r, -'»"lit « "8"‘l< ’Sm »" ” ■ ®> *' oi »i<“ * *--Sft : ^Nzen J“ bltk »«»"" V \ ,ni oachbew er -» llalerfchk'st 1'""^ k-eiaeu«-«'^ . :f <*® 7aUf M-'-S .. .41 efUWI fl i Die ’ u i ihren ^7 ÄST*** - * 1 -N« * PrctS vierteljährlich 36 kr. mit Brtngerlohn. Durch die Post bezogen dierteljäbrlich 49 kr. Oitßtmr Anzeiger. Mscheint wöchentttcd drei' mal; Dienstags, Donnerstags und Samstags. - Expedition: Canzleideig Sit. B. 9?r. 1 Mnzeige- und Mmlsölatt für den Kreis Kielen. Nr. 18S Dienstag den 16. November L8«V. ........................................................................ ■UM ■HBWIHI — Amtliche Bekanntmachungen. ' Gießen, am 9. November 1869. Betreffend: Die Rechenschaftsberichte der Wiesenvorstande für 1869. Das G r o ü I) r r j n ij l i dj r K r r i s a m t Giestrn an die Großherzoglichen Bürgermeistereien Annerod, Beuern, Dorf-Gill, Ettingshausen, Gießen, Großen-Buseck, Hattenrod, Lang-Göns, Lich, Lollar, Steinbach, Trohe und Watzenborn. Wir erinnern Sie an Erledigung der Verfügung vom 19. October 1869 binnen 5 Tagen. Dr. G o l d Nl a n n. , Gießen, am 11. November 1869. Betreffend : Das Kreis - Ersatz - Geschäft. - Der Civil-Vorschende der GroßheyogUchen Kreis-Erfatz-Lommistwn des Kreises Gießen ■' . an \ die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Die Stammrollen für 1868, welche nach der alphabetischen Liste zu berichtigen sind, wollen Sie zu diesem Behufe binnen 8 Tagen anher einsenden. In Verhinderung des Kreisraths: Kekul 6, Kreis Assessor. Besondere Bekannt m a ch u n gen. Bberhkssische Eisenbahn-Gesellschaft. Zweite Einzahlung. 10565) In Gemäßheit des §. 4 der Statuten und mit Bezugnahme auf die Bekanntmachung vom 4. September d. I. werden die Besitzer der nachstehend verzeichn neten Interims-Eertisicate für Acticn der Obcrhessischen Eisenbahn-Gesellschaft, auf welche die zum 18. October d- I. ausgeschriebene zweite Einzahlung von fünfzehn Pro c ent des Nominalbetrages der .Actiens oder von fL 32. 30 fr. — 30 Thlr. per Stück, rückständig verblieben ist, hiermit aufgefordert, diese rückständige Einzahlung nebst sechs Procent jährlicher Verzugszinsen und einer Eonventionalslrafe von fünf Procent des Betrages der Einzahlung binnen zwei Monaten nach Ablauf des vorerwähnten Einzahlungs-Termines, mithin spätestens am 18. Deeember 18(59, in Gießen bei unserer Hauptfasse, „ Frankfurt a. M- „ Herren Gebrüder Bethmann, „ „ „ „ von Erlanger K» Söhn, „ „ „ Herrn M KönigSwarter, „Darmstadt „ „ Moritz WolsSfchl, „Berlin „ „ Jos. Jacques, „Stuttgart „ der Württembergtschen Dcrcinsbank nachträglich zu leisten. Solche Jnterims-Eertificate, bezüglich deren der gegenwärtigen Aufforderung vor Ablauf dieser mit dem 18. Decembcr 1869 endigenden nachträglichen Einzahluugs- frist nicht vollständig nachgekommen ist, verlieren ihre Gültigkeit; die darauf bereits geleisteten Einzahlungen aber, sowie alle Anrechte daraus, verfallen zu Gunsten der Gesellschaft. Die Nummern der solchergestalt ungültig gewordenen Jnterims-Eertificate werden veröffentlicht. Der Verwaltungsrath ist befugt, neue Jnterims-Eertificate für die solchergestalt erloschenen auszufertigen und für Rechnung der Gesellschaft zu ver- wertheu. Die Besitzer der nachstehend verzeichneten Interims - Eertificate werden auf die Einhaltung der obigen nachträglichen Einzahlungsfrist um so nachdrücklicher aufmerksam gemacht, als die Ungültigkeit der Jnterims-Eertificate, auf welche die zweite Einzahlung nicht innerhalb dieser Frist geleistet wird, lediglich mit Ablauf des Endtermins des 18. December 1869 ein tritt, ohne daß es er st noch einer ausdrücklichen Ungültig-Erklärung bedarf. Gießen, den 9. November 1869. Der Verwaltungsrath: Baron N. von Erlanger, Ferdinand Fürst zu Usenburg, Präsident. Vice-Präsident. Nummernverzeichniß der mit der 2. Einzahlung ä 15% noch rückständigen Jnterimsscheine für Articn der Oberhcssischcn Eisenbahn-Gesellschaft. Lit. B. Nr. 179. Lit. C. Nr. 555. 623. 624. 625. 668. 679. 683. 1062. 1063. 1186. 1187. 1188. 1387. 1388. 1944. 1945. 1946. Lit. D. Nr. 133. 134. 135. 136. 137. 138. 139. 140. 141. 142. 162. 253. 261. 262. 303. 304. 305. 306. 321. 322. 827. 889. 944. 972. 1361. 1362. 1363. 1461. 1462. 1549. 1707. 1708. 1709. 1710. 1711. 1712. 1714. 1899. 1927. 1928. 2085. 2086. 2103. 2104. 2105. 2401. 3103. 3104. 3105. 3106. 3107. 3108. 3109. 3110. 3111. 3112. 3113. 3114. 3115. 3116. 3117. 3118. 3119. 3120. 3121. 3122. 3123. 3124. 3125. 3126. 3127. 3128. 3129. 3130. 3168. 3206. 3207. 3208. 3209. 3256. 3257. 3258. 3259. 3260. 3693. 3694. 3695. 3696. 4350. 4363. 4364. 4379. 4380. 4381. 6147. 6148. 6149. 7550. Oeffentlicbe Aufforderung. 10556) Aus dem Nachlasse des im Jahre 1845 zu Heuchelheim verstorbenen Andr. Schleenbecker ist eine Erbportion dem unbekannt wo? abwesenden Johannes Schleenbecker, bezw. dessen Kindern zugefallen, welche bisher curatorisch verwaltet wurde. Da die hier anwesenden Kinder, resp. Enkel des Johs. Schleenbecker, Ausantwortung der fraglichen Erbportion an sie beantragt, zu den Kindern des Johs. Schleenbecker aber die unbekannt wo? abwesenden Johs. Schleenbecker., geb. 1800, und Johann Daniel Schleenbecker, geb. 1809, gehören, so werden diese beiden genannten Personen oder deren Rechtsnachfolger hiermit aufgefordert, sogewiß binnen 60 Tagen ihre Erbrechte geltend zu machen, widrigenfalls sie auf ihr Erbrecht verzichtend angesehen und das Vermögen den aufgetretenen Erbiateressenten verabfölgt werden wird. Gießen, den 8. November 1869. Großherzogliches Stadtgericht Gießen. Muhl, Dr. v. Schmalkalder, Stadtrichter. Stadtger.-Assessor. 10582) Nachdem der Ackermann Conrad Lingelbach von Wolferode seine Insolvenz dahier angezeigt hat, werden sämmtliche Chyrographar-Gläubiger desselben aufgefordert, ihre Forderungen unter Vorlage der darüber sprechenden Urkunden im Termine den 10. December er., Vormittags 9 Uhr, in welchem auch zur Abwendung des förmlichen Eoncurses die Güte versucht werden soll, dahier anzumelden. Zur Nachricht dient, daß die nicht erscheinenden Gläubiger dem Beschlüsse der Mehrheit als beitretend angesehen werden, und der Ortsvorstand Lingelbach zu Wolferode zum Curator bestellt worden ist. Rauschenberg, am 8. November 1869. Königliches Amts-Gericht. Hinkel dein. 10567) Die fälligen Pachtgelder für 1869 vom Hospital- und Kirchengut sind innerhalb acht Tagen an den Unterzeichneten zu bezahlen. Gießen, am 12. November 1869. Der Rechner: Wittich. Versteigerungen. 10583) Freitag den 26. l. Mts-, Morgens 10 Uhr, sollen auf unserem Büreau circa 7 Centner ausgeschiedene ältere Acten, unter den bei der Versteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen, zum Einstampfen meistbietend öffentlich versteigert werden. Gießen, den 12. November 1869. Großherzogliches Stadtgericht Gießen. Muhl, Stadtrichter. Immobilien-Versteigerung. 10580) Dienstag den 30. d. Mts., 9tachmittags 1 Uhr, sollen auf dahiesigem Rathhause die dem Jacob Konrad Theodor Martin Braun gehörigen Grundstücke, wie solche nachstehend verzeichnet sind, versteigert werden, als: Flur Nr. Drifte. ■V105U.106 158 Acker an der Broßbrücke, gibt 43Vz h-. Grundrente; 3/162 734 Acker am Krofdorfer Weg, gibt 1 fl. 38'/r kr. °/24 494 Acker zwischen dem Stadtgut und großem Grasweg; t9/ 7Ä ) Acker im Gänsminkel am 19 m 78 j Mittelweg und theils im Gießen, den 30. October 1869. Großherzogliches Ortsgericht -Gießen. _______________K. Vogt.____________ Mobilien - Versteigerung. 10566) Mittwoch den 17. November d. I. und die folgenden Tage, jedesmal von Nachmittags halb 2 Uhr an, sollen in der Wohnung des Eduard Plank auf dem Markt die zum Nachlaß der verstorbenen Balthasar Loos Wittwe gehörigen (10579) unstreitig der von 10584) Daß ein heftiger Flacon 45 Kr. 10557) Neueste Füll-, Regulir-, broncirtc Mantel-Oefen und alle Arten Herde und Oefen zu Steinkohlen- und Holzbrand, Kohlenkasten, Bügel-Oefchen, Ofenschirme, verzinntes und emaillirtes Geschirr, Dampfkocher, Haushaltungsmaschinen, Waagen und Geräthe aller Art empfiehlt Emil Pi stör. 10592) Ein Laufdienst wird gesucht; auch werden Strick- und Flickarbeiten gut und billig besorgt. Näheres bei der Expedition dieses Blattes. 10591) Ein braves Dienstmädchen fo; fort gesucht: Neue Anlage im Becker': schen Hause. Ms bcftc Mittel für Magenleidende bei momentanen VerdauungsstörungenUeblichkeiten, Nachwehen von Excessen, besonders aber schlechte Mägen und Blähungen zu kuriren, die vom schlechten und saueren Bier Herkommen, ist 10563) Ein mit der Buchführung und Korrespondenz vertrauter junger Mann findet täglich einige Stunden Beschäftigung. Näheres bei der Exped. d. Blattes. Mobilien, bestehend in Bettwerk, Weißzeug und sonstigem Haus- und Küchengeräthe, gegen gleich baare Zahlung meistbietend versteigert werden. Gießen, den 11. November 1869. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. K. Vogt. 10568) Die den Kindern der Johannes Löwenstein Wittwe dahier gehörige Hof- raithe: 96 lüKlftr. im Ort mit 179 „ Garten dabei, soll Dienstag den 16. d. Mts., Nachmittags 3 Uhr, freiwillig, öffentlich auf dahiesigem Rathhause versteigert werden. Die Hofraithe eignet sich zur Oeconomie, zum Wirthscbaftsbetriebe und sonst beliebigem Geschäflshause. Wieseck, den 9. November 1869. Großherzogliches Ortsgericht Wieseck. Lang. 10464) AiiiSformcn bei I- H- Fuhr- welcher mich monatelang geplagt, nach dem Genüsse einer Flasche des Dr. MdedriUldi'schrn weißen Kräuter-Brust- SUups *) beinahe gänzlich verschwunden ist, bescheinige ich hierdurch mit Vergnügen. Neumarkt, den 10. October 1868. W. Noltorf, Lehrer. *) In Gießen ist dieses vorzügliche Hausmittel in Flaschen a 1 Thlr-, 15 Sgr. und 71/2 Sgr- allein ächt zu 1 haben bei Carl Frech. Feilgebotenes. | Fastenbretzeln, täglich frisch, bei Ludwig Schneider, Neustadt- Gebt. Mack in Reichenhall Aethenschev I dem Aroma einer duften- | den Kiefernwaldung gleich- 8 '777' vorzüglichste I und beste für ^^hn- i Räucher- lllv l u. Kranken- a Zimmer, be- Lungen- | sonders bei u.Hals- | Leiden, “S-1 I»-1 halation Kranken. ä Flacon 24 kr. — 7 sgr. In Gießen zu haben bei (1057t) I. Wallach, Markt. | 10545) Ein Familienlogis ist zu vermie- then. Bei wem? sagt die Exped. d. Bltts. 10547) Ein kleines Familienlogis und ein schön möblirtes Zimmer nebst Cabinet sind Lit. A. Nr. 43 zu vermiethen und alsbald zu beziehen. _______________ 10570) Ein möblirtes Zimmer ist zu vermiethen bei Gg- JugHardt Wittwe, Marktplatz. 10573) Meine alleinige Nie-l 10574) Einem geehrten Publikum hiermit die ergebene An- derlaae Goldschmidt'scher Pa- zeige, daß ich, um vielen Nachfragen zu genügen, nunmehr sammt- tent-Streichriemen, für Gie- liche optische Artikel auf Lager^ halte, als: Brillen und ?inco- ßen und die Umgegend, bringe id) nez in allen Arten, Operngucker, Fernröhre, Feldstecher, Loupen und in empfehlende Erinnerung. ' Lesegläser zu den billigste^ Preisen. I. Schellenberg, I. «chellenberg, Unw.-Jnstrumentenmacher, Uni». - Instrumentenmacher, I Scltersweg. Seltersweg. Vermiethungen 10575) Ein Familienlogis mit 3 Zimmern , Küche und Keller ist zu vermiethen und sogleich zu beziehen bei Andreas Bärrn, Schreinermeister, früher Grube'sche Bleiche. 10576) Ein Logis, bestehend aus 6 Zimmern nebst Zubehör, ist zu vermiethen und bis zum 1. Januar 1870 zu beziehen. Näheres bei der Exped. d. Bltts. Ein junger Mann mit coulanter sauberer Handschrift sucht seine viele freie Zeit mit schriftlichen Arbeiten auszufüllen; derselbe besitzt auch einige Kenntnisse der älteren und neueren Sprachen. Offerten unter 186 besorgt die Exped. d. Bltts.__________________(10594) .10595) Mathematik-Stunden wünscht ein stud. philos. zu ertheilen. Adressen beliebe man gef. sub „Mathematik-Stunden betr." in der Exped. d. Bltts. niederzulegen. 10552) Auf Weihnachten wird ein Mädchen gesetzten Alters, das sowohl in der Küche als auch in allen bäuslichen Arbeiten erfahren ist, gegen hohen Lohn zu miethen gesucht. Näheres bei' der Exped. dieses Blattes. 10586) Ein zuverlässiges anständiges Mädchen findet in einem kleinen Haushalt nebst gutem Salair eine angenehme Stelle. Nähere Auskunft gibt Carl Heil, Dienstmann, Sandgasse Nr. 182. 10585) Ein Junge aus hiesiger Stadt wird als Hausbursche gesucht. Näheres bei der Erped. d. Bltts. 10551) Ein Mädchen, welches mit Flicken und Weißzeugnähen umzugehcn weiß, wünscht noch einige Tage in der Woche Beschäftigung. Zu erfragen Tiefenwcg Nr. 143. 10550) Es wird ein braves Dienstmäd- . chen sofort, oder auch auf Weihnachten, in ; Dienst gesucht. Näheres bei der Expedition dieses Blattes. 10598) Ich bin beauftragt, die fälligen Pachtgelder für die Grundstücke der Gg. Seyfried's Erben zu vereinnahmen und können dieselben bis Anfang December ohne Kosten bezahlt werden. Hoffmann, Postcassier. 10587) Der Unterzeichnete hat die Absicht, am Donnerstag den 18. November, von 7 bis 9 Uhr, im Saale des Gesellschaftsvereins zum Vortheil des akademischen Gesangvereins eine Vorlesung über Erdbeben zu halten. Billets ä 30 kr. sind in der Ricker'schen Buchhandlung zu haben. — Eine Liste wird nicht in Circulation gesetzt. Gießen, den 15. November 1869. Professor Streng. s Frldbiaild. Vermischte Anzeigen. 40 pCt. billigeres Fabrikat liefert eine ’ ® Feldbrandziegelei. Ein renommirter Ziegel- (Habelsberaer meister mit Pr. Zeugnissen empfiehlt sich m $ . Anfertigung schöner Backsteine, resp. in An- CltOUVCWlHC* l„C«Ä 10590) Anmeldung zu dlm E-n «-r- Offerten werden erbeten unter M.gG. 39inchtskursus können im Laufe dieser Woch poste restante Magdeburg. >uoch geschehen. ,. 1__________ _ _______________I Lehrer der Stenograpyie. io561') Das seither von Frau Kammer - 10558) Steinkohlen, Braunkohlen, director L a ngermann bewohnte Logis, Cokes, in Ladungen und einzeln, empfiehlt bestehend m 4 aneinanderstoßenden und 2 v Emil 93iftor Mansardenzunmern, ist alsbald anderweit —--—----—:—~—TT— zu vermiethen. L. Busch Wiltwe. 10569) Einige Ärautsasser habe ich zu\1------------------------------- . o, — verkaufen. Gg. Jughardt Wittwe, 10549) Ein Logis, parterre, ist in Lit. C- Marktplatz. Nr. 184 auf dem Seltersweg zu vermiethen 10546) Oofcn und Kuchhordc zu Sttin- ">» sogleich zu b-zi-l>ew---- kohlen- und Holzbrand, Steinkohlcnka^ten, 10555) Ein freundliches Familienlogis, Feuerungsgeräthfchaften, Kochgeschirre bestehend aus drei ineinandergehenden Zim- aller Art, von Gußeisen, roh und emaillirt,imern, Küche und allem Zubehör, „ist zu verzinntes sog. Gefundheitsgcschirr, Pe-jvermiethen bei_____________G g- Möhl- trolcum-Kochapparate Steinkohlen und ^562) Mein an der Hardt gelegener Braunkohlen empfiehlt f. Felsenkeller ist zu verleihen. _____________ I- G- D. Bapst. Q L. Busch Wittwe. Köchin - Gesuch. 10564) Eine perfekte Gasthaus-Köchin wird gesucht- • Butzbach, im November 1869. A. Joutz I ________________ (Hessischer Hof.) 10593) In eine Wirthschaft wird ein braves Mädchen für die Küche gesucht. Zu erfragen bei der Exped. d. Bltts. Bauer'scher Gesangverein. 10599) Sonntag den 21. November: Erste AbendunlcrhaUung im Saale des Prinz Carl. Der V orstan d. 10588) 2 selbstst. Oec.-Inspector, 6 Verwalter, 2 Braumeister, 3 Obcr- müller, 2 Aufseher, 3 Forster, -5 Gärtner, 4 Wirthschafterinnen werden günstig placirt durch das landmirthschaft- liche Bureau von C. Erl er in Dresden. 10572) Respiratoren, englischen und deutschen Fabrikats, empfiehlt I. Schellenberg, Univ. - Instrumentenmacher, ___________ Seltersweg._______ 10559) Eine Nähmaschine (System Wheeler & Wilson), noch ganz neu, ist unter Garantie und unter dem Einkaufspreis abzugeben. Näheres bei der Exped. dieses Blattes. Flacon 13 Sgr. %» % haben in Gießen Wallach am Markt. Wrinurrkatif in Maschen. 10548) Um meinen verehrlichen Knnden den Bezug meiner Weine zu erleichtern, habe ich den Herren I. Ä. Busch Söhne hier den Verkauf derselben in Flaschen übertragen, und empfehle ich für die Saison: Bodenheimer . . a — flL 18 Fr. । Wachenheimer . ♦ a — „ 2U M I Dürkheimer . . a - „ 301„ pr.Orig.-Flasche. Niersteiner ♦ . ♦ a — „ 54 „ i Rüdesheimer Berg ä 1 „ 12 „ / Bestellungen auf bessere Weine bis zu den fernsten Sorten, sowie, größere Commissionen für Beziehungen in Fässern, nehmen ge- nannte Herren ebenfalls für mich entgegen. Adolf Zinfer, im Garten. Frachtbriefe für die Main Weser- und Cöln-Mindener- Eisenbahn, sowie sammtliche zollamtlichen Formulare, sind zu haben bei Wilhelm Klee, Marktsttaße. 10589) Den Mitgliedern zur Nachricht, daß'in der letzten Sitzung beschlossen worden ist, von dieser Woche an die Arbeiten von Mittwoch- auf Donnerstag-Abend zu verlegen. Der Vorstand. Cafe Leib. 10570) Dienstag den IG. November: 1. Abonnements-Concert (a la Strauß), ausgeführt vom Musik-Corps des Großh. Hess. II. Ins..Reg., unter persönlicher Leitung seines Dirigenten, Herrn V Reifert. Anfang 7 Uhr. — Entree für Nichtabonnenten ä Person 12 kr. Die verehrten Abonnenten werden freundlichst ersucht, ihre Karten mitzubringen. (Es wird höflichst gebeten, nicht zu rauchen.) iT1 OGiir*ht an jcd möglichem Platze ganz zuverlässige, solide Corre- tUrtyÄUClli spondenten, am liebsten Banquiers oder Spediteure, unter sehr vorlheilhaften Bedingungen. Gell. Franco-0fierten sub U. B. 759 besorgt die Annoncen-Expedition von G. L. Daube ty Cie in Frankfurt a. M. (10560) f-«b in te >u haben. _ ÖS« -----^esior Streng, _ '*fr Gesangverein. ?fn 21. November: nNtt di- A"- ' StiUfn ,r >'ld»kch„ p"b pince- *’ 8ouPen utib Kit tce Prin; Carl. ---^kr Vorstand, ’rtHm. eec.-),ispector, 6 - Baumeister, 3 Obcr- 5 ^iTtbidi.irttrtnncn werden - d) baS landwinhtchast- strler in Dresden. i junger Mann in 'anderer Handschrift iudit ?:•' .^ni mit schriftlichen Arbei- -(7.; dci'clbr besitzt auch eich tn alteren und neueren C^erm umer 186 besorgt die Uni (10591) RLZLü -•\n. »^«ember ohne libt tot tU6«' umiuaehcnwnß,wmW 7/ .^cheVeichästiM T-braöesTimsttnä^ ' x fVeihnachlkN, lil Corre- , unlef [2 fr- . niftzubr'"^ 7rftUnfl bescblosirn *Ä»»«nw -t jet 8or^t-_- Winter-Abon iieinent des Gietzener Coneertvereins. 10596) Wenn unsere Concertc in dem diesmaligen Semester etwas später beginnen, als seither, so liegt der Grund hiervon darin, daß nach Beschluß des verehr- lichen Clubvorstandes der neu gewichste Fußboden des Clubsaales zuerst einmal zum Tanzen benutzt werden sollte. Nachdem dies nunmehr geschehen, wird unser erstes Concert nächsten Samstag stattfinden. Wir wählten diesen etwas ungewöhnlichen Tag, weil wir gerne Herrn Concertmeister Lauterbach von Dresden, welcher Tags zuvor im Museum zu Frankfurt auftritt, engagiren mochten, dieser aber gerade nur am Tage seiner Rückreise uns besuchen konnte. Wir glauben ganz im Sinne und Interesse der verehelichen Abonnenten zu handeln, wenn wir auch für die Zukunft in dieser Weise das Auftreten bedeutender auswärtiger Künstler bei uns zu ermöglichen suchen. Die Subscriptionsliste für außerord entliche Mitglieder (noch nicht selbstständige Personen, Studirende, Handlungsbcflissene rc. rc.) ist in der Ricker'schen Buchhandlung aufgelegt. Neu eintretende ordentliche Mitglieder wollen sich bei der Unterzeichneten oder dem Vereinsdiener Berg bis zum nächsten Freitage anmelden. Die Verl oosung der Sperrsitze findet nächsten Mittwoch, Nachmittags 6 Uhr, im Vorstandszimmer des Clubgebäudes statt. Gießen, den 14. November 1869. Die Concertdirection. V orlesuiigen: 10577) Der Unterzeichnete beabsichtigt, von der nächsten Woche an, jedesmal Dienstag Abends von 7 bis 8 Uhr, vor Damen und Herren einen Cursus von 15 Vorlesungen über die (Geschichte der deutschen Poesie des Mittelalters mit besonderer Rücksicht auf die Heldensage und ihre hervorragendsten Dichtungen, sowie auf Hartmann von Aue« Wolfram von Esclicnbach} Walther von der Vogelweide und Gottfried von Strassburg zu halten. Eine Subscriptionsliste liegt in der .1. Ricke r‘sehen Buchhandlung offen, von welcher auch die Eintrittskarten zu beziehen sind. Der Preis der für alle 15 Vorlesungen gütigen Eintrittkarten beträgt: für einen einzelnen Herrn oder eine einzelne Dame 3 11., für 2 Personen in Familie........5 „ für 3 Personen in Familie........6 „ Giessen, den 15. November 1869. Prof. Dr. Georg Zimmermann. K e uTT V a Banque! Erzählung von Wilhelm Andreä. (Fortsetzung.) „Nur ein einziges Mal werde Deinem Grundsätze ungelreu!" -„Auch nicht ein einziges Mal! Soll ich, der ich vom Spiel gar nichts -erstehe, mein Geld auch noch dem Moloch opfern und uns Beide dadurch in die größte Verlegenheit bringen?" „O, wäre ich doch gleich lieber fortgeretst, wie ich es beabsichtigte!" klagte Herbert. „Wärest Du lieber meinem Rathe gefolgt und hättest das Roulette gemieden!" sprach Blumenthal dagegen. „Du hast hoffentlich mehr Glück, Blumenthal; deshalb wage es nur einmal! Setze Dir eine Summe, zehn, fünfzehn oder zwanzig Thaler dazu aus. Du kannst dadurch zum wohlhabenden Manne werten, und Deine Laura —" „O still! — ich spiele nicht!" „Den etwaigen Verlust erstatte ich Dir zurück, — versteht sich von selbst." „Ich spiele nicht!" Blumenthal sprach diese Worte mit großem Unwillen aus und kehrte dem Freunde verdrießlich den Rücken zu. „Mir zu Liebe!" bat Herbert, ihn bei der Hand fassend. „Mir zu Liebe! — Nur zwanzig Thaler setze daran!" „Nun denn, meinetwegen!" — Dir zu Liebe will ich einmal meinen Grundsatz verleugnen; Dir zu Liebes Sonst hätte mich die Beredtsamkeit eines Demosthenes oder Cicero nicht dazu vermocht. Ich bringe Dir indeß durch die Untreue gegen meine Ueberzeugung ein großes Opfer." „Ich erkenne cs dankbar an, lieber Blumenthal. Doch nun laß uns in den Saal zurückeilen und die Zeit nicht durch unnütze Reden vergeuden." Sie drängten sich wieder an den Spieltisch. Blumenthal, der nicht auf Farben, sondern auf Zahlen setzte, spielte mit so auffallendem Glücke, daß er schon nach kurzer Zeit einige Tausend Thaler gewonnen hatte. Mit dem Glücke wuchs auch seine Spiellust und sein Muth. Uneingedenk seiner guten Vorsätze, uneingedenk sogar der Unwürdigkeit des Mittels, den kostbaren Preis, feine Geliebte dadurch gewinnen zu können, waren Herz und Sinne nur auf das eine Ziel, auf Geldgewinn, gerichtet. „Höre jetzt auf!" bat Herbert. ,Gleich! gleich! — nur nocb dieses eine Spiel!" „Mes dames et messieurs, faites votre jeu!“ Blumenthal setzte eine größere Summe Geldes auf die Zahl Dreißig, die bereits dreimal seit seiner Rückkehr in den Saal gewonnen hatte. Auch diesmal blieb die Kugel auf dieser Zahl stehen, und der glückliche Blumenthal erhielt den Einsatz fünfunddreißigfach ausbezahlt. Er war jetzt sechszigtausend Francs reich. Die Aufmerksamkeit sämmtlicher Spieler war nun auf ihn gerichtet, und die Bankhalter und Croupiers warfen sich schon bedenkliche Blicke zu. „Nun hörst Du aber auf — komm!" bat Herbert mit Entschiedenheit. „Gleich! gleich! — Nur noch dies eine Spiel! Sagtest Du nicht vorhin: Aut Caesar, aut nihil?“ Der kühne Spieler besetzte mit einem Theil seines Gewinnes die Zahl Vierundzwonzig. Wiederum verfolgte ihn das Glück. Er erhielt auf's Neue einen Hausen Wohnungs-Veränderung. 10553) Einem geehrten Publikum hiermit die ergebene Anzeige, daß ich meine seitherige Wohnung verlassen und nunmehr bei Herrn Uhrmacher Geißmar wohne. Lohnkutscher Mahler. Lebensverficherungsbank f. D. in Gotha. 10581) Vcrsichcruugsstand........... 101,500000 fl. Effectiver (Lapitalfonds......... 25,900000 „ Versicherungen werden vermittelt durch A. Nicker, __ Buchhändler in Gießen. Mchäsk-Em,sschsmig. 10476) Ich beehre mich hiermit ergebenst anzuzeigen, daß ich mich dahier als Drechsler etablirt habe und sehe, unter Zusicherung reeller und billiger Bedienung, recht zahlreichen Aufträgen entgegen. Heinrich Burger, Wolkengasse Lit. C. Nr. 94. Schreib - und GeschäNsKalender für das Jahr 1870. Darmstadt, Druck und Verlag von C. W. Leske. Geb. Preis 36 fr. Auch der uns vorliegende Jahrgang dieses seit 1812 erscheinenden Notizenkalen- ders verdient die Anerkennung, welche dem Unternehmen seit seinem Bestehen immer zu Theil geworden. In einem soliden Einbande mit Leinwandrücken bietet derselbe- auf 20 Bogen guten Schreibpapiers: 1) Kalender und Notizenblätter für alle Lage des Jahres. — 2) Kalender der Juden. — 3) Kassa-Tagebuch. — .4) Juteressen-Rechnung nach dem 24Vr-fl--Fuß zu 3’/2, 4, 41/2 und 5 Procent auf 1 Jahr, 1 Monat, 1 Tag. — 5) Resolvirungstabelle des preußischen Geldes in süddeutsche Währung. — 6) Reduction der süddeutschen Währung (52>/2-fl.-Fuß) in österreichische Währung (45 - fl. - Fuß). — 7) Resolvirungstabelle des deutschen Geldes nach dem 24V2-fl -Fuß in Franken und Centimen. — 8) Verloosungskalender für 1870. — 9) Außer Cours gesetzte (werthlose) Kassenanweisungen. — 10) Verzeichniß der zu Darmstadt ankommenden uud abgehenden Boten und Fuhrleute- — 11) Uebersicht der Eintheilung der Vewaltungsbezirke des Großherzogthums Hessen. — 12) Benennung der durch die neue Maß und Gewichtsordnung festgestellten neuen Maße und Gewichte. — 13) Einige der wichtigsten allgemeinen statistischen Verhältnisse des Großherzogthums Hessen. — 14) Verhältnißzahlen für die Umrechnung der Gr. Hess. Maße und Gewichte in die durch die neue Maß- und Gewichtsordnung festgestellten neuen Maße und Gewichte und umgekehrt. — 15) Genealogie der Regenten und hohen fürstlichenHäuser. — Das Format des Büchleins ist klein Octav, wodurch es auch auf einem weniger geräumigen Schreibtisch nicht genirt, ja zur Noth — wie dies jschon häufig geschehen — als Ta scheu -Noiizkalender benutzt werden kann. l e t s n. Goldstücke ausbezahlt, die er seinem Freunde und einem der Portiers zur Aufbewahrung überwies. „Wie viel beträgt gegenwärtig noch der 'Stock der Bank?" Diese Frage richtete er an den Bankhalter. „Zweimal hundert tausend Francs!" lautete die Antwort. „Va banque!“ rief Blumenthal, und ein verwunderungsvolles „Ah!" lief durch die Reihen der Versammelten, welche ihre Gold- und Silberstücke, die sie im Begriff waren, auf's Spiel zu setzen, zurückbehielten und mit gespannter Aufmerksamkeit den Ausgang des Va-banque-SpielS erwarteten. Auch die Bankhalter, die weder durch Gewinn noch Verlust, wenn es sich nur um einige Tausende von Francs handelt, aus ihrer Fassung gebracht wer- den, die stets ihr stereotypes Mondgesicht mit kalter Amtsmiene zur Schau tragen und in deren versteinerten Herzen der Jubel oder der Jammer der Spieler keinen Wiederhall findet, zuckten zusammen. „Ich setze die Summe auf Roth!" fügte Blumenthal seinem Va-banque- Rufe hinzu. „Nous l acceptons!“ Angenommen!" lautete die Antwort des Bank- Inhabers. „Votre nom ?“ „Ich bin der Referendar Blumenthal aus Feldheim!" Krampfhaft hatte sich derselbe auf den Tischrand gestützt und starrte der int Glücksrad lustig da- hin laufenden Kugel nach, während sein Freund, an allen Gliedern zitternd und mit Todtesbläffe bedeckt, in einer Ecke des Saales den Nibelungenhort hütete. Wird er dem Freunde erhalten bleiben, oder wieder in die unergründliche Tiefe versinken? Die nächste Sekunde mußte dies ausweisen. Wenn es auf die Empfindungen und stillen Wünsche der anwesenden Mitspieler ankäme, dann würde der kecke Freier den köstlichen Schatz jedenfalls heim- sühren, denn die herzlichste Theilnahme Aller ist auf seiner Seite. Lautlose Stille! — nur durch das Raffeln der Kugel unterbrochen. Wie ein neckischer Kobold fliegt sie bald einem rothen, bald einem schwarzen Felde zu. Aber plötzlich, wie von unsichtbarer Hand geführt, macht sie Halt auf einem — rotben Felde. „Vous avez gagneruft der Bankpächter mürrisch aus. „Bravo!" rufen die Badegäste und klatschen Beifall, indem sie mit freude- strahlenden Gesichtern den Gewinner anlächeln und mit Schadenfreude auf den Bankhalter blicken, der das Spiel auf die Dauer von zwei Stunden aufgehoben erklärt. Von allen Seiten beglückwünscht und von einer großen Anzahl Neugieriger begleitet, aus deren Mitte Einer dem Andern zuruft: „Dieser Herr hat die Dank gesprengt!" begab sich Blumenthal mit seinen Schätzen nach seiner Wohnung. Doch noch bevor er mit Herbert das Haus betrat, hörte er, wie dicht hinter ihm ein junger Mann einem altern zu rief: „Wissen Sie cs schon? Heute Mittag hat sich der junge Offizier, welcher gestern Nachmittag und heute Morgen so unglücklich spielte, erschossen!" Diese Worte waren ein Dolchstich in Blumenthal'S Herz. „Es klebt Blut an dem Gelde!" sagte er zu dem Freunde, als die bestellten Diener, welche den Schatz auf dem Tische niederlegten, reichlich beschenkt, das Zimmer wieder verlassen hatten. „Es klebt Blut an dem Gelde!" wiederholte er, indem er mit großen Schritten unruhig in der Stube auf- und abging und von Zeit zu Zeit einen verächtlichen Seitenblick auf das Geld warf. (Forschung folgt.) 11. November. Der „KarlSr. Ztg." wird officiös aus Wien ge- schrieben: Ich babe mich zu der Erklärung ermäch- ! tigt, daß Vie Meldung, so sicher sie auch auftritt, '■ der „N. fr. Pr." von dem Abschluß einer Conven- | Hon” in welcher sich Oesterreich und die Türkei im i Hinblick aus die süd-slavische Bewegung gegenseitig ihren Besitzstand verbürgen, aller Begründung ent- behrt. Auch die Wiener „Presse" demcntirt den Abschluß einer varartigen Convention und bemerkt: Vielmehr zielten in Konstantinopel gepflogene Verhandlungen bloS Darauf ab, daß die Türkei ge- nügende' und schleunige Vorsorge treffe, um die Verbreitung des Aufstandes auf ihrem Gebiete hintanzuhalten ; andererseits aber den österreichischen Truppen für ihre Operationen den freien Durchzug durch angrenzendes türkisches Gebiet gewähre. Diese Ab- machungen sind nun, wie von verläßlichrr Seite ver- sichert wird, in Betreff des ersteren TheileS in voller Ausführung. Es sind Seitens der Pforte in die an Dalmatien angrenzenden Provinzen die nothigen Verstärkungen dirigirt; außerdem ist in der Herzego. wina der neue Gouverneur Safet Pascha persönlich längs der Grenzen thätig, um für eine entsprechende Deckung derselben Sorge zu tragen. 12. November. Der Umstand, daß der Herzog von Genua bei Der neulichen Versuchswahl in Madrid 117 und bei Der nachmaligen Ballotage 128 Stimmen erhielt, während auf Den Herzog von Montpensier nur 63, resp. 53 Stimmen fielen, veranlaßt die „Italienische Correspondenz" sich über die eventuelle Wahl eines Mitgliedes des Hauses Savoyen zum Könige von Spanien in einem Artikel auszusprechen, welcher eine officiöse Färbung hat. Die Regierung scheint demnach der Wahl nicht entgegen zu sein. Die „Cor- responvenz" erblickt in der Wahl einen Sieg des monarchischen Princips, welches in Spanien aus den bekannten Gründen zum Fall kam, aber unter einem Prinzen des italienischen Königshauses sich wieder erheben werde. Das Blatt prüft die Hindernisse, welche von außen kommen könnten, und fürchtet nicht Den Eintritt derselben, die dem Monarchismus entgegen stehen. Strömungen würden sich ausgleich.'N lassen, die merikanische Kaiserwahl sei mit der Wahl eines Königs von Spanien nicht zu vergleichen. Die „Correspondenz" weiß zwar nicht, ob der angebotene Thron Annahme finden werde, aber „das Unternehmen, in Spanien eine Aussöhnung des monarchischen Princips mit der modernen „Freiheit zu bewirken, übersteige nicht Die Kraft eines Prinzen des Hauses Savoyen." Das italienische Königshaus habe das Glück Italiens begründet, warum sollte ein Mitglied Dieser Familie nicht im Stande sein, glückliche Tage über Spanien zu bringen? Die Herzogin von Genua beharrt auf ihrem Widerstande gegen Die Canvidatur ihres Sohnes für Den spanischen Thron. Prim unD seine FreunDe haben Die Canvidatur Des Herzogs von Genua ausgegeben. Man kommt auf eine auf einen neuen Plan basirende iberische Union zurück. Die portugiesische Regierung hat Den Landesbischöfen auf ihre Anfrage Die Erklärung zukommen lassen, Daß ihrer Reise nach Rom zum Concil nichts im Wege stände, daß ihnen aber keine StaakSunter- stützung zu diesem Zwecke gewährt werden könne. In Folge dessen glaubt man, daß von Den 16 Lan- Desbischöfen nur zwei sich zur Reise nach Rom entschließen werden. Der amerikanische Staatssekretär Fish erwiderte Dem spanischen GesanDten, die Unionsregierung beabsichtige noch keine Anerkennung des cubanischen Ausstandes und mißbillige Die Verletzung der Neutralitätsgesetze durch (Kubaner in Den Vereinigten Staaten. 13. November. Die ministerielle „Prov. Corr." schließt einen Auf- satz: „Kein Steuerzuschlag" mit folgenden Sätzen: Bei Der Berufung eines neuen Finanzministers unD bei Den Erwägungen, welche Derselben innerhalb Der Staatsregierung vorhergingen, mußte die Doppelte Aufgabe erneut in Betracht kommen: es mußte einerseits dem augenblicklichen Bedürfnisse Des Staats- Haushaltes unter möglichster Schonung Der Steuer- krast DcS Volkes Abhülfe gewährt werden, andererseits war Der Blick auf dauernde Verbesserungen unseres Finanzwesens zu richten. Die Erklärungen des feigen Finanzministers bekunden, daß diele beiden Ausgaben schon bei der ersten Maßregel, zu welcher sich Die Staatsregierung entschlossen hat, gleichzeitig in's Auge gefaßt worden sind. Durch eine Reform unseres Staatsschuldenwesens gedenkt die Regierung, ohne die alt bewährten Grundsätze Der preußischen Finanzverwaltung aufzugeben doch die Möglichkeit zu gewinnen, bei Der Tilgung Der Staatsschulden die jedesmalige Lage und die Bedürfnisse des Staatshaushaltes mit in Betracht zu ziehen; zugleich soll durch eine vorläufige Einrichtung diese Reform schon jetzt zur Beseitigung des vorhandenen Deficits benutzt werden, indem Die vieö- malige Schuldentilgung um Den Betrag des Deficits verringert wird. Die Aufnahme, welche Die Vor- chläge Des Finanzministers bei ihrer AnkünDigung gefunDen haben, bürgt Dafür, daß es gelingen werDe, auf Diesem Wege Die Schwierigkeiten Des nächsten Staatshaushaltes zu beseitigen und zugleich eine Dauernde Erleichterung für unser Finanzwesen zu tchern. Bei den vorbehaltenen weiteren Erwägungen über unser Finanz- und Steuersystem wird es sich vornehmlich um den Zusammenhang der preußischen Finanzen mit Der Entwickelung des Norddeutschen Bundes und des Zollbundes handeln müssen. Schon jetzt ist durch die neuesten Entschließungen der Regierung zunächst das gewonnen, daß das Zusammenwirken mit der Landesvertretung in Bezug auf Die BeDürfnisse des Staatshaushaltes von Neuem gefiebert ist. Ferner aber hat sich Die Zuversicht neu bewährt, Daß Preußens Finanzkraft ungeachtet Der augenblicklichen Schwierigkeiten, fort und fort fest begründet und unerschüttert ist." Der „Allg. Ztg." wird aus Wien geschrieben: Es gewinnt immer mehr Den Anschein als würDen sich Die Stellungen Der. Mächte demnächst stark vcr- schieben. Daß sich die Beziehungen zwischen Preußen und Rußland in letzter Zeit wesentlich gelockert haben, ist ein öffentliches Geheimniß; verschiedene Symptome deuten dagegen auf eine keimende Annäherung zwischen Rußland und Frankreich, und es Dürfte die Vermuthung kaum abzuweisen sein, daß der Kronprinz von Preußen den Weg nach dem Orient nicht über Wien genommen haben würde, wenn die preußische Politik nicht Ursache zu haben glaubte, die Stärkung ihrer Position fortan in einer Richtung zu suchen, wo sie ehrlicherweise aggressive Tendenzen nicht vorraussetzen kann, wo sie vielmehr dem ent- schiedensten Bedürfniß begegnet, Den FrieDen mit allen Kräften zu stützen. Es soll mit Diesen Bemerkungen nicht gesagt sein, Daß die angeDeutete Wandlung sich bereits vollzogen habe, und Daß schon irgendwelche bindende Abmachungen Die neuen politischen Wege zeichneten. Aber Die Strömung ist unläugbar eine andere geworden, unD Die Steuerleute, welche Das Staatsschiff führen, haben augenscheinlich mehr als sonst Die Augen offen, um nach WinD unD Wetter zu spähen. Da in Den einzelnen Forts und Ortschaften der Zupa starke Besatzungstruppen zurückgelassen werdesi müssen, so scheint es, Daß Die in Den Bocche con- centrirten Truppen für Die neuen Operationen nicht auSreichenD befunDen roerDen. Es Dauern Daher Die Zuschübe unD Verstärkungen noch immer fort. Nach Berichten aus BuDua ist dort am 8. unD 9. mit Ausnahme einiger geringen Plänkeleien mit Den vor Fort Kosmac streifenden Insurgenten nichts Bedeutendes vorgefallen. Die Brigade des Oberst Schönfeld hält Budua und die Umgebung besetzt und hat Adtheilungen nach Castel Lustua (an Der Küste, anderthalb Meilen südlich von Budua), St. Stefano gleichfalls an Der Küste zwischen Castel, Lustua und Budua), Maina und Castel Convento detachirt. Aus den Höhen von Gorazda und Dubovica wurden neue Wachblockhäufer aufgestellt. Bei Der Expedition nach dem Fort Kosmac behufs Verproviantirung sind in den Gefechten mit den Insurgenten vom 7. Inf.- Regirnente Baron Maroicic, Lieutenant Friedel und 2 Mann gefallen, Hauptmann Ueberbacher und 10 Mann verwundet und 3 Mann vermißt worden. Vom 9. Jäger-Bataillon wurden 6 Mann verwundet. Kaum ist es den Truppen gelungen, den Ausstand im südlichen Theile von Dalmatien — der Zupa und der Maina (der Grenzdistrict Pastrovich verhielt sich bisher ruhig) — zu bewältigen, so erhebt die Insurrection schon wieder nördlich von den Bocche di Cattaro, in Der CrivoScid, einem von der Herze- gowina im Westen, der Zernagora und Montenegro im Norden und Osten und einer Meerenge im Süden eingeschlossenen Landstrich, kräftig ihr Haupt. In den jüngsten Tagen haben Haufen von Aufständischen, die nur eine halbe Stunde von Dem militärisch nicht schwach besetzten Risano liegenden Küstendörfer Llpsi und Sterp am Golf von Risano überfallen unD trotz energischer, dauernder Gegenwehr der Bevölkerungen vollständig auSgeplündert. In Folge dessen bat Die schon nicht wenig angestrengte BrigaDe DormuS, nachdem sie in neuntägigen Gefechten sich Den Weg von Cattaro nach Budua durch die Zupa erzwungen, alsbald nach deren Pazificirung in einem Eilmarsch nach Cattaro zurückkehren müssen und diese Stadt auch in einem Tage erreicht. Der „Allg. Ztg." wird aus Triest vom 7. Nov. geschrieben: Auch für Die nächsten drei Tage sind wieder Lloyddampfer gemietet, welche Truppen nach Dalmatien befördern sollen. Diese neue Vermehrung Der Dortigen militärischen Macht hat aber nicht mehr die Bewältigung des localen Aufstandes im Kreise von Cattaro, sondern andere Eventualitäten im Auge, von Denen sich Die Regierung nicht so überraschen lassen Darf, wie eS von Der Erhebung der Bocchesen geschah. Daß man eS mit einer längst vorbereiteten, umfassenden Bewegung an Der illyrischen Halbinsel zu thun hat, liegt jetzt klar am Tage. Es ist ge- wissermaßen noch als ein Glück für Oesterreich an- zusehen, Daß Der AusstanD an Der Bocca durch die Einführung des Wehrgesetzes jetzt schon verfrüht und isolirt ausgebrochen ist, wo man, von anderen äußeren Conflicten frei, die Mittel und Die Zeit hat, sie zu bewältigen und Den Dortigen Verhältnissen eine neue, zweckmäßige Basis zu geben unD für eine künftige Den Umständen entsprechende Vertheivigung und Behauptung jenes Gebiets Sorge zu tragen. Preußen. Koblenz, 11. Nov. Der Fürst von Hohen- zollern und der Fürst von Rumänien sind zum Besuche der Königin hier eingetroffen. Die Vermählung de- Fürsten CSart mit der Prinzessin Elisabeth wird nächsten Montag auf Schloß Neuwied statlfinden. Mecklenburg-Schwerin. Schwerin, 10. Nov. In dem Entwürfe einer Vcrorbnung, betreffend die indirecten Steuern, welcher heute den in Sternberg versammelten Standen vorgelegt wird, ist von dem Princiv der Zugrundelegung einer allgemeinen Einkommensteuer und der Combinirung derselben mit verschiedenen Factorensteuern abgegangen und ein Verfahren proponirt, wodurch die Steuerkraft des Lande- nur mittelst Factorensteuern in Anspiuch genommen werden soll. Unter den Factorensteuern der Vorlage hat eine Hufensteuer nicht wieder Aufnahme gefunden und ist da- Princip der Classi- ficirung der Steuern vom Handel und Gewerbe verlassen und für letzteres dasjenige dir Einschätzung fubstituirt. Die Faktorensteuern nun, welche nach dem jetzigen Vorschläge der Regierung in Gemäßheit der Bestimmungen der auf dem Landtage zu berathenden Verordnung erhoben werden sollen, sind 1) eine Viehsteuer vom Betrieb der Landwirlhschaft und sonstiger Viehhaltung, 2) eine Steuer von Pacht-Einnahmen, 3) eine Steuer von Wohnhäusern, 4) eine Gewerbesteuer, 5) eine BesoldungS- steuer von Gehalten, Pensionen, Pfründen, 6) eine Crwerbe- steuer von dem Erwerbe aus der Ausübung einer Kunst oder Wissenschaft, sowie aus höheren Privatdienstverhältnissen, 7) eine Lohnsteuer von dem Verdienste aus geringerer Lohnarbeit, 8) eine Zinsensteuer von der Einnahme auö Zinsen, Renten, Dividenden und Apanagen. Vermischte-. Darmstadt. Die jüngste HandelSvereinSsttzung debattirte die Frage des Octroi. Die Versammlung beauftragte den Vorstand : eine Adresse an den Stadtvorftand zu erlassen, welche sich für allmählige Abschaffung deS Octroi und Beseitigung desselben als Schutzzoll gewisser Gewerbe ausspricht. Diese Declaration soll in einer zu diesem Zweck zu berufenden Bürgerversammlung zur Unterschrift aufgelegt werden!" Worms. Vor Kurzem wurde dahier ein in seiner Art seltener Dieb zur Haft gebracht. Derselbe ging hier zu einem Uhrmacher," um sich eine Uhr repariren zu lassen. Während deS- Geschäfteö besah er sich Local und Uhren wib verstand hierbei auf kunstgeübte Weise unbemerkt eine andere. Uhr in seine Tasche wandern zu lasi^st^-die er sofort wieder dem nächsten Uhrmacher veräußerte, um in Besitz von Geld zu kommen. Bei diesem wurde reicher geerntet und mehrere Uhren mitgenommen, die er ebenfalls veräußerte, indem er sich für einen Uhrenhändler ausgab. Die Polizei mischte sich schließlich in den Handel. Bad-Nauheim. Dem Vernehmen nach hat unser Cur- orchester unter der Leitung seines Direktors, Herrn Edmund Neumann, ein Engagement nach Nizza erhalten, um während des Winters die Concerte, Ballmusiken ?c. im großen Casino (Cercle international) daselbst zu crekutiren. E< ist dies eine, sowohl das Orchesterpersonal als seinen Dirigenten ehrende Anerkennung ihrer Leistungen, und ist eS erfreulich, daß umer vaterländisches Baöeörchester selbst in weiter Ferne lohnende Beachtung gefunden hat. (O. A.) Frankfurt. Vor einigen Abenden wurde in der Bocken» heimergasse ein Frauenzimmer von einem Kutscher überfahren und starb an demselben Abend in Folge der Verletzungen. Der alsbald verhaftete Kutscher wurde seiner Haft entlassen, nachdem sich ergeben hatte, daß er alles Mögliche zur Verhütung des Unglücks gethan. Der Vorgang wirb'folgendermaßen geschildert : Der so beklagenSwerthe Unfall war durchaus nicht in Folge des raschen Fahrens des Kutschers, sondern lediglich durch die plötzliche Bestürzung der Verunglückten entstanden. Al- der Kutscher sah, daß die Dame noch rasch über die Straße gehen wollte, hielt derselbe ein und erst nachdem er sich überzeugt hatte, daß die Dame stille stand, wollte er weiter- fahren. Zn demselben Momente versuchte die Dame, abermals vor den Pferden vorbei zu kommen, wobei dieselbe von der Deichsel an der Schläfe erfaßt und umgeworfen wurde, ein Unfall, den der Kutscher obgleich er die Pferde zusammennß, nicht mehr verhüten konnte. Kolberg, 9. Nov. Gestern Nacht herrschte hier großer Sturm ans Nordwcst. Heute Vormittag strandete auf der Ostseite de- hiesigen Hafens der schwedische Schooner »3nge- ! börg", Kapitän G. C. Bergström, mit Brettern von Mon- fteraS nach Crüsand bestimmt. Die Mannschaft ist unter großen Anstrengungen gerettet. DaS Schiff liegt im Sande und ist Wrack. Redoctinn. ST.-ruff unh Verlag der V rii h l'scheir Druckerei (iD-r.