Preis vierteljährlich 36 ft. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 49 fr. Gießener Anzeiger. Erscheint wöchentttch vrei-. mal. Dienstags, Donnerstags und SamstagS. — Expedition: Canzleibera Lit. D. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kießen. Nr. 3«.Donnerstag dcn 11. März ~ istifT. 31 m t H d) e B e f a n xt t m «t d, ti n g e n. B c ka ii n t in a d) u n g. 7) Es wird Laubach, am 3. März 1869. Konrad Jöckel V. in Grünberg, Kreis Grünberg',"erhielt''fü7einV$uaeTf^ ff A kr. Prchnch"^' Der Präsident des landmirthschaftlichcn Vereins von Oberhessen: Otto, Graf zu Solms-Laubach. bemerkt, daß im Ganzen zur Prämiirung in 1868 12 Bullenkälber angemeldet worden waren, von denen 8 Stück zur Bcsichtimma"ünd7Äa,.nn Aasten ausgesprochen ha'tte.^ konnte e.ne Prämie nicht erhalten, da die Besichtigungs-Commission sich ungünstig übe! Fo?m sowohl als g-setzt-?Prämi7nÄ7ltt^ '6^mä)Cn Äenntni6' ba6 bie nachstehenden Landwirthe für die am 270. Tage nach der Geburt schwersten Bullenkälber die bei- 1) Züchter: Johannes Trommershäuser 1L in Kirch-Göns, Kreis Friedberg, erhielt für ein Bullenkalb im Gewicht von 540 Psd.: 35 ff. Prämie 2) „ Karl Voneiff in Gruiiberg Kreis Grunberg erhielt für ein Bullenkalb im Gewicht von 457 Psd.: 29 fl. 30 kr. Prämie. ' * 3) „ Ludw.g Jockel I. m Grunberg Kreis Grunberg, erhielt für ein Bullenkalb im Gewicht von 445 Pfd.' 28 fl. 30 kr. Prämie 4j „ Johannes Eifert in Engclrod, Kr-is Lauterbach, erhielt für ein Bullenkalb im Gewicht von 430 Pfd. : 27 fl. 30 kr. Prämie 5) „ Ludwig Horn ui Trohe KreiS Gießen, erhielt für ein Bullenkalb im Gewicht von 430 Pfd.: 27 fl. 30 kr. Prämie 6) „ Zobanncs Weber 1. m Gobelnrod Kreis Grunberg , erhielt für ein Bullenkalb im Gewicht von 420 Pfd.: 26 fl. 30 kr. Prämie. 1978) Frisch gebrannten Kaffee empfiehlt Emil Fischbach, __________________________Seltersiveg. 1938) Portland-Ccment, frische Sen- dung, empfiehlt________I. G. D. B a p st. 1968) Ein guter Hofhund ist zu verkaufen Seltersweg Lit. C. Nr. 61. 1943) Rothe und weiße Frühkartoffel, sowie 40 bis 50 Malter Spätkartoffcl, sind zu verkaufen bei Ehr. Noll Wittwe, Neustadt. 1949) Ein feuerfester Schrank, fast neu, ist billig zu verkaufen (Neue Anlage) bei Herrn H. Becker._______ 1959) Billige und gute Ne ist; enge (Schweizer Fa^on) empfiehlt L. Möller, Optiker, _______________________ SelterSthor._______ Müblen Verkauf. 1945) Eine Weibmühle mit vier Gängen, nach neuester Eisen-Construction, zu feiner Weißmüllerci eingerichtet, ist unter vorthcil- haften Bedingungen zu verkaufen. Das Nähere zu erfragen bei Herrn Lehrer Blum in Großen-Buseck. 1910) Eine neuerbaute Mühle, bestehend aus zwei Mahlgängen, Oel- und Sägemühle, in einer Stadt an der Main-Weser- Bahn, ist Familien-Verhältnisse halber billig zu verkaufen. Der Kaufpreis ist 5000 fl. Näheres bei der Exped. d. Bltts. Holzverkauf in der Königlichen Oberförster«'i Krofdorf. 1966) Mittwoch den 24. März er., um 9 Uhr Vormittags, werden zu Krofdorf in Abel's Brauerei nachstehend bezeichnete Hölzer öffentlich meistbietend versteigert. 1) Schutz bezirk Wismar, Distr. 29a (Bäucrstedt) Holz-Nr. 1 bis 86: Buchen: 2213,4 Klftr. Kloben, Knüppel und Reiser. Totalität, Distr. 73ab (Lindenschied) Holz-Nr. 56 bis 126: Eichen und Buchen : 69 Klftr. Kloben und Anbruch, Knüppel, Stöcke u. Reiser. 2) Schutzbezirk Salzböden, Distr. 77a und 7 8 (Hohenschied) Holz-Nr. 1 bis 141: Eichen und Kiefern: 33 Stämme mittlerer Stärke, Eichen, Buchen und Kiefern : 132'4 Klftr. Nutzholz, Kloben u. Anbruch, Knüppel, Stöcke und Reiser. Distr. 65 (Hirschsprung) Holz-Nr. 1 bis 290: Buchen: 6 Stämme (starkes Schnittholz), Eichen und Buchen: 502 Klftr. Kloben, Anbruch, Knüppel, Stöcke u. Reiser. Krofdorf, den 8. März 1869. Der Königliche Oberförster: v- M cib 0m. 5/<50 7/189bi§i93 M/2U3 re/ror ^/srbiszg 1523 630 3'/r- 291 32/lU-2 ^/gsbisbs Gießen, 93 beiden 2'/r Stecken Stangen 90 125 19000 Wellen Stecken 36 419 28 300 68 30 Die mit Korn beiaamt, Acker am Ohlenberg, rechts des Erdkauter Wegs, 3. Klasse, ist frisch gedüngt, Acker, von dem Erdkauter bis an den Grüninger Pfad, 3. Klasse, mit Wai- zen besaamt, Acker daselbst, 4. Klasse, mit Klee besaamt, von 8 bis 19 Zoll Durchmesser und 50 Fuß Länge, zu Eisenbahnschwellen geeignet, Nadel-Stämme mit 1894 Cubikfuß, 40/<2 Holzversteigerungen in den Gräflich Solms - Laubach'schcn Waldungen. 1981) Zur Versteigerung kommen: I. Donnerstag dcn 11. März 1. I. im Di- stricte Schornbcrg bei Oberseen: 1400 Fichtenstangen von l-/2 bis 5 Zoll Durchm., tauglich zu Latten, Hopfenstangen, Leiterbäumen, Sparren, 9500 Fichten-Bohnenstangcn, Versteigerungen. 1976) Donnerstag den 11. März, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dahiesigem Rathhause nachstehende Grundstücke des Herrn Georg Malkomesius unter sehr vortheilhaften Bedingungen versteigert werden, als: Fluc Nr. GJUnr. Eichen-Scheidholz, „ Prügelholz, „ Reisig, „ - Stockholz, Buchen-Scheidholz, „ Prügelholz, Holzversteigernng im Anneröder Gemeindewalde 1942) Freitag den 12. März d. I., Vormittags von 9 Uhr an, soll in dem Anneröder Gemeindewalde, Districten Köpfet und Altenberg, nachverzeichnetes Holz öffentlich versteigert werden, als: Die Versteigerung beginnt im Holzschlag „Ebersteinswäldchen" bei Nr. 1 des Stammholzes. Heuchelheim, den 8. März 1869. Der Königliche Oberförster: Neuenhagen. Lpubach, am 4. März 1869. Gräfliche Oberförsterei. T h u m. Holzversteigerung in der Königlichen Oberförsterei Königsberg. 1961) Montag den 22. März l. I., . Vormittags 9 Uhr, werden in den Königlichen Staatsforsten „Ebersteinswäldchen, Groß - Schnittenberg und Neuhag": 55 Eichen-Stämme t>on 111/2 bis 35'/? Zoll mittl. Durchmesser, mit 4383 Cubikfuß, 4 Nadelholz-Stämme von 5'/r bis 7 Zoll mittl. Durchmesser und 24 Nadelholz-Stangen von 2-/2 bis 4-,2 Zoll mittl. Durchmesser, zusammen mit 91 Cubikfuß, Großherzogliche Bürgermeisterei Annerod. Groß. 4 183/» 21-/2 1550 2 10 363 128 476 Acker, auf den Sandkauter Weg am Heegstrauch, 3. Klasse, mit Klee besaamt, 532 Garten, links der Chaussee, V2I-, ’/22. Klasse, 944 Acker, links des Schwarzlachwegs, '/21., '/22. Klasse, mit Waizen besaamt- den 2. März 1869. Fr. Müller. 31/io Holzversteigerung in der Fürstlichen Oberförsterei Lick. 1975) Künftigen Montag, den 15. d. Mts-, Morgens halb 9 Uhr, sollen im District „Mailbach", auf der Sicher Straße am Hattenröder Wald zusammenkommend, versteigert werden: 7 „ 1 unter den Zusammenkunft ist auf der Grünberger Straße, am Einschnitt nach Annerod. Gegen vorjchriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 1. Octobcr d. I. gestattet. Annerod, am 5. März 1869. geringe Stämme Eichen-Bau- und Wagnerholz, geringe Stämme Fichten-Bauholz, Stück Eichen-, Buchen- und Fichten- Wagnerstangen. Lich, am 9. März 1869. Fürstliche Oberförsterei Lich. Eigenbrodt. 503/4 Stecken zu Leitersprossen und Bohnenstangen geringerer Qualität taugliches Fichten-Reisholz, 1 Buchenstamm von 23 Zoll Durchm. und 25 Fuß Länge. II. Freitag den 12. März l. I. in den Districten Schornberg und Dickerbusch: 400 Stecken Buchen-Scheidholz, 87 „ „ Astprügelholz, 43 „ „ Stockholz, (die Kohlreiser flächcnweise). Die Zusammenkunft findet an ....... Tagen Vormittags um 10 Uhr auf dem Oberseener Hof statt. im Versteigerungstermin bekannt gemacht werdenden Bedingungen, öffentlich dem Meistgebot ausgesetzt werden. Steigliebhaber, welche das Holz vor der Versteigerung einzusehen wünschen, wollen sich deshalb an die Königlichen Förster Meister zu Königsberg und Gutzmann zu Hof Haina wenden. Stecken Buchen- 11. Eichen-Scheidholz, „ „ „ „ Stamm- Prügelholz, Stecken Buchen- u. Eichen-Stockholz, Wellen „ Eichen- und Tannen- Reisholz, I 49 Stecken 34 „ 87 „ 86-/2 „ 14-/2 „ 2 „ 538 Buchen-Stockholz, Eichen-Scheidholz, „ Prügelholz, „ Stockholz, „ Reisholz, Nadel-Prügelholz, „ Stockholz, Wellen „ Neisholz, Eichen-Stämme mit 4654 Cubikfuß, Holzversteigernng im Gießener Stadtwalde. 1962) Montag den 15. März d. I., von Vormittags 9 Uhr an, f°H in dem Gießener Stadtwalde, Districten Neuhege, Heingesboden re., nachverzeichne- tes Holz öffentlich versteigert werden, als: 42^,4 Stecken Nadel-Prügelholz, 2293/4 „ „ Stockholz, 10385 Wellen „ Neisholz. Die Zusammenkunft ist auf der Grünberger Chaussee an der 5. Schneiße. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 1. August d. I. gestattet. Die Großherzoglichen Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen. Gießen, den 10. März 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. „ Durchforstungs - Reisig, Nadel-Prügelholz, „ Reisig, „ Stockholz, 1183 Acker über dem Fabricischen Acker, auf den Fluthgra- ben, */22., '/23. Klasse, mit Korn besaamt, 1145 Acker, die krummen Aecker, auf den Gleiberger Weg, 2. Klasse, 252 Acker auf den 20 Morgen, >/23-, ' 24. Klasse, mit Klee besaamt, 378 Acker daselbst, 3. Klasse, Feilgebotes 1963) Ich habe mehrere noch gut gehaltene Rocke, sowie einige gute (^onfirman- deu-Röckc, billig zu verkaufen. F r i e d r. M ü n ch, Schneidermeister, in der Katharinengasse. Tafelbier in Flaschen, aus der Brauerei der Herren Gg. Heß & Comp., bei (1967) Martin L enz, Marktplatz. 1944) Ein gutes Zugpferd ist billig zu verkaufen. Näheres bei den Herren Geb r. Wenzel. fuljlnihrii-3nftrid). Fusrbodcnlack, sofort trocknend, Leinölsiccatif zum Einölen, Oclfarbe, fertig zum Anstrich, rasch und hart trocknend. sowie alle sonstigen Ingredienzien zum An- streichen und Wichsen der Fußböden, empfiehlt Emil Fischbach, (1977) Seltersweg. Universal - Mästen - Liquenr, genannt Victoria, von Franz von Metternich in Mainz, empfiehlt In ganzen Flaschen a 1 fl. 24 kr., „ halben „ ä — „ 45 „ „ Viertel- „ ä — „ 24 „ Eduard Lind, Conditor in Gießen. NB. Leere Flaschen werden gegen Vergütung von 4, 3 und 2 kr. zurückge- _____nommen.__________________(1955) ! Duuggyps eilir^^.8gpft. 1982) Consumenten und Kenner einer reinen Chocolade geben dem Fabrikate des Hoflieferanten Franz Stollwcrck S» Söhne in Köln wegen sorgfältiger Verarbeitung und vorzüglicher Qualität den unbedingten Vorzug. Ich empfehle mein Lager der beliebtesten Koch- und Eß-Chocoladen dieser bestrenom- mirten Fabrik zu Originalpreiscn, und zwar Gewürz- von 11 Sgr., Gesundheits- von 12 Sgr. und Vanille-Chocoladen von 15 Sgr. pr. Zollpfund an. Louis Frohnhäufcr, in Gießen. - i Verkaufsstelle in Gießen bei den Herren ■ S in Hamburg, Bank- und "Wechselgeschäft Rechner. Julius Wallach und G. Nöder. 1956) Conservirung und Verschönerung der menschlichen Haut durch Verwendung von Hoff'scheu Malz-Seifen, welche Knochen, Muskeln und Nerven stärken, die Augen nicht angreifen, überhaupt den vorzüglichsten Bade- und Toilettenzwecken entiprechen. Dank und Anelkenuuilgsjchrelben. Stolp, 11. September 1867. Ich habe die Hoff'sche Malz-Kräuter-Bäder- seife bei gichtischen und rheumatischen Leiden in Hand- und Fußbädern angewendet und stets sehr gute Erfolge gesehen. Die Malz - Toilettenseife hat in ausgezeichneter Weise die Fehler der Haut (Mitesser rc.) corrigirt und einen feinen -Lernt erzeugt- Der königliche Oberarzt des Jnvalidenhauses I>r. Weinschenk. Loslau, 6. September 1867. Die Johann Hoff'sche Matz-Kräuter-Bäder- seife ist eines der besten Fabricate der Neuzeit; sie wirkt ungemein kräftigend. Die Malz-Kräuter-Toilettenseife entfernt — längere Zeit angewandt — Flechten, Sommersprossen, Hautprickeln, macht spröde, auigesprungene Haut wieder gut. ■>r. Stark, königl. Stabsarzt, Medico Chirurg und Geburtshelfer. Aerztliches Gutachten, vom 1. September 1867, des königl. Stabsarztes Dr. Stark in Loslau: Allen Kranken, die einer Badekur bedürfen und es nicht möglich machen können, eine Reise zu den Heilquellen zu machen, ist die Hoff'iche Malz-Bäderseife angelegentlichst zu empfehlen, da dieselbe sehr stärkend wirkt. Berleburg, 10. November 1868. Ihre Malzseife ist mir unentbehrlich geworden und finde ich dieselbe namentlich bei Bädern vortrefflich. Gräfin zu Sayn-Wittgenstein. Se. Excellenz der Finanzminister Freiherr von der Heydt, Berlin, 1. März 1868. Ihre Prima Sorte Malz-Kräuterseife ist ein Product von so vorzüglicher Qualität, wie ich bisher noch nicht gehabt habe, auch meine Schwiegertochter ist ganz entzückt davon. t , Se. Excellenz der Ministerpräsident Graf von Bismarck fand gleichfalls Gelegenheit, sich von der Trefflichkeit der Johann Hoff'schen Malzfabricate für Bade- und Toilettenzwecke zu überzeugen. P r e i s - B e r z e i ch n i ß : Hoff'sche Malz-Kräuter-Toilettenseife ä Stück 2'/z, 5, 7,,2 und 10 Sgr. „ Aromatische Malz-Kräuter-Bäderseife ä Stück 5 und 10 Sgr. „ „ „ Pomade in Flacon 10 und 15 Sgr. Johann Hoff s Filiale, Köln, Komödienstr. 26. Niederlage in Gießen bei Julius Wallach, am Markt. 3) $ a » trelFer von 300,000, 4 4 » 000 4 < IN»,500, 154,500, 150,000, Z 130,000 , mehrmals 145,000, Z mehrmals 100,000 , kürzlich 54 X schon wieder das grosse ?■ IjOOS von 149.000 und am st jüngsten Weihnacht schon s S wieder den allergrössten S v. Haupt-Gewinn aushezahlt. ? - KS" Jede Bestellung aufa 1947) Ein möblirtes Zimmer in der Nähe der Aula und Kaserne ist zu ver- miethen und sogleich beziehbar. Näheres zu erfragen in Lit. B- Nr. 31, 3. Stock. Musikschule zu Frankfurt a. M. 1987) Der Sommercursus beginnt Montag den 5. April. Zur Prüfung für die Aufnahme neuer Schüler ist der 4. April, Morgens 1 Uhr im Schullocale, Saalbau 2. Stock, festgesetzt. Anfragen und Vormeldungen beliebe man an den derzeitigen ersten Vorsteher, Hrn. H. Henkel, Guiolletplatz 35, zu richten- Die Musikschule, seit dem Jahre 1860 gegründet, bezweckt eine möglichst vielseitige, theoretische wie practische Ausbildung, sowohl für Solche, welche die Musik als Beruf, wie für Solche, welche sie als allgemeines Bildungsmittel wählen- Der Unterricht wird in nachfolgenden Fächern durch die beibemerkten Lehrer ertheilt: in Theorie (Hauff und Oppel), Gesang (d'Efter), Klavier (Henkel, Lutz, Meyer und Wallenstein), Violine (R. Becker und Hcinr. Wolff), Violoncell (Val. Müller und Sicdentopf), Orgel (Oppel), Geschichte und wissenschaftliche Vorträge (Oppel), Ensemble und Partiturspiel (Henkel). Das jährliche Honorar, in vierteljährlicher Zahlung, beträgt für den Unterricht von vier Fächern fl. 150 = Thlr- 58-/3; für ein Fach fL 50 = Thlr. 28'/,; zwei Fächer fl. 90 — Thlr. 51 Vz; drei Fächer fl- 120 — Thlr- 68'/2. Plan der Schule gratis in allen Musikalienhandlungen und in der Hermann'schen Buchhandlung zu haben. Der Vorstand. meine Original-Staats-3 JkjjT' Loose kann man der Bequemlich-^ Jjv- keit halber auch ohne Brief, einfach auf eine Jetzt üb- $ tf Xi liehe Postkarte, machen. $D Laz. Sams. Cohn ® Freiburger | Staats-Prämien-Anleihe. » Htz 1934) Der Verkauf der Prämien- K Obligationen ist von allen Regie- ® rungen des In- und Auslandes gestattet, g » Die Haupt-Gewinne betragen Francs @ » 60,000,50,000,45,000,40,000,35,000,8 » 32,000,30,000,25,000,20,000,18,000, ® 5 16,000, 15,000, 6000 , 5000, 4000, I 8 3000, 2000, 1000, 350,000 ä 250, 125, Z 8 75, 50, 30, 20 Francs. Die Verloosung geschieht unter Staats- » Aufsicht. @ w Beginn der Ziehung am 15. Ulfirz. ® | Wur Ä Tlialer F $4 kostet ein wirkliches Original- 8 8 Staats - Loos (nicht von den ver- H botenen Promessen), und werden solche M S gegen frankirte Einsendung des 8 V- Betrages oder gegen Post- Vorschuss, selbst nach den ent- V ferntesten Gegenden von mir ® 8 versandt. ® Es werden nur Gewinne ® Sgezogen. ® x Gewinngelder und amtliche 8 8 Ziehungslisten sende meinen In- g « teressenten nach Entscheidung prompt# 8 und verschwiegen. 8 ? Durch meine von be^onde- | rem Glück begünstigten Z % Loose habe meinen Interessenten be- S Ä reits allein in Deutschland | 3 die allerhöchsten Haupt- 1933) Im Brühl'schen Hause (Canzlei- berg) ist eine Stube nebst Cabinet, mit oder ohne Möbel, zu vermiethen. 1936) Ein freundlich möblirtes Zimmer mit Cabinet ist vom 1. Avril an zu ver- miethcn. Neue Anlage- Näheres bei der Exped- d. Bltts-__ 1946) Ein freundliches, möblirtes Zimmer ist auf sogleich zu vermiethen im Hause des Herrn Kirchendiener Knolb 1974) Auf dem am ersten Dienstag des Aprilmonats, am 6. April zu Darmstadt abzuhaltenden Viehmarkte wird, zur Ermuthigung der Viehzucht, eine Verloosung abgehalten. Die unterzeichnete Commission macht bekannt, daß die Gewinne, die in Zucht-, Arbeits- und Milch-Vieh verschiedener Gattung bestehen, auf dem Markte sclbst von einer Commission deö landwirthschaftlichen Vereins, welcher der ganze, für die verkauften Loose erzielte Betrag überwiesen wird, angekauft werden. Das Loos kostet 36 fr- und wollen sich Loosverkäufer und Colvorteure, welche Loose zu beziehen wünschen, dieserhalb an Herrn Carl Gaule, Elisabethenstraße 12 in Darmstadt wenden. Wiederverkäufer erhalten ansehnlichen Rabatt. Darmstadt, den 8. März 1869. Die Verloosungs-Commission der Darmstädter Viehmärkte. Fr. Schröder, H. Blumenthal, Carl Gaule, Vorsitzender. Conlroleur. Flüssiger Kitt (Jflnstic) zum Kitten für Glas, Porzellan, Marmor, Alabaster, Meerschaum, Bernstein und Steingnt; zum Leimen für Holz, Kork, Tuch, Veber rc. (1954) bei Crnst Hermes, Mäusburg. Verloosung von Arbeits-, Zucht- und Milch-Vieh. Vermischte Anzeigen. Beachtenswert!)! 1957) Unterzeichneter besitzt ein vortreffliches Mittel gegen nächtliches Bettnässen, sowie Schwächezustände der Harnblase und Geschlechtsorgane. Specialarzt Dr. Kirchhosser, in Kappel bei St. Gallen (Schweiz.) 1958) Eine renommirte Weingross Handlung am Rhein sucht in den grösseren Städten des Zollvereins tüchtige Agenten, um den Verkauf an Private zu vermitteln. — Beste Referenzen erforderlich, Erfahrung in der Weinbranche erwünscht. — Reflectanten belieben ihre Offerten bezeichnet J. P. 190 franco an die Herren llaasenstein A? Vogler in Frankfurt a. M einzusenden. 1965) Schneidergesellen finden Arbeit bei G- F- Rupp, ___________________Neucnbäueu Nr. 84. 1979) Es wird für eine Stn- dentenkneipe ein Zapfjunge gesucht. Wo? sagt die Erped d. Bltts. 1948) In eine Materialwaarenhandlung wird unter günstigen Bedingungen ein gut geschulter junger Mann in die Lehre gesucht- Näheres bei der Exped. d. Bl- CARLSBAD. Sprudelsalz. 1 Glasflasche ä 1 Pfund fl. 3 Oe. W. Sprudelseife. 1 Packet ä '/< Pfund 35 kr. Oe. W. Man gebraucht das versendete Carlsbader Wasser auf dieselbe Art zu Hause, wie an der Quelle selbst. Die gewöhnliche Dosis ist an jedem Morgen eine Flasche Mineralwasser, das man in Zwischenräumeu von je 20 Minuten entweder kalt oder erwärmt bei Bewegung im Freien, wenn es zulässig, oder zu Hause, und nöthigenfalls im Belte geniesst. Um die abführende Wirkung des versendeten Carlsbader Wassers zu verstärken, braucht man demselben nur einen Theelöfiel voll Sprudelsalzes zuzusetzen. Die Füllung und Versendung hat bereits begonnen durch Carlsbad, im Marz 1869. Heinrich Maltoni, (1973) Brunnen - Versendungs - Direction. Natürliche Mineralwasser, j Schlossbrunn, Mühlbrunn, Sprudel. 1 Kiste (50 Krüge) 11. 11. 1 Kiste (50 Flaschen) fl. 14 ö. W. Franco Emballage. 1935) Die Kinder der verstorbenen Alexander Peter Petri Wiltwe beabsichtigen, das ihnen zustehende Gelände, wie folgt, zu verkaufen: □-Ulftr. 696 Acker zwischen den Bleichen, 324 Wiese hinter dem Waldsteg, 249 Acker daselbst, 232 Acker im Altenfeld. Kaufliebhaberwollen sich mit A- Petri oder PH- Schlatter benehmen. Gießen, den 7- März 1869.____________ 1951) Ein Acker vor dem Neuenweger Thor (Bauplatz) ist zu verkaufen. Näheres bei Carl Plank, Lederhäudler. 1988) Bei Wilhelm Valentin in Gleiberg können circa 1000 Stück Zwot- fd) en bäume, ä 8 bis 12 fr., abgegeben werden. Vermieth u ngen. 1964) Ein möblirtes Zimmer ist zu vermiethen bei Wernhard Brück, Flügelsgasse. 1931) Eine Stube mit Cabinet wünscht man an eine einzelne Dame zu vermiethen- Näheres bei der Exped. d- Bltts. 1969) Ein möblirtes Zimmer mit Cabinet ist für das nächste Semester zu vermiethen bei ________Hofger.-Advocat Krauskovf- 1932) Der zweite Stock meines Hauses ist zu vermiethen. S- Flörsheim. 1953) Ein freundliches Familienlogis ist zu vermiethen bei F- Textor, auf der Hardt. Gewerbebank zu Gießen. 1986) Samstag den 13. d. Mts., Abends halb 8 Uhr: Generalversammlung im Leib'fchen kleinen Saale. Tagesordnung: Berathung des revidirten Statuts. Gießen, am 10. März 1869. Der Vorstand. Germania^ Lebensversicherungs - Actten - Gesellschaft in Stettin. Grund-Capital..............Gulden 5,250,000. Reserven Ende 1867 ........ - - - - » 4,526,846. Seit Eröffnung des Geschäfts bis Ende 1867 bezahlte Versicherungssummen........... „ 3,582,565. Versichertes Capital Ende Februar 1869 ..... „ 86,125,286. Jahres-Einnahme............. „ 2,702,721. Im Monat Februar sind eingegangen 2903 Anträge auf „ 2,245,502. Mäßige Prämiensätze. Schleunige Ausfertigung der Policen. Darlehen auf Policen. Prompte Auszahlung bei Todesfällen. Prospecte und Antragsformulare gratis durch die Agenten: Will). Balser in Gießen, PH. Zimmer in Lich, Rechner Schmidt in Londorf, I. Henrich in Lang-Göns. I Fordmmgv-AlW'ltgtnhHten für Frankfurt a. Main und Umgegend werden unter Garantie strengster Diskretion rasch und sicher erledigt. Für solche Fälle, in welchen sich die betreffenden Schuldner zu keinerlei Ratenzahlung oder Sicherstellung der Ausstandsiumme verpflichten, wird keine Provision berechnet. Frankfurt a. Main, Jean Fischer. Wedelgasse Nr. 2 Central-Stelle. (von jjcrn’i M e reell ui Peil' sti 193 MÄ trott1 der l 1 gibt Pul N ihich Lori W fich t jenem Kinde tavon ftintr rieh c ftnit midf । ledige, doch | ( Melaei Dollfon . xl eine fr E «enßr§ ‘•'n Th Unlcrh H die G, Ulld r . y f|n toi Zenite Bauer scher Gesangverein. 1985) Stiftungsfest Samstag den 13. März, Abends halb 8 Uhr, im Promenadehaus Karten sind durch die Mitglieder zu beziehen. _____________________Der Vorstand. Badische altgemeine UerchrgungsänfläU tu Karlsruhe, im Jahre 18 3 5 auf Gegenseitigkeit gegründet. Grundkapital dteun Millionen Gulden. 1984) Die Anstalt schließt alle Arten von Renten-Lebcnsversichcrungs- und Verforaunas-Verträgen zu den billigsten Prämien und unter den vortheilhaftesten Bedingungen. - Zu näherer Auskunftsertheilung und ^^i"^^^von^Antragen ist 1td8 bereit 3®'s(p e ä 'in «Üften, __________________________________________Wallthor Lit. A. Nr. 189. Loiieelliemiite Pfand- und Leih-Anstalt. 1971) Auf Werthgegeustände aller Art werden Vorschüste (von 1 bis 1000 fl.) gemacht. $L Grünebaum, Gießen Wohmuigs' Vemilderung. 1972) Von jetzt an wohne ich bei Herrn Fromm, im früher Stadtrechner Ncrn'schen Hause in der Schloßgassc- — Zugleich halte ich mich in allen m mein Geschäft einschlagenden Arbeiten bestens emvfohlcn. Aufträge im Wcißzeugnähen werden von meiner Frau entgegengenommen und reell und pünktlich besorgt- ,-^tter, _________________ Herrenkleidermachcr. I^EpHepüschTRrümpfe (Fallsucht) heilt der Specialarzt für Epilepsie »r. O. Hilliscli in Berlin, jetzt Mittel- | Strasse Nr> tt. — Auswärtige brieflich. Schon über Hundert geheilt. 1939) Ein Dienstmädchen, welches alle häuslichen Arbeiten versteht und sogleich eintreten kann, wird gesucht. Näheres bei der Exped- d. Bltts.________ William Liiea gibt sich die Ehre, dem gebildeten Publikum Gießens die ergebene Anzeige zu machen, daß er Ende nächster Woche einige Shakespeare- Vorlesungen geben wild. Näheres folgt. (1000) Theater. 1970) Die geehrte Theater-Direction wird hiermit freundlichst aufgefordert, das beliebte Charakterbild, den „Viehhändler von Oberosterreich" zur Aufführung gelangen zu lassen. Ein guter Erfolg wäre sicher. > Mehrere Theaterfreunde. 1941) Ein braves Dienstmädchen, am liebsten vom Lande, wird gegen hohen Lohn pr. 25. März gesucht. Neucnbäuen Lit. B- Nr. 79. Theater in Gießen. 1980) Freitag den 12. März. Zum Benefiz für Fräulein Martorell: Der Verschwender, oder: Das Glück mit seinen Launen. Original-Posse mit Gesang in 3 Acten von Raimund. Samstag den 13. März. Auf Verlangen. Zum zweiten Male: Die Kunstreiter auf der Wesse, oder: Der Jongleur iii und außer dem Circus. Original-Posse mit Gesang und Tanz in 4 Abteilungen von Pohl. W. Kern, Director. Für die verunglückte Familie in Klein? Linden ist weiter bei uns cingcgangen: Von einigen Kindern aus ihrer Sparbüchse......3 fl. 30 kr., Gesammelt bei einer jüdischen Clawerjasz-Gesellschaft • . 2 „ — „ Von Hrn. Oberquartiermeister Kalbfleisch.......— „ 48 „ Von Frau Will......— „ 30 „ „ C. S........30 „ „ Hrn. Director Curtmann. 1 „ — „ „ „ Assessor Gebhard . 1 „ — „ „ Frau M. K......30 „ Durch R.........— „ 12 „ Von Hrn. Justizrath Balser . 1 „ — „ „ Frau S. Homberger - . 2 „ zusammen 13 fl. — kr- Die Exped. d. Gieß. Anz. ZoS. Bern, Breslau, Cassel, (Sollt Stuttgart. Dieselbe vermittelt ausschließlich Zeitungs-, Zeitschriften', Kalender-, rc. Inserate iu alle Fachblätter und Zeitungen der fünf Welttheile, — berechnet ohne Aufschlag von Vorto, Pro Vision 2C. stets die Originalpreise, — gemährt bei größeren Aufträgen angemessenen Rabatt, — liefert Belegblätter für jedes Inserat, — beseitigt alle Portoauslagen und sonstigen Nebenkosten, liefert vorherige Kostenanschläge, besorgt Uebersetzungen in alle Sprachen gratis und versendet auf Verlangen gratis und franco ein vollständiges Zeitnngs-PrciS-Vcrzeichniß. Mit sämmtlichen deutschen Zeitungen steht obiges Institut in täglich directem Verkehr. Zkitungs-Annoncen-Expedition von Sachse Co. Leipzi 0* ö’ I ~ 692 —• SX’C "5'5 CV £2 r-i 2. i E Z 2. ! =3 ® «'s B \ - 2-5.8= Die heutige Annonce des Herrn Gustav Schwarzschild, Hamburg, veranlaßt einen ehemaligen Geschäftsfreund, der bereits einen Haupttreffer bei ihm gemacht, alle Diejenigen, welche eine ebenso reelle als glückliche Collecte in Anspruch nehmen wollen, genanntes Haus aus das beste zu empfehlen. Telegraphischer Bericht, mitgetheilt von dem Haupt-Agenten C. W. Dietz. Das Postdampfschiff des Nordd. Lloyd Bremen, am 25. Februar von New- Aork abgegangcn, ist am 8- März nach einer schnellen Reise von 10 Tagen wohlbehalten in Southampton eingetroffen. Frachtbriefe für die Main-Weser- und Coln-Mindener- Eisenbahn, sowie fämmtliche zollamtlichen Formulare, sind.zu haben bei Wilhelm Klee, Mäusburq. Feuilleton. Eine Reise durch die Wolken. Original-Erzählung von Th. Hellwald. (Fortsetzung.) Dies Alles erzählte jetzt Fanny getreulich ihrer guten Tanke, nur daß sie noch um ein ziemlich Bedeutendes ausführlicher dabei war. Uno dann fing bas arme junge Mädchen bitterlich zu weinen an. „Wenn sich Alles wirklich so verhält, wie Du erzählst, liebes Kind, so wirb sich die Sache schon auch noch zurecht ziehen lassen," bemerkte Tante Doris in jenem Tone, den sie anzunehmen pflegte, wenn sie in der Warteschule kleine Kinder zu beruhigen suchte, Vie etwa gefallen waren und eine leichte Verletzung davon getragen hatten. „Dein Papa hat ein etwas hitziges Temperament, aber es liegt nicht in seiner Natur, auf längere Zeit gegen irgend Jemanden Groll zu hegen." „Es wäre aber doch möglich, Tante, daß Wilh—, daß Lieutenant Hein- rich aus dieser Gegend versetzt würde ober sich anderweitig verheirathete, bevor Papa zurückkehrt." „In dieser Weise von einem jungen Manne zu sprechen, der nicht im Entferntesten mit Dir verwandt ist, finde ich geradezu undelicat, liebes Kind." „Aber ich kann nun einmal nicht anders, Tante. Ich bin fest entschlossen, mich niemals mit einem anderen Manne wie mit ihm zu verheirathen." „Nun, so kann ich Dir aus eigener Erfahrung sagen, daß das Leben im ledigen Stande entschieden das angenehmste ist." „Woher kannst Du denn aber das wissen?" wollte Fanny schon fragen, doch legte sie sich wohlweißlich Schweigen auf. Es lag in ihrem Temperamente durchaus nicht der allergeringste Hang zur Melancholie und der eben vergossene Thränenstrom hatte ihr Den Horizont bereits vollkommen wieder aufgeheitert. Jetzt beschloß sie, einen Versuch zu machen, auch ihre gestrenge Duenna in eine fröhlichere Stimmung zu versetzen. Es hieß dies freilich ungefähr eben so viel, wie einer kühlen Gurke Son- nenstrahlen entlocken zu wollen, doch war in dem Städtchen, Gottlob eben jetzt ein Thema auf dem Tapet, das ganz besonders schönen Stoff zur angenehmen Unterhaltung zu bieten vermochte. Heute war Dienstag und am Donnerstage wollte Der junge Graf v. HolOen die Gnade haben, das majorenne Alter zu erreichen. Große, glänzende Vorbereitungen waren auf Schloß und Besitzung Holden- bürg getroffen worden, um diesen merkwürdigen Tag mit entsprechendem Pompe und größtmöglichster Feierlichkeit zu begehen. Das große Ereigniß, die Krone des Festes, sollte ein Luftballon fein. Nicht etwa so em Spielzeug, womit sich die Knaben belustigen, sondern ein wirkliches Wolkenschiff, wie sie Männer Der Wissenschaft mit ihren Instrumenten zu haarsträubenben Höhen emportragen. Dieser Ballon sollte schon am Morgen gefüllt und Dann mit einem Tau am Boden befestigt werden, so daß Jeder, Der Vergnügen Daran fand, so weit dieses Tau reichte, in die Luft hinauffahren konnte. Erst gegen Abend wollte man den Ballon endlich loslassen und es sollte Dann ein erfahrener Luftschiffer in ihm davon segeln. Ein Luftballon? Keiner Der ältesten Einwohner des Städchens batte ein solches Ding auch nur noch mit Augen gesehen, von Der jüngeren Bewohnerschaft Niemand die neue, elegante Mütze des würdigen Fräuleins Doris, die doch sicherlich nicht mindere Aufmerksamkeit verdiente. Ja wohl, Fanny halte das richtige Thema gefunden, und welche andere Gegenstände von nun an auch noch in die Unterhaltung verflochten werden mochten, diese kehrte stets und immer wieder auf Die Fete des übermorgenOen Tages zurück. „Ich fürchte nur, sie steht mir ein wenig gar zu jugendlich," meinte Tante Doris, als sie am folgenden Tage, mit Der Mütze bekleidet, in Fanny'S Begleitung von der Putzmacherin zurückkehrte. „Durchaus nicht, Tantchen," antwortete das junge Mädchen. „B st Du freilich auch gerade kein Kind mehr, so brauchst Du deswegen doch m'chl gerade gleich —" Die Rede erstarb der jungen Dame auf Der Zunge, als sie jetzt plötzlich einen jungen Mann in eleganter Sommerkleidung Dicht vor sich sah. „Erlauben Sie mir, Ihnen mit einem Programm über Die morgenDen Festlichkeiten aufzuwarten, meine Gnädige," wandte sich dieser an Tante Doris. „Sehr oerbunoen, mein Herr," gab Die Dame, das Papier entgegennehmend, zurück. „Und darf ich vielleicht auch Ihnen ein solches anbieten? Zu antworten wagte Fanny nicht. Sie empfing den nur einmal gefalteten gedruckten Zettel, Der, wie sie sogleich fühlte, ein Brieschen enthielt, mit einer artigen Verbeugung, und war auf dem weiteren Weg nach Hause auffällig schweigsam und abwefend. In Der Wohnung ihrer Tante angelangt, klagte sie Darüber, Daß ihr Die Hitze ein ernsthaftes Kop weh verursacht habe, und erklärte, bis zur Thcezeit Der Ruhe in Der Einsamkeit ihres Zimmers zu beDürfen. Wirklich verschloß sie Denn hier auch Die Thüre hinter sich, als beabsichtige sie, sich auf'ö Bett zu legen ; Doch Der Schein trügt, und junge Mädchen haben manchmal Launen gar eigentümlicher Art und Weise. Ter junge Mann in dem eleganten Sommeranzuge war natürlich Niemand anders gewesen, wie Wilhelm Heinrich und das Br-escken lautete wie folgt: „Kommen Sie, wenn es Ihnen nur irgend möglich ist, z»r Föte nach Park von Hvldenburg, und besteigen Sie dort die Gondel des Ballons, wenn Sie sehen, daß sich eben Niemand weiter in derselben befindet, wie der Mann, der die Obhut über dieselbe hak. (Schluß folgt.) Friedberg, 7. März. Der „Wetteraukr Bote" erzählt: Ruch Verkündigung des W a h l r e su l t a t s auf dem Rathhaus ergriff Gemeiderath Ruths Vas Wort, um vor Schluß des Protokolls eine Erklärung abzugeben, Herr RegierungSraih Trapp erklärte jedoch wiederholt, es könnten hier weder Erklärungen gegeben, noch abgenommen werden, worauf Herr Ruths auf das Wort verzichtete. Wie der „Wett. Bote" hört, wollte Herr Ruths bemerken, daß in Folge der bei der Wahl vorgefallenen Unregelmäßigkeiten und Gesetzwidrigkeiten gegen die Gültigkeit der Wahl bei dem Reichstag Protest erhoben werden würde. Berlin, 6. März. Heute Nachmittag fand eine Versammlung von Mitgliedern der nationalliberalen Fractionen des Landtags und Reichstags statt, um über die Organisation der Partei in ganz Deutschland zu beschließen. Berlin, 9. März. In der heutigen Reichs- tagssltzung, wo auf der Tagesordnung die Präsidentenwahl stand, wurde zum ersten Präsidenten Simson mit 165 von 181 Stimmen gewählt. Derselbe nahm die Wahl an. Der Herzog von Ujest wurde mit 155 von 177 Stimmen zum ersten, Herr von Bennigsen mit 124 von 170 Stimmen zum zweiten Vicepläsioenten gewählt. Löwe erhielt 44 Stimmen. Kassel, 3. März. Die „Hess. Morgenztg." schreibt: Das Beschlagnahmegesctz zeigt bereits seine eingreifenden Folgen. Wie man hört, ist der kömgl. Generalverwaltung des kurfürstlichen Hausfideicom- misses, durch deren Vermittelung die kurfürstlichen Hofdiener in Prag seither noch ihre Besoldungen empfingen, vom Finanzminister in Berlin der Befehl zugegangen, fernere Zahlungen an dieselben,nicht mehr zu leisten. Die hier wohnenden ehemaligen Hofdiener erhallen natürlich ihre Besoldungen nach wie vor. Die Maßnahme ist nicht gegen die Hof- diener, sondern nur gegen den Kurfürsten gerichtet. Frankfurt, 8. März. Die Botschaft des ame- rikanischen Präsidenten Grant findet in der gesamm- ten unabhängigen Presse des Auslandes den Aus- druck ungetheilter Anerkennung wegen der männlichen und geraden Offenheit, womit diese Worte verkündet, und wegen des Geistes der Gesetzlichkeit, der Friedensliebe und der Rechtlichkeit, der aus ihnen spricht. Die englischen Blätter urtheilen außerordentlich günstig darüber und entnehmen aus dem die Alabama- srage betreffenden Passus, der von ihnen nicht als eine Drohung aufgefaßt wird, durchaus keinen Anlaß zu der Befürchtung, daß die friedliche Austragung der streitigen Angelegenheit unter dem neuen Prasi- denken mehr als eine Frage der Zeit sein würde. Auch die Wiener Blätter sprechen sich sehr günstig über den Eindruck der Präsioentenrebe aus. Der „Neuen Fr. Presse" ist dieselbe ein Unterpfand, daß die Union schönen ünd friedlichen Tagen cntgegen- geht. „Darüber — fügt sie hinzu — freuen wir uns aus ganzem Herzen. Nicht nur um der Union selbst willen, deren strahlendem Banner unsere volle, ungetheilte Sympathie gehört, nein, auch Europas, auch unsertwegen. An den Ufern des Hudson und des Miisissippi hat die Freiheit ihre Burg gebaut, und so lange diese steht, flieht sie nicht aus ter Welt. Die Fortdauer, die Lebenskraft der Union ist uns eine Bürgschaft schönerer Zukunft und wir schauen über den Ocean, wie das Volk Jsrael's in Egypten nach dem gelobten Lande. Ja, wir leben in Egypten und die Bauten, an denen wir frohnen, sind die Kasernen. Die Gegenwart ist trübe und eisern, doch wir verzagen nicht. Wir fahren auf dem stürmischen Meere dahin, aber der Compaß der Freiheit zeigt uns den Curs, den wir einhalten müssen, und die Sterne der Union leuchten uns verheißend entgegen. Lange, sehr lange dürfte die Fahrt dauern, nicht wir, nicht unsere Söhne werden daö Ziel schauen, aber ein späteres Geschlecht, dem wir vorarbeiten, wird einst, gleich den Seeleuten des Columbus, jubelnd aufschreien: Land, Land!" Heidelberg, 6. März. Die siegreiche Durch- kämpfung der gemischten Schule in Mannheim wirkt ansteckend auf die Umgegend. Zn den dortigen Nachbartörfern Neckarau, Käferthal und Freudenheim, in der zwischen hier und Mannheim gelegenen Amtsstatt Ladenburg und hier in Heidelberg selbst ist eine starke Agitation dafür im Gange. Vor we- nigen Tagen wurde hier unter übermäßigem Zudrang ein Bürgerabend dafür gehalten. Alle Parteien mit einziger Ausnahme des schwarzen Casinos hatten sich dazu die Hände gereicht. Für die Nationalliberalen sprach Professor Wundt, für die Demokraten und freisinnigen Katholiken Dr. Franz Mittermaier, für die Protestanten Kirchenrath Schenkel und für die Israeliten Dr. Reckendorf. Auch der Gemeinderath, obgleich viele Katholiken in seiner Mitte zählend, hat sich einstimmig für die gemischte Schule ausgesprochen. Und doch ist der Sieg noch nicht gewiß. Denn nirgends in Baden hat die Casinopartei so bedeutende Führer wie hier (,Lintau, Bissing, Professor Verina u. A.), nirgends ist ihr Fanatismus und ihre Rührigkeit größer, und Viele können sich ihrem Einfluß nicht entziehen, der sich mit eben so großer Leidenschaft als Klugheit jedes Mittels zur Erreichung der Parteizwecke bedient. Paris, 5. März. Wie der C onstitutio n n el mittheilt, hat die Idee, die Dienstbücher für die Arbeiter abzuschaffen, im Staatsrath den Sieg davongetragen. Dieses Ergebniß ist nicht ohne Schwierigkeit erreicht worden, denn die meisten con- stituirten Slaatekörper, Gerichte und Handelskammern, hatten sich für deren Beibehaltung ausgesprochen; allein das Princip der Freiheit, welches, wie der „Constitutionnel" bemerkt, sich jetzt an Stelle der Reglementirung in allen administrativen und ökono- mischen Instituten zu setzen strebt, überwog endlich. Bei Gelegenheit der über den Zustand und die Bedingungen des französischen Ackerbaus ang.stellten Untersuchung war von einer großen Anzahl der zu Rathe gezogenen ländlichen Grundbesitzer verlangt worden, baß die Dienstbücher auch auf die ländlichen Arbeitir ausgedehnt würden. „Die von dem StaatS- rath angenommene Lösung in Bezug auf die indu- striellen Arbeiter läßt vorhersehen, daß diesem Wunsch nicht Folge gegeben wird, und wir glauben, daß, alle Vortheile und Nachtheile beider Systeme mit einander abgewogen, dasjenige, welches die Freiheit und die Würbe des Menschen achtet, ben Vorzug vervient." Paris, 6. März. Der „Public" glaubt, baß Marquis Lagueronniöre nach Brüssel ein vollständig ges Expose über die Anschauungen Frankreichs in Betreff der wirthschaftlichen Fragen mitnehmen werde, und spricht die Eiwartung aus, das belgische Cabi- net werde an die Prüfung dieser Auseinandersetzung mit einem weniger engherzigen und ben Interessen Belgiens angemesseneren Geist gehen, als berjenige war, welcher bei ber Ausarbeitung des neuen (Ei- flnbahn-) Gesetzes obwaltete. — Der „Public" sagt, Nigra sei nach Florenz, PaSzera nach München abgereist. — Das Leichenbegängniß Troplong'ö hat heute staltgefunden. Das diplomatische Corps wohnte demselben an. — Der gesetzgebende Körper hat mit 192 gegen 41 Stimmen ein Gesetz in Betreff der Finanzen der Stadt Paris genehmigt, wornach das außerordentliche Budget von Paris künftig der Kammer zu unterbreiten ist. Brüssel, 6. März. Die „K. Z." schreibt: Die heutige Sitzung der Repräs.ntantenkammer hat dem Ministerium und besonders dem Justizminister Bara einen glänzenden Sieg gebracht. Die Abschaffung ber Schuldhaft, lebhaft bestritten von verschiedenen Mitgliedern beiver Parteien bes Hauses, ist endlich mit 81 gegen 12 Stimmen und 12 Stimmenthaltungen angenommen worben. Die Cen- tralsection hatte bie Körperhaft in gewissen Fällen, z. B. gegen betrügerische Schuldner, beibehalten wollen, unb vertheldigte ihre Ansicht mit großer Hartnäckigkeit. Der Sieg des Regierungsvorschlages ist hauptsächlich ber Energie und Beredsamkeit des Hrn. Bara zu verdanken, und dieser Triumph ist ihm wohl zu gönnen, denn von allen Mitgliedern des Cabineis hat keines in jüngster Zeit sich so vielen Angriffen ausgesetzt gesehen und einen so zähen Widerstand gefunden, wie ber Iustizminister. Madrid, 8. März. Cortes. Auf eine Interpellation ber Republikaner antwortete Prim, er würde bie Canbidatur des Herzogs von Monlpensier aufrecht erhalten. Marschall Castelar und Figueras greifen Montpensier an. Madrid, 9. März. Aus Anlaß einer an's Ministerium gerichteten Interpellation sagte Topete: Bei der Wahl zwischen einer Republik unb Dein Herzog von Montpensier würbe er dem Letzteren ben Vorzug geben. Serrano sagte: Die Frage über bie künfiige Regierungsform des Landes müsse bis zur DiScussion über die Constitution eine offene bleiben, die Ansicht Topete'S darüber müsse ebenso, wie jede andere, respectirt werden. Washington, 5. März. (Kabeltelegramm aus „Reuter's Office".) Grant legte folgende Mi- nisterliste vor, welche der Senat genehmigte: Wash- burne, Auswärtiges; General Shofield, Krieg; Ste- vart, Finanzen; Ergouverneur Cox, Inneres; Borie, Marine; Creswell, Generalpostmeister; Richter Hoare, Generalstaatsanwalt. General Sherman ist zum Obergeneral der Armee, Sheridan zum Generalneu- tenant ernannt worden. Vermischtes. Darmstadt, 6. März. Durch allerhöchste Entschließung vum .heutigen haben Seine Königliche Hoheit teil wegen Er- niorbung der 12jährigen Margarethe Seibel von der Harbmuhle bei Nieder - Roßback zum 5vbe verurtheilten Peter F e u er- b a ch von Ober - Wöllstadt zu lebenslänglichem Zuchthaus zu begnadigen geruht. Darmstadt, 8. März. Nachdem KroßherzoglicheS Ministerium des Innern die Ausdehnung der Starkenburger Vieh- VersicherungS Anstalt auf das ganze Land und die Statuten der nunmehrigen „V i e h - V er s i ch eru n g S - A n st a l t für das Großherzogthum Hessen" genehmigt hat, wird dieses Institut mit dem 2. April I. I. in Thätigkeit treten. Die reuen Sta- tuten, bei deren Bearbeitung aum die Einrichtungen und Bestimmungen anderer großen und empfohlenen Vieh-V.rficheningS- Bereine in Betracht gezogen wurden, haben zum Theil wesentliche Abänderungen und Ber esserungen erfahren, zu welchen gehören: die Ausdehnung auf die Provinzen Oberhessen und Rheinhessen, §. 1 ; die Errichtung einer besonderen Abtheilung für Versicherung deS Rindviehs gegen Seuchen, §. 2; die strenge Trennung der drei VersicherüngS-Abtheilungen, §§. 3, 32; die Versicherung des Rindviehs ohne statutarisches Mari- mum eines WerthanichlageS, §. 5; die Möglichkeit der Betheiligung der Ortö-Vieh Verstcherungö-Vereine, §. 7; die Fortsetzung der Versicheiung durch Erben von Mitgliedern, und im Falle der Veräußerung an einen neuen Inhaber, §.16; die tarifmäßige Ausbildung der Beitragsruckvergutuug, der Prämie, §§. 19—41 ; die Entschädigung versicherter S'hiere für den Fall der Tödtung auf polizeiliche Verfügung,^insofern nicht durch Dritte (Staat, Gemeinde u. s. ro.) Erfa'tz^D leisten ist und geleistet wird, §. 26, pos. 5. Indem wir daS gemeinnützige, aus der Mitte der landw. Vereine hervorgegangene Unternehmest den Viehbaltern des Landes angelegentlich empfehlen, erübrigt uns nur der Wunsch, daß dem Institute dasjenige Vertrauen entgegengebracht werde, welches einer alsbaldigen ausgedehnten Entwicklung zur Seite stehen muß. Fvicdbcrg. Im „Usinger Anzeiger" sinden wir folgende heitere Anzeige, welche wir unfern Lesern nicht vorenthalten wollen: Pferde-Treue! Am 4. d. MtS. ereignete sich im Stalle des Gasthauses „zur goldenen Sonne" in Usingen ein Vorfall, welcher allgemeine Bewunderung verdient. —" Meine Pferve, sowie dasjenige des Hrn. H. aus Nod a. d. Weil standen neben einander. Als ich füttern wollte, vermißte ich meinen Hafersack und was sah irb, als ich in den Stall trat ?--Eins meiner Pferde, welches meinen Hafersack in fremder Hand gewahrte, hatte den Hrn. H., der meinen Hafersack jn der Hand Ijie!t, fest auf der Brust gepackt und somit mir überliefert. — Dies als Beispiel von Pferdetreue. Heinrich Waas, Kutscher aus Friedberg. Eberstadt, 7. März. Bei einer heute Nachmittag hier abgehaltenen Vorstellung eines Seiltänzers riß der Pfahl, woran das Seil in der Höhe eines Hauses befestigt war, in dem Augenblick aus 6er Erde, als der Akrobat fein halsbrechendes Kunststück auf demselben zeigte und das Ziel beinahe erreicht hatte ; er stürzte herab und brach, wie man hört, einen Arm unb eine Rippe. Mehrere Aerzte waren sogleich zur Hand. Montauban, 2. März. Am 4. d. M. beginnt vor ben hiesigen Assisen ein Proceß, der fast einzig dasteht. ES bandelt sich dabei um ein wahres Gemetzel unter unschuldigen Kindern unb um eine „Menschenfresserin" , so nennt die Bevölkerung hiesiger Gegend die Hauptangeklagte Jeannc Delpech, — für welche der Mord von Kindern zur Beschäftigung und Erwerbsquelle geworden war. Ein Kind tobten, war für diese Person fast so Alltägliches, daß sie bie Zahl ihrer Opfer faum bestimmt anzugeben vermag. Aus einem der Häuser, in denen sie in Montauban wohnte, hatte sie. fast ein förmliches Gebein- hauS gemacht. Plan fand dort unter der Stiege eine ganze Menge von Kindergebeinen, mit denen man ohne Muhe sieben Kinder-Skelette zusammengestellt hat. Jeanne Delpech tödtete ebenso gleichgültig ihre Kinder, bie ihrer Tochter ober fremder Leute; das geringste Interesse reichte für sie hin, um einen Mord zu begehen; die von ihr dabei am liebsten angewendete Methode war die Erstickung. Sie tauchte die Kinder in ein Gefäß mit Wasser, bann zerschnitt sie die kleinen Leichen in Stucke, die sie sohin vergrub. Die Geschickte dieser Verbrechen greift bis in das Jahr 1857 zurück, wo sie das Kind ihrer eigenen, von ihr zum lüderlichen Lebenswandel angeeiferten Tochter einen Tag nach ber Geburt ermordet hat. Zwei Jahre später begann sie bann ben Kinbesmord gewerbsmäßig zu betreiben. Sie übernahm Kinder, angeblich um sie in Fiudel- anstalten ober bei Ammen unterzubrinzzen, in Wahrheit, um sie zu etmorben, und den Betrag, den sie für dieselben in ber Anstalt erlegen sollte, für sich zu behalten. London, 28. Febr. Die seltensten Selbstmorde sind wohl die durch Verbrennung, deren sich in jüngster Zeit zwei kurz auf einander folgten. Der erste Fall hat sich in ber Hauptstabt selbst ereignet; ein ZeitungShändler begoß sich in seinem Schlafzimmer mit Paraffinöl und steckte seine Kleider in Brand; der zweite Fall wird aus der Provinz gemeldet, wo ein Farmer Hol; und Kohlen in seiner Stube zusammen- trug, sich gewissermaßen seinen eigenen Scheiterhaufen aufrichtete und und sich oben darauf setzte. Bald erregten bie Flammen die Aufmerksamkeit ber Dienstboten; sie eilten hinzu und fanden ihren Herrn bereits so stark verbrannt, daß er in wenigen Stunden starb. In Schweden fängt die Frömmigkeit an, die Gurgeln in Gefahr zu bringen. Aus Stockholm schreibt man nachstehende Schauderthat: „Ein Schrei deS Entsetzens und der Entrüstung durcheilt das Land. Schon wieder hat ein Prediger, der stch den Ruf der „Frömmigkeit" anzueignen gewußt batte, sich des Morde« schuldig gemacht. Vor einigen Jahren nämlich ermordete ein Pastor Lindbäck die armen Sckaafe seiner Heerde, um sie von ihren Qualen zu befreien, indem er bie Hostien und ben Wein vergiftete, weil er sich als Diener Gottes bazu berufen fühlte. Heute nun ist es ein alter Mann von 60 Jahren, ber in der Umgegend von Jönköping in ber Provinz seit lange das Pfarramt bekleidete, M. Palmgren, der der Unzucht mit dreien feiner Dienstmädchen unb be« Mordes von zweien derselben beschuldigt ist. Trotzdem ließ man diesen ehrwürdigen Geistlichen auf freien Fußen, ber, um den Ausfall der Untersuchung nicht abzuwarten, plötzlich verschwunden ist, man sagt, er sei bereits unterwegs nack Amerika. Redaction, Druck und Verlag der Brühl'fchen Druckerei (F/r. Chr. Pietsch) in Gießen.