Preis vierteljährlich 36 kr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 49 fr Gießener Anzeiger. Erscheint wöchentlich drer* mal: Dienstags, Donnerstags und Samstags. — Expedition: Canzleiberg Lit. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kietzen. Nr. 93 Dienstag den 10. Angust 1869 8WWWI (6733) I. A. Busch Söhne. es psiehlt I. G. D. Bapst. Annerod haben ihre Forderungen • binnen 8 Tagen bei unterzeichneter Gerichtsstelle anzumelden, widrigenfalls solche bei Ver- theilung des Nachlasses keine Berücksichtigung finden. Gießen, den 3. August 1869. Großherzogliches Landgericht Gießen. Bötticher. Mühl-Verpachtung. 6594) Donnerstag den 12. August, Morgens 9 Uhr, soll die dem Johannes Volk gehörige sog. Weißmühle bei Großen-Buseck, in Folge der Insolvenz-Anzeige desselben, auf ein halbes Jahr öffentlich, und zwar in der Mühle selbst, verpachtet werden. Dieselbe hat 2 Mahlgänge, 1 Schlaggang, nebst sämmtlichem noch gut gehaltenem Mühlgeräthe, sowie 1 neu eingerichtete Schwungmühle u. s. w. Pachtliebhaber, welche etwa schon vordem genannten Termine genaueren Aufschluß wünschen, wollen sich an den Unterzeichneten wenden, welcher jederzeit bereitwilligst Auskunft ertheilen wird. Großen-Buseck, den 3. August 1869. Der Massecurator: Balthasar Stephan I. Samstag den 14. August, Morgens 10 Uhr, angenommen. Den Soumittenden steht es frei, der Eröffnung beizuwohnen. Großen-Buseck, den 28. Juli 1869. Für den Kirchenvorstand: Strack, Pfarrer. Oessentliche Aufforderung. 6727) Sämmtliche Gläubiger des ver-- ftorbenen Bürgermeisters Seipp II. von 6691) Treber verkauft Th. Lotz Wittwe. Feilgebotenes. Künstliche Dünger: Guano, Knochenmehl, phosphorsauren Kalk, Wiescndnnger, rohen Phosphorit (6690) empfiehlt Emil Pistor. Versteigerungen. Die Vergebung von Seiterarbeit bei der Stadt Gießen. 6706) Mittwoch den 11. August d. I., des Morgens 9 Uhr, soll auf hiesigem Nathhause die Anfertigung eines Seiles an den Krahnen auf dem Thurm, veranschlagt zu 29 fl. 20 kr., an den Wenigstfordernden vergeben werden. Gießen, den 6. August 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. Besondere Bekanntmachungen. 6714) Im Firmen-Register des unterzeichneten Gerichts sind heute folgende Einträge vollzogen worden: 1) Die Firma: „Wilhelm Balser" zu Gießen ist durch Aufgeben des Cigarren- und Weinhandels Seitens des Wilhelm Balser erloschen. 2) Die beiden früheren Inhaber der Firma: „Burk & Stork" dahier, nämlich August Burk und Johann Georg Stork zu Gießen, sind verstorben. Otto Kempff von hier, welcher zuletzt. Mittheilhaber an dem unter jener Firma betriebenen Cigarrenfabrikations-Geschäft war, ist durch das Ableben des Johann Georg Stork, resp. durch Vertrag alleiniger Eigenthümer desselben geworden und setzt solches vom 1. Mai l. I. an unter der seitherigen Firma und unter Uebernahme aller Activen und Passiven für seine alleinige Rechnung fort Der Name: „Johann Georg Stork" ist im Firmen-Negister gelöscht worden. 3) Georg Philipp Fillmann's Wittwe zu Gießen hat ihr seither unter der Firma: „G. PH. Fillmann" daselbst betriebenes Porcellan- und Glaswaaren-Geschäft, jedoch ohne Activen und Passiven, welche sie auf ihren Namen behält, an ihren Sohn Heinrich Fillmann und ihren Schwiegersohn Wilhelm Balser von hier vom 1. Juni I. I. an abgetreten. Diese führen die bisheriaen Fimra — jedoch ohne weitere desf«llsige Hcktverbindlichkeit der Wittwe und Erben des Georg Philipp Fillmann als bis zum 31-Mai l. I. — fort und jeder von ihnen ha das Recht, die Firma zu vertreten und zu Ochsten. De- Name der Georg Philipp Fillmann's Witt'e ist gelöscht worden und die von ■ ihr dm Heinrich Fillmann dahier ertheilte Procm ist erloschen. Gßen, den 5. August 1869. iroßherzogliches Stadtgericht Gießen. Muhl, Stadtrichter. 6699) I» Folge baulicher Veränderung befindet sich mein Waareulager im ersten Stock und verkaufe ich, um Raum zu gewinnen, zu sehr billigen Preifeit. Auyust ITIendelsohn. 6708) Einem geehrten Publikum die Anzeige, daß ich mein Geschäft nach dem Hause des Herrn C. W. Ferber am Kirchen- platz (in den seither von Herrn Julius Landauer innegehabteu Laden) verlegt habe. Zur bevorstehenden Herbst-Saison empfehle ich mein reich- haltiges Lager fertiger Herren- und Knaben-Garderobe der neuesten Fayon und besten Stoffe zu billigen Preisen. S. A. Blumenfeld. Orgel -Verkauf. 6615) Durch die Anschaffung einer neuen Orgel für die hiesige Kirche ist die alte, 20 Register enthaltende, überflüssig geworden. Dieselbe soll auf dem Wege der Soumission verkauft werden. Frankirte Angebote werden bis 6683) Ein in schöner Lage der Stadt befindliches geräumiges Wohnhaus ist aus Teter Hand xu verkaufen. Näheres bei Herrn Carl Lony zu erfragen. | Bekanntmachung, die Ahulirung der Einkommensteuer betr. Da Gesetz, die Regulirung der Einkom- menftier betreffend, vom 21. Juni d. I. enthä keine Bestimmung über die eigene Declcation der Einkommensoerhältnisse Seite- der Pflichtigen, da jeder Zwang in dieserhinsicht ausgeschlossen sein soll. Nach Art. 0 sind jedoch, was die Einkommen- steue der I. Abtheilung betrifft, die etwa einlafenden freiwilligen Angaben der Steirpflichtigen über ihre Einkommens- verhltnisse zu den Hülfsmitteln bei Berech- nun des Einkommens der betreffenden Pflhtigen gerechnet M Bezugnahme auf diese Gesetzesbestim- mmt und im Hinblick darauf, daß auch bei Reguirung der Einkommensteuer II. Abtheilung derartige freiwillige Auskunftserthei- lunger nur erwünscht sein können, werden die Seuerpflichtigen der Steuercommissa- riate ließen, Grünberg und Hungen hierdurch msdrücklich darauf aufmerksam gemacht, daß es ihnen in jedem Stadium der Verhawlung unbenommen ist, freiwillig über ihe Einkommensoerhältnisse dem Un- terzeichieten oder einzelnen Mitgliedern der betreffenden Einschätzungscommissionen Auskunft zu ertheilen. Es wid das Einschätzungsgeschäft wesentlich erleihtern, wenn dergleichen Auskunfts- ertheilun,en alsbald, und zwar, wenn irgend thinlich, schriftlich bewerkstelligt werden, Hu diesem Behufe können Steuerpflichtige, welche ihr Einkommen speciell zu declarren beabsichtigen, bei der Bürgermeisterei ihres Wohnorts ein hierzu geeignetes Fornular in Empfang nehmen. Gießen, den 5. August 1869. Der Vorsitzende der Einschätzungscommission für das Steuercommiffariat und die Stadt Gießen: Hirsch. Für dcs Steuercommiffariat Grünberg: Limpert. Für das Steuercommiffariat Hungen: Hunsinger. Vermischte Anzeigen Wichtig für Schuhmacher. 6718) Unterzeichneter empfiehlt sich im Anfertigen von Leisten nach Maaß. Auch sind solche in großer Auswahl bei demselben stets vorräthig. I o h n A n z e r, bei Hrn. Rothenberger, Lindenplah. 6731) Brave Köchin auf Michaeli gesucht. Wo ? sagt die Exped. d. Bltts. Nelßen-Grasblumen. 6694) Sämlinge zum Auspflanzen in's freie Land, sehr kräftig, von erprobtem Samen, für deren Gefülltfein garantirt wird, werden, das Dutzend zu 48 fr., das Hundert zu 5 fl., abgegeben inci. Verpackung. Näheres bei Herrn Ph. Schlatter. 6701) Petroleum-Koch-Apparate em- 6692) Es ist ein noch ganz gut erhaltenes Clavier zu verkaufen. Bei wem? sagt die Exped. d. Bltts. 6715) Sechs Rohr- und sechs Polster- tühle, drei Paar Fensterläden und ein Sparheerd werden billig abgegeben. Bei wem? sagt die Exped. d. Bltts. Vermieth ungen 6705) Ein kleines möblirtes Zimmer ist zu vermiethen bei ______Wernhard Brück, Flügelsgasse. 6729) Ein möblirtes Zimmer ist zu vcr- miethen bei_________Gärtner Schaum. 6703) Das bisher von Frau Pfarrer Deyen bewohnte Logis ist vom 1. October an anderweit zu vermiethen. Th. Geismar, Uhrmacher. Hauöverkaus. 6687) Die Erben der verstorbenen Karo line Hast beabsichtigen, ihr dahier in der Schloßgasse gelegenes Wohnhaus mit geräumigem Hofraum, Hintergebäuden und Garten, welches sich zu jedem Geschäfte eignet, zu verkaufen. Ueber das Nähere giebt der Unterzeichnete Auskunft. Gießen, den 1. August 1869. August Oeser. 6713) Ein Haus mit Werkstätte, im Mittelpunkt der Stadt gelegen, ist zu verkaufen. Zu erfragen bei der Exped. d. Bltts. 6712) Ein möblirtes Zimmer mit Cabi- net ist zu vermiethen bei Heinr. Brauburger, Lackirer. 6784) Eine kleine Familienwohnung ist zu vermiethen bei I. Braun. 6724) Im Cafe Kuhlmann sind mehrere Logis zu vermiethen und sogleich zu beziehen.________________________ 6710) Neue Anlage, in H. B ecker's Nebenhaus, ist die Mansarden-Wohnung, bestehend aus 7 Pieren, Küche und Bodenkammer, nebst allen Bequemlichkeiten, bis September zu vermiethen. 6721) Zwei Logis sind zu vermiethen bei _________Louis Flett, im Schwanen. 6723) Durch den Wegzug der Frau Götz ist das Logis von 2 Zimmern, Küche, Keller rc. zu vermiethen. Julius Hoch, Löwengasse C. 150. 6686) Malz, Hopfen und Lagerbiere bei ______________________Pitth an. 6728) Westphälischer Schinken, Gothaer Cervelatwurst und feinstes Schweineschmalz, sowie täglich abgekochter Schinken, bei I. A. Busch Söhne. 6702) Pumpen (Ketten- und Pfuhl- Pumpen) empfiehlt I. G. D. Bapst. 6717) Ein eiserner transportabler Koch- heerd mit Wasserfchiff und Bratofen, in bestem Zustande, ist billig abzugeben. Zu erfragen bei der Exped. d. Bltts. Neue holländische Vollhäringe sind eingetroffen bei 6658) Ein möblirtes Zimmer mit Ca- binet ist in einer freundlichen Garteuwoh- nung zu vermiethen und alsbald zu beziehen. Bei wem? sagt die Exped. d. Bltts. 6709) Das seither von Herrn Heinz bewohnte Mansarden-Logis im Vorderhaus, bestehend aus 4 Zimmern, Küche, Magd- und Bodenkammer, nebst Wasserleitung und allen Bequemlichkeiten, ist durch dessen Wegzug im September zu vermiethen. _____________H- Becker, Neue Anlage. 6682) Ein Frauenzimmer, welches allen häuslichen Arbeiten vorstehen kann und gute Zeugnisse aufzuweisen hat, wird gegen hohen Lohn sofort in Dienst gesucht von Gg. Schmehl, am Brand. 6695) Ein Familienlogis, nebst Hofraum mit Wagenreinise, Scheuer und Stallung, ist zu vermiethen und am 1. November beziehbar. Louis Stein Wittwe. Holzverkauf in der Königlichen Oberförsterei Krofdorf. 6719) Montag den 23. August er., um 10 Uhr Vormittags, werden zu Krofdorf in der Scheere nachstehend bezeichnete Hölzer öffentlich meistbietend versteigert: District 65 (Hirschsprung) Holz-Nr. 291 bis 325 und Totalität der Schutzbezirke Krofdorf, Wismar und Salzboden: Eichen und Buchen: circa 80 Klftr. Scheit, Knüppel, Stöcke und Reiser. Krofdorf, den 8. August 1869. Der Königliche Oberförster: _____________v. Meibom. 6720) Verziehungshalber werden Dienstag den 17. August d. I., Nachmittags 2 Uhr: in der Wohnung des W. Heinz, im Hause des Herrn H. Becker, Neue Anlage, folgende Gegenstände versteigert, als: 1 kleiner eiserner Kochhcerd, 1 kupferner Kessel, circa 25 Maaß haltend, 1 Küchen- schrank, 1 Bettstelle, 2 Vorstellwände, 1 Bügelofen, verschiedene Küchengeräthe, wie steinerne Töpfe, 1 Waffeleisen, 1 Hippeneisen rc. 6704) Deutsche und englische wollene I Strickgarne in frischen Sendungen der verschiedensten Sorten zu herabgesetzten, dem Wollwerthe angemessenen Preisen, empfehlen ______________I. A. Busch Söhne. 6700) Eisenbahnschienen, in großer Auswahl auf Lager, empfiehlt I. G. D- Bapst. W hin likgt M», ' boB Jekftch ' tzü- N selbem w gen äW gen VeS haltk», 0 dmsclben Do Kampfe 1 demselben Aloßer v treten du MrS mach, l>a für schier lassenen' zu sprech einmal n gemeinsa Feinde s He> einer Ec M vo auf den breit öi durch di ihre na Binder MreS Ausbr zttstört 1 fein Mi seinem „5 sagte er mit auc * krank?' J merk 1 D erinnert N: c einst 3c Er .,1 .,9 feinem trüge ei Ertvach A nach ti und di ihrer । sich ni Aaterlc a I Schaue don |)v ^ge. vombn öenomn tr Han pützle Mdjti Saite ■ s Trum M E Das Das 14. August Dampfer Den Septemb- Hamburg und Wegen Auskünften (6613) zu können. 1 "7/8-451/, 1864r II8V4 9 9 9 9 5 9 Havre Hamburg Bremen Baltimore. New-Orleans. Rio de Janeirc. Hamburg, Berlin, Basel, Wien, Leipzig, Stuttgart, Zürich, St. Gallen, Genf, Neuer wall, 50; Leipzigerstrasse, 46 : Steinenberg, 29; Stadt, Neuer Markt, 11 : Markt, 17, Königshaus ; Kronprinzstrasse, 1 B ; Elsassergasse, 1 ; Obere Grabenstrasse, 13 ; Place du Molard, 2. Börsennachrichten. 7. August 1869. Pr. Gass. Sch. Div. Caee.-A. Pr. Friedrdor. Pistolen . . T doppelte Holl. fl. 10 St. Ducaten . . 20 Frankens!. 58 V*-»1 /> 49-51 50-52 54-56 37-39 31V2-32 V* 56-12 50-52 28-29 ,Tripoli" • Cella" • . ,Allemania" .America" . .Leipzig" . .Frankfurt". .Santos" . Actien. Frankf. Bank 1207/6 Oester. Bank 723 „ Creditact. 299 Darmst. Bankact. 314 Menschen, fleißige arme Bergleute lebendig begraben worden. Eme Unzahl Mutter, Kinder, Greise rc. sind durch diese gräßliche Catastrophe ihrer einzigen Ernährer beraubt und stehen verzweiflungsvoll, ein Bild des herzzerreißendsten Jammers an der Ungluck- stätte. Lauter denn je ruft hier die Roth zur Mildthätigkeit auf. Der ganz ergebens! Unterzeichnete erlaubt sich bei diesem so schrecklichen, in unserem Jahrhundert in Deutschland noch nie dagewesenen Ereignisse, an den bekannten und so oft bewahrten Wohl- thätigkeitssinn der Bewohner der Stadt Gießen und Umgegend zu appelliren und da nach den jüngsten Berichten die Roth an Ort und Stelle überaus groß ist, so ist ..schnelle Hülfe doppelte Hülfe". Die Expedition dieses Blattes ist gerne bereit, auch die geringsten Liebesgaben dankbar in Empfang zu nehmen. Frankfurt a. M-, den 5. August 1869. Der König!. Sachs. Generalconsul: I. Gerson. Frachtbriefe für die Main-Weser- und Cöln-Mindemr Eisenbahn, sowie fänimtliche zollamtlichen Form» lare, sind zn haben bei Wilhelm Klee, Marktstraß. Hole! Ooieqttt*. Peter BouquS — Niederlahnstein. Table d’hdte 1 Uhr. Restauration zu jeder Tageszeit. Durch Renovirung und comforlable Einrichtung bin ich im Stande, den Ansprüchen der mich mit ihrem Besuche beehrenden Fremden in jeder Hinsicht Genüge leisten Allerneueste Glücks - Offerte. 6693) Das Spiel der Freiburger Staats-Prä mlen-Obligatio- nen ist wn der Grossherzog- licli Hessischen Regierung gestattet. „Gottes Segen bei Cohn!“ ! Grossartige wiederum mit Gewinnen bedeutend vermehrte Capitalien- Ver loosung von über 3‘/2 Millionen. Die Verloosung garantirt und vollzieht die Staats-Regierung. Beginn der Ziehung am %O. d. Mts. Nur *6 Tlilr# oder I TBilr. oder 15 Sgr. kostet ein vom Staate garantir- tes wirkliches Original-Staats- liOOS ^nicht von den verbotenen Pro- 17. 17. 18. 18. 25. 15. 15. HAASENSTEIN & VOGLER Zeitungs-Annoncen-Expedition. in Frankfurt am Main, grosse Gallusstrasse 1, im 1. Stock. Wohnungs Anzeige. 6616) Meine Pfand- und Leihanstalt befindet sich jetzt im früher Nern'schen, jetzt Fromm'schen Hause in der Schloßgasse. K. Grünebaum. Schützengesellschatt jii Gießen. Heute und die folgenden acht Schießtage wird die Wrede'sche Gabe herausgeschoffen. Der Vorstand. Engi. Souver.i l Russ. Imper. 9 DolL in Gold 2 Preuss. 41/2o/0 Obi. 93 Frankf. 3V2% 0bl. 81 Vr Nass. 41/2% 0bl. 92*/2 Kurh. 40/o Obi. 845/s Hess. 40/g Obi. b. Roths. 91’/4 „ 31/2% do. do. 87V» Bayer. 5% Obi. 101^8 • n 41/2% 1jährige — „ 4i/r0/o ‘/zjährige 94 V8 Würtemb. 41/2% Öbl. 927/fi Baden 41/2% Obi. c. E.L. 933/4 Oestr. 5% b. R. 59 V2 „ 5% National 57’/2 „ 50/0 Metall. Obi. — „ M. steuerf. 523/4 Amer. 6% 1882r Bds. 88’z „ 6u/0 1885r 875/q Passagen wende man sich an Obigen. Telegraphischer Bericht, mitgetheilt von dem Haupt-Agenten C. W. Dietz. Das Postdampfschiff des Nordd. Lloyd „Bremen", am 21. Juli von Bremen ab gegangen, ist am 4. August, Mittags, wohlbehalten in New-York emgetro ffen.Z Telegraphischer Schiffsbericht, mitgetheilt von Chr. Wallenfels Jun. Angekommcn in New-Bork r Bremer Postdampfschiff „Hermann", Reisedauer 11 Tage — Stunden. „ „ „Bremen", „ 12 „ — Hamburger „ „Cimbria", „ 10 „ 8 „ Angekommen in Baltimore: Bremer Postdampfschiff „Ohio", Reisedauer 14 Tage. Abgehendr 6618) Mädchen für Trinkhallen gesucht. — Rosen-Apotheke, Frankfurt a. M. Dringende Bitte an alle Menschenfreunde. Ein furchtbares, bisher in Deutschland noch nicht dagewesenes Unglück hat sich leider abermals im Königreiche Sachsen zugetragen. Durch schlagende Wetter sind m den Kohlengruben des sogenannten Plauen'schen Grundes ber Potschappel über »60 — •' ~ ’ Bergleute lebendig begraben worden. Eine Unzahl Mutter, rch diese gräßliche Catastrophe ihrer einzigen Ernährer beraubt (G i n g e s a n d t.) Daß die Lebensversicherung für eine große Anzahl, nicht blos den Beamten, sondern noch mehr allen Geschäftsleuten von sehrwohlthätiger Einrichtung ist, wird wohl heutzutage kaum noch des Beweises bedürfen. Trotzdem hört man doch recht häufig auf die Offerte, sich zu versichern, die allerdings nicht sehr kluge Ausrede: ich will aber noch nicht sterben, denn ich bin ein gesunder Kerl. . Wenn nun auch natürlicherweise ein kerngesunder Mann der Wahrfchemllchkett nach größere Ansprüche auf ein längeres Leben hat, als ein weniger Gesunder, so lehren das doch Beispiele, daß mitunter ganz Gesunde recht plötzlich aus dem Leben scheiden müssen. — Solchen Fall erlebten wir kürzlich auch in unserer Stadt und es gereicht dem Einsender zur besonderen Genugthuung und der Familie des so plötzlich Verstorbenen zur großen Wohlthat, daß letzterer sich nicht zu der Ausrede des bekannten Letcht- inns verstanden, sondern sich in Gesellschaften versichert hat — theilweise sogar noch vor einem Jahre — von denen die eine bereits dieser Tage die Versicherungs-Summe ausgezahtt^hat. Familienväter, denen das Wohl und Wehe ihrer Angehörigen am Herzen liegt, nicht unterlassen und dafür besorgt sein, daß bet ihrem Scheiden von dieser Welt ihre Hinterbliebenen nicht bitterer Roth und Elend ausgesetzt find und deß- halb bei Seiten sich an Lebensversicherungen betheiligen, ein Jeder wie es feine Verhältnisse erlauben, denn die beim Todesfälle ausgezahlt werdenden Betrage genügen, um die Thränen der Verlassenen doch einigermaßen zu trocknen. Gießen. o* d» Hansa" ■ • von Bremen nach New-York. Liverpool „ „ Prioritäten. 5% östr. F. St. E. B. 404 Lud wigsh.-Bexbach I62V2 Maxbahn lOö’/g Bayer. Ostbahn 129’/$ Hess. Ludwigsbahn — 3% östr. Stsb.-Prior. 58’/$ 3°/o östr. «. Lombard. 493/< 3% Livorneser 347/s Toscaner — Frankf. Hypoth.-Bank — Frankf. Vereins-Kasse 97’/4 5% Elisabeth-Prior. 75’/2 do. IL Emiss. 747/8 Anlehensloose. Kurh. 40 Thlr. Loose 5/g7s Nassau fl. 25 b. Roth. — Gr. Hess. fl. 50 b. R. — Gr. Hess. fl. 25 b. R. — 40/g bayr. Präm. Anl. 1O53/a 40/0 badische Loose 104’/j Badische fl. 35 Loose 561/2 1858r Prioritätsloose — 1860r Loose 84’/g ■ messen) aus meinem Debit und werden g diese wirklichen Original- 1 Staats-Loose gegen frankirte E IEinsendung des Betrages oder gegen Post Vorschuss, selbst nach den M entferntesten Gegenden von | mir versandt. Es werden nur Gewinne jja gezogen. Die Haupt - Gewinne betragen Kg 250,000, 150,000, 100,000, 50,000, g 40,000, 25,000, 2 ä 20,000, 3 äg 15,000, 3 ä 12.000, 3 ä 10,000, 4 äg 8000, 5 ä 60Ö0, 11 ä 5000, 4000, g 1^29 ä 3000, 131 ä 2000, 6 ä 1500, Z 35 ä 1200, 156 ä 1000, 206 ä 500, g I 6 ä 300, 272 ä 200, 24550 Gewinne g gä 110, 100, 50, 30. g Z Gewinngelder u. amtliche g A Ziehungslisten sende meinen In- g H teressenten nach Entscheidung prompt W 8 und verschwiegen. ä Durch meine von besonde- g H renn Glück begünstigten g W Loose habe meinen Interessenten be- M äreits allein In »eutschland | I die allerhöchsten Haupt- | trelfer von 300,000, 225,000, m N 187,500, 152,500, 150,000, 130,000, g H mehrmals 125,000, mehrmals 100,000, B 3 kürzlich schon w ieder das E 0 grosse Loos von 127,000, und g g erst vor acht Tagen schon g 1 wieder den allergrössten g | Haupt - Gewinn in Darm- | | stadt ausbezahlt. g gg« Jede Bestellung auf g | meine Original-Staats- g B Eoose kann man der Bequemlich-g H keit halber auch ohne Brief, H | einfach auf eine Jetzt üb- g : ■ liehe Postkarte, machen. H • g Dieses ist gleichzeitig bedeu- g - g tend billiger als Post-B Laz. Sams. Colin g in Hamburg. ä Haupt-Comptoir, Bank-und Wechsel-H geschäft. | 6689) Ein gewandter Hausbursche wird auf Michaeli zu miethen gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 6716) Ein braves Dienstmädchen wird auf Michaeli gesucht. Zu erfragen bei der Exped. d. Bltts.____________________________ 6688) Ein braves Küchenmädchen wird auf Michaeli zu miethen gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bltts. Weilburger Kirchweihfest. 6722) Zu dem am 11. und 12. August stattfindenden altbe- rühmten Kirchweihfeste laden wir alle Freunde und Verehrer dieses Festes freundlichst ein und werden bemüht sein, die verehrten Gäste aufs Beste zu befriedigen. Die Wirthe des Weilburger Kirchweihfestes. Seit einiger Zeit versenden die Herren Gebrüder Mack, Apotheker, Molken- und Bade-Anstalt-Besitzer in Reichenhall ihre sehr beliebten und bekannten Präparate. Dieselben bestehen in Alpenkränter-Saft und Alpenkräuter-Magenbitter; für Brust- und Magenleidende; aeth. Latschenkiefern-Oel zur Zimmerraucherung, sowie zur Einathmung für Brust- und Lungenleidende; und Latschen-Kiefern-Ex- tract zu Bädern, gegen Scropheln, Rheumatismus rc. rc. . . Diese Präparate werden in dem stark besuchten Kurorte Reich en hall, im baier. Gebirge, fortwährend, mit den größten Erfolgen angewendet, so daß sie selbst von den bedeutendsten Aerzten, wegen ihrer Heilkraft verordnet werden und in vielen Familien so zu sagen die Hausapotheke bilden. . Die Herren Gebr. Mack haben zur Bequemlichkeit des Publikums tn allen größeren Städten Deutschlands Depüts errichtet und ist Leidenden, welche Reichenhall selbst nicht besuchen, dadurch Gelegenheit geboten, ihre angegriffene Gesundheit, durch Anwendung dieser Präparate, auch in der Heimath wieder herzustellen. 6711) Alle Diejenigen, welche For- | derungen an den Nachlaß dcS verstorbenen Fräuleins Auguste Krebs zu bilden haben, werden aufgefordert, solche bei dem Unterzeichneten, als dem Vertreter der Erben, binnen 14 Tagen anzumelden, indem dieselben sonst bei Ordnung des Nachlasses keine Berücksichtigung finden können F. Kraft, Hofgerichts-Advocat. 6730) Ein Dienstmädchen, das alle häuslichen Arbeiten versteht und mit sehr guten Zeugnissen versehen ist, wird auf Michaelis ge> sucht. Wo? sagt die Erpedition dieses Blattes. Verschönerungs-Verein! 6707) §. 1. Verschönerung der öffentlichen Plätze: Gehören hierzu die Barrikaden an der Lindengasse von Pferden, Mist-Wagen, Pflügen rc. ? Ansicht gratis zu jeder Tageszeit. 6726) Nach einer auswärtigen Stadt wird ein braves Mädchen gegen guten Lohn zu miethen gesucht- Näheres bei der Exped- dieses Blattes. 6698) Meine Bohnenschneidmaschine empfehle ich zur leihweifen Benutzung (pr. Stunde 6 kr.) A. Wenzel, Feldschütze. Wechsel. Amsterd. k. S. 100’/4 Augsb. k. S. 993^ Berlin k. 8. 1O5’/Ö Bremen k. 8. 973/4 Cöln k. 8. 105’/8 Hamburg k. 8. 88*/4 Leipzig k. 8. 105 London k. 8. 120 Lyon k. 8. — Paris k. 8. 95’/, Wien k. 8. 95% Disconto 3’/2 % G. Geldsorten. ein braves Dienstmädchen auf Michaeli. Neuenbäuen B- 99. (6732) 6725) Während des Brigade-Exerzierens nehme ich Soldaten in Kost und Logis- M- Rothenberger Wittwe. 6685) Ein Kindermädchen wird zum sofortigen Eintritt gesucht. Zu erfragen bei der Exped. d. Bltts.________________________ 6651) Der Unterzeichnete wird nach Mitte August in Gießen eintreffen, um daselbst Bibliotheken, sowie einzelne brauchbare Bücher für sein Lager oder für die nächste Leipziger Bücher - Auction zu erwerben. Gefällige Anträge bitte vor dem 15. August au den Unterzeichneten, wenn möglich mit Catalog, einzusenden. Leipzig, den 31. Juli 1869. Ernst Heyne, Antiquariats-Buchhändler, Poststraße Nr. 12. "alconsul: it - Stunden. 8 I den Beamten, son- W ist, wird wohl doch recht häufig rede: ich will aber ^Wahrscheinlichkeit gesunder, so lehren dem Leben scheiden adt und es gereicht o plötzlich Verstor- s bekannten Leicht- •ilrociie sogar noch sickerungs-Summe ihrer Angehörigen rem Scheiden von eietzl sind und deß; wir es seine Per- etrage genügen, nm ’Q?Del Ä! ÄK 5 °nd7u"°ub, "y.ä n"Sitrcrn=^ richenhall im ^°d/bLst 01 und in vielen ^blikums in ollen welche Reichen- rntene Gesundbeit, ^rzustellen. ' RmHork. Blüninorr- New-Orleans. Rio de Janeirc. n. . 11 dor. 9 . 9 9 58V!'59'1 49-51 50-52 54-55 37-39 31 fr»'« 56-12 9 50-5» 2 'A uh*wn Bi-mw ai eingettoisen?__ Cöln-Min^m- )cn F»kM- , Marktstrch' TV 8. lOOVi w 8. 105V« Dk8.9/=< , s. 103*/e /k. S. I«3 * t S-J20 t 8. Ä - Feuilleton. Der Barbone. (Barbone, im ital. Volksdialect: der Bärtige.) Novelle von Fr. Büchner. (Verfasser der Preisnovelle „Jugendverirrungen.") (Fortsetzung.) 6. Das Kloster zu den „armen Schwestern". Etwa zwei Stunden oberhalb Landeck nach dem Hauptgebirgszug TyrolS hin liegt tief im Wald versteckt ein einsames Kloster, so verborgen in einem kleinen, von nahen überragenden Felsen beschützten Thal, daß nur der Einge- borne Kunde davon hat, und der Fremde ohne dessen Führung vergeblich den Versuch machen würde, es auszufinden. Unter den Eingebornen hieß eS nur das Kloster zu den „armen Schwestern", weil von den Bewohnerinnen in demselben das Gelübde der Armuth strenger gehalten wurde, als das in den übrigen Klöstern zu geschehen pflegte. An ihm waren bis jetzt unbemerkt die Wo- gen des Krieges vorübergerauscht, sei eS, weil der Feind nie Kunde davon erhalten, oder es ihm zu abgelegen war, oder auch weil der Ruf der Klosterfrauen demselben zum Schutz gereichte. Trotzdem aber spielte das Kloster eine wichtige Rolle in diesem hartnäckigen Kampfe des Landes für seine Religion und seine Freiheit. Die Theilnahme an demselben war so allgemein, daß darüber selbst der strengen Ordensregel in dem Kloster vergessen ward, nach welcher nie ein Mann die Schwelle desselben übertreten durfte. An dem Ende eines der vielfaF verschlungenen Säulengänge des Klosters befand sich, nur dem Eingeweihten bekannt, ein ziemlich geräumiges Gemach, das wohl sonst den Nonnen diente, die eine Strafe abbüßen mußten. Dafür schienen wenigstens einzelne Stricke, die man an den in den Wänden eingelassenen Nägeln hängen sah, und die wohl zur Selbstgeiselung dienen mochten, zu sprechen. Hier in diesem abgeschiedenen Klostergemach waren die Führer mehr denn einmal nächtlicher Weile zusammengekommen, und dort waren die Entwürfe zu gemeinsamer Leitung des Vertheidigungökrieges ausgevacht worden, welche dem Feinde so verderblich geworden waren. Heute aber diente dieses verborgene Gemach einer anderen Bestimmung. In einer Ecke desselben, die durch ein Wandlicht spärlich erleuchtet war, stand ein Bett, vor welchem ein Jüngling und ein Mädchen saßen, welche mit Theilnahme auf den schlummernden Kranken blickten. In dem Jüngling erkennen wir Albrecht von Schauenstein, — und das Mädchen, welches neben ihm saß, verrieth durch die Aehnlichkeit ihrer schönen Züge mit denen VeS Jünglings hinlänglich ihre nahe Verwandtschaft mit demselben, wenn nicht ihre zärtliche Anrede: „mein Bruder!" jeden Zweifel darüber beseitigt hätte. Es war Veronica, die Schwester Albrechts von Schauenstein, welche nach dem Tode des Vaters, der schon beim Ausbruch des Kampfes gefallen war, und als ihr väterliches Schloß gänzlich zerstört worden war, in dem Kloster eine sichere Zufluchtsstätte gefunden hatte. Der Kranke bewegte sich jetzt leise, und bald schlug er die Augen auf; — sein Antlitz verklärte sich zu einem freundlichen Lächeln, als er die Beiden an seinem Bette sah. „Bist Du immer noch meine gute, unermüdliche Pflegerin, Veronica?" sagte er leise zu dem Mädchen, das trauliche Du des Landes gebrauchend, womit auch sie ihn gleich nach seiner Ankunft angeredet hatte. „Bist Du nun wieder besser?" entgegnete theilnehmend das Mädchen. „Mir ist wieder wohl. Nicht wahr, in den letzten Tagen war ich recht krank?" sagte der Kranke. „Der weite Weg hatte Dich erschöpft, und ein starkes Fieber verschlimmerte Deinen Zustand," erwiederte Albrecht von Schauenstein. Der Kranke versank einen Augenblick in Nachdenken, als wenn er sich dessen erinnern wolle, was in den letzten Tagen mit ihm geschehen; dann fragte er: „Hast Du meinem Vater und Johanna Nachricht über mein Befinden gesandt?" „Ja," antwortete Albrecht, „der kleine Fränzerl, der dickwangige Bub', der einst Johanna das Briefchen des Barbone brachte, ist seit vorgestern unterwegs. Er wird heute oder spätestens morgen zurückkehren." „Doch ist das nicht ein unzuverlässiger Bote?" entgegnete der Kranke. „Nein, einen besseren gibt es nicht," erwiederte Albrecht. „Er ist uns in keinem Kampf von der Seite gewichen — und hat stets, wenn wir ihm Aufträge ertheilten, dieselben mit einer Schlauheit ausgeführt, wie eö niemals ein Erwachsener gethan haben würde." An dem Abend dieses Tages kam auch der Barbone in das Kloster, und nach einer langen geheimen Unterredung mit Albrecht vertraute dieser dem Freunde und der Schwester, daß der frühe Morgen ihn vielleicht für einige Tage von ihrer Seite trennen würde. Vergeblich bat Maximilian und Veronica, er solle sich nicht mehr den Gefahren des so ungleichen Kampfes aussetzen. „Ich darf nicht fehlen," sagte der Jüngling fest, „wenn wir die Sache des Vaterlandes verlassen wollten, was sollte dann der gemeine Mann thun <“ In der Frühe des nächsten Morgens weckte ein leises Klopfen Albrecht von Schauenstein aus seinem leisen Schlummer. Der Barbone trat ein, und bald PsLitrsede Ems, 7. Aug. Nach den bis jetzt getroffenen Dispositionen begibt sich der König am Sonntag von hier nach Coblenz und verweilt daselbst zwei Tage. Von dort reist derselbe über Wiesbaden nach Homburg, wo ein achttägiger Aufenthalt in Aussicht genommen ist. Auf der Rückreise nach Berlin wird er Hanau, Darmstadt,. Frankfurt a. M. und Gießen berühren. In allen diesen Orten finden Truppenbesichtigungen statt. Nach einem zweitägigen Aufent- halte in Kassel begibt sich der König nach Mägde- bürg und trifft über Köthen, wo ebenfalls eine Truppeninspection angesagt worden ist, am 25. in Berlin wieder ein. Eisenach, 7. Aug. Mit den Vormittagszügen verließ er mit diesem das Kloster. Nicht wenig erstaunte aber der Jüngling, als er in kurzer Entfernung von demselben auf einen Haufen bewaffneter Bauern stieß, welche sich auf einen Wink des Barbone ihnen anschlossen. „Aber warum ziehen wir nicht allein, wie Du beschlossen hattest, gen JnS- bruck?" fragte der Jüngling. „Donay ist in der Nähe gesehen worden," erwiderte der Mönch düster. „Gott verhüte, daß er mir ihn zum drittenmal in den Weg führt." Schweigend zogen die Männer dahin, während ein allmählich aufsteigender Nebel immer mehr die Berge umflorte und zuletzt nur noch die allernächsten Gegenstände erkennen ließ. „Gut und schlimm," sagte der Mönch, in den immer dichter werdenden Nebel bineinstarrend. „Wenn uns der Verrath erschleicht, können wir umringt sein, ehe wir nur den Feind sehen." Wieder waren sie eine Strecke schweigend dahingegangen, und sie befanden sich nun an dem Fuße des Berges, auf welchem das Kloster lag. Sie mußten eine kleine ebene Fläche durchwandern, um den sich an dem gegenüberliegenden Berg hinschlängelnden Aussteig zu gewinnen. „Vernahmst Du nichts, Albrecht?" fragte der Mönch leise, als sie der Seite eines kleinen Dickichts entlang gingen. „Mir war's als vernähme ich einzelne Stimmen in unserer Nähe." Noch ehe der Jüngling zu antworten vermochte, fiel ein Schuß, — und mit einem lauten Schmerzensschrei sank Albrecht neben dem Barbone zu Boden. Dieser sah dahin, wo eine kleine, aufsteigende Wolke den Platz des Schützen anzeigte; dann rief er: „Er ist's, er ist'S, es ist Donay." Aber ehe er den Stußen erheben konnte, um demselben den Lohn für seinen Vorrath zu geben, war dieser in dem Gebüsche verschwunden. Mehrere Schüsse, die noch fielen, erinnerten den Mönch, daß Donay nicht allein sei. Er befahl seinen Begleitern, das nahe Gebüsch zu durchsuchen, — und während diese vergeblich die Spur des flüchtigen Feindes verfolgten, hatte er sich neben Albrecht von Schauenstein niedergelassen, dem das Blut aus einer tiefen Brustwunde quoll. Nachdem er dieselbe genau untersucht, sprach er : „Es ging Dir nahe am Leben vorbei, armer Junge; die Kugel galt wohl mir und irrte ein Paar Zoll von ihrem Ziel." Auf den Befehl des Mönches war bald von abgehauenen Zweigen eine Tragbahre für den in schwere Ohnmacht Gesunkenen hergerichtet, und nach zwei Stunden ruhte der Kranke in dem Klostergemach an der Seite des Freundes. Zu seinen Häupten stand der Mönch und harrte ungeduldig des Ausspruches der erfahrenen Klosteräbtistin, welche die Wunde untersucht hatte — und nun dieselbe vorsichtig verband. „Das ist eine schwere, schwere Wunde," sagte sie endlich, „aber die heilige Jungfrau hat gewacht über ihn, — er wird seinem Volk und Euch erhalten bleiben." Ein Freudenstrahl belebte bei dieser Kunde das bleiche, starre Antlitz Ve- ronica's, die die Rechte des Bruders gefaßt-hatte und mit ihren Thränen benetzte. — Die ehrliche Aebtistin wandte sich jetzt zu dem weinenden Mädchen und sagte, indem sie ihr die blonden Flechten von der glühenden Stirne zurückstrich: „Meine Tochter, Dein Bruder bedarf Tag und Nacht der aufmerksamsten Pflege, aber Du darfst sie nicht allein übernehmen. Du bist schon eine allzutreue Krankenpflegerin gewesen, und Du darfst es nicht so forttreiben, wenn Du Dich nicht selbst krank machen willst." Nur mit Widerstreben willigte Veronica darein, auch eine Klosterfrau als Pflegerin für den Kranken anzunehmen. Allein es bedurfte dessen nicht; — cs kam unerwartet eine andere Pfle- gerin, die am meisten Beruf und Liebe hatte, des neuen Kranken zu warten. An dem Abend desselben Tages, eben als das Mettenglöcklein des Klosters fein feines Abendgeläute erklingen ließ, stieg ein Mädchen, in die malerische Landestracht der Tyrolerbäuerinnen gekleidet, ihr zur Seite ein dicker, kräftiger Junge von etwa dreizehn bis vierzehn Jahren, den schmalen Pfad des Kloster- berges hinan. Während der rüstige Schritt des Knaben sogleich den Eingebor nen verrieth, schritt das Mädchen nur mit großer Mühe weiter und zeigte ein. Erschöpfung, die wünschen ließ, daß das nahe Kloster das Ziel ihrer Wanderung fein möchte. Und wirklich verschwanden Beide bald durch das Klosterportal, als auf den Anruf des Knaben, der in dem Kloster wohl bekannt schien, sogleich geöffnet worden war. Schonend wurde Johanna, denn sie war es, welche in dieser Verkleidung zu dem kranken Bruder geeilt war, der Zustand Albrechts mitgetheilt- Allein wie das Weib meistens nur das kommende Unglück fürchtet, dagegen das wirk lich geschehene mit hohem Muth trägt, so vernahm auch Johanna diese Nach richt mit einer großen Fassung, wozu wohl auch die tägliche Vorstellung de. Gefahren, in denen der Geliebte stets schwebte, mit beitrug. Sie verlangte nu. auf das Entschiedenste, mit Veronica die Pflege des Kranken schon von der ersten Nacht an abwechselnd theilen zu dürfen. (Fortsetzung folgt.) N rr tt d s cd u u. gegen Abgabe ihres Mandats an das Localcomit^ eine Legitimationskarte empfangen haben. Die Prüfung der Mandate geschieht durch ein auf dem Eongreffe gewähltes Comits. Im Auftrag der Ein- berufcr des Congresses gez. Geid, Bebel, Dr. Ladendorf, Joh. PH. Becker, Oberwinder." Trotz fciefci Mahnung ist es jetzt noch sehr zweifelhaft, ob der Congreß ungestört seine Verhandlungen führen wird. Die Gegner sind in größerer Zahl anwesend. Die erste Hauptversammlung findet heute Abend statt. Es werden in derselben die Wahl des Präsidiums, das Programm uns die Organisationsvorlage zunächst auf die Tagesordnung gelangen. Hierbei muß die Krisis zum Durchbruch kommen Die Partei, die bei der sind Delegirte der Bebel-Liebknecht'schen und auch der Lasalle - Schweitzer'schen Partei in größerer Anzahl eingetroffen. Von beiden Parteigruppen, die schon in ihrer äußeren Haltung sich als schroffe Gegensätze zeigen, werden im Laufe des heutigen Tages vertrauliche Vorberathungen gehalten. An den Straßen- ecken findet sich folgendes Placat: „Parteigenossen'. Da von gewisser Seite schon mehrfach dem social- demokratischen Congreß „Skandal" in Aussicht gestellt wurde, so fordern wir Euch auf, Alks zu vermeiden, was Veranlassung zur Störung geben könnte. Gleichzeitig machen wir die Delegirten zum Con^resse wiederholt darauf aufmerksam, daß nur Diejenigen zu den Verhandlungen zugelassen werben, . welche r 81t ■8 ii h I V - b, Dorstandswahl und der Frage, ob auf das vorliegende Programm die Berathung zu erstrecken sei, unterliegt, wird voraussichtlich sich zurückziehen und es werden dann Separatverhandlungen eintreten. Frankfurt, 7. Aug. Der hiesige demokratische Wahlverein hat im Verein mit andern Gesinnungsgenossen Herrn Jacob Venedey in Oberweiler, welcher bekanntlich im Laufe dieses Sommers in Folge einer Brandstiftung einen bedeutenden Schaden erlitten hat, ein Ehrengeschenk, bestehend in einer 4procentigen badischen Obligation von 1000 fl., übersendet. Wien, 6. Aug. Die Klosteraffaire wird dem Vernehmen nach nicht blos zu administrativen, sondern auch zu legislatorischen Maßregeln dienen. So soll, wie die „Presse" hört, ein Gesetz vorbereitet werden, welches die DiSciplinargewalt der geistlichen Obern betrifft und dieselbe vollständig auf das Ge- wissensforum beschränkt. Ferner steht, wie es heißt, ein Erlaß bevor, welcher eine Revision aller Klöster anordnet; würden die Bischöfe sich gegen die Vornahme der Inspektion durch eine Commission, in welcher die geistlichen Behörden vertreten sind, sträuben, so würden die weltlichen Behörden allein vorgehen. — Das Schreiben des Cardinal-Erzbischoss Rauscher an den Ministerpräsidenten Grafen Taaffe hat, wie man dem „Ungar. Lloyd" schreibt, keine formelle Antwort erhalten; der Ministerrath, welchem der Brief vorgelegt wurde, beschloß, denselben ebenso einfach zur Kenntniß zu nehmen, wie seiner Zeit den Protest der Fünfundzwanzig. Wien, 7. Aug. Die „Wiener Zeitung" veröffentlicht in ihrem amtlichen Theil eine Verordnung des Cultus- und des Justizministers, wonach bischöfliche Erkenntnisse, welche auf Einschließung eines Priesters in eine geistliche Correctionsanstalt lauten, nur insofern für wirksam erklärt werden, als die betroffenen Priester sich freiwillig fügen. Eine zweite Verordnung dehnt dieß auf die von geistlichen Oberen inhaftirten Regulären beiderlei Geschlechts aus und ordnet strenge Controle bezüglich der Dauer der Haft wie des Haftlocals an. Paris, 3. Aug. Der „Avenir national" begrüßt das Erscheinen des Senatusconsult wie folgt: „Wir glauben nicht an daS liberale Kaiserreich und an seine Transformation. Eine Regierung ist ein Princip, ein Princip ist aber etwas in sich Geschloffenes, Ganzes, und es heißt dasselbe in Wirklichkeit zerstören, wenn man noch so wenig seine wesentlichen . Bedingungen ändert. Das aus dem Staatsstreiche hervorgegangene und auf den Ruinen der Republik aufgerichtete Kaiserthum hat die Gewalt zum Ausgangspunkte, die Autorität zum Princip und die Dictatur zur Lebensbedingung. Diejenigen alfo^ützkennen die Natur des Kaiserreichs und greifen es in seiner Wesenheit an, welche ihm ein liberales Regime aufzwingen, dessen principielle und factische Negation es ist. Art. 1 gibt dem gesetzgebenden Körper die Initiale der Gesetze. Dieß hätte eine und zwar eine bedeutende jConcession sein können; allein dem hat man vorgebeugt durch Art. 5, in dem gesagt ist, daß „der Senat in allen Fällen sich der Promulgirung eines Gesetzes entgegenstellen kann." Das ist der alte Arm der Dictatur, und wie vor 18 Jahren, schlägt er auch dießmal auf die Wahlkammer, d. h. auf das allgemeine Stimmrecht." * In einer vom 2. Aug. datirten Madrider Correspondenz des „Censtitutionnel" heißt es: „Der Richter von Talavera hat der Regierung angezeigt, daß in Nombela eine berittene Bande von 25 Mann erschienen wäre. Der Gouverneur von Toledo erbat für den Oberst Chiqueri die Ermächtigung, sich überall hin zu wenden, wohin es ihm angemessen scheine. Aus Caniza in der Provinz Pontevcdra meldet man das Erscheinen von etwa 12 Bewaffneten, welche die Gegend durchstreifen. Der Commandant dieser Provinz verlangt dringend Kriegsmunition. In den Bergen von Toledo haben sich zahlreiche Carlistenbanden von je 80 bis 100 Mann festgesetzt, welche dem Befehle des Sabariegos gehorchen. In Madrid hat man einen Sergeanten der Prim'schen Freiwilligen in dem Augenblick verhaftet, da er zu den Aufrührern abgehen wollte. In der Provinz Leon behauptet eine bewaffnete Truppe von 400 bis 450 Mann das Feld, sie hat einen Canonicus, Don Antonio Millo, an ihrer Spitze, einen entschlossenen Mann, der in dem „siebenjährigen Kriege" glänzende Erinnerungen zurückgclassen hat. Eine Depesche aus Vitoria berichtet von großer Aufregung in Este!« und bereitet auf Erhebungen in Tudela und Cata- layud vor. Der KriegSmin'fter hat soeben etwa 20 Offiziere von den fliegenden Colonnen, welche zur Verfolgung der Carlistenbanden ausgesendet worden sind, auf halben Sold und in Nicht-Activita't gesetzt; diese Maßregel kann sich nur aus dem geringen Vertrauen erklären, welches die Treue und Hingebung I । dieser Offiziere der Regierung einflößen. Der Pfarrer von Alcobon steht an der Spitze einer Truppe von 50 Bewaffneten, zu deren Verfolgung der com- mandirende General von Santa Cruz ausgerückt ist. Die französischen Behörden haben an der Gränze 40 Kisten mit Gewehren und mehrere Kisten Munition, welche sämmtlich für die Carlisten bestimmt waren, mit Beschlag belegt. In der Provinz Ciudad-Real haben täglich zahlreiche Verhaftungen statt. Ein ehemaliger Carlistenführer, Don Pedro Agredo, sollte sich in den Umgebungen von Guadalajara an die Spitze von 500 Mann stellen. Er wurde verhaftet, als er eben zu seinen Parteigenossen abgehen wollte. In der Provinz Astorja sprechen die Berichte von einer Guerilla von 200 Mann. Ohne Zweifel ver- rathen alle diese Vorkommnisse eine allgemeine Bewegung, deren Verhältnisse und Streitkräfte aber die Regierung nicht ernstlich beunruhigen können. Vermischtes. Darmstadt, 7. Aug. Das gestern erschienene Regierungsblatt Nr. 35 enthält: I. Gesetz, die Penfionirung der Gerichtsvollzieher in der Provinz Rheinhessen betreffend. II. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des Großherzoglichen Hauses und deS Aeußern, den zwischen Hessen und den Vereinigten Staaten von Amerika abgeschlossenen Vertrag über die Staatsangehörigkeit der Auswandernden betr. Derselbe enthält folgende Bestimmungen: Art. 1. Angehörige der nicht im Norddeutschen Bunde befindlichen Theile deS Großherzogthumö Hessen, welche natu- ralifirte Staatsangehörige der Vereinigten Staaten von Amerika geworden sind und fünf Jahre lang ununterbrochen in den Vereinigten Staaten zugebracht haben, sollen von der Großherzoglich Hessischen Regierung als Amerikanische Angehörige erachtet und als solche behandelt werden. Ebenso sollen Staatsangehörige der Vereinigten Staaten von Amerika, welche naturallsirte Angehörige des Großherzogthum Hessen innerhalb dessen vorhin bezeichnete Theile geworden sind und fünf Jahre lang ununterbrochen daselbst zugebracht haben, von den Vereinigten Staaten als Angehörige deS Großherzogthums Hessen erachtet und alS solche behandelt werden. Die bloße Erklärung der Absicht, Staatsangehörige des einen oder deS anderen Theiles werden zu wollen, soll in Beziehung auf keinen der beiden Theile die Wirkung der Naturalisation haben. Art. 2. Ein nahiralifirter Angehöriger deS einen TheilS soll bei etwaiger Rückkehr in das Gebiet deS anderen TheilS wegen einer nach den Gesetzen des Letzteren mit Strafe bedrohten Handlung, welche er vor seiner Auswanderung verübt hat, zur Untersuchung und Strafe gezogen werden können, sofern nicht nach den bezüglichen Gesetzen seines ursprünglichen Vaterlandes Verjährung eingetreten ist. Art. 3. Der zwischen dem Großherzogthum Hessen und den Vereinigten Staaten von Amerika wegen der, in gewissen Fällen zu gewährenden Auslieferung der vor der Justiz flüchtigen Verbrecher bestehende Vertrag vom 16. Juni 1852 bleibt unverändert in Kraft. Art. 4. Wenn ein in Amerika naturalisirter, ursprünglich dem nicht im Norddeutschen Bunde befindlichen Gebiete deS Großherzogthums angehöriger Hesse sich wieder in diesem Gebiete niederläßt, ohne die Absicht nach Amerika zurückzukehren, so soll er als auf seine Naturalisation in den Vereinigten Staaten Verzicht leistend erachtet werden. Ebenso soll-ein im Großherzogthum Hessen (innerhalb der soeben gedachten Ge- bietstheile) naturalisirter Amerikaner, wenn er sich wieder in den Vereinigten Staaten niederläßt, ohne die Absicht nach Hessen zurückzukehren, als auf seine Naturalisation im Großherzogthum Verzicht leistend erachtet werden. Der Verzicht auf die Rückkehr kann als vorhanden angesehen werden, wenn der Naturalisirte des einen TheilS sich länger als zwei Jahre in dem Gebiete deS andern TheilS aufhält. Art. 5. Der gegenwärtige Vertrag tritt sofort nach dem Austausche der Ratification (am 23. v M. in Berlin erfolgt) in Kraft und hat für zehn Jahre Gültigkeit. Wenn kein Theil dem anderen sechs Monate vor dem Ablaufe dieser zehn Jahre Mitthcilung von seiner Absicht macht, denselben dann aufzuheben, so soll er ferner in Kraft bleiben bis zum Ablauf von 12 Monaten, nachdem einer der contrahirenden Theile dem anderen von einer solchen Absicht Kenntniß gegeben. (Schluß folgt.) Kassel. Ueber den kürzlich verstorbenen bolivianischen Feldmarschall Braun entlehnt die „H. M. Z." dem Werke von Dr. W. Stricker: „Die Deutschen in Spanien und Portugal und in den spanischen und portugiesischen Ländern von Amerika, Leipzig, Gustav Mayer, 1850", folgende biographische Nachrichten: Otto Philipp Braun, geboren 1798 zu Kassel, Sohn des dortigen HofsattlerS und Wagenfabrrkanten, Ludwig Braun, bestimmte sich der Reitkunst, welche er im dortigen Marstall erlernte, machte aber schon 1814 als hessischer freiwilliger Jäger zu Pferd den Feldzug nach Frankreich mit, studirle 1816 und 1817 die Thierarzneiknnde in Göttingen und Hannover, reiste 1818 nach Nordamerika, wo er in verschiedenen Städten als Reitlehrer und Thierarzt ein Unterkommen suchte. Er reiste sodann* wid) Hayti, und trat als Stallmeister in die Dienste des Königs Christoph. Dort wurde er mit Bolivar bekannt, welcher 1816, nach dem Mißglücken des ersten Aufstandes gegen die Spanier, nach Port-au-Prince geflüchtet war, und folgte ihm 1820 nach Columbia als Rei- teco'fizier. Schon im folgenden Jahr, nach dem Feldzug nach Quito, rückte er zum Major vor, nahm als solcher 1823 am Feldzug nach Peru Theil, half wesentlich mit an dem entscheidenden Siege von Junin (2. August 1824), wo er durch zwei Lanzenstiche verwundet und auf dem Schlachtfelde zum Oberstlieutenant ernannt wurde; ebenso entschied unter Millers und Braun'S Führung die columbische Reiterei das Schicksal der Schlacht von Ayacucho (9. Decemder 1824) zu Gunsten Bolivars, der Braun zum Obersten ernannte, und ihm die Ehrenkreuze von Peru und Columbia verlieh. Ueber Braun'S Antheil an der Schlacht bei Junin schreibt I. I. v. Tschudi in seinen Reiseskizzen aus Peru (St. Gallen 1816) u. a.: „Während seiner ruhmvollen militärischen Laufbahn in Südamerika hat er sich immer durch seine strenge Rechtlichkeit und durch feine persönliche Tapferkeit auf das Ehrenvollste ausgezeichnet. In der Schlacht bei Junin, als Canterac mit seiner Reiterei die Cavallerie der Patrioten unter den Generalen Miller und Recochea geworfen hatte, war Braun, damals Major, mit seinen columbianischen Grenadieren zu Pferde, der einzige Offizier, der nicht allein Stand hielt, sondern auch die feindlichen Glieder brach. Ihm und dem Oberstlieutenant Suarez gebührt die Ehre jenes für die Unabhängigkeit von Peru so wichtigen TageS." Nach der Vertreibung der Spanier waren sofort Zwistigkeiten unter den befreiten Völkern ausgebrochen und die Peruaner feindlich in das Gebiet von Bolivia eingefallen. Braun besiegte sie, und wurde (mit 27 Jahren) zum bolivianischen Brigadegeneral und Statthalter von drei der sechs Departements, namentlich von La Paz, Quito und Cochahamba, ernannt. In diesen traurigen Bürgerkriegen war er bis 1827 thätig, und zeichnete sich nicht nur durch persönliche Tapferkeit, sondern auch durch strenge Rechtlichkeit aus. Er wurde später KriegSminister und Oberbefehlshaber der Truppen von Peru-Bolivia, und erhielt wegen seiner Tapferkeit im Kriege mit den Argentinern den Titel eines Großmarschalls. Nach der Revolution von 1839, wo Santa Cruz als Präsident durch Gamarra gestürzt wurde, wobei Braun selbst in vorübergehende Haft gerieth, kehrte er in fein Vaterland zurück, und lebte, mit Ausnahme einer in Familienangelegenheiten 1850 nach La Paz unternommenen Reise, in Deutschland an verschiedenen Orten, meist zu Dresden und Kassel." Dresden, 3. Aug. Ueber die Grubenerplosion im Plauen'- schen Grunde entnehmen wir dem „DreSd. Journ." nachstehende Details: Nachdem gestern (2. Aug.) früh 5 Uhr die anfahrenden Mannschaften nach dem Frühgebete in den beiden in Verbindung stehenden „Segen-Gottes-Schacht" (Kleinnaun- dorfer Flur) und „Neue Hoffnung" (Hänichener Flur) auf ihren Strecken angekommen waren, erfolgte eine furchtbare Er, plofion, welche über Tage zunächst durch eine dicke Rauchsäule aus dem Segen-GotteS-Schachte sich kundgab. Es war dieß kurz 1/4 6 Uhr. Etwa 10 Minuten später, nachdem die sonst in diesem Schachte einfallenden Wetter den Rauch und Qualm wieder zurückzudrängen vermochten, entströmte dem auüfördern- den „Hoffnungsschachte" Rauch und Nebel. Auf keinem Schachte konnte in den nächsten Stunden Jemand hinein; auch in die mit beiden Schachten verbundene, von Burgk ausgehende Ta- gesstrecke nicht, bis sich nach circa 3 Stunden der „Segen- GotteS-Schacht" zum Einfördern der Wetter anschickte. Die betreffenden obern Beamten erkannten aus der Sachlage sofort die Größe des Unglücks und sprachen übereinstimmend die Ueberzeugung aus, daß sämmtlichc eingefahrene Mannschaften als verloren zu betrachten seien. Nach 9 Uhr konnte angefahren werden. Aus dem „Segen-GotteS-Schachte" wurden sofort 3 Mann todt herausgebracht, eS waren dieß 2 Anschlä- ger und 1 Holzschlepper. Bei weiterem Vordringen erkannte man aus den Bestandtheilen der zertrümmerten Förderwagen die Stärke der Erplosion, indem 6 bis 8 solcher Wagen in einen förmlichen Schutthaufen verwandelt worden waren. Der 100 Lachter lange und 226 Lachter unter Tag liegende massive, gewölbte Querschlag wurde passirbar gefunden. An den Mündungen dieses Querschlags waren die Kohlenstrecken zusammengebrochen; hier wurden drei stark verbrannte Leichen gefunden. Mittlerweile wurden auf der obenerwähnten Tagesstrecke Versuche gemacht, in die Baue des „Hoffnungsschachtes" zu gelangen, was aber durch die zuströmenden schlechten Wetter in die Tagesstrecke (von der östlichen Seite der Baue des „Hoffnungsschachtes her) wenig Erfolg hatte; doch hat man im Laufe des Nachmittags wenigstens den dort erstickten Steiger Schenk herausholen können, während Obersteiger Schaffer und Steiger Bär III., resp. deren Leichen, liegen gelassen werden mußten, wegen der Länge des znrückzulegendrn Weges. Die Zahl der Verunglückten, von denen ungefähr zwei Dritttheile Familienväter sind, und unter denen sich 2 Obersteiger, sowie 2 Untersteiger befinden, beträgt mindestens 321 Personen, von denen allerdings bis jetzt wegen der dem Befahren der Gruben gegenwärtig noch entgegenftehenden Gefahren und Hindernisse nur 15 als Leichen wieder an das Tageslicht haben gebracht werden können; 5 derselben find derartig verstümmelt, daß deren Recognition nicht hat erfolgen können. Die Mehrzahl der Unglücklichen dürfte den Tod durch sofortiges Ersticken gefunden haben; andere sind verbrannt. Von den Angefahrenen haben sich nur einige Wenige, welche sich zur Zeit der Erplosion unmittelbar an der Schachtöffnung befunden haben, retten können. Alle Uebrigen sind ohne allen Zweifel durch die schlagenden Wetter sofort getödtet worden. AuS diesem Grunde können auch eigentliche Rettungsarbeiten nicht stattsinden, vielmehr ist die Hoffnung, daß sich Einer oder der Andere der Verunglückten noch am Leben befinde, wohl ganz ausgeschlossen. Die gegenwärtig im Gange befindlichen Arbeiter, bei denen eS bis jetzt nur möglich gewesen ist, ungefähr 20 Arbeiter zu beschäftigen, beschränken sich daher zunächst darauf, die zwischen dem „Hoffnungsschachte" und dem „Segen-GotteS-Schachte" in Folge der Erplosion eingestürzte Strecke wieder aufzuzim- nietn, um hierdurch die durch den Einsturz unterbrochene Ventilation wieder herzustellen und fo wieder gute Wetter in die Strecken zu bringen, welche gegenwärtig noch mit bösen Wettern angefüllt sind. Erst wenn bieß gelungen, wird eS möglich sein, dieselben ohne Gefahr für Leib und Leben wieder zu befahren. Auch diese Arbeit ist mit erheblicher Gefahr für die Arbeiter verbunden, und muß daher bei derselben mit der größten Vorsicht verfahren werden, um nicht neues Unglück herbeizuführen. Es wird daher noch geraume Zeit vergehen, bis sämmtliche Leichen werden herausgeschafft werden können. — WaS die Entstehung des Unglücks anlangt, so ist, soweit eS sich bis jetzt übersehen läßt, der Direction, sowie der technischen Leitung der fraglichen Kohlenwerke ein Vorwurf nicht zu machen. Dagegen ist anzunehmen, daß die abnorme heiße Witterung der letzten Tage daS Entweichen der schädlichen Gase aus dem Schachte verhindert hat, und daß sich dieselben daher in der Tiefe, und besonders in den alten, nicht mehr im Betriebe befindlichen Strecken angesammelt haben und dort durch dir Unvorsichtigkeit eines oder des andern Arbeiters entzündet worden sind. Welcher Art diese Unvorsichtigkeit gewesen sein mag, darüber läßt sich freilich gegenwärtig nichts Bestimmtes festflellen. Prinz Georg hatte sich gestern Mittag nach der UnglückS- stätte begeben. Der König hat dem zur Linderung deS Unglücks zusammengetretenen Comitä, um dem ersten Bedürfnisse abzuhelfen, 500 Thaler telegraphisch aus Schmalbach angewiesen. — Die Unglücksstätte ist, um die Arbeiten in keiner Weise zu stören, für daS Publikum abgesperrt. Redaction, Druck und Verlag der Brü bl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pi et ich) in Gießen. Mr» Psß Wl Strafe. n C <\ Besoi 6N) ßruclion tißtm Lo Acten,' airä bc ausfl^d Zur uOt Be. gewiß I zu bezeii wären, a an eine den. Lid Dl Anncr Achh. G 6775) b wirb bie Garten, weile an Gießer (3 6®) S( füll auf! ®emeinbi unb Wa pachtet r Nd) Fr UN S1 Ai. w "“f d°hi< k hi.!i unt Macht • ?rutWfi Nalll, «Nnin| ^bherzc