t brr irlrr'. 'M । blitb if Dor :r baz 1 ubrt Nacht ^-Äa- * 34. jt 50 lovinz trafen J ein. n ÜlU: |R nn« $ der sahen, schirm if Ab- nloff, a dem < s be, liame« äfften Ttlk- oUten, trntut 'er bi« »g auf ’n wir n ver- nserem n Ge- N«, kriegS- tbaaft, txtxä^ rt be« d, QU« schöps- kvollen >n dem iorntn Dellen t 'La- in Äa> Mann a, dort en Tag i einige riete die nicht in rr man injetem anderen en und achten, jen sic- e, den uj- und l'nngen, begrüßt he von ü ton M« Stöhnen eiche den te'. ES igtaß an ir unter vir be- ie in der schotten I zu ha« gen, um Leute an : ,9lur cfß.itr >ie Nach- kibrinarn. jit. Wir nsch, °lS n. lehrn die cht, oder löfien i'® >ah!t man i der t'lu d>e ja »W g Ult nah- in i^en 3ug aj v schrm mstav'!" md aelifhe"' /** *1* «jo«1’' PreiS vierteljährlich 36 h. mit Brtngerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 49 fr. OieKener Anzeiger. Erscheint wöchcmUch bret* mal; Dienstags, Donnerstags und Sanistags. — 'Srpeditton; (£an,Heitern Ltt. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsökatt für den Kreis Kielen. Nr. 81. Dienstag den 13. Juli 18«»N. M m t Z i d? e B ekÄ n n tmerchusrgen. Das Bundes-Gesetzblatt des Norddeutschen Bundes Nr. 28, auöaeqebeu zu Berlin am 9. Juli 1869, enthält: (Nr. 318.) Gesetz, betreffend die Feststellung eines Nachtrags zum Haushalts-Etat des Norddeutschen Bundes für das Jahr 1870. Vom 29. Juni 1869. (Nr. 319.) Gesetz, betreffend die Gleichberechtigung der Eonfessionen in bürgerlicher und staatsbürgerlicher Beziehung. Vom 3. Juli 1869. (Nr. 320.) Uebereinkunft zwischen dem Norddeutschen Bunde und Italien wegen gegenseitigen Schutzes der Rechte an literarischen Erzeugnissen und Werken der Kunst. Vom 12. Mai 1869. (Nr. 321.) Bekanntmachung, betreffend die Erthcilung des Exequatur Namens des Norddeutschen Bundes an den Konsul der Vereinigten Staaten von Amerika für Bremen. (Nr. 322.) Bekanntmachung, betreffend die Erthcilung des Exequatur Namens des Norddeutschen Bundes an den Konsul der Vereinigten Staaten von Amerika für Altona. Gießen, den 12. Juli 1869. Großherzogliches Kreisamt Gießen. In Verhinderung des »Kreisraths : Kekulä, Kreisqssessor. L e k a n ii t m a cy u n g. Betreffend: Anmeldung und Prüfung der einjährig Freiwilligen. Diejenigen Wehrpflichtigen, welche als einjährig Freiwillige dienen wollen und im Großherzogthum Hessen nach §. 20 der Militär - Ersatz - Instruction für den Norddeutschen Bund vom 26. März 1868 (Regier.-Blatt Nr. 21) gestellungspflichtig sind, haben ihre Anmeldung schriftlich, unter Berücksichtigung der §§. 148, 149, 151, 152 153, 154 und 155 der erwähnten Militür-Ersatz-Jnstruction bis zum 1. Äu g u ft dieses Jahres bei der unterzeichneten Commission einzureichen, falls sie sich der im September d. I. stattsindenden Prüfung zu unterziehen beabsichtigen. Der Meldung sind beizulegen: a. ein Geburtszeugniß (Taufschein), b. eine beglaubigte Einwilligung des Vaters oder Vormundes, c. ein Unbescholtenheitszeugniß, welches für Zöglinge von höheren Schulen (Gymnasien, Realschulen, Progymnasien und höheren Bürgerschulen) von dem Director, beziehungsweise Rector der betreffenden Lehranstalt, für alle übrigen jungen Leute aber von der Polizei-Obrigkeit auszustcllcn ist. Da die Zeugnisse und Bescheinigungen bei den Acten zu verbleiben haben, so sind dieselben in den geeigneten Fällen in beglaubigter Abschrift einzureichen. Bei Nichlbeobachtung der bestehenden Vorschriften oder Einreichung des Gesuchs nach dem angegebenen Termine kann die Zulassung zu der nächsten Prüfung nicht stattfinden. Der Prüfungstcrmin, sowie das Local, worin dieselbe vorgenommcn wird, kann erst später bekannt gemacht werden. Diejenigen, welche auf die ergangene Meldung den Berechtigungsschein nicht zugeschickt erhalten, haben demnächst zur Prüfung zu- erscheinen, da eine spezielle Einladung hierzu nicht erfolgt. Die unterzeichnete Commission macht außerdem auf folgende Bestimmungen ausdrücklich aufmerksam. Die Berechtigung zunr einjährig freiwilligen Dienst darf nicht vor dem vollendeten 17. Lebensjahre und muß bei Verlust des Anrechts spätestens bis zum 1. Februar des Kalenderjahrs nachgcsucht werden, in welchem bas 20. Lebensjahr vollendet wird. Mit der Anmeldung unr- Zulassung zum einjährigen Dienff ist die Ausgabe des Rechts, an der Loosung Theil zu nehmen, verbunden. Ausnahmsweise kann der durch die versäumte rechtzeitige Anmeldung verloren gegangene Anspruch durch Resolution der Ersatzbehörden dritter Instanz wieder verliehen werden, wenn der beiheiligte Militärpflichtige noch nicht an einer Loosung Theil zu nehmen verpflichtet war oder vermöge seiner Loosnummer disponibel geblieben ist. In letzteren Falle darf diese Vergünstigung indeß nur bann eintreten, wenn der deßfallsige Antrag vor der zweiten Aushebung, bei welcher der betheiligte Militärpflichtige zu concurriren hat, formirt wird. Gesuche um Wiederverleihung der durch versäumte rechtzeitige Meldung verloren gegangenen Berechtigung sind an die zuständige Kreis-Ersatz-Commission zu richten. Darmstadt, den 24. Juni 1869. Großherz, gliche Piüfungs-Commission für einjährig Freiwillige. v. Grolman. Strecker. Besondere Bekanntmachungen. Ocffcutliche Aufforderung. 5947) Johannes Volk von der Weißmühle bei Großen-Bnscck hat dahier seine Insolvenz anzeigcn lassen, sich jedoch von Hause entfernt, ohne daß sein damaliger Aufenthaltsort bis jetzt bekannt geworden ist. Ta seine Ehefrau keinen genügenden Aufschluß über Ausstände und Schulden zu geben vermag, so werden die Schuldner des Johannes Volk aufgcsordcrt, ihre Schuldigkeiten bei Meidnng doppelter Zahlung nur an den provisorischen Masftcuratyr Balthasar Stephan 1. in Großcn- Bnseck binnen vier Wochen zu bezahlen, dessen Gläubiger dagegen veranlaßt, ihre Forderungen — getrennt nach Hauptgeld, Zinsen und etwaigen Kosten — unter Angabe des Rcchtsgrundcs zum Zwecke des Eintrags in den stalus aclivorum et passiv» - rum binnen acht Tagen vom Erscheinen dieser Aufforderung in den öffentlichen Blättern an dahier anzuzeigcn. Zugleich wird dem Johannes Volk bekannt gemocht, daß über sein Vermögen das Concursversahren eingeleitet worden ist und ihm aufgegcbeu, sogewiß von seinem dermaligen Aufenthaltsorte Kenntniß zu geben, resp. seine Rechte zu wahren, widrigenfalls ein Curator für ihn bestellt und nach Befund dessen Anträgen gemäß verfahren werden wird. Gießen, am 10. Juli 1869. Großherzogliches Landgericht Gießen. Bötticher, A. B r a m m, Landrichter. Landger.-Asscssor. 5928) Durch die Chaussirung eines Theils des Gleiberger Wegs kann derselbe von den Gärten an nicht befahren werden. Indem wir dies zur Kenntniß bringen, bemerken wir, daß Fuhren nur den Krosdorfer, Leu- fertsröder und Holzweg passircn können. Gießen, den 8. Juli 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.I I- V. d. B. : Felsing, Ir Beigeordneter. I Duö Cctroi von Getränken. 5935) Nachdem nunmehr in Folge der, für den norddeutschen Bund geltenden Bestimmungen Brandwein und Bier innerhalb des Bundesgebiets ohne amtliche Control- scheine transportirt werden können, hat der hiesige Stadtvorstand bestimmt, daß alle Getränte der erwähnten Art an dem Thore, an welchem die Einfuhr geschieht, sogleich an gezeigt und Transporischeine erwirkt werden müssen. Getränke, für Personen bestimmt, welche zwar nicht in der Stadt, jedoch in der Gemarkung wohnen, sind vor deren Einbringen, beziehungsweise Ablieferungen den Empfänger dem betreffenden Oetroierheber vorzusühren oder anzuzeigcn und ebenfalls Transportfcheine aus solche zu erwirken. Diese Scheine find dann in der, auf denselben bemerkten Weise, bei Großherzoglichem Hauptzollamt dahier zu erledigen. — Es wild dieses mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntnis; gebracht, daß Unter- lafsungen bezw. Zuwiderhandlungen hiergegen den im Octroi-RegUmcnt enthaltenen Strafbestimmungen unterliegen. Gießen, den 8. Juli 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. Versteigerungen. 5962) Eine Partie Falz- und Schildziegel, Bretter, Latten, Fenster, Thüren und Bauholz von den abgebrochenen Gebäuden in der Cchulstraße soll Dienstag den 13. Juli d. I., Nachmittags 3 Uhr, an Ort und Stelle öffentlich versteigert werden. Gießen, den 12. Juli 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. ___________ Vogt._____________ HolN'nsN'UiklMiiNii. 5957) Tie Holzversteigernng vom 8. Juli ist genehmigt. Die Abfuhrscheine sind vom 17. bis 31. Juli bei Großh. Rentamt Gießen cinzulösen. Die Uebcrweisung des Holzes findet am 19. Juli, Morgens 8 Uhr," statt- Donnerstag den 15. Juli wird in den Tomanialwald - Abthcilungen Töpfer- kaute, Schinderskopf und Tempel in der Eisenbahnlinie nachvcrzeichnctcs Holz versteigert : Scheidh. Prügelh. Stockh. Reisholz Stecken Stecken Stecken Wellen Eichen 26 94 80 2425 Nadelholz 23 195'/» 127 4550. Zusammenkunft Morgens 9 Uhr an der Töpferkaute. Freitag den 16. Juli wird ferner in den Abtheilungcn Törn ergründ, Buchenberg und Häuserboin versteigert: Cchcidh. Prügelt). Stockh. Reisholz Stecken Stecken Stecken Wellen Buchen — 23 8 650 Eichen 4 24% 24 400 Nadelholz 37 167% 189 9750 Zusammenkunft Morgens 9 Uhr auf der Steinberger Straße an der Eisenbahnlinie. Crcdit für beide Versteigerungen bis zum 31. Teccmber 1869. Gießen, am 6 Juli 1869. Großherzogliche Oberförsterei Schiffenberg. _______________Dr. D r a u d t._______________ 0807) Dienstag den 13 ^nii 1869, Nachmittags 2 Uhr, löste ich in meiner Wohnung nachfolgende Gegenstände versteigern, als: 2 fehlerfreie, 6- und 10jährige braune Wallach-Pferde nebst Gcschiir, 2 Wagen mit eisernen Achsen, ein schwerer und ein leichter, Oeconomie-Geräthschaften, Cg- gen, Pflüge, steinerne und hölzerne Viehkrippen, Fegemühle, 1 gußeisernen Sied- kessel, noch wenig gebraucht, Ketten; ferner verschiedene Hausgeräthschasten, Bettstellen, Sprungfedermatrazen, 1 Kin- dermatraze, kupferner Kessel, Kinderschaukel, Tische ii. s. w- Bemerkt wird noch, daß Wagen und Pferde nach Wunsch auf Zielzahlungen versteigert werden. Heinr. Becker, Neue Anlage. 5956) Dienstag den 17. August, Nachmittags 2 Uhr, soll ans dahiesigem Rathhaus die Hofraithe, der Ehefrau des Elias Meyer zustehend: älur Nr. oÄlftt. VsGi 18 Hofraithe auf dem Seltersweg öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 10. Juli 1869. Großhcrzoglichcs Ortsgericht Gießen. Semmler, Ortsgerichtsmann. Lieferung von Steinkohlen und Kiefern-Scbeidholz für die Garnison - Verwaltung Gießen. 5941) Mittwoch den 14. d. Mts., Vormittags 11 Uhr, wird die Lieferung von circa 4700 Centner Steinkohlen Ir Qualität und 16 Stecken Kiefern-Scheidholz Ir Sorte mittelst Sou- mission auf dem Bürcau der unterzeichneten Veiwaltung vergeben, woselbst auch die Lieferungs - Bedingungen zur Einsicht der Interessenten offen liegen. Gießen, den 7. Juli 1869. Großherzogliche Garnison-Verwaltung. I- A.: Meye r. 5933) Mittwoch und Donnerstag, den 14. und 15. Juli Nachmittags 2 Uhr, sollen die zum Nachlaß des Maler Bieler, Afterweg Lit. A. Nr. 123, gehörigen Möbel , Weißzeug, Kleidungsstücke, Bilder, Malergeräthschaften, eine lithographische Presse, sowie ein photographischer Apparat, meist bi elend versteigert werden. Gießen, den 9. Juli 1869. In Auftrag: S e m m ler, Ortsgerichtsmann. 5934) Donnerstag den 15. I. Mts., Nachmitttags 1 Uhr, lasse ich in meiner Wohnung Oeconomie- Geräthschaften aller Art, wie namentlich 1 Wagen, 1 Pftug, hier. 30 fr. L. Weimar. 5922) 5964) 2 1 Im Verlage von Bindernagel S> Schimpfs in Friedberg ist soeben erschienen: 1 ($. Nahn. bei 1 Carl Frech. (5945) H. Keller, in Darmstadt. (5951) bei 1 447/8-451/8 9 1864r 119'/, 3 2 1 12 6 9 9 9 9 30 45 Ziliß er scher Garten Dienstag den 13. Juli: Erinnerung. (5954) 58-59 49-51 50-52 54-56 37-39 32-33 57-59 50 52 28 29 Borsfiioachrichteu. 10. Juli 1869. Pr. Cass. Sch. Div. Cass.-A. Pr. Friedrdor. Pistolen . . „ doppelte Holl. fl. 10 St. Ducaten 20 Frankenst. L- Fr. Handwerk, Neustadt. 1 engl. Pfd. Topf ä fl. 5.33. Zu laaben in In Giessen 12 Ohm, Maischbütte von starkem Eisenblech, 3U circa 30 Ohm, Pfanne von Eisenblech, zu circa 5 Obm, nebst den Feuerungsthüren und Rosten, sowie kupfernen Verbindungs- 5931) Kopfsalat, sowie neue Kartoffeln, sind zu jeder Zeit zu haben bei Th. Rautenstrauch, zur neuen Bleiche an der Schoor. Meine vorzüglichen Cigarren, ä 1 fr. pr. Stück, bringe ich in empfehlende 5929) Ein älteres Auswanderungs-Geschäft in Bremen sucht für das Großherzog- thum Hessen einen cautionsfähigen General - Agenten. Offerten unter Lit. A. B. Nr. 2 befördert das Annoncen-Büreau von E. Schlotte in B r e m e n. von Dr. theol. I. G. Diegel, Professor am evangelischen Predigerseminar und Pfarrer zu Friedberg. Preis: 48 fr. Die evangelische Mittelpartei (Partcibildung und Mittelparteien überhaupt ) — Die Gefahr des Ausscheidens oder Hinaustreibens aus der Landeskirche. — Presbyte- rial- und Synodal - Verfassung. (Die Friedberger evangelische Eonfcrcnz.) — Der Humanismus Ludwig Feuerbach's. — Die Freisinnigen und Mittelparteien scheinen keinen Halt zu bieten. (Beweglichkeit der Parteien; Deutschkatholiken und freie Gemeinden.) — Christliche Moral ohne christliche Glaubenssätze. — Der gesunde Men- schenverstan>. — Manche Hauptstreitpunkte sind schwer verständlich. — Das Schriftchen des Herrn A. Mitzenius. — Der große Gegensatz unter den dermaligen Protestanten. — Die eigentlichen Ursuchen der neueren biblischen und kirchlichen Richtung, insbesondere der neueren Orthodoxie. — Die Heuchelei. — Die unbeschränkte Lehrfreiheit. — Bibel und Vernunft. — Die Hauptaufgabe. — Eine Bemerkung des Herrn Hofgerichts- Advocaten Obly über Luther. — Die Nothwendigkeit strenger Wissenschaft. (Der Werth religiöser Gefühle und Jugendeindrücke.) — Die Prinzipien der evangelischen Kirche. — Die jetzigen kirchlichen Bewegungen, insbesondere die Protestantenvereine. — Die Stellung der Gemeinden zum Kirchenglauben. — Vorlesungen über religiöse Gegenstände. — Ein Wort über und für die Geistlichen. — Arbeitstheilung, zunächst für kirchliche Vorlesungen. (Kirchliche Statistik.) — Die Richtigstellung der Grundbegriffe. — Die Hauptsache des Christenthums steht fest. Unser religiöses Leben muß wachsen. — Der Hauptstreitpunkt. — Noch ein persönliches Bekenntniß. gjäs* Gegen portofreie Einsendung des Betrags an die Verlagshandlung erfolgt frankirte Zusendung obiger Schrift. Orqelbaugehülfen können eintreten bei Warnung vor Täuschungen lebst Vorschlägen ju ehrlichem Kampf n Frieden zunächst für die Protestanten Hessens Noch nie dageweseu! 5959) Spazierstvcke, neue Sendung, in sehr schöner Waare, das Stück von 9 fr. an bis zu 1 fl., bei W. P. Frank. Liebig's Fleisch-Extract aus Süd-Amerika ray-Bcntos)' der Liebig’s Fleisch-Extract Compagnie, London. Grosse Ersparniss für Haushaltungen. Augenblickliche Herstellung von kräftiger Fleischbrühe zu '/3 des Preises derjenigen aus frischem Fleisch. Bereitung und Verbesserung von Suppen, Saucen, Gemüsen etc. Stärkung für Schwache und Kranke. Goldene Medaillen auf der Pariser Ausstellung ISS? und Havre Ausstellung 281,8. Nur ächt, wenn jeder Topf mit Unterschrift der Herren Professoren Baron J. von Liebig und Br. NI. von Pettenlkofer versehen. Detail-Preise für ganz Deutschland. Emil Fischbach, Seilersweg. (5912) 5944) Zu verkaufen: ' Malzdörren von Eisenblech, jede circa 144 OFuß groß, Braukessel von Eisenblech, zu circa Engi. Souver. 11 Kuss. Imper. 9 Doll, in Gold 2 Stellvertretung im Militärdienst. 5913) Den Militärpflichtigen zur Truppen-Ergänzung für 1869 bietet sich ohne Vermittelung von Agenten die beste Gelegenheit hierzu durch mehrere nach 12jähriger Dienstzeit ausgediente Unteroffiziere. Näheres bei der Expcd. d. Bltts. stücken und Krahnen. Genannte Gegenstände sind noch neu und werden verkauft wegen anderweitiger Verwendung der Räume einer noch nicht in Betrieb gewesenen Bierbrauerei. Auskunft ertheilt Gg. PH Gail in Gießen, woselbst die Gegenstände jederzeit eingesehen werden können. 6. Abomicillents-Concert, ausgeführt vom Musik-Corps des Großh. Hess. II. Inf.-Reg., unter persönlicher Leitung seines Dirigenken, Herrn D. Reifert. Anfang 5 Uhr. — Entree für Nichtabonnenten ä Person 15 fr. Die verehrten Abonnenten werden freundlichst ersucht, ihre Karten mitzubringen. Programme an der Kasse. 1/2 engl. Pfd. Topf */< engl. Pfd. Topf '/8 engl. Pfd. Topf ä fl. 2.54. ä fl. 1.36 ä 54 Krz. den meisten Handlungen und Apotheken 20 pCt. unter dem Fabrikpreise habe ich eine Partie zurückgesetzte feinere Tapeten zu verkaufen. Im Pivp'scheu Garten. ) Donnerstag den 15. Juli, Abends 8 Uhr: H a r m o n t e (ausgeführt von Mitgliedern des 2. Infanterie-Regiments) und Brillmüe Gärtenbeleuchlung. c. zwei Personen, welche gemeinschaftlich in einer Zelle baden ......... d. einzelne Personen in Zellen..... e. „ „ im Freien..... Nichtabonnenten zahlen: a. für 1 Bad in der Zelle...... b. „ 1 „ im Freien...... Gießen, den 9. Juli 1869. Preuss. 4 1/2% Obi. 935/g Frankf. 3V2% Obi. 82>/4 Nass. 4i/2°/0 Obi. — Kurh. 4% Obi. 853/g Hess. 4°;(i Obi. b. Roths. 91V4 „ 31/2% do. do. 87-/8 Bayer. 5»/g Obi. 10!3/fl r> 4 ‘/2°/o 1jährige 94'/4 n 4'/2% 1 Jährige 94’/4 Wiirtemb. 4'/2°/u Öbl. 927/g Baden 4'/2°/o Obi. c. E.L. 93-/z Oestr. 50 g b. R. 58 „ 5% National 563/g „ 5% Metall. Obi. — „ M. steuerf. 513/4 Amer. 6° 0 1882r Bds. 87 */ö „ 6% lwK5r 85-/4 Actien. Frankf. Bank 119 V2 Oester. Bank 721 „ Creditact. 272-/, Darmst. Bankaot. 302 */2 ß Wrllcn-^äöcr in Zellen und im Freien sind wieder errichtet von L. Weimar anf der Neumühle da- Eine Liste zur Abonnirung liegt in meiner Wohnung offen. Abonnenten zahlen für dieses Jahr, nut Rücksicht auf die vorgerückte Zeit: a. große Familien von 4 dis 6 Personen . . . 5 fl. 30 fr. b. kleine „ „ 1 „ 3 „ • . • • 4 Vermischte Anzeigen 5960) Am verflossenen Samstag ist hier in der Stadt, ober deren nahen Umgebung, ein Cigarren-Etuis verloren worden. Der Finder, der es an die Expcd. d. Bltts. ab- gibt, erhält eine gute Belohnung.__________ 5961) In einem hiesigen Manufaetur- waareu-Geschäft ist eine Lehrlingsstelle offen. Näheres bei der Expcd. d. Bltts. 5952) Ein gutes, starkes Zugpferd ist zu verkaufen. Näheres bei den Herren G e- brüder Wenzel.__________________ 5925) Portland-Ccmcnt zu abermals herabgesetztem Preise empfiehlt I. G- D- Bapst. Prioritäten. 50/o östr. F. St. E. B. 3501/2 Lud wigsh.-Bexbach — Maxbahn IOÜ-/4 Bayer. Ostbahn 124- 8 Hess. Ludwigsbahn 134 3% östr. Stsb.-Prior. 56 3% östr. s. Lombard. 48-/g 3O/o Livorneser 337/s Toscaner — Frankf. Ilypoth.-Bank — Frankf. Vereins-Kasse 97>/2 5% Elisabeth-Prior. 75-/2 do. II. Emiss. 73 Anleheusloose. Kurh. 40 Thlr. Loose 56-/4 Nassau fl. 25 b. Roth. 38 Gr. Hess. fl. 50 b. R. 179- 2 Gr. Hess. fl. 25 b. R. 46$/fi 4° u bayr. Präm. Anl. iO63/4 4O/o badische Loose 104 */8 Badische fl. 35 Loose 553 4 1858r Prioritätsloose 159J/2 !860r Loose 86'1/4 Ceme H t, frische Sendung eingetrosfen bei (5927)_______ Flick & Krol l. 5963) Frische Sendung von holländischem Blumenkohl, pr. Kopf 12 und 14 fr-, extra große Gurken, pr. Stück 7 und 8 fr.’, empfingen _____________I. A. Busch Söhne. Vermiethungk-^n. 5923) Zwei iueinandergehende, freundliche, möblirte Zimmer sind auf der neuen Anlage zu vermiethen. Näheres bei der Exped. d. Bltts._____________________________ 5930) Ein freundliches Familienlogis, bestehend aus 2 Zimmern, Eabinet, Küche, Kammer und Eorridor, sowie ein Logis im Hinterbau, bestehend aus 4 großen incin- andergehenden Zimmern, Küche, Kammer und Zugehör, sind zu vermietheit und a\e>- bald zu beziehen. h. M. Jughardt. 5921) Der untere Stock meines Hauses, bestehend aus 4 ineiuaudergehenden Zimmern , Magd- und Bodenkamnier, Küche, Keller, Holzstall re-, ist sofort zu vermiethen. ______E h r. Löb er, Neuenweger Thor. 5892) Ein gut möblirtes Zimmer ist zu vermiethen bei Georg Vogt, Kupferschmied. 5940) Alten Malaga, direct bezogen, Madeira, Portwein, Bordeaux, To- keyer, Erlauer, sowie deutsche weiße und rothe Weine; ferner deutsche, französische und holländische Liqueure in Genever, Double Auisctte de Hollande, Parfait d'amour; Cr^me de Citron, „ Mocca, » » Rose, h „ Thee, „ „ Vanille, (in halben und ganzen Flaschen): Düsseldorfer Maiwein-, Cardinal- und Bischof-Esseuze, in feinster Qualität, empfehlen_________I. A- Busch Söhne. 5924) Stein- und Braunkohlen, in ganzen und getheilten Waggon-Ladungen zu gleich billigem Preise, empfiehlt I. G- D. Baust. 5938) Schreiner gesucht von ____________________Adolf Hoß. 5965) Eine zweitstillende Amme wird sogleich gesucht. Zu erfragen Seltersweg Lit. C. Nr. 185.________________________________ 5937) Ein Mädchen für häusliche Arbeiten wird gesucht. Näheres bei der Exped. dieses Blattes._______________________________ 5955) Ein Laufmädchen wird gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bltts. Geübte Schuhmacher, besonders auf gute Mannar beit, finden dauernde und lohnende Beschäftigung in der Schuhfabrik von Dreschield & Wnllerstein, (5950) in Offenbach a. M. 5953) Ein Dienstmädchen, das sogleich eintreten kann, wird zu miethen gesucht Lit. A. Nr. 179 vor dem Wallthor. Feilgeb 0 terres 5949) Ein noch gut erhaltener Flügel ist wegen Mangels an Raum zu sehr billigem Preise zu verkaufen bei K- Grüncbaum, Sonnenstraße. Empfehlung. 5946) Wiener - und Lager-Bier von I. B- Moritz in .Mainz (ersteres die Flasche zu 8 und letzteres die Flasche zu 7 fr.), ist angekommen und zu haben bei Jacob Fromm (vorm. Frl. Nern), Sckloßgasse Nr. 158. 5958) Eine Partie zurückgesetzte Sonnenschirme in Seide, das Stück von 48 fr. an, bei ____________W. P. Frank. 5936) Kernerbsen, Salat, Iohannis- trauben und Stachelbeeren sind ztt haben 5926) Baugegenstände jeder Art in Eisen empfiehlt________I- G- D- Bapst. 5932) Kopfsalat verkauft ________ Gärtner Schau m. 5948) Iohannistrauben zum Einmachen sind zu verkaufen. Bei mein? sagt Ausg- dieses Blattes.______________ Wechsel. Amsterd. k. 8. 995/8 Augsb. k. 8. 100 Berlin k. S. 104% Bremen k. S. 973/4 Cöln k. 8. 105Va Hamburg k. 8. 88% Leipzig k. 8. 1047/s London k. 8. 180 Vs Lyon k. 8. — Paris k. 8- — Wien k. 8. 95 Disconto 3'/, % G. Geldsorteu. 2 Eggen u. s. w., Haushaltungs - Gegenstände, Bettwerk , verschiedenes Handwerkszeug 2C., geschnittene Stämme rc-, öffentlich meistbietend versteigern. Gießen, den 9. Juli 1869. _____________Louis Stein Wittwe. Versteigerung von B a u- gerüthschaften. 5966) Donnerstag den 15. Juli, Vormittags 11 Uhr, sollen die der Gemeinde Staufenberg zugehörigen Braugeräthschaften, als: 1 gußeiserner Braukessel, IO Ohm haltend, 2 große Bütten, 1 Wasserfaß, 3'/2 Ohm haltend, 1 steinerner Trog u. sonstige Gegenstände, öffentlich meistbietend versteigert werden. Staufenberg, am 12. Juli 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Staufenberg. Vogel. 3 ter tW unf Halle" in wr der W nennen und von ste tingtW ffi Herrsche doch tii Alpensct belfert $ deckcbe werten ligi, fi auch ta Söhne dem bit Sluütt! Heltens denen K fßcfreiur Galione Änr tu jete l're einem l Serbin! für Die Ki Münch Sim i niift n Der 3i Zeit. < unverdor Sirelt ( fchloj te breite, w Leinkleid leien bei jungen 3 Whig i blirft. - Ale sich btn lo torfi und int er sllljie Sakria; „ „3 lind Gei mehr an terlanb - W • gen geh zu fein' solchen landes; dahin n f»h fp, grobes ( De! er ans; ekelt eg Kampf । . „3 einer w die f Gnb, e 6|® Ion« , k ein fanhen. blieben fi Hanfes s Feuilleton. Der B a r b o n e. (B arbone, im ital. Vvlksdialect: der Bärtige.) Novelle von Fr. Büchner. (Verfasser der Preisnovelle „Jugendverirrungen.") 1. Der Abschied. Im October des Jahres 1809 herrschte wie in ganz Baiern, so auch in der Hauptstadt des Landes eine sehr verschiedene Stimmung über die heldenmü- thigen Siege, die in Tyrol von den Bauern unter der Leitung ihrer tapferen und umsichtigen Führer errungen worden waren. Fast jeder Tag des Jahres hatte neue Siegesnachrichten gebracht, und täglich sah man Gruppen von Leuten in der Straße stehen, in deren lebhaftem Gespräch man fortwährend die Namen der Helden: Hofers, Speckbachers, des Kapuziners Joachim Haspinger u. A., nennen und von ihren Siegen und von den Verlusten der verbündeten Franzosen und Baiern erzählen horte. Nun war das ganze Land mit Hulse Oesterreichs von fremden Truppen frei, in Jnsbruck unter Hofer eine eigene Landesregierung eingesetzt. Während man aber einem tapferen Volke, das für seine Religion, seinen Herrscher und die Erhaltung seines Landes stritt, seine Siege gönnte, so erregten doch die ungeheuren Verluste, welche die baierischen Heeresabtheilungen in den Alpenschluchten erlitten hatten, wieder eine große Erbitterung gegen ein Volk, dessen Land fort und fort das Grab der baierischen Jugend, die nur mit Widerstreben den Befehlen Napoleons zum Zuge gegen jenes Land gehorchte, zu werden drohte. Es nimmt ja ein Volk stets, selbst wenn es die Sache mißbilligt, für die gekämpft wird, Partei für den Waffenruhm seines Heeres, und auch daher kam es, daß man zu gleicher Zeit einestheils der Tapferkeit jener Söhne der Berge die höchste Bewunderung zollen, andererseits ihre Siege mit dem bittersten Grimm schmähen hörte. Nur bei der Jugend, besonders den Studirenden in der Hauptstadt, sprach sich eine warme Theilnahme für den Heldenkampf jenes Volkes aus, weil in ihr im Verborgenen, in stillen, abgeschiedenen Kreisen schon etwas von dem Geiste entzündet war, der später in dem Befreiungskämpfe die heilige Flamme wurde, vor der das auf Unterdrückung der Nationen aufgerichtete Gebäude des Welteroberers in Schutt und Asche sank. Nur die eigene Klugheit und die harten Strafen, die Napoleon unerbittlich über jede freiere Regung in der Nation verhängen ließ, vermochte die Jugend von einem öffentlichen Auftreten für die Sache Tyrols zurückzuhalten. In geheimen Verbindungen, in abgeschloffenen Räumen aber wurden um so mehr die Ideen für die Ehre und Einheit des Vaterlandes genährt und gepflegt. — — An einem heiteren Herbstabende in der Mitte des Oetoberö 1809 sehen wir aus einem kleinen, unscheinbaren Hause in einer der engen Nebenstraßen Münchens einen jungen Mann vorsichtig umherschauend auf die Straße treten. Ihm folgte ein Mann in Mönchstcacht, lief in die Caputze verhüllt, so daß cs nicht möglich war, auch nur den kleinsten Theil seines Gesichtes zu erkennen. Der Jüngling dagegen ging in der gewöhnlichen Tracht der Studirenden jener Zeit. Sein frisches, blühendes Antlitz mit dem treuen Auge, dem Zeichen der unverdorbenen Jugend, geschmückt, schaute lebensfroh unter dem kleinen runden Barett hervor. Der kurze, altdeutsche Rock, reich mit Schnüren verziert, umschloß den hohen, schlanken, ebenmäßigen Körper; um den Nacken legte sich der breite, weiße Hemdenkragen, einen Theil der Brust offen zeigend; eng anliegende Beinkleider und hohe, fast bis zu den Knicen heraufreichende Stulpstiefel vollendeten den Anzug. Ein blanker Hieber, der von der Seite herabhing, gab dem jungen Mann noch mehr das Aussehen des kecken, unverzagten Jünglings, der muthig in die Gegenwart und erfüllt mit schönen Hoffnungen in die Zukunft blickt. — . Als Beide eine kleine Weile stille neben einander bergeschritten waren und sich bereits eine ziemliche Strecke von dem Hause entfernt hatten, aus dem sie so vorsichtig heraus auf die Straße getreten waren, mäßigten sie ihre Schritte, und indem der Jüngling leise die Hand auf den Arm des Mönches legte, sagte er flüsternd: „Wie gefällt Dir der Geist, der in der deutschen Jugend für das Vaterland glüht?" „Ich verstehe ihn nicht recht, erwiederte der Mönch ebenso leise; — „das sind Gedanken, die uns nimmer kommen dürfen; das sind Ideen, die sich nicht mehr an das Wohl unserer heiligen Kirche, an den Fürsten und bas enge Vaterland unserer Geburt anschließen, das sind Pläne, um die einzelnen Theile einer großen Nation, wie sie auch durch Religion, Sitten und bürgerliche Einrichtungen getrennt sein mögen, durch eine große Idee: „Die Kinder Eines Volkes zu sein", zu einem Ganzen mit einander zu vereinigen. Von Erweckung einer solchen Erkenntniß hoffen sie für die Zukunft die Freiheit und Größe des Vaterlandes ; — o," fuhr er fast wehmüthig fort, „das sind Träume der Jugend, — dahin wird es nicht kommen, solange wie — —Er verstummte plötzlich und faßte spielend, wie in tiefem Sinnen, die Enden des rauhen Strickes, der sein grobes Gewand um die Hüfte festhielt. Der Jüngling schaute auf, und die Gedanken des Mönches errathend, rief er aus: „Du bist nicht von Herzen Mönch geworden, ich weiß es, — Dich ekelt es an, wenn Du siehst, wie nur blinder Fanatismus die Menschen zum Kampf für die heiligsten Güter entflammt." „Ich liebe meine Religion," sagte der Mönch ernst, — „doch die Liebe einer Nation muß stärker sein, als daß die Religion in ihr eine Scheidewand für die einzelnen Völker werden dürfte." „Doch," ries der Jüngling freudig aus, „ist das nicht derselbe Gedanke, den Du vorhin in unserem Kreise aussprechen hörtest?" „Nein, nein," sagte der Mönch; „der Jugend schwebt ein anderes Ziel vor, ihr Reich liegt in der Zukunft." „Ja, und in der Zukunft wird es kommen," rief der Jüngling, sich vergessend, so laut aus, daß einige Vorübergehende stehen blieben und verwundert dem langsam dahinwandelnden Paar nachschauten.' En Händedruck des Mönchs erinnerte den Jüngling daran, wo sie sich befanden. Nachdem sie noch eine Zeitlang stille nebeneinander hingeschritten waren, blieben sie, auf der Hauptstraße angelangt, in der Nähe eines hcllerleuchteten Hauses stehen. „Hier müssen wir uns trennen," sagte der Mönch, des Jünglings Hand ergreifend. „Morgen reisen wir." „Morgen reisen wir," wiederholte der Jüngling. „Ich will ihr noch Lebewohl sagen, dann hält mich nichts mehr zurück." „Ich sehe Dich nicht gern in dem Hause des Obersten," fuhr der Mönch fort. „Wenn ich auch nichts für Deine Gesinnung fürchte, so bangt mir doch für Deine Sicherheit, wenn man Deinen wahren Namen erführe. Bist Du auch der festen Freundschaft des Sohns des Obersten so gewiß, daß er nicht zum Verräther an Dir wirb?" „Maximilian ist ein wahrer Freund," erwiederte der Jüngling warm, — „aber auch er kennt mich nur unter Dem Namen „Schaudorf" ; doch würde er mich auch nie, nie verrathen. Zwar kennen wir uns nur sehr kurze Zeit, — aber ich glaube daran, es gibt einen Zug des Herzens, eine innere Verwandtschaft , die uns von Dem ersten Augenblicke an, wo wir einander begegnen, mit unwiderstehlicher Gewalt anzieht oder von einander entfernt. An dem ersten Tage, wo wir uns sahen, gewannen wir und lieb, und seit jener Zeit steigerte sich unsere Freundschaft immer mehr." „Weiß er um Deine Liebe zu seiner Schwester?" fragte Der Mönch. „Er ahnt es wohl," erwiederte der Jüngling, „doch habe ich es ihm noch nicht anvertraut, da auf meinen Wunsch unsere Liebe vor Dem Obersten ein Ge- heimniß bleiben soll, bis sich Die Verhältnisse wieder so friedlich gestaltet haben, daß ich bet' ihm um Johanna werben kann und auf seine Einwilligung hoffen zu dürfen glaube." „Möge sich die Zukunft für Deine Liebe segensreich gestalten!" sagte ,Der Mönch bewegt. „Möge unglückliche Liebe nie Dein Leben elend machen!" „Auch Du hast ihre Schmerzen empfunden in Der Vergangenheit," sagte der Jüngling, wie fragend zu seinem Begleiter aufschauend. Ter Mönch erwiederte nichts. Sein bleiches Gesicht leuchtete aus Der dunkeln Kaputze hervor, und nachdem sein Auge lange sinnend aus Dem Antlitz des Jünglings geruht, rannen ein Paar Thränen langsam seinen Wangen herunter, dann breitete er die Arme aus und schloß Den Jüngling an fein Herz, — und indem er ihn heftig an sich preßte, küßte er ihn und sagte leise: „Albrecht, werbe glücklich, aber erwähne nie mehr meiner Vergangenheit." — Eben wollten die Männer mit einem herzlichen Händedruck von einander Abschied nehmen, da huschte leise wie ein Schatten eine männliche Gestalt an ihnen vorüber, von Der sie bisher n'chts gemerkt hatten. Der Jüngling fühlte, wie Die Hand des Mönches krampfhaft seinen Arm preßte, gleichsam, als wolle er ihn dadurch zurückhalten, ein lautes Wort zu sprechen. Als Die Gestalt ein Paar Schritte von ihnen entfernt war, drehte sie sich noch einmal um und verschwand in dem Dunkel Der gegenüberliegenden Häuserreihe. — „Hast Du ihn erkannt?" flüsterte Der Mönch? „Nein," sagte Der Jüngling, „ich kenne hier Niemanden, außer Der Familie Des Obersten." „Es war Donay," fuhr Der Mönch mit einem Anflug von ängstlicher Hast in Der Stimme fort. „Donay," rief Der Jüngling in Der größten Ueberraschung — „Du irrst, wie sollte Donay hierher fi^nnicn ?" „Du kennst noch nicht Die Menschen, Albrecht," begann Der Mönch mit düsterem Tone. „Von Den zwölf Jüngern des Herrn war Einer nicht rein. — Unter Dem Priestergewand Donay's schläft Das Herz eines Verräthers." „Nein, nein," rief Der Jüngling aus, „Das kann ich nimmer glauben; Du hast Dich gewiß getäuscht." „Gehe jetzt," sagte Darauf Der Mönch, „aber verweile nicht lange. Ich will hier warten, Denn ich muß Gewißheit haben, ob mein Verdacht gegründet ist oder nicht." Der Jüngling verschwand in Dem Hause des Obersten Holmars, der Mönch aber trat gegenüber unter ein Haus und verbarg sich in Dem Dunklen Schatten eines weit vorspringenden Pfeilers Desselben, von wo aus er Die gegenüberliegende Häuserreihe genau beobachten konnte. Nicht lange währte es, Da sah er Die Gestalt, welche vorhin so lautlos an ihnen vorübergeschlüpft war, wieder langsam Der Straße entlang, wo sie verschwunDen, zurückkommen. Nun stanD sie stille und schaute eine Zeit lang, gleich wie wenn sie in ihrem Entschlüsse noch nicht fest fei, zu Den erleuchteten Fenstern Des Hauses empor; dann aber trat sie auf Dasselbe zu unD verschwand mit raschen Schritten in Dein Eingang. Das helle Licht Der in Der Hausflur ausgestellten Kerzen beleuchtete mit einem Augenblick mit greller Farbe Das Gesicht Des Fremden. Der Mönch zuckte krampfhaft zusammen, und indem er Dumpf vor sich hinmurmelte: „Er ist es, ich habe mich nicht getäuscht," hüllte er sich noch tiefer in seine Kaputze und trat noch mehr in das Dunkel des Pfeilers zurück. — An diesem Abende war das Haus Des Obersten von einer heiteren Gesellschaft angefüllt, da Maximilian von Holmar und seine Schwester Johanna Freunde und Freundinnen eingeladen hatten, um das Namensfest des Vaters in fröhlicher ungezwungener Weise feiern zu helfen. Als Der Jüngling, Den wir zuletzt in Dem Gespräche mit Dem Mönche verließen, in das Haus eingetreten war, ließ er seinen Freund Maximilian durch einen Bedienten rufen. Als dieser gleich darauf erschien, bewies die freudige Bewillkommnung beider Jünglinge genugsam, welche aufrichtige Freundschaft sie mit einander verband. „So kommst Du doch endlich, Albrecht," sagte Maximilian vorn Holmar freudig. „Ich," setzte er schelmisch lächelnd hinzu, „und auch Johanna haben Dich gestern vergeblich erwartet." „Ich konnte nicht kommen," erwiederte Albrecht Schaudorf mit einem Anflug tiefer Trauer, „ich habe Besuch aus Der Heimath gehabt, und ich bin gekommen, um AbschieD zu nehmen. Mein Later ist schwer erkrankt," fuhr Der Jüngling fort, indem eine merkliche Rothe auf seinem Antlitz sichtbar ward ; „in der unsicheren Zeit wünscht er, Daß ich ungesäumt iu das väterliche Haus zurückkehre." „Du willst uns verlassen," rief Maximilian schmerzlich, „jetzt, da wir uns kaum gesunden?" „Es muß sein," erwiederte Albrecht traurig, aber fest. „Die Pflicht trennt die Freunde, aber unsere Freundschaft soll sie nie trennen." Beide Jünglinge reichten sich die Hände, als wenn sie damit noch einmal ihren Freundschaftsbund für alle Zukun t erneuen wollten. Aber lange darfst Du nicht bleiben, suhr Maximilian fort, bald wirst Du wieder in unserer Milte sein? (Fortsetzung folgt.) Berlin, 9. Juli. Während man sich in Kreisen der Fortschrittspartei den Kopf darüber zerbricht, wie sich dem Deficit der preußischen Finanzen am besten durch Domanenvcrkäuse abhelfen ließe, wahrend die hochofsiciösen und osficiöscn Organe eben noch den fünfzigprocentigen Zuschlag zur Claffen- vnd Einkommensteuer in Aussicht gestellt haben, wahrend die Negierung ihre Sparsamkeit bis auf die abgetragenen Beamtenuniformen erstreckt, taucht heute plötzlich in halbossiciöscn Organen die Nachricht auf, daß die Negierung die Kammern zur Deckung eines Deficits gar nicht mehr brauchen werde und sich mittlerweile selbst zu Helsen gewußt habe. Etwas verschämt tritt diese Kunde noch in der „Magdeburger Zeitung" auf. Zuversichtlicher in der „Post", die sogar einen Ueberschuß hcrausrechnet. Der Fi- nanzminister, sagt sie, gab das Deficit auf 11 219,586 Lhaler an; dem gegenüber standen aber Einnahme- rcste von 20,613,350 Lhaler, in Wirklichkeit also ein Plus 'von pp. 6 Millionen Thaler. Durch die jetzt Seitens des Bundesrathes des Zollparlaments und des norddeutschen Bundes in Bezug auf die Zoll- und Steuercredite gefaßten Beschlüsse werden diese Crcdite zum 1. Dctober 1870 größtentheils flüssig gemacht, so daß cs nur darauf ankommt, die momentane Ftnanzklemme bis auf jenen Termin über- zuleiten. Ein Zuschlag zu den Steuern oder neue Steuern würden also gar nicht nbthig sein. Damit wäre — die Nichtigkeit dieser Berechnung vorausgesetzt — allen bisherigen Calculationen plötzlich ein Schnippchen geschlagen, ob damit aber wieder mehr als eine Galgenfrist gewonnen wäre, ist eine andere Frage. — Der Fall Zastrow bildet noch ivimcr das Tagesgespräch und selbst der Philister schüttelt zu dieser Art der Rechtspflege bedenklich den Kopf. Wie konnte, hörte ich noch gestern fragen, nachdem man circa ein halbes Jahr Gelegenheit gehabt, den Hrn. v. Zastrow bezüglich seiner Zurechnungsfähigkeit zu obscrviren, diese Frage plötzlich in der Verhandlung auftauchen? Das Benehmen des Angeklagten während der Verhandlung rechtser- ligt den Verdacht nicht, und die Unnatüllichkcit drs Verbrechens kann für diese Annahme fein Grund fein. Wer fragt bei einem unglücklichen armen Mädchen, das des Kindcrmorts bcschuleigt ist, nach seiner Zurechnungsfähigkeit im Augenblicke der Thal? Und doch lägen in den meisten dieser Fälle dergleichen Annahmen bei weitem naher. Kurz, die öffentliche Meinung begreift den ganzen proceffualischen Vorgang nicht, und es liegt darin, wie uns bedün- ken will, ein gut Stück gesunden Menschenverstandes. — Der „Staats-Anzeiger" publicirt das Bundes- Gesetz vom 3. Juli, betreffend die Gleichberechtigung der Confessionen in bürgerlicher und staatsbürgerlicher Beziehung, wonach alle noch bestehenden, aus der Verschiedenheit des religiösen 'Bekenntnisses her- tzeleitctiN Beschränkungen der bürgerlichen und staatsbürgerlichen Rechte aufgehoben werden, und die Befähigung zur Theilnabme an der Gemeinde - und Landesvertretung und zur Bekleidung öffentlicher Aem- ter vom religiösen Bekenntniß unabhängig ist. Frankfurt, io. Juli. Dieser Tage hatte sich der Telegraph die Mühe genommen, das neueste Bonmot des Grafen Bismark uns zu übermitteln, wel- cher seine Ueberzeugung von der Unwahrscheinlichkeit, daß das parlamentarische Regime im nviddeutschen Bunde Platz gie-fcn werie, in die Form gekleidet haben sollte, daß er sich in diesem Falle um die Botschastcrstclle in Paris bewerben wolle (®raf Eulenburg pflegte solche Zweifel durch die Formel auS- zudrücken: „Hundert gegen Eins zu wetten"). Es lag in dem Ausspruchs genug des gewohnten, Hohnes auf cie Situation, um nicht von vornherein an seiner Authencität zweifeln zu müssen. Inzwischen wird jetzt von anderer Seite milgetheilt, daß derselbe nickt auf den Nordbund, sondern auf Pares gemünzt sein soll. In der Sache bleibt es dasselbe, ob hüben oder drüben. Daß das System Biemarck- Eulcnburg-Mühler ebensowenig mit der parlamentarischen Regierung vereinbar i|t, als das System Napoleon - Rouhcr — um darauf Hundert gegen Eins zu wetten — bedarf es nicht eben eines besonders großen staatsmännischen Bl'ckö. Paris, 8. Juli. Die Hauptfrage, von deren schleuniger Erlidigung unter Umständen das ganze Schicksal der gegenwärtigen liberalen Bewegung aö- dangt, ist die der Eonstituirung des gesetzgebenden Körpers. Das sichtliche Bestreben einiger Mttgl>e- der tcr Majorität, diesen wichtigen Schr tt möglichst hinauszuschieben, hat zu der, wie es scheint, nicht unbegründeten Vcrmuthung Anlaß gegeben, die Re- gicrnng suche durch diese Verschleppung der eigent- lrchen Jnangriffnalme der h.iklen Punkte zu cntge- hen. Wenn die Eonstituirung nämlich erst dann erfolgt, wenn man mit der Verisication sämmtlicher Mandate zu Ende ist, so kann das Gouvernement sofort die Session schließen, da die Zusammenberufung, der ausdrücklichen Erklärung des Ministeriums zufolge, nur diesen einen, alsdann erfüllten Zweck hatte. Offenbar will das Cabinet Zeit gewinnen, sich zu sammeln; wenn es aber seine Position dadurch zu retten meint, daß es die Willensäußerungen der Volksvertretung dadurch abschneidet, so dürfte es sich in dieser Berechnung doch empfindlich täuschen. Auch daran ist wohl.nicht denken, daß die Regierung die Jntcrpellationspunkte, wie ein gestriges On dit behauptete, für verfassungswidrig erklären und die Unterzeichner zum Abstehen auffordern sollte. Mit allen diesen Mauövern würde nichts Wesentliches gewonn n werden. Das nationale Verlangen nach einem gesunden Parlamentarismus ac- tentuirt sich immer entschiedener; g.rade das Schwebende, Ungewisse in der Situation steigert die allgemeine Aufregung; eine reactionäre Schroffheit des Gouvernements könnte dießmal die fatalsten Folgen haben. Man braucht die Stimmung des Publikums nicht lange zu beobachten, um sich zu überzeugen, daß es mehr ist, als bloße Neugierde, was diese bewegten Massen vor den Sitzungspalast treibt. Es dürste denn auch mit diesen Verhältnissen im Zusammenhang stehen, daß der Kaiser gestern und vor- gestern den Prinzen Napoleon zu sich gebeten und lange Unterredungen mit ihm gepflogen hat. Man behauptet, der Kaiser sei persönlich bereits zu den erforderlichen Zugeständnissen entschlossen, doch halte der Einfluß der Kaiserin einstweilen noch das sin- kende Ministerium über dem Wasser. Paris, 9. Juli. Die „France" bestätigt, daß gestern Abend und heute Morgen Conjerenzen der Minister staltfanden, und berichtet über die auf den Wechsel im Ministerium umgehenden Gerüchte, indem sie in der neuen Zusammensetzung des Ministeriums Talhouöt, Ollivter und Scgns als Mitglieder desselben bezeichnet. Der Senat werde nächstens bezüglich einer Modisieation ter Verfassung zusammenberufen. — Die „Libertck" und die „Opinion nationale" erwähnen der Gerüchte über Abänderungen im Ministeriums. Brest, 9. Jul'. Sir Sherard Osborne tele- graphitte an Julins Reuter: „Great Eastern" war heute Mittag 1885 Seemeilen von Brest entfernt, und betrug die Länge des versenkten Käbels 2522 Seemeilen. Das Schiff befand sich im 42,51 Gr. nördlicher Brüte und 49,13 Gr. westlicher Länge. Das seichte Wasser ist erreicht und erscheint der Erfolg nunmehr gesichert.__________ Vermischtes. Giessen, 12. Juli. Der Schwurgerichtshof der Provinz Oberhefferr vom III. Quartal d. I. hat nach vorgängiger öffentlicher Verhandlung in folgenden Anklagtsachen eifannt: Den 5. Juli gegen Johannes Becker V. von Michelbach, wegen ausgezeichneten Diebstahls, unter Einrechnung der von Großh. Bezirksstrafgericht Ortenberg wegen verschiedener Diebstähle ausgesprochenen geschärften Eorrectionshausstrafe von 1 Jahr — eine solche im Ganzen von 2 Jahren. Denselben gegen Eonrad Ludwig'Wagner aus Nidda, wegen Meineids, eine Eorrectionshausstrafe von 2 Jahren. Den 6. Juli gegen Heinrich Achtzehnter ans Düdelsheim, wegen Verführung zur Unzucht, eine Eorrectionshausstrafe von 9 Monaten, an welcher jedoch 2 Monate unverschuldet erlittene Untersuchungshaft in Abzug zu bringen seien. Den 7. Juli gegen Georg Stur; von Lorbach, wegen Körperverletzung mit todtlichem Erfolg, eine Zuchthausstrafe von 5 Jahren. Den 8. Juli gegen Johannes Metzger von Unter-Schmitten, wegen verschiedener Diebüähle' resp. Eigenthumsbeschädigung, eine geschärfte Zuchthausstrafe von 8 Jahren, und gegen Eli- sabethe, Eonrad Moser II. Wittwe von Daun »Herrn, wegen Diebstahlsbegunstigung, eine Eorrectionshausstrafe von 6 Monaten, unter Aufrechnung von 6 Wochen unverschuldet erlittener Untersuchungshaft. Den 9. Juli gegen David Kumpf von Beerfelden, wegen Meineids und Eigenthumebeschädigung, eine EorrectionhauS- strafe von 1 Jahr und gegen Adam Schweickart II. von Mörlenbach, wegen Verleitung zum Meineid, eine EorrectionShauS- strate von 2*/2 Jahr. Den 10. Juli gegen Marie Rausch von Schlechtenwegen — nachdem solche von den Geschworenen wegen deS ihr angeschuldigten KindeSmords für „Nrchtschuldig" erklärt worden — auf Freisprechung. Denselben gegen Christian Jensck, Gemeinde- und Krrchen- rechner von Nidda, wegen Unterschlagung und Veruntreuung im Dienst, in contumaciam neben Dunstentsetzung eine Zuchthausstrafe von 4 Jahren. Darmftadt, 2. Jult. Das gestern Abend erschienene Regierungsblatt sJir. 29 enthält das Gesetz, die PensionS-Ver- hältniffe der Qfstziere und oberen Militärbeamten betreffend. Daffelbe lautet : Ludwig III., von Gottes Gnaden, Großherzog von Hessen und bei Rhein rc. rc. In Ausführung des Art. 4 der mit der Krone Preußen geschlossenen Militärconvention vom 7. April 1867, — Reg.- Blait Rr. 37 vom 17. Sept. 1867 — haben Wir mit Zustimmung Unserer getreuen Stände verordnet und verordnen hiermit wie folgt: Art. 1. DaS Königlich Preußische Militär-PenfionS.Regle- ment vom 13. Juni 1825 nebst Tarif, sowie die hierzu erlassenen ergänzenden, erläuternden und abändernden Bestunmilngen,, nämlich: 1. die CabinetSordre vom 29. Juni 1825, nebst Anlage, 2. „ „ „ 27. April 1826, 3. „ „ „ 11. Juni 1828, 4. „ „ „ 31. December 1828 , 5. „ „ „ 22. April 1829, 6. „ „ „ 12. April 1855, 7. „ „ „ 5. Decemder 1857, 8. „ „ „ 28. April 1859, 9. „ „ „ 2. Mär; 1865, 10. daS Gesetz des Norddeutschen Bundes vom 30. Marz 1868, betreffend die Abänderung d.s HausbaltSetatS des Norddeutschen Bundes für daS Jahr 1868 (Bundesgesetzblatt Nr. 7) treten vom Tage der Publication dieses Gesetzes au für Unsere Offiziere und die sämmtlichen oberen Miluäibeamtcn in Wirksamkeit, insoweit nicht der Artikel 2 dieses Gesetzes Ausnahmen gestattet. Alle vorstehend erwähnten Bestimmungen linb im Anhang dieses Gesetzes abgedruckt. Art. 2. Den am Tage der Publikation dieses Gesetzes definitiv angesteltten Osfi;ieren und Mirärbearnlen ble'bt ihr nach dem seitherigen Gesetz an diesem Tage bestehender Anspruch auf Pensionirung und Pensionsgröße in der Art garan- tirt, daß 1) ihr Recht auf Pensionirung nur alsdann nach den im Artikel 1 erwähnten Preußischen Bestimmungen beur- theilt werden darf, wen» letztere ihnen günstiger sind, als die nach Artikel 4 mit dem Tag der Publikation dieses Gesetzes außer Kraft tretenden Hessischen Bestimmungen und 2) die ihnen zu bewilligende Pension nicht unter dem Betrage bleiben darf, welcher ihnen unter Einrechnung der verordnungsmäßigen Naturalienvergutung zu 75, 50 und 15 Prozent (*71 rt. 5 der Verordnung vom 9. December 1857) gebührt haben wurde, toenn ihre Pensioirung am Tage der Pubbcation dieses Gesetzes erfolgt wäre. Haben sie am Tage ihrer wirklich erfolgenden Pensionirung nach den im Art. 1 erwähnten Preußischen Bestimmungen Anspruch auf höhere, als die ihnen nach vorstehendem garantirte Pension, so findet diese günstigere Bestimmung auf sie Anwendung. Art. 3. Wo nach den im Art. 1 genannten Bestimmungen die Entscheidung oder Entschließung deS Königs Vorbehalten ist, geht dieselbe im Großhcrzogthum und bezüglich hessischer Pensionäre vom Landesherru aus. Art. 4. Mit dem Tage der Publication dieses Gesetzes treten folgende gesetzliche Bestimmungen: a. die Art. 1 — 12 des Edikts vom 25. April 1820, betreffend die öffentlichen Dienstverhältnisse der Staatsbeamten vom Militärstande, sowie der wirklichen Offiziere, b. das Edict vom 12. April 1820 „über die öffentlichen Dienstverhältnisse der Eivilstaatsbeamten" bezüglich derjenigen Militär beamten, auf welche es seither Anwendung litt, c. alle andern gesetzlichen oder reglementären Bestimmungen über Pensionirung der Offiziere und Regelung der Pensionen, insbesondere die Verordnung vom 9. December 1857, betreffend: Naturalienvergutung der Oifistere und Militärbeamten, letztere insoweit sie sich auf die Pension Der demnächst zu penfionirendeii Oifijiere ?c. bezieht, außer Kraft, insoweit bricht der Art. 2 dieses Gesetzes Ausnahmen gestattet. IDiit demselben Tage finden die Artikel 13, 14 und 15 der Militärdienstpragmatik auf diejenigen Militärbeamten Anwendung, welche seither unter der Eivildievstpragmatik standen, und für welche dieses Gesetz nach vorstehender Bestimmung seine Wirksamkeit verliert. Urkundlich ?c. Darmstadt, 6. Juki. DaS gestern erschienene Regierungsblatt Nr. 30 enthält: I. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen, die Besteuerung des Zuckers bctr. II. Bekanntmachung desselben Ministeriums, die Besteuerung deS Branntweins betr. Der Eingang derselben lautet : „Die nachstehenden, zur AuSfuhntng deS in Nr. 20 deS Regierungsblatts veröffentlichten Gesetzes vom 8. Juli 1868, die Besteuerung deS BranntweiriS Mr., erlassenen Vorschriften, welche von den Branntweinbr.nuern, theils a!S Erleichterungen des BrennereibetriebS, theils zur Vermeidung von Nachtheilen zu beachten sind, werden hierdurch mit dem Bemerken jur öffentliche» Kenntniß gebracht, daß die unter Nr. 6 und 7 enthaltenen, vorübergehend gewährte» Erleichterungen von dem Zeitpunkte ab, von welchem dieselben in den zum Norddeutschen Bund gehörigen Theilen des Gioßher- zogthumS in Wegfall kommen, die unter Nr. 6 erwähnte Er. leichterung eventuell also auch vor dem 1. Juli 1870." Die bezeichneten Erleichterungen sind: 6) Brennereibesitzer, welche zur Zeit Maischbottiche von weniger als 170 Maas Rauminhalt haben, dürfen dieselben noch bis zum 1. Juli 1870 fortbenutzen. 7) Den Besitzern kleiner Brennereien kann da, wo örtliche Verhältnisse dieß als Bedürfniß erscheinen lassen, von der Ober-Lteuer.-Direction bis auf Weiteres gestatten werden, weniger als 340 Maas bis herab zu 170 Maas für einen Tag zur Einmaischung anzumelden. III. Eon cu rrenz für die katholische Schulstelle zu Gedern mit einem jährlichen Gebalt von 300 Gulden nebst 4 Stecken Holz zur Heizung des Schullocals. * Gegen Ungeziefer. Ein Gärtner, dessen Haus von Ratten und Mausen wimmelte, wurde von dieser Plage befreit bald darauf, alö er seinen Keller zum Lager von Petroleum hergeliehen hatte. Dadurch gerieth er auf den Gedanken, seinen Garten nut dem Wasser zu beg'eßen, welches in geleerten Petroleumfässern gestanden hatte, und bald daraus verschwanden aus dem Garten die Schnecken. Er mischte unter daS Wasser, womit er feine Erdbeeren zu begießen pflegte, einige Schoppen Petroleum und hatte die Genugthuring, alle Engerlinge (Larven und Maikäfer) verschwinden zrr sehen, welche diesen Pflanzen so verderblich sind. *** Eine seltene Stadt. Unsere Nachbarstadt LandS- berg (so schreibt der Tilsiter „Bürger- und Bauernsrerrud") hat eine Berühmtheit, von der m.n im großen Vaterlande gewiß keine Ahnung hat. Vliemano in der ganzen Stadt hat nämlich einen O'derr. Redaction, Druck und Vertag der Brüht'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pi et ich) in Gießen-