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Derselbe erscheint wöchentlich dreimal, Dienstags, Donnerstags und Samstags, und kostet in Gießen vierteljährlich 36 Kreuzer frei in's Haus geliefert. — Für auswärtige Abonnenten, welche nur bei der Post oder den Landpostboten abonniren können, beträgt der ^«jährige Abonnementsvreis 49 Kreurer incl. Postaufschlags. 3XSr Die auswärtiften Abonnenten machen wir darauf aufmerksam, daß nur dann vollzählige Nummern des Blattes geliefert werden können, wenn sie schon jetzt bei -er Post ihr Abonnement erneuern. Den Abonnenten in der Stadt Gießen werden wir, wenn vorher keine ausdrückliche Abbestellung erfolgt, das Blatt auch im Hl. Quartal 1869 zusenden und den Abonnementbetrag wie seither durch Quittung erheben lassen. Die Expedition des Gießener Anzeigers. N m t i t cb e BekcsnntmrrHunHerr Das Bundes-Gesetzblatt des Norddeutschen Bundes Nr. Hi, ausgegeben zu Berlin am 8. Juni 186!), enthält: (Nr. 289.) Gesetz, betreffend die Portofreiheiten im Gebiete des Nordeutschen Bundes. Vom 5. Juni 1869. (Nr- 290.) Bekanntmachung, betreffend die Ernennung eines Generalkonsuls des Norddeutschen Bundes für Großbritannien und Irland in London. ()tr. 291.) Bekanntmachung, betreffend die Ernennung eines Konsuls des 9iorddeutschen Bundes zu d'Urban (Kolonie Natal in Afrika). (Nr. 292.) Bekanntmachung, betreffend die Ernennung eines Konsuls des Norddeutschen Bundes zu Port Louis (Insel Mauritius.) (^r. 293.) Bekanntmachung, betreffend die Ernennung von Konsuln des Norddeutschen Bundes zu Nagasaki, Hakodade, Niegata und Bokohama. eberg Bekanntmachung, betreffend die Ertheilung des Exequatur Namens des Norddeutschen Bundes an den Konsul der Vereinigten Staaten von Amerika in rmen 295‘) Bekanntmachung, betreffend die Ertheilung des Exequatur Namens des Norddeutschen Bundes an den Konsul der Vereinigten Staaten von Amerika (Nr- 296.) Bekanntmachung, betreffend die Ertheilung des Exequatur Namens des Norddeutschen Bundes an den Kaiserlich Nussischen Vicekonsul zu Emden. Das Bundes-Gesetzblatt des Norddeutschen Bundes Nr. 17, ausgegeben zu Berlin am !). Juni 1869, enthalt; (Nr. 297.) Wahlgesetz für den Reichstag des Norddeutschen Bundes. Vom 31. Mai 1869. Gießen, den 12. Juni 1869. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. G o l d m a n n. Polizeiverbot Mit Ermächtigung Großh. Ministeriums des Innern wird hiermit das unbefugte Betreten der dermalen im Bau begriffenen Eisen- bühnstrecken — Bahnkörper und Neben-Anlagen — außerhalb der über die Bahn führenden Uebergänge bei einer Polizeistrafe von dreißig Kreuzer bis fünf Gulden verboten. Gießen, den 14. Jrmi 1869. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. G o l d m a n n. Besondere Bekanntmachungen. Oeffentliche Aufforderung. 5258) Zu dem Nachlaß des am 8. April 1866 dahier verstorbenen Bürgers und Gast- ivirths Wilhelm Rühl gehören folgende, ihm und seiner verstorbenen Ehefrau Elise, gcborne Schwalm, als „beschränkt" im Grundbuch zugeschriebenen Immobilien: G e in a r k u n g Gießen: Flur Nr. oKlftr. : fc/i69,2 323 Grasgarten am Leihgester- ner Weg und der Chaussee auf dem Seltersberg, ■' 189,7 116 Hofraithe daselbst, 169,8 65 pofraithegrund daselbst, ''"170,4 335 Hofraithe daselbst. Tiefe Grundstücke hatte Wilhelm Rühl im Jahr 1853 von dem verstorbenen Großh. Hofger.-Advocaten Dr. Sundheim gekauft. Die Zahlung des Kausschillings ist beschci- nip.t, kann aber urkundlich nicht nachge- wiejm werden, da der Kaufbrief verloren Mangen ist. Es ergeht daher auf Antrag dir Wilhelm Rühl'schen Erben an alle D.ie- imigen, welche an den verlornen Kaufbrief ui.d bezw. an den Kaufschilling bezüglich der obigen Grundstücke Ansprüche zu machen hoben, die Aufforderung, binnen 4 Wochen wtfe Ansprüche bei dem unterzeichneten Ge- ülstte geltend zu machen, widrigenfalls die Beschränkung des Eigenthums im Muta- iMsverzeichnisse gelöscht und auf Antrag m Interessenten ein neuer Kaufbrief aus- eeiertigt würde. • Gießen, den 5. Juni 1869. Großherzogliches Stadtgericht Gießen. Muhl, Stadtrichter. Das Gießener Nachtwachepersoual betreffend. 5260) Wir bringen zur Kenntnis; des Publikums, daß die hiesigen Bürger G g. Schneider und L u d w. Appel als Nachtwächter bestellt und verpflichtet worden sind. Gießen, den 12. Juni 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. _______________Vogt.____________ Viehmärkte in Darmstadt. 5252) Am er ft en Dienstag jeden Monats von 5Närz bis November finden Märkte für Milch- und Zuchtvieh, Schweine, Schafe, A r b e i t s o ch s e n und Pferde auf dem seitherigen Viehmarktplatz, nahe den Bahnhöfen, und von diesen aus zugänglich, statt. (Fällt auf einen der ersten Dienstage des Monats ein israelitischer Feiertag, so wird der Markt um 8 Tage verschoben.) Die Fettviehmärkte finden auch in diesem Jahre unverändert jeden Mittwoch statt- Darmstadt, den 16. Januar 1869. Co mit« für die Viehmärkte in Darmstadt. Der Präsident: Fuchs, Großherzoglicher Bürgermeister Berste iger «ngett. 5259) Das Waldgras von verschiedenen Schneißcn im Gießener Stadtwalde soll Samstag den 19. Juni d. I., Vormittags 10 Uhr, im Rathhaus-Saale öffentlich versteigert werden. Die Großherzoglichen Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen. Gießen, den 11. Juni 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. 5257) Dienstag den 27. Juli, Nachmittags 2 Uhr, soll das in der Hofraithe des Großh. Pro- tocollisten Böger dahier befindliche, dem Photographen PH. Perger angeblich gehörige Atelier öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 14. Juni 1869. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. Semmler, Ortsgerichtsmann. 5270) Montag den 21. Juni und die folgenden Tage, von Nachmittags 2 Uhr an, werden in dem Hause des Gastwirths H e i n- rich Rech dahier nachstehend verzeichnete Mobilien und Wirthschaftsutensilien öffentlich gegen gleich baare Zahlung versteigert, nämlich: ein Büffet mit Realen, ein Zapfapparat, eine Schrotmühle, eine Brückenwaage, mehrere Ciskühler, eine bedeutende Anzahl Tische und Stühle, ein Sopha mit Sprungfedermatratze, Wein - und Bier- gläser, leere Flaschen, Tischtücher, Servietten, Küchenhandtücher, porcellanene Schüsseln, Teller, ein Küchensclnank mit Aussatz, Küchengeräthe und viele andere dahin einschlagende Gegenstände. Gießen, den 14. Juni 1869. Der M ässe cur ator: M Pilger. 5255) Künftigen Mittwoch, den 16. Juni, nach Beendigung der herrschaftlichen Heugras-Versteigerung, soll bei Wirth Dorfeld in Wieseck das Heugras von nachstehenden, früher Snpp'schen Wiesen, jetzt L. Leo gehörig, versteigert werden, als: QKlftr. 542 Wiese auf der Burg, 1084 Wiese am Biegen, das erste Stück, 1084 Wiese daselbst, das zweite Stück, 685 Wiese daselbst, die Spitzen, 600 Wiese, die Sauwiese: ferner das Heugras von den C. Siegfried'- schen Wiesen, als: D-Rlflr. 1057 Wiese, die Buchmiese, 1446 Wiese, die krummen Morgen; sodann Nachittags 4 Uhr im Gasthaus zum Pfau, nach Beendigung der herrschaftlichen Heugras-Versteigerung, von den Wiesen der Frau Block, als: lDKlite. 793 Wiese an der Chaussee, beim Pfau, 275 Wiese in der Schwarzlach, 210 Wiese hinter dem Wallbrunnen. Gießen, den 14. Juni 1869. _____________K. Vogt, Ortsgerichtsmann. GraSversteiqeilmg. 5265) Freitag den 18. d. Mts., Vormittags 8 Uhr anfangend, soll das diesjährige Heugras von den dem Viarienstift Lich zustehendcn circa 100 Mor gen Wiesen in den Gemarkungen Lich, Ober- und Nieder-Bessingen versteigert werden. Der Anfang ist bei Lich an der Straße nach Butzbach. Lich, den 12. Juni 1869. Winheim. ß!,. !! üi ij i n n Deutscher Phönix, räthig bei an. versichert werden. Seltersweg. (5271) CM lTD Älftv. 254 234 146 (5274) am Gansacker, auf dem Gansacker, daselbst,' Wesen, verpachte t P h. L a m p u s. F e i l g e ll o t e n c s 5243) Häckselmaschinen, Farbreibmühlen , Kettenpnmpen, Dreimal-, HauShaltungs-, Viehwaagen rc. empfiehlt Emil P i st o r. Hkuqras - Versteiqerung. 5256) Donnerstag den 17. d. Mts., von Morgens 8 Uhr an, soll das Heugras von den hiesigen Gemein: dewiesen an Ort und Stelle ineistbielend versteigert werden. Der Anfang ist im Trisch am Vicinalweg nach Wieseck- Alten-Buseck, am 14. Juni 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Alten-Buseck. W a g e n b a ch. 5242) Das Heugras von einer 956 □Älftr. haltenden Wiese am alten Lahnfluß ist zu verpachten. Ehr. Noll Wittwe. 5282) Am 10. d. Mts. ist eine sog. Nad- hacke gefunden worden. Der Eigenthümer kann dieselbe bei mir abholen. F. Berg II., Wolkengasse. Gemüse-Pflanzen, alS: Wirsing-, Kohlrabi-, Roscukobl-, Blumenkohl-, Roth- und Weißkraut-, Winterkohl-, Römischkohl-, Rotheru- ben- und Salat-Pflanzen zum Aussetzen, sowie Salat zum Essen, bei Rauten st r auch, zur neuen Bleiche an der Schoor. Heuqras - Versteigerung. 5235) Donnerstag den 17. Juni, von Morgens 9 Uhr an, soll das Heugras von den hiesigen Ge- meindcwiesen öffentlich meistbietend versteigert werden. Der Anfang ist um die bestimmte Stunde zu Erbach bei der Häuser Mühle. Garbenteick, am 9. Juni 1869. Grobherzogliche Bürgermeisterei Garbenteich. Sch w a r z. dingungen. Prospecte und Antragsformulare gratis durch die Agenten: Wilh. Balser in Gießen, PH. Zimmer in Lich, Rechner Schmidt in Londorf, I. Henrich in Lang-Göns, Balth. Seibert in Wieseck. Heugras-Versteigerung. 5254) Montag den 21. Juni, Abends 8 Uhr, soll das Heugras von der Neustädter Schäferei-Wiese, die kleine Weid genannt, 1993 (DKlftr. haltend, in der Wohnung des Herrn Ludwig Herbert öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 11. Juni 1869. Der Vorstand. €■ e r m nKkia, Lrbknsverflcherungü - Artien - (6c|t’llld)aft in Stettin Ain* Auswanderer. 5248) Die Haupt-Agentur von E. W. Dietz am Markt in G i e ß e n expedirt wöchentlich mehrmals mit den vorzüglichsten Dampf- und Segelschiffen Passagiere und Güter nach allen Häfen von Amerika und Australien. Preise billigst. Behandlung anerkannt reell. f flnden einzig radikale Hülfe in dem gediegenen Büchelchen: 8>r. Hoffmauit's zuverlässiger Gichtarzt oder Belehrung über das einzige, sichere, leichte und schnelle Heilverfahren bei Gicht und Rheumatismus, durch einfache, wohlfeile und in allen Fällen wirksame Mittel. Preis '/.j Thlr. Zu beziehen durch jede Buchhandlung. (5246) Z Kernerbsen, täglich frisch gebrochen, sind zu haben bei Th. Rautenstrauch, zur neuen Bleiche an der Schoor. Mierheftische Gesellschaft für Natur- um) Heilkunde. 5263) Sitzung. Mittwoch den 16. Juni, Abends 6 Uhr, in der kleinen Aula. Anqekündlgter Vortrag' Herr Professor Schneider: „lieber Entwicklung der Coelenteraten/ Heugras - Versteigerung. 5264) Künftigen Freitag, den 18. Juni, des Vormittags 8 Uhr, soll das Heugras von den Leihgestcrner Gemcindewiescn versteigert werden. Leihgestern, am 12. Juni 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Leihgestern. Heß- Gegen Kriegsgefahr kann bei Ausbruch eines Krieges . Für die Versicherung von Renten bietet die Gesellschaft sehr vorthcilhafte Be- Grund-Capital Reserven Ende 1868. . Seit Eröffnung des Geschäfts bis Ende 1868 bezahlte Versicherungssummen........... Versichertes Capital Ende Mai 1869 Jahres-Einnahme ............. Im Monat Mai sind cingegangen 2586 Anträge aus Mäßige Prämiensätze. Schleunige Ausfertigung der Policen. Darlehen auf Policen. Prompte Auszahlung bei Todesfällen. Versicherungs-Gesellschaft in Frankfurt, versichert Mobilien, Maaren, Felderzeugniffe rc. zu sehr billigen Prämien und unter den liberalsten Bedingungen. Der Unterzeichnete hält sich beim Abschlüsse von Ver- icherungen bestens empfohlen. I. (9. Appel. Gulden 5,250,000. „ 5,316,206. „ 4,477,401. „ 88,840,036. „ 2,801,220. „ 2,238,180. Arbeitsversteigerung. 5266) Künftigen Donnerstag, den 17. Juni, Vormittags 11 Uhr, sollen nachfolgende Arbeiten im Locale des Wirths Stein öffentlich an die Wcnigstfor- dernden ausgeboten werden, als: 1) an den Löschgeräthschaften: Schreinerarbeit, veranfchl. zu 5 fl. 12 fr. 2) an den Gemeinde-Brunnen: Steinhauerarbeit, veranfchl. zu 40 fl. — Er. 3) an den Pfarrgebäuden: Weißbinderarbeit, veranfchl zu 32 fl. 11 fr. 4) an den Schulgebäuden: a. Maurerarbeit, veranfchl. zu 19 fl. — fr. b. Zimmerarbeit, „ „ 15 „ 14 „ c. Weißbinderarbeit, „ „ 5 „ — „ 5) für Unterhaltung der Wege im Ort: a. Steinlieferung, veranfchl. zu 32 fl. 24 fr. b. Pflasterarbeit, „ „ 60 „ — „ 6) für Unterhaltung der Wege außerhalb des Orts: a. Steinlieferung, veranfchl. zu 48 fl. — fr. b. Steinklopfen, „ „ 96 „ — „ 7) für Neubau des Weges nach Geilshausen: a. Steinlieferung, veranfchl zu 750 fl. — fr- b. Steinsetzen, „ „ 54 „ — „ Beuern, am 12. Juni 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Beuern. |O t to. Kirfchenkuchen täglich frisch bet A- Noll, im Stern. 5277) Alle Arten Gemüse - Pflanzen, schön und ftatf geivachsen, sowie 20—30000 Oberndorfer Dickwurzel- und gelbe und weiße Nntcrkohlrabi-Pflanzeu, verlauft C. Pipp. CtnrfuHt ’n killen Sorten, trocken i'o- O U l VI 11 ivohl, als auch mittelst Dampfkrast auf'S Feinste in Ocl abgerieben, Broncen, Blattgold, Maserwalzen, alle Sorten Firnisse empfiehlt Emil Fischbach, Vermiethn nge». 5279) Mehrere Familienwahnungen, je aus 2 Zimtnern, Kammer, Küche, Keller, nebst Mitgebrauch der Waschküche, sowie eine Gartenwohnung, aus drei ineinandergehenden Zimniern u. s. w- bestehend , sind zu vermiethen bei H. Schaff st ädt, ________Reichensand. 5231) Der untere Stock meines Hauses, bestehend aus 4 ineinandergehenden Zimmern, Magd- und Bodenkammer, Küche, Keller, Holzstall rc., ist sofort zu vermiethen. Ehr. Löber, Neuenweger Thor. 5283) Ein möblirkes Zimmer ist zu vermiethen und sogleich beziehbar. B- Schmidt, Mäusburg. 5275) Feldbraudbacksteiue können ab; gegeben werden bei Balth. Strauch. 5237) In Lit. B. Nr. 13 sind 6 bis 8 Wagen Mist zu verkaufen.______________ 5239) Meine Mühle an der Lahn, zwischen Wetzlar und Braunfels an der Station Albshausen gelegen, bestehend aus 3 Mahlgängen und 1 Oelmühle, bin ich Willens auf 12 Jahre au verpachten. Die Verpachtung findet in der Mühle selbst den.12. Juli, Nachmittags 2 Uhr, statt. L u d w i g Walther, ______________auf der Lahnmühle. 5276) Die Heu- und Grummet-Erndte von 541 CÄlftr. Wiese im Heegstrauch ist, sowie auch die Wiese selbst, zu verkaufen. A. Balser. Turnverein. 5236) Dienstag den 15. Juni, Abends halb 9 Uhr: @ en c r a I v e r f a m m l it n fl im Darmstädter Haus. Tagesordnung: Rechnungsablage und Berichterstattung. — Stiftungsfest. — Ergänzungswahl des Vorstandes, resp. Neuwahl des 1. Sprechers und 1. Schristwarts. Der Vorstand. 5233) Meine Wohnung nebst Geschäft befindet sich in meinem Hinterhause. Man bittet, durch den Hof zu gehen. Georg Lüdeking. 5245) In B ecker's Hofraithe (Neue Anlage) kann fortwährend gegen entsprechende Vergütung Schutt abgeladen werden. 5278) Zu sofortigem Eintritt wird ein braves Dienstmädchen gesucht. Zu erfragen bei der Exped. d. Bltts. 5280) Es wird um die sofortige Rückgabe der am Sonntag den 13. d. Mts. in der Wirthschaft des Herrn Graf mitgenommenen Schnupftabaksdose gebeten. H. Schneider II. 5281) Ein junger Bursche, 15 bis 16 Jahr alt, wird in eine Restauration gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 5232) Es kann ein braver Junge gleich bei mir eintreten. I. Göbel. 5284) Gewandte Mädchen für Hand-'und - Maschinen - Näherei gesucht; ebenso wird Arbeit außer dem Hause abgegeben. I Koch L Patz. Vermischte Ltnzeigen Kindermädchen. 5286) Ein gesetztes Mädchen wird für die Zen von Nachmittags 1 — 7 Uhr zur Wartung von Kindern gesucht. Näheres bei der Exped d. Bltts.____________________ 5234) Em Lackircryehülfc findet dauernde Beschäftigung bei H. Brauburger, Lackirer 5285) 3n einen hiesigen Gasthof wird ein Kellner-^ehrlinq zum baldigen Eintritt gesucht. Zu erfragen bei der Erped. d. Bltts. 5238) Einen sehr schönen Reise- kosscr hat zu verkaufen I. Rothenberger, Lindenplatz. 5247) Bestes Brauer-Malz stets vor Dachziegeln in bester Qualität sind zu haben, ä 1000 Stück zu 9 fl., bei Christian Scharer, (5273) in Ossenheim bei Friedberg. 5272) Mein Lager in Pin sein für Maler, Lackirer und Vergolder halte ich bestens empfohlen. Emil Fischbach, ■ Seltersweg. _ 5240) In Lit. E. Nr. 3 auf, dem Sel- tcrsberg sind vier Mistbcetfenster u. ein Blumengestell billig zu verkaufen. Magenleiden aller Art, selbst die hartnäckigsten, besonders Unverdaulichkeit, Magenkräinpfe, Magendrücken, llebelfeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Magensäure, Sodbrennen rc., sowie auch Bla- hungsbeschwerden und Nervenschwäche, überhaupt alle jene Liebel, welche von Schwäche des Magens und von schlechter Verdauung herrühren, werden erfahrungsmäßig sicher und schnell beseitigt durch den Uiiiversal-MMN-LiMur von Franz v. Metternich i n M a i n z. Preis : Die ganze Flasche 1 fl. 24 fr., die halbe Flasche 45 fr., bie Vicrtel- < Flasche 24 fr. ■ Alleinige Niederlage für Gießen und Umgegend bei (5261 ) Ed. Lind, A.miconbitor. _ 20 pCt. unter dem Fabrikpreise habe ich eine Partie zurückgesetzte feinere Tapeten zu verkaufen. (5251)____________________________ Earl F r e ch. Borsdorfer Aepfelwein 5165) Den Verkauf dieses von mir mit der größten Sorgfalt gepflegten Obstweins übergab ich den Herren I. A. Busch Söhne in Gießen. Derselbe ist von ausgezeichneter Güte und dem Traubenwein geringerer Qualität vorzuziehen. Der Ver- kaufspreis ist pr. Schoppen 1 fr, in Gebinden billiger. A. Joutz zum Hessischen Hofe in Rlitzbach. 5249) Zahnschmerzen zu vertreiben, selbst wenn die Zähne boh oder angestM sind, durch mein weltberühmtes Zaknmundwaffer von E. Huckstädt in Berlin, zu haben ü Flacon 18 fr. bei <5arl Jfrccb, in Gießen. Einladung. 5267) Die Evangelische Konferenz für das Großherzogthum Hessen hält Dommstlifl ticu 24. Jmn d. I. eine außerordentliche Versammlung zu Friedberg im Saale der drei Schwerter. Anfang Vormittags 10 Uhr. Tagesordnung: Berathung von Thesen über die in Aussicht stehende Ver fassungsänderung der evangelischen Kirche des GroßherzogthumS' mit Rücksicht auf die Stellung dieser Kirche zu dem Ultramontanismus und auf die inneren kirchlichen Verhältnisse. Berichterstatter: Pfarrer Linß von Freilaubersheim, Professor Dr. Kohler von Friedberg und Hofgerichts-Advocat Buchner II. von Darmstadt. Die Mitglieder der Eonferenz sowie Alle, die sich für die Sache mterefftren, werden zu zahlreicher Betheiligung eingeladen. Der Vorstand. Von dem ursprünglich in Aussicht genommenen Tage, dem 22. Juni, mußte wegen des an diesem Tage in Gießen stattfindenden Concertes Umgang genommen werden. 5256) (, Msi 5'287 !■*« bittet fi' 6'0,001 ein solcr fdben c xheil fl1 3i lA'.M | |lflU5 bl niddie entriß ftattfi'ht gegangen D WWX wohibeh Dil Daö Ts er fort, da ein i 6brenle( seine K id) eint' gleicht Äei die schimme Gemahl 8rau G ob Tie ~ N A Sinnen nahe n gkübte säuselte Theater den flift: b. Wien T Rös?- schönen, UleiOerr Inders «Haft di« btmi einmal t spielen? seither o jo verste “oben Di zog- $ unerfai lUtur- mt «bcrciii b,nh rr2!^®*' u,,b ZM t ®e**t Sn- 1«Ä-Ö* ftS wird * 8ltti. etfagen 5Etsi* L'A.-L- -__Schneider 11^ y.Me, 15 bis 16 ... h'ncr^e'tQUTation ge: n Cin braD“>0e gl^ <1- Göbels i'‘jödjen für HM-'M : ’ ; ebenso wirb ’ "Ee abgegeben. Koch L Pah. nibs 6 Ubr, L. 2*neibet: nix, frankfurt, :Il!Mi Prämien und un: • Dschlusse von $g 8. Appel. Idft in Stettin . Gulden ö,'WM- „ 5,316,206- , 4,477,401. 88,WM 2,801,'^ ’ 2,238,180- red. rr LZ. ^iktz mtbrmQ^ i.tdifftN Pal- Ulfff in'''ießen, iXiitt m . .. ... 1-cr.s. ...... -itr. ir.«r, . . ,iS. «ndlilh»'» ’ uni.EÄ'i - W abcrpWj V " ; -or • -r t welche vr. Posteinzahlung oder durch Einsendung (oder gegen Postnachnahme) zu B entrichten sind, während die weitern Beträge durch monatliche Ratenzahlungen ab- M aetragen werden können. , . . . 8» Nach geschehener Anzahlung spielt das Loos schon bet der am 1. Juli U stattfibdenden Ziehung mit. „ » Berloosungspläne und jede weitere Auskunft gratis. Mury Stichel Söhue^ S Bank- und Wechsel Geschäft in Frankfurt a. M. W (G i n g e s a n d t.) Am Dienstag den 22. d- Mts. feiert der Gießener akademische Gesangverein sein fünfzigjähriges Stiftungsfest, dessen Hauptbestandtheil eine (Nachmittags 4 Uhr stattfindende) öffentliche Aufführung von Händel's Oratorium „Messias" bilden wird- Wenn die Gelegenheit, dieses Meisterwerk der Tonkunst zu hören, an sich schon geeignet ist, das Interesse ein^s Jeden zu wecken, dessen Gemüth für Musik empfänglich ist, so werden die folgenden Mittheilungen über die Art der Ausführung die Erwartung eines hohen Genusses zu erregen im Stande sein. Das Oratorium wird uach Händels Originalpartitur aufgeführt, welche sich namentlich im Arrangement der Arien von der späteren Mozart'schen Bearbeitung vor- theilhaft unterscheidet. Für die Solostimmen sind ausgezeichnete Kräfte gewonnen: den Messias selbst hat der berühmte Baritonist Herr Hill vom Hoftheater zu Schwerin zu singen übernommen, während die Tenorsoli der hier so beliebte Eoncertsänger Herr Ruff aus Mainz singen wird. Für Alt ist Fräulein Aßmann aus Barmen, die wohlbekannte Schülerin Stockhausen's gewonnen. Was die Chöre betrifft, so dürften frühere Leistungen des Vereins unter feinem bewährten Direktor, Herrn M ick ler, Bürgschaft genug dafür fein, daß auch dießmal Tüchtiges geleistet werden wird; zumal das Bewußtsein von der Bedeutung des Tages alle Kräfte anspornen wird. Der Männerchor wird eine willkommene Unterstützung durch die Stimmen einiger sehr tüchtigen früheren Mitglieder erhalten. Auch das Orchester, dessen Stamm der hiesige Eoncert- dcrein liefert, wird durch eine beträchtliche Anzahl von Künstlern der Kasseler Hofcapelle verstärkt werden. Der Zeitpunkt der Aufführung am Vorabende des Gustav-Adolfs-Festes ist absichtlich gewählt, um dessen zahlreichen Theilnehmern durch Zugabe eines halben Tages den Besuch des Concertes zu ermöglichen. Börseimachrichleu. 12. Juni 1869. Preuss. 4,/20/0 Obi. 93V2 ; Frankf. 3V2°/o Obi. 827g | Nass. 41/2% Obi. 925/s I Kurh. 4v „ Obi. 817/8 1 Hess. 4% Obi. b. Roths. 91 ,/4 „ 3V2% do. do. 861/4 Bayer. 5°/q Obi. 101 Vz n 4Vz% 1jährige — n 4>/2% (afährige 943/4 Würtemb. 4i/2% Öbl. 923/4 Baden 472% Obi. c. E.L. 933 \ Oestr. 5°/o b. R. 573/6 „ 5% National 555/g „ 5% Metall. Obi. — „ M. steuerf. 517/8 | Am er. 60/0 1882r Bds. 867/6 ■ „ 6% 1885r 847/g Actien. Frankf. Bank 1207/g i Oester. Bank 723 „ Creditact, 299 l/z i Darmet. Bankact. 285 Prioritäten. 5% östr. F. St. E. B. 360 Ludwigsh.-Bexbach 163 Maxbahn 1053/4 Bayer. Ostbahn 127 l/4 Hess. Ludwigsbahn 141 74 3°/0 östr. Stsb.-Prior. 55 7§ 30/0 östr. s. Lombard. 465/g 3% Livorneser 34 ,/4 Toscaner 547/8 Frankf. Hypoth.-Bank 96 Frankf. Vereins-Kasse 96 5°/,j Elisabeth-Prior. 7 4 s/4 do. II. Emiss. 727/8 Anleliensloose. Kurh. 40 Thlr. Loose 56*/4 Nassau fl. 25 b. Roth. 36l/8 Gr. Hess. fl. 50 b. R. 165 Gr. Hess. fl. 25 b. R. 421/2 40 y bayr. Präm. Anl. 107 4°/0 badische Loose 104 Badische fl. 35 Loose 56*, 4 1858r Prioritätsloose 161 1860r Loose 833/g 1864r „ — Wechsel. Amsterd. k. 8. 995/& Augsb. k. 8. 100 Berlin k. 8. 1057g Bremen k. 8. 973/4 0öIn k. S. 105 Hamburg k. 8. 887r Leipzig k. 8. 10572 London k. 8. 12072 Lyon k. 8. — Paris k. 8. 95 V2 Wien k. 8. 96 (g Disconto 3 */2 °/o 0 Gelthorten. Pr. Gass. 8ch. 1 447/g-45i/z Div. Cass.-A. — Pr. Friedrdor. 9 58-59 Pistolen . . 9 49-51 „ doppelte 9 50-52 Holl. fl. 10 St. 9 54-56 Ducaten . . 5 37-39 20 Frankenst. 9 32-33 Engi. Souver. 11 57-59 Ross. Imper. 9 50-52 Doll, in Gold 2 28-29 Feuilleton. D i e D 0 p p r t e I) e. Frei aus dem Französischen, von Emma v. Nindorf- (Fortsetzung.) Die Gräfin erbleichte. „Errathen!" dachte Derville, „nun habe ich Dich! Das Spiel dcs armen Obersten ist gewonnen. Zudem, meine Gnädige," fuhr er fort, würde sich Graf Ferraud um so weniger ein Gewissen daraus machen, da ein'mit Ruhm bedeckter Mann, welcher General, Gras und Großkreuz der Ehrenlegion ist, nicht eben als schlimmer Handel gelte; und wenn dieser Held feine Frau zurück begehrte ..." - „®enug, genug, Herr Derville! Nie will ich einen ancern Anwalt haben, als Sie. Was ist zu thun?' „SHan ver- «leiAt sich." — „Siebt er mich noch?" — „Wie wäre es anders möglich !" — tiefen Worten richtete Cie Gräfin een Kopf in Cie Höhe. Ein Hoffnungsschimmer blitzte in ihren Augen; vielleicht gedachte sie, Cie Zärtlichkeit des ersten Gemahls mit weiblicher List zu benützen. „Ich werde Ihre Befehle erwarten, Krau Gräfin, um zu vernehmen, ob ich Ihnen unsere Acten notttzziren soll, oder ob Sie sich zu mir verfügen wollen, die Grundlagen des Vergleichs festzusetzen,» — sagte Derville, indem er sich empfahl. Rur eine Lampe schimmerte düster im Boudoir Cer Gräfin. In tiefes Sinnen versenkt, regungslos, von weitzen Nachtgewändem umhullt, war sie bei- nabe wie ein schönes, starres Marmorbilc anzusehen. Nur in Cen dunkeln Augen glühte alles Leben. Plötzlich aber blitzte es über Cie versteinerten Züge. Gift!" säuselte es von Cen feinen Lippen, „Gift! Za, in Italien geben sie Gift - kelternd' Ein überlegener Geist bedarf Cen Banditenkram nicht. Nichts nut Cen Gericht» ! Uns genügt Cie Zunge, Cie Schlangenwaffe, Cas dämoniiche Ur- „ift. d.s Wchtige, aalglatte Wort trifft schärfer, sicherer und Niemand kann es halten — es entschlüpft und Cer Lufthauch tragt es spurlos fort.' — Die Tapetenthüre öffnete sich, Robert trat ein: „Du wolltest mich sprechen, Rös?'^ frufl er mit gedämpftem Tone. Ueberrafcht sah Cie Gräfin zu dem schönen mit Sorgfalt und Geschmack gekleideten Manne auf. Mit den feinen iUeiCern schien sich ein ganz anderer G.-ist über ihn ergossen zu haben. Die wunderfam verwandelte Erscheinung durfte mit den glänzendsten Helden der Ge- s-llsckaftssäle in Cie Schranken treten. Jener fragte, CaS Staunen seiner Freun- Cin bemerkend : ,Hast Du mir so wenig zugetraut? Du siehst, dass ich Deine Goldvogel gut nützte. Ei, ich möchte wissen, warum ein Spitzbube nicht auch einmal den arosten Herrn spielen könnte, wenn fo viele große Herren Spitzbuben Mieten? Rös Du hast nicht allein Cie Dame auswendig gelernt - O, tch war kitber auch auf hoher Schule! SeiC Ihr Weiber allerClngs gelehriger, als wir, ° verstehe ich Coch auch, einen schimmernden Firniß über Cen alten, wilden «ober zu lieben Du sollst Dich an mir nicht schämen." — Die Gräfin betrachtete ihn lange und nachdenkenb, ihr kleiner Fuß schlug auf Cem Teppiche beflügelten Takt. Zuletzt flüsterte sie hastig i Ich bin mit Dir zufrieden Robert, ich will Dein Glück: kennst Du Cte Tochter des Her- zogs St. Bal, Cie gefeierte Helmina? Dränge Dtch in ihre Nahe, suche das unerfahrene, leichtbestechliche Mävchenherz zu gewinnen. fi? ft^ön ? „Wie eine Göttin!" — „Reich?" — „Die Erbin des mächtigen PairS. Wer weiß, welche Opfer der zärtliche Vater seinem einzigen Kinde bringt! Nimm sie, ich übergebe Dir das Mädchen. Sie sei Dein, das ift Alles, was ich verlange. Denke aber immer, daß Du in meinen Händen bist." — „Fast wie Du in den meinen, RöS." — „Ich könnte Dich auf die Galeere bringen." — Er zuckte, wie von einer Wespe gestochen; „Süße Schmeichlerin! ja, aber welche possierliche Neuigkeit wollte ich vorher noch in Eure Säle hineindonnern? O sie würden sich wundern, diese vornehmen Herren und Damen, wenn sie er- führen, daß die Gräfin Ferraud ..." — „Still, Freund Robert, schmähe nicht die treue Wohlthäterin. Hier hast Du Geld genug, um Deine Pläne zu fördern. Vor Allem aber vorsichtig, stumm wie das Grab! Meine Verhältnisse verlangen ein Opfer. Soll die Gräfin Ferraud Dir nützen, so darf keine Mahnung an die Vergangenheit .... Du verstehst mich! Robert sei begraben, der Vicomte Harcourt aber mein treuer Freund. Komm', laß mich Dir nähere Winke geben; wir wollen den Schlachtenplan gemeinsam entwerfen." — Derville schritt dem Hause der Näherin zu, bei welcher Nina arbeitete. Er wollte sich nach dem Mädchen erkundigen, ihr Beschäftigung geben, Aufträge seiner Braut zum Vorwande nehmen, um das Vertrauen des fleißigen Kindes zu gewinnen. Er glaubte, blos Mitlerd, Menschenfreundlichkeit ziehe ihn zu dem lieblichen Wesen, aber er fühlte sein Herz stärker klopfen, als er das schwarze, schmale, hochgegipfelte Haus erblickte, in welchem die Gesuchte wohnen sollte. Die Näherin kam ihm auf dem räucherigen Hansgange entgegen: auS der weißen, dichtgefalteten Haube sahen nur zwei grüne Brillengläser und eine spitze, bleiche Nase mit einigen Tabakrestchen vor. Die gute Frau blieb vor dem Anwälte stehen. Als er nach Nina fragte, sah ihn jene forschend an. schlug die knöchernen Hände zusammen und rief: „Gewiß der gute zunge Herr!" Dann bückte sie sich zu den Kindern, von denen zwei Knaben, Krausköpfe und Wangen wie Posaunenengel, neugierig auS der Ecke guckten; ein kleines Mädchen aber, mit bloßen Füßen, im buntgestreiften, kurzen Nacktjäckchen, wie Vogel Strauß, den Kopf nnter der Mutter Schürze barg. Diese flüsterte: „seht, das ist Der gute, schöne Herr, von dem Euch Nina jeden Abend erzählen muß. O mein Herr," fuhr sie lauter fort, „0 mein Herr, der Himmel segne Ihnen, was Sie an den Armen thun! Das Mädchen ist ein Engel. Vielleicht hat Sie Gott gesandt, ihr zu helfen." -- Die Näherin wies Derville nach einer Thüre. Er trat in ein niederes, enges Stübchen, dessen Einrichtung cin großer Kasten, viele umhergcstellte Körbe, ein mächtiger, uralter Armstuhl, und ein Tisch, mit Taschenmesser und halb angeschnittenem Brodlaibe ausmachten. Vor dem einen Fenster waren blendend weiße Vorhängchen dicht zugezogen. Auf dem schmalen Simse stand ein Resedastock, ein ganzer Frühling für den Genügsamen, Entbehrenden. Hier saß Nina auf einem Holzschemel, tief aus ihre Arbeit gebückt; aber Thränen, heiße Thränen rollten auf das seine Linnen. Sie blickte empor, sah aber nicht deutlich vor Thränen; sie wischte sich die Augen mit der Ecke der Schürze. Jetzt erkannte sie den jungen Anwalt: Helle Flammen schlugen in dem Gesichtchen auf. Sic sprang auf und verneigte sich. (Forts, folgt) Berlin, 11. Jun». Die hiesige Kaufmann- Mannschaft schildert in ihrem an den Handelomini- ster gerichteten Gerichte über den Verkehr Berlins im Jahre 1868 die Uebelstande, welche aus den Verträgen zwischen verschiedenen Eisenbahn - Gesell- schäften in Betreff der Waaren-Spedition für Berlin erwachsen. Nach ten festgestellten Differenttal- Tarifen beträgt die Fracht von Aachen nach Berlin 31 Sgr., aber von Aachen nach Köpnik, also l1/2 Meilen weiter, nur 24 (/2 Sgr. Von Berlin dircct nach Wien 25y2 Sgr., dagegen auf dem Umwege über Stettin 23 Sgr. Von Berlin nach Wier- ballcn 432/3 Sgr.; geht jedoch das Gut über Wier- balien hinaus, nur 261/2 Sgr. Hierin liegt der (MrunD, daß die von Aachen kommenden Güter nach Kopnik spedirt und von Dort hierher beordert werden, daß von hier nicht direck die Güter nach Wien entsendet werden, sondern ihre Route über Stettin erhalten und Waaren über die russische Grenze über Wikrball.n hinaus geschickt werden. Die Entfernung zwischen Stettin und Wien ist dieselbe, wie zwischen Berlin und Wien. Die Güter von Berlin über Stettin nach Wien haben einen ung fahr 18 Meilen längeren Transport zu bestehen, und doch ist dieser Weg der billigere. Wegen der abweichenden Spuren müssen die Wagen in Wierballen umgcladeN werden. Trotz dieser Mühe und des längeren Weges kommt die Fracht bis zur nächsten Station hinter dieser Grenzstation entschieden billiger zu stehen. — Die Provinzial-Synodal-Ordnung ist vom evangelischen Oberkirchenrathe ausgestellt worden und l>egt jetzt dem Könige zur Genehmigung vor. — Die im vorigen Jahre vom evangelischen Ober» kirchenrathe veranstaltete Eollekte zur Abhülfe der Nothsländc in der evangelischen Kirche kann immer noch nicht als abgeschlossen betrachtet werden, da noch Beiträge ans fernen Ländern eingehen, wo die doitlgcli in inniger Verbindung mit dcm evangelischen Oberkirchenrath stehenden evangelischen Gemeinden ebenfalls zu dem angegebenen Zwecke Sammlungen vrranstaltet haben. So sind jüngst aus Südamerika Eollektengelder ungegangen. Nach den bis jetzt vorliegenden Buichten berechnet sich die Höhe der Eollekte ichon auf mehr als 104,000 Thlr. — Die Ersparnisse, die zur Deckung des Deficits vorgenommen werden sollcn, beziehen sich nicht auf eine Einschränkung der baulichen Arbutcn an den Staatsgebäuden, sondern es sollen auch vorläufig keine Zinsgarantien mehr übernommen, noch Prämien für Ehausseebauten bewilligt werden. — Bel der musikalischen Sectioil der Akademie der Künste soll eine Schule für ausübende Tonkunst eingeführt werden. An Stelle des verstorbenen Musikdirectors Bach soll Joseph Joachim in die Seetion berufen werden. Auch dürfte Professor Stockhausen einen Ruf erhallen. — Der Graf Bismarck nrro den König auf seiner Reise über Hannover nach Bremen begleiten. Die Reise wird sich erstrecken auf Hannover, Bremen, Bremerhafen, Oldenburg, Jade, Ostiritsland und Osnabrück. 'Eie Rückreise erfolgt über Minden. Berlin, 11. Juni. Die GeschäftSevminission des Zvllp.rrlaments beschloß heule, die Wahlprüfung des A gcordneten Buff (Obcrheffen) dem Reichstage zur Erledigung zu überlassen und die Entscheidung über die Fortdauer des Mandats des Abgeordneten Fabrieius, der bekanntlich zum Zollvereinsbevollmäch- tigten bei der Generalsteuerdirection in Hannover ernannt ist, bis zur Erledigung weiterer Erhebungen zu vertagen. Berlin, 12. Juni. Wie verlautet, beabsichtigen mehrere badische Zollparlamentsmitglieder den Antrag zu stellen, das norddeutsche Eonsulatswrsen auch auf Die süddeutschen Staaten uuszudehnen. Btll) , 12. Juni. Nach eingetroffener Anweisung sollen die Räume des Kurhauses am Ende dieses Monats für den König von Preußen bereit gehalten werden. Auch die Schwester des Koni s, Die Großherzogin Wittwe von Mecklenburg, trifft hier ein. Wien, 11. Juni. Nach der „Oesterreich. Cor- refp." hat der Minister für Eultus und öffentlichen Unterricht an die Ehefs Der LänDkrverwattungen einen Erlaß gerichtet, worin er Den politischen Behörden Die Mithülse bei der Vollstreckung bischöflicher Er- kenntnisse auf Einschließung von Priestern in eine geistliche CorrectionSünstalt untersagt, und solche bi- schöfliche Erkenntnisse nur insofern und solange für wirksam erklärt, als der betr.ffendc Priester sich Den- selben freiwillig fügt. Wien, 12. Juni. Die „Neue fr. Pr." mcl- rct. Das LanDesgericht in Linz hat Den Beschluß uefaß., gegen den Bischof RuDigirr wegen DeS Verbrechens Der öffentlichen Ruhestörung Anklage zu erbeben. Die Deßfallsigen Verhandlungen vor Dem Ge- schwornengericht werden im Juli stattfinden. Paris, 11. Juni, 111/2 Ubr Nacht. Die Tu- । multscenen erneuerten sich aus dem Boulevard Mont- i martre und in Belleville. Zwei Zeitungskioske und Omnibushäuser wurden vemolirt. Die Eirculation ist gehemmt durch hcrumziehende Banden, welche die Marseillaise singen. Eine Proelamation des Poll- zeipräfecten, welche Die energische Absicht ankünbigt, Die Ruhe wieder herzustellen, wird von Den Straßen» ' Ecken heruntergeriffen. Eavallerie unD die Garde De ! Paris, besetzen die Boulevards. —12^/2 Uyr Nachts. Der Tumult wächst. Den Boulevards entlang wird das Gas ausgelöscht und Die Bänke unD Die Zeitungskioske werden umgeworfen. Die Redacteure des „Rappel" w-rden arretirl. — 1 Uhr Nachts. Die Ruhe auf den Boulevards ist wieDer hergestellt. Die« selben werden von Der Polizei und Der Garde De Paris besitzt gehalten. Nur in Den anliegenden Straßen sind noch einzelne Gruppen versammelt. Paris, 12. Juni. Der Vicekönig von Aegypten ist angckommen und im Palais Elysöe adgestie- grn. — Die „Patrie" meldet, daß Du franco-belgische Eommission mehrere Punkte geregelt habe und in Der Kürze ihre Arbeiten beendigen werde. — Der „Rappel" ist gestern Abend confiöcirt worden. — Gegen die „Opinion nationale" ist eine Untersuchung eingeleitet. — (10 Ubr 30 Minuten.) Eine große Menschenilienge wogte auf Den Boulevards. Die Laden sind geschloffen. Eavallerie potrouillirt auf Dem Fayrweg, aber Die Eirculation ist frei. Auf Dem Boulevard Montmartre wurden die Truppen mit Rufen: „Es lebe der Kaiser!" empfangen. Auch in Belleville und auf dem Bastilleplatz ist nichts als eine große Menschenmenge bemerklich. — (11 Uhr 30 Minuten.) Die Menge hat sehr abgenom- men. Die Eavallerie-PalrvUillcn werden jedoch fortgesetzt. Es herrscht allgemeine Ruhe. Ungefähr 30 Individuen wurden auf Den Boulevards von Bürgern und Arbeitern arntirt. Man fand Geld und Waffen bei Den Verhaiteten. Paris, 1 2. Juni. Das „Journal officiell" (Abendblatt) sagt: Die Unordnungen scheinen, Dank der Energie, welche die öffentliche Macht gegenüber den Unruhestiftern gezeigt hat, ihrem Ende zu nahen, z Paris, 13. Juni, Morgens. Gestern Abend hatten die Boulevards ist gewöhnliches Aussehen. Die Kaffeehäuser waren geöffnet, die Eirculation ungehemmt. Die Menge gab Der Eavallerie ihren Beifall zu erkennen. Nur in dem Faubourg Mont- martre fanden einige Anhäufungen statt, die aber ohne Muhe von den Stadtsergeanten mit Hülfe von Bürgern zerstreut wurden. Die Ruhe wurde nirgends gestört. Ä)!adrid, 12. Juni. Der Herzog von Mont- pensier nebst Familie ist in seiner Svmmerresidenz in Andalusien .'«getroffen. Vermischtes. Frankfurt. Das Programm für die 400jährige Stiftungsfeier der hiesigen llrsckützengesellschaft ist nun festgestellt. Nach demselben sind zwei Festtage, 15. und 16. August, in Aussicht genommen. — Der Eassirer eines hiesigen BanquierS, welcher jüngst mit 7000 st. durchging, wurde in Amerika (Newyork) abgefaßt und befindet sich auf der Heimreise. .Berlin. Folgende Geschichte wird in Berliner Blättern erzählt; Der Banquier Mende in Leipzig erhielt von dem Handlnngshause „Huchette und Masson" in Paris, dessen Geldangelegenheiten Mende schon seit einer Reihe von Jahren in Deutschland bewegte, folgenden recommandirten und durch einen Erpressen überbrachten Brief: „In größter Eile theilen wir Ihnen mir, daß unser Kassirer sich heimlich davongemacht und uns 200,000 Francs in Wechseln entwendet hat. Die Ge. ständnjffe feiner Frau, der wir für ihre Offenheit unsere Theil- nahme zugesagt, lauten dahin, das Grnnier, so heißt der Kas- sirer, nach Deutschland geflohen ist und am 16. d. M. in Leipzig, im Hotel de Prusse, wohin seine Frau, wenn nöthig, telegraphiren soll, logiren wird. Wir bitten Sie, ihm doch vorläufig ohne Polizei und ohne Aufsehen die Wechsel abzuneh- men und uns alsbald zurückzusenden. Gibt er sie Ihnen nicht gutwillig, so nehmen Sie sosort die Hülfe der Polizei in Anspruch. Seine Frau und drei Kinder, die er hinterlassen, daiiern uns. Wir haben versprochen, mild zu verfahren. Wenn er Ihnen die Wechsel gutwillig zurückgibt, so zahlen Sie ihm sur unsere Rechnung zwanzig Taufend Francs, damit er nach Amerika entkommt und unser Haus nicht compromittirt. Granier ist elegant gekleidet und groß, hat volles schwarzes Haar, cin- nehn.ende Gesichtöformen und auf der rechten Backe eine schon von weitem auffallende Narbe. Bitten um baldige Nachricht und grüßen; Hachette und Masson." — Der Banquier Mende wußte seinem Plan, den er als kluger Mann in der Sache sich vorzuzeichnen hatte, schon gerecht zu werden. Am 16., Mittags 1 Uhr, ließ er seinen Wagen vorfahren und begab sich inö Hotel de Prusse, um dort zu speisen. Als er in den Speise- faal trat, fand er die ansehnliche und gewählte Gesellschaft eben im Begriff, sich znr lable d’höte zu setzen. Unser Ban. quier musterte die Bersammlung und nahm dann Platz an der Seite eines großen, elegant gekleideten Manns mit schwarzen Haaren und einer Narbe auf der- rechten Backe. Die Nachbarn unterhielten sich bei Tische ganz vortrefflich. Beim , Dessert wandte sich der Fremde an seinen Nachbar, der wäh- ' rend der Tafel sehr zuvorkommend gegen ihn gewesen war, mit der Frage: „Wurden Sie mir wohl einen Banquier nachweisen, bei dem ich Wechsel discontiren kann?" — „Ich selbst bin Banquier u d würde Ihre Wechsel, wenn sie von guten Firmen sind, recht gern annehmen. — Ei, das ist ja herrlich!" — Wenn cS Ihnen beliebt, so können wir gleich von hier aus nach meinem Eomptoir fahren und die Sache in wenigen Minuten ordnen." — „Sebr gütig!" — Sie tranken den Rest des Ehampagners, setzten sich in einen Wagen und fuhren zum Mende scheu Geschäftslokal. Als Beide im Eomtoir des BanquierS angekommen waren, zeigte der Fremde seine Wechsel vor. Der Banquier musterte die Papiere anscheinend sehr aufmerksam, näherte sich »er Tbür, riegelle dieselbe zu und steckte die Wechsel in die Tasche. „Herr", begann er nun, „Sie sind ein Schurke! Nöch ehe Sie hier eintrafen, war ich von Ihrer Ankunft unterrichtet! Sie sind Kassirer des Hauses Hachette und Masson in Paris, deren Bertreter ich in Deutschland bin. Sie haben dem genannten Hanie 200,000 Francs in Wechsel gestohlen! Sie werden es ganz in der Ordnung finden, wenn ich dieselben behalte und dem Hause wieder zustelle'." Der Fremde blieb rubig und stumm. Der Banquier fuhr fort: „Danken sie es der Groß- muth Ihrer ehemaligen Ehefs, daß ich Sie nickt sofort in s Gesängniß absuhren lasse." — „Ich unglücklicher leichtsinniger Mensch! Was habe ich gethon ! - schluchzte der Fremde. — „Und doch geht die Gute Ihrer Ehefs so weit," fuhr der Banquier fort, daß sie Ihre Schande nicht nur verschweigen, sondern auch aus Rücksicht für Ihre Frau und Kinder Ihnen sogar die Mittel gewähren wollen, nach Amerika zu fluchten und dort mit Ihrer Familie ein neues, ein ehrenvolles Leben zu fuhren. Sie haben drei Kinder." — „Fünf," murmelte der Fremde, der, völlig zerknirscht. Alles zugab. — „Ich bin beauftragt, Ihnen 20,000 Francs anözuzahlen — hier sind sie. Und nun machen Sie, daß Sie forikommen. — Der Fremde, bet vor lauter Scham und Rührung kaum sprechen konnte, steckte die BankbilletS zu sich und verließ thränenden Blickes und reuigen Herzens das Eomtoir. Der Banquier, der sich auf das Gelingen seiner Planes etwas zu Gute that, schrieb nock an demselben Tage nach Paris, legte die Wechsel bei, erstattete ausführlichen Bericht und bat nebenbei um gefällige Erstattung der 20,000 Francs. Drei Tage spater erhielt der Banquier die ersehnte Antwort auf seinen Brief. Hachette und Masson machen ihm darin Mittheilung, daß sie gar nicht bestohlen seien, daß ihr uassirer sich noch auf seinem Posten befinde, und daß sowohl die Wechsel als der Brief gefälscht wären. Sie fügten zugleich ihr lebhaftes Bedauern bei, daß Herr Mende jene 20,000 Francs auf fein eigenes Berlustconlo zu schreiben habe. R u n d g e s a n g. * So leben wir, so leben wir, so leben wir alle Tage In der allerschönsten Parlamentlerei. Bevor der Reichstag fertig ist, kommt schon die Zöllnerei, Und ruckt auch sie hin Geld heraus, die Kammer 1 und 2. Was treiben sie, >vas treiben sie, was treiben sie alle Tage? "lch, die allerschönste Steuermacherei! DeS Morgens von dem Branntewein, des Mittags von dem Bier, Des Abends vom Petroleum im Nacktquartier. Wofür denn nur, wofür denn nur, wofür denn alle Tage? Für die allerschönste Solidaterei, Für Infant.-, Eavall. , Artillerie, wie männiglich bekannt, Und für das flotte Schießen auf — dem Panzerplattenstand. Wer gibt das Geld, wer gibt das Geld, wer gibt es alle Tage ? Allerunterthänigst sind wir so frei! Wir sind so frei, wir sind so gut und leben nach dem Spruch: „Wenn man uns nur den Beutel läßt, so läßt man uns genug!" ^Stutlgartcr Beobachter.) Die Pacht des Vicckö'nigS von Aegypten. Man schreibt der „N. $r. Pr." au- Triest vom 30. Ma>: Die in unserem Hafen ankernde Pacht „Makruffa" des BicekönigS von Aegypten bietet, wie kaum ein anderes Object, auf einem ver- hältnißmäßig kleinen Raume eine wirklich sehenöwerthe Bereinigung orientalischer Pracht und abendländischer Industrie. In England um den Preis von 400,000 Pfund Sterling gebaut, soll diese Packt unter allen ähnlichen Fahrzeugen an Pracht nur der anderen Packt nachstchen, welche der Brce- könig dcm Sultan zum Geschenk gemacht hat. Die „Ma- krussa" ist ein Raddampfer von etwa 400 Fuß Länge mit einer Maschine von 800 Pferdekraft und 8 Armstrong-Kanonen; sie bat den Weg von Venedig nach Triest in 33/4 Stunden zurückgelegt. so daß auf die Stunde die außerordentliche Geschwindigkeit von über 16 Seemeilen kommt. Auf dem Hinterdeck befindet sich der sehr geräumige Speisesaal, m Weiß nnb Gold gehalten. Ringsherum läuft ein breites Ruhebett, das, gleich den um den großen in der Mitte aufgestellten Mahagonitisch befindlichen Lehnstühlen, mit kostbarem farbenprächtigem Tapetenstoffe überzogen ist. Fünf in der Längenare des Schiffes angebrachte Säulen von silberähnlichem Metalle stutzen den Plafond und tragen je einen Kranz von Leuchtern mit tulpenförmigen Gläsern. Gleiche Leuchter sind au den Seitenwändcn in zahlreichen Gruppen abwechselnd zwischen den Fensterluken und den auf Schildkrot- und Perlmuttergrund eingelegten Obststucken angebracht. Vor diesem Speisesaale befindet sich ein geräumiges Stiegenhauö, in welchem eint Doppeltreppe unter Deck sührt. Die einzelnen Stufen dieser, einen wahrhaft überraschenden Anblick gewährenden Treppe sind von starkem Milchkrystalle mit hellblauer Zeichnung, verbünde,r mit weißem, silberglänzendem Metalle, welches auch in schönen Arabesken das Geländer bildet. Die Treppe mundet in einen reich dekorirten Raum, von welchem Achter der Empfangölalon, gegen die Maschine zu, die Schlafgemächer des Vicekönigs liegen. In letztere, welche sur Fremde nicht zugänglich sind seS soll dieses Verbot auf unangenehmen Er, fahrungen beruhen), gelangt man durch Thüren aus Spiegelglas und Ebenholz. Den beiden Stiegenabsätzen gegenüber befinden sich die mit kostbaren Vorhänge»! versehenen Eingänge zum Empfangsiackn. Hier wiederholt sich in erhöhtem Grade die Pracht deö Speisesaals; kunst- und werthvolle kreisrunde Mosaiktilche wechseln mit prächtigen Ottomanen ab; die Wände sind ebenfalls mit Mosaikstncken herrlicher Arbeit eingelegt Den übrigen Theil des Schiffes bis zur Maschine und den Radkästen nehmen die (Sabinen für bas Gefolge und die SchiffSuffiziere ein; die vorderen Räume sind für die Mannschaft (bennalen 387 Mann). Unter den gehißten Schiffsbooten sticht insbesondere der fast bliitrothe Gig des Vicekö- nigö, aus Mahagoniholz, heraus. Redaction, Druck nnb Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Giessen.