?LL,zs, 'mraa fi "°n i848 4 • *”-*«:! s nnt ln h ®utlföen bft ,at™ Ä“6*’ ib’Uer 3wQnjÄtolbw,a '■» Of'ammÄ W ’tr. fotiZ,****» - #ir\ , t“ a*'h« ; i/ha^"9"4™ , «.htärcb’ -’l,™3*1.™ "f«.-:.:sNrr zur Paris« Nachader die'elbe an^ommrn und ; $« -aal. Nochefort werde ';= xolltommen Frei- ^-rtinr.rmd1 theilt mit, er der idgiittn ®r ijch tui den Wiedereintritl - tuteht Sr sagt, es sei ”6 ^rt t°m W't stM L**»»»>* ■ -• wtt r -"bald da. W ?tii »an ülIrf, - -«di. * M««. (»tute in do H« ■ ' gj}!*»** “Sa*** <<*•«»* K, ,»> Prels vierteljährlich 36 kr. mit Brtngerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 49 kr. Gießener Anzeiger. Erscheint wöchentlich drer» mal: Dienstags, Donnerstag« und Samstags. - Expedition: Cauzleiberg Lit. B. Nr. 1. Donnerstag den 11. November 1869. s» Mnzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kiefen. Nr. 1-Z3. Betreffend: Die Volkszählung vom 3. December 1867. Gießen, am 30. Bctober 1869. K Das r o ß h e r z o g l i ch e Kreisamt an Gießen die Groschermglichen Bürgermeistcreirn des Kreises. lungäagenlen be/ügltd)nb"r V°lkszählung^"°°m 3. ©e«mblr''1867''JC6Uß’e^nnMfeneunb^eJuftrag"n’ä «ÄM sw1 * Rödgen/am'8. November 1869 ^^’t n^,teö.enbe Holzsortimente in den Grobherzogliche BürgernicisttO-ei Rödgen, steigetÄ7n als" öffentlich ver- Jnderthal. Versteigerungen. 10411) Freitag den 12. November l. I., des Vormittags um 10 Uhr, soll die Lieferung des Schulbcfoldungskorns mit 15 Maltern 1 Simmer, desgl. des Korn- steigert werden, als: 4046 Wellen Nadel-Reisholz, Der landwirthschaftliche Bezirksoerein des Kreises Gießen wird t Ul (I (f) U fl Qe eine Generalversammlung abhalten, zu wacher oUe' Serei^unb'nUe^^eu^be^beTsanbmir^fr?. ®c"8n"8=l j» Großen-Buseek laden werden. uc ^eunoe der Landwutyschaft, insbesondere die Herren Ortsvorständl 1) Verwendung der dem Verein zur Verfügung stehenden Mitttl. * $ 11 11 11 9 • §) Deichte über die im laufenden Jahr mit künstlichem Dünger angestellten Verfucke 3) Äff der Anbau des Jncarnatklees im Bezirk Gießen rathsam? riUC9e‘ 4) Ueber Aufzucht des Rindviehs. und Spät-Saaten aus benselben. neten initzutheilen. 9 ' ‘”“"0 ausgesetzt wünschen, so w.rb gebeten, bieS vor Beginn ber Versammlung dem Unterzeich- @ie6en,rrbm ^Nommber ITO."' 0etlCtCn®roiVtOfdjaFtU^e®be^^Te^ Vereins speciell Kenntniß zu geben. NB- Nach ber Versammlung finbet ein gemeinschaftliches einfaches Mittag°essen statt. " die Grosvirrmglichrn Büröermkilirrkicn des Kreises. x^^/usschrechen vom 1 Mion erntens 62 mÄ WwenJbJr Väi®'(Jtris’brt'amtgblnneV^n^SBrinb'L^lO die Uebersichten für bas Jahr 1869, her b" 3nmpffUp?nUern 3um 20-.®e«mber d. I. in doppelter Ausfertigung an uns einzusenden ~ b 10 Amtsblattes von 1863) entsprechend, am 3. Decem- Sowett einzelnen Bürgermeistereien besonbere Gemarkungen zugewieien siL, sinb1ür'Äese"ge7rennte Uebersichten auszustellen In Verhinderung des Kreisraths: —■■■ _ K e k u l ö, Kreisassessor. .. . Bekanlltmachuna, » S" IS69 Klreffn,». □ft» &ää "1 •“* -7—-^———^——-————- H a b e r k o r n. __Schmitt. 25 Löste Allerleiholz, 5 Eichen-Stangen mit 15 Cubikfuß, 22 Nadel- „ „ 16 Bemerkt wird, daß sich das Reisholz besonders zu „Deckreisern" eignet. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird b । -------------------------------- D°n LS* * °uch eine Anzahl WiflU£?e1,nefif"nriSTaSjSft1? L°us^häuslicher Vechälkniss? halber bringendlvLs'cheiiswE^ mCnn d°'um nachgesucht wirb, solche Mannschaften Berück- bas Ä» fonbern hVSÄh des Wohnorts des Bittstellers oorzubringen. Die an Regimente ®°luche werden von den Großherzogl.chen Bürgermeistereien an uns eingesandt und von uns am 1. August jeden Jahres dem betreffenden zu dem 1. August beendigt sein können lft '* notb'0' ba6 blc ®c|uclK - Exv-d. die Saison: , Bodenheimer . ♦ a — Wachenheimer . ♦ ä - Dürkheimer . ♦ a — ff Niersteiner ♦ . ♦ a — ff Rüdesheimer Berg a 1 „ .. . Bestellungen auf bessere Weine bis zu den feinsten Sorten, sowie größere Commissionen für Beziehungen in Fässern, nehmen genannte Herren ebenfalls für mich entgegen. Adolf Ztnßer, im Garten. ....d M-hlvreise in verflossener Woche von nachbenannten Orten und Fruchtmärkten. ---—------------- ' Wicken. | Kartoffeln. | Zahlungsfrist bis Johannitag 1870 ge- ___________ stattet. . ©iriA- Bäckerei."und'kann solche schon vor dem b ®tC Agdg7n"°am's November 1869. * n^termin aus freier Sand ver- Großherzogliche Bürgermeisterei Rodgen. Jnderthal. Den Herren Photographen vermischte Anzeigen, bringe meine Retouchir-Anstalt in empfeh- ~ z • (X.-mÄftrtffprtn lende Erinnerung; Preislisten und Proben G6)0(1) ClllCr tpQll0p(lUClHL franco. Friedrich Hartung, 10420) Eine gebildete, erfahrene, gut Maler und Photograph m Frank- empfohlene Haushälterin im Alter von 25 (10413)________furt a. M. bis 36 Jahren, von gefälligem Aeußern, 104281 Puvvenaestelle, PorreUain- ledig, oder am liebsten kinderlose Wittwe, und Wachsköpfe, PorreUain- und Pa- die in der selbststäiidigen und stlbstthatigen p"ernmch^ Arme,' Schuhe u. 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Gießen Alsfelb Grünberg Lauterbach Mainz yiCiGsö) | M. 18 2 M. 15 2251 । 2 267 11 11 11 11 1 23 M. 1 15 M- 24 120 i 2 115 8' 6 815 9- i 815 auf gef 0 fl.jkr- - 0 0 - ❖ r9*ng. u "ur 8 kr. *>.SiÄ5 a A".» ..» „.•.'-tunbtn betr" ^"'>!Zkeit." Jf® 11 ^ooember: Miftingsirl ■!*cn zelsenkeller, nlflb«: ' ^^6usm5dchcn wird firT4*™ ’* «« braves Dienstmad- •- au» Veihnachten, in -crev bei der Expedition "atikn wird ein Mäd- - bas iowohl in der i eilen daMchen Arbei- dtstn hoben Lohn zu Anderes bei der Erped. '.onenen Sonntage wurde :m ^mßer'schen Garten ne Ubrfdte und ein Me- 7 redliche Finder wird :r.r.3nb( qeam eine gute ;TDcb b. 9l. abiugeben. 1 ctatn guten Lohn ein en Tiidi. welches nähen 7 as Ääbere zu ertragen ■ er, Leltersweg. e Damenzeitnng// Btebhiadlugea und b*i*e BIENE. o* bühpU Berliner firüode und Handarbeit .M um Mimrkang der mCM dtf Bmr , -.cluu; der in diel« n.iU.tenfc Abbildungen. 3 AnurlOSgr. tocteT Bedürfnisse ® die „Biene” “JcBäu vaa die Mode Fronen und ■ . bringt: * ^ch an 1200 vor- luZeee der gesamniten “ -Garderobe, Leib- . ,,. :..^tenBand- "SreSäienten JL-J nit fessbcber •^^eh -- -°-bd“ - möglich mrd. Hak» und damit : .uW22J' m erzielen. • « V a Banque! Erzählung von Wilhelm Andrea. „Gottlob, der letzte F.verstrich!" sagte ter Referendar Friedrich von Her- bert zu seinem eben eingetretencn Anusgenoffen, indem er die Feder mit Heftig' keit auf den Tisch warf. „Nun Vie Acten auf vier Wochen beiseite geschoben und vergessen, damit man sich einmal wieder als Mensch fühlen kann, Morgen schüttle ich den Staub von meinen Kleidern und Schuhen und eile wie ein vom Käfig entflohener Vogel in die Ferne, über Berg und Thal, die lang entbehrte Freiheit in vollen Zügen zu genießen!" Steht Dein Entschluß, nach Baden zu reifen, noch fest?" „3a." „Gut, ich reise mit Dir." „Du, Blumenthal?" Ja, gestern Abend habe ich mich, Dank den Goldstücken meines guther- rigen Oheims, dazu entschlossen." Bravo! Dann laß D-ch umarmen, Du HerzenSlunge! Diese freudige Ueberraschung sollst Du mir nicht umsonst bereitet haben; sie wird mir ein Grund mehr sein, meine Bekanntschaft mit dem Onkel und Vormund Deiner Angebeteten, Alwine von Seefeldt, möglichst zu Deinem Vortheile auszubeuten. Als Erkenntlichkeit für Deine Freudenbotschaft will ich Dir vorläufig mittheilen, daß das Vorurtheil des alten ! hartgesottenen Edelmanns ferner keine un- übersteigliche Schranke gegen die Verlobung seiner Nichte mit einem Referendar von bürgerlicher Herkunft bilden wird. Nur in dem andern Punkte bleibt er noeb unerschütterlich fest, daß sie nämlich keinen Mann ohne Vermögen heira- then soll, weil ihr Erbthril von der Hinterlassenschaft ihrer Eltern nur gering und weil der Onkel mit einem Worte — ein Geizhals ist. Doch verliere nur Den Muth nicht; kommt Zeit, kommt Natd." , Daß Blumenthal in Alwine von Seefeldt sein höchstes Lebensgluck fand und Beide mit einander in ihren Herzen den Bund der Treue geschloffen hatten, war schon seit geraumer Zeit ein öffentliches Geheimniß. Aber mit einer förmlichen Verlobung halte es noch seine guten Wege. So lange der alte Baron von Seefeldt seine Skrupel nicht zu überwinden vermochte, war bei seinem fast sprüchwortlich gewordenen Eigensinn daran nicht zu denken. „Hast Du vielleicht in diesen Tagen Gelegenheit gehabt, mit dem Baron darüber zu sprechen?" fragte Blumenthal. „Erst gestern Abend," 'lautete die Antwort, „Er hatte ganz gegen seine Gewohnheit dem Ungar fleißig zugesprochen, und war daher äußerst zugänglich. Ich faßte mir also ein Herz, einige Vollkugeln für Dich in die Schanze zu werfen.' „Aus der Geschichte wird nichts!" sagte er ungefähr; den Mangel eines adeligen Namens würde ich an dem künftigen Verlobten meiner Nichte am Ende wohl noch verschmerzen können, wenn er übrigens nur so viel Vermögen besäße, daß Laura standesgemäß auftreten könnte; aber der Herr Blu- menthal ist so arm, wie eine Kirchenmaus." „Ja, das ist wahr, arm wie eine Kirchenmaus bin ich!" sagte der Be- Leichnete und warf sich seufzend auf das Sopha. , „Verzage nur nicht, alter Freund!" tröstete ihn der Andere, „denn yoffent- lich werden wir mit der Zeit auch diese Schanze noch erstürmen." „Ich muß bald daran verzweifeln," erwiedert? Blumenthal, weil der Geld- punkt'dem alten Geizhals über Alles geht." Höre einmal," sagte Herr von Herbert nach einigem Nachsinnen, „da fährt "mir ein guter Gedanke durch den Kopf. Was meinst Du, wenn Du in Baden einmal der Glücksgöttin die Hand bötest?" Du nicht in Versuchung besuchtes Bad, wo ziemlich hoch am Himmel stand. — ® Weißt Du, was mir vorige Nacht geträumt hat i so begann von Herbert am folgenden Morgen die Unterhaltung, als sie gemüthlich bei ihrem Mocca saßen und eine duftende Havanna rauchten. „Mir träumte, üMatte Die Bank gesprengt und über drei mal hundert tausend Thaler gewonnen." „Sonderbar," entgegnete Blumenthal, „und mir träumte das Gegentheil, „Ich spiele nicht!" z „Einmal ist nicht immer." - „Nein, ich spiele durchaus nicht, und damit auch Du geräthst, möchte ich Dir den Vorschlag machen, ein weniger e« keine Spielhölle giebt, zu unserem Reiseziel zu nehmen." Du wolltest also Dem Feinde feig den Rücken kehren?" "Ich wünsche, daß wir es thäten. Mir kann er freilich nicht gefährlich werden, denn ich spiele nicht. Es giebt in Baden aber auch noch einen andern Feind, der nicht minder gefahrdrohend ist." „Und der wäre?" . . . n Das schöne Geschlecht, welches dort sehr stark vertreten fein soll, könntest leicht in Versuchung kommen, Deinem bisherigen Grundsätze, Dich nie- mals wieder zu verlieben, ungetreu zu werden." Ich werde nicht wieder lieben." 'Nun dann rnag's dabei bleiben - also nach Baden. Jetzt will ich nach meiner Wohnung zurückkehren und meine Sachen packen, damit ich morgen auf «....«.m * auf dem Hausflur nach: „W-r morgen früh nicht zur rechten Zeit aus dem Bahnhofe ist, giebt eine Flasche Seel zu in besten. Io»°' es gilt!" lautete tie Antwort de« Abgehenden. Beide waren aber am solg-nden Morgen pünktlich zur Stelle und reisten mit rem ersten Zuge ab. Ihre Stimmung war so heiter tote Sommer- "' „en der reine, wolkenlos- Himmel, und da sie ,hre Re.se ohne erheb- Uche Unterbrechung und Storung formten, so langten sie schon am Nachmittage M Auf"ih"e Kaff7 nähmen"siedgleich °°"on vorn herein so viel Rücksicht, dasi fie anstatt in einem der ersten Hotels Quartier zu nehmen, sich sofort nach ihrer Ankunft gemeinschaftlich eine Wohnung mieteten, die den bescheidenen Ansprüchen eines Landstädter« vollkommen genügte. Erschövft von der Reise verzichteten sie auf die ersten Abendgenusse de« Badelebens, begaben sieb baldigst zur Ruhe und schliefen, bis die Sonne bereits ich verlor im Spiel mein ganzes Vermögen, oder, was dasselbe ist, meine neunzig Thaler Reisegeld, und als ich von meiner Badereise heimgekehrt, noch obendrein meine Alwine!" Herr von Herbert erwiederte lächelnd: „Ich wollte, der Schlummergott hätte die Rollen verwechselt, und die Glücksgöttin übertrüge Dir in Wirklichkeit die meinige. Wahrhaftig, ich wünschte es Dir von Herzen, daß Du plötzlich krösusreich würdest und der sehnlichste Wunsch Deines Lebens in Erfüllung ginge. Du darfst die günstige Gelegenheit, Dein Glück im Spiele zu versuchen, aus keinen Fall vorübergehen lassen!" „Ich spiele nicht!" — Dieser Weg wäre des kostbaren Preises nicht würdig. Aber einen Preis giebt es, um deswillen ich meinem Grundsätze einmal ungetreu werden und ein paar Goldfüchse verlieren könnte." „Und der wäre?" „Daß ich die Genugthuung hätte, Dich baldigst wieder in Amors Fesseln zu sehen. Unmöglich wäre es nicht, denn Dein ganzes Aeußere ist dazu geschaffen, unter den hier wandelnden Schönheiten Eroberungen zu machen." „Ich liebe nicht! Ich habe an meiner ersten unglücklichen Liebe mein ganzes Leben genug, und werde meinem Vorsatze, mich nie zu verheirathen, unter allen Umständen treu bleiben." „Ob Deine ehemalige Laura wohl noch unter den Lebenden weilt?" fragte Blumenthal. „Hast Du seit ihrem Verschwinden nichts wieder von ihr gehört?" „Nichts weiter, als daß sie mit ihrem Vater in's Baden'schen gezogen sei, wo dieser sich ein kleines Gut gekauft haben soll. Ich zweifle nicht, daß sie noch lebt; wenigstens ist sie nicht aus Liebesgram gestorben, denn dazu war sie zu stolz und lieblos. Für mich allerdings ist sie todt." „Sie war bei all ihrem Stolze und ihrer Gefallsucht doch ein reizendes Mädchen," meinte Blumenthal; und wer weiß, ob sich nicht am Ende die gegen sie erhobenen Beschuldigungen als völlig grundlos erwiesen hätten, wenn auf beiden Seiten einer ruhigen Ueberlegung und gegenseitigen Aufkläiung Raum gegeben worden wäre." „Du willst sagen, daß ich das Verhältniß in leidenschaftlicher Erregung, ohne sorgfältige Prüfung der vorliegenden Thatsachen abgebrochen habe." „Ja, das meine ich." Lieber Freund, Alles hätte ich darum gegeben, wenn mir in jenen verzweiflungsvollen Stunden, in welchen mein Herz sich zwischen Besitz und Entsagung ent- scheiden mußte, nur ein einziger Hoffnungsstrahl aufgeleuchtet wäre! Aber nein, der Briefwechsel Laura's mit dem schönen Offizier war mir ein deutlicher Beweis für ihre Treulosigkeit, als daß ich mein Verhältniß zu ihr noch länger hätte aufrecht erhalten können. Nach einem kurzen, aber qualvollen Kampfe löste ich dasselbe auf." „Vielleicht zu voreilig!" „Und seitdem gleicht mein Herz einem ausgebrannten Vulcane. ES ist, wie* ich hoffe, für grauenliebe auf alle Zeit unempfänglich geworden." „Wie aber, wenn ihr Briefwechsel und ihr sonstiger Verkehr mit dem Lieutenant Wendler ganz unschuldiger Natur gewesen wäre? Wenn Dir bloS Deine Eifersucht einen Streich gespielt hätte?" fragte Blumenthal. „Wahrlich, Du bist ein wackerer Vertheldiger jener Treulosen!" rief Her- bert etwas empfindlich aus. „Es wird Dir indeß nicht gelingen, meine lieber* zeugung von ihrer Schuld wankend zu machen. Wenn jenem Briefwechsel wirk- lieb ganz unschuldige Ursache zu Grunde gelegen hälfen, so würde sie durch eine offene, rechtzeitige Erklärung es gewiß zu verhindern gewußt haben, daß ich den Offizier zum Zweikampfe herausforderte und mein Leben auf's Spiel fetzte. Sie ließ es aber ruhig geschehen! War das etwa ein Beweis von Liebe zu mir? Von glaubwürdiger Seite erfuhr ich sogar, daß sie in Ohnmacht gefallen sei, als ihr die Nachricht von der Verwundung meines Gegners überbracht Worten. War das ein Beweis von Liebe zu mir? — Wenige Tage nach dem Duelle reiste sie mit ihrem Vater ab, ohne meinen Brief, in welchem ich sie Der Treu- losigkeit anklagte und unser Verhältniß für aufgelöst erklärte, einer Antwort gewürdigt zu haben.". „Das sind allerdings äußerst gravirende Indicien," bemerkte Blumenthal in juristischen Kunstausdrücken, aber dennoch möchte ich behaupten, daß die Unschuld Deiner Angeklagten nicht außer dem Bereiche der Möglichkeit liegt. Vielleicht gelangte die Kunde von dem beschlossenen Zweikampfe erst so spät zu ihr, daß sie denselben nicht mehr verhindern konnte; vielleicht sträubte sich ihr beleidigter Stolz dagegen, Dir auf Deinen, wahrscheinlich in höchst leidenschaftlicher Erregung abgefaßten Brief eine Erklärung zu geben." „Wir wollen die Sache nicht weiter erörtern, lieber Blumenthal. Ich bin überzeugt, Du hättest an meiner Stelle gerade so gehandelt." Dieser zuckte die Achseln. „Ich bezweifle es," sagte er. „Einerlei, wie Du darüber denkst," fuhr Herbert fort; „ich handelte nach bestem Wissen und Gewissen und bereue Den Schritt noch heute nicht. Es sind nun bereits drei Jahre seit jenem unglücklichen Ereignisse verflossen, und die Wunde ist längst vernarbt; sprechen wir also nicht weiter von der Geschichte!" „Noch eine Frage, lieber Herbert! — Gesetzt, Du kämest in die Lage, Dich "von Der Unschuld Laura's vollkommen zu überzeugen, würdest Du dann kein Verlangen nach ihrem Besitze mehr tragen und bei Deinem Vorsatze, untermal) H zu bleiben, auch dann noch verharren?" „Nachdem ich in meiner leidenschaftlichen Liebe zu einem Weibe einmal Himmel und Hölle durchgekostet habe, werde ich mich hüten, mit meinem Herzen abermals va banque zu spielen." „Selbst dann, wenn Du Dich überzeugtest, daß Dein Vorsatz ihr das leben kostete, daß sie an gebrochenem Herzen sterben müßte?" „Nach Dem, was zwischen uns vvrgcfallen, iverDe ich nie zu dieser Ueber- zeugung gelangen. Ich bin zu tief aus Dem Himmel einer unaussprechlichen Liebe herabgestürzt, als Daß ich mich jemals wieder zu dem vollen Vertrauen auf die Treue eines Weibes erheben könnte. Laura wird, wenn sie überhaupt noch am Leben ist, mich längst vergessen haben, und um so eher, wenn sie sich vielleicht bereits irgendwo als glückliche Gattin ein Paradies gegründet hat, in welchem sie keine Ursache haben wird, sich mit Neue und Wehmuth ihrer ersten Liebe zu erinnern." (Fortsetzung folgt.) in der Np. 179 Nr. Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ebr. Vieticb) in Giesten- eiere und Beamte find gefallen. @6 find neue Verstärkungen nach Bagdad abgegangen. 555. 118f 9. November. Der Entwurf des preußischen UnterrichtsgesctzcS bestimmt über die BesoloungSverbältmsse der Lehrer, daß Lehrer an den öffentlichen Volksschulen in den Städten unter 10,000 Einwohnern freie Wohnung oder eine entsprechende Entschädigung und ein Ein- kommen von mindestens 200—250 Thlr., Rectoren an Bürgerschulen nicht unter 400—600 Thlr. außer 10514 BekanntuM neten Interim welche die ju Procent bi per Stück, r nedst sechs cent des Bei Einzahlung Nack (einem D Gießen ii Gieß Nack« Mannschasten Bei bit sichtigung sm Die de das Regimen! Die $1 Regiments mi MR zu dem 1- A' Gesuck Kommando, Es w Gieße Baden. Karlsruhe, 6. Nov. Die erste Kammer nahm in ihrer heutigen Sitzung einen Gesetzentwurf über Aufhebung der Personalhaft in bürgerlichen Rechtssachen an. Oesterreich. Agram, 5. Nov. 3n der Militärgrenze hegt man keine Befürchtungen, daß eS zu Ruhestörungen foarmen könnte. Ungarn. Pesth, 5. Nov. Der LandeS-Commandirende Baron Gablen; hat heute den ersten Armeebefehl erlassen, welcher die Erwartung ausspricht, daß alle ihm untergebenen Organe durch richngeS Verständniß der konstitutionellen Staatseinrichtungen ein williges Eingehen in diese sanctionirten Institutionen und deren Förderung sich werden angelegen sein lassen. Der Tagesbefehl weist ferner auf die Institution der HonvedS hin, deren Organen mit wahrem cameradschaftlichen Vertrauen zu begegnen sei und mit denen die Armee in treuer Hingebung für den gemeinschaftlichen Kriegsherrn in loyalster Weise wetteifern soll. Frankreich. Paris, 7. Nov. Die italienische Gesandtschaft hat die Nachricht erhalten, daß Victor Emanuel die Nacht kaum überleben werde. Paris, 7. Nov. Prinz Napoleon ist gestern Abend nach Florenz abgereist. — Gestern Abend fand hier eine öffentliche Versammlung statt unter Betheiligung einer ungeheuren Volksmenge. Rochefort sagte in einer Rede: sein dem Kaiserreich geleisteter Eid solle ihn nicht hindern, dasselbe zu stürzen und die Republik an seine Stelle zu setzen. Der Polizeicommissär intervenirte. Großer Tumult. Italien. Florenz, 7. Nov. Der König, von dem ersten Eharakter seiner Krankheit unterrichtet, verlangte nach seinem Beichtvater und empfing mit großer Ruhe daS Sakrament deS heil. Abendmahls. — Die letzten Nachrichten aus San Rossore von 3 Uhr 45 Minuten Nachmittags melden, daß die Besserung im Zustand des Königs fortdauert. Florenz, 7. Nov. Zn verflossener Nacht sind bei dem König Frieseln hervorgetreten, jedoch ohne Fieber und Symptome. — Seit heute Morgen ist in dem Zustand des Königs eine leichte Besserung eingetreten. Die Kräfte scheinen langsam wiederzukehren. Neapel, 5. Nov. Prinz Humbert ist heute nach Florenz abgereist. Rußland. Petersburg, 5. Nov. Die Mittheilungen der Londoner Eorrespondenz deS „Eonstitutionnel" über die Absicht deS Czars, abzudanken, werden competenterseitS für vollständig aus der Luft gegriffen erklärt. Türkei. Konstantinopel, 5. Nov. In Divarnich bei Bagdad wurde von den aufständischen Beduinen eine Schlacht geliefert. Oberst Ri'aat Bey, der Gouverneur, viele Hohr Ossi- 8. November. Von dem Kriegsschauplätze in Dalmatien liegen jetzt verschiedene Nachrichten vor, die den Oesterreichern günstige Erfolge melden. Ueber das Gefecht in Zu- pana am 3. Nov. wird der „N. Fr. Pr." berichtet: Das Hauptquartier und das Lager hatte seine Stellung zwischen Sutvara und Lastua bei der Kirche von Bellans genommen. Den rechten Flügel befehligte General Dormus, den linken stärkeren, Oberst Fischer. Von Cartolle aus wurden mit einer Schwenkung die Insurgenten gegen den linken Flügel gedrängt, der zum Erfolge zumeist beitrug. Die Truppen find von dem besten Geiste befeelt, trotzdem bas Regiment Maroicic fast unzugängliche Berghohen nehmen mußte. Casa Ladanovich und die Ortschaften Sisic und Brirode wurden während des Kampfes durch Raketen in Brand gesteckt. Die Insurgenten verloren 80 Todte, 126 Verwundete. Während des Gefechtes verlangte eine von Popen geführte Deputation, General Wagner solle nach Kriegsgebrauch zur Unterhandlung kommen. Dieses Ansinnen wurde abgelehnt. Nach beendigtem Kampfe erschien wieder eine Deputation, mit dem Jnsurgcntensührer Popen Radano- vich an der Spitze, bei General Wagner, der von derselben die Waffenstreckung verlangte. Dieselbe wurde zugesagt In Budua operirte am nämlichen Tage Oberst Schönfeld; die Salvatorhöhe wurde genommen und Maina vom Kriegsdampfer „Taurus" beschoffen. Am 5. war eine concentrische Vorrückung der beiden Operationscolonnen mit dem Zielpunkte Fort Stanjevich angeordnet. Nach späteren Nach, richten ist dasselbe indeß von den Insurgenten in die Luft gesprengt worden. Die Zupa hat sich mit Ausnahme von drei Ortschaften unterwarfen. Aus Bu-- dua wirb vom 7. amtlich gemelvet, daß Pobory nach längerem Kampfe von den kaiserlichen Truppen er- stürmt wurde. Die Insurgenten wurden zersprengt, die Ortschaften Pobory und Maina, die bei der ver- rätherischcn Ueberrumpelung des Fortes Stanjevich betheiligt waren, von den Truppen niedergebrannt. Der ganze Gebirgsstrich zwischen Budua und Cattaro ist jetzt unterworfen. Ein Telegramm der „N. fr. Presse" aus Cattaro vom 5. Nov. meldet die Ge- fangennehmung des Insurgentenführers Rabanovich. Zn Cattaro wurde an diesem Tage auch über 5 Ri- sanoten auf Grund des publicirten Standrechts Uriheil gesprochen. Drei derselben, welche gegen das Militär operirt hatten, wurden zum Galgen verur- theilt und sind bereits gehenkt, einer wurde sreige- lassen, der letzte dem Civilgericht übergeben. Gegen den Bürgermeister von Risano findet demnächst die standrechtliche Verhandlung statt. Die Telegraphenleitung zwischen Cattaro und dem Hauptquartier war durch die Insurgenten zerstört. Die Aufständischen haben die Ortschaften Costagnizza überfallen und 150 Thiere geraubt. Bei Morino wurde der Grundbesitzer Berberovich ermordet und ausgeplündert. Der Fürst von Montenegro soll an der Grenze einen Cordon gezogen haben. Es wird sich nun zeigen, ob dieser Cordon bestimmt ist, den Zuzug abzuschnei» den und die Insurgenten, welche sich auf montenegrinisches Gebiet flüchten, zu entwaffnen. — Aus Petersburg wird geschrieben, der Aufstand in Dalmatien sei der russischen Regierung ganz und gar ungelegen gekommen. Einer Petersburger Correspondenz der „N. sr. Pr." zufolge ist der Zustand des Kaisers Alexander bedenklicher als das Aergste, was über das Leiben Napoleons III. gesagt würbe. Zu den schon mitgetheilten Neuigkeiten vom Kriegsschauplätze in Paraguay ist aus den mit der brasilianischen Post eintreffenden Nachrichten nichts weiter hinzuzusügen. Wir ersehen nur daraus, baß Lopez „angeblich" im San Estanislao steht, während von anderer Seite behauptet wirb, er beabsichtige den Alliirten in den Bergen von Caaguazu, etwa 150 Meilen von Paraguay, die Spitze zu bieten. Der provisorische Sitz seiner Regierung ist in Caraguati (San Izidro), 30—40 Meilen östlich von Estanislao. Nach verschiedenen Richtungen hatten die Alliirten Expeditionen entsendet, um Punkte in der Nachbarschaft von Estanislao zu besetzen, und der Graf d'Eu zog in Rosario KriegSvorrath und Proviant an sich, um gegen die von Morästen umgebene Stadt selbst zu ziehen. nachiMich (Bold Maus dies, frist nicht v geleisteten (! Gesellschaft, werden veri d-e solcherge werthen. rr. , Die 5 Einhaltung gemacht, ab Weite Ei< t'ch mit A daß es crs Gieß freier Wohnung erhalten sollen. In Städten über 10,000 Einwohner können diese Minimalsa'tze nach Bedürfniß bis auf das Doppelte erhöht werden. Bei mehrclassigen Schulen sind die Gehälter für die einzelnen bestimmten Stellen unter angemessener Abstufung so zu erhöhen, daß der Durchschnittssatz ver Gehälter den Minimalsatz um ein Achtel übersteigt, doch soll es auch freistehen, die Gehälter nach dem Dienstalter der Lehrer zu erhöhen, so daß es in dreißigjähriger Dienstzeit auf das Doppelte des Mi- nimolsatzes steigen kann. Die Lehrer auf dem Lande erhalten freie Wohnung nebst Wirthschaftsraum und Brennbedarf ober eine angemessene Entschädigung dafür; ferner an Land, Naturalien oder Gelb so viel als zu ihrem stanbesgemäßen Unterhalt erforderlich ist. Die Höhe dieses Diensteinkommens und die Grundsätze, nach welchen Landdotationen und Naturalien zu berechnen sind, werden für jede Provinz durch Beschluß deS ProvinziallanbtageS, vorbehaltlich der Bestätigung Seitens der StaatSregierung, festgestellt. Der „Figaro" behauptet, das französische Ministerium sei in der Auflösung begriffen; Magne und Chasscloup-Laubat seien mit der Bildung eines neuen Ministeriums beauftragt, in welches S^gris, Tal- bouet und Ollivier eintreten würden. Forcade werde zum Ministerium der öffentlichen Arbeiten zurückkehrcn. Es befinden sich in diesem Augenblick acht amerikanische Bischöfe auf der Durchreise nach der Ewigen Stadt in Paris, nämlich die Prälaten von Cincinnati, Clevelanb, Mobile, Vincennes (Indiana), Se- ranton (Pennsylvanien), Louisiana, Hamilton oWest- Canada) und Santiago di Chile. Der Erzbischof von Newyork, Herr Mac CloSkey, hat Paris schon am 26. October verlassen, um sich nach Rom zu begeben. Der päpstliche Nuntius M/gr. Chigi ist vor einigen Tagen in Compiegne vom Kaiser Napoleon empfangen worden und hat sich in dieser Audienz vergebens bemüht, zu erwirken, baß bem neuen, bekanntlich auf die Kirchcngüter hafteten italienischen Anlehen der französische Markt verschlossen werde. Der Kaiser erwiderte ihm höflich, ober bestimmt: Er wolle die Rechtmäßigkeit der ConfiScation dieser Güter nicht prüfen, aber es liege im Interesse des europäischen Friedens, daß die guten Beziehungen zwischen den Negierungen von Frankreich und Italien durch keinen Zwischenfall getrübt würden, zudem würbe ein Fiasco der erwähnten Finanzoperation das gegenwärtige Ca° binet von Florenz erschüttern und nur der vorgerückten Opposition den Zugang zum Ministerium bahnen, was doch auch nicht im Interesse deS heil. Stuhles liegen könne. In diesem Sinne ist auch der Marquis de Banneville vor seiner Abreise nach Rom inftruirt worben. Vermischtes. Bad Nauheim. Die in verschiedene Blätter übergegan- gene Nachricht, die hiefige „Salzquelle" springe in Folge deS letzten Erdbebens wieder, beruht auf einem Jrrthum. Die Quelle war feit längerer Zeit auSgeblieben und man erklärte sich dies aus einer Beschädigung der Verrührung. Vor etwa 14 Tagen wurde die Verröhrung herauSgenommen, wobei man aber auf dem Grund derselben eine ziemlich dicke Stange fand, die wahrscheinlich die Veranlassung zur Verstopfung gegeben hatte. Nachdem die nöthigen Reparaturen vorgenommen und die Verröhrung wieder eingelassen war, sprang die Quelle wie» der wie früher, leider aber schon 3 Tage vor dem Erdbeben. Darmstadt, 5. Nov. Schluß des Reg.-Blatts Nr. 52. VIII. Dienstnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 14. October den Gehülfen bei dem Katasteramt Göbel aus Darmstadt zum Kataster-Ingenieur, — den Domänenpfandmeister Jäger zu Groß-Gerau zum DistrictSeinnehmer der DistrictSeinnehmerei Gernsheim, — den Steueraufseher Seitz zu Nidda zum DistrictSeinnehmer der DistrictSeinnehmerei Affenheim zu ernennen ; — Kden DistrictSeinnehmer der DistrictSeinnehmerei Gernsheim Schleußner in gleicher Diensteigenschaft in die DistrictSeinnehmerei Offenbach, — und den DistrictSeinnehmer der DistrictSeinnehmerei Affenheim Köster in gleicher Dienst- eigensckaft in die DiestrictSeinnehmerei Alzey II. zu versetzen; — an demselben Tage dem Schullehrer an der ersten Knabenschule zu Münster, Keil mann, die erste Lehrerstelle an der Bürgerschule zu Gernsheim, — sowie am 18. October dem DiakonuS und ersten Lehrer zu Kirtorf Anton Orth die erledigte evangelische Pfarrstelle zu Horrweiler, — und dem evangelischen Schullehrer zu Berghofen, im Königreich Preußen, R00S, die evangelische Schulstelle zu Gettenau zu übertragen; — an demselben Tage den von dem Fürsten zu SolmS-Braun- felS auf die erledigte erste evangelische Schnlstelle zu Wölfers, heim präsentirten Schullehrer an der evangelischen Schule zu WcckeSheim, Hahn, für diese Stelle zu bestätigen; — am 19. Octobcr den CollegienhauSwärter Schnarr zum Amts- diener bei der Zollabfertigungsstelle im Eisenbahnhof in Darmstadt, — und den Probator I. Klaffe bei der Justisicatur-Ab- theilung der Ober Rechnungskammer Müller zum Revisor bei dieser Justificatur-Abtheilung — zu ernennen; — am 20. October dem siebenten Lehrer an der Musterschule zu Friedberg, Dörr, die fünfte Lehrerstelle an dieser Schule, — dem Schulamts-Aspiranten Weinel aus Diebach am Haag die siebente Lehrerstelle an der Musterschule zu Friedberg, — dem SchulamtS-Aspiranten Weitz aus Höckersdorf die zweite evan- galische Schulstelle zu Dorheim, und dem SchulamtS-Aspiranten Rumpf aus Butzbach die dritte evangelische Schulstelle daselbst, — zu übertragen. Am 9. October wurde der Pfarrverwalter M eeS aus Mainz zum kotholischen Pfarrer in Rockenberg ernannt. IX. Eoncurrenz für: die mit einem Lehrer zu besetzende vierte katholische Mädchenschulstelle zu Bingen mit einem Gehalt von 314 st. einschließlich der Vergütung für Heizung deS SchullocalS: — die DistrictSeinnehmerei Großen-Buseck, wofür eine Dienstcaution von 2000 fl. erfordert wird. Eoncur- renzfähige Bewerber haben sich binnen 14 Tagen anzumelden; — Die DistrictSeinnehmerei Arheilgen, für welche eine Caution von 3000 fl. erfordert wird. Concurrenzfähige Bewerber haben sich binnen 14 Tagen anzumelden. Von der Bergstraße. Seit dem 1. Nov. ist die Worms-BenSheimer Bahn für den Personen- und Güterverkehr in regelmäßigen Betrieb gesetzt. W ormS. Am 27. Oct. wurde ein Dienstknecht aus Kirch-. Heimbolanden, welcher auf dem Weinsheimer Zollhaus in Diensten stand und vor längerer Zeit von einem Pferde gebissen wurde, als wuthkrank tn'S hiesige Hospital gebracht. — Derselbe ist in Folge dieser schrecklichen Krankheit am 28. gestorben. AuS Baden. Der bekannte politische Schriftsteller I. Venedey, der schon vor 1848 auö Preußen flüchtig und dann Mitglied deS Frankfurter Parlaments war, lebt seit einer Reihe von Jahren in dem im badischen Oberlande gelegenen Orte Oberweiler, ganz nahe bei dem bekannten Bade Badenweiler. Im Lav^e dieses JahrcS brannten Venedey'» neu errichteten Gebäude zweimal nieder, wie man gleich ver- muthete, in Folge von Brandlegung. Der Thöter ist nun in der Person eines Oberweiler Ortseinwohners, Schreiners und Familienvaters, entdeckt. Außer den erwähnten beiden Brandlegungen hat derselbe fünf weitere zugestanden und liegen denselben, soweit die Untersuchung bis jetzt ergeben, keinerlei Rachegelüste, vielmehr eine boshafte Zerstörungsmanie, zu Grunde. Heidelberg. Kürzlich wurden dahier einige Knaben in dem Momente ertappt, als sie sich ein Vergnügen bereiten wollten, das möglicherweise seine schrecklichen Folgen gehabt hätte. An einer Stelle, wo die Eisenbahn an der Südseite der Stadt über einen hohen Damm hinläuft, suchten die Verwegenen Steine auf den Damm zu schleppen, um, wie sie zur Rechenschaft gezogen angaben, zu sehen, wie die Eisenbahn her- untersällt. Kassel. Sicherem Vernehmen nach ist auf der „Bebra- Hanauer Eisenbahn" die Einrichtung getroffen worden, daß im Lokalverkehr „AbonnementSbilletö" für die drei Wagenklaffen von einem bezw. drei Kalendermonaten, sowie, waS uns besonders empfehlenswerth erscheint, „SchülerbilletS" zum Zwecke des Schulbesuchs für die dritte Wagenklaffe zu erheblich ermäßigten Fahrpreisen ausgegeben werden. Es wäre sehr zu wünschen, wenn diese dankenSwerthe Anordnung, welche Eltern mancher Sorge überheben würde, recht bald auch auf anderen Bahnen getroffen würde. Frankfurt. Vor einigen Tagen wurde dahier ein berüchtigter Spitzbube, Siegler aus Ulm, verhaftet, der, als er hierher kam, erst einen Tag aus dem würtembergischen Zucht- Hause entlassen war und sofort als Mechaniker uud Schlosser seine Tbätigkeit mit dem Aussperren der Thüren, Ausschneiden der Schlösser begann. ES besteht gegründeter Verdacht, daß er sämmtliche, seit Kurzem vollzogene Einbrüche verübt hat, da die Art und Weise, wie dieselben auSgeführt wurden, ziemlich gleichmäßig war. Man würde gar nicht gewußt haben, welchen Virtuosen Frankfurt momentan beherberge, wenn er nicht an einem Orte, wo er seine nächtliche Thätigkeit entfaltete, seinen Rock zurückgelassen hätte, in welchem eine Reihe von Empfehlungsbriefen steckten.