Pft Provinj ^rfBibtr ?>r, ll-b-n L Mi); Daubnitz. t 'L?»°r-L L,'°° »"tint Hi tGuadek"Pe, f'T"" r«ch,„ L*; »'M Kch, ^wnlfgion _ “™ Mitr(lu Pl'äm $114,(1 °«g Vtrlitbtntn :L ?önigl. Hob. »tterfreuieö aJJ Hoheit MtrkrtUjti »kS 3”' 1869 t,a ■ vtODinjiaU^i- ^k'Stn bei »er enrath Schmitt "nähme und zum ’m Baiern ,er, Dainischm Ver- n. -SM- Gjeßmer Aiynger. ®s= Mnzeige- und Mmtsölatt für den Kreis Aießen. Nr. 21 Donnerstag den 18. Februar 1869. Amtliche Bekanntmachungen. Gießen, am 12. Februar 1869. Betreffend: Die Controlversammlungen. Das G r o ß h e r ) o g l i ch r Kreisamt G i k ß t n an die Grohhcrzoglichrn Dürgermeistkreirn des Kreises. Nach einer Mittheilung des Großh. Landwehr-Bezirks-Commandos Gießen wird die Bekanntmachung der Tage der Controlversammlungen Seitens des Landwehr- Bezirks-Commandos für. die Folge nur noch im Kreis-Anzeigeblatte stattfinden und werden Ihnen besondere Abdrücke zum Anschlag in der Gemeinde nicht mehr zugehen. Indem wir Ihnen hiervon Kenntniß geben, beauftragen wir Sie, die Bekanntmachungen des Landwehr-Bezirks-Commandos, sobald sie im Anzeigeblatt erschienen sein werden, in ortsüblicher Weise in Ihren Gemeinden publiciren zu lassen. In Verhinderung des Kreisraths: Gros, Kreisassessor. ^'"'glicht Hoheit n 9. Drc. 1868 Kalten, statt sä- Munft bm Fa- 8 bti Elisabethe itt Vvtfyxi» 1 Familiennamen i Earl Emil Pttu e» birhriigui ilhelm, — ,m Tarmstabt )x gt-- 16 Achenbach in em Georg Mtoib jrintn birheritzw i Wilhelm — unb ja gestatten, statt t in Zukunft ben (Schlvb folgt.). i Zähre find im rft befördert wor- portosreir wenn, ldnefen, d. h. aus i, namentlich »on der Postbeamte» 34,000. Rechnet lche nur in einem stehen, so besteht ostvenvaltung aus i jählt der nord- ihr P/3 Ouadraü n des Carnylchrrr das Gerücht auf, Derdrechen vembt dlich vernommenen mebr recognoscirt i haodtke ** d noch immer mit »ch haben fi-h die aß seine Ueberfüh- hie in Austra- -ch die Civilisatioa üichen Landern )>l ,i>öhlen australische gewisser Black war ^rgwerktgeseilschosi it einem Geometer n abjumck». Doü Kil. Eine W "ihn, riß ih-nd'- ljfn Leib mit W \t ihn dann durch hüllt und Iw । ’J "*sS rSH , Nl;tb, dtsten v* i **. Poti)« alte nack): M; reit, it. licht, biegt. tbt _ §ukuk'. )«?’• Gießen, am 15. Februar 1869. Betreffend: Die Prüfung der landwirthschaftlichen Fortbildungsschulen. Das G r o ß h e r ) o g l i ch e K r e i s a m 1 Gießen an die rvangriischeil Schulvorstände des Kreises. Um einem Ersuchen des Herrn Präsidenten des landwirthschaftlichen Vereins für die Provinz Oberhessen entsprechen zu können, empfehlen wir Ihnen, binnen 8 Tagen anzugeben: 1) ob in Ihrer Gemeinde eine landwirthschaftliche Fortbildungsschule besteht, 2) welche Lehrer an derselben wirken, 3) Frequenz der Schule, 4) das höchste und niedrigste Alter der Schüler, 5) Zahl der Unterrichtsstunden per Woche, 6) Dauer des Cursus, 7) ob und welche Subvention von den Gemeinden gewährt wird, namentlich auch unter Angabe der den Lehrern etwa bewilligten Honorare, sowie des für Heizung und Beleuchtung der Schullocale erwachsenden Aufwandes. In Verhinderung des Kreisrjsths: Gros, Kreisassessoc. Unterricht im Hufbeschlag. Die Prüfung der jungen Schmiede, die im laufenden Winter den Unterricht im Hufbeschlag zu Butzbach besucht haben, wird an genanntem Orte Mittwoch den 24. Februar ti". I., Vormittags 10 Uhr, beginnen. Alle diejenigen, die sich für diesen Unterricht interessiren, werden zum Besuche dieser Prüfung ergebenst eingeladen. Laubach, am 12. Februar 1869. Der Präsident des landw. Vereins von Oberhessen. Otto, Graf zu Solms-Laubach. Betreffend: Die Führung der Handels-Register, in specie: Einträge der im Jahre 1868 hinzugekommenen Gewerbetreibenden. Das . Großherzogliche Stadtgericht Gießen an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Stadtgerichtsbezirks. Sie wollen uns ein, auf Grund der Ihnen von dem Großherzoglichen Steuercommissariate zukommenden Liste der Gewerbetreibenden Ihrer Gemeinden zu fertigendes Verzeichnis) über diejenigen Ger^erbsleute, welche sich im Jahre 1868 neu etablirt, oder ihr bereits bestandenes Gewerbe in irgend einer Weise, insbesondere durch Handelsbetrieb, erweitert haben, mit Beifügung der Art des Gewerbes eines jeden Einzelnen, baldigst vorlegen, um etwa uöthig scheinende Einträge in das Handelsregister vollziehen zu können. Gießen, den 13. Februar 1869. Muhl. Besondere Bekanntmachungen. Edictalladunq. 1209) Nachdem Großherzogliches Hofgericht der Provinz Oberhessen über das Vermögen des Ludwig Hofmann von der Holzmühle bei Lollar den förmlichen Con- curs erkannt hat, werden alle Diejenigen, welche Forderungen oder sonstige Ansprüche an denselben zu bilden haben, aufgefordert, f solche im Termin Dienstag den 6. April d. I., Vormittags 9 Uhr, dahier anzumelden und mit etwaigen Vorzugsrechten zu begründen, widrigenfalls istllschweigender Ausschluß von der Masse erfolgen wird. In diesem Termin soll zugleich ein Arrangement versucht und in dessen Entstehung zur Wahl eines Gläubiger-Ausschusses und Massecurators geschritten werden. Die durch gehörig Bevollmächtigte nicht vertretenen Gläubiger werden deshalb insoweit als den Beschlüssen der Mehrheit der erscheinenden Gläubiger bei- > tretend angesehen werden. Gießen, am 30. Januar 1869. Großherzogliches Landgericht Gießen Bötticher, A. Bramm, ________Landrichter. Landger.-Assessor. Markt-Anzeige. 1200) Da der diesjährige erste* Viehmarkt und der erste Vieh- und Krämermarkt sich verschiedenen Kalendern irrthümlich angezeigt finden, so wird hierdurch zur allgemeinen Kenntniß gebracht, daß der erste Vichmarkt auf Dienstag den 2. März und der erste Vieh- und Krämcrmarkt auf Donnerstag den 4. März fällt. Biedenkopf, den 12 Februar 1869. Der Bürgermeister: Unverzagt. Versteigerungen. 1227) Montag den 22. Februar, Nachmittags 2 Uhr, sollen die zum Nachlaß der Eberhard Zimmermann Wittwe gehörenden Mobilien in deren Hofraithe auf dem Seltersweg, bestehend in Kleidung, Weißzeug, Haus- und Küchengeräthen, öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 17. Februar 1869. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. __Ebel.______________ Holzersteigerung in der Fürstlichen Oberförsterei Lich. 1197) Künftigen Montag, den 22. d. Mts., Morgens 9 Uhr, sollen im District „Hard", auf dem Muschen- heimer Weg zunächst Lich anfaugend, gleichzeitig versteigert werden: 11 Stecken Buchen- u. Eichen-Scheidholz, 154 „ „ „ „ Prügelholz, 125 „ ,, „ „ Stockholz, 2575 Wellen " „ „ „ Neisholz, 138 starke u. schöne Eichen-Bauholzstämme bis zu 31 Zoll Durchmesser -= 9590 Cubikfuß, 52 starke rannen-Bauholzstümme = 1757 Cubikfuß, 109 starke Eichen- und Tannenstangen = 369 Cubikfuß. Lich, am 15. Februar 1869. Fürstliche Oberförsterei Lich. Eigenbrodt. Oberhessische Eisenbahnen. Bergebnng von Bauarbeiten. 1195) Der unterzeichnete Sectionsinge- nieur ist mit der Vergebung nachstehend bezeichneter Bauarbeiten in der Section Lich beauftragt: a. die Erd-, Maurer- und Steinhauer-, Zimmermanns-, Dachdecker-, Verputz-, Schreiner-, Schlosser-, Glaser- und Tüncher-Arbeiten an 7 Bahnwartswohnungen und 4 Wächterhäuschen, gelegen in den Gemarkungen Garbentcich, Kolnham'en, Lich, Langsdorf, Hungen, Inheiden u. Steinheim; b. die Erd-, Maurer-, Steiuhauer-, Zimmermanns-, Schlosser-, Dachdecker-, Spengler-, Stuccatur- und Verputz-Arbeiten für das Stationsgebäude zu Lich; c. die Erd-, Maurer-, Steinhauer-, Zimmermanns-, Schlosser-, Dachdecker-, Spengler-, Stuccatur- und Verputz-Arbeiten für das Stationsgebäude zu Hungen. Die Pläne, Kostenanschläge und Bedingnisse können auf dem Sectionsbüreau dahier eingcsehen werden. Die Vergebung geschieht auf dem Wege schriftlicher Submission, wozu die Formulare auf dem Sectionsbüreau abgegeben werden. Offerten sind längstens bis zum 24. Februar, Abends 6 Uhr, bei dem unterzeichneten Sections- ingenieur einzureichen, wobei bemerkt wird, daß die Submittenten, unter welchen die Wahl vorbehalten bleibt, bis zum 20. März l> I. an ihr Angebot gebunden sind. Lich, den 10. Februar 1869. Der Sections - Ingenieur: ___________________________Binge r.____________ 1228) Donnerstag den 18. Februar, Nachmittags um 2 Uhr, wird mit der Waaren - Versteigerung auf dem Rathhause fortgefahren und werden Mäntel, Jacken, Halstücher, Kragen und Foulards vorgenommey. Holzverstciqerunq. 1226) Montag den 22. und Dienstag den 23. Februar d. I., jedesmal von Morgens 9 Uhr an, soll im Albacher Gemeindewalde, Distric- ten Kreuzholz, Eiseruhand, Stangenhög und Rotherden, nachverzeichnetes Holz öffentlich versteigert werden, als: 6 Stecken Wellen 25 1708 1675 1050 16 94 18 43 6 2825 Eichen- u. Aspen-Scheidholz, Buchen- u. Eichen-Prügelholz, Aspen- u. Nadel- „ jedesmal auf der Eisernhand am Pflanz garten. Nadel-Stangen mit 1119 Cubikfuß. Bemerkt wird, daß am ersten Tage das Bau- und Werkholz und am zweiten Tage das Brennholz zur Versteigerung kommt. Der Anfang ist zur bestimmten Stunde Buchen- u. Eichen-Stockholz, Aspen-Stockholz, Buchen - Reisholz, meisten- Durchforstungswellen, Eichen-Reisholz, Nadel- „ Eichen-Bau- und Werkholz-Stämme mit 748 Cubikfuß, Nadel- und Aspen-Stämme mit 445 Cubikfuß, Albach, am 17. Februar 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Albach. Balser. 972 Kiefern-Stangen von 3 bis 5 Zoll Durchmesser und 20 bis 35 Fuß Länge, versteigert werden. Lich, den 12. Februar 1869. ___________________ Winheim. Holzversteiqeiuiiq. 1211) Dienstag den 23. d. Mts., des Morgens von halb 10 Uhr an, soll in dem Fürstlich Solms-Braunfelsischen Langenwald bei Dorf-Güll nachverzeichnetes Holz öffentlich versteigert werden, als: 39 Eichen-Werkholzstämmchen von 20 bis 35 Fuß Länge, zusammen 579 Cubikfuß enthaltend, 154 Stecken Scheid- und Prügelholz, 111V4 „ Stockholz, 229V2 Schichten Reisholz und 28414 Stecken „ Die Zusammenkunft ist beim Pflanzgarten. Griedel, den 15. Februar 1869. Fürstliches Rentamt. Menget. SchlcstschkFkiikrncrlichi'ruiigsgkscllschsft in Breslau. summe der im Jahre 1867 geschloffenen Versicherungen fl. 626,776,120. Garantiemittel: » Grundcapital .........fl. 8,230,000. 1>. Prämien-Einnahmen im Jahre 1867 „ 1,660,730» c. Reserven aus 1867 ....... 304,763. zu c r fl. 7,413,493. Die Gesellschaft versichert bewegliche Gegenstände jeder Art, zu festen und mäßi- aen Preisen gegen FcuerSgefahr unter liberalen Bedingungen. Sie leistet ferner Fluß- und Eisenbahn- Transportversicherungen, Spiegelglas - Versicherungen und gewahrt durch ehre Abonnements-Policen besondere Vortheile. Prospecte und Antragsformulare werden durch die unterzeichneten Agenten gratis ertheilt. I. Bock, in Gießen. PH. Garde, in Friedberg. , 1t , H. Dietz, in Kestrich bei Alsfeld. Offerten wegen Uebernahme von Agenturen bittet man an die General-Agentur Darmstadt zu richten. (1224) 2115 897 gestellten Preisen. M- Heß. mit 1324 verkaufen bei Gießen, Holzversteiqerung. gestiegen. 'holz, 1217) Ein Stall, 23' lang, 13' breit, 7 Zoll Durch- 24' hoch, ist auf den Abbruch zu verkaufen messer und 25 dis 35 Fuß Länge, bei H. Keck. 39 Procent ergiebt. 222 385 460 1929 683 1667 940 Feld, Acker 950 1228 277 844 1595 818 968 491 Acker 611/ 582 j " 242 „ L. Textor, Darmstädter Haus. 33100 Pers., 60,450000 Thlr., 15,350000 Thlr. Weißer flüssiger Leim Von E. Gaudin tu Paris. 1208) Dieser Leim, welcher ohne Geruch ist, wird kalt angewendet bei Porzellaine, Glas, Marmor, Holz, Kork, Pappendeckel, Papier rc. Vorräthig ä Flacon 14 fr. in Gießen bei Julius Wallach, am Markt. die Zahl der Versicherten auf die Versicherungssumme auf der Bankfonds auf etwa 1202) Freitag den 19. Februar I. I., Vormittags 9 Uhr, sollen in dem Marienstiftswalde, District Sandacker, am Wege von Lich nach Non- nenroth am Heuweg anfangend: 70y4 Stecken Kiefern-Prügelholz, 353/4 „ „ Stockholz, 2085 Wellen „ Reishol. 4 Kiefern-Stämme von r' daselbst, » am Erdkauter Weg. den 11. Februar 1869. In Auftrag: Conrad Vogt. 1213) Einen 2'/Ljährigen, sehr schönen Fasselochfcn (Vogelsberger Race) verkauft Georg Marx, Mühlenbesitzer, zur Goldmühle. Versicherungen werden vermittelt durch Buchhändler A. Nicker in Gießen. Ortseinnehmer Louiö Hohler in Büdingen. Lehrer H. K. Walz in Lich. OScar Ehrhardt in Marburg. Feilgebote n es. 1230) Beste Stearinkerzen, Toiletten-, Fenster- und Pferdeschwämme in großer Auswahl, Waschpulver, Prima-Kernseife, feinste Waizenstärke empfiehlt Emil Fischbach, Selle rsweg. Verkaufs - Anzeige. 1205) Der Unterzeichnete beabsichtigt, seinen hier an der Wallthorstraße gelegenen ,Gasthof zum Adler" mit Brauerei, Liqueur- abrik, Mälzerei, Saalbau, Garten und Kegelbahn aus freier Hand zu verkaufen und hat Herrn Hofger-Advoc. Th. Baist zu Gießen mit der Leitung des Verkaufsgeschäfts beauftragt. Gießen, den 26. Januar 1869. Ernst Pitth an. hinter der Pulvermühle, am Haasenköppelsweg, auf der Warthe, im Selterser Acker am Wismarer Weg, „ auf der kleinen Weide, Klee besaamt, Bei einer Jahreseinnahme von 2,760000 Thlr. waren nur 1,217300 Thlr. für „ gestorbene Versicherte zu vergüten, welcher Betrag wesentlich hinter der rechnungsmäßigen Erwartung zurückbleibt und den Versicherten eine abermalige hohe Dividende tn Aussicht stellt. In diesem und den nächsten vier Jahren werden nahe an Zwei und drei Viertel Millionen Thaler vorhandene reine Ueberschüsse an die Versicherten vertheilt, was für das Jahr 1869 eine Dividende von 1229) Der Ausverkauf meiner Waaren- vorräthe wird fortgesetzt und mache noch besonders auf mehrere Dutzend feine Herrenhemden aufmerksam und empfehle diese, sowie meine übrigen Artikel zu sehr billig an der Schiffenberger Chaussee, auf der Gänsweide, „ am halben Zehnten, mit Korn besaamt, Acker im Altenfeld, stößt auf den Weg, „ daselbst, stößt auf den Bruch, mit Waizen besaamt, 1307 Acker bei Prof. Jhering's Hofraithe, 371 „ über dem Schwalbachischen Acker, am Krofdorser Weg, 1687 Acker an der Weilburger Grenze nebst 60 Stück vorzüglichen Obstbäumen, mit Waizen besaamt, 500 Acker daselbst, mit Waizen besaamt, *oni am Atzelbuschweg, „ am Schäferbrunnen, Wiese am untersten Weiher, „ in der Schwarzlach, „ im Heegstrauch, „ daselbst, Acker am Schlangenzahl, mit Korn besaamt, Acker am Krofdorser Weg, mit Klee besaamt, Verpachtung von Grundstücken. 1210) Donnerstag den 25. Februar, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dahiesigem Rathhause die nachbenannten, den Heinrich Becker's Eheleuten gehörenden Grundstücke, unter den daselbst bekannt gemacht werdenden Bedingungen, auf 9 Jahre verpachtet werden, als: cnKlstr. L'bensverlicherungslnmk f. D. in Goths. 1206) Die Geschäftsergebnisse tneser Anstalt im Jahre 1868 waren überaus günstiger Art. Durch einen reichen Zugang an neuen Versicherungen (3085 Personen mit 5,885000 Thlr.), welcher größer war als in irgend einem der früheren Jahre, ist 1207) Die internationale Jury der letzten Weltausstellung zu Paris ertheilt der Firma Aranz Ltollwerck & Löhne in Köln, für ausgezeichnete Qualität ihrer Dampf-Chocoladen, die Preis- HMedaille. Von den gangbarsten Sorten dieser rühmlichst bekannten Waare befinden sich Lager in Giessen bei I. A. Busch Söhne und ' Louis Frohnhäuser; in Allenilorf a. d. Ijda. bei Apoth. C. L. Harb; in Butzbach bei Val. Wießler; in Friedberg bei Wilhelm Fertfch; in Hungen bei A. Buch; in Dich bei H. C. Bingmann. ß Wohlitmgs - Veränderung. Einem geehrten Publikum hiermit die ergebene Anzeige, daß wir unsere seitherige Wohnung verlassen haben und jetzt Tiefenweg 8it. D. Nr. 48 bei Herrn W. Ockel , Seifensieder, wohnen. — Zugleich empfehlen wir hiermit unsere Wollen- und Seiden-Wascherei, sowohl in Herren- und Damen-Garderoben, als auch in Shawls, Decken, Beduinen, Schwanen-Pelzen, Foulards, Glace- und waschledernen Handschuhen. E. Schneider, geb. Weil. Zugleich empfehle ich mich in allen vorkommenden Arbeiten in Herren- und Damenschuhen jinb verspreche reellste und prompteste Bedienung^Georg Schneider, Schuhmacher. Concert des akademischen Musikdirectors W. Mickler. 1232) Donnerstag den 18. Februar 1869, in der hiesigen Stadtkirche: Samson, Oratorium für Solostimmen, Chor und großes Krchester, componirt von Georg Friedrich Händel, unter gefälliger Mitwirkung des akademischen Gesangvereins, sowie der Herren August Ruff und Nathan Reis aus Mainz. Anfang 3 Uhr. Ende halb 6 Uhr. Eintrittskarten für einen nummerirten Platz im Schiff der Kirche und auf der Orgel 1 fl. 12 fr., für einen mcht nummerirten Platz im Schiff der Kirche, auf der Orgel und der ersten Emporbuhne 48 fr., für die zweite Emporbühne 24 fr., sowie zur Hauptprobe (am Tage des Concerts, Vormittags um halb 10 Uhr) ä 24 fr., und Text des Oratoriums ä 3 fr. sind in den Buchhandlungen der Herren I. Ricker und W. Ferber zu haben. (Die Kirche ist geheizt). | Ein Eassaschrauk, euerfest, ist wegen nicht genügender Größe zu verkaufen. Bei wem? sagt die Exped. d. Bltts.________________________________________ 1168) Täglich frische Hefe in der ___________________K auf'schen Brauerei. 1212) Zwei neue einthürige tannene Kleiderschränke, sowie eine Bettlade und Commode, stehen zu verkaufen bei Philipp Bauer, Schreiner, _________________in der Mühlgasse._______ 1189) Ein Haufen guten Miftes ist zu Vermiethnngen. 1193) Zwei aneinanderstoßende Zimmer (neue Anlage) sind mit oder ohne Möbel zu vermiethen und alsbald zu beziehen. — Bei wem? sagt die Exped. d. Bltts._______ 1196) In dem früher I. Weil'schen Hause in der Weidengasse ist ein Zimmer ohne Möbel zu vermiethen. ____________ 1188) Eine Stube mit Cabinet wünscht man an eine einzelne Dame zu vermiethen. Näheres bei der Exped. d Bltts._________ 1215) Ein möblirtes Zimmer ist zu vermiethen bei ,________G- H. Balser, SelterSweg. 1190) Ein möblirtes Zimmer mit Cabi- binet ist zu vermiethen bei __________G- Sch mehl, am Brand. 1214) Eine Stube ist zu vermiethen bei Gastwirth Langsdorf, in der Neustadt. § Epileptische Krämpfe (Fallsucht) heilt der Specialarzt für Epilepsie Br. O. Killiech in Berlin, jetzt Mittelstrasse Nr. 6. — Auswärtige brieflich. Schon über Hundert geheilt. 1232) Ein Familienlogis (im Hinterhause), bestehend aus 2 bis 3 Zimmern ist zu vermiethen und alsbald beziehbar Kreuz Lit. B. Nr. 204. * Vermischte Anzeigen 1216) Zwei junge Leute, welche sich als Kellner ausbilden wollen, können bei mir Stelle finden. Fr. Leib, zum Noppen. Ntechaniker gesucht. 1219) Tüchtige Gehülftn, geübt in Anfertigung von Telegraphen und physikali-i schen Apparaten, sucht L. E. Schwerd, Mechaniker, in Carlsruhe. 1223) Ein Frauenzimmer, welches im Kleidermachen, sowie int Wcißzeng- nähen, gründlich erfahren ist, wünscht noch weitere Beschäftigung, sowohl in als außer dem Hause. Zu erfragen bei der Exped. d. Bltts-____________________________ 1231) Seinen lieben Brüdern gratnlirt zu ihrem gestrigen und heutigen Geburtstage __________ der Sonderbund. 1199) Auf 1. März l. I. wird auf die Schreibstube eines hiesigen Anwalts ein mit allen Büreauarbeiten vertranter, gewandter Erfragen Lit. A. Nr. 104 t^-Hasicl-Vcrsichtrunst! -NS 1221) Thätige Agenten werden für eine solide Hagelversicherungs - Gesellschaft gesucht. Frankirte Offerten unter B. 12. be- sorgt die Exped. d. Bltts.___________________ 1220) Vergangenen Sonntag, Abends zwischen 5 und 6 Uhr, ist auf dem Seltersberge eine Kinder-Pelzstola gefunden worden und kann dieselbe in Lit. A- Nr. 113, Asterweg, in Empfang genommen werden. 1201) Ein Mädchen, am liebsten vom Lande, das in allen Hausarbeiten gründlich erfahren ist, kann auf den 25. März eingute Stelle finden. Wo? sagt die Exped. d. Bltts. Gehulfe gesucht. 1222) In einen hiesigen Gasthof wird zu sofortigem Eintritt ein Stubenmädchen G.hülft gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bltts.!im UI. Stock. 12$ 1192) renesA Nr- lßl ssruchtu gitM Ml- Srülibe Lautert Mainz Die als sie d M ich ! Am erflen 6 W, M N bis des Ti Spitzen A diese n beMe Herr, f bitfdbe 3n gen tiefe Es schon (o ihnen di 3a. men unD 3är sanfte Lei welche sic sagten m 3a, liegenden sicheren Mi jener ern fc alt t zu schütze Wünsche Adel des Letzte Ww Am speisen so Wesen vi Sie Cato's L Sch e, _ »Ab Sie miltz eö über i >)ch möch ei‘ Sn» öür zu f| Mit «n h, f’H't in , w wahrlich. £ K 'l*« in, i« *5 1203) Samstag den 13. Februar wurde eine silberne Taschenuhr auf dem Wege von der Neuen Anlage durch die sog. Junkerstraße nach dem Kreuz verloren. Der redliche Finder wird gebeten, dieselbe gegen , eine gute Belohnung in der Neuen Anlage Lit. C. Nr. 36 im dritten Stock abzugeben. 1191) Zur Abhaltung von Versteigerungen jeder Art empfiehlt sich unter promptester und reellster Bedienung Carl Pietsch I. (Dienstmann-Jnstitut.) Wichtig für Viele! In allen Branchen, insbesondere aber bei Bezug der allgemein beliebten Staats- prämien-Loose, rechtfertigt sich das Vertrauen einerseits durch anerkannte Solidität der Firma, anderseits durch den sich hieraus ergebendenden enormen Absatz. Das wegen seiner Pünktlichkeit bekannte Bankhaus Adolph Haas in Hamburg ist Jedermann auf's Wärmste zu empfehlen. 1218) 130 fl. liegen in hiesiger Kirchenkasse gegen genügende Sicherheit zum Ausleihen bereit. Alten-Buseck, den 15. Februar 1869. Seuling, Kirchenrechner. 1192) Ein in häuslichen Arbeiten erfahrenes Mädchen findet Stelle Wallthor Lit. A. Nr. 161 im untern Stock. Frucht- und Mehlpreise in verflossener Woche von nachbenannten Orten und Frachtmärkten. Frachtmärkte. Febr. Waizen. Korn. Gerste. Spelz. Hafer. Erbsen. Linsen. Wicken. Kartoffeln. Weisi- mehl. Noggeu mehl. Auf dem Markt Mit.- preis Auf dem Markt MM preis Auf dem Markt Mtt.- preis Auf dem Markt Mit.- preis Auf dem Markt Mit.- preis Auf dem Markt Mit.- preis Auf dem! Marft 1 Mit. preis Markt MM preis Auf dem Marft Mit.- preis auf-! gef- verk. fl» fr. auf- ^gef- fl. fr. auf- gef- verk. fl. fr. auf- < gef- I ’S s=> fl. fr. auf- gef- Q fl. fr. verk. fl. fr. lauf- gefi. oerf. fl. fr. auf- gefi, ö fl. fr. G CD 1 , । verk. »• fr. fl. fr. fl. fr. Gießen Alsfeld Grünberg Lauterbach Mainz 12. W. M. 25 r 194 11 11 29 42 1 1 1 1 1 S M. 7 111 I .9 6 -1- 9 15 §11111. M. 11 7 44 1 1 1 1 1 § M. _LLLU Illi M. M. 1 4 5 6 40 1 Illi 1 § 1 Illis — 11 1 1 1 1 M. 1 1 1 1 1 g ! 1 1 1 1 1 1 M. M. i 1 1 1 U-l M. M- 64 1 2 56 I । । । 1 l! 1 1 1 1 Ul i i i n i 11 1 1 1 1 1 Normalgewicht per Malter: Waizen 200, Korn 180, Gerste 160, Spelz und Hafer 120, Erbsen, Linsen, Wicken 220, Kartoffeln 200, Mehl 140 Pfund. Feuilleton. Unter dem Schicksal. Eine Geschichte aus dem Leben von Edmund Frank. (Fortsetzung.) Die Schneiderin probirte dem jungen Mädchen bas Kleid an und machte, als sie die Länge des Rockes ausmaß, die beiläufige Bemerkung, daß Adeline und ich ganz genau von derselben Große seien. Am folgenden Tage nahm ich jenen Spitzenshawl und ging damit zum ersten Spitzenhänvler unserer Metropole in der Königstraße, von welchem ich erfuhr, daß der Preis dieses Kleidungsstückes wahrscheinlich vierhundertfünfundsieb- zig bis fünfhundert Thaler gewesen war. „Weniger keinenfalls," fügte Herr Heinrichs hinzu, „und ist der Ankauf des Shawls nicht durch Jemanden geschehen, der genauer Kenner von Brüsseler Spitzen ist, so hat er höchst wahrscheinlich bedeutend mehr gekostet." Abends sandte ich der Eigenthümerin durch Martha den Shawl zurück und diese erzählte mir, als sie mir Fräulein Adelinen's Dank und herzliche Grüße bestellte, Capitän Theobald, oder wie sie ihn zu nennen pflegte, der einarmige Herr, sei, als sie aus der Thüre des Hauses Nummer 57 getreten, soeben auf dieselbe zugeschritten gekommen. In jener Nacht schlief ich unruhig und wachte viel, weil ich Adelinen's wegen tiefe und lebhafte Bekümmerniß fühlte. Es war jene Umwandlung des ganzen Wesens bei ihr eingetreten, die ich schon so oft an jungen Mädchen zu beobachten Gelegenheit gehabt hatte, wenn ihnen die ersten Blicke in das Paradies der Liebe vergönnt waren. Ja, ihre Augen hatten das ewig fesselnde, schöne Bild in sich ausgenommen und strahlten es jetzt in seiner ganzen Farbentracht wieder. Ihr ihr selbst unbewußtes, zerstreutes, gedankenvolles Wesen, das leichte, sanfte Lächeln, welches so häufig den rosigen Mund umspielte, die milde Ruhe, welche sich im Tone ihrer Stimme, selbst in jeder ihrer Bewegungen aussprach, sagten mir Alles. Ja, sie hatte jenes bezauberte Land betreten, jenen magischen, nimmer versiegenden Strom überschritten, der nun ihr ganzes künftiges Leben von seinen früheren Pfaden trennen mußte. Mit heißem, innigem Verlangen ersehnte ich mir die gewisse Nachricht, daß jener ernste, tapfere Offizier, der so ganz dazu geschaffen schien, es zu übernehmen, sie, als ihr Gatte, gegen das von mir dunkel geahnte, schwer drohende Unheil zu schützen, und dennoch hatte ich kaum Ursache zu der Erwartung, meine Wünsche schon in Balde erfüllt zu sehen. Adeline erwähnte des Kapitäns nur selten, auch wußte ich, daß die Besuche des Letzteren in ihrem Hause nicht häufig genug waren, um auf eine bereits bestehende Verständigung zwischen Beiden schließen zu lassen. Am Morgen des Tages, an welchem sie im Hause des Herrn Palmer - speisen sollte, kam meine junge Nachbarin schon frühzeitig zu mir und ihr ganzes Wesen verrieth Aufgeregtheit und Verstimmung. Sie sprang in ihren Reden vom Zehnten auf'S Hundertste hinüber, wies Cato's Liebkosungen ungehalten zurück, klagte über die Hitze des Zimmers, erhob sich endlich rasch vom Sopha, trat an's Fenster, preßte die Stirn gegen die Scheiben und wandte mir dann ein von Thränen überströmtes Antlitz zu. „Aber was ist Ihnen denn, Adeline?" fragte ich tief ergriffen. „Lassen Sie mich Alles wissen, machen Sie mich doch zu Ihrer Vertrauten, wenn Sie es über sich zu gewinnen vermögen." „Wenn ich das vermag? Ach, wohl vermag ich es, Madame Thalhcim. Ich möchte Ihnen so sehr — so sehr ungerne Bekümmerniß verursachen, doch Sie sind ja die einzige Freundin, welche ich besitze, und ich fühle mich auch gar zu elend." Mit einer heftigen Bewegung, die nichts mit ihrer gewöhnlichen Grazie gemein hatte, warf sie sich vor meinen Stuhl nieder und legte ihre Hände gefaltet in meinen Schvoß. „Ich will Ihnen erzählen, was mich so quält", sagte sie. „Auch Capitain Theobald speist heute bei Palmer und es beschämt mich — weshalb, weiß ich wahrlich nicht — so außerordentlich, gerade vor ihm in einem Anzuge erscheinen zu sollen, der nichts wie geradezu eine Lüge ist, denn das und nichts Anderes ist er ja, beste Madame Thalheim. Mein Kopf ist ganz wirr und wüst. Es muß durchaus irgend etwas nicht so sein, wie es sein sollte. Was aber soll Theobald von mir denken, wenn er mich Comödie spielen steht, um jener Leute Gunst zu schmeicheln. Er kann ja gar nicht anders wie glauben, es geschehe um ihres Reich- thums willen, und wenn dem nicht auch wirklich so ist, so vermag ich auch selbst keinen anderen Grund anzugeben. Was um Gotteswillen kann meinen Bruder nur dazu veranlassen, so fest darauf zu bestehen, daß ich gerade in diesem so wenig für mich passenden Anzuge erscheine? Theobald muß ja mich sowohl wie ihn verachten und eine Erklärung vermag ich ihm ja einmal nicht zu geben." Ich aber — mir ahnte es nur zu klar — i ch kannte die entsetzliche Erklärung des Geheimnisses. „Vielleicht beachtet Capitän Theobald Ihren Anzug gar nicht einmal, liebes Kind", sagte ich. „Es giebt viele Männer, die für dergleichen Aeußerlich- keiten gar keine Augen haben." „Ja wohl giebt eS solche Männer", entgegnete Adeline, „aber Theobald gehört nicht zu ihnen. Er hat gerade ein sehr, sehr scharfes Auge für den Anzug, und ganz besonders, — ganz besonders für den meinigen." Sie sagte dies mit einem flüchtigen, schnell wieder hinsterbenden Erröthen. „Dafür, ja, dafür wenigstens sei dem lieben Gott gedankt!" rief ich, indem ich sie herzlich küßte. „Ich erfuhr erst eben jetzt, daß auch er heute Gast bei Palmer sein wird. Er sandte mir ein Bouquet Blumen und ein Billetchen, in welchem er mich bat, erstere heute an meinem Kleide oder im Haar zu tragen. Es thut mir nur leid, daß ich von Theobald s Teilnahme an der heutigen Gesellschaft nichts früher erfahren habe, denn dann hätte ich meinem Bruder meine Verlegenheit wegen des Anzuges mitgetheilt. Ich weiß ganz gewiß, Gustav würde nicht wünschen, daß Theobald irre an mir würde. Er legt viel größeren Werth auf Theobald'S gute Meinung wie auf die der ganzen Palmer'fchen Familie." Ich hegte in dieser Hinsicht meine Zweifel, sprach sie jedoch nicht aus, sondern blickte schweigend auf Adelincn's niedergesenkte Augenwimpern. „Nun ja, eS wirb denn wohl einmal so sein müssen," sagte sie, indem sie fich erhob und leicht zusammenschauderte. „Sollte eine Zeit kommen, wo ich mich gegen Theobald aussprechen darf, so wird er, hoffe ich, mit Gustav'S Schwäche Nachsicht haben." „Wenn eine Zeit kommen sollte, Adeline? Wenn die Zeit kommt, denke ich doch, wollten Sie sagen, nicht wahr? „Vielleicht, ja, kommt einmal eine solche Zeit, doch habe ich bis jetzt noch kein Recht, mit Bestimmtheit davon zu sprechen," antwortete sie mit einem noch reizenderen Erröthen wie zuvor. Gustav Rosen war abgereist und Adeline kam an jenem Tage zu mir herüber. Sie blickte traurig und sah angegriffen aus. Jene Mi'tlagsgesellsch >st war höchst langweilig gewesen, doch Mad. Palmer und ihre Tochter hatten sich sehr freunolich und aufmerksam gegen sie erwiesen, auch ihr Pianospiel und ihren Gesang außerordentlich bewundert. Capitän Theobald hatte über ihren Herrnhuteranzug nicht die geringste Bemerkung gemacht und Herr Palmer war außerordentlich liebenswürdig gewesen. „Waffen Sie auch wohl, Madame Thalheim," bemerkte Adeline mit einem matten, schnell vorübergehenden Lächeln, „daß ich fast glaube, Fräulein Palmer würde gar nichts dagegen einzuwenden haben, meinen Bruder eine ihr bedeutend nähere Stellung wie die von Papa'S erstem Commis einnehmen zu sehen, und daß die Firma, wenn Gustav nur wollte, sich gar bald in Palmer, Heyden & Rosen verwandeln könnte?" „Und glauben Sie, daß Ihr Bruder Neigung habe, diese Liaison zu schließen?" fragte ich. „Nein, ich fürchte, er denkt gar nicht daran. Fräulein Palmer ist nicht hübsch und häßliche Frauenzimmer kann mein Bruder nun einmal durchaus nicht leiden. „Ich glaube, er verachtet die Frauen im Allgemeinen, obgleich er mir ein sehr guter Bruder ist. Ich habe ihn sagen hören, kein Frauenzimmer habe weitere Ansprüche zu erheben, wie diejenigen, zu welchen ihre Schönheit sie berechtigte, und ein Mädchen, das solche überhaupt nicht besitze, müsse zum Besten der menschlichen Gesellschaft eigentlich Zeitlebens eingesperrt werden. Natürlich spricht er nur im Scherze so und dennoch liegt etwas von seiner wirklichen Meinung in diesen Aeußerungen. Ich beobachtete Fräulein Palmer, während ihr Vater lange angelegentlich mit meinem Bruder sprach und Theobald in den Musikheften umherblättcrte und es kam mir vor, als verriethcn sich in ihrem Gesichte und dem ganzen Wesen herbe Täuschung und Unmuth. (Fortsetzung folgt.) Gießen, 15. Febr. Die Neuwahl eines Ab- geordneten zum norddeutschen Reichstag für den zweiten oberhessischen Wahlbezirk ist auf den 1. März anberaumt worden. Darmstadt, 13. Febr. Bekanntlich erwachsen den größeren Städten unseres Landes, welche an den im Bau begriffenen Eisenbahnlinien liegen, namentlich Mainz, Darmstadt, Worms und Gießen, durch das neuerdings vielgenannte Gesetz vom 14. August 1867 über die Beziehung der Gemeinden zu den Erbauungskosten neuer Eisenbahnen sehr bedeutende pekuniäre Opfer, da die Vertheilung der Beiträge zu diesen Kosten zur einen Hälfte nach Maßgabe der Einwohnerzahl, zur anderen nach Maßgabe des Gesammtsteuercapitals der concurrirenden Gemeinte erfolgen soll. Namens der Stadt Darmstadt hat nun deren Anwalt, Hofgerichts-Advokat Dern- burg eine Rechtsverwahrung gegen alle diese Stadt wltverpflichtenden Handlungen der übrigen Gemeinden bii dem Geschäfte des Geländeankaufs, welche nicht von der hiesigen Gemeinde - Vertretung ausdrücklich genehmigt wurden, erlassen und den letzteren auf gerichtlichem Wege von diesem Proteste Kenntniß geben lassen. Ob dieser Schritt angethan sein wird, unsere Stadt vor den in Aussicht stehenden Lasten, die allerdings sehr drückend zu werden drohen, zu bewahren, scheint uns Angesichts der Bestimmungen des genannten leidigen Gesetzes sehr zweifelhaft zu sein. Berlin, 15. Febr. Die Frankfurter Deputation kehrt heute Abend nach Frankfurt a. M. zurück, um sich mit Vollmacht behufs definitiven Abschlusses des Receffes auf der mit der Regierung vereinbarten Basis zu versehen. Der Finanzminister kann nicht in die Budgetcommission kommen und einen Rcccß vorlegen, der noch der Ratification der städtischen Behörden von Frankfurt bedarf; die Unterzeichnung des Vertrages von Seiten der Bevollmächtigten muß bedeuten, daß der Receß, vorbehaltlich der Genehmigung der Lanvesvertretung, nun auch in jeder Be- ziehung perfect sei. — Heute Nachmittag uni 2 Uhr wurde im Bundeskanzleramte die Diesjährige Session des BundesratheS des norddeutschen Bundes eröffnet. Es wurden zunächst einige geschäftliche Angelegenheiten erledigt, wozu insbesondere auch die Neuwahl Der verschiedenen Bundesraths-Ausschüsse gehört, und ist in letzterer Beziehung nur zu bemerken, daß bei dieser Wahl gleichzeitig auch bereits auf den nötigen Ausschuß für die demnächst vorzulegende Gewerbeordnung bcrüchsichtigt wurde. Es folgten sodann Vorlagen dcS Präsidiums über 1) den Gesetzentwurf, betreffend die Feststellung eines Nachtrags zum Bundes-Haushalts-Etat für das Jahr 1869, 2) den Gesetzentwurf, betreffend die Einführung der Allgemeinen deutschen Wechselordnung, der Nürnberger Wechsel-Novellen und des Allgemeinen deutschen Handelsgesetzbuches als Bundesgesetze, 3) den Entwurf, betreffend die Eaulionen der Bundesbeamten, 4) den Bericht der vom Bundesrathe eingesetzten Commission zur Prüfung der Frage über den Brannt- weinbeftcuerungsmodus, 5) die mit Italien abgeschlossene Eonsular - Convention, 6) das Abkommen mit Luxemburg, betreffend die demselben zu gewährende Branntweinsteuer-Abfindung, 7) den Entwurf eines Postvertrags mit Schweden, 8) die Errichtung eines General-Consulais in Mexico, 9) die Ausprägung und Einziehungen von Münzen' in den Staaten des norddeutschen Bundes, lieber diesen Gegenstand halte die Präsidialregierung bereits vor einigen Monaten Mittheilungen von den Bundesregierungen eingezogen. Hierauf folgte der Bericht des Aus- fchusses für Handel und Gewerbe über Die Maßregeln gegen die Rinderpest, und den Schluß der Sitzung bildete dann die Vorlegung von Eingaben an den Bunvesrath. Hannover, 15. Febr. Aus Gifhorn, 13. Febr., wird der Ztg." für Nordd." berichtet: „Es ist bereits bekannt, daß in den letzten Wochen des vorigen Jahres und im Anfänge dieses Jahres aus Gifhorn und dessen Umgegend verschiedene Militär- pflichtige, im Ganzen einige zwanzig, sich entfernt und zu Der sogenannten welfischen Legion nach Frankreich begeben haben. Einige davon sind zurückgekehrt und es scheint, als ob deren Angaben die längst gehegte Vermuthung bestätigt hätten, daß in der Stadt Gifhorn und deren Umgegend Personen sich damit beschäftigt haben, junge Leute anzuregen, sich ihrer Militärpflicht zu entziehen und nach Frank- reich zu gehen. Vor Kurzem ist ein Handwerker in Meine, und in den letzten Tagen sind ein Kaufmann und e n Handwerker aus Gifhorn verhaftet und werden nach Berlin abgeführt werden, wo die Untersuchung wegen hochverräthcrischer Unternehmungen beim königl. Kammergerichte geführt wird." Wien, 15. Febr. Die „Presse" meldet: Der griechische Minister des Aeußeren, Delyannis, hat vorgesiern eine Circulardepesche an die griechischen diplomatischen Agenten versandt, welche die Anzeige von Der Annahme Der Conferenzerklä'rnng Seitens Griechenlands enthält und Den Standpunkt der Regierung erläutert. Paris, 15. Febr. Graf Walewski ist heute Vormittag um 11 Uhr in Marseille eingetroffen. Das „Journal officiel" sagt, Graf Walewski werde morgen Abend in Paris erwartet. — Die „France" glaubt, Die Conferenz werde am Mittwoch oder Donnerstag eine Sitzung halten, um von der Antwort Griechenlands Kenntniß zu nehmen. Paris, 15. Febr. Die Herren Franzosen müssen in Der That von Dem Lärmen Der Berliner Officiö- sen etwas nervös afficirt sein. Man traut seinen Augen kaum, wenn man folgenDe komische Scene im „Gaulois" liest: Francisque Sarcey hält gestern .rm..GaitL"Line- Vo-rl-esung über- Horaz. Er spricht Dabei gelegentlich, was Diese Herren nie zu unterlassen pflegen, von Chauvinismus, Patriotismus u. s. w. Da wirD gepfiffen. Herr Sarcey schreit mit lauter Stimme: „Ja, meine Herren, ich bin sicher, Daß nicht einer von Denen, die mich in diesem Augenblicke auspfeiffen, regungslos bliebe, wenn das Vaterland bedroht wäre; und daß Der Patriotismus lauter als Alles sprechen würde, wenn z. B. die Preußen wieder nach Frankreich kommen wollten." Ein donnernder Beifallssturm folgte diesen Worten, gleichsam als wollten die Zuhörer die Worte des Grafen Bismarck illustriren, daß die Franzosen eine „kriegerische und ehrliebende Nation" seien. — Die „Liberty" will wissen, daß Don Fernando von Portugal die Candidatur zum spanischen Throne angenommen habe. Vermischte s. Giessen. (Sitzung des G em eindera th s vom 11. F edr.) Anwesend: der Großh. Bürgermeister Vogt, die Gemeinderathsmitglieder Rosenberg, Wallenfels, Petri, Weidig II., Löber, Bücking, Felfing, Keller, Berg, Hanstein und Ricker. Der Gemeinderath acceptirt in Betreff der Grunderwerbung für den Bau der Oberhesstschcn Eisenbahnen die Forderungen des Earl Frech, der Christ. Friedel Wittwe, dcS Adolf Schmidt, des L. C. Vetzberger, des Chr. Wallenfels, des Julius Hoch, des H. Moser und Jac. Gebauer und beschließt, Kaufverträge darnach zu errichten. Gegen Ed. Silbereisen und Fr. Lampus dagen soll das gesetzliche CrpropriationSverfahren eingeleitet werden. Zugleich bestimmt der Gemeinderath, daß die neue Straße auf dem Seltersberg eine Breite von 55 Fuß erhalten soll. Das Schreiben des Comite'S zu Alsfeld in Betreff der Herstellung einer Verbindungs-Eisenbahn von Alsfeld nach Hers, feld nebst Pro memoria soll bei den GemeinderathSmitgliedern zur Jnformirung circuliren. Der Gemeinderath nimmt Kenntniß von dem Bericht des Armeekaffe-RechnerS Wittich vom 4. d. M., und beschließt zugleich, daß die Uebereinkunft wegen deS von der Stadt zu den Bauten der Pfarrhäuser zu leistenden Beitrags in der nächsten Sitzung vorgelegt werde. Der Gemeinberath beschließt, aus Grund des Art. 9 des Gesetzes vom 6/6. 1*32, fünf seiner Mitglieder, nämlich die Herren Felsing, Hanstein, Keller, Wallenfels und Weidig II., als Wahlmänner für die bevorstehende Ergänzungöwahl des Kirchenvorstandes abzuordnen. Der Voranschlag der Realschule dahier für 1869 soll dem Gemeinberathsmitglied Keller zur gutachtlichen Aeußerung zugestellt werden. In Betreff der Planirung deS ErercierplatzeS will der Gemeinderath, daß die Kirschenbäume, welche daselbst entfernt werden müssen, nicht wieder gesetzt, sondern versteigert werden. Wegen Abänderung deS Gesetzes vom 14. Aug. 1867 (Verpflichtung der Gemeinden zur Zahlung deS Mehrbetrags nach Abj^z der Vergütung des 80fachen NormalsteuercapitalS bei gesetzlich normirter Erwerbung von Grundeigenthum zu Anlegung von Straßen, Eisenbahnen rc. von Seiten des Staates oder autoristrter Gesellschaften) wurde eine Commission, bestehend aus den. Herren Haustein, Felfing, Keller, Ricker und Rosenberg gewählt, welche diesen Gegenstand unter Zuziehung deS Großh. Hofgerichts-Advokaten Pfannmuller prüfen und ihr Gutachten darüber abgeben wird. Die übrigen Beschlüsse betreffen Angelegenheiten persönlicher Art. Darmstadt, 11. Febr. (Schluß des Regierungsblattes Nummer 4.) VII. Dtenstnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 9. Januar den Steueraufseher Hartmann zum zweiten Brückengelderheber bei der Bruckengelderhebung zu Kastel — und am 12. Jan. den Schulamts-Aspiranten Schreiner aus Alsfeld zum Lehrer an der Realschule zu Alsfeld, jedoch unter Belassung in der Kategorie eines Volksschullehrers, zu ernennen, — dem Schul- amtS-Aöpiranten Oßwald aus Laubach die zweite evangelische Schulstelle zu Ober-Ohmen, — dem Schulamts-Aspiranten Nehr aus WormS die katholische Schulstelle zu Freimersheim zu übertragen — und den von dem katholischen Pfarrer und dem Gemeinderath zu Ober-Abtsteinach, sowie von den Ge- meinderäthen zu Unter - Ahtsteinach, Trösel, Flockenbach und Gorrheim auf die katholische Schulstelle zu Ober-Abtsteinach präsentirten Schulamts-Aspiranten Pfaff aus Hirschhorn für diese Stelle zu bestätigen; — am 16. Jan. den von dem Herrn Fürsten ,»on Löwenstein - Wertheim - Rosenberg und dem Herrn Grafen zu Erbach-Schönberg auf die evangelische Schulstelle zu Höllerbach präsentirten Schulamts-Aspiranten Urich aus König für diese Stelle zu bestätigen, — dem evangelischen Pfarramts-Candidaten Aguntius aus Mainz dir. evangelische Pfarrstelle zu Dolgesheim zu übertragen, — dem Bau-Accesfi- stcn Walloth aus Hohen-Sülzen zum Lehrer an der Realschule zu Alzey zu ernennen, — den von dem Herrn Fürsten zu Jsenbnrg-Birstein auf die dritte evangelische Schulstelle zu Sprendlingen, im Kreise Offenbach, präsentirten SchulamtS- Aöpiranten Ackermann aus Sprendlingen, im genannten Kreise, für diese Stelle zu bestätigen, — dem Schullehrer an der evangelischen Schule zu Gumbsheim, Heddäus, die erste evangelische Schulstelle zu Alsheim zu übertragen; — an demselben Tage den HauptzollamtS-Assistenten erster Klaffe, Herrmann in Mainz, zum Cvntroleur bei dem Nebenzollamt erster Klasse Bensheim und der damit verbundenen Ortseinnehmerei der inneren indirecten Abgaben zu ernennen, — den HauptzollamtS-Assistenten Metzler zu Bingen in gleicher Diensteigenschaft an daS Hauptzollamt Mainz zu versetzen, — den HauptzollamtS-Assistenten erster Klaffe, Thom in in Mainz, zum Revisions-Controleur, — den NebenzollamtS- Controleur Neuling zu Alsfeld — und den HauptzollamtS- Assistenten zweiter Klasse, Müssing in Mainz, zu Hauptzoll- amts-Assistenten erster Klasse bei dem Hauptzollamt Mainz, — den dermalen bei dem zollvereinständischen Hauptzollamt in Hamburg verwendeten HauptzollamtS-Assistenten zweiter Klaffe, Geiß zu Mainz, zum HauptzollamtS-Assistenten erster Klaffe bei dem Hauptzollamt Bingen und der damit verbundenen OrtSeinnebmerei der inneren indirecten Abgaben, — die Finanz-Aspiranten Müller aus Alsfeld — und Wagner aus Klein-Breitenbach zu Hauptzollamts-Afsistenten zweiter Klaffe bei dem Hauptzollamt Mainz zu ernennen. VIII. Militärdienst nachrichten. IX. Charakterertheilunaen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 19. Dec. 1868 dem Kanzleigehülsen bei der Bahnverwaltung Darmstadt der Main-Neckar-Eisenbahn, Der», den Charakter als Pro- tocollist, — am 1. Januar 1869 dem MechanicuS Bayrer zu Mainz den Character als Hofmechanicus, — am 14. Jan. dem Weinhändler Eduard Scharbach zu Mainz den Cha- . rakter als Hoflieferant zu ertheilen. X. Dienstentlassungen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 15. Dec. 1868 dem bisherigen Consul Rudolph Förster zu Moskau die von ihm nachgesuchte Entlassung von dieser Stelle zu ertheilen. XI. Versetzungen in den Ruhestand. Se. Königliche sjHoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 1. Nov. 1868 den Hofschauspieler Peters, — den Hofchori- sien Michel. — die Hoftheater-Garderobe-Gehulfin Rosalie Lind, — am 1. Jan. 1869 den Hof-Vocal-Musikdirector AmadäuS Mangold — und am 9. Jan. den Salzmagazins, Verwalter der inzwischen aufgehobenen Salzmagazins-Verwaltung Mainz, Christian Trayser, in den Ruhestand zu versetzen. XII. Gestorben sind: am 23. Dec. 1868 der Schullehrer Müller zn Offenbach; — am 24. Dec. 1868 der Landgerichtsdiener und Gefangenwärter Menzer zu Langen; — am 25. Dec. 1868 der evang. Schullehrer Habermehl zu Groß-Rohrheim; — am 30. Dec. 1868 der pensionirte vormalige kurfürstliche Chausseegelderheber auf dem Chausseehause bei Friedberg, Stiebing; — am 8. Januar 1869 der evangelische Pfarrer Scheid zu Derheim; — am 15. Januar der Lehrer Bartholomäus Kerz zu Laubenheim; — qm am 19. Jan. der HofgerichtS-Advocal Dr. Steppe« zu Ludwigshafen; — am 20. Jan. der pensionirte Zollaufseher Johann Heinrich Klötzer zu Mainz; — am 21. Jan. der erste evangelische Pfarrer zu Rodheim, Kirchenrath Schmidt; — am 2. Febr. der KreiSrath Schaaf zu Grunberg. Hanau, 6, Febr. Sicherem Vernehmen nach wird Karl Gutzkow, welcher mit seiner Familie mehrere Jahre hindurch die der Christschen Besitzung gegenüber liegende freundliche kleine Villa mit Garten an der PhilipPSruher Allee bewohnt, im Laufe des kommenden Frühlings dis hiesige Gegend verlassen, um zunächst in Bregenz am Bodensee einen längeren Aufenthalt zu nehmen und von dort aus muthmaßlich später nach Berlin überzufiedeln. — (Goethes Großvater.) Der Frankfurter Stadtschultheiß Tertor lebt durch des Dichters Wahrheit und Dichtung" in der Erinnerung des deutschen Volkes als ein ehrwürdiger, in patriarchalischer Weis« über seine Mitbürger herrschender Mann. Aus einem von dem Archivar und Geschichtsforscher der Stadt Frankfurt, Dr. Kriegk, demnächst erscheinenden Werke und besonders aus einem in demselben zum erstenmale zu veröffentlichenden Tagebuche deS Frankfurter ArzteS Senckenberg geht aber hervor, daß Stadtschultheiß Tertor im siebenjährigen Kriege, besonder« als die dem deutschen Kaiser gegen Friedrich den Großen geschickten französischen HülfStrup, pen 1759 Frankfurt besetzten, sich sehr sonderbar gegen seine Vaterstadt benommen habe. Diese Besetzung fand nämlich nicht durch Ueberrumpelung, sondern in Folge geheimen Einverständnisse« der Franzosen mit den einflußreichsten RathSmit- gliedern statt, denen schon im Jahr 1758 ein kaiserlicher Schutzbrief war ausgestellt worden. Acht Mitglieder deS Senatewerden al« Diejenigen bezeichnet, welche den Verrath begangen haben und dafür mit Gold bestochen worden waren, darunter nebst dem Bürgermeister v. Stallburg und Senator v. Senckenberg auch Göthe's Großvater, der. Stadtschultheiß Tertor. Der Schöffe Gramb« erklärte öffentlich in seinem Unmuthe, die Mitglieder der geheimen Deputation hätten die Franzosen zur Stadt herein gelassen, damit ihre vor der Stadt gelegenen Güter und Gärten nicht litten; auch ein Rathsherr Goethe, ein Stiefbruder des Vaters des Dichters sprach öffentlich seine Entrüstung aus und verfluchte auf der Straße, durch die Franzosen aus seinem Hause verdrängt, nicht diese, sondern die RathSherren der geheimen Deputation, welche Jene hinter- listigerweise in die Stadt eingelassen hätten. Auch zwischen dem Rath Goethe selbst und seinem Schwiegervater Tertor kam es einst zu einer argen Scene, indem Jener sich bei Diesem über die lästige Einquartirung de« Königslieutenants Thorane beklagte und dann wild sagte: Er verfluche das Geld, so Tertor, die Stadt den Franzosen zu verrathen, gewonnen habe; Tertor warf hierauf ein Messer nach Goethe und dieser zog den Degen. Nedaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fjr. Chr. Pietsch) in Gießen.