HreiS vierteljährlich 36 h. nit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 49 kr. Gjchmer Aiyeiger. Erscheint w»ch«Mch dreimal . Dienstag-, Donnerstags nnd SamstagS. — Expedition: Taxzleiberg Itt. B. Nr. 1. Mnzeige- und Mmtsölatt für den Kreis Kielen. Nr. 5. Dienstag den 12. Januar 186®. Amtliche Bekanntmachungen. Bekanntmachung. Betreffend: Anmeldung und Prüfung der einjährig Freiwilligen. Diejenigen Wehrpflichtigen, welche als einjährig Freiwillige dienen wollen und im Großherzogthum Hessen nach §. 20 der Militär-Ersatz-Jnstruction für den Norddeutschen Bund vom 26. März 1868 (Regierungsblatt Nr. .21) gestellungspflichtig sind, haben ihre Anmeldung schriftlich, unter Berücksichtigung der §. §. 148, 149, 151, 152, 153, 154 und 155 der erwähnten Militär-Ersatz-Jnstruction bis zum 1. Februar f. I. bei der unterzeichneten Commission einzureichen. Der Meldung sind beizufügen.- a. ein Geburtszeugniß (Taufschein) ; b. eine beglaubigte Einwilligung des Vaters oder Vormundes; c. ein Unbescholtenheitszeugniß, welches für Zöglinge von höheren Schulen (Gymnasien, Realschulen, Progymnasien und höheren Bürgerschulen) von dem Director, . beziehungsweise Rector der betreffenden Lehranstalt, für alle übrigen jungen Leute von der Polizeiobrigkeit auszustellen ist. Der Nachweis der Qualifikation kann durch Vorlegung von Schulzeugnissen oder durch Ablegung einer besonderen Prüfung geführt werden und ist in beiden Fällen bei Verlust des Anspruchs auf die Zulassung zum einjährig freiwilligen Dienst vor dem 1. April desjenigen Kalenderjahres zu erbringen, in welchem der Betreffende'das 20. Lebensjahr vollendet. Da die Zeugnisse und Bescheinigungen bei den Acten zu verbleiben haben, so sind dieselben in den geeigneten Fällen in beglaubigter Abschrift einzusendcn. Bei Nichtbeachtung der bestehenden Vorschriften oder verspäteter Einreichung des Gesuchs wird der Anmeldung keine Folge gegeben. Die Prüfung derjenigen Wehrpflichtigen, welche nicht schon vorher ihre Berechtigungsscheine erhalten haben, findet dahier im Locale der Handwcrkerschule Kirchstraße Nr. 22 statt und zwar: für diejenigen aus der Provinz Starkenburg D i c n ft a g d e n 2. M ä r z k. I. — für diejenigen aus den Provinzen Oberhessen und Rheinhessen Mittwoch den 3. März k. I. — für diejenigen aus den drei Provinzen, welche im Jahre 1852 geboren sind, Donner st ag den 4. März k. I. , jedesmal von Morgens 8 Uhr an. Eine specielle Vorladung erfolgt nicht. Die unterzeichnete Commission macht außerdem auf folgende Bestimmungen ausdrücklich aufmerksam: Die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst darf nicht vor dem vollendeten 17. Lebensjahre und muß bei Verlust des Anrechts spätestens bis zum 1. Februar des Kalenderjahres nachgesucht werden, in welchem das 20. Lebensjahr vollendet wird. Mit der Anmeldung um Zulassung zum einjährigen Dienst ist die Aufgabe des Rechts, an der Loosung Theil zu nehmen, verbunden. Ausnahmsweise kann der durch die versäumte rechtzeitige Anmeldung verloren gegangene Anspruch durch Resolution der Ersatz-Behörden dritter Instanz wieder verliehen werden, wenn der betheiligte Militärpflichtige noch nicht an einer Loosung Theil zu nehmen verpflichtet war oder vermöge seiner Loos-Nummer disponibel geblieben ist. In letzterem Falle darf diese Vergünstigung indeß nur dann eintreten, wenn der deßfellsige Antrag vor der zweiten Aushebung, bei welcher der betheiligte Militärpflichtige zu concurriren hat, formirt wird. Gesuche um Wiederverleihung der durch versäumte rechtzeitige Meldung verloren gegangenen Berechtigung sind an die zuständige Kreis-Ersatz-Commission zu richten. Darmstadt, den 28. December 1868. Großherzogliche Prüflings-Commisiion für einjährig Freiwillige. v. Grolman. Strecker. B e k a n ii t m a ch u n g. Betreffend: Das Kreis-Ersatz-Geschäft für das Jahr 1869. Wir fordern alle im Jahr 1849 geborenen Militärpflichtigen, sowie Diejenigen, welche dieses Alter bereits überschritten, aber sich noch nicht zur Musterung gestellt haben, oder bei der vorjährigen Musterung zurückgestellt worden sind und entweder im Kreise ihren gesetzlichen Wohnort haben, oder in demselben als Studenten, Gymnasiasten und Zöglinge anderer Lehranstalten, oder als Haus- und Wirthschaftsbeamte, Handlungsdiener, Lehrlinge, Handwerksgesellen, Lehrbursche, Dienstboten, Fabrikarbeiter oder in ähnlicher Eigenschaft sich aufhalten, hiermit auf, sich behufs Eintragung ihrer Namen in die Stammrolle in der Zeit vom 15. Januar bis zum 1. Februar l. I. hei der Bürgermeisterei ihres gesetzlichen Wohnortes, beziehungsweise bei der Bürgermeisterei ihres Aufenthaltsortes, zu melden und dabei, wenn sie an diesem Orte nicht geboren sind, ihren Geburtsschein vorzulegen, widrigenfalls sie von der Loosziehung ausgeschlossen und ihre etwaigen Ansprüche auf Zurückstellung oder Befreiung vom Militärdienst nicht berücksichtigt werden würden. Bezüglich derjenigen Militärpflichtigen, welche zur Zeit abwesend sind, sind deren Eltern, Vorniünder, Lehr-, Brod- und Fahrikherrn zu diesen Anmeldungen verpflichtet. Von den Grobherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises ist vorstehende Bekanntmachung in ihren Gemeinden noch besonders auf ortsübliche Weise bekannt zu machen. Gießen, den 6. Januar 1869. Großherzogliches Kreisamt Gießen. In Verhinderung des Kreisraths: Kekul 6, Kreisassessor. Bekanntmachung. Carolina Süffel, ein HjährtgeS Kind von Lich, wird seit dem 4. d. Mts. vermißt. Dasselbe hat blonde Haare, blaue Augen, stumpfe Nase und trug goldene Ohrringe mit blauen Steinchen, eine schwarze — roth eingefaßte — Capuze, ein braunes Beiderwandkleid, neue Schnürschuhe, hellgraue Strümpfe und ein veilchenblaues Halstuch. Die betreffenden Behörden werden ersucht, geeignet scheinende Nachforschungen anzustellen und deren Ergebniß uns mitzutheilen. Gießen, den 8. Januar 1869. Großherzogliches Kreisamt Gießen, In Verhinderung des Kreisraths: Gros, Kreisassessor. Bekanntmach u ii g. Die Stelle eines Bezirksbauaufsehers für den Bezirk Alsfeld ist erledigt'und alsbald wieder zu besetzen. Der Gehalt beträgt 350 fl. per Jahr. Bewerber wollen sich bis 1. Februar l. I. bei uns melden. Alsfeld, den 2. Januar 1869. Großherzogliches Kreisamt Alsfeld. Frölich. Gefundene G e g e n ft a n d e : Eine Partie blaugrau Wollengarn, ein blau und weiß gehäkeltes Kopftüchelchen und eine kleine päpstliche Medaille. Die Eigenthümer werden aufgefordert, sich binnen 3 Wochen bei uns zu melden, widrigenfalls diese Gegenstände auf Verlangen an die Finder zurückgegeben oder später zu Gunsten der Armenkasse werden versteigert werden. Gießen, den 9. Januar 1869. Großherzogliche Polizei-Verwaltung der Provinzialhauptstadt Gießen. Nover. In der Hausflur des hiesigen Postgebäudes sind ein Waschseil (am 7. December) und ein alter baumwollener Regenschirm (am 5. d. Mts.) gefunden worden. — Die Eigenthümer werden aufgefordert, sich baldigst zu melden. Gießen, den 9- Januar 1869. Großherzogliche Polizei-Verwaltung der Provinzialhauptstadt Gießen. Nover. Besondere Bekanntmachungen. 220) Die Schulgelder aus den städtischen Schulen und der Realschule pro IV, Quartal 1868 können in den ersten 8 Tagen ohne Kosten zur hiesigen Stadtkaffe bezahlt werden. Zahltage: Dienstags, Donnerstags und Samstags. Gießen, am 8. Januar 1869. Der Stadt-Rentmeister: Enders. 239) Die bei der Universitätskasse und der katholischen Kirchenkasse aus dem Jahre 1868 noch rückständigen Zinsen, sowie die rückständigen Pachtgelder von Triebvierteln, können bis zum 15. d. Mts- noch ohne Kosten bezahlt werden. Gießen, den 5. Januar 1869. Großherzogliches Universitäts-Rentamt. I. E- d. N. St.: Schmitt, Univ.-Gerichts-Actuar. Fristablauf. 224) Zur Fürstlichen Rentei Lich können die Martini v. I. fällig gewesenen Holz- und Grasgelder nur noch bis den 20. d. Mts. an den Zahltagen Dienstag, Mittwoch, Donnerstag ohne Gerichtskosten bezahlt werden. Lich, den 5. Januar 1869. Kreutzer. Versteigerungen. Holzversteigerung in der Oberför- fieret Treis a. d. Lda. 230) Freitag den 15. Januar d. I. werden im Domanialwalddistrict Ohnewäldchen versteigert: 6 Klftr. Buchen-Scheidholz, 2 „ Eichen- „ 1 „ „ Prügelholz, IVr „ „ Stockholz, 5Vr Schock „ Reisholz, 205 Eichen-Stämme von 15 bis 30 kurhess. Zoll mittlerem Durchmesser und 20 bis 50 rc. kurhess. Fuß Länge, mit 10487 kurhess. Cubikfuß, 2 Buchen-Stämme von 22 und 25 kurhess. Zoll mittlerem Durchmesser und 18 und 24 kurhess. Fuß Länge, mit 124 kurhess. Cubikfuß, 3 Klftr. Eichen - Werkscheidholz von 6 kurhess. Fuß Länge. Fast sämmtliche Eichen-Stämme sind von vorzüglicher Beschaffenheit und befinden sich dabei einige zu Mühlwellen rc. geeignete Klötze. Die Versteigerung beginnt Morgens prä- cis 9 Uhr im Holzschlage, etwa Vz Stunde von Treis a. d. Lda. ünd IVr Stunde von der Eisenbahn-Station Lollar entfernt. Treis a. d. Lda., den 5. Januar 1869. Großherzogliche Oberförsterei Treis a. d-Lda. A m e n d t. 252) Die den Kindern des Konrad Engelhardt zu Butzbach gehörige Wiese in der Gemarkung Wieseck, 335 Klftr. haltend, an der Ursulum, soll nächsten Mittwoch, den 13. d. Mts., Nachmittags 3 Uhr, freiwillig öffentlich auf dahiesigem Orts- gerichts-Büreau versteigert werden. Wieseck, den 9. Januar 1869. Großherzogliches Ortsgericht Wieseck. ________________Lang._____________ Arbeitsversteiqerung. 248) Donnerstag den 14. d. Mts-, Vormittags 11 Uhr, sollen auf hiesiger Bürgermeisterei nachfolgende Arbeiten öffentlich in Accord gegeben werden, als: Chaussirarbeit, Steinbrechen, Steinfahren u. Steinsetzen am Wege nach Dorf-Gill, veranschlagt zu .... 178 fl. — fr. Pflasterarbcit, Pflasterstein- und Sandlieferung an der Ortsstraße, veranschl. zu . 171 „ 27 „ Steinbrcchen, Fahren, Aufsetzen und Zerschlagen der Steine zur Unterhaltung des Vicinalwegs nach Münzenberg, veranschlagt zu . . 44 „ — „ Eberfiadt, den 9. Januar 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Eberstadt. I. A.: K. Schön, Bezirksbauaufseher. Versteigerung getragener Monti- rungsstücke. 242) Montag den 18. d. Mts. und die beiden folgenden Tage, jedesmal von Vormittags halb 9 bis 12 Uhr und von Nachmittags halb 2 bis halb 5 Uhr, werden in dem Rathhaussaale dahier getragene Montirungsstücke, als: Helmhauben, Mäntel, Waffenröcke, Zwilchröcke, Tuchhosen, Schirmmützen, sodann altes Messing, alte Trommelfelle, alte musikalische Instrumente rc. gegen gleich baare Zahlung an die Meistbietenden öffentlich versteigert. Die Großh. Bürgermeister der Umgegend werden ersucht, dies in ihren resp. Gemeinden gefälligst bekannt machen lassen zu wollen. Gießen, den 9. Januar 1869. Die Bekleidungs-Commission des 2. Jnfan- terie-RegimentS. Kreut er. 253) Mittwoch den 13. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, soll das Klopfen von 8 Cubik - Klaftern Steine auf der Bürgermeisterei Wieseck a-n den Wenigstnehmenden versteigert werden. Wieseck, den 11. Januar 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Wieseck. Lang. Holzversteigerung in der Fürstlichen Oberförsterei Lich. 247) Künftigen Montag, den 18. d. Mts-, Morgens 9 Uhr. soll im District „Kellersberg" und „Reitschule", auf dem Garbenteicher Weg am Kolnhäuser Feld anfangend, versteigert werden: 11 Stecken Tannen-Rundscheidholz, 71 „ „ Stockholz, 7000 Wellen Eichen- und Tannen-Reisholz, 251 starke Tannen-Stämme bis zu 22 Zoll Durchmesser = 11294 Cubikfuß, 1425 Tannen - Stangen = 1433 Cubikfuß. Lich, am 12. Januar 1869. Fürstliche Oberförsterei Lich. Eigenbrodt. Feilgebotenes. 237) Ein neuer zweithüriger Kücherr- schrank mit Glasaufsatz, in ein Wirthsge- schäft geeignet, ist billig zu verkaufen. — Näheres im Hause des Herrn Christian Löb er I. (Neustadt.) Seefische. 251) Frische Schellfische sind eingetroffen. So lange keine stürmische Witterung ist, treffen wieder wöchentlich dreimal Schellfische und Bückinge zum Backen ein. Steinbuttcn, Zungen und Cabliauen wolle man gefälligst mehrere Tage vorher aufgeben. I. A. Busch Söhne. 249) Von der Loos'schen Brauerei ist das neue Brauhaus zu verkaufen, eventuell zu verpachten. Emil Pi stör. 254) Eine Partie gutgemachtes Grummet. ist zu verkaufen. Bei wem? sagt die Exped. d. Bltts._____________________________ Z H. M. JnMrdt empfiehlt eine schöne Auswahl in Vett- rwilch und Barchent, sowie leinene und baumwollene Bettzeuge, letztere 6/4 breit, ächtfarbig, zu 12 fr. per Elle. 250) AuS der ehemals L o o s'schen Brauerei werden verkauft: 2 Schrotmühlen mit Roßgang, 1 eiserner Maischbottich, 1 eisernes Kühlschiff 530 lHFuß, 2 Braukessel, ä 17 u. 5 Ohm, kupferne Pumpen, Pfannen und Röhren rc. rc. Emil Pi stör. 226) Die Herren Mühlenbesitzer mache ich darauf aufmerksam, daß ich eine sehr leistungsfähige Dreschmaschine ohne Locomobile zu verkaufen habe» — Geehrte Reflectanten haben unter zweien die Wahl. Gießen. Gg. Nenzcl. Arabische Gummikugeln von W. Stuppcl in Alpirsbach. 241) Dieses Universalheilmittel erweist sich nach dem Gutachteü der hohen königl. Obermedicinal-Collegien in München, sowie in Stuttgart, bei Husten, Heiserkeit, Brustschmerzen, Verschleimung der Lungen und der Luftröhren als überaus wohlthätig, zumal bei Krampf- und Keuchhusten befördern diese Brust-Bonbons den Auswurf des zähen, stockenden Schleimes, mildern sofort den Reiz im Kehlkopfe und beseitigen in kurzer Zeit den heftigsten Husten. Preis pr. i/i Schachtel 14 fr. und pr. V3 Schachtel 7 fr. Niederlagen hiervon halten die Herren H. C. Bingmann in Lich, H. Moog m Gedern und Ehr. Rullmann in Büdingen. NB. Gefällige Offerten wegen Niederlagen wolle man franco an Herrn I. G. Schröder, General-Agent in Darmstadt, richten. 227) In empfehlende Erinnerung bringe ich meine stets vorräthigen Häckselmaschinen, Dickwurzmühlen, Malzquetschen, Waschringmaschinen, Zeugmangelmaschinen, welche so wenig Platz einnehmen, daß man dieselben bequem m jedes Zimmer stellen und mittelst der unter dem Fuße geschraubten Rollen leicht transportiren kann, sowie sonstiges Land- und Hauswirthschafts-Geräthe. Gießen. Gg. Nenzel. Vermiethungen. 255) Das von mir gekaufte Loos'sche Haus ist in ganzen oder auch in einzelnen Logis zu ver- miethen und kann sogleich bezogen werden. Auch kann ein schöner und guter Keller sofort ertra ver- miethet werden. _______H. M. Jughardt. 258) Das von Frau Landrichter Rayss bewohnte Logis, bestehend aus 2 grösseren und 3 kleineren Zimmern, Küche, Dachkammer, Keller, Holz- und Speicherräumen ist anderweitig zu vermiethen und am 1. April 1869 zu beziehen. Professor N o a c k, 262) Ein kleines Familienlogis ist zu vermiethen Tiefenweg Lit. D. Nr. 48. 263) Zwei Zimmer mit Cabinet sind zu vermiethen. Näheres bei der Exped. d. Bl. 231) Ein FamilienlogiS, alsbald beziehbar, ist in meinem Hinterhause zu vermie- then.____________H. Kühn, Seltersweg. 257) Vor dem Wallthor sind in einem unteren Stock zwei aneinanderstoßende Zimmer, mit oder ohne Möbel, zu vermiethen und nach Wunsch in der Kürze zu beziehen. Näheres bet der Erped. d. Bltts.______________________________ 261) Im Cafö Kuhlmann ist ein möblirtes Zimmer zu vermiethen._________ 259) Ein möblirtes Zimmer, sowie ein Zimmer mit Cabinet, ist zu vermiethen bei Ehr. Scharmann, Uhrmacher, ___________________am Kreuz.__________ 236) In dem ehemals Loos'schen Brauhause sind große Bodenräume, gewölbte Keller und eine Wohnung zu vermiethen. ________________________Emil Pistor. 260) Zwei Zimmer, Küche, Kammer u. s. w. sind vom 1. April an zu vermiethen. Wo? sagt die Exped. d. Bltts.____________ 235) Ein freundliches Familienlogis für eine stille Familie ist zu vermiethen Selters- weg Lit. C. Nr. 101.______________________ 235) Ein schön möblirtes Zimmer ist zu vermiethen und sogleich zu beziehen Kreuz Lit. D. Nr. 6.__________________________________ 225) Ein freundliches Zimmer ist an eine einzelne Person zu vermiethen bei _______________H. Schäfer, Neustadt. 232) Ein anständig möblirtes Zimmer mit Cabinet ist alsbald zu vermiethen. ______________H. Kühn, Seltersweg. 221) Mein von Herrn Revisor Stumpf bewohntes Logis ist anderweit zu vermiethen. E. Pitthan. Vermischte Anzeigen. 229) Eine Familie von zwei Personen sucht eine Wohnung von zwei größeren und drei kleineren Zimmern. Näheres bei der Exped. d. Bltts._____________________________ 264) Eine stille Familie sucht ein kleines Logis. Näheres bei der Exped. d. Bltts. Akademisches Hospital. 267) Für das medicinische Klinikum werden zwei in der Krankenpflege erfahrene, mit guten Zeugnissen versehene, Wärterinnen angenommen. Anmeldungen haben bei dem Unterzeich- neten zu geschehen. Kuhlmann, Hospitalverwalter. 256) Eine Wohnung von 2 b^s 3 Zimmern wird auf dem Seltersweg zu miethen gesucht; ebenso eine Parterre-Wohnung, zu einem Verkaufslocal geeignet. Näheres bei Heinemann Herr- mann. , 240) Für ein gebildetes Mädchen, das in den Haushaltungsgeschäften und in Handarbeiten gewandt ist, bietet sich in einer Beamtenfamilie zur Stütze der Hausfrau angenehme Stellung. Die Exped. d. Bltts. ertheilt nähere Auskunft. 219) Ein goldenes Medaillon mit zwei Damen-Photographieen ist am 1. l. Mts. verloren worden. Der redliche Finder wird ersucht, dasselbe gegen eine angemessene Be- lohnuug bei der Exped. d. Bltts. abzugeben. Zur Nachricht. 253) Samstag den 16. d. Mts. schicke ich wieder Gegenstände zum Färben und Drucken an die Bloch'sche Hofschönfärberei in Darmstadt ab. ____________I. Schlund, Schloßgasse. 223) Ich suche einen ordentlichen, braven Jungen in meine Wirthschaft. ___________ Louis Busch Wittwe. 234) Ein tüchtiger Schweizer wird auf ein Gut in der Nähe von Gießen gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bltts- 222) Auf den 25. Marz wird ein braves, tüchtiges Mädchen in Dienst gesucht bei • Advocat Rosenberg I. Llmuierem. 269) Donnerstag den 14. Januar 1869, Abends präcis 8 Uhr: Generalversammlung im Darmstädter Haus. Tagesordnung: 1) Ergänzungswahl des Turnraths. 2) Antrag mehrerer Mitglieder um Abhaltung eines Balles. Der Vorstand. 268) In ein Colonial-, Material- und Eisenwaaren - Geschäft in der Nähe von Gießen wird unter sehr vorthcilhaftcn Bedingungen ein Lehrling gesucht. Nähere Auskunft ertheilt die Exped. d. Anzeigers. 265) Ein Mädchen, welches im Kochen und Putzen gründlich erfahren ist, wird womöglich bald in Dienst gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 266) Ein gewandtes und solides Hausmädchen sucht gegen hohen Lohn Adolph Noll, im Ritter. Die Nummer 1 unseres Blattes von diesem Jahre kaufen wir wieder zurück; jedoch nur reingehaltene Eremplare. Die Exped. des Gießener Anzeigers. § H a n d e l s v e r e i n. Generalversammlung im Gasthaus zum Einhorn Mittwoch den 13. Januar, Abends 8 Uhr. Tagesordnung: 1) Berichterstattung. 2) Vorstandswahl. Der Vorstand. Merhrstischr Gesellschaft für Natur- und Hrilkuiide. 244) Sitzung: Mittwoch den 13. Januar, Ab.endS 6 Uhr, in der kleinen Aula. Angekündigter Vortrag: ».Ueberdie Entstehung der Quellen." Z Drittes Eoneert im Winter-Abonnement des Gießener Conrert-Nereins Donnerstag den 14. Januar 1869, Abends präcis 6 Uhr, im Club - Saale, unter gefälliger Mitwirkung des Herrn Otto von Köniqslöw, Concertmeister aus Cöln. Die Concertdirection. Verbesserungsfonds Anmerkungen. Mission Anstalt am Rc-!! form.« Beiträge. Feste. || Q fl. i kr. II fl. fl. I kr. kr. fl- Festcollecte für die Stadtarmen: 69 fl. 32Z kr. 43 1 34- 411 20 19 1 22! 1 1Q4H— 2 | 148 2 Wieseck . . 6 46 46|| 5|-I49,14 650,15 j 21153* 6 261151 |19|42J Summa |26|354j|35;35 Gießen, den 4. Januar »1869. Er hatte in (Fortsetzung folgt.) 1 2 3 4 5 auf i Neujahr.! indenWai- scilbüchsen 228 7 14 fl- 4 35 2 2 1 1 9 9 9 9 5 auf Palm. 3 13 auf Epiphanias ff- 43 966 21 40 7 Außerdem 30 fl. 9 kr. Beiträge für den Verein der Guftav-Adolf-Stiftung in 1869. kr. 6 Bd.2 6) ff. 9 29 2 2 4 45 32, kr. 28 4 2 Pr. Gass. Sch. Div. Cass.-A. Pr. Friedrdor. Pistolen . . „ doppelte Holl. fl. 10 St. Ducaten . . kirchen- kafle am I. Adv. Zusammen. Allcndorf an der Lumda Gießen...... Heuchelheim . . . • Kirchberg..... Treis an der Lumda . . jSolbatrnglüdi. Nooellette von Heinrich Hensler. Anleltensloose. Kurh. 40 Thlr. Loose 55! 4 Nassau fl. 25 b. Roth. 373/4 Gr. Hess. fl. 50 b. R. — Gr. Hess. fl. 25 b. R. 42 40,'0 bayr. Präm. Aul. 1031/2 4O/o badische Loose 100 Badische fl. 35 Loose 543/g 1858r Prioritätsloose 143 1860r Loose 783/8 1864r „ — 1 3 4 41 3 27 — 56V kr- 41 32 V 53 38z 28 kr 6- Für den Verein der Gnstav-Adolf- Stiftung 2 17 „Andrea!" Name it der Pfarreien. Prioritäten* 5% östr. F. St. E. B. 305 Ludwigsh.-Bexbach 159*/2 Maxbahn 106 Bayer. Ostbahn 127 Hess. Ludwigsbahn 139 3% östr. Stsb.-Prior. 54 */4 3% östr. s. Lombard. 443/4 3% Livorneser 32l/4 Toscaner 493/ti Frankf. Hypoth.-Bank — Frankf. Vereins-Kasse 96 5% Elisabeth-Prior. 747/g do. II. Emiss. 74 kr. 45 41| 19 38 z 2 1 1 443/r45 571/2-581/2 49— 50— 54-56 35-37 261/2-271/2 52-56 49-51 26-27 kr- fl- 37 8 —|601 5 16 Frachtbriefe für die Main-Weser- und Cöln-Mindener- Eisenbahn, sowie sämmtliche zollamtlichen Formulare, sind zu haben bei Wilhelm Klee, Mäusburg. 20 Frankens!. 9 Engi. Souver. 11 Rusa. Imper. 9 Doll, in Gold 2 25 1 46 4 - 46 — 45 — fl. I fr. I fl. 3'564 3 17,53124 1112 ' * 1 45 „Heda, Du Faullenzer!" mit riesen Worten weckte ihn Batttsta. »Willst Du wohl h-rauskommen und an die Arbeit gehen! Du hast aber, itu e.S scheint, gestern zu viel gearbeitet und möchtest jetzt gerne auSruhen. Es schein wirk- lich, als ob Du gestern ganz gute Geschäfte gemacht hattest, denn Deine Kun- den haben Dich gut bezahlt," setzte er höhnisch lachend hmzu. Andrea warf dem Oberknechte einen wuthendcn Blick zu, stand rasch auf und eilte hinaus. Wie er aber an Jenem vorbeiging, stich er absichtlich oder zufällig mit ziemlicher Heftigkeit an denselben, so daß Bewe zuruckprallten. „Schurke!" rief Battista, der beinahe zu Boden gestürzt wäre, was fallt Dir ein? Glaubst Du vielleicht, Du wärst noch in der Schenke 6c, -Deine« g,eichen? Wenn Du Deinen Rausch noch nicht ausgeschlafen hast, Du Bolleule, so werde ich dafür sorgen, daß Du nüchtern wirst, - hast'Du mich aber ab- sichtlich gestoben, dann sollst Du sehen, was es gibt! „ „Ereifert Euch doch nicht so, Herr Battista, unterbrach Andrea den Er- zürnten, und lachte ihm in das Gesicht. „Ihr habt so gut getaumelt wie ich, und da kann man doch nicht wissen, wer von uns Beiden am stärksten betrunken ist " „Willst denn Du lüderlicher Geselle," rief zornglühend Sottiila, "D'ch m" mir vergleichen? Was fällt Dir ein, solche Reden zu fuhren? Den Augenblick packe Dich in den Stall zu den Ziegen und spreche kein Wort mehr, oder Du wirst augenblicklich mit Schimpf und Schande aus dem D enste ge agt . „Hoho! Herr Oberknecht!" erwiederte Andrea mit anschcinenr> großer Ruhe und höhnisch lachend, „so weit sind wir noch nicht! Ihr rechnetschon mit zu großer Zuversicht auf die Rolle des Herrn, — bl« ®‘unb« f«6 Ihr aber immer noch Knecht, und leicht wäre es möglich, daß, eheJhr Euch dessen verseht, Euch ein Strich durch die Rechnung gemacht werden konnte. „Bon Dir doch nicht, Du erbärmlicher Tropf, Du elender Knirps, unt brach ihn Battista, bleich und zitternd vor innerer Aufregung, welcher Jener durch sein freches Benehmen immer mehr steigerte. 16 6 10 45 21* Für die Landes-Waisen- Für die Für den Schul- Für die - ■ Orts- verbesserunaöfvnds fnrx-,rr? --- auf II an Pfingst. ||Bc1taq. 37|46 1117|58i Das Großherzogliche evangelische Dekanat. Landmann. Wechsel. Amsterd. k. S. 99i/z Augsb. k. 8. 993/4 Berlin k. S. 105 Bremen k. S. 963/4 Cöln k. S. 105 Hamburg k. S. 873/4 Leipzig k. S. 105 London k. S. 119*/$ Lyon k. S. — Paris k. S. 94i/2 Wien k. S. 997/s Disconto 31/2% G. Geldsorten. ^it diesen Worten war er wieder in die Nähe Battista's gekommen, und indem er an ihm Vorbeigehen wollte, sah er ihm starr und laut lachend m S Gesicht. Das war mehr, als Jener ertragen konnte. Außer sich vor Wuth packte er den Spötter an der Brust und wollte ihn zur Thürk hinauswerfen; — aber Andrea, welcher schon längst auf eine Gelegenheit gewartet Hatte, sich einmal mit seinem verhaßten Nebenbuhler zu messen, und der, obgleich von sehr kleiner Gestalt, doch ein gewandter Ringer war, stellte Jenem ein Bein unter, und alsbald fielen Beide zur Erve. Nach kurzem Ringen kam es zu Faustschlagen, der Lärmen zog einige Leute herbei, welche die Streitenden auseinander rissen, was aber bei der gegenseitigen Erbitterung und Starke nur mit Muhe zu be- ^"^Wähttnd"nun Andrea zur Kammertbnre hinauögeschoben wurde, wobei er einine Fußtritte und Hiebe erhielt, zog er rasch und unbemerkt sein Stilet aus seinem Busen und schleuderte es hestig gegen ten Dbcdntt6t. Dieser machte wooch eine schnelle Wendung zur Seite, und der Dolch fuhr ihm in den Ober- atm, — sonst hätte er ihm gewiß die Brust durchbohrt. „Bindet den Banditen," schrie Battista wuthenv vor Schmerz und Zorn .und knebelt ihn, daß er kein Glied mehr rühren kann, — dann werft ihn dort in den leeren Stall und verschließt ihn gut. Morgen liefern wir ihn dem Kn- minalgerichte in Nizza aus, damit er durch ewige Galeerenstrafe seine schändliche Augenblicklich und pünktlich wurde dieser Befehl vollzogen, da, wie wir bereits gehört haben, Andrea bei Jedermann wegen seiner Streitsucht verhaßt war. — , Es war Mitternacht geworden! _ Battista lag im Wundfiebcr, von Manen sorgsam verpflegt und bewacht in seinem Bette. Der Bader hatte die tiefe Wunde für gefahrlos erklärt, doch mehrtägige strenge Ruhe und Schonung dringend anempsohlen. Jetzt hatte er zum ersten Male die Augen geschlossen, und Mana überzeugte i>ch- daß er fest eingeschlafen sei. Sie erhob sich leise von ihrem Stuhle und schlich aus der Kammer. Vorsichtig trat sie zur Hausthüre hinaus und blieb einige Minuten aUf Sie lauschte — konnte aber nichts hören und sehen. Der Mond schien hell und klar und beleuchtete Alles umher; — es lag eine tiefe Stille auf der Gegend. Jetzt trat die Jungfrau entschlossen in den Hof hinab und ging nach den Ställen; - an der Thüre des letzten zog sie den Riegel zurück und rief leise: (Fortsetzung.) Erst am andern Morgen kam der Ziegenhirte nach Hause, gewohnter Weise den Nachmittag und Abend in der Schenke zugebracht, hatte, wie immer, Streit gesucht und gesunden, war vabei, weil er mehr getrunken hatte wie sonst und schlecht verhehlter Grimm in seiner Brust tobte, verwegener wie gewöhnlich und hatte deshalb auch mehr Schlage erhallen. Obgleich er bereits aus verschiedenen Wunden blutete und schon zweimal zur Stube hlnaus- qcworfen worben war, drang er abermals, mit einem starken Prügel bewaffnet, mitten unter die Gäste; der Prügel wurde ihm jedoch abgenommen und tbm dabei so übel mitgespielt, daß er zu dem Bader getragen werden mußte. Die Ziegen sollten am Morgen auf die Weide getrieben werden - aber der Hirte kam nicht herbei. Der Oberknecht ging nach seiner Kammer, - da lag er noch in seinen Sonntagskleidern und vielfach verbundenem Kopfe und 246) Einem geehrten hiesigen und auswärtigen Pnbli- g> I kum die ergebene Anzeige, daß ich mein Geschäftslocal von tz> : per Mäusburg nach dem Seltersweg, vis-ä-vis dem Herrn ß> 'S Kaufmann Windeäker, verlegt habe und bitte, das seither g> I mir geschenkte Zutrauen auch in meinem neuem Locale be- g> Z wahren zn wollen. I. Buch, Kappenmacher. §> 238) Für ein feineres Geschäft Ivird für jetzt oder später ein paffendes Local gesucht. Offerten beliebe man unter 11. II. bei der ^xped. d. Bltts. niederzulegen. _______________________ Lebtnsversicherungsbank f. D. in Gotha. 245^ EffccHvcr (KapitalfondS •: ; "SL Versicherungen werden verm.ttelt durch_________________Buchhändler in Gießen. ^8l Den Umtausch aller Oesterreichischen Obligationen in 5 «ß-f Staatsschuldverschreibungen der einheitlichen öffentlichen Schuld nach Maßgabe des Gesetzes vom 20. Juni 1868 besorge ich kosten- fiei 15 Aron Heichelheim. Warum denn nicht?" fuhr Andrea fort. „Man kann immer noch nicht wissen" wie es geht, denn wer das Glück hat, der führt die Braut nach Börsennachrivhten. 9. Januar 1869. Preuss. 41/2% Obi. 943/4 Frankf. 3 i/2°/o 0V1» 8P/4 Nass. 41/2% Obi. 94Vs Kurh. 40/o Obi. 865/a Hess. 4O/o Obi. b. Roths. 911/2 „ 31/2% 60. do. 871/2 Bayer. 5% Obi. 1021/s „ 41/2% 1jährige 953/e „ 41/2% Vaiährige 96 Würtemb. 41/2% Öbl. 94l/2 Baden 4’/2% Obi. c. E.L. 947/g Oestr. 50/0 b. R. 593/^ „ 50/0 National 52 */2 „ 50/g Metall. Obi. 63 „ M. steuerf. 51J/4 Amer. 6®/q 1882r Bds. 79 „ 6% 1885r 777/s Actien, Frankf. Bank 123 V4 , Oester. Bank 675 | „ Creditact. 244 Darmst. Bankact. 267 Darmstadt, 8. Jan. Die Stände sollen, wie die „Mainztg." berichtet, demnächst zusammentreten, um das Militärpensionsgesetz zu berathen. Es ist aber noch ein weiterer Gesetzentwurf den Ständen vorgelegt, der von der allergrößten Wichtigkeit ist, und der eine ganz besonders beschleunigte Verhandlung verlangt. Es ist dieß der Gesetzentwurf über die Rechtsverhältnisse der Genossenschaften. Bekanntlich ist für Oberhessen das norddeutsche Bundesgesetz in dieser Beziehung schon in Gesetzeskraft getreten; der der hessischen Ständen vorgelegte Entwurf schließt sich der Sachlage entsprechend genau dem norddeutschen Entwurf an. Die Aufgabe der hessischen Kammern ist daher dießmal im Wesentlichen eine rein formelle, sie werden ihre Zustimmung zu einem fertigen Gesetz zu geben haben. Eben deßhalb kann aber auch mit um so größerer Beschleunigung gearbeitet werden, damit endlich einmal die Genossenschaften aus ihrer gegenwärtig vollständig rechtlosen und ganz, unerträglichen Lage herauskommen. Berlin, 8. Jan. In den Verhandlungen des Hauses der Abgeordneten über die Mahl- und Schlachtsteuer ist wiederholt auf das seit einigen Jahren eingetretene Sinken der bezüglichen Erträge und die aus diesem Umstande zu ziehenden wichtigen socialen Folgen aufmerksam gemacht worden. Auf den Antrag der Commiffarien des Hauses ist nun jetzt eine Nachweisung dieser Erträge von 1865 bis 1867 in den mahl - und schlachtsteuerpflichtigen Städten der alten Provinzen dem Hause der Abgeordneten mitgetheilt Worten, welche dieses so auffallende Sinken fast ausnahmslos in der frappantesten Weise bestätigt. Wir beschränken uns, indem wir einige Beispiele hiervon geben wollen, auf die Provinal - Hauptstädte. 1865 betrug die Mahlsteuer in Königsberg 68,016 Thlr., in Danzig 48,561, in Posen 35,138, in Stettin 50466, in Breslau 106,083, in Berlin 482,200, in Magdeburg 44,465, in Köln 82,615 Thlr.; im Jahre 1867 dagegen: in Königsberg 62,341 Thlr., in Danzig 41,012, in Posen 25,788, in Stettin 45,353, in Breslau 99,999, in Berlin 429,318, in Magdeburg 35,812, in Köln 78,349 Thlr. Bei der Schlachtsteuer zeigt sich die Abnahme in demselben Verhältniß. Es ist diese Abnahme um so auffallender, als die Bevölkerung sich überall doch vermehrt hat, woraus man zu folgern geneigt sein möchte, daß mehr als früher verzehrt werden und demgemäß auch mehr als früher an Steuer aufkommen müßte. Statt dessen tritt aber das Gegen- theil ein: trotz der vermehrten Bevölkerung wird weniger verzehrt. Die von gewisser Seite gern in den Vordergrund gestellte Erklärung: die Ursache liege im vermehrten Schmuggel trifft sicherlich nicht zu. Der Schmuggel in den mahl- und schlachtpflichtigen Städten ist so leicht nicht; auch verlohnte er sich für den Arbeiter, der keine Auslagen machen und also höchstens nur seinen täglichen Bedarf ein» schmuggeln kann, nicht einmal der Mühe; er würde an Zeit und Arbeit mehr verlieren, als er durch den Schmuggel — von den Folgen einer Entdeckung gar nicht zu reden — verdienen könnte. Ueberdieß zeigt die gleichmäßige Verbreitung dieser Abnahme über die ganze Monarchie ja auch handgreiflich, daß die Ursache in ganz anderen Momenten liegen, auf ganz allgemeine Verhältnisse zurückzuführen sein muß, und es bleibt darum auch in der That keine andere Erklärung übrig, als die von den Abgeordneten Virchow und Löwe jüngst gegebene: daß das Volk sich in Bezug auf die nothwendigsten Nahrungsmitteln Entbehrungen auferlegen muß. Berlin, 9. Jan. Die „Nordd. Allg. Ztg.„ setzt ihre polemische Kritik des österreichischen Roth- buches fort und sagt: Das Verhalten des N.ichs- kanzlers, Verleumdungen Preußens enthaltende Depeschen, welche in Berlin nicht amtlich mitgetheilt worden, zu veröffentlichen, muß im weiteren Verfolge zum Abbruche der diplomatischen Beziehungen führen. Stuttgart, 8. Jan. Der „Staatsanzeiger" bestätigt Die Mittheilung, daß Prinz Wilheln von Würtemberg nach Beendigung feiner akademischen Studien auf der Landesuniversität zu seiner weiteren wissenschaftlichen Ausbildung und insbesondere zu Erlernung des Militärdienstes sich nach Berlin begeben wird. Das officiöse Organ fühlt sich gedrun- gen, dieß durch die gleichsam entschuldigende Bemerkung zu commentiren: „wie dieß auch von anderen wurtembergischen Offizieren geschehen." 28ren, 7. Jan. Dem Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten ist ein fatales Malheur passirt. Graf Beust will sich alle Welt verbinden und hat deßhalb auch den schweizerischen Mitgliedern der internationalen Conferenz, welche in Genf das Redaction, Drr Uebereinkommen in Betreff der Behandlung der Verwundeten rc. im Kriege vereinbarte, österreichische Orden zukommen lassen. Der greise General Dufour wurde mit dem Orden der eisernen Krone 1. Klasse bedacht. Der schweizerische Bundesrath hat aber die Orden nach Wien zurückgeschickt, mit der Bemerkung, daß der Art. XII. der Bundesverfassung den Bürgern der Eidgenossenschaft verbiete, Orden anzunehmen. Nun fragt man, wozu ein österreichischer Gesandter mit 15,000 st. Gehalt in Bern residirt, wenn derselbe nicht einmal in den Elementen des schweizerischen Staatsrechts Bescheid weiß, und durch seine Unwissenheit den Reichskanzler v. Beust, ja die Orden verleihende Majestät selbst com» promittirt? Für die von den schweizerischen Republikanern verschmähten Orden werden sich leider in dem „regenerirten" Oesterreich Liebhaber genug finden. — Der „Pesther Lloyd" weist die Vermuthung einiger Wiener Blätter, Graf Andraffy trachte darnach, die Stelle des Reichskanzlers einzunehmen, mit der ironischen Vergleichung zurück, das heiße gerade so viel, als wenn man von dem kräftigen Tannenbaum im Walde behaupten würde, er sehne sich darnach, ein Ehristbäumchen zu werden. Das Deak'sche Organ will damit sagen, daß der glänzende Schein bei dem Reichskanzler, die reale Macht aber bei dem ungarischen Ministerpräsidenten sei. Die Neujahrs- conferenz zwischen Beust und Andrassy scheint auch trotz aller officiösen Spiegelfechtereien hinsichtlich der deutschen Frage die ungarische Auffassung als die entscheidende conftatirt zu haben. Wien, 9. Jan. Das Telegraphen-Eorrespon- denz-Bureau" meldet telegraphisch aus Konstantinopel vom Heutigen: Das griechische Blaubuch veröffentlicht die Correspondenzen des bisher bei der Pforte accreditirt gewesenen griechischen Gesandten Delyannis an feine Regierung, worin derselbe über eine Unterredung mit dem russischen Gesandten Jgna- tieff berichtet. Letzterer äußerte bei verschiedenen Anlässen, daß, was die griechische Regierung auch immer unternehmen sollte, die Türkei nicht wagen werde, dagegen einzuschreiten. Paris, 8. Jan. Das „Journal officiel" bestätigt, daß alle zur Conferenz geladenen Mächte diese Einladung angenommen haben, und daß demnach die Conferenz am 9. Januar zusammentritt. Allgemein steht man voraus, daß der Marquis de Lavalette den Vorsitz führen wird; als Protokollführer wird, wie der „Public" hört, der Director der politischen Abtheilung im Ministerium des Aeußern, Herr Desprez, fungiren. Demselben Blatt zufolge, wird gleich in der ersten Sitzung verabredet werden, über den Gang der Verhandlungen strenges Geheim» niß zu bewahren. — Der „Gaulois" vernimmt, ohne die Meldung verbürgen zu wollen, daß ein Vertrag Zwischen Der Königin Isabella und Don Carlos abgeschlossen worden wäre. Diesem Vertrag zufolge sollte Isabella zu Gunsten des Don Carlos abdanken; der Prinz von Asturien sollte mit Der Tochter des Don Carlos vermählt werden, und dieser später zu Gunsten seines Schwiegersohnes abdanken. Mit Recht meint der „Gaulois", diese Combination sei mehr sinnreich als wahrscheinlich. Die Tochter des Don Carlos hat erst vor einigen Wochen in Paris das Licht der Welt erblickt. — Die der „France" aus Spanien zugehenden Nachrichten stellen die Lage auf der Halbinsel als sehr beunruhigend dar. Man fürchtete in Madrid selbst eine von der republikanischen Partei, welche täglich an Kraft zunimmt, an- gestiftete Bewegung. — Das heutige Bülletin über das Befinden des Prinzen Napoleon lautet: „Die Besserung in dem Befinden Sr. kaiserlichen Hoheit hält an. Fauvel. Ricord. Fsrand. — Im Ge- sundheitszustande des Hrn. v. Moustier soll auch eine geringe Besserung eingetreten sein, dennoch aber ist fein Zu stand noch immer sehr bedenklich. Paris, 10. Jan. Das „Journal officiel" meldet : Die Conferenz hielt gestern Nachmittag ihre erste Sitzung. Die nächste findet am Dienstag statt. Djemil Pascha ist auf der Conferenz der einzige Vertreter der Türkei. Vermischtes. Darmstadt, 9. Jan. Die heute erschienene Nr. 1 des Regierungsblattes auf das Jahr 1869 enthält: I. Edict, d. d. 31. Dec. 1868, die Mitglieder des Staats- raths für 1869 betreffend. Dasselbe lautet: Ludwig III. von Gottes Gnaden Großherzog von Hessen und bei Rhein rc. rc. Nachdem Wir beschlossen haben, daß zu Unserem Staatsrathe außer den in dem Edicte vom 28. Mai 1821 in Artikel X unter Nummer 1 bis 4 und in der Bekanntmachung im Regierungsblatt vom 11. Juli 1823 un- ter Nummer 4 der Dienstnachrichten als bleibend bezeichnete» Mitgliedern für das Jahr 1869 folgende Personen als außerordentliche Mitglieder berufen sein sollen und zwar: der stdent des Oberappellations- und EassationSgerichtS, Benner; f und Verlag der Brühl'fchm Druckerei (Fjr. Ehr. Pie der Präsident der Ober-Medicinal-Direction, Dr. G oldmann; der Präsident des Hofgerichts der Provinz Starkenburg, Dr. Krug; dec Geheimerath Kritzler; der Ministerialrath Schleiermacher; der Ministerialrath Freiherr von Roden st ein; dec Oberappellations- und Cassationsgerichtörath Dr. Hallwachs; der Kreickrath Freiherr von Starck; so ist sich hiernach gebührend zu achten. Urkundlich k. II. Bekanntmachung Großherzoglichen Kriegs Ministeriums, die Ergänzung der Ofsiziere betreffend. Zufolge Allerhöchster Entschließung Sr. Königl. Hoheit deS Großherzogs wird die nachstehende Eabinetöordre Sr. .Majestät des Königs von Preußen nebst dazu gehöriger Bekanntmachung des königl. preuß. Kriegsministeriums zur allgemeinen Kennt- niß gebracht. £5 Die Ergänzung der Offiziere des stehenden Heeres betreffend. Auf den Mir gehaltenen Vortrag bestimme Ich hierdurch, daß die im §. 11 der Verordnung vom 31. Oct. 1861 über die Ergänzung der Offiziere des stehenden Heeres denjenigen auf Beförderung dienenden jungen Männern, welche auf Grund eines vollgplttgen Abiturienten-Zeugnisseö mindestens ein Jahr auf einer preußischen Universität studirt haben, bewilligte Ver- gunstiguns auch auf solche^junge Leute aufzudehnen ist, die eine überhaupt im Gebiete deS norddeutschen Bundes belegene Universität unter denselben Bedingungen mindestens ebenfalls ein Jahr besucht haben. Das Kriegsministerium hat hiernach das Weitere zu veranlasse» Berlin, den 26. November 1868. gez. Wilhelm (ggez.) v. Noon. Es folgt hierauf das Verzeichniß der nichtpreußischeu Lehranstalten, deren vollgültige Abiturientenzeugnisse von der Ablegung der Portepeefähnrichs-Prüfung entbinden. Es sind dieß im Großherzogthum Hessen die Gymnasien zu Darmstadt, Bensheim, Gießen, Büdingen, Mainz und Worms, sowie die technische Schule zu Darmstadt, als Realschule 1. Ordnung. III. Bekanntmachung Großherzogl. Eommission für Post- Angelegenheiten, die Eorrespondenz nach den Niederlanden betreffend. Berlin. Der Streit zwischen dem Fabrikbesitzer Borsig in Berlin und seinen Tausenden von Arbeiter» ist friedlich beigelegt. Nach mancherlei Verhandlungen berief Hr. Borsig am Sylvesterabend sämmtliche Arbeiter in seinen Fabriksaal und sagte, er werde gegen den Obermeister Krell (der einem Arbeiter eine Ohrfeige gegeben hatte) eben so verfahren, wie gegen jeden anderen tüchtigen Arbeiter, er werde ihn entlassen und später mit einem Verweis und der Erwarlung besseren Betragens wieder annehmen. Herr Krell werde sich bestreben, sein Betragen den Arbeitern gegenüber zu ändern, seine Neue habe derselbe schon ausgesprochen. Borsig bat nun die Arbeiter, seinen Wunsch zu erfüllen und den alten Groll im alten Jahre zurückzulassen, damit die Eintracht, die zwischen ihm und seinen Arbeitern immer geherrscht, wiederkehre. Die Arbeiter berie- then unter sich und erfüllten den Wunsch ihres Arbeitgebers. Dassel, 6. Jan. Sicherem Vernehmen nach wird die Strafanstalt zu Marburg (wo in den 1830ger Jahren u. A Professor Jordan, später Professor Eichenberg ?c. rc. geschmachtet) aufgelöst und das hiesige Staatsarchiv dahin verlegt werden. So wird das alte Stammschloß der thüringischen Landgrafen eine würdigere Bestimnmng erhalten. Thüringen. Ein Bauer besitzt eine Getreidereinigungsmaschine und gibt dieselbe an gute Nachbarn und Bekannte sehr gern zur Benutzung, ohne eine Entschädigung anzunehmen. Vor einigen Wochen borgte der Bauer X. die Maschine um Kleesaamen zu reinigen, vom Bauer X. wird aber gleich die Maschine zum L. gefahren, der ein gelernter Müller ist und sich die Maschine selbst zurechtstellt. Da bemerkt L. in dem Brette, worauf die gereinigten Körner fallen, 3 daumen- starke Löcher; er untersucht die Sache näher, findet aber zunächst nichts Auffälliges, bis er an der Seite der Maschine einen kleinen Schieber bemerkt, der sich als Ausgang eines sogeü. Metzkastens präsentirt. Der Kasten wird seines Inhalts entleert und es kommen für niehrere Thaler Kleesaamen zum Vorschein. Nun reinigt auch L. sein Getreide und findet wieder mehr als ein INaaS Roggenkörner in denl geheimen Kasten. — Seit der Zeit steht das Metzhandwerk still, denn Niemand will die Maschine borgen. Wie man erfahren hat wurde die Vorrichtung von einem Maschinenbauer aus P' fabrizirt; ob sie vielleicht Colleginnen hat? Weinheim, 6. Jan. (Mannh. I.) Durch den gelinden Winter regt sich die Natur überall, täglich werden uns blühende Reiser von Mandeln-, Pflaumen-, Pfirsich- und Aprikosenbäumen gezeigt, auch die sogen. Märzveilchen stehen schon thetlweise in der Alüthe. Hr. Müller Eschwey von Reisen eine Stunde von hier in dem nahen Odenwald, hat in voriger Woche das Gras in seinem Garten hinter der Mühle abgemäht, das wohl im Monat Mai nicht schöner sein kann. Von der Elscnz. In der Gemeinde Reihen will in der Neujahrsnacht ein Bursche seine Geliebte mit einem Gruß« beehren. Er begibt sich mit einigen Freunden vor das Haus des Bürgermeisters, in dem sie als Magd dient. Er ruft ihren Namen mit einem „Prosit Neujahr." Sie erscheint am Fenster, er schießt und sie verschwindet wieder. Der Bursche schießt mit seinen Freunden noch vor ander» Häusern und bleibt noch wohlgemuth bis Morgens 4 Uhr im Wirthshause. Am Morgen erscheint das Mädchen so lange nicht. Als man nach ihm sieht, liegt es todt in seinem Blute. Der Propfen ist ihm durch das Auge in das Gehirn gedrungen und hat «wahrscheinlich den augenblicklichen Tod zur Folge gehabt. Die Todtenliste des Jahres 1868 enthält folgende Namen von Bedeutung: Adalbert Stifter, Schriftsteller; Sophie Schröder, die größte Schauspielerin ihrer Zeit; König Ludwig I. von Baiern; Lorg Brougham, eine parlamentarische Größe Englands; Eardinal Andrea; Muhlfeld, eine parlamentarische Größe OesterreichsVilmar, der Kurheffe; Hannibal Fischer; Frau Birch-Pfeiffer, die Bühnendichterin; Schnyder von Wartensee, Eomponist; Schönbein, Erfinder der Schießbaumwolle; Graf Gyulai, der unglückliche Feldherr von 1859; Eduard Hildebrandt, Maler: Friedrich Förster, Theodor Körners Waffengenoffe und Schriftsteller; Genelli in Weimar, Maler; James Rothschild und Rossini in Paris; Eharles Kean, der berühmte Darsteller Shakespeare'scher Rollen in England; Marschall Narvaez, einer der letzten Minister der Keönigin Isabella; Fürst Michael von Serbien (ermordet); der bekannte Romanschriftsteller Alvenöleben; Berryer, einer der e sten^Redner Frankreichs; Prof. PH. Weicker, der Nestor der deutschen Philologen (ein geborner Grünberger). ch) in Gießen.