Grund haben, fcstzustellen, daß er das böse Wort: Macht gebt vor Recht! nicht gesprochen Hal; es ist sonst nicht seine Sache, sich die Hände in Unschuld zu waschen. Dem Grafen Schwerin sagte er im Reichstage ins Gesicht, nicht er, Bismarck, sondern er, Graf Schwerin, habe das Wort im Abgeordnetenhaus gebraucht. Schwerin antwortete, daß Bismarck das Wort, Macht geht vor Recht, gebraucht, habe er niemals behauptet, sondern nur, daß der Sinn seiner Rede in dieseck Spruche sied gegipfelt habe. Bismarck schloß diese Aufhellung eines schwarzen Punktes mit den Worten: Ich würde mich freuen, wenn durch diese Erklärung die Mißverständnisse, welche in Folge jenes Wortes über mich — ich darf sagen in ganz Europa — geherrscht haben, wenn nicht gehoben, so doch gemildert werden. Gehoben werden sie nur bei Denjenigen wer- den, die sich belehren lassen wollen — und das sind nicht Diele. Berlin, 16. März. Zm Reichstag wurde der Antrag Laskcr's auf Redefreiheit der Mitglieder der Einzel-Landtage trotz BiSmarck'S Wideripruch mit 140 gegen 51 Stimmen angenommen. Breslau, 16. März. Anläßlich des schlesischen GesangbuchstrnteS constituirte sich gestern Abend in einer von etwa 700 den verschiedensten Ständen angehörigen Personen besuchten Versammlung ein schlesischer Protestantenverein. Rach äußerst erregter Debatte verließen die meisten der zahlreich erschienenen Geistlichen Breslau'S den Saal. Die Versammlung nahm den Statuten - Entwurf en bloc einstimmig an. Naumburg a. d. S., 13. März. Der Sündengenosse der Herren Preuß und v. Zastrow, der Lehrer Zeidler, hat von dem Wohlwollen, das dem „Gerechtfertigten mit dem zarten christlichen Gewissen" die Reise in ein besseres transatlantisches Jenseits ermöglichte, wenig zu spüren gehabt. Das Schwurgericht hat gestern kiese Perle des frommen Lehrerthums zu 2 Jahre 6 Monaten Zuchthaus ver- urtheilt. Die Staatsanwaltschaft hatte freilich in ihrem Anträge die Strafe auf 5 Jahre bemessen wollen. Wien, 13. März. Die „Bohemia" erhält ein Schreiben über den hier eingegangenen Detailbericht über die furchtbare Katastrophe auf der Fregatte „Radetzky", der bekanntlich zunächst mit einem Vortrage des Vice-Avmirals v. Tegetthoff an den Kaiser gelangen soll, mit ter Bitte, zu genehmigen, daß der Bericht ter Oeffentlichkeit übergeben werde. Der Mittheilung zufolge wird vorerst der traurigste Theil des Berichtes, die Verlustliste, publicirt werden. So umfassend der Bericht auch ist, über die Motive des tragischen Ereignisses vermag er nichts Neues zu sagen; sie bleiben so unaufgeklärt wie bisher und selbst die geläufigsten Hypothesen nur auf schwankende Aussagen gestützt. Von den Details verdient namentlich folgender Zug wahrhaft hochherziger Aufopferung hervorgehoben zu werden: Zwei Matrosen, die, ins Meer geschleudert, und dabei erheblich verwundet, Kraft und Besinnung genug behielten, um schwimmend gegen die Wogen anzukämpfen, hatten das Glück, ein Boot, das umgestürzt in ihrer Nähe trieb, zu erhaschen und sich an den beiden Enden desselben anklammern zu können. Da gewahrten sie in geringer Entfernung einen Kameraden, der, des Schwimmens unkundig, ein Opfer der Wellen zu werden drohte und um Hülfe schrie. Sofort ließen die Beiden das Boot los, schwammen auf den Kameraden zu, erfaßten ihn, schuppten ihn so lange, bis sie das von Den Wellen umhergetriebene Boot wieder erhaschten, und hißten den halb Bewußtlosen auf die nach oben gekehrte Bodenflää'e des Bootes, an dos sie sich wieder anklammerten. Da jedoch die See hoch ging und die Wellen häufig über das Boot hinwegschlugen, vermochte dieses dem Geretteten keinen dauernden Schutz zu gewähren. Zu schwach, um sich aufzurichten, wurde er von Den Sturzwellen erstickt unD weggespült. Obwohl Die beiden Matrosen erkannten, daß ihr Gefährte dem Tode erlegen sei, bemühten sie sich gleichwohl nochmals, mit Hintanfttzung aller Rücksicht für die eigene Rettung, denselben den Wellen zu entreißen, fischten ein Stück Tau auf und banken den Leichnam auf die Bodenfläche des Bootes. So trieben sie vier Stunden herum, bis sie, selbst dem Tode nahe, von dem Rettungsschiffe ausgenommen wurden, mit ihnen ter Leichnam des Kameraden. Wien, 15. März. Die heutige Abendnummer Der „Presse" meldet, daß Victor Emanuel den Marquis Pepoli beauftragt habe, dem Kaiser Franz Joseph für Die freunDscbaftlichen unD verwandtschaftlichen Gefühle, welche dieser dem Könige zu seinem Namens- feste hatte ausdrücken lassen, zu danken. Madrid, 15. März. Der in Den Cortes ge- stellte Antrag auf Einführung Der officiellen Civilehe wurde auf Wunsch des Ministeriums zurückgezogen. Vermischtes. Offenbach, 10. März. Der Schreinergeselle «ui Rum- penheim, welcher im Verdacht stand, am Weihnachtsabende den hiesigen Pvrtefeuillearbeiter BooS meuchlings ermordet zu haben, bat sich vorgestern vor dem hiesigen Landgerichte als der Thal geständig erklärt. Aus dem Vogelsberg. Ein jüdischer Einwohner von Kirchbracht, dem am 9. 6. M. auf dem Markte zu Gedern 90 st. aus der Tasche gestohlen wurden — vielleicht von Jn- dustrierittern — erhängte sich in dem Tannenwäldchen neben der Straße von Gedern nach Merkesritz. Preussen. lieber das Wunderkind zu Schliewen bei Dirschau find an den Arzt, welcher daffelbe zur ersten Beobachtung erhielt, SanitätSrath Dr. Preuß ;n Dirschau, aus allen Ecken rind Enden her Anfragen gekommen. Auch aus der Nähe von Brieg wurde eine derartige Anfrage an ihn gerichtet, und es entstand daraus ein Briefwechsel, ans welchen, die . Schief. Ztg." folgende Mittheilung macht: Dr. Preuß sagt in seinem Schreiben von, 14. Februar: „Das Kind lebt noch heute und die lebende Frucht entwickelt fich auf seinem Rücken und bewegt fich mit aller Kraft. Ich habe eine Menge Briefe, welche alle zweifelvvll waren, aus allen Theilen Deutschland« erhalten. Am meisten Zweifel erregte der Fall in der ärzt- liehen Welt, da kein zweites ähnliches Beispiel bekannt geworden ist..... Unsere medieinischen Doctrinen werden durch den Fall sehr erschüttert, lieber die Ursachen einer so ganz außerordentlichen Schwangerschaft läßt sich gar nicht« sagen. Die Angaben der Mutter haben, wie die der Frauen, welche sich „versehen" haben wollen, überhaupt einen sehr zweifelhaften Werth, doch können sie von Denen, dir sich mit der dunklen Lehre beschäkiigen wollen, immerhin registrirt werden. Die junge Hirtenfrau, dir ich von Kindheit an al« ein sittliche«, frommes und gottesfürchtiges Mädchen, aber als keine Schwärmerin gekannt habe, gibt an, daß, al« sie in einer schonen Sommernacht auf einer Waldhöhe bei Schliewen die Schaase hütete, sie plötzlich von einem Glanze geblendet wurde, und in diesem Augenblicke habe sie gefühlt, daß in ihrem Körper etwa« vorgehe. Alö sie sich erholt, sei eine Schlange auf sie zugekommen und habe sich vor ihr aufgerichtet. Es ist mit wenig erwünscht, daß die Frau au« dem Dunkel ihre« Dörfchens in die Oeffentlichkeit gezogen wird, e« läßt sich aber jetzt nicht mehr ändern. Die Leute wallfahrten zu ihr und verehren sie wie eine Heilige."--In einem zweiten Briefe vom 20. Februar schreibt Dr. Preuß: „Hochgeehrte Frau '. Gegen den Abdruck meines Briefes in Ihrer Zeitung habe ich nichts zu erinnern, selbst gegen die Mittheilung der Stelle nicht, in welcher ich die Erzählung der jungen Frau über den Ursprung der zweiten Schwangerschaft anführe. Ich führe hier sogar noch, um historisch treu zu fein, die Angabe derselben, die sie mir später gemacht hat, hinzu, sie habe in jener schönen Sommernacht beim Schimmer der Morgenröthe Blaubeeren gepflückt (so heißen hier die Heidelbeeren, Vaccinium Myr- tillus, die im Juli reif sind)..... Am Mittwoch den 17. war ich mit Mutter und Kind nach Danzig gefahren. Die Frau sträubte fich dagegen. Obgleich sie von ihren Bergen die Eisenbahn sieht, war sie niemals darauf gefahren, kannte auch Danzig nicht. In Danzig wurde das Kind noch von der allgemeinen Versammlung der Naturforscher und Aerzte, von den wissenschaftlichen Autoritäten, u. A. auch von Prof. C. Vogt, genau untersucht. Alle Anwesenden stimmten darin überein, daß em ähnlicher Fall niemals beobachtet fei. Die Frau hat schon erhebliche Anerbietungen von Unternehmern gehabt, die mit ihr und dem Kinde in große Städte reifen und das letztere für Geld zeigen wollten. Sie hat dieses Anerbieten mit Unwillen zurückgewiesen. Sie will ihr Kind, sagt sie, in keine Gefahr bringen, sie will nur ihm leben und fühlt sich in ihrer Armuih glücklich. Dagegen, daß Gelehrte und Nichtgelehrke nach ihrer Strohhütte wandern und sie rott beschenken, kann sie sich nicht wehren. Mir sind auch schon Vorschläge gemacht, daß der Staat den besonderen Fall in seine Obhut nimmt, aber auch davon will die Frau nichts reiften." Köln, 12. März. In einer gestern stattgefundenen Sitzung der Stadtv.rordiieten, in welcher über den event. Neubau des Theater« beralhen wurde, ist nach langer Debatte der Antrag, das neue Theater auf Kosten der Stadt zu erbauen, mit 16 gegen 10 Stimmen abgelehnt worden; ebenso wurde die Frage, ob die Stadt die Baustelle dazu hergeben solle, mit 17 gegen 10 Stimmen verneint. Marienburg, 9. März. Gestern Nachmittag fand in unserem Gymnasialgebäude folgendes bcklagenswerthes Ereigniß statt. Ein Schuler der Secunda, der bereits früher aus Marienwerder verwiesen war, erhielt vor der Klasse die Mitthej/ lung, daß er wegen tadelhaften Lebenswandels auch von der hiesigen Anstalt verwiesen fei. Hierauf erhob er sich, machte dem Director eine Verbeugung, trat durch die Thür auf den Korridor und erschoß sich mit einem Terzerol, daS er zu diesem Zwecke mit in die Klasse genommen bähe, vor der Klas- senthür. Der Schuß war tödtlick, der Tod erfolgte sofort. Frankfurt, 11. Marz. Die Reichslaterne, welche in dem Jahre 1848 errichtet wurde, um die in der Nähe der Stadt liegenden Truppen bei einem etwaigen Revolutious- verfuch in die Stadt zu rufen, was jedoch niemals nöthig wurde, dient seit heute einem besseren Zwecke, indem die neue „Sturmglocke" in ihr aufgehängt wurde. Dieselbe hat einen scharf durchdringenden Ton und ist weithin vernehmbar. Vorerst besitzt die Stadt diese Glocke, welche ein Gewicht von circa 9 (Sentnetn hat, nur miethweise. Aus Gotha, 8. März, schreibt Dr. Pctermann: „Die zweite deutsche Nordpol-Erpeditioir, für deren Zustandekommen Vorbereitungen seit vorigen Herbst im Gange gewesen sind, ist bestimmt, von Bremerhaven au« in der ersten Woche des Juni, reo möglich am 1. Juni, in See zu gehen. Sie wird aus zwei Schiffen bestehen, einem Schraubendampfer von 120 Tonnen und 30 Pferdekraft, und dem Schiss der ersten Erpedition, einer Segel - Dacht von 80 Tonnen. Diese wird den Namen „Grönland", das neue Schiff den Name» „Germania" führen. Zweck und Ziel dieser zweiten Erpebilwn sind dieselben, wie beim vorjährigen Versuch, nämlich: Erforschung und Entdeckung der arktischen Centralregion von 750 nördl. Breite an. auf der Basi« der ost-grönländischen Küste. Aber sie wird dießmal nicht eine bloße nautische Sommerfahrt sein und auf die Monate Juni bis September beschränkt werden, sondern sie wird eine verhältnißmäßig reiche wissenschaftliche Ausrüstung erhalten, in möglichst hoher Breite eine llebetreinterung effectuiren, und voraussichtlich erst im October 1870 heimkebren. Die „Grönland" jedoch, die als Begleit- und Transportschiff fungiren, sowie zur Communication zwischen der Erpedition und Europa dienen wird, soll schon zum kommenden Winter zurückkehren und alle bis dahin (October?) erlangten Resultate und veranstalteten Sammlungen heimbrin- gen. DaS Hauptschiff, als völlig unabhängig in sichj soll zu geeigneter Zeit im Herbst 1870 Nachfolgen. Die ganze Erpe- dition wird unter dem Befehl des Capitän K. Koldeway stehen, der sich im vorigen Jahre so trefflich bewährt hat, al« al« Manu der Wissenschaft und al« ein ausgezeichneter Charakter voll Muth. Ausdauer und Hingabe für die Sache. Außer ihm werden ein Obersteuermann, Untersteuermann, Maschinist, Heizer, Zimmermann, Koch, Steward und fünf Matrosen die Schiffsmannschaft bilden. Die wissenschaftliche Seite ist zunächst vertreten durch zwei Astronomen und Physiker, die Herren Bürgen und Cvpeland von der königlichen Sternwarte in Göttingen, den ausgezeichneten HvchgebirgS-Forscher und Gletschersahrer, Cberlieutenant Julius Payer aus Wien, von der k. k. österreichischen Armee (für Geologie, Detailaufnahmen und Gletscherforschungen) und einen Arzt (hauptsächlich Chirurg), der die Zoologie vertritt, — noch nicht definitiv auSge- wähll. Da« ganze Personal auf dem Hauptschiff wird demnach au« 17 Mann bestehen. Die Bemannung und wissenschaftliche Begleitung der „Grönland" ist noch nicht genau festgestellt." Frankreich. SportSmen werden nicht ohne Vergnügen von einer Rattenhetze hören, welche in vergangener Woche zu Lille stattfand. Ein Pariser hatte 200, in den Abzugskanälen der Hauptstadt gefangene Ratten lebendig dorthin befördert. Alle Besitzer von Dachshunden in der Geg. nd waren bereit« vorher in Kenntniß davon gefetzt und versammelten sich mit ihren Thieren in einem Gasthause. ES handelte sich darum, zu erfahren, in wie viel Zeit ein Hund 90 Ratten tödten könne. Man wettete auf eine halbe Stunde, 25 ober 20 Minuten. Ein Hundebesitzer verlangte für seinen Dachshund nur eine Viertelstunde und fand natürlich viele, welche die Wette hielten, von der sie überzeugt waren, daß et sie verlieren müsse. — Ein zu dem besonderen Zwecke eingerichteter Park nahm die Ratten auf, bann ließ man ben Hund hinein. Sogleich begann bet Kampf; so oft er zuschnappte, war eine Ratte kampfunfähig gemacht. Nur zuweilen, wenn ihn 8 oder 10 der Thiere auf einmal von allen Seiten angriffen, zauderte er einen Augenblick zweifelhaft, welcher er zuerst das Genick brechen sollte. Nach 8 Minuten war keiner der Feinde mehr unverwundet. Nun machte fich der Sieger daran, die Invaliden vollends tobt zu beißen, nnb 10 Minuten nach Beginn de« Kampfes bedeckten nur noch die Leichen der Natten den Platz. Für ben Hund würben fabelhafte Preise geboten, ohne daß der Besitzer ihn abgegeben hätte. Nedaetion, Druck und Verlag der Brühl'fchen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.