•Ss >* ltg) g: beui ■"'•««t« Ä« *« |lon in9lehftk LSj'-L r-ZU ,/?■ ** ™ «• uÄ*» 50 ■• > Nr, 1848 i VT Wb«, Ml «ultiut, a„ . "™ » 6olmlo * ®rh«g, »dd-m ,'ti: Ml«, «n Swmfc S 312" »Hit, * •* 6«n $rw ««e unb Ich f ißi’lftnvan; ?n bis fmifzehn JdU; d!' bie Strecke zwi- ellfr «tt, die wegen cti können, bedeckt- ei Annahme berechtig Imkrerse zwischen Noid S.-ba gemutm wird, sienautwank und in v :on Treasury Hill ml ■r Minen wird ivüv -Sgebeutek werden, dn tcrsiiche Reichthüinkr tsali'ornia-Gold-, du :*tr. in keinem Falle Vz.. nach White Pine in >wa s« White n, laß.Mn ine Handverk psllschtll Efine eint mit einer bnmdt dort kand- rultti. G^ike iu ikv sind in gmer M x-eselben mit der M 15 000 Dollars «J- 3n Lhite Pine seld .34 ran eben jo >'ilt Ort. TaS Leben u ‘.(n aie Mieleg.,^ t, MÜdbr «H* „,l 'M» ™l II t** t* •£,‘Ä5 " Mei# • >i«M 0,1 " , ailt B ***•*- ? jggttl ark.'t berrntb^ , jpanbluff- -chev^- 3. Franken-' -AO :l«al l"1 ■ 6^1 tt »“! .„ fi-blt .iHl* *£, ßchee-- Preis vierteljährlich 36 ft. mit Bringcrlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 49 kr Gießener Anzeiger. Erlcheint wöchenrUch drei- mal; Dienstags, Donner» stagö und Samstags. — Grvedition: ([nndcibcra Lit. B. Nr. 1 Anzeige- und Mntsölalt für den Kreis Hießen. Nr. 36. Donnerstag den 13. Mai i S«ö. Amtliche B c t a « 111 m a d> u « t| e it. Bekannt m a ch u 11 g. Die diesjährige Frühjahrsoersammlung des landwirthschaftlichen Bezirksvereins für den Kreis Gießen soll abgehalten werden. Ich beehre mich, all?Mitglieder "des^Ve^ins' u^^uV^minb? ba^lanbVrtM ^er^Ortsvorsfä h h o Gegenstand der Besprechung wird sein: 0 ^.anowrnyicyast, insbesondere die Herren Ortsvorstande und Lehrer, dazu einzuladeN. 1) lieber die Vortheile des Tiefpflügens. 2) lieber den Nutzen der landwirtschaftlichen Kränzchen, eingeleitet durch einen Bericht über die Tbätinfeit hPa in hör sm^.,4 e.-r^< t 0r. G 0 l d m a n n. Ein Notizbuch mit 30 fl. Papiergeld, Gießen, den 10. Mai 1869. Polizeiliche Bekanntmachung. einigen Photographieen rc- ist verloren worden. — Wer dasselbe anher abliefert, erhält eine Belohnung von 10 fl. Großherzogliche Polizei-Verwaltung der Provinzialhauptstadt Gießen. ______________________________ Nover. Zugelaufen: Ein Esel. Gießen, den 12. Mai 1869. Großherzogliche Polizei-Verwaltung der Provinzialhauptstadt Gießen. N 0 v e r. Gefundene G e g e n ft a n d e : Ein mehrklingiges Messer, ein Portemonnaie mit etwas mehr als 7 fl. Geld in verschiedenen Münzen Die Elgenthümer werden aufgefordert, sich binnen 3 Wochen bei uns zu melden, widrigenfalls diese Geaenllände nuf sH^nnon < zu Gunsten der Armenkasse werden versteigert werden. 0 ' L 6enstande auf Verlangen an die Fmder zuruckgegeben oder spater (4321) bei Emil Pistor. 4 9 3 Wellen Wellen Holzverstcigerungi'n. Prügelholz, (4271) 1700 2 Wellen 48 4395 105 4423 12 100 94 10175 Scheidh. Stecken Reisholz Wellen 5700 300 325, 97 29' 1 9‘/2 Stockh. Stecken 189V4 273/4 7 1219 Cubikfuß, 361 Prügelh. Stecken 12 17 6V4 1V4 4 100 31 26% 2150 30 Eichen-Stämme mit 11 Nadel- Buchen Eichen Aspen, / Nadelh. s sowie 4313) In Lit. B. Nr. 77 in den Neuenbauen ist ein gut erhaltener runder Zu- legetisch von Eichenholz und ein Kinder- bettladchen wegen Mangels an Raum billig zu verkaufen. von 20—25 Zoll Durchmesser und 25 — 50 Fuß Länge, Stück Buchen-Stämme und 18 Stan- H Schmal!, Ltndcnplatz. öndibicv. 4327) Nächsten Samstag, den 15. Mai, beginnt der Ausstoß. Gg. Heß & Comp. 5k Vergebung von Arbeiten bei der Stadt Gießen. #95), Freitag den 14. Mai 1869, des Morgens 9 Uhr, Men auf hiesigem Nathhause folgende Ar- Holzverstetgerung im Anneröder Gem'indewalde. 300 Cubikfuße Fichten-Stammholz, 67 „ Eichen-Stangenholz. Zusammenkunft 8 Uhr Morgens int Di- ftnct Holzapfeltrusch ^Kesselbach, am 9. Mai 1869. Freiherrlich von Rabenau'sche Oberförsterei. Hoppe. 4289) Feinster saftiger Schweizer-Käse bei Carl L 0 rry. Besondere Bekanntmachung. Viehmärkte in Darmstadt. 4298) Am er st en Dien st a g jeden Monats von März bis November finden Märkte für Milch- und Zuchtvieh, Schweine, Schafe, Arbeitsochsen und Pferde auf dem seitherigen Viehmarktplatz , nahe den Bahnhöfen, und von diesen aus zugänglich, statt. (Fällt auf einen der ersten Dienstage des Monats ein israelitischer Feiertag, so wird der Markt um 8 Tage verschoben.) Die Fettvieh Märkte finden auch in diesem Jahre unverändert jeden Mittwoch statt. Darmstadt, den 16. Januar 1869. Comite für die Viehmärkte in Darmstadt. Der Präsident: Fuchs, Großherzoglicher Bürgermeister Freitag den 21. d. Mts-, Morgens 9 Uhr, ebendaselbst: a. 16 Stecken Eichcn-Scheidholz, 49 Stecken Prügelbolz, 40 Stecken Stockholz, 14 Schickten und 123 Stecken Reiser, b. 100 Stecken Bucken - Scheidholz, 145 Stecken Prügelholz, 51 Stecken Stockholz, 111 Schichten und 303 Stecken Reiser, öffentlich verkauft werden. Hungen, am 10. Mai 1869. Fürstliches Rentamt. . Demm e. Blüthenmehl, pr. Pfd. 7l/2 kr., Rosinen, neue, große, desgl., ohne Kerne, pr. Pfd. 20 kr., Gestoßenen Zucker, Remen, gestoßenen Zimmet (chines. und v ceylon.) (4287) empfiehlt Carl Hoffmann. beiten an den Wenigstfordernden vergeben werden, als: Maurerarbeit, veranschlagt zu 31 fl. 58 kr. Glaserarbeit, „ „ 24 „ 16 „ Schreinerarbeit, „ „ 65 „ 57 „ Gießen, den 10. Mai 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. 65 Eichen-Stangen mit 249 Cubikfuß, 1499 Fichten- „ „ 3293 Die Zusammenkunft ist auf der Grünberger Straße am Müllerweg. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 1. Deeember d. I. gestattet Annerod, den 12. Mai 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Annerod. Groß. F c i! ß e b o t e 11 e 0. 4320) Gebrauchte Eisenbaliusckicncn, a 4 fl pr. Gentner, bei Emil Pistor. Holzvei-fteiqerüNii. 4306) D 0 n n e r st a g den 20. d. Mts., Morgens 9 Uhr, soll in dem Fürstlichen Herrngarten bei Vil- lmgen nackverzeichnetes Stammbolz, als: 227 Stück Eichen, zusammen 12435 Cubikfuß enthaltend, darunter 36 Stämme 4300) Mittwoch den 19. Mai d. I., von Vormittags 8 Uhr an, soll im Anneröder Gemeindewalde, Distrie- ten Tempel und Wolfskaut, nachverzeichnetes Holz öffentlich versteigert werden, als r 38 Stecken Eichen-Prügelholz, 14: „ „ Stockholz, 837 Wellen „ Reisholz, Stecken Birken-Prügelholz, „ Aspen- „ 4305) Montag den 24. Mai l. I. soll in der Oberförsterei Rabenau, Distric- ten Häringsteich, Hain und Eibfchenhain, nachverzeichnetes Holz versteigert werden: 24 Stecken Nabel-Scheidholz, 52 „ „ Prüaelbolz, gen, zusammen 261 Cubikf. enthaltend, Stuck gemischtes Holz, zusammen 196 Cubikfuß enthaltend, Stück Nadelholz-Stämme u. 22 desgl. Stangen, zusammen 96 Cubikf. enth.; odann „ „ Stockholz, Wellen Buchen- und Nadel-Reisholz, Cubikfuße Eichen-Stammholz, „ Nadel- „ (Weißtanne, Lärchen, Fichten), „ Fichten-Stangenholz. Zusammenkunft 8 Uhr Morgens im Hä- rlngsieich auf der Chaussee, Nachmittags 1 Uhr im Eibschenhain, am Hainer Hof. Versteigerungen. Holzversteigerung. 1307) Donnerstag den 20. Mai werden in der Domanialwaldabtheilung Tempel: 547 Nadel-Stämme mit 9464 Cubikf. und 364 „ Stangen „ 745 „ versteigert. Zusammenkunft Morgens 9 Uhr auf dem Birinalweg von Gießen nach Steinberg. Freitag den 21. Mai werden ferner in der Abtheilung Brauhof u. s. w. versteigert ; 3 Buchen- „ , „ 103 „ 2 Aspen- und Erlen - Stämme mit 56 Cubikfuß. Zusammenkunft Morgens 9 Uhr am Brau- veiher. Einige kleine Holzquantitäten in Kirchberg, Fichtenbaum, Rückars und Ha- inkopf werden im Brauhof mitoersteigert unb können vorher besichtigt werden. ^Credit für beide Versteigerungen bis 30. September. Gießen, am 11. Mai 1869. Großherzogliche Oberförsteret Schiffenberg. ______________Dr. Draudt. Fertige lackirtc Gartentische von 4—14 fl., Bänke von 6—16 fl., Stühle von 2 fl. 20 kr. bis 8 fl., 4280) Fichten-Bohnenstangen sind zu haben bei H- Ruckstuhl, am Wallthor, 4308) Große und kleine Rosinen, Rosinen ohne Kerne, Mandeln, Zitronat, überzuckerte Pomeranzensckaalen, (5i- tronen, ganz rein gestoßenen chinesischen und (rcylonzimmct empfiehlt Emil Fischbach, _______Seltersweg.______ Wellen „ Reisholz, Stecken Nadel-Prügelholz, ,, „ Stockholz, „ Reisholz, 12 Eichen-Stämnie mit 93 Cubikfuß, 114 Fichten- u. Kiesern-Stämme mit 1565 Cubikfuß, Mittwoch den 26. Mai l. I. in den Districten Holzapfeltrusch, Dietzenkohl, Kirch- geheg, Sicklergraben, Sicklergeheg, Hain- truth und Katzengeheg; 35 Stecken Kiefern-Scheidholz, Buchen-Prügelholz, Birken- u. Eichen-Prügelholz, Kiefern-Prügelholz, Eichen- u. Kiesern-Stockholz, Buchen-, Eichen- u. Kiefern- Reisholz, 4311) Sellery-, Gemüse- nd Salat- >slanzen, sowie auch Radieschen, bei _____Gärtner Schau m. 4322) Ein Göpelwerk, zwei Mühlsteine, ein Wellbaum, ein Kesselkranz von Lungstein werden billig abgegeben bei Emil Pist 0 r. 4315) Limburger und Schweizer Käse in bester Qualität, Blüthenmehl, Sens, Kartoffelir in jeder Quantität, vorzügliche neue Häringe empfiehlt E. Spier- . 4326) Sehr gute Salz- und Essig- Gurken sind zu haben bei ______________C h r. Lony, Mühlgasse. 4318) Wir empfehlen alle Arten Ban- gegenstände von Guß - und Schmiedeeisen, als: Tragbalken, alte Eisenbahnschienen, Säulen, Abtritts-, Kamin-, Gossensteiu- und Brunnenrohr, sowie Oefen und Heerde für Holz- und Steinkohlenbrand. ________Flick & Kröll. Aepselwein vorzüglicher Güte bei 4310) FeinZteö Haaröl, aus reinem Olivenöl bereitet, empfiehlt ____Emil Fischbach. 4276) Messina-Apfelsinen und Citro- ncn in frischer Sendung empfingen _______________I- A- Busch Söhne. 4279) Eine Partie neuer Packkisten in verschiedenen Größen ist zu verkaufen bei __Julius Wallach. Frische Hefe __________bei Karl Heil, Schloßgasse. 4319) Ccment empfehlen ________________ Flick L Kröll. I Aus der 4325) Mineral - Waffer Anstalt •Karl Wenzel, Seltersweg, CO 1 Engi. Souver. 11 9 9 9 9 5 9 Borseuuachrichten. 11. Mai 1869. 447/8-451/s 571/2-581/z 49-51 50-52 54-56 37-39 321/2-331/2 59-61 50-52 Pr. Cass. Sch. Div. Cass.-A. Pr. Friedrdor. Pistolen . . „ doppelte Holl. fl. 10 St. Ducaten . . 20 Frankenst. 4282) Ich suche einen tüchtigen, ersten Gehülfen, der alsbald eintreten kann. Offenbach, im Mai 1869. C- Davids 0 hn, Hofger.-Advocat. 4292) Einen Lehrling sucht C. L- Sack, Mechanikus. 4283) Es wird ein braves Dienstmädchen auf Johanni gesucht Wallthor Lit.A. Nr. 226. 4290) Allen Freunden eines guten Weines empfehle ich meine Hahnheimer, feinen Hochheimer, sowie die so beliebten Hoch- heimer-Mouffeux, auch in Schoppe». E. Prtthan. empfiehlt sein Lager in: Leinen- und Shirting-Semde», Kragen, Manschetten, Neglige-Hauben, Blousen, Schleiern und Einsätzen, Halsbinden, Shlips, Sommer-Hand- schuhen, Corsetten und Crinolinen. des Herrn Dr. X Mettenheimer empfehlen wir: Mousfirenden Maiwein in kleinen Flaschen, Moussirende Limonade gazeuse in kleinen Flaschen, en ffros et en detail zu Fabrikpreisen. I. A. Busch Söhne. 4303) Ein Familienlogis von 4 Zimmern ist im Mandl'schen Hause, Sonnen- traße Lit. B- Nr- 103, zu vermiethen und im Juli beziehbar.___________________ 4267) Ein möblirtes Zimmer ist zu vermiethen bei „ Wernhard Bruck, Flugelsgafie. Frachtbriefe für die Main-Weser- und Cöln-Mindener- Eisenbahn, sowie fäunntliche zollamtlichen Formulare, sind zn haben bei Wilhelm Klee, Mäusburq. Cafe Ebel. 4304) Meinen Weinverkauf über die Straße in guten rothen und weißen Weinen, von 24 kr. an pr. Flasche, bringe ich hiermit in empfehlende Erinnerung.W. M 0 s l e r. 20 pCt. unter dem Fabrikpreise habe ich eine Partie zurückgesetzte feinere Tapeten zu verkaufen. (4297( Carl Frech. Borsdorfer Aepfelwein. 4273) Den Verkauf dieses von mir mit der größten Sorgfalt gepflegten Obstweins übergab ich den Herren I. A. Busch Söhne in Gießen. Derselbe ist von ausgezeichneter Güte und dem Traubenwein geringerer Qualität vorzuztehen. Der Verkaufspreis ist pr. Schoppen 4 kr., in Gebinden billiger. A. Ioutz zum Hessischen Hofe m Butzbach. || Epileptische Krämpfe (Fallsucht) heilt der Specialarzt für Epilepsie Dr. O. Killiscli in Berlin, jetzt Mittel- Strasse Uhr. S. — Auswärtige brieflich. Schon über Hundert geheilt. Kuss. Imper. 9 Doll, in Gold 2 28-29 Schneller Ausverkauf! 4286) Die zum Schuldenwesen des Kaufmanns M. Heß dahier gehörigen Waaren- vorräthe, bestehend in modernen Strohhüten für Damen, Herren und Kinder, seidenen und wollenen Mantillen und Jaquets, Federn, Bluinen, Bändern, Blonden, Spitzen, Schleiern, Blousen, Aermeln, Kragen, Manschetten, Tüll, Jaconet und sonstigen Modeartikeln, werden von heute an in dessen Laden an der Wallthorstraße zu bedeutend ermäßigten Preisen verkauft. Gießen, den 10. Mai 1869. Der Massecurator: M. Pilger. Telegraphischer Bericht, mitgetheilt von dem Haupt-Agenten C. W. Dietz. Das Postdampfschiff des Nordd. Lloyd Union, am 24. April von Bremen abgegangen, ist am 7. Mai, Abends 7 Uhr, wohlbehalten inNew-York angekommen, g g D r Dampfer des Nordd. Lloyd Berlin, am 21. Aprü von Bremen nach Baltimore abgesegelt, traf am 8. Mai Mittags wohlbehalten.m letzterem Hafen em. Der Frauenverein für Krankenpflege im Großherzogthum Hessen verfolgt nach seinen Statuten den Zweck, Krankenpflegerinnen ausbilden zu lassen, und zwar sowohl eigentliche Berufspflegerinnen, als auch solche, welche stch m Nothund Kriegsfällen dem Verein zu zeitweiser Aushülfe zur Verfügung stellen wollen. Die Ausbildung wird auf Kosten des Vereins in anerkannt guten Anstalten besorgt, und auch die eigentlichen Berufspflegerinnen bleiben mit dem Verein in fortdauernder Verbindung in der Art, daß sie von dem Verein eine theils fest bestimmte, theils je nach der Anzahl der Pflegtage und der Natur der Krankheit, an welcher der gepflegte Kranke litt, wechselnde Belohnung erhalten, wogegen sie sich verpflichten, die ihnen von dem Verein überwiesenen Kranken zu pflegen, und keine andere, als die ihnen von dem Verein überwiesene Krankenpflege zu übernehmen. Die von zahlungsfähigen Kranken für die Krankenpflege zu leistende Vergütung wird nicht an die Pflegerin, sondern an die Vereinskasse bezahlt. . . , .. . ., Der für hiesige Stadt gegründete Localverein eröffnet seine Thattgtett damit, daß er diejenigen Frauen und Jungfrauen, welche sich als Krankenpflegerinnen ausbilden und in der vorstehend erwähnten Weise mit dem Verein in Verbinduug treten wollen, auffordert, sich persönlich bei der unterzeichueiten Präsidentin oder bei dem mit- unterzeichneten Geschäftsführer zu melden, damit die weiteren Verabrednngen mit ihnen getroffen werden können. ..... , Gießen, den 3. Mai 1869. Die Praiidentm : A. Wil brand. Der Geschäftsführer: Dr. Gold mann. Preuss. 41/2% Obi. 933/4 Frankf. 3V2% Obi. 82'/r TCass. 4V2°/o Obi- 93V8 Kurh. 4% Obi. 85 Va Hess. 4O/o Obi. b. Roths. 91 Vi „ 31/2% do. do. 86 Bayer. 5% Obi. 101V2 „ 41/2% 1jährige — „ 41/2°/o 1/2jährige 943/4 Würtemb. 41/2% Obi. 93Va Baden IVzO/o Obi. c. E.L. 937/g Oestr. 5°/o b. R. 57i/g n 5% National 55 „ 5% Metall. Obi. 653/8 „ M. steuerf. 52 Amer. 6®/q 1882r Bds. 853/4 „ 6O/o 1885r 835/8 Actlen. 1 Frankf. Bank 122 1 Oester. Bank 713 „ Creditact. 289 V2 I Darmst. Bankaot. 282 4285) Einige Wagen guten Pferdedun- gerS yat käuflich abzugeben Aug. Nauheimer. 4299) Ein braves Mädchen, welches bürgerlich kochen kann, wird gegen guten Lohn nach auswärts gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bltts.___ 4324) Bei Ludwig Becker, Gastwirth in Hattenrod, ist am zweiten Pfingstfeier- tage gut besetzte Tanz Musik anzutreffen, wozu ein Jeder freundlichst eingeladen wird. 4272) Eine schöne große Hundshütte ist zu verkaufen. Bei wem? sagt die Exped. d. Bltts.'_____________________________________ 4270) Ein Stück Land im alten Feld ist zu verkaufen. Näheres bei der Expedition dieses Blattes. 4278) Das Jahresfest des Rettungs- Hauses zu ArnSburg bei Lich soll auch dieses Jahr wieder, wie gewöhnlich, am dritten Pfingstseiertage stattfinden, und zwar am Vormittag die öffentliche Schulprüfung, am Nachmittag die Feftpredigt. Als Festredner haben zugesagt Pastor W. Baur aus Hamburg und Pfarrer Werner aus Lohra. Alle Gönner und Freunde der Anstalt werden hierdurch herzlich eingeladen. Der Vorstand. 4314) Ein junger Mensch, welcher mit Rechnen und Schreiben gut umgehen kann, ucht eine Stelle auf einem Bureau als Scribent. Näheres zu erfragen bei der Exped. d. Bltts.____________________________ 4293) Ein ordentlicher Junge kann in die Lehre treten bei H. Sonntag, Buchbinder. 4274) In ein Schreinergeschäft kann ein braver Junge aus der Stadt als Lehrling eintreten.______Adolph Hoß, isandgasie. 4275) 1000 fl. liegen den 20. Juni d. I. zu 5 pEt. gegen doppelte Sicherheit zum Ausleihen bereit. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 4312) Der Seitenbau wird durch den Wegzug des Herrn Dr. Welcker frei. _______Gärtner Schaum, Seltersthor. 4269) Ein Familienlogis wird pr. 1. Juli frei bei S. Weimersheim. Wechsel. Amsterd. k. S. 997/q Augsb. k. 8. lOOVg Berlin k. 8. 105^2 Bremen k. S. 977/g Cöln k. S. 105 Hamburg k. S. 88 Leipzig k. S. 1051/2 London k. S. 120l/2 Lyon k. S. — Paris k. S. 95 Vz Wien k. S. 96>,g Disconto 3i/2 0/0 G. Geldsorten. Prioritäten. 50/0 östr. F. St. E. B. 3441/2 Lud wigsh.-Bexbach 163 Maxbahn 1053/4 Bayer. Ostbahn 127y4 Hess. Ludwigsbahn 1411/4 3% östr. Stab.-Prior. 55^4 30/0 östr. s. Lombard. 465/8 3% Livorneser 34>/4 Toscaner 547/8 Frankf. Hypotb.-Bank 96 Frankf. Vereins-Kasse 96 50/0 Elisabeth-Prior. 74i/4 do. II. Emiss. 727/8 Anleliensloose. Kurh. 40 Thlr. Loose 585/g Nassau fl. 25 b.Roth. 36*/g Gr. Hess. fl. 50 b. R. 165 Gr. Hess. fl. 25 b. R. 42 V2 40/0 bayr. Pram. Anl. 107 40/0 badische Loose 104 Badische fl. 35 Loose 56*/4 1858r Prioritätsloose 161 1860r Loose 833/0 1864r „ — 4291) Der obere Stock meines Hauses ist zu vermiethen.___________E. Pitthan. 4169) Möblirte Zimmer sind zu Dermin then Neuenweg Lit. B- Nr- 194- 4281) Zwei Stuben ohne Möbel sind im „Russischen Hof" (Vorderhaus) zu vermiethen und sogleich zu beziehen. Vermiethungen 4277) Das Logis meines Nebenhauses ist zu vermiethen und sogleich beziehbar. _____________Dr. A- Mettenheimer. 4268) Ein Familienlogis ist zu vermiethen. Näheres bei der Exped- d- Bltts- Vermischte Anzeige». 4317) Die Unterzeichnete sucht einen gut empfohlenen jungen Mann als Austräger. Ferber'sche Univ.-Buchhandlung ____________ in Gießen.______________ 4328) Eine Putzfrau oder -Mädchen wird gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 4294) Unterzeichnete empfiehlt sich hiesigen Herrschaften, sowohl christlicher wie israelitischer Confession, als Kochfrau. Frau Frank, wohnhaft bei Herrn Schneidermeister Benner, auf der Schanz. 4323) Ein junger Mensch, welcher sich dem Actuariatsfach widmen will, kann bei mir Beschäftigung finden. Funk, Stadtger.-Actuar. 4316) Einen Lehrling (einerlei, welcher Confession), welcher Kost und Logis im Hause findet, sucht E- Spier. 4288) Feinstes Blütherr- mehl empfiehlt Carl Lony. 4309) Wagenschmiere in vorzüglicher Qualität empfiehlt Emil Fischbach, ____Seltersweg.______ 4302) Gesundheitsjacken, Socken, Hosenträger, Taschentücher und Glace- Ha n d sch uhe empfiehlt C- Wenzel- Frucht- und Mehlpreise in verflossener Woche von nachbenannten Orten und Fruchtmärkten. Normalgewicht per Malter: Waizen 200, Korn 180, Gerste 160, Spelz und Hafer 120, Erbsen, Linsen, Wicken 220, Kartoffeln 200, Mehl 140 Pfund. Fruchtmärkte. Mai Waizen. Auf demlMtt- Markt Ipreis Korn. Gerste. Spelz. Auf demlMit- Hafer. Erbsen. Linsen. Wicken. Kartoffeln. Auf dem st.- Weiß- mehl. 0 . 38 Auf dem Markt Mrt7- preis Auf dem Markt Mit. preis Auf^dem Markt Mit.- preis Auf dem Markt Mlt^ preis Auf dem Markt Mt^ preis Auf dem Markt Mtt- preis Markt preis Marn preis fl. fr- ’S fl-!kr. auf- gef- fl.kr- auf- > ges- verk. fl. fr. auf-; gcf- ’S D fl. kr. auf- gef- verk. fl. kr. I auf-: gef- fl» kr. auf- ßef- verk. fl.kr. gt verk. fl- kr. auf. gef- verk. fl. kr. fl. kr. 'JJt. M- M. M- M- M. M. , M- M. M- 9N. M. M- M. ur M- M- M- * Gießen Alsfeld 8. 25 21 10 35 47 41 8 24 72 60 8 26 — _ _ 23 22 5 45 2] 2] 9 — — — — — — — — — ", - — — - — Grünberg 8. — 1614 10 54 58? 8 38 — 1121 7 10 — — — —■ — 301 5 42 — 5.1 10 15 — — — — — — -— — 1861 2 15 — Lauterbach 8. 571 21 10 2 56t 10] 8,20 127 47! 7 30 — — — 21J 12 0 45 4] 1 9 — — — - — 2 — — — — — 30 Mainz 7. — 237 10 49 — 115 8|— — a 7 43 — — — — — 15 5 54 — Die Aller blontttt Locken! offenbar deutsch kn Teint besitz unter einem an SdM 9 ein Dir weich Wenn n (0 erbnw ’ ®rüjt* $ JW bis * wc rin Arm dr- einen Dck Ale- » btnüeai Dgel Lindendus Kl, IW 9,tal Geländer, weil gtli rs. ,3«, * MinoutS in di in das Men, (ein« Wälder - Ha mich ( schwüle Lust 1 Wie and Der griii schwebt, das c den Erdreichs. 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M>> L 8. >05* 2 . 5. 95*2 , S. 96'6 -rrs« ü-iS* in St 9 54-56 *•10 5 5 37-39 • / g 321/2-33' ! g 50-52 Irr‘I IA 2 «reis Feuilleton. Die Rache eines deutschen Mädchens. Ein Ereigniß aus dem Leben. Novelle von N. v. Hof. Wenn wir Vie Themse von London aus ungefähr eine halbe Stunde aufwärts verfolgen, da, wo sie langsam den herrlichen Gärten von Kew zuströmt, so erblicken wir auf einer mäßigen Anhöhe, von einem Kranz immergrüner Sträucher und Bäume umringt, ein Landhaus, welches sich weniger durch seine Größe und Pracht, als durch den einfachen, edlen Stil, in dem es erbaut, auszeichnet. Der kleine Park erstreckt sich über den Hügel, auf dem das Landhaus steht, bis dahin, wo der Themse weiche Welle das tiefe Grün der Ufer spielend koset; ein Arm des Flusses schlingt sich in die lichten Baumparthien und bildet dort einen stillen Weiher, von schneeigen Schwänen langsam durchzogen. Der Weiher glänzt und schimmert wie ein großer, großer Smaragd, laue Lüfte des Sommers wehen leise darüber hin, seine Oberfläche nur wie mit schwe- benkem Flügel berührend und wenig kräuselnd. Lindenduft füllt die Luft, denn eine schöne Allee, die den Park durchschnei- bet, steht gerade in voller Blüthe, sie führt bis zu einem Thor in dem eisernen Geländer, welches die Grenze zwischen diesem und dem nächsten Besitzthum bezeichnet. Die Allee durchwandelte ein hoher, schlanker Mann, der trotz seiner hell- blonden Lockenhaare und offenen, treuherzigen, graublauen Augen, seiner ganz offenbar deutschen Physiognomie voll Intelligenz und Güte einen so stark gebräunten Teint besitzt, daß man sofort schließen möchte, er habe sich diese Färbung unter einem anderen Himmel, in einer heißeren Zone geholt; und — dieser Schluß ist ein richtiger. Die wenigen Worte, die er im Herankommen laut werden läßt, bestäti- gen es. „Ja, schön ist der Atlas mit seinen steilen, spitzen Felsen, die, wie schlanke Minorcts in die unendlich klare, hohe Luft hinein ragen und dann wieder jäh in das Meer, das bläulich gefärbte, hinabsinken. Schön ist Deutschland mit seiner Wälder Pracht, seiner ewig wechselnden Mannigfaltigkeit, und Italien! — Ha mich schauderts. Italien ! schönstes Land auf Gottes Erde, aber — die schwüle Luft ungezügelter Leidenschaften bildet seine Atmosphäre. — Wie anders hier: So still, so heimathlich die Schönheit der Natur. Der grüne Ton, den jede Landschaft athmet, die zarte Frische, die sie umschwebt, das ganze Hoffnungkündende dieses ewig keimenden, knospenden, grünenden Erdreichs. Nur für mich grünt keine Hoffnung mehr?" Er war jetzt am Ende der Allee angelangt, öffnete sachte das Thor im Eisengitter und trat mit scheuem, ehrfurchtsvollem Schritt ein wenig vorwärts zu -einem kleinen, kleinen Rosengärtchen, welches hier in dem großen, parkähnlichen Garten ein Plätzchen gefunden. Er nahm seinen grauen Filzhut vom Haupte und entblößte so eine hohe Stirne, welche in ihrem auffallenden, fast mädchenhaften Weiß mit dem tiefen Braun des übrigen Antlitzes gar sonderbar contrastirte. Und was geschieht nun? Der hohe Mann steht in vorgebeugter Stellung, der Hut in seinen Händen bebt, seine Lippen murmeln leise, leise — ist's ein Gebet? Jetzt drückt er den Hut wieder in das schöne, reiche Lockenhaar, bückt sich tief und will eine der weißen Röschen, die aus dem kleinen Gebüsch so zahlreich hervorschimmern, brechen. Aber nein! er versagt es sich, wendet sich wieder dem holden Schatten der Allee, welchen die frühe Morgensonne hier und da durchleuchtet, zu und schlendert in Gedanken — richtiger Gedenken versunken — langsam weiter. Seine Miene nimmt indessen nach und nach wieder den gewohnten Ausdruck von Unternehmungsgeist, Thatkraft, Entschlossenheit und ruhigem Muthe an. Dom entgegengesetzten Ende des Baumganges kommt der kurze Schritt eines Franzosen: „Albrecht!" ruft er, aber der Andere hört nicht. „Albrecht Bernau!" ruft er wieder, da schaut der blonde Mann auf, eilt vorwärts und umarmt den einsamen Wanderer mit den Worten: „Iocelin de Margautin! Bist Du's! wahrlich Du selbst? Ich dachte mir Dich noch in transatlantischen Bereicherungsversuchen be- griffen!" „Californien? Pah! Goldscbwindel ausgefiebert! Aber Du? Abenteuersüchtiger? Ausgetobt? Zur Ruhe gelangt? An Rosenketten gelegt?" So fragte der lebendige Franzose, dessen jetzige Heimath, wie Vie Albrecht's, an der langsam strömenden Themse lag, fort und fort in seiner ihm eigenen^ abgerissenen Weise, so daß der ruhige Bernau erst den Fluß seiner Rede ver- rauschen lassen mußte, ehe er zur Antwort gelangen konnte. Auch war ihn bei den Worten: an Rosenkctten gelegt? eine tiefe Weh- muth überkommen, deren er nicht sofort wieder Herr werden konnte. Endlich begann er: ,^Abenteuersüchtig? Ja, Du hast es getroffen! Das ist das rechte Wort! Siehst Du, Iocelin, der Traum ist verflogen, ich bin erwacht — erwacht von einem — wie soll ich es doch nennen? Nun, von einem Alpdrücken, denn ich kann jetzt diese Sucht nach dem Außergewöhnlichen, dem Abenteuerlichen selbst nicht anders bezeichnen." „Nun, nun, Alpdrücken? Wenn man eine Erbschaft von nahezu einer halben Million in Empfang nimmt und sich mit der schönsten Frau Neapels verheirathet! Kein übles Alpdrücken! Indessen Clara Lindner?" Albrecht überhörte letztere Frage und erwiederte nur: „Nein, so bedeutend war die Hinterlassenschaft meines Onkels in Genua nicht, und über dies hätte ich sie ja auch hier in Empfang nehmen können." „Ganz recht, aber dann hätte man ruhig sitzen müssen, in das streng ge- regelte Elnerle, des Geschäftslebens eintreten müssen, und Dein dürstender Blick lachte das Weite! __ Aber Clara Lindner? Deines alten wunderlichen Landsmannes, des Cello- virtuosen, liebliches Töchterlein? Sie gab doch Dir den Vorzug! Hatte sie ,hn mir gegeben, wären alle Schätze CalifornienS nicht im Stande gewesen, mich von hinnen zu führen. Nun, wird sich auch schon an dem Unbeständigen, der sein Herz an s Abenteuerliche hing, gerächt haben, indem sie sich von dem österreichischen Baron iu seine Baronin machen ließ?" 9 "Wenn sie eine Französin wäre," dachte Albrecht, „so möchte dies wohl geschehen sein." Diesen Gedanken sprach er aber nicht aus, sondern zog seines Freunde- Arm durch den seinen und lenkte mit ihm in die Strauchparthien ein. Es drängte ihn, das volle Herz einmal auszuschütten, und dieser Drang bemeisterte sich seiner ganz in der Stunde, wo er dem treuen Jugendfreunde einmal wieder in das braune, ehrliche Auge geschaut hatte. Familien, Bernau's sowohl als Margautinö, hatten sich in dürftigen Umständen hier an der Themse immergrünem Ufer angesiedelt, als die beiden jungen Männer noch in den Knabenschuhen steckten. Wie sie selbst heran gewachsen, so auch ihre Freundschaft, der Wohlstand ihrer Eltern, obwohl die Bernau's in letzterer Beziehung doch die Margautin's überflügelt hatten. Zwischen ihren Landhäusern und kleinen Parks schob sich ein blumenreicher, besonders rosenreicher Garten mit einem Cottage*) hinein, dort hauste der wunderliche, alte Künstler Lindner mit seinem einzigen Kinde, dem lieblichen Mädchen, welches Iocelin schon zweimal erwähnte. — Auch Iocelin war — und zwar so eben — von seinen Reisen zurückgekehrt. Beim Vorüberfahren hatte er seine Droschke anhalten lassen, als er den Freund in der Allee gewahrte, und sprach bei ihm vor, ehe er den kurzen Weg zu seiner eigenen Behausung fortsetzte. — Sein Sinn nun schien eben so unabwendbar dem Ziele, welches er in der Unterhaltung verfolgte, zugewandt wie Albrecht augenscheinlich einem andern zulenkte. — Daher begann Iocelin zum dritten Male, da sein Freund momentan schwieg: „Nun, und Clara Lindner? Ich sehe sie ewig vor mir, wie sie uns zuletzt Abschiedsgrüße nachwinkte. Wie sie dastand, bezaubernd in ihrer kindlichen Anmuth: ein rosenfarbenes Frühlingswetter — wie Göthe sagt — umschwebt ihr liebliches Gesicht, und Zärtlichkeit für mich. Ihr Götter! ich hofft' es, ich verdient' es nicht. — Nein, nicht mir, sondern Dir, Albrecht, hatte sich dies schöne Herz geneigt. Als wir sie zuerst kennen lernten, zur Zeit, wo sich ihr Vater hier ankaufte, lag etwas Lilienhaftes, fast möchte ich sagen Madonnenartiges über ihr Wesen ausgegossen; nur nach und nach färbte es sich zu wärmerem Ton, es zitterte ein Etwas in der Tiefe ihres Gemüthes, wie der Purpur des Abendrothes in dem Kelche einer weißen Rose." Ein sehr fühlbarer Ruck von Albrecht's Arm ließ ihn für einen Augenblick im Strom seiner Rede einhalten, dann fragte er wieder nach seiner Art: „Der Alte geigt jetzt in Madrid? Macht die Leute fast toll mit seinem Spiel, sie vergessen sogar den Stierkampf, um ihm zuzuhören? Der kühne Krieger und die stolze Donna 'schämen sich der Thränen bei seinen Tönen nicht, sagt man?" „Und Clara! hat sie»^Dir denn dort mit Dolch und Giftpokal gedroht?" „Wenn sie eine Spanierin gewesen, möchte wohl so Etwas wie blutige Rache denkbar sein," erwiederte Bernau, „doch höre mich, mein Freund! Nachdem ich den Atlas durchstreift, wollte ich in Neapel, wo ich landete, einige Zeit ausruhen. Eines Tages trieb mich die Sommerhitze, die nicht länger zu ertragen war in diesen dunstigen Straßen, in den Schatten einer abgelegenen Capelle. Dieselbe war leer, bis auf eine einzige weibliche Figur, die hingegossen in unbeschreiblicher Grazie still betend am Altäre ruhte. Sie schien mich nicht zu bemerken, nur beim Hinausgehen warf sie mir einen flüchtigen Seitenblick zu, einen solchen, dessen nur allein das neapolitanische Auge mit feiner unergründlichen Tiefe fähig ist. Unwillkürlich folgte ich ihr, angezogen nicht so wohl von ihrer außerordent- lichen Schönheit, als von dem unglückseligen Hange zu Abenteuern und Geheimnissen." — Ein schalkhafter Blick des jungen Franzosen ließ ihn sich unterbrechen. „Ich schwöre Dir es, Iocelin, ich liebte sie nicht; Du vergissest, daß ich einen Talisman gegen all dergleichen mit mir herum trug." Dabei hatte er in feine Brusttasche gegriffen und ein Etwas wie flüssiges Gold schlang sich durch seine Finger: es war eine Haarlocke. — Zocelin's Auge hing daran, wie an einem Heiligthume. „Clara's Haar?" rief er bewegt. Albrecht schob es an feinen alten Platz, indem er bejahend nickte. Dann fuhr er fort: „Wie mir die Locke ewig nahe ist, so schwebte sie mir ewig vor der Seele mit ihrer unschuldsvollen Miene, dem holden Kindermund, dessen weiche Lippen niemals eine Drohung ausgesprochen. — Indessen zurück zu meiner Geschichte. Ich folgte also der schönen Unbekannten, bis sie über die Schwelle ihres Hauses glitt. Den nächsten Tag, um dieselbe Stunde, trat ich abermals in die Capelle ein. Siehe da, das schöne Weib war an demselben Platze! — Die Kunst der Verstellung war ihr nicht eigen, wenigstens hatte sie dieselbe nicht cultivirt, beim ersten Blicke errieth ich, daß sie Jemanden erwarte. — Wen? — so fragte ich mich. Ich beobachtete sie aus der Ferne, ob sie noch jetzt den Blick erwartungsvoll nach der Thür richtete. Nein, ihre Erwartung war offenbar erfüllt. — Dies bestimmte mich natürlich noch mehr, ihr heute abermals zu folgen. Auf dem Wege nun hatte ich wiederum Gelegenheit, zu bemerken, daß sie eine Veranlassung zum Zurückscbauen suchte; diese war denn auch bald gefunden, und nun traf mich — zum ersten Male — ihr voller Blick." Hier folgte ein Schweigen, als sei der Erzähler noch heute zu sehr überwältigt von den Gefühlen, die ihn damals durchströmt hatten, als daß es ihm möglich, sogleich fortzufahren. (Forts, folgt.) *) Eine kleine, bescheidene Art von Landhäuschen in schweizer Chület Style erbaut- Darmstadt, 8. Mai. Es ist bekannt, in wel- Her günstigen finanziellen Lage das Großherzogthum bis vor wenigen Jahren sich befand. In der Ein- lejtung zu dem Rechenschaftsbericht über die abgelau- ftne Finanzveriote spricht sich Abgeordneter Wernher in nachfolgender Weise aus: „Mit 1865 endigte sich Die volle Selbstständigkeit der Finanzverwaltung der Großherzogthums, für deren Erfolge und Miß- erfolge wir bis dahin allein verantwortlich waren. Der Friedensvertrag vom September 1866, der Eintritt der Provinz Oberhessen in den norddeutschen Bund mit seinen Consrquenzen, Die Uebcrgabe der Post und' theilweile des Telegraphen an die Klone Preusien, die Militärconvention, der Stcuervertrag über die Besteuerung von Bier und Branntwein, die gemeinsame Besteuerung des Tabaks, Salzes und Zuckers im Zollvereins, die Festsetzung der Grenzzölle nach den mit Majorität gefaßten Beschlüssen des Zolltages, der Verzicht Hessens auf das Nheinschiff- sahrtsoctroi und die Mainzölle haben den Händen der Regierung und Stände des Großherzogthums die alleinige Selbstbestimmung über Die wichtigsten Einnahmen und Ausgaben entnommen und die Verantwortlichkeit für diese Ausgaben und Besteuerungen, sowie deren Folgen auf die Schultern derjenigen hohen Persönlichkeiten und Corporationen gelegt, welche darüber, diesen Verträgen gemäß, zu entscheiden Haden." Darmstadt, io. Mai. Die Regierung hat den Ständen einen Gesetzentwurf über Einführung der für Den nordDeutsch.n Bund erlassenen Maß- und Gewichtsordnung in den nicht zu dem Bund gehörigen Thcilen des Großherzogthums vorgelegt; nach demselben soll das neue Regulativ auch in Den letzteren Gebietsteilen am 1. Januar 1872 in Kraft treten, die Anwendung der demselben entsprechenden Maße und Gewichte aber bereits vom 1. Ian. 1870 an gestattet fein, insofern Die Betheiligten hierüber einverstanden sind. Eine Ausgleichung der in Aus- sicht genommenen Einheiten mit Den dermalen noch gültigen ergibt, daß das Meter oder der Stab — 4 Fuß = 40 Zoll; die Meile = 7500 Meter = 30,000 Fuß = 3000 Klaftern; das Quadratmeter == 16 Quadratfuß; 25 Ar oder */4 Hektar oder 2500 Quadratmeter = 400 Quadratkiafter oder 1 Morgen; das Kubikmeter — 64 Kubikfuß, das Liter oder die Kanne — 2 Schoppen; das Kilogramm — 2 Pfund ist. Berlin, 9. Mai. Nach dem Berichte des in Barcelona angestellten Consuls des norddeutschen Bundes wird eine Hebung des arg Darnikderliegen- Den spanischen Handels mit davon abhängig sein, ob Die großen Reformplane Durchgeführt werden, und DaS alte verrottete Handelssystem durch ein neues, dem jetzigen Zeitalter gemäßes, ersetzt wird. Es sei in der That die höchste Zeit, daß Spanien sich endlich von der bisherigen Handelspolitik lossage und entschlossen in diejenigen Bahnen einlenke, auf welchen die übrigen europäischen Culturstaaten schon lange zu ihrem eigenen Heile vorgeschritten seien. Die schweren Opfer, welche das ganze Land durch die Befolgung des Schutzzoll- und Prohivitiv-Sy- stems zu Gunsten einiger Bevorzugten getragen hat, mußten endlich aüfhören. Als vorzüglichste Import- artikcl aus Nordvcutschland werden Die QuincaiUerik- uiid Kurzwaaren nnd namentlich Die preußische Rheinprovinz und Westphalen als diejenigen, die einen ziemlich ansehnlichen Handel mit Barcelona betreiben, angeführt. Berlin, 10. Mai. Der Reichstag hielt heute die zweite Beraihung des Gesetzentwurfes über die Beschlagnahme des Arbeitslohnes. § 1 De« Eom- missionsentwurss ^„Vergütung für Arbeiten oder Dienste, welche auf Grund des Arbeiterverhältniss.s geleistet werden, darf erst mit Beschlag belegt werten, nachdem die Arbeitsleistung erfolgt und Der Tag abgclaufen, an welchem die Vergütung zu entrichten war), wurDe fast einstimmig angenommen. Wien, 10. Mai. Die „Wiener Abendpost de- nientirt die Nachricht von Dem angeblichen Nichtvor- hanDinsein der Heirathscautionen Der Qfizicre. Nach amtlicher Nachweisung sei Der vollständige Stand Der gestellten Kautionen im Betrage von 69 Millionen vorhanden und können Ansprüche an denselben, falls der Grund ihrer Verpflichtung aufgchört hat, anstandslos befriedigt werden. Bern, 10. Mai. Der Bundesrath erklärte dem norddeutschen Bunde, sowie Baden und Italien seine Bereitwilligkeit, in Betreff Der Gottharttbahn Unterhandlungen in Berlin zu eröffnen. St, Gallen, 10. Mai. Im Negierungsrathe wurde der zwischen Pariser Bankiers und Den Vereinigten Schweizerbahnen vereinbarte Vertrag über Den Bau einer Eisenbahn über Den Lukmanier nach Bellinzona unD Lucarno und von Bellinzona über Den Monte Cenere nach Camerlata vorgelegt. Zur Conferenzverhandlung hierüber wurden Seitens Der Regierung Die Räthe Aepli unD Zuend angeordnct. Paris, 10. Mai. Der Kaiser und die Kaise- rin Haden gestern, wie bereits gemeldet, mit großem Gefolge einen Ausflug nach Ehartres gemacht, wo eben eine landwirthschaftliche Ausstellung stattfindet. Sie wurden auf dem Bahnhof von den Behörden der Stadt, empfangen und auf eine Ansprache des Maire, welche sich von den lokalen Interessen Der Stadt nicht entfernte, antwortete Der Kaiser mit folgender, von dem „Journal officiel" mitgetbeilt- en Rede: „Herr Maire! Als ich vor 20 Jahren zum Präsidenten der Republik ernannt wurde, war Ehartres Die erste Stadt, welche ich besuchte. Ich habe Die gute Ausnahme, welche ich hier fand, nicht vergessen. In Ihren Mauern that ich, stark durch meine guten Absichten, einen ersten Appell an die Versöhnung, indem ich alle guten Bürger auf- forderte, ihr Bedauern um Vergangenes und ihre Rancünen dem öffentlichen Wohle zum Opfer zu bringen. Heute, nach 17 Jahren voll Ruhe und Wohlergehen, komme ich hierher, um, nur mit noch mehr Autorität und Vertrauen, dieselbe Sprache zu führen. Wie im Jahre 1848, wende ich mich auch dießmal an die ehrenwerthen Leute aller Parteien mit der Aufforderung, den regelmäßigen Gang mei- mer Regierung auf der liberalen Bahn, welche sie sich vorgezeichnet hat, zu unterstützen, unD einen un- überwindllchen Widerstand jener subversiven Leiden- schäften entgegenzustellen, welche wieder zu erwachen scheinen, um Das unerschütterliche Werk des allgemeinen Stimmrechts zu bedrohen. Das Volk wird in einigen Tagen in seinen Wahlkreisen versammelt werden; es wird, ich zweifle nicht Daran, Männer ernennen, welche Der civilisatorischen Mission würdig sind, Die wir zu erfüllen haben. Ich rechne auf euch, Einwohner von Ehartres, weil ihr zu jenen 8 Millionen Franzosen gehört, Die mir dreimal ihre Slimmen gegeben haben, weil ich euch von einem glühenden Patriotismus beseelt weiß, und weil Da, wo Die wahre Liebe zum Vaterlande herrscht, auch die besten Bürgschaften cer Ordnung, Des Fortschritts und ter Freiheit zu finden sind." Paris, 10. Mai. Das Bulletin des officiellen Ivuinals lagt: Die Rede des Kaisers in Chartres ist un loyaler Appell an den gesunden Sinn und an Die Festigkeit aller ehrlichen und anständigen Leute gegen Die rcvolut nären Umsturztendenzen, gleichzeitig »st sie aber auch eine hohe Garantie für Den liberalen Geist, welcher Den Gang Der Regierung zu leiten fortfahren wird. Madrid, 10. Mai. Der Plan, ein Direktorium zu ernennen, ist fast gänzlich fallen gelassen; die Liberalen, Die Unionisten unD theilweise auch einige Piogreisisten neigen sich zur Idee hin, daß man lojort einen König ernenne, nachdem man über Den Die Negierungsform Spaniens betreffenden Art. 33 Der Lerfassungsvorlage abgestimmt haben wird. Vermischtes. Giessen. Eine Sitzung deS GemeinberathS fand vergangene SBodie nicht Statt. ^acmftadr. Se. Königliche Hoheit der Großherzoghaben durch Entschließung vom 10. Äpril den Landrichter des Landgerichts Wimpfen, Dr. Conrad Heyer, auf Nachsuchen in den Ruhestand zu versetzen geruht, unter Anerkennung seiner langjährigen treu geleisteten Dienste und unter Verleihung deS N'tteikrcuzes 1. Elaste des Verdienstordens Philipps des Groß- niuthigen. — Zugleich wurde durch allerhöchste Entschließung von demselben Tage der Landrichter deS Landgerichts Ulrichstein Wilhelm Eeßner, in gleicher Eigenschaft an daS Landgericht Wimpfen versetzt; — am 24. April den Lehrer am Gymnasium zu Gießen, Dr. Wilhelm Earl Diehl, unter Anerlennung seiner t>eu geleisteten Dienste, auf sein Nach- sucheil — nnd den Lehrer an der Realschule zu Offenbach, Georg Walter, unter Anerkennung seiner treu geieisteten Dienste, vom 1. Juni 1869 an, auf sein Nachsucheu in den Ruhestand zu versetzen; — am 28. April den königlich sächsischen Professor. Dr. Richard Baltzer zu Dresden, zum ordentlichen Professor in der philosophischen Facultät der Landes- Universität insbesondere für das Lehrfach der Mathematik, zu ernennen; — am 26. April den Kreisarzt deS KreiSmedwinal- amies Grünberg, Medicinalrath Dr. Ludwig Neuschäfer, in den Ruhestand zu versetzen; — am 1. Mai den Privat- docenten, Dr. Heinrich Brill zu Gießen, zum ordentlichen Lehrer an der polytechnischen Schule, insbesondere für daS Fach der Mathematik, zu ernennen. Darmstadt, W. Mai. DaS heute erschienene Regierungsblatt Nr. 15 enthält: I. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums. deS Innern , die Bestätigung von Stiftungen und Vermächtnissen betreffend. u^rficht der für daS Jahr 1869 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Bedürfnisse der israelitischen Ne- ligionsgemeinden des Kreises Offenbach und des KrechS. IV—VI. Uebersicht der für daS Jahr 1869 genehmigten Umlagen zur Bestreitung von Communalbedürfnissen in den Gemeinden der Kreise Lauterbach, Friedberg und Bensheim. Darmstadt, 8. Mai. In der am Mittwoch unter dem Vorsitze deS Hrn. Geh. Rath Goldmann statt gehabten Generalversammlung der Renten« .unb Lebensversicherungs-Anstalt " wurde zunächst ein Schreiben deS seitherigen DirectorS, Herrn Dr. Hügel, wonach er diese Stelle niedetlegt, vorgelesen. An Stelle der ausscheidenden Mitglieder des Ausschusses und der Direction wurden hierauf folgende Herren gewählt: Vol- hard , Hofgerichts-Advokat; Eigenbrodt, Oberstabs - Auditeur; Gerfchlauer, Kaufmann; Zickel, penf. RechnungSrath; Nüllner, Kaufmann, und Krömmelbein, BranbverficherungS- Secretär. Die Anträge wegen wiederholter Prüfung und Ergänzung der Untersuchung der früheren Geschäftsführung, sowie der Bestellung einer Eommission wegen Statutenänderung wur, den genehmigt. Bremen, 9. Mai. Auf der gestrigen Versammlung des Bremer Eomitv'S für die zweit« deutsche Nordpolfahrt wurde einstimmig folgender Beschluß gefaßt: „Die hiesige Versammlung hält cS für durchaus angezeigt, daß die Erpedition in diesem Jahre vis spätestens Mitte Juni in See gehe, und ferner, laß daS Begleitschiff so ausgerüstet werde, daß eS fortwährend bei dem Expeditionsschiff bleiben, mit ihm überwintern und mit ihm zuruckkehren könne. Der Erlaß eines Aufrufs an die deutsche Nation ist beschlossen. Auf dem Bahnhofe zu Pittsburg in Pennsylvanien wurde kürzlich einem Herrn sein Taschentuch m>t einer beträchtlichen Summe Geldes gestohlen. Einer der Umstehenden erklärte auf Befragen, den Diebstahl mit angesehen zu haben; er habe in- deß keine Lust verspürt, den Diebstahl zu verhindern und werde auch den Dieb nicht nennen. „Während deS Kriegs," fuhr er fort, sich zu dem Bestohlenen wendend, „waren Sie der Armee als Verkäufer von Lebensmitteln gefolgt, und als nach der Schlacht von Gettysburg ein verwundeter und zum Tode erschöpfter Soldat Sie um einen Trunk Wasser bat, weigerten Sie sich, ihm dos Verlangte zu verabfolgen, wenn er Ihnen nicht zuvor 80 Cents bezahle. Jener Soldat war ich, und ich habe heute in dem an Ihnen begangenen Diebstahl eine kleine Vergeltung Ihrer Hartherzigkeit von damals erkannt. Wer der größte Spitzbube von Ihnen beiden ist. Sie oder der Dieb, der Sic soeben bestohlen hat, will ich nicht entscheiden, aber ich glaube, der Letztere ist es nicht." lieber Prinzen - Erziehung ist viel geschrieben worden, und in der Regel hat man davon eine falsche Vorstellung. DaS Gefühl der hohen Verantwortung, die Fürsten auf ihren Schultern tragen, mag sich bei ihnen in späteren Jahren, wenn sie sich endlich im vollen Genuß ihrer ereeptionellen Lebensstellung befinden, verlieren. Sorglosigkeit, Bequemlichkeit mögen an die Stelle der Gewissenhaftigkeit treten. Zu letzterer jedoch, zur strengen Bewachung ihrer selbst, zur weisen Eintheilung ihrer Zeit, zur Beherrschung ihres Naturells, zur Beachtung jedes in der Welt ihnen entgegentretenden Rechtes, und wäre es nur das Recht einer eigenbedingten Persönlichkeit, sind sie mehr erzogen worden, als irgend ein Sproß auf einem andern Zweige der Gesellschaft. Wenn ihr euren Kindern noch gestattet, in den warmen Federn zu ruhen, ist ein junger Prinz schon längst in voller Toilette und nimmt, ohne schon fein Frühstück bekommen zu haben, bereits Unterricht! Wenn euch einfällt, eure Kinder aus der Schule zu behalten, wenn sie in Alles, was ihr sprecht, gemüthlich und keck mit hineinreden dürfen; wenn eure Töchter stundenlang zum Fenster hinauS- gaffen und die Vorübergehenden recenfiren, so ist in der Erziehung von Furstenkindern immerfort der Spiegel zur Hand, der ihnen die Unziemlichkeiten eines solchen Betragens zeigt. Das Leben der Fürstenkinder ist ein Uhrwerk. Alles daran ist geregelt, jede Stunde ist für irgend einen Zweck ausgezeichnet, und der ganze Mensch wird förmlich zu einem Begriffe erhoben, der sich in organischer Regelmäßigkeit zu entwickeln und in gegliederter Ordnung darzulegen und auszuleben hat. Wir schließen oft zu sehr auS unS selbst, wenn wir den Fürsten Beweggründe, Gesinnungen, Urtheile für ihre Handlungen unterlegen, die sie in Wahrheit nicht kennen. Wir glauben, sie haßten, sie verfolgten, während ihre Erziehung darauf angelegt ist, höchstens in solchen Fällen einen Instinkt anzunehmen, dem sie folgen, ohne sich eine feste Vorstellung darüber zu bilden. (Gutzkow.) Die mittlere Temperatur des Monats Mai ist um beiläufig 4 Grad Reaumur höher, als die mittlere Temperatur des Monats April. Während in unseren Gegenden jene 7 bis 8 Grad R. beträgt, ist diese 11 bis 12 Grad R. Es können aber in einzelnen Jahren auch bedeutende Abweichungen von diesen mittleren Temperaturen, sei er durch Verminderung, sei eS durch Vermehrung der Wärme, statthaben. Nach den bisherigen Erfahrungen nimmt in den ersten Tagen des Mai dir Wärme allmählig zu, bann erfolgt in den Tagen vom 12. b.s 15. Mai ein Rückzug zur Kälte unb hierauf nimmt bie Wärme wieder allmählig zu, so daß in den letzten Tagen dieses Monats der Erdboden bei directer Sonnenbestrahlung sich schon bis etwa 35 Grad R. erwärmt. Wenn in südlichen Gegenden der gemäßigten Zone im Frühjahr starke Erwärmung der niederen Luftschichten und daher daselbst Aufströmung und bedeutende Verdünnung der Luft entsteht, so drängt sich die kalte, dichtere Luft auS dem Norden nach den Oertern der verdünnten Luft hin, und bieß erfolgt bei regelmäßigem Gange der atmosphärischen Veränderung besonders bemerkbar in der Nähe des 12 Mai. Es kann aber diese Strömung schon früher eintreten, und sie wirb früher eintreten in dem Falle, daß die stärkere Erwärmung in den südlichen Gegenden früher als gewöhnlich erfolgt ist. ES dürfte wohl anzunehmen sein, baß die bedeutende Temperaturerniedrigung in den letztvergangenen Tagen eine Folge der erwähnten Strömung ist. nnb eS würde diese Verfrühung der berüchtigten kalten Maitage sich paffend in dir dießjährige Verfrühung deS Temperaturganges Überhaupt einreihen lassen. Barometrius. — In indischen unb chinesischen Zeitungen macht folgendes Geschichtchen die Runde: Der junge Kaiser von China wollte bie Wirkung beS Opiums an sich selber ergeben, rauchte heimlich eine Pfeife unb mußte, wie nicht astderS zu erwarten war, dafür durch schweres Leiden büßen. Darauf hin ließ die Königin Mutter dem Obersten der Verschnittenen, welcher Er. Majestät daS Opium heimlich zugesteckt hatte, den Kopf vor die Füße legen unb zugleich burch einen neuen Erlaß ben Gebrauch beS Opiums im ganzen Reiche strengstens verbieten. Redaction. Druck und Verlag der Brühllchen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gi-tz-n.