PretS vterteljährttch 36 kr. mit Brtngerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 49 kr. Gitßtner Anznger Erscheint wöchentlich drei* mal-. Dienstags, Donner, stagS und SamstagS. - Spedition: Canzleibetg 8tt. B. Nr. 1 Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kießen. Donnersiaß den 16. Dcccmber W Gießen, am 13. Drccmber 1869. stehen. Leitung dieselben In Verhinderung des Kreisraths: Gros, Kreis Assrssor. Betreffend: Dir Rückoersich-run« der Ortsversich-rungskassen bei der Vichnersicherungsemstalt für das Großherzogthum Hessen Das Wir machen wiederholt hierdurch ein verehrliches Publikum dringend aufmerksam, daß nur dann Annoncen pnnktlir!) ausgenommen werden können, wenn solelw bis spätestens 99?onto^9, SOtitt- ^8.AHreitaas früh IO Uhr eingesandt werden. Später einlaufende können erst für die folgende Nummer ?EM,,Imn«M.I. DI. a.Kta.n x an die Großhenoglichen Bürgrrmeillcrrien des Kreises. Sie wollen binnen 8 Tagen berichten, ob in Ihren Gemeinden Orts-Viehversicherungs-Vereine sich befinden, und unter wessen Nr. 1'48 13) Die im 8. 44. der Gewerbe-Orbnung bezeichneten Legitimationen, deren die . - . r < Q • < ZT1 Ci- L. -1_1 - f. Gnk nnn hort &r oi .1 7) In Betreff der Preßgcwerbe gebung in Kraft: Die nach Art. 43. des Gesetzes vom 1. Angehörige der übrigen Staaten des Norddeutschen Bundes sind in den zum Norddeutschen Bund gehörenden Theilen des Großherzogthums zu dem Aufkauf von Maaren und dem Ausstichen von Waarenbestellungen für befugt zu erachten, wenn sie entweder einen auf Grund des §. 44. der Gewerbe Ordnung ausgefertlgten Legitiina- tionsschein besitzen, oder auf Grund der Zollvereinsbestimmungen mit einer Legitima- tionskarte versehen sind. , a .. . c . Der nach 8- 44. der Gewerbe-Ordnung legimirte Handlungsreisende tft bei seinem Geschäftsverkehr in dem Gebiete des Norddeutschen Bundes auf den Besuch von Ge- merbetreibenbcn nicht mehr beschrankt. Der Lepilimationsschem, resp. die Gewerbe- Legitimationskarte berechtigt den Inhaber jedoch nur zum Mltfuhren aufgekaufter Maaren, Behufs deren Beförderung nach dem Bestimmungsorte, zum Mitfuhren von Maaren anderer Art oder zu anderen Zwecken dagegen nicht- , 14) Die näheren Anordnungen zur Ausführung der in £it. der Gewerbe- Ordnung enthaltenen Vorschriften über die Hausirgewerbe, welche nach 8- lob. erst mit lern 1- Januar k. I. in Kraft treten, bleiben vorbehalten. 15) Die in der Gewerbe-Ordnung enthaltenen Bestimmungen über die noch beste- hmden Innungen und Zünfte führen keine Veränderungen in dem dermaligen Zustand dieser Corporationen und deren Stellung herbei. Die Befugnisse, welche den- nlben durch die Gewerbe-Ordnung entzogen werden, sind bereits durch frühere Acte der diesseitigen Gesetzgebung aufgehoben worden. Die Gewerbe-Ordnung enthalt indes; einzelne Bestimmungen über die Verwendung des Vermögens und die Tilgung von Schulden der sich auflösenden Innungen, welche, wo m der Provinz Oberhessen überhaupt noch fünfte bestehen, bei deren Auflösung in Anwendung ZU bringen sind, ^ur in einigen ausdrücklich hervorgehobenen Beziehungen steht den StEsdehorden noch eine Einwirkung auf dieselben zu; im Uebrigen ist deren Beaufsichtigung den Gemeindehörden übertragen. . . . _ m „ 16) An Stelle der Bestimmungen im Art. 348. des Polizeistrafgesetzes zur Verhütung von Mißbräuchen bei Verwendung der Kinder in Fabriken trercn die Vorschriften der Gemeinde-Ordnung über die Beschäftigung jugendlicher Arbeiter in den Fabriken und Bergweiken. (§§. 128—134. 149. 150. 154.) 17) Ru §. 155. der Gewerbe-Ordnung: v , , Die höheren Verwaltungsbehörden sind, insoweit deren Functionen durch die Verordnung vom 1. I- Mts. nicht der Polizei-Direction überwiesen sind, die ^^Die^ben unteren Verwaltungsbehörden in den 88-44. und 77. und der Polizeibehörde in 8- 147. zugcwiesencn Functionen stehen ebenfalls den ^"^Ms^Gemeindehörde im Sinne der Gewerbe-Ordnung ist in der Regel der für jede Gemeinde gebildete Ortsvo,stand zu betrachten. In ben Fallen der 88- <■». 108. 113. u. 124. stehen die der Gemeindebehörde übertragenen Functionen der Bur- ^^^Die^OrtsPolizeibehörde ist die Bürgermeisterei, insofern nicht für die Ausübung der Polizei für einzelne Orte eine besondere Polizeiverwaltung angeordnet ist. liehen Niederlassung persönlich oder durch einen in seinem Dienste stehenden Reisenden Maaren auskoufen oder Bestellungen auf Maaren suchen will, durch Vorzeigung seines für das betreffende Kalenderjahr gütigen, von dem Steuercommissariat vistrten Gewerbspatentes nachweist, daß er für sein Gewerbe die gesetzliche Steuer enttichtet. Die Voraussetzung, unter welcher für den im 8- 44 der Gewerbe-Ordnung bezeichneten Gewerbebetrieb im Gebiete des Norddeutschen Bundes ein Leaitimationsschein oder eine den Bestimmungen der Zollvereinsverträge entsprechende Gewerbe-Legitlmatlonskarte erlheilt werden kann, ist hiernach im Großherzogthum die nämliche. Es genügt daher, wenn eine Legitimation zu dem fraglichen Gewerbebetrieb nachgesucht wird, solche durch Ausfertigung einer Gewerbe-Legitimationskarte nach dem in der Anlage des Schlutz- protocolls zu dem Vertrag über die Fortdauer des Zoll- und Handelsoerems vom 8. Juli 1867 enthaltenen Formular (Regierungsblatt S. 566) zu erthetlen. Anweisung au Ausfühnma ter Gewerbe-Ordnung für den Norddeutschen Bund vom 21. Jun, 1869 in den zum Bunde gehörenden Theilen 6 des Großherzogthums Hessen. des Preßgesetzes dürfen nur mit obrigkeitlicher (kreisamtlicher) Er- laubniß innerhalb der Gränzen derselben Druckschriften an öffentlichen Orten ausgestreut, angeboten oder vertheilt werden, und nach 8-, 48- dürfen Druckschriften an öffentlichen Orten nur mit Erlaubniß der Localpolizeibehörde offen! id) abgeschlagen oder angeheftet werden. Dem 8- 43. der Gewerbeordnung zufolge ist m diesen Fällen eine Erlaubniß nur für Diejenigen erforderlich, welche ermahnte ^hatigkeit gewerbsmäßig ausüben wollen. Diese Erlaubniß darf nur unter ben tnflu - flen unb n°ch M°ßg°be des §. 57. M weiden Die Erlaubniß d°rs auch n ch »urückaczogen oder die Erneuerung versagt werden, so lange die im 8- 57. gezeichneten KordtAse vorhanden sind. Mer das erwähnte Geschäft ohne d,e vorgAchn^«- Erlaubniß betreibt, ober den über diese Erlaubniß auszustellenden Legitimationssche nicht bei sich führt, unterliegt der im 8- 148. angedrohten Strafe. ran«mirtMAnft 8) In Bezug aus die Ertheilung der Erlaubniß zum Betrieb der Gostwirthschas. der Schenkwirihschast und des Kleinhandels mit Getränken (8- 63. der Gewerbe-Or /SVXÄS'MÄ;,««. -..«■«« *«»*—«■ •“ 'S EiXXSÄJ-*. «•«“» ni^a6t^rbSleinbanbd mit Branntwein oder Spiritus, auch wenn er in Ver- binbungbmitEinern kaulmannischen Gejchäst betrieben wird, bedars der polizeilichen erlQd|ble'ine Vrüsuna darüber, ob die Lebensart oder der Lebenswandel des Nach- MS" LÄ'°nken"ThaW°en Diegen, e)%a§\um Betrieb des Gewerbes bestimmte Local muß seiner Beschaffenheit und Lag e na ch^d en"p o lizeü ich en Anforderungen genügen (8-33.2), daher in dieser Bezie- hiina die Vrüfung der Polizeibehörde nach wie vor siattsindet, Derfoneii welche Tanz -, Turn- oder Schwimmunterricht, oder das Geschäft der Trödler Pfandleiher ober Gcsinbevermiether als Gewerbe betreiben, Huben beim bes'Gewerbes bie am Schluffe des 8- 35. vorgcschnebcne Anzeige bei der Po. Ni?ilii>bö,be ihres Wohnortes zu machen. Die Polizcibchörbe hat fest zustellen, ob ber wegen eines ber im 8- 35. genaniuen Verbrechen ober Vergehen schon ® E zu prüfen, ob mit Rücksicht hierauf ber Geschästsbctrub bcsselben m Interesse Bebenken erregt. Die gleiche Piufung hat ste oorzunehmen, neun fÄterbiiieVne Seftrafiinß bes Gewerbetreibenden wegen eines ber bezeichneten StrbT ton Fällt die Piüfung zu Ungunsten bes Gewerbtre.- benbeii^aus, fo ist ihm ber Gewerbebetrieb unter Verweisung aus bie m 8-148. au0e; 1 °10)^S)ü 6burd)11 bkerfebr5DerbäItniffe gebotene Regelung der in 8- 37. bezeichneten St>aßengewerbe unterließt dem Ermessen der Ortspol,zelbehoiden. Die polizn- licken Anordnungen haben sich nicht nur auf die Art der Ausübung dieser Gewerbe selbst, sondern and) auf die Bedingungen der Zulassung zu denselben zu ersirecken und sind in Form von Polizeireglements zu erlassen. , , , . s. Handelt es fid) um bie Aufstellung von Taxen für diese Gewerbe, so hat sch bie Polizeibehörbe nach 8- 76. ber Gewerbe-Ordnung zuvor des.Einverständnisses mit bei ®emembd>ebörbe^3^vergewtung oon Kehrbezirken für bie Schornsteinfeger unb den Geschäftsbetrieb berfclbm (88- 39. u. 47. ber Gewerbe-Orbnung) bewenbet es bei beii beftnb^en 23dtimm ^^^^rdnung ist für Musikaufführungen, Schaustellun- Dje nach Art. oes iseseyes övm 1. August 1862, bie Presse betreffenb zur behörde erforberlich, wie solche in 8- 59. für dergleichen Aufführungen im Umherziehen Ausübung bes Gewerbes eines Buch- unb Steinbruckers, Buch- unb KunsthanUers, vorgesthri^en ist. ________________ Antiquars, Inhabers einer ^eihbiblrothek oder eines ^sicabinets unb Ver "lr 0 Hanblungsreisenben zu ihremHschäftsbetriebe" beburfen, sind von den Kreisämtern zu Druckschriften, Zeitungen und Bildern erforderliche .^oncession kommt in MegsaU- i^?^^n^^enn der Gewerbetreibende, welcher außerhalb bes Ortes feiner g.ewerb- Dagegen bebarf es zum Betrieb dieser Gewerbe ber in 8- 14. ber bpffeihen '-nprfÄniirfi nhpr durch einen in feinem Dienste stehenben Reisenben vorgeschriebenen Anzeige über bas Betriebslocal unb jeben spateren Wechsel desselben bei ber Ortspolizeibehörbe. Die Unterlassung biefer Anzeige ist in 8- 14«. mit treten folaende Veränderungen der Gefch^gc^ theatralische Vorstellungen ober sonstige Lustbarkeiten aus ben Straßen am Orte treten sotgenoe ^eranoerui ge, gewerblichen Niedeilassung ebenso eine vorgängige Erlaubniß ber Ortspolizei- Gießen, den 18. December 1869. Bekanntmachun g. Nach einer Mittheilung Großherzoglicheu Ministeriums der Finanzen sind dermalen zwei Collegienhauswärterstellen mit jährlichen Gehalten von je fl. 250 zu */4 mit Naturalienvergütung erledigt. Die Bewerber aus dem Stande der versorgungsberechligten Unteroffiziere und Soldaten, welche der 1. Bezirks - Compagnie ange- hören, haben ihre deßfallsigen Gesuche spätestens bis zum 21. December er. dem Bezirks-Feldwebel in Gießen einzuhändigen. Das Großherzogliche Landwehr-Bezirks^Commando Gießen. I. A.: Hoffmann, Oberlieutenant und Adjutant. L ROSSMANN LL: I Nothe Weine: i ist- - W Mosler Braunebcrüer, Rüdesheimer, pr. Orig.- Flasche. pr. Orig.- Flasche. Wachenhcimer, Deidesheimer, Laubenheimer, Forster Traminer 11573) Feinstes Gothaer Schweine schmal; empfingen in frischer Sendung I. A. Busch S ö h n e. Affenthaler Ofener Aßmannshauser, Bordeaux Medoc St. Julien 18 kr. 24 „ 30 „ 48 „ 48 „ Geisenh Katzloch 1 „ 12 Preisen. Weisse Weine: 11571) Rettig-BonbonS, Birken-Bonbons und Honig-Bonbons, gegen Husten und Heiserkeit, von Joh. Phil. Wagner 11545) Vorräthig bei allen Buchhändlern und Buchbindern: i Gustav-Adolss-Kalcndcr | Hessischer Hausfreund » 17. Jahrgang. 1 8 7 0. 48. Jahrgang. $ a Mit Marktverzeichniß und trefflichen Bildern. Preis nur 8 fr. > -o-o-o'<> ) Die auf der Londoner Weltausstellung 1862 prämürten Zeichen -Vorlagen von Wilh. Hermes in Berlin empfehlen sich für Lehrer zum Selbstunterricht und zu hübschen Festgeschenken. ä Heft 21 kr. und 36 kr. Vorräthig in allen Buch- und Kunsthandlungen des In- und Auslandes. 11556) Regenschirme in allen Sorten zu den billigsten Prei- sen bei I. Köhler, Eeltersweg. 11551) Schildkrot-, Pfeil-, sowie Kautschuck-Kämme mit und ohne Beschlag, empfiehlt Bernhard Ab end, Kammmacher, Weidengasse Nr. 97. ! Ein fiilfh'U welcher I ! hartnäckiger vor g i keinem Mittel roei dien wollte, ver- L « anlaßte mich schließlich, den g Dr. Hildebrandt'schcn i weihen Kräuter-Drust- Syrup *) 7 in Anwendung zu bringen, und schon nach Gebrauch von einer halben , Flasche war der Husten vollständig I ■■ verschwunden, welches ich hiermit , gern attcstire. :■ Cassel, im Mai 1869. I. Diele, Mützenmacher. j -^) In Gießen ist dieser Brust- B ' Shrup in Flaschen » 1 Thlr-, 15 Sgr. ■ ' und 7*/2 Sgr. allein ächtzu haben bet | - (11550) Carl Frech. I ____ 11560) Ananas, Rum und Arrac- Punsch Esscnzc, empfiehlt Carl Lony. 11557) Doppelte und einfache Terzerole sind vorräthig bei A. Dickore, Büchsenmacher. Zur qef. Beachtung. 11575) Das"Mchl aus der Kun st müh le der Herren Franz Peppler 8» ^omp. wirb bei uns unverfälscht zu denselben Preisen, wie in der Mühle, verkauft. Feinstes Blüthenmehl, pr. Pfd. 8 kr., Feinst. Waizenvorschuß „ 7 „ „ ,, O I, I. A. Busch Sohne. 115*0) Christbaumlichter und Wachsstöcke in weiß und bunt billigst bei Ernst Hermes, ________________ Materialist._______ ZurAusschmückung der Gräber Kränze und Bouquets von natürlich getrockneten Blumen stets vorräthig bei Handelsgärtner Georg Becker, (11522) vor dem Neuenweger Thor. 11559) A echt en Jamaica Rum, Arrac und alten franz Cognac billigst bei _____________________Carl Lony. 11584) Bienenhonig, das Pfund zu 24 kr. bei L- Ho sch, Sonnenstraße. 11585) Gold - und Silberschaum und Wachöl,chtchen bei H. Sonntag, am Kirchenplatz. Spirituosen. 11576) Alten französischen Cognac, Rum de Jamaica, Arrac de Batavia, holländischen Genövre, sowie sämmtliche feine Esscnze, empfehlen I. A. Busch Söhne. 11558) Feinstes Blüthenmehl und feine durchsiebte Raffinade, sowie sehr schöne Citronen, empfiehlt Carl Lony. 11540) Zu verkaufen: Cin Gruben Compaß mit Hängewerk und Zulegplatte, Stativ und Gradebogen; Eine chemische Waage mit Gramm- und Ertra - Grammgewicht; Ein Löthrohr. Die Gegenstände stehen bei Unterzeichnetem zur Ansicht. Müller, Lehrer- 11582) Mein Kleidcrlagcr, bestehend in Joppen und Säckchen, von 6 fl. an das Stück, sowie in Hosen, von 1 fl. 48 fr. bis zu 10 fl. das Paar, bringe ich hiermit in empfehlende Erinnerung. _______________________L. Ho sch, Decateur. 11526) Ein Frachtschlittcn ist zu verkaufen. Näheres bei der Exped. d. Bltts. Bermiethungen. 11568) Ein Familienlogis, Anfangs Januar 1870 beziehbar, ist zu vermiethen Neustadt Lit. D. Nr. 86. 11592) Einige möblirte Zimmer sind zu vermiethen. I- Göbel. 11516) Ein Familienlogis, bestehend aus 3 Zimmern mit 1 Cabinet, ist zu ver- rnietben. Wo? sagt die Erped. d. Bltts. 11554) Ein rnöblirtes Zimmer ist zu vermiethen bei Hch. Hanitsck, Schuhmacher, __________________Kirchenplatz A. 22. 11562) In der Nähe der Eisenbahn ist ein Familienlogis zu vermiethen. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 11590) Unterzeichnete empfiehlt sich ver- ehrlichem hiesigen Publikum als Kochfrau. Frau Frank, wohnhaft bei Herrn Färber Jughardt, Neustadt. 11563) Ein braves Mädchen für häusliche Arbeiten wird auf sogleich oder auf Weihnachten gesucht. Das Nähere bei der Erped. d. Bltts._____________________________ SB a r n u u g. 11555) Hierdurch warne ich Jedermann, meinem Vetter Joh annes Borger in Altcn-Buseck auf meinen Namen Etwas zu borgen, indem ich für Nichts hafte. Zugleich warne ich aber auch Jeden, demselben Etwas abzukaufen. Justus Schäfer, in Alten-Buseck. 11537) Ein Familienlogis ist zu vermiethen und sogleich beziehbar. Bei wem? ägt die Exped. d. Bltts. 11553) Ein Zimmer zu einem Geschäftslocale wird zu miethen gesucht. Näheres bei der Exped. b. Bltts. 11536) Ein Familienlogis, beftehenb aus 3 Zimmern, Küche, Keller, Waschküche re., ist zu vermiethen unb am 1. Januar 1870 beziehbar. I. Mannberger. 11525) Ein Familienlogis, beftehenb aus 3 Zimmern, Küche, Kammer unb Zugehör, ist zu vermiethen unb alsbalb zu beziehen bei______________H- M. Jugharbt. 11515) Ein Familienlogis ist zu vermie-j then. Bei wem? sagt bie Expeb. b. Bltts. 11524) Vor bem Seltersthor Lit. E. Nr. 87 an ber Scloor ist ein kleines mö dlirtes Zimmer zu vermiethen. Vermischte Anzeigen A nsra g e. 11587) Haben bie Unterzeichner ber Extra-Beilage zu Nr. 147 bes Gießener Anzeigers, betreffenb bie österreichischen Sechskreuzerstücke" von ben Jahrgängen 1848 unb 1849", welche nach Aus-schrei- ben Großherzogl. Ministeriums erst mit bem Jahr 1870 außer Cours gesetzt werben, bas Recht, biefelben schon jetzt nach ihrem Belieben herabzusetzen? Veränderungen und Reparaturen an Pehwaaren werden rasch und billigst durch Unterzeichnete auSgesührt. Langjährige Erfahrungen in einem der ersten Geschäfte Frankfurts stehen derselben zur Seite. Bestellungen wolle man gefälligst bei Wittwe Belz (Löwengasse) abgcbcn. Gießen, den 23. October 1869. Katharine Belz, (10069) wohnhaft im Schützenhof. 11323) Ein Mädchen vorn Lande wird auf Weihnachten in Dienst gesucht. Näheres bei der Exped. d. BlatteS. 11513) 700 fl. werden auf erste Hypothek gegen vierfache Sicherheit zu leihen gesucht. Von wem? sagt die Exped dieses Blattes. Hamburg, Berlin, Basel, Wien, Leipzig, Stuttgart, Zürich, St. Gallen, Genf, Neuerwall, 50; Leipzigerstrasse, 46 ; Steinenberg, 29; Stadt, Neuer Markt, 11 ; Markt, 17, Königshaus; Kronprinzstrasse, 1 B ; Elsassergasse, 1 ; Obere Grabenstrasse, 13 ; Place du Molard, 2. IIAASENSTEIN# VOGLER Zeitungs-Annoncen-Expedition, in Frankfurt am Main, grosse Gallusslrasse 1, im 1. Stock. i Deutscher Phönix, Verßchknmgs-Gtftllschaft in Frankfurt, versichert Mobilien, Maaren, Felderzcngnijse rc. zu sehr billigen Prämien und unter den liberalsten Bedingungen. Der Unterzeichnete hält sich heim Abschlüsse von Versicherungen bestens empfohlen. I. G. Appel. 11533) Neueste Lichthalter für Christ- bäume empfiehlt Wilh. Orbig, Neuenbauen. 11572) Prinzeßmandcln, Tafelrosinen, ital Haselnüsse und neue Apfelsine« empfiehlt Emil Fischbach, Seltersweg. 11530) Bierhefe, täglich frisch, bei August Plank, in ber Wolkengasse. 1152«) CellcrWachsstöcke unb Lichter- chcn, bekanntlich oas beste unb woblrie- chenbste Wachs, empfehle ich bestens, sonne mein beliebtes AniSgebackencs in 3 Sor- 11586) Patentschlittschuhe ohne Riemen, in allen Größen bei Emil Pistor. Südftülljte. 11574) Spanische Apfelsinen in großer süßer Frucht, sowie Malaga-Ci fronen, letztere pr. Hundert zu fl. 4. 40 fr-, empfehlen I. A. Busch Söhne. Brauermalz, 500 Gentner, in großen unb kleineren Par- rieen, sowie Hopfen unb Fasipech, empfiehlt bie Malzfabrik von (11542) E. Pitthan. ten, als: fein rothes Gewnrz-Anis, pr. Psb. 48 kr., „ gelbes Anis, „ „ 40 „ „ weißes „ » ,/ 32 „ sehr schöne unb gute Honigkuchen ....... " Eb. Linb, Hofeonbttor. 11570) F.inftes Schweizer Kirfch- wasser empfiehlt Emil Fischbach, Seltersweg. 11523) Oefen unb Kochherde zu Steinkohlen- u. Holzbranb, Steinkohlcnkaften, Fencrunge'geräthschaften, Kochgeschirre aller Art, von Gußeisen, roh unb emaiUirt. verzinntes sog. GesundheitSgcschirr, Petroleum Kochapparate, Steinkohlen unb Braunkohlen empfiehlt ____________________I. G. D. Bavft. 11568) Bettladen, ein- unb zweiichläferiae, sind zu verkaufen. Zu erfragen Brandgasse Lit. A Nr 202.____________________________ 11578) Frische Sclieüfische und Schollen, sowie rusfische Pickles, Sardinen, sind stets zu haben bei Bäcker Vogt, in der Wallthorstraße. 11583) Zuv^clzcug in Auswahl von 12 fr. an bie Elle bei L- Hosch, Sonnenstraße. 11585) Circa 6 Ohm guten Aepfel- wcin verkauft im Ganzen ober auch in kleineren Gebinben E- P a u s ch, am Asterweg. 11532) Zu bevorstehenben Weihnachten bringe ich mein Lager in lackirten Blech waaren, sowie eine große Auswahl von Sptelwaaren, zu ben billigsten Preisen in empfehlende Erinnerung. Wilh. Orbig, Neuenbäuen. 11519) Der Steinbruch in ber Schwarzlach, am sog. Felsen, ist nebst 2 Morgen zugehörigem Feld unter günstigen Bedin- 11520) In Folge Ablebens des pensio- nirten Ober-Rechnungs-Probators Lehr in Nieder-Ohmen (Eisenbahn-Station zwischen Grünberg und Alsseld in Oberhessen) ist dessen hinterlassenes Feldgut, bestehend in einer geräumigen zu jedem Geschäft tauglichen, unweit des Stationshauies gelegenen Hofraithe mit etwa 50 Morgen Land, worunter eine entsprechende Anzahl guter Wiesen, aus freier Hand zu verkaufen. Zur Auskunft erbötig unb zum Verkaufs- Abschluß ermächtigt ist Dr. Schüler, Hosgerickts-Abvoeat in Gießen. Lebensversicherungsbank f. D. in Gotha. 11546) Versicherunqsstand........... 101,500000 fl. Effcctivcr Capitalfonds 25,900000 „ Versicherungen werben vermittelt burch A. Ricker, Buchhändler in Gießen- Arbtiterblldnngs - Verein. 11117) Am dritt n Weihnachtsfeicrtage, Abenbs 7 Uhr: Tanj-Unterhallung mit Christbtfchkerung im Saale des /Prinz Carl/ Karten hierzu ä 24 fr. werben bet ben Herren: H. Sonntag, W- Simon unb K. Baum, sowie Abenbs an ber Kasse, abgegeben- — Bei benselben können auch die Geschenke (im Werth nicht unter 15 fr.) abgegeben werden. Schlesische Feurrvrrflcherungogescllschafl in Breslau, 1848. fl. 16,978,553. 5,250,000 1,721,499 508,839 1040,679,740 21,582,827 Spiegelglas - Versicherung. Sie leistet ferner Fluß- und Eisenbahn - Transport - Versicherungen unb gewährt burch ihre Abonnements-Policen besonbere Vortheile. Prospecte und Antrags-Formulare werden durch die unterzeichneten Agenten gratis ert heilt. I. Bock, in Gießen, Ph. Garde, in Friedberg, H. Dietz, m Kestrich bei Alsfeld, E. RuckelShausen, Gemeinde-Einnehmer m Elpenrod, L. Halberstadt in Münzenberg, W. Braun, in Grunberg. gegründet und bestätigt im Jahre 11357) Grund-Capital Prämien- und Zinsen-Einnahme pr. 1868 Reserven Ende 1868 ........ Versichertes Capital Ende 1868 .... 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Derselbe erscheint wöchentlich dreimal, Dienstags, Donnerstags und Samstags, und kostet in Gießen vierttÄK frei in'S Haus geliefert. - Für auswärtige Abonnenten, welche nur bei der Post oder den Laudpostboten abonuireu können, beträgt der Mhrige - ?lbonnementsvieiS 4» Kreuzer tUfL ^b^Di^answartige» Abonnenten machen wir darauf anfmerksam. dafi nnr da>n> voll- zahlis^Nummeru des Blattes geliefert werden können, wenn sie fchon letzt be, der Poft chr ! preis Markt Decbr- Kruchtmärkte. fl.^kr kr. fl. kr. fl. kr. fl. kr. kr. fl- kr. fl. fl. kr. fl. kr. kr- fl. kr. fl. M- M- M. M- M- M. 40 10 10 59 10 48 7 5 16 13 | 5|15| 2 : Waizeu 200, Korn 180, Gerste 160, Spelz und Hafer 120, Erbsen, Linsen, Wicken 220, Kartoffeln 200, Mehl 140 Pfunds Normalgewicht per Malter: Frucht- und Mehrpreise in verflossener Woche von nachbenannlen Orten und Fruchtmärkten I Walze,7 I Gerste. Spelz. | Hafer. Erbsen. J gin^n. _ Wicken.^ TZM iSEgB Sfi MZM8M8 MM Kartoffeln. | CufTem Ml-- Ä? Markt vreis N 6 7 6 15 32 5 4 2 2 8 7 8 8 9 10 12 ;.s 58 r. Gießen Alsfeld Grün berg Lauterbach Mainz M. 5 11 M- 9 10 M- 5 211 13 258 M- 1 2 1 M- 6 26 11. 11. 11. 10. 10 M- 2 59 M- 10 111 10 26 ^Dcu" y'lbvnneitteu^u der Stadt Gießen werden wir, wenn vorher keine ausdrückliche ^lbbestelliing erfolgt, das BNNt auch ni i Qua tal 1870 zuseuden und den Abonnemeutbetrag Me seither durch Quittung erheben lassen Die Expedition des Gießener Anzeigers. M- 1 1 48 40|- 2 7-- 14 | 7 30| — 11 52i 23 11 6| - Q M^ 9 35 M- M- 4 4 Feuilleton. Aus htm Leben einer Nonne. Novelle von 2- H- in Dein Her, geschaut, wie es drinn n aursieht; Du weiß«, daß Du gefehlt hast Du weißt, daß Du Deine Schuld siihnen mußt, aber Du hast nicht den Muth, das rechte Opfer zu bringen. Ich kenne Elisabeth, ich weiß, wo da« arme Kind ist aber ich schwöre Dir bei der Mutter Gotte« Du erfährst e« nie, wenn Du nicht in ihre Verbindung mit Adolph von FelSeck willigst. Einen Augenblick sah ihn die Gräfin erstaunt an, aber dann stieg die flammende ZorneSrothe ,n ihr Gesicht, als sie daran dachte, daß man sie zu etwas zwingen könne, und jede weichere Regung war au« ihrem Antlitz verschwunden.^ ($ miaigtn/, entgegnete sie mit eiserner Stimme. Elisabeth ,st für da« Kloster bestimmt und Niemand wird me nen Willen ändern. Ich habe die Welt kennen gelernt und weiß, daß man mcht« Gute« davon zu erwarten hat. Darum soll Elisabeth .m Kloster Ruhe und Frieden finden, ich habe Mittel und Wege genug, meinen Zweck zu erreichen. F Der Schuldige hat nicht« von der Welt zu erwarten, Marion, und darum muß er sich davon zuriickziehen, aber für den Schuldlosen hat sie Schone«^genug.^renh^t, 3j} tai männlich? Mir, dem schwachen ^'^ug^m DaBenberg zuckte die Achseln. „Du bist kein schwache« Weib, Marion," entgegnete er scharf, „denn gerade in diesem Augenblick, wo Du den Muth hast, Dein hülslose« Kind lebendig zu begraben, legst Du mehr Starke an den Tag, wie je ein Mann besaß. Marion, Marion, sagte er fast Leo. hend, „füge Deiner Schuld nicht eine zweite, viel größere hmzu, d,e Du alle Ruhe rauben müßte. Ich sage Dir, daß eine« Tagt« d,e Reue bei Dir an- Hopfen wird, wenn man Dir meldet, daß Elisabeth sich den Kopf an den Mauern de« Kloster« zerschlagen hat, wie e« meine Martha gethan Und ich weiß, daß sie c« thun wird, ich weiß, daß kein kurze« Jahr vergeht, und sie hat da« Kloster mit dem Grabe vertauscht Dann stehe zu, daß Du mit Deinem Gewissen fertig wirst, dann werde ich die Stunde verfluchen, wo ich Dick aetiebt und an Dich geglaubt habe, dann werde ich Tag für Tag beten, paß Deine Qualen Dir da« Herz zerfleischen, wie Du da» Deine« unglücklichen Kinde« zerfleischt hast." Hugo hielt erschrocken inne. Marion " sagte er dann weich, „etrgieb nur, wenn ich zu hart gesprochen habe " Aber Ich konnte nicht ander«, Elisabeth'« Wohl ist zu eng mit dem meinigen verknüpft. Konnte ich dazu beitragen, sie dem «eben und dem Glücke zurückzugeben, so hätte ich doch wenigsten« eine gute That begangen, die mich trösten konnte. Habe Mitleid mit mir, Marion, und mit Clr ^Laß' mich, Hugo," flüsterte die Gräfin mit völlig veränderter, weicher Stimme, nur kurze Zeit will ich mich bedenken, ich muß mich erst zu dem wichtigen Schritte, den ich vorhabe, vorbereiten." . E« war kaum vierzehn Tage nach den letzten Ereignissen, al« in der Donikirche der benachbarten Stadt eine Doppelfeier vor sich ging, wenn gleich fe^r ”‘^c'unt" anfsHcoipt) von Felseck und Elisabeth standen am Traualtäre, ihnen zur Seite die Gräfin Marion und Hugo von Dodenberg. AI« die $rauung«ceremonie beendet war und da« neuvermählte Paar den Segen de, Priester« empfangen hatte, da ging eine andere, nicht minder ernste Feierlichkeit vor sich — die Gräfin Marion nahm den Schleier. (Schluß.) Alle Vorbereitungen, Elisabeth zurück zu erlangen, waren schon g.macbt fcenn die Gräfin ahnte wohl, wohin sie ihren Weg genommen hatie, und sie ielber rüstete sich zur Abreise nach der Garnisonstadt, wo Adolph wohnte. D.e Gräfin Marion von FelSeck saß reisefertig in ihrem Gemache ; draußen subr schon der alte Reisewagen vor, und ungeduldig wartete sie aus die Die- nerin die ihr melden sollte, daß Alle« zur Abfahrt bereit sei. In diesem An- aenblick öffnete sich die Thür des Gemaches, aber — Gräfin Marion stieß einen leichten Schrei de« Schrecken« au« — nicht die alte Dienerin, sondern eine hohe stattliche Männergestalt trat ein. Eine sonderbare Ahnung tauchte m dem Herzen der Gräfin auf und erfüllte sie so sehr, daß sie nicht wagte, ihr ^"‘‘DeTeWUne war ein Mann von vielleicht etwa« über vierzig Jahren, obgleich sein Gesicht, worin der Kummer tiefe Falten gegraben ^atte, ihn beceu- älter erscheinen ließ. Der Mann trat dicht an die Gräfin heran. ©näBige Frau," sagte er mit tiefer Stimme, aber der Klang derselben berührt st- s», »«6 tin 3Utern ihre Gestalt durchlief, „habe ich mcht die Ohre, °Hug^"°murwe'lIe dtt Gräfin7nl°«, indem ihr Gesicht noch bleicher al« • k 1 A In.trbe und sie ihren Kopf in Vie Polster vkS Sessels verbarg. b^°Nchm rz iche« Stöhnen weckte die Gräfin Marion 0U« ihrem Hinbrüten. Sie blickte ^empor und sah jetzt in Hugo'« Antlitz, das voller Mitleid auf seiner 1°^'°Wir?nd Beide alt geworden, Marion," sagte er nach einer Pause, „die 3* toSXÄ SÄlen undvon ^rErinnerung ... JT,,. , ^1 dem Kopse. Urplötzlich waren alle ihre rachsüchtigen Ge- danken verschwundendachte- -ur noch an jene Fiche Ze.^die^dama^den •n6*£•*» f* ’biÄÄ' S*" "ä ä'VX* W°r smarion^um meines eigenen Leiden« willen, verzeihe nur. Glaube mir, Xer gebüßt, da« Unglück hat sich verderbenbringend an meine Sohlen geheftet und Alle« der Vernichtung Preis gegeben, was sich mir zu ?Ä Wlanl, womit Se?«eck mich umgab, hatte die Stimme des^Herz^s zum Sckweiaen gebracht, bi« sie bei Deinem Anblick auf'S Rene erwach e Dennoch ick Mi» Acht von der Sünde frei, als da« Weib eines Andern durfte ich meinen Pflichten nicht untreu werden, und ich weiß, daß ein große« Opfer •""“L"« Ä W!‘ ••• 0,1«. «.'D. bringen willst, kann Deine Schuld nicht sühnen, sondern sie nur erhöhen. Sttll" fuhr er fort, al« er sah, daß die Gräfin ihn unterbrechen wollte, „unter brich mich nicht, ich weiß Alle«, mehr noch al« Du. Ich kenne Dich und h 11. December. In Pans ist gestern das Gclbbuch und das Blaubuch ausgegeben worden. Letzteres, welches den inneren Angelegenheiten gewidmet ist, beschränkt sich darauf zu constatiren, daß die Wahlen ungeachtet der Lebhaftigkeit der vorhergegangenen Polemik mit unbestreitbarer Ordnung und Regelmäßigkeit vor sich gingen. Ferner werden die Veränderungen darge- stellt, welche sich aus dem SenatSeonsult für die inneren Verhältnisse ergeben. — Das Gelb buch handelt von den Beziehungen zum Ausland. Hinsichtlich Deutschlands sagt dasselbe: In den Verhält- nissen des norddeutschen Bundes und der süddeutschen Staaten hat sich keine besondere Veränderung zugetragen, und wir sahen in den Fragen, welche die deutschen Cabmete wahrend dieses Jahres beschäftigten, keinen Grund, die Zurückhaltung aufzugeben, welche wir gegenüber den Umgestaltungen beobachteten, die jenseits des Rheins ins Leben traten. — Unsere Beziehungen zu Deutschland sind ohne Unter- brechung durchaus freundschaftlicher Natur geblieben. — Der Bericht über die Finanzlage soll später veröffentlicht werden. In seiner Allocution an die „Väter des Concilö" drückte gestern der Papst seine Freude aus über die Ankunft der Bischöfe, welche nach Rom gekommen seien, um allen Menschen den Weg Gottes zu lehren und mit dem Papst unter den Auspicien des heiligen Geistes die falsche menschliche Wissenschaft zu richten. — Es sei nothwenbig, daß die Kirche gegen eie gottlose Verschwörung kämpse, aber sie habe nichts zu fürchten, denn sie sei stärker als der Himmel (?) — Die nächste Sitzung wird am Tage Epiphanias stattfinden und darin über die bis dahin ausgear- beitkUn Decrete abgestimmt werden. Die englische Regierung proclamirte angesichts einer bevorstehenden Demonstration der Organisten in einem Theile der irischen Grafschaft Londonterry den Belagerungszustand. Der spanische Minister für die Colonicen erklärte, daß er aus Gründen der Staatsklugheit die Depeschen der Behörden Cubas und Portoricos über den für letztere Insel vorgeschlagenen VerfaffungS- entwurf nicht zur öffentlichen Kenntniß bringe könne. Es scheint demnach nicht, daß der Entwurf den Beifall jener Behörden gesunden hat. Vom Kriegsschauplätze in Paraguay wird berichtet, daß die Vorhut deö Grasen d'Eu am 13. Oct. in San Estanislao eingerückt sei, vom Feinde jetoch nichts mehr vorgefunden habe. Der Ort war fast ganz verlassen und Lopez schon seit 20 Tagen mit 3000 Mann, meist ganz jungen Leuten, abgezogen. Neber seinen augenblicklichen Aufenthalt widersprechen sich die Angaben. Gewiß ist nur, daß die verfolgende Armee wegen der Schwierigkeit der Verpro- viantirung mit den härtesten Entbehrungen kämpfte; der Oberbefehlshaber hatte in Folge dessen bereits die Argentiner zurückgesandt. In Rio glaubte man, daß Graf d'Eu demnächst zurückkehren würde. Gleichzeitig würde man dann Vie fruchtlose Verfolgung des flüchtigen Lopez aufgeben. Man verschweigt sich jedoch auch nicht, daß, wenn der Vertriebene zurück- kehren könnte, nicht nur das Volk, sondern selbst die provisorische Regierung ihn mit offenen Armen empfangen werden. 13. December. Die „Nordd. Allg. Ztg." knüpft an den von dem Grafen Hohenthal in der Sächsischen 1. Kam- nur gestellten, die Competenzgrenzen des norddeutschen Bundes betreffenden Antrag folgende Bemerkungen an: „Wir haben die Berechtigung des norddeutschen Bundes, über seine Competenz in dem durch die Verfassung vorgezeichmten Wege allein zu entscheiden, bei Gelegenheit des Antrages des Grafen Lippe im preußischen Herrenhause ausführlich nachgewiesen. Ein Bund, dessen verfassungsmäßigen Organen diese Prä- rogative nicht beiwohnen sollte, entbehrt die Bedin- gungen der Lebensfähigkeit. Es ist eine Thatsache, daß der nortdeutsche Bund weit entfernt ist von einer Provozirung der Erweiterung seiner Rechte, wie denn auch kein Anstoß zu dieser Erweiterung Seitens des Buntespräsidiums stattgefunden hat. Ebenso kann cs aber keinem Zweifel unterliegen, daß der „nordteutsche Bund" auch nicht den Schein tes Zurückgehens eines seiner Mitglieder hinter die ver- fassungsmäßige Competenz t ule en und einem solchen Versuche mit allen Mitteln entgegentreten würde." Der „N. fr. Pr." sind „von einer in dalmatinischen Angelegenheiten unbedingt verläßlichen Seite" eine Reihe von Berichten über den Ständler Tinge in den Bccche di Cutaro zugegangen, welche die dortige Lage in weit beruhigenderem Lichte erscheinen lassen, als nach den bisherigen Berichten allgemein angenommen wurde. Die ganze Zupa ist ruhig und pacificirt bis auf drei Gemeinten, mit denen man hoffentlich bald fertig sein wird. Der ganze Bezirk von Castelnuovo hat sich unterworfen und Garan- ticen der Unterwerfung gegeben. Nur die Crivoscie ist noch insurgirt, aber auch dort ist die Insurrection im Ersterben. In dem Maße eben, als Montenegro die Mittel zur Unterstützung des Aufstandes, Proviant und Munition, ausgehen, wird die Lage der Crivos- ciamr schwieriger, und ver Winter dürste das Uebrige um so mehr thun, als den Aufständischen der Weg zur Küste, wo sie sich Proviant holen könnten, völlig abgeschnittcn ist. Die Nachricht von der demnächstigen Wiederaufnahme der militärischen Operationen ist höchstens in dem beschränkten Sinne zu verstehen, daß gegen die oberhalb Budua liegenden Gemeinden Po- bori, Braich und Maini von der Colonne des Brigadiers v. Schönfeld vorgegangen werden sollte. Von Wien wird gemeldet, daß sich bei den Insurgenten der Crivoscie circa 70 Malvivente aus der Herzegowina befinden,, welche an der Hartnäckigkeit der Aufständigen viel Schuld tragen. Montenegro hält feil einigen Tagen, bei Verhängung harter Strafen, strengstens auf Neutralität. Der Statthalter für Dalmatien, FML. Wagner, hat seine Demission eingereicht, Vie verfassungstreuen Dalma- tiner bedauern diesen verhängnißvollen Verlust, während die bocchesischen Rebellen und die Nussenfreunde über diese Aenderung, als das Resultat ihrer beständigen Bemühungen bet Minister Taaffe, in Jubel ausbrechen. „Figaro" sagt, eine an den Gesandten Frankreichs in Rom, Marquis von Banneville gerichtete Note des Justizministers erkläre, daß cs schon von religiösem Standpunkte aus nicht zeitgemäß erscheine, die Frage der päpstlichen Unfehlbarkeit aufzuwerfen; in politischer Hinsicht aber heißt es nichts anderes, als Frankreich von den Verpflichtungen entbinden, die es durch das Concordat übernommen habe. In Neapel tritt Ricciardr'S Anti-Concilium wieder mehr in den Vordergrund. Die Florentiner Freidenker haben beschlossen, Martinati, Mantici und Lobbia hinzuschicken. Ricciardi selbst veröffentlichte dieser Tage ein Schreiben, in welchem er 11 größere Städte der Halbinsel und Siciliens aufzählte, deren Bürger aufgefordert worden seien, am 8. Dec. in öffentlicher Versammlung ihren Beitritt zu folgenden Resolutionen auszusprechen: „1) Unversöhnlicher Krieg gegen das Papstthum; 2) Protest gegen die Vergewaltigung durch Napoleon; 3) unbedingte Gewissens- freiheit für Jedermann." Man fürchtet in Rom, daß aus dem wissenschaftlichen Protest ein handgreiflicher werde. (Inzwischen ist laut telegraphischer Meldung der „Correspondance Jtalienne" das Anti - Concil wegen des Rufes: „Tod dem Kaiser der Franzosen! Es lebe das republikanische Frankreich!" von den Behörden aufgelöst worden.) Amerikanische Blätter veröffentlichen einen Brief ves Generaladjutanten ter cubanischen Insurgenten- Armee, worin er erklärt, daß die Cubaner keine fremden Soldaten, sondern nur Waffen und Uniformen brauchen. Die cubanische Armee zählt 26,800 bewaffnete Soldaten, denen 40,000 emancipirte Neger zur Seite stehen, die als Waffe nur die Masetas, halb Beil halb Fleischaxt, führen. Mit 75,000 Gewehren hofft General Jordan die cubanische Unabhängigkeit in 90 Tagen herzustellen. Gleichzeitig bittet er die amerikanische Frauenwelt um Unter- stützungen für 30,000 cubanische halbnackte Frauen, die, wie er schreibt, auf den Bergen ein urweltliches Leben führen. Hoffen. Darmstadt, 13. Dec. In der heutigen Sitzung beider Kammern reichte der KriegSministcr eine Vorlage ein, worin für die Errichtung der Landwehr der Betrag von 300,000 fl. gefordert wird. Oesterreich. Wien, 12. Dec. Die heutige „Wiener Ztg." publicirt in ihrem amtlichen Theile ein Waffenausfuhr, verbot au« den adriatifchen Höfen für die Dauer der Unruhen in Dalmatien. Wien, 13. Dec. Eine heute Vormittag abgehaltene Arbeiterversammlung entsendete eine Petition an den Minister- Präsidenlen behuf« Gewährung der EoalitionSfreiheit, VereinS- freiheit, Preßfreiheit, Reform des Wahlgesetzes und Aufhebung des stehenden Heere«. Der Ministerpräsident versprach die Forderungen dem Ministerrathe vorzulegcn. — Die Ordnung wurde nicht gestört. Agram, 11. I«c. ES soll eine Mobilisirung der Landwehr (?) bevorstehen. Ungarn. Pefth, 10. Dec. Durch das Auötretcn der SamoS und ihrer Nebenflüffe steht ein großer Theil des Szath- marer EomitateS unter Waffer. Ganze Dörfer sind fortge- schwemmt, viele Menschen und Hausthiere ertrunken. Zahlreiche Obdachlose campiren im Freien. Italien. Florenz, 13. Dec. Der Arno ist erheblich gefaUur, für Pisa ist keine weitere Gefahr. Man glaubt, daß die Ueberschwemmung 40 Todte gekostet hat. Am Sonnabend wurden 15 Leichen bereits aufgefunden. Rom, 10. Dec. In der Generalcongregativn, welche daS Concil gestern in St. Peter abgehalten, wurden zum Schluffe der Sitzung zehn Mitglieder gewählt, welche zwei Bureaus, jede« von füuf Mitgliedern, bilden werden. Diese Bureaus führen die Titel „judices excusationum“ und „judices querelarum et contraversiarum.“ — DaS Welter ist andauernd sehr schlecht; die Zahl der eingetroffenen Fremden ist eine sehr geringe. 1 Rußland. Petersburg, 11. Dec. DaS „Journal de I St. Petersburg" dementirt die Gerüchte über die Krankheit des Reichskanzlers Fürsten Gortschakoff. Die osficiöse Zeitung sagt, der Zustand deS Fürsten flöße nicht die geringsten Besorgnisse ein und derselbe habe seine regelmäßige Thatigkeit ununterbrochen fortsetzen können. Petersburg, 11. Dec. Eine Erpedition, bestehend aus 1500 Mann und 5 Dampfmaschinen, wurden nach dem Balkan- Golfe deS Kaspischen Meeres abgesendet, |»m die Verbindung dieses MeereS mit dem Aralsee vermittelst deS früheren Amu- deria-FlusseS aufzufinden. Türkei. Konstantinopel, 10. Dec. Die Insel RhodttS wird auf Befehl des Sultans stark befestigt werden. Die Arbeiten beginnen sofort. Die telegraphische Verbindung mit Bagdad ist gestört Belgrad, 11. Dec. AuS Anlaß deS morgen gefeierten 39. Jahrestage« der Anerkennung Serbiens durch Europa wurde die Gründung einer vollständigen Universität mit fünf Facul- täten beschlossen. Amerika. New-Uork, 10. Dec. Die seitens des Marschalls der Vereinigten Staaten, Barlon, mit Beschlag belegten spanischen Kanonenboote sind freigegeben worden und gehen sofort nach Cuba ab. Vermischtes. Gießen, 15. Dec. In nächster Zeit wird Herr Dr. L. Burmeister seine Vorlesungen Reu ter'sch er Dichtungen dahier eröffnen, und wir glauben umsomehr ein ur- theilsfähigeö Publikum darauf aufmerksam machen zu müssen, da der Vorleser vollständig deö Plattdeutschen mächtig, durch seinen Vortrag zu größerem Verständniß Reuter'scher Dichtungen beitragen wird. Die Elberfelder Zeitung spricht sich dahin aus, daß eine solche Art deS Vortrages gleichsam al« der Spiegel der jenen Dichtungen innewohnenden Seele zu bezeichnen ist. Herr Burmeister zeigt uns sowohl die ganze Fülle de« echten, naturwüchsigen Humors, mit welchem Fritz Reuter die plastischen Gestalten seiner Dichtungen auSge- stattet hat, als auch das ungemein tiefe Gemülh, welches aus feinen Darstellungen von der Menschen Lust und Leid hervor- leuchtet. Durch den Vortrag der Gedichte ^Die swarten Pocken", „Wo iS dat Füer?" „Der Probenreiter" und einer ergötzlichen Episode aus „Nt mine Stromtid" (wo „Fritz Trid- delsitz in Jwersük verfällt, Gedichte makt un Breiw schriwwt, worin hei sine leiwe Tante för'n Draken un Bräsigen för en Rindveih erklärt, un woanS em dit bekümmt, un worüm de Fru Pastern fik lang un dünn merken met un Brafig in den Graben sollt") versetzte er die Zuhörer in die größte Heiterkeit, während der Vortrag des ersten Capitels aus „Ut mine Stromtid" (Hawermann während der Auction und am Sarge seiner Frau) von wahrhaft ergreifender Wirkung war. Besonders wollen wir auch hervorhrbcn, daß Herr Burmeister mit großem Geschick Wörter, die dem der plattdeutschen Sprache weniger Kundigen unverständlich sein würden. vermeidet, resp. sie umzuformen weiß, ohne daß dadurch der Charakter deS Plattdeutschen beeinträchtigt wird. Die sämmtlichen Zuhörer werden fast jedes Wort verstanden bahn. Es kann somit jedem, der sich von Herzen amusiren will, der Besuch dieser Vorlesungen anempfohlen werden. Offenbach. Die Theilnahme der hiesigen Arbeiter, besonders der Ledergalanteriearbecker, an der im Mai nächsten Jahres in Darmstadt stattfindenren Ausstellung der Handwerker, ist fortwährend im Steigen und wird dieselbe von hier aus nicht unbedeutend beschickt werden. Frankfurt, 14. Dec. Wegen der Annahme und Nichtannahme der österr. SechSkreuzrrstücke kam eS in den letzten Tagen in Wnthschaften hier zu mehrfachen Zwistigkeiten. In einer Wirthschaft nahm eine solche Differenz einen höchst komischen AuSgang. Als nämlich der Wirth den österr. Sechser einem Frauenzimmer nicht abnehmen wollte, nahm sie denselben zurück, ergriff daS SeidelglaS mit sammt dem Bier und stürzte zum Haus hinaus. Frankfurt. Auf der der hiesigen Hubertus.Gesellschaft gehörigen Salmünsterer Gemeindejagd, District Rauher Berg, wurden am verflossenen Samstag erlegt, ein Wildschwein (Keiler) im Gewicht von 268 Zollpfund: ein Eremplar, wie ein ähnliches noch selten gesehen wurde ; neun schwere Rehe und vier Füchse ?c. Sämmtliche Jagdbeute blieb einige Tage bei Herrn I. P. Löffler auf der Friedberger Landstraße für alle Jagdfreunde zur Aussicht ausgestellt. Frankfurt. Bei einem Ende verfloss»ner Woche verstorbenen Süddeutschen, welcher in hu besten Verhältnissen lebte, war es sehr schwierig, die Werthsachen zu entdecken, nur ein Zufall führte zur Auffindung derselbe». AIS man nämlich in der zugebundenen Peruicke des Verstorbenen, welche im Bett versteckt lag, eine Summe von 120 fl. fand, schloß man daraus, daß wohl das Bett der Geldschrank gewesen fein müsse. Man fing daher an, die Kopfkissen, Strohsack und Matrazen aufzuschneiden und entdeckte hier Werthpapiere im Betrag von 60,000 fl. — In diesem Falle kommt das Vermögen an lachende Erben. Gestern Nachmittag fand auf dem Main Neckar-Bahnhof eine erschütternde Scene Statt. Ein junger Darmstädter Soldat, welcher beim Train stand, sollte wegen eines DiSciplinar- vergehens bestraft werden. Er legte sofort feine Militärkleidung ab und fuhr nach Frankfüit. Der Vater und die Schwester des Betreffenden, welche nichts Gutes ahnten, machten sich sofort hier auf den Weg und trafen den Gesuchten auf hm Neckarbahnhof in dem Momente als er au« dem Wartesaal trat. Al« dieser den Vater erblickte, zog er eine Pistole und erschoß sich. Der Schrecken und daS Entsetzen deö VaterS lassen sich fühlen, aber nicht beschreiben. Florenz, 6. Dec. Auf dem Mont Ceni«, auf der Seite von Susa, wurde ein ganzer Gülerzug durch eine Lawine in den Abgrund gestürzt. Alle acht Personen, welche denselben begleiteten, sind todt. Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.