Preis vierteljährlich 36 kr. mit Brtngerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 49 kr. Gießener Anzeiger. Erscheint wöchentlich drei» mal: Dienstags, Donnerstags und Samstags. — Expedition: Canzleiberg Ltt. B. Nr. 1. Mzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kiefen. Mx. 20' Dienstag den 16. Februar 1869. Amtliche Bekanntmachungen Nr- 218. Nr. 219. Nr. 220. Nr. 221. Nr. 222. Nr. 223. Nr. 224. Nr. 225. Das Bundes-Gesetzblatt des Norddeutschen Bundes Nr. 1, ausgegeben zu Berlin am 21. Januar 1869, enthält: 3ir 216. Allerhöchster Erlaß vom 31. December 1868, bctr. die Genehmigung der Instruction zur Ausführung des Bundesgesetzes wegen der Quartlerleistung für bte ConMnäk Norddeutschen Bundesin Gijon, Vigo und Santa-Cruz (Teneriffa.) ' Desgl. die Ernennung eines Consuls des Norddeutschen Fundes in St- Thomas. Desgl- die Ernennung eines Consuls des Norddeutschen Bundes m Lagos (Ouinea.) Desgl-, die Ernennung eines Consuls des Norddeutschen Bundes m Cadiz. Desal' betr^iste^Erth^ilunkl d^s^Erequ^atu//°Namm^des Norddeutschen Bundes, an den Königlich Niederländischen Generalconsul zu Berlin. D sal ' Norddeutschen Bundes, an den Kaiserlich Brasilianischen Viceconsul in Stettin. D sa ' die Ertleilung des Exequatur, Namens des Norddeutschen Bundes, an den König ich DänischerI Viceconsul in Stoltz. D sa ' d e Ertl eilung des Exequatur, Namens des Norddeutschen Bundes, an den Ka, erlich Französischen Consul m Stettin. Sir 226 Desgl." die Ertheilung d-S Exequatur, Namens des Norddeutschen Bundes, au den Königlich Belguchen Consul, resp. Viceconsul m Colm ' Das Bundes-Gesetzblatt des Norddeutschen Bundes Nr. 2, alisgegeben zu Berlin am 21. Januar 1869, enthält: m, 227 Gesetz betr. die anteilige Uebernahme einer Garantie des Norddeutschen Bundes für eine zur Herstellung der dauernden Fahrbarkeit des Sulima-Armes der b« iaÄÄÄÄ Ä- b-igeordnet-n Beamten. Kr 229' D sa " bit Erncmmng von G-n-ralconsuln, r°-p. Konsuln des Norddeutschen Bunde? in Valparaiso, Santiago, Concepcion, Valdivia, Capiapü und Coronel. S-. 3"" 'ÄSffiSpSfÄÄ KekulS, Kreisassessor. _____________________________________________<_________________________ Bekannt m achun g. Die dießjahrigen Frühjahrs-Control-Versammlunsten im Kreise Gießen werden, wie folgt, abgehalten werden: I. Zn Lollar Montag den 15. März, Vormittags 10 Uhr, aus dem Turnplatz. Hierzu gehöre»^» Orte Alten-Buseck, Bersrod, Beuern, Daubrlngen, Großen-Buseck, Heuchelheim, Lollar, Mainzlar, Rödgen, Ruttershausen und Kirchberg, Staufenberg, Trais a. d. Lumda, Trohe, Wieseck, Gießen. 11. Zu Steinbach Dienstag den 16. März, Vormittags 10 Uhr, auf der sogenannten Weide. Hierzu g-h^dle OA tnewb, Burkhardsfelden, Dorf-Gill, Hof-Gill, Eberstadt Arn^urg Csttingsha.ffen Garbenteich Großen- Linden , Grüningen, Hattenrod, Hausen, Holzheim, Klein-Linden, Lang-Göns, Leihgestern, Lich, Munster, Rieder-Besslngen, Ober-Bessingen, Oppenrod, Reiskirchen, Ober-Hörgern, Steinbach, Watzenborn, Steinberg, Winnerod. Es haben aus diesen Ortschaften sämmtliche beurlaubten Großhcrzoglich Hessischen M.lltärs aller Waffen zu ersche.nen, welche zur Reserve entlassen, zur Disposition der Truppentheile beurlaubt, oder zur Disposition der Ersatzbehörden entlassen oder dorthm aus anderen Kreisen beurlaubt sind. „ t . Alle dem preußischen Militär angehörigen Leute der vorbenannten Catcgorlen, welche tn dem Bezirk wohnen und nicht besonders dispenflrt sind, haben gleichfalls zu erscheinen. , t s Sämmtliche Leute sind zur Beiwohnung an der Control-Versammlung verpachtet und werden dazu hierdurch mit dem Bemerken ausgesordert, daß die ohne Entlchnld.gung fehlenden Mannschaften d.e ^^BÄder?s^noch bemlttt^daß dtt^MEschaften mit dem Militärpaß und Führungsattest versehen, in bürgerlicher Kleidung zu erscheinen haben und vor dem Beginne der Control-Versammlung Schirme, Stöcke und Pfeifen abzulegen sind. -tuqleich wird noch bemerkt, daß eine speciellere Vorladung nicht mehr erfolgen wird. Gießen, den 10. Februar 1869. Gandenberger, Oberstlieutenant und Bezirks - Commandeur. Besondere Bekanntmachungen. 1170) Nach einer Mittheilung Großherzoglicher Districts-Einnehmerei Gießen I kann die Hundesteuer für das Jahr 1^69 im Laufe dieses Monats noch ohne Kosten bezahlt werden. Gießen, den 11. Februar 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. ______________Vogt.___________ Edictalladunq. 1157) Nachdem der^förmliche Concurs- prozeß über das Vermögen des Joh. Jacob Schreyvogel von Frankfurt a. M., zuletzt wohnhaft in Gießen, erkannt worden, so werden hiermit alle Diejenigen, welche rechtliche Ansprüche an das ungefähr mit 4952 fl. 53Vr kr. überschuldete Vermögen bilden wollen, öffentlich aufgefordert, dieselben im Termin Montag den 15. März d. I., Vormittags 9 Uhr, vor untereichnetem Gerichte gehörig anzumelden und zu begründen, indem von denjenigen Gläubigern, welche ausbleiben oder ihre Ansprüche nicht anmelden, Verzicht auf Befriedigung aus der Concursmasse unterstellt wird, was ihren Ausschluß ohne besonderen Erlaß zur Folge hat. In genanntem Termine soll ferner, wenn ein nochmaliger Güteversuch erfolglos bleibt, ein Gläubigerausschuß gewählt und em Massecurator definitiv bestellt werden; bei den hierbei zu fassenden Beschlüssen der anwesenden Gläubiger ist die Minorität durch die Majorität gebunden. Gießen, den 30. Januar 1869. Großherzogliches Stadtgericht Gießen. Muhl, Dr. A. v. Grolman, Ctadtrichter. Stadtger.-Assessor. Markt-Anzeige. 1177) Da der diesjährige erste Viehmarkt und der erste Vieh- und Krämermarkt sich verschiedenen Kalendern irrthümlich angezeigt finden, so wird hierdurch zur allgemeinen Kenntniß gebracht, daß der erste Viehmarkt auf Dienstag den 2. März und der erste Vieh- und Krämermarkt auf Donnerstag den 4. März fällt. Biedenkopf, den 12. Februar 1869. Der Bürgermeister: Unverzagt. Viehmärkte in Darmstadt. 1161) Am ersten Dienstag jeden Monats von März bis November finden Märkte für Milch- und Zuchtvieh, Schweine, Schafe, Arbeitsochsen und Pferde auf dem seitherigen Viehmarktplatz, nahe den Bahnhöfen, und von diesen au? zugänglich, statt. (Fällt auf einen der ersten Dienstage des Monats ein israelitischer Feiertag, so wird der Markt um 8 Tage verschoben.) Die Fettviehmärkte finden auch in diesem Jahre unverändert jedenMitt- woch statt. Darmstadt, den 16. Januar 1869. Comitv für die Viehmärkte in Darmstadt. Der Präsident: Fuchs, Großherzoglicher Bürgermeister. Für A e r z t e. 1171) Die Stelle eines Gemeinde-Arztes für Ober- und Nieder-Mörlen wird demnächst erledigt, und wollen beide Gemeinden wieder gemeinschaftlich einen Arzt annehmen , welcher außer den Gebühren eine fixe Besoldung von 525 fl. erhalten soll. Wir bemerken, daß einem Arzte von hieraus noch vielfache Gelegenheit geboten ist, in mehreren angrenzenden Ortschaften eine lohnende Praxis auszuüben. Bewerber um diese Stelle wollen ihre Anmeldungen binnen vier Wochen dahier einreichen. Ober-Mörlen, am 12. Februar 1869. Grobherzogliche Bürgermeisterei Ober-Mörlen. I e ck e l. Versteigerungen. 1172) Der Bedarf des Brennholzes pro 1869 für das Großherzogliche Provinzial- Arresthaus sowohl, wie auch für Großherzogliches Bezirk^strafgericht soll im Termin Dienstag den 23. Februar L I., Vormittags 11V2 Uhr, in dem zu dem genannten Arresthaus gehörigen Gerichtsgebäude öffentlich an den Wenigstnehmenden, unter den bei der Versteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen, vergeben werden. Bei annehmbaren Geboten erfolgt der Zuschlag sofort. Gießen, den 12. Februar 1869. Großherzogliches Stadtgericht Gießen. M u h l. Holzversteigerung in den Gräflich Solms-Lanbach'schen Waldungen. 1167) Mittwoch den 24. Februar L I. kommt in dem der Friedrichshütte nahe gelegenen und dem städtischen Eichberge angrenzenden Districte Giehern folgendes Holz zur Versteigerung: 230 Stecken Buchen-Scheidholz, 20 „ „ Stammprügelholz, 1. und II. Klasse, 55 Stecken Buchen-Astprügelholz, 45 „ „ Stockholz, das Buchen - Reisholz nach Flächenabthei« lungen- Fenier in einer anderen Abtheilung desselben Districtes: 3100 Fichten-Bohnenstangen, 4 Stecken Fichten-Reisholz, zu Leitersprossen tauglich, 22 Stecken Salweiden - Durchforstungs- reiser. Die Zusammenkunft ist Vormittags 9 Uhr bei der Horloffsmühle. Laubach, am 13. Februar 1869. Gräfliche Oberförsterei. _________________Thum.______ 1152) Dienstag den 23. Februar», Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dahiesigem Rathhause die Grundstücke, zum Nachlasse des Ludw. Steinmeier gehörig, als: Flur Nr. oKlftr. 25/74 400 Acker an der Chaussee auf der Warth, gibt 1 sl. 5‘/2fr., 25/75 400 Acker das., gibt 1 fl. 14 fr-, 26/228 158 Acker am untersten Riegelpfad, auf das Bruch, gibt 142/4 fr., 26/229 144 Wiese daselbst, gibt 12 fr., öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, am 10. Februar 1869. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. _________________Ebel.______________ Oüerhessische Eisenbahnen. Vergebung von Lauarbeiten. 1144) Der unterzeichnete Sectionsinge- nieur ist mit der Vergebung nachstehend bezeichneter Bauarbeiten in der Section Lich beauftragt: a. die Erd-, Maurer- und Steinhauer-, Zimmermanns-, Dachdecker-, Verputz-, Schreiner-, Schlosser-, Glaser- und Tüncher-Arbeiten an 7 Bahnwartswohnungen und 4 Wächterhäuschen, gelegen in den Gemarkungen Garbenteich, Kolnhausen, Lich, Langsdorf, Hungen, Inheiden u. Steinheim; b. die Erd-, Maurer-, Steinhauer-, Zimmermanns-, Schlosser-, Dachdecker-, Spengler-, Stuccatur- und Verputz-Arbeiten für das Stationsgebäude zu Lich; c. die Erd-, Maurer-, Steinhauer-, Zimmermanns-, Schlosser-, Dachdecker-, Spengler-, Stuccatur- und Verputz-Arbeiten für das Stationsgebäude zu Hungen. Die Pläne, Kostenanschläge und Bedingnisse können auf dem Sectionsbüreau dahier eingesehen werden. Die Vergebung geschieht auf dem Wege schriftlicher Submission, wozu die Formulare auf dem Sectionsbüreau abgegeben- werden. Offerten sind längstens bis zum 24. Februar, Abends 6 Uhr, bei dem unterzeichneten Sections- ingenieur einzureichen, wobei bemerkt wird, daß die Submittenten, unter welchen die Wahl vorbehalten bleibt, bis zum 20. März l. I. an ihr Angebot gebunden sind. Lich, den 10. Februar 1869. Der Sections - Ingenieur: Binger. Bau- und Werkh 0 lz - Versteigerung. 1146) Donnerstag den 18. b. Mts., Morgens 9 Uhr, kommen im Gemeiüdewalde zu Ruttershau- sen, District Wehrholz, zur.'Versteigerung: 96 Eichen-Bau- u. Werkholz-Stämme von 5 —24 Zoll Durchmesser und 10 — 56 Fuß Länge, zusammen 5841 Cubikfuß, 34 Nadel-Stämmchen von 409 Cubikfuß, 6 Eichen-Stangen, 976 Fichten- „ zu Sparren und verschiedenem Werkholz geeignet. Die Zusammenkunft ist im Schlage. Ruttershausen, den 11. Februar 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Ruttershausen. ________________Klinket.__________ Holzersteigerung in der Fürstlichen Oberförsterei Lich. 1162) Künftigen Montag, den 22. d. Mts., Morgens 9 Uhr, sollen im District „Hard", auf dem Muschen- heimer Weg zunächst Lich anfangend, gleichzeitig versteigert werden: 11 Stecken Buchen- u. Eichen-Scheidholz, 154 „ „ „ „ Prügelholz, 12o „ „ \ „ Stockholz, 2575 Wellen „ „ „ Reisholz, 138 starke u. schöne. Eichen-Bauholzstämme bis zu 31 Zoll Durchmesser = 9590 Cubikfuß, 52 starke Tannen-Bauholzstämme = 1757 Cubikfuß, 109 starke Eichen- und Tannenstangen = 369 Cubikfuß. Lich, am 15. Februar 1869. Fürstliche Oberförsterei Lich. ______________Eigenbrodt._______ Holzversteigenmq im Anneröder Gemeindewalde. 1140) Donnerstag den 18. und Freitag den 19. Februar d. I., jedesmal von Vormittags 9 Uhr an, soll im Anneröder Gemeindewalde, District Köpfeln, nachverzeichnetes Holz öffentlich versteigert werden, als: 1 3/4 Stecken Eichen-Scheidholz, 5 „ „ Prügelholz, 5 „ „ Stockholz, 300 Wellen „ Reisholz, 1 Stecken Nadel-Scheidholz, 102 „ „ Prügelholz, 62 „ „ Stockholz, 4013 Wellen „ Reisholz, 62 Eichen-Stämme mit 992 Cubikfuß, 9 „ Stangen „ 36 „ 217 Nadel-Stämme „ 5270 „ 35 „ Stangen „ 189 „ Bemerkt wird, daß am 18. Februar das Bauholz und am 19. Februar das Brennholz zur Versteigerung kommt. Die Zusammenkunft ist an der Grünberger Straße, am Einschnitt nach Annerod. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 1. Septbr. d. I. gestattet. Die Großherzoglichen Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen. Annerod, am 11. Februar 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Annerod. Groß. Holzversteigeiunti. 1180) Freitag den 19. Februar l. I., Vormittags 9 Uhr, sollen in dem Marienstiftswalde, District Sandacker, am Wege von Lich nach Non- nenroth am Heuweg anfangend: 70V4 Stecken Kiefern-Prügelholz, 353/< „ „ Stockholz, 2085 Wellen „ Reisholz, 4 Kiefern-Stämme von 7 Zoll Durchmesser und 25 dis 35 Fuß Länge, 972 Kiefern - Stangen von 3 bis 5 Zoll Durchmesser und 20 bis 35 Fuß Länge, versteigert werden. Lich, den 12. Februar 1869. Winh eim. Holzversteiqerung. 1132) Donnerstag den 18. d. Mts. kommen in nachstehenden Freicherrl. v. Rabenaui- schen Walddistricten zur Versteigerung: 1- District Hoherwald, an der Staatsstraße zwischen Reiskirchen u. Lindenstruth: 21 Stecken Buchen-1 2 „ Eichen- Scheidholz, 3 „ Nadel- ) 27 Vr „ Buchen- j 5 „ Eichen- Prügelholz, 4 „ Nadel- \ HV2 „ Buchen- 7 „ Eichen- J Stockholz, 6V2 „ Nadel- ) 1375 Wellen Buchen- i 375 „ Eichen- Reisholz, 1200 „ Nadel- ) 25 Eichen-Stämme von 15 bis 45 Fuß Länge und 8 bis 15 Zoll Durchmesser, 617 Cubikfuß enthaltend, 45 Nadel-Stämme von 15 bis 56 Fuß Länge und 6 bis 17 Zoll Durchmesser, 973 Cubikfuß enthaltend, 7 Nadel-Stangen von 17 bis 36 Fuß Länge und 5 Zoll Durchmesser, 33 Cubikfuß enthaltend. H. District Kern berg, bei der sog. Gan- zeburg: 221/4 Stecken Kiefern-Prügelholz, I6V2 „ „ Stockholz, 2075 Wellen „ Neisholz, 5 Kiefern-Stämme von 14 bis 30 Fuß Länge und 8 bis 10 Zoll Durchmesser, 63 Cubikfuß enthaltend. III. District Struth wald, bei Beuern: 1 Stecken Eichen-Scheidholz, 1 „ „ Prügelholz, 75 Wellen „ Reisholz, 1 Eichen-Stamm von 45 Fuß Länge, 155 Cubikfuß enthaltend, 1 Buchen-Werkholz-Stamm von 35 Fuß Länge, 43 Cubikfuß enthaltend. Das in den Districten sub 11. Kernberg und sub III Struthwald befindliche Holz wird in dem District sub' I. Hochwald versteigert. Steigliebhaber, welche das Holz vor der Versteigerung einsehen wollen, belieben sich wegen des in dem District sub II. befindlichen an den Forstwart Dort in Großen-Buseck und wegen des sub III. an den Forstwart Nürnberger in Beuern zu wenden. Die Zusammenkunft ist in dem District Hoherwald, an der Staatsstraße zwischen Reiskirchen und Lindenstruth, des Vormittags um 9 Uhr, wo die Versteigerung beginnt. Rabenau, am 8. Februar 1869. W. Engel, Rentmeister. Holzversteigerunq. 1145) Im Licher Stadtwalde, Districten Ettingshäuserkopf, Lindenseif, Sauloch und Kronau, kommen Mittwoch den 17. und Donnerstag den 18. d. Mts. nachverzeichnete Holzsortimente zur Versteigerung: Mittwoch den 17. Februar: 186 Stecken Buchen-, Eichen-, Nadel- Scheit- und Prügelholz, 115 Stecken desgl. Stockholz, 9880 desgl. Wellen; Donnerstag den 18. Februar: 107 Eichen-, Buchen- und Nadelholz- Stämme von 5—19 Zoll Durchmesser und bis zu 70 Fuß Länge, 1007 Eichen-, Buchen- und Fichtenstangen. Der Anfang ist jedesmal Morgens 8 Uhr an der Chaussee nächst dem Nieder-Bessin- ger Feld. Lich, den 11. Februar 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Lich. __H e I m.________________ ArbeitsVersteigerung zu Ruttershausen. 1137) Mittwoch den 17. Februar, Nachmittags um 2 Uhr, sollen auf der Bürgermeisterei zu Ruttershausen nachstehende Bauarbeiten unter den bei der Versteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen öffentlich in Accord gegeben werden, als: Planirarbeit, Steinbrechen und Anfahren der Steine, veranschlagt zu ... . 3003 fl. 14 fr. Maurerarbeit, veranschl. zu 166 „ 36 „ Ruttershausen, den 9. Februar 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Ruttershausen. I. A.: _________Körner, Bezirksbauaufseher. 1166) Montag den 22. Februar er. werden bei dem Unterzeichneten folgende Gegenstände versteigert: 1 9jähriges Pferd, 3 Kühe, 2 Mutterrinder, 4 Schweine, 7 Schaafe, 60 Ctr. Heu, 14 Fuder Stroh, 1 Wagen, Pflug und Egge, 50 Mltr. Kartoffeln und sonstige Hausgeräthe. Krofdorf, den 14. Februar 1869. Der Schultheis: Wagner. Feilgebotsues Z Ein Enssaschrank, feuerfest, ist wegen nicht genügender Größe zu verkaufen. Bei wem? sagt die Exped. d. Bltts.________________________________________ 1142) Cement, frische Sendung, CoakS, für Ofen- und Schmiedefeuer, ä 24 fr. pr. Ctr., bei__Emil Pi stör- 1776) Beste Kernseife, Patent-Wasch-Crvstall, Feinste Glanz-Stärke, Wasch-Blau empfiehlt_________CarlHoffmann. 1169) In meiner Restauration wird Flaschen- und Heß'sches Tafelbier, sowie frische und geräucherte Würste, verabreicht. Joseph Stein's Wittwe, ,____________ Hintersasse._________ 1182) Verfauf von Großh Hess Stem- pelpapicr für Anwälte, Geistliche, Bürgermeister, Ortsgerichtsvorsteher, Vormünder u. s. w. bei_________________A. Balser. 1186) Mehrere gute Arbeitspferde sinch zu verkaufen Bierbrauerei auf der Hardt/ Universal - Magen - Liqueur, genannt Victoria, von Franz von Metternich in Mainz, empfiehlt in ganzen Flaschen ä 1 fl. 24 fr., „ halben „ ä — „ 45 „ „ Viertel- „ - — „ 24 „ Eduard Lind, Conditor in Gießen. Li6. Leere Flaschen werden gegen Vergütung von 4, 3 und 2 fr. zurückgenommen. (1151) 1135) Ein Schwein zum Einlegen steht zu verkaufen. Näheres bei der Expedition dieses Blattes. ____________________________ 1127) Ein Haufen guten Mistes ist zu verkaufen bei L. Textor,, __Darmstädter Haus. 1174) Täglich frische Hefe in der __Kau fischen Brauerei. 1158) Dachschiefer aller Sorten sind wieder auf den Gruben hier zu den billigsten Preisen zu haben. Gladenbach, im Februar 1869. _________________ Verwalter Krug. 1187) Eine gebrauchte Hof- und Stall- thüre steht billig zu verkaufen bei _________________Jacob Reiber. 1159) Euer Wohlgeboren ersuche ich hiermit ergebenff, mir für Patienten wiederholt 7 Töpfchen Ihrer höchst vorzüglichen Bruchfalbe zu senden, und zwar von der schwächern Sorte 2 Töpfe, von der stärkern 5 Töpfe. Die bis jetzt von Ihnen erhaltenen Portionen haben den nie geahnten günstigen Erfolg gehabt, und ist mithin durch Sie der leidenden Menschheit ein Mittel geworden, welches nicht nur allen Theorien spottet, sondern auch die bruch- kranken Mitmenschen Ihnen mit nicht zu beschreibenden Worten dankend segnend verpflichtet sind. Steudnitz-Siegendors, Kreis Hap- nau, Preußisch-Schlesien, 31. Juli 1867. I>r. Kraudt. Diese durchaus unschädlich wirkende Wruch salbe von Gottlieb Sturzenegger in Herisau (Schweiz) ist in Töpfen zu 3 fl. nebst Gebrauchsanweisung und Zeugnissen ächt zu beziehen sowohl durch" den Erfinder selbst, als durch Hrn. I. B. Lindt, Apolheker, Schnurgasse 58, in Frank- f«rt a. M.__________________ U48) Ein auf dem Nahrungsberg gelegener, i/z Morgen großer, Garten mit Häuschen, ist zu verkaufen. Das Nähere bei Rechner Wittich. 1147) Meinen links am Schwarzlachweg gelegenen, 302 lUKlftr. haltenden Acker bin ich Willens zu verkaufen. H. Keck. 1133) Ich bin Willens meinen großen und kleinen Garten, in der Mhe des Zinßer'- schen Gartens, zu verpachten. Näheres bei I. A. Busch Söhne. ________ Wittwe Pfeil. ! I. CI). Urtier empfiehlt fein, durch neue Sendungen aufis Reichhaltigste ausgestatkete Lager in gestickten Weiß wa ar en, als: Blousen, Unterchemisetten, Morgenhauben, Kragen mit und obne Manschetten, Barben, Barbenkragen, Einsätze, Streifen in Leinen und Jaco- net zu reellen Preisen. — Auf eine Auswahlsendung in sehr feinen Spitzenkragen und Manschetten, die ich nur bis zum nächsten Donnerstage zurückhalten kann, mache ich besonders aufmerksam. GROSSE PREIS-ERMÄSSIGUNG. LIEBIG'S FLEISCH - EXT RAGT DER LIEBIG’S FLEISCH-EXTRACT COMPAGNIE, LONDON. Nur ächt wenn jeder Topf mit Unterschrift der Herren Baron J. von LIEBIG und Dr. M. von PETTENKOFER versehen. DETAIL PREISE FEER GANZ DEUTSCHLAND 1 engl. Pfd.-Topf i/z engl. Pfd.-Topf i/4 engl. Pfd.-Topf l/s engl. Pfd.-Topf « fl- 5.33. ä fl. 2.54. ä fl. 1.36. ä 54 Krz. Zu haben in allen Handlungen und Apotheken, in Giessen bei (H39) EmiMFisclibacli, Seltersweg-. Vermiothungen. 1160) Im Becker'schen Nebenhause auf der Neuen Anlage sind 2 Familienwohnun- gen nebst Mitgebrauch des Bleichplatzes und der Waschküche, im April beziehbar, zu ver- miethen.________________ 1125). Eine Stube mit Cabinet wünscht man an eine einzelne Dame zu vermiethen. Näheres bei der Exped. d. Bltts.__________ 1138) Zwei aneinanderstoßende Zimmer (neue Anlage) sind mit oder ohne Möbel zu vermiethen und alsbald zu beziehen. — Bei wem? sagt die Exped. d. Bltts._______ 1149) Eine Familienwohnung, sowie ein möblirtes Zimmer sind zu vermiethen. Bei wem? sagt die Exved. d. Bltts. 1150) In dem früher I. Weil'schen Hause in der Weidengasse ist ein Zimmer ohne Möbel zu vermiethen. Vermischte Anzeigen. 1128) Ein freundliches Familienlogis ist zu vermiethen und alsbald zu beziehen Neuenweg Lit. B- Nr. 134.______________ 1129) Ein möblirtes Zimmer mit Cabi- binet ist zu vermiethen bei _________ G. Sch mehl, am Brand. 1183) In Lit. A- Nr. 32 ist ein möblirtes Zimmer zu vermiethen. 1181) Samstag den 13. Februar wurde eine silberne Taschenuhr auf dem Wege von der Neuen Anlage durch die sog. Junkerstraße nach dem Kreuz verloren. Der redliche Finder wird gebeten, dieselbe gegen eine gute Belohnung in der Neuen Anlage Lit. C. Nr. 36 im dritten Stock abzugeben. 1173) Nr. 351 hat das Oelgemälde ge' wonnen. Reinig, Polizeidiener. 1164) Die — Keine Spesen! Ruff Sachse & Comp., Annoncen-ExpeditilM, Lcinzi^ Bern — Breslau — Castel — Cölu — Stuttgart. JÖC><>-<><><><> <>0000000000-000< ooooooooo»oo-'-O % L <> iO^-O-OO-O-O-O-O-O-O-O-^-O-O-O-O-^» ^ ❖OOOOOOOOOO OO 0^>-^>-00 OOO-^-O-O OOO > O 3A 31/2% do. Engi. Souver. 11 Doll, in Gold 2 26-27 9 0 4- 0 ♦ 0 ❖ 4 9 5 9 § 0 <> CD Art § <> ❖ 0 0 ❖ § <> 0 ❖ 0 0 0 0 4 0 0 0 0 <> 0 0 ❖ <> <> 0 0 0 0 <> ❖ 0 o 0 0 ❖ <$> 0 4- 0 0 ❖ o 0 0 0 o Börseimachrichfen. 13. Februar 1869. Holl. fl. 10 St. Ducaten . . 20 Frankenst. Preuss. 41/2°/o Obi. 94% Frankf. 3lppcl Ruse- Impgr. 9 (7-49 ii I i 41/2% Vzjährige 96 Würtemb. 41/2% Obi. 94V2 Baden 4i/20/o Obi. c. E.L. 94% Oestr. 50/0 b. R. 593/, „ 5O/o National 52% Ä 5% Metall. Obi. 63 n M. steuerf. 51 % Amer. 60/0 1 882r Bds. 79 n 60/0 I885r 77% Actien. Frankf. Bank 124% Oester. Bank 675 n Creditact. .277% Oarmst. Bankact. 278 Wechsel. Amsterd. k. S. 991/8 Augsb. k. 8. 100 Berlin k. S. 105 Bremen k. St 963/4 Cöln k. S. 105 Hamburg k. S. 873/4 Leipzig k. 8. 105 London k. S. 1191/Q Lyon k. 8. — Paris k. S. 94% Wien k. 8. 97% Disconto 31 2% G, » Geldsorten. Pr. Cass. Sch. 1 443/4-45 Div. Cass.-A. — Pr. Friodrdor. 9 57-58 Vollständige Vnyüge per Bahn oder auf der Landstraße, einzelne Möbelfuhren über taiib, sowie das Abholcn der Möbel von den Bahnhöfen, besorge mittelst großer, geschlossener Feder- =— wagen bei „Garantie prompter und billiger Bedienung. Ge- chrte Auftrage oder Frachtbriefe erbitte Brönnerstraße 17. Frankfurt a. M. (1154) 1184) Auf der Straße von Gießen nach Steinbach ist eine lederne Pferdedecke verloren worden. Der redliche Finder wird gebeten, dieselbe gegen gute Belohnung an die Exped. d. Bltts. abzugeben. 1130) Zur Abhaltung von Versteigerungen jeder Art empfiehlt sich unter promptester und reellster Bedienung Carl Pietsch I. ______________ (Dienstmann-Jnstitut.) 1175) Auf 1. März l. I. wird auf die Schreibstube eines hiesigen Anwalts ein mit allen Büreauarbeiten vertrauter, gewandter Gebülfe gesucht. Erfragen Lit. A. Nr. 104 im III. Stock. 1178) Ein Mädchen, am liebsten vom Lande, das in allen Hausarbeiten gründlich erfahren ist, kann auf den 25. März eins gute Stelle finden. Mo? sagt die Exped. d. Bltts. 1131) Mehrere Zimmergesellen können dauernd Arbeit erhalten bei Phil. Gilbert, __in Heuchelheim. 1136) Eine Dienstmagd, die bürgerlich kochen kann, wird zu sofortigem Eintritt gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 1134) Ein in häuslichen Arbeiten erfahrenes Mädchen findet Stelle Wallthor Lit- A- Nr. 161 im untern Stock- l860r Loose 78% I864r „ 113% 46-48 47-49 54-56 35-37 27-28 52-56 Pistolen . . 9 „ doppelte 9 Politische Rundschau. Berlin, 13. Febr. Das Herrenhaus genehmigte heute die beiden Vorlagen der Staatsregie- rung wegen Vermögensbeschlagnahme der beiden de- poffedirten Fürsten. Graf Bismark ergriff mehrmals das Wort und führte aus, daß die Vertrage mit denselben nicht Privatverträge, sondern StaatSver- iräge seien. Diese hätten sie aber nicht gehalten. Sicherlich würden auch andere Staaten vertriebenen Fürsten kein Geld zahlen, wenn dieselben das Geld benutzten, um im Auslande Legionen zu bilden. Preußen habe durch die Annexionen nicht Eroberungen gesucht, sondern Wahrung seiner Sicherheit für die Zukunft. Berlin, 13. In Abgeordnetenkreisen verlautet, der Abschluß des Vertrages mit der Stadt Frank- furt sei sicher zu erwarten. Außer den bereits zugestandenen 756,000 st. dürften auch noch die vom Abgeordneten Ebner zurückgeforderten 609,000 st. zurückbewilligt werden. Die Frankfurter Deputation hatte heute eine Conferenz mit dem Finanzminister. Oberpräsitent v. Möller traf heute wieder hier ein und wurde Mittags von den Ministern Graf Bis- marck, Graf Eulenburg und v. d. Heydt, Nachmittags vom König empfangen. Freiburg, 7. Febr. Soeben (berichtet man von hier der „Bad. LandeSztg.") verbreitet sich die Kunde, unser Bislhumsverweser Kübel werde demnächst vom Papste zum Delegaten des apostolischen Stuhles mit außerordentlichen Vollmachten für Baden ernannt. Das neueste, kürzlich veröffentlichte Schreiben Antonelli's sei nur ein Vorläufer hievon, die Decane hätten bereits die Weisung, dieß auf den Conferenzen der Geistlichkeit mitzutheilen. Rom habe Kübel beauftragt, der Großherzoglichen Regierung das Verleihungsrecht über jene Pründen, die seither dem Landesherrn unterstanden, zu künden und mit Vergebung aller Pfarreien und überhaupt im Sinne des Concordats entschieden vorzugehen. Stuttgart, 12. Febr. Wie in gut unterrichteten Krusen versichert wird, haben die Bestrebungen des Fürsten Hohenlohe, ein Bündniß der süddeutschen Staaten auf Grundlage selbstständiger Verträge zu Stande zu bringen, noch keine bestimmte Gestalt angenommen, und hat das bisher in dieser Richtung Geschehene weder hier noch in Karlsruhe eine Ge- neigheit gefunden, welche irgend eine Aussicht auf einen realen Erfolg eröffnen könnte. München, 13. Febr. Die Abgeordnetenkammer nahm mit 92 gegen 48 Stimmen den Antrag des Ausschusses betreffs des Wahlrechts für den Landtag an, lehnte also das mehrseitig verlangte allgemeine directe Stimmrecht ab. Paris, 12. Febr. Die osficiösen Blätter melden übereinstimmend, daß nach den letzten Nachrich- ten die Ruhe in der griechischen Hauptstadt keinen Augenblick gestört worden ist; diese Nachrichten wer- den vom 9. datirt. Selbst die „Liberty", welche während der ganzen Episode unaufhörlich alarmirte und nicht selten ihre Inspirationen von Herrn Ran- gäbe empfing, gesteht heute auf Grund von Privat- depeschen aus Athen, daß „in Griechenland Alles vorüber und daß den Aufregungen der letzten Tage eine sichtliche Beschwichtigung gefolgt ist." Der „Public" hört von einer Proklamation des Sultans an seine Untertanen sprechen, in welcher die Pforte ihr Vertrauen äußere, die im Jahre 1856 aufge- stellten Principien, welche zugleich eine Bürgschaft für die Unabhängigkeit der Türkei und für die Ruhe Europa'- seien, auch fernerhin triumphiren zu seben. London, 11. Febr. Dem Madrider Correspon- denten der „Times" zufolge, droht dem Plane, ein Direktorium zu bilden, wie manchem andern vor ihm, das Schicksal, nicht verwirklicht zu werden. Das Direktorium, so schreibt er, würde eine ziemlich macht - und einflußlose Stellung einnehmen, da es die Executive einem Ministerium übertragen müßte, und weil dem so ist, würden alle Männer von Bedeutung und Ehrgeiz, z. B. Prim, lieber Minister als Mitglieder des Direktoriums sein wollen. Ser- rano sei, wie man höre, der Regierungssorgen über- Haupt satt und würde seine Stellung nicht auf die Dauer behaupten können, wenn er den Herzog von Montpensier nicht aus den Thron zu bringen vermöchte, was mit legalen Mitteln immer schwieriger zu erreichen sein werde. Rivero werde für andere Posten nothwendiger gebraucht: als Präsident der Cortes, als Minister des Innern oder der Justiz, und würde jede dieser drei Stellen lieber annehmen, als die hohle Würde eines Triumvirs. Und Prim werde sich zweimal besinnen, ehe er die Armee aus den Händen gebe. Aus diesen Gründen beschäftige man sich jetzt mit einem neuen Plane. Es soll nämlich nach Eröffnung der Cortes der jefeioen provisorischen Regierung, wenn sie ihre Stellen niederlegt, der Dank des Landes votirt und der Antrag gestellt werden, daß sie bis auf Weiteres ihre Stellen beibehalte. Damit dieses geschehen könne, würde allerdings eine Purificalion nöthig fein, da mehrere ihrer Mitglieder, der Justizminister Ortiz, der Minister des Innern Sagasta und theilweise auch der Finanzminister Figuerota, gewaltig im Vertrauen gesunken seien. Am Schluffe des betreffenden Brieses wird auf die oft erwähnte Möglichkeit hingewiesen, Prim zum Diktator oder Protektor zu machen, da wenig Aussicht vorhanden sei, daß der alte Espartero diesen Posten übernehme. Zu solcher Stelle würde sich Prim wohl bereit finden, da er dann die Macht besäße, die Minister und Generale nach eigenem Ermessen zu ernennen, und sich weder vor geheinnn Jnlnguen noch vor offenen Angriffen werter zu fürcbhn brauchte. Madrid, H. Febr. Die Eröffnung der Cortes fand m feierlicher Weise statt. Serrano sagte in seiner Ansprache: Nach Zertrümmerung der alten Fesseln seien die Volksvertreter berufen, ein neues Staatsgcbäude aufzuführen. Die Finanzlage sei zwar schwierig, doch hoffe die Regierung, daß die Cortes durch tief greifende Reformen der Staatsadministration Abhülfe schaffen werden. Sie hoffe ferner, daß Die Cortes die regierungsseitig procla- mirte ReligionS-, Preß- und Unterrichtsfreiheit und das VersammlungSrecht sicherstellen werden. Die Sklaverei solle abgeschafft werden, doch ohne Neber- stürzung und ohne Gefährdung Der Wohlfahrt Der Antillen. Die auswärtigen Beziehungen seien be- sriedigenD und mit einigen Staaten intimer geworden. Konstantinopel, 13. Febr. Die „Turquie" veröffentlicht Die Proklamation Des neuen griechischen Ministeriums: Dieselbe schließt: „NachDem Die In- surrection auf Kreta erstickt war, kam es zu Nego- ciationen, hervorgcrufen durch das Ultimatum Der Türkei. Eine Weigerung gegenüber Den Entschei- Dungen der Conferenz hätte nothwendig zum Kriege geführt. Wir hatten aber weder eine kriegsbereite Armee noch eine Flotte. Nachgiebigkeit ist unter solchen Umständen Pflicht, um die Zukunst Griechen- chenlandS nicht aus's Spiel zu setzen. Washington, H. Febr. (Kabeltelegramm aus Reuler's Olfice.") Präsident Johnson hat Den Dr. Mudd, Den Complicen des Booth bei dem Morde Lincoln'S, begnadigt. — Der Congreß hat in ver- einiger Sitzung die Urwahlen für die Präsidentschaft, aus denen Grant als Präsident und Colfax als Vicepräsident hervorging, für giltig erklärt. — Die Witlwe Linc oln's hat sich an den Senat der Vereinigten Staaten von Nordamerika mit Der Bitte um eine Pension gewenDet. In ihrer Eingabe sagt sie: „Der ToD meines Mannes hat meine Gesundheit angegriffen, und auf den Rath meiner Acrzte habe ich mich nach Deutschland begeben, um Mine- ralbäder zu gebrauchen, und den Winter in Italien zu verleben. Leider erlauben mir meine finanziellen Mittel nicht, die mir ertheilten Rathschläge zu befolgen; auch bin ich trotz aller Oeconornie nicht im Stande, ein Leben zu führen, wie es Der Wittwe des höchsten Beamten einer großen Nation zukömmt. Vermischtes. Darmstadt, H- Febr. Das heute erschienene Regierungsblatt Nr. 4 enthält: 1. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministerium« deS Großherzoglichen Hauses und des Aeußern, die Telegraphen- Ordnung für die Eorrespondenz auf den Linien deS Telegra- Phcn-Verein« betreffend. 11. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministerium- der Finanzen, die Erhebung der Einkommensteuer in den ersten sechs Monaten des Jahre« 1869 betr. Der monatliche Betrag, einschließlich der Zuschläge wegen der Staatsstraßen- und Provinzialstraßenbauschulden, welcher für die genannten sechs Monate auf den Gulden Normalsteuercapital für die Einkommensteuer auszuschlagen ist, berechnet sich nach dem Gesetz vom 11. April, bezw. 16. Decembir 1868 für die Provinzen Starkenburg und Oberhessen aus 323/24 Pfennige und für die Provinz Rheinhessen auf 3'7/24 Pfennige. Unter Zugrunde, legung dieser Norm ergibt die Berechnung der Einkommensteuer nach Provinzen folgendes Resultat: Steuerkapital Einkommen- ohne Abzug d. steuerkap. Steueransatz Personal- nach Abzug für einen steuer. d. Personal- Monat. kapitals. steuerkapital«. fl. st. st. kc. Pf. 1. Prov. Starkenb. 1457410 1034670 17064 52 0 °2. „ Oberhessen 773400 567510 9359 58 2 *3. , Rheiuhess. 1408770 894800 13825 54 0 Hauptsumm^ 3639580 2496980 40250 44 2 Die Gesammtsumme der Einkommensteuer für die ersten sechs Monate d. I. beläuft sich hiernach auf 241,504 Gulden 27 Kreuzer. Die Erhebung erfolgt in monatlichen Raten, jedoch in der Weise, daß auf Grund des Art, 2 deS Gesetzes vom 16. Dec. v. I. wegen Verzögerung der Aufstellung der » ebregister daS bi« jetzt außer Erhebung gebliebene Ziel für den Monat Fe- bruar nacherhoben, mithin gleichzeitig mit dem Februarziel eingebracht wird. 111. Bekanntmachung Großherzoglicher Proviuzial-Direction Oberhessen, die Aufbringung der Mittel zur Bestreitung ver Bedürfnisse der Landjudenschaft der Provinz Oberhessen für 1869 betreffend. IV. Veczeichniß rechtskräftig gewordener, in Gemäßheit deS Art. 30 des StraßgesetzbuchS im Regierungsblatt bekannt zu. machender S träferkenn tnisse der Gerichte der Provinz Starkenburg. V. Ermächtigungen zur Annahme fremder Orden. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben aller« gnädigst geruht: am 28. Dec. 1868 dem Geheimen Justizrath 0r. C. Levita in Pari« die nachgesuchte Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen nachstehend verzeichneter Dekorativ- nen: des ihm von Sr. Maj. dem Kaiser von Oesterreich verliehenen Ordens der eisernen Krone dritter Elasse, von weiland Sr. Maj. dem Kaiser Marimilian von Meriko verliehenen Commandeurkreuze« des Orden« Not re Dame de Guadeloupe, — von Sr. Maj. dem König von Preußen verliehenen rothen Adler-Orden- vierter Elasse, — von Sr. Maj. dem Kaiser der Franzosen verliehenen Ritterkreuzes der Ehrenlegion, — von Er. Maj. dem König von Baiern verliehenen Ritterkreuzes erster Elasse de« Verdienst-Ordens vom heiligen Michael, — von Sr. Maj. dem König von Würtemberg verliehenen Ritterkreuze« des Friedrichs-Ordens, — von Sr. König!. Hoh. dem Großherzog von Baden verliehenen Ritterkreuzes erster Elasse des Zähringer Löwen-Ordens — und von Sr. Hoheit dem Herzog von Braunschweig verliehenen Ritterkreuzes des Orden« Heinrichs de« Löwen, sowie am 7. Jan. 1869 dem Territorial-Eommiffär bei der Festung Mainz,. Provinzial-Director der Provinz Rheinhessen und Bevollmächtigter bei der Rheinschifffahrts-Eentral-Eommission, Geheimenrath Schmitt in Mainz, die nachgefuchte Erlaubniß zur Annahme und zum Tragen des ihm von Sr. Maj. dem König von Baiern »er, liehenen GroßcomthurkreuzeS des Königlich Baierischen Ver- dieast-Ordens vom heiligen Michael zu ertheilen. VI. Namensveränderungen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 9. Dec. 1868 dem Adam Burkhard zu Seligenstadt zu gestatten, statt seines bisherigen Familiennamens Burkhard in Zukunft den Familiennamen Becker, — am 16. Dec. 1868 der Elisabeth« Krieger von Neckarhausen zu gestatten, statt ihres bisherigen Familiennamens Becker in Zukunft den Familiennamen W.agner, — am 19. Dec. 1868 dem Christian Carl Emil Peter Menges zu Gießen zu gestatten, statt seine« bisherigen Fa- miliennamen Menge« den Familiennamen Wilhelm, — am 6. Jan. 1869 dem Theodor Achenbach zu Darmstadt za gestatten, statt seines bisherigen Familiennamens Achenbach in Zukunft den Familiennamen Eberle, — dem Georg Ludwid Reuning zu Nidda zu gestatten, neben seinen bisherigen Vornamen Georg Ludwig noch den Vornamen Wilhelm — und der Auguste Waigandt von Darmstadt zu gestatten, statt ihres bisherigen Familiennamens Waigandt in Zukunft den Familiennamen Mathes zu führen. (Schluß folgt.). Berlin, 11. Febr. Im vergangenen Jahre sind im norddeutschen Bund circa 255 Millionen Briefe befördert worden, von welchen ungefähr 55 Millionen portofreie waren. Von diesen bestanden zwei Drittel aus Dienstbriefen, d. h. aus solchen, welche portofrei von den Behörden, namentlich von den Gerichten, versendet wurden. Die Zahl der Postbeamten im norddeutschen Bunde belief sich auf circa 34,000. Rechnet man die' Postillone und Posthaltcr hinzu, welche nur in einem contractlichen Verhältnisse zur Postverwaltung stehen, so besteht das Gesammtpersonal der norddeutschen Postverwaltung aus etwa 43,000 Personen. An Postanstalten zählt der norddeutsche Bund circa 4400, so daß auf ungefähr 1% Quadrat« meilen eine Postanstalt kommt. — In Sachen des Corny'schen Mordes tritt jetzt mit großer Bestimmtheit das Gerücht auf, daß v. Zastrow in den Stunden, da da« Verbrechen verübt worden, von einem giaubwürdigen, zeugeneidlich vernommenen Mann in der Keffelstraße gesehen und nunmehr recognoScirt worden ist. Hinsichtlich de« an dem Knaben Handtke ... Verbrechen« leugnet v. Zastrow seine Schuld noch immer mit der bishrerigen Ruhe und Hartnäckigkeit, doch haben sich die Schuldbeweise derartig gegen ihn gehäuft, daß seine Ueberfüh- ruug wohl nicht mehr zu bezweifeln ist. — (Lynchjustiz und Photographie in Australien.) Daß praktische Ausnützung der durch die Civilisation gebotenen Vortheile mehr in den jungfräulichen Ländern zu Hause ist al« in der alten Welt, davon erzählen australische Blätter ein bezeichnendes Beispiel. Ein gewisser Black war gegen eine nicht im besten Rufe stehende Bergwerksgesellschaft al« Kläger vorgegangen und begab sich mit einem Geometer an Ort und Stelle, um daS streitige Terrain abzumessen. Dort wurde ihm aber ein übler Empfang zu Theil. Eine Schaar Strolche fiel über ihn her, band und knebelte ihn, riß ihm die Kleider vom Leibe und bestrich ihm den ganzen Leib mit heißem Theer. In Ermangelung von Federn wälzte sie ihn dann durch Stroh, Hobelspäne, Wolle und andere Abfälle und ließ ihn danach laufen. Gar Mancher wäre der ersten Regung gefolgt, sich der ekelhaften Bekleidung zu entledigen. Nicht so Mr. Black. Vielmehr begab sich derselbe in seiner ganzen Schönheit zum Photograpben und ließ, weniger zur Ergötzung seiner Freunde als zum Schrecken seiner Feinde, sei» Portrait anfertigen. Dasselbe figurirt nunmehr als Titelbild zu einer Klage auf 2000 Pf. Sterl. Entschädigung, die der Mißhandelte gegen die Gesellschaft anhängig gemacht hat. *** Da« vervehmte Hannöver'sche Kukukslied, dessen so oft in den Blättern Erwähnung geschieht, und daS schon so manchen Lebrjungen und selbst Dienstmädchen die wenig angenehme Bekanntschaft mit der preußischen Polizei machen ließ, lautet seinem ganzen staatSgefährlichen Inhalte nach: Der Kukuk fitzt in seinem Nest, Paßt auf, wo sich waS holen läßt; Und haben ein paar Vögel Streit, Ist er zum Schlichten stets bereit. Doch willig thut'S der Kukuk nicht, Er holt dann wo und was er kriegt. Wer Hülf' vom Kukuk sich ersteht, Ist werth, daß er zum Kukuk geht. — Kukuk'. Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (&r. Chr. Pietsch) in Gießen. mit TM öt P°» *49 - Nach (in Berirls-CoiM Subern i Derben, in olt‘ Stlrefftnb Betreff Um ein rnMeben: Lie Prü War b- I, Laubach, « . Tie woll Ezeichniß Übei lmb, erweitert st können. Gießen, d Besonderes „ Aic La Nb A der Proust Wn des Lud 3* 6ei \ *«tnnnt « $otbttun. Dienstag b*t WJlt± . sS« - Rfe A werden. 'V WeitT'« S»! —^bri^