«ch N-.-ZL ;e äÄ: '--LLL &?*• f m ■«ÄE’f'K 111 Cl iturbtn hint. Wrjitltn. (Jnt 9™ unt'« «Mich lrt füt hll “»"*■ $•' MM llilen Mt unb Berg«, JJ1 ld)on mit Kbfüt, «Uk unb hofft man cRntn. 5 fötribt btt|tl6tn aut otl8< Woche roill mw ,f|F«n Strrifm, wie eine unb bei anbtrn $aq< :uumb(att diese« Schlan- ’t’rt Zeichen am Mond '^uch da« möchte man ‘BUttrt durch bin Mond u? sende ich jtyntn zwei iksem Zeichen. fest »urbt am 29. Slug, rfe klawikolvitz begangen, ir auf einer Reise Äaifex unb hatte einem Bauern um selbst eine Furche gu b erprebin, wie baxt dir ich Allen zeigen, mit hoch ille, wo der Kaiser, „der zesührt, ist jetzt ein ein» voiden, 20-30000 Öltn» welcher von Wien an btl 5 unb der Minister Oiltra recht, wie dieser freifinnige geven im Bolle war, ob» l gethan worben war, vm an ba< Mort, da« er im ui VI geschrieben, würbe ‘(litt in Rom, die ei so nitz aut unserer Halbkugel con bat diesem Kaiser der :rtot im Furstencongreß in ,T,r 6olbat wirb sagen: "am Teiche von Beschania iiblen von kchabatz wacker ( Tapferkeit erdacht. Der r_, Sebäube für die Schu» j die Srjichung! Ter Fa- ,r' r« Landmann: irr 0it unter Dertheibiger. I aller ®«eaut weiden , »en Staat, besten M [tBfi wirb sagen: «UM n Er verschönerte un|t« z.!.,,. D» »•«« . _*mlt ihm, wann eit rache» mir iv - ,3b uni guten Rath, w «urfiff«. li-bm'w»»«, »»*: ’^a.btbtil fr”*11' " ® ii4i l”«* 3.1-»* «■11 eHi fachen. auch tu Gard ge> von St- 3 g^eriment :e- unfru3Ä Wf robte" >-um. H ' 311 bt] tl-mwe 2 kosten, liefert vorherige Kostenanschläge, besorgt Uebersetzungen i in alle Sprachen gratis und versendet auf Verlangen gratis i S 1 und franco ein vollständiges Zeitnngs-Preis-Vcrzeichniß. . : 9j;it sämmtlichen deutschen Zeitungen steht obiges ^nststut : § in täglich directem Verkehr. 7605) Prima Holland. Vollhäringe empfiehlt Emil Fischbach, Seltersweg. Angekommen in New-Aorkr Bremer Postdampfschiff Hansa Reisedauer America | Gerste. Auf dem Mit. -Car jüngerer Bruder dann wohl kaum so liebenswürdig sein wie j'etzt da er da'nn wohl nicht Militär geworden wäre, und ich muß offen gestehen, (Fortsetzung.) Nein, wahrhaftig, es liegt viel Edelmuth in Ihrem Charakter, Carl," ries Willert mit unwillkürlicher Bewunderung aus. „Der Baron aber, er würde sicherlich niemals seine Einwilligung zur Verbindung seines Sohnes mit einem namenlosen Mädchen geben." , _ , , . ... Das weiß ich noch nicht so gewiß," meinte Carl. „Berthold ist ;a nicht der Virecte Stammhalter der Familie von Bergen und des Vaters Liebe zu Cvntbia mag vielleicht über feinen Stolz den Sieg davon tragen. Sei dem aber auch wie ihm wolle, meines Bruders Schulden müssen einmal bezahlt werden und ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie außerordentlich ich Ihnen für die Hülfe verbunden bin, die Sie nur zu diesem Zweck leihen wollen." Er ergriff die Hand des Informators und drückte sie mit Wärme. Ueber Willert'S Gesicht zuckte es wie ein plötzlicher Kampf, doch erwiederte er den Händedruck eben so warm wie er ihn empfangen und wiederholte die Betbeuerunaen seiner treuen Anhänglichkeit an seinen alten Zögling. 3 Am Tage nach der Abreise Willert'S gab der Baron den adeligeri Familien ver Nachbarschaft ein Diner, dem Anscheine nach zur Feier VeS Besuches seines -weiten Sohnes, in Wirklichkeit aber, um Berthold, seinen Wünschen gemäß, womöglich zu einer reichen Braut zu verhelfen. Der junge Mann hatte den Vater bereits sogleich nach seiner Ankunft hierum gebeten und dieser, wiewohl er sich im Stillen darüber wunderte, daß ?jn so junger Mann schon aufs Heirathen erpicht war , ihmi das Versprechen aeaebrn seinem Wunsche nachzukommen, zumal das zunge Madcyen, welches Betthol'v hauptsächlich im Auge hatte, °ie Tochter cines rcr nächsten Freunde des alten Herrn war. , ....... Auguste von Lauterbach war -ine Erbin, Vie eben so wohl -m hübsches Mädch-n war, wie sie ein treffliches und warmes Herz b-laß, doch hatte B r- tbold sie nach s-iner Rückkehr noch gar nicht einmal w.evcrgesehen, als er bereits vcn Entschluß faßte, sich um ihr- Hand zu bewerben. Das Diner sollte in jeder Beziehung ein splendides und des Gastgebers würdiaes werden, und so hatte denn Hyacintha mit der Haushälterin Tage lang vorher vollauf "mit den Vorbereitungen zu demselben zu thun gehabt. 9 Urbtr M’n ^ntWn Zweck °er Festlichkeit befand sich u» er- lunge Fr-un. din natürlich in der glücklichsten Unwissenheit und sah derselben daher mit unschuldiger Neugier entgegen. Bei der geringsten Ahnung von Berthold'« selbstsüchtigem Plane hatte sie über das für diesen wichligen Tag von Felicie für sie angeferligte, reizende Rleid wohl weniger freudiges Entzücken geäußert. Ja, wahrhaftig entzückend schon mußte man sie nennen, als sie in s Gesell schaftSzimmer trat, um die cintreffenven Gäste zu bcwillkommnrn, und Berthold JÄJt umhin, sich selbst heimlich zu gestehen daß ihre ganze Erschcinun sowohl wie die unnachahmliche Grazie jeder, oud) cet geringsten, 'V» Zungen, die kräftiger blühende Schönheit und ländlich ungezwungenen Manieren die junge Erbin außerordentlich in den wchatten stellten. Da -S indessen wie er bei sich selbst dachte, für feinen wichtigen Zweck ,inmal notbwcndig war, so wandte er seine Augen von Hyacintha ab und widmete sich gänzlich dem Streben, jene reiche Erbin durch geheuchelte Bewunderung und die gesuchtesten Aufmerksamkeiten zu hintcrgehen. Er führte sie zu Tische und verschwendete alle jene seinen Künste, die ganze Liebenswürdigkeit seines Wesens an ihr, die er bisher nur Hyacintha gegenüber r0 haß Auguste von Lauterbach in ihrer ländlichen Unschuld unk bei einem Herren i°S noch niemals Falschheit oder Tücke geahnt, sich von illrem Tischgesährten gar bald ganz bezaubert zu suhlen begann ^ Sün gewandtes, militärisches Wesen, seine heute au, den besonderen Wunsch des Barons angelegte glänzende Uniform blendeten ihre Augen, und felne Unttr- ha tum die mit derjenigen Carl'«, mit feiner Büchergelehr amke.t, vor welcher 2 pjnnlQi Scbeu trua, fo gar nichts gemein hatte, entzückte sie. ' Er unterhielt sie von den eben jetzt in Paris ^rMenven Moden, von den snMFÄAufläufen welche gerade zu dieser Zeit in jener Weltstadt an der Tages- krdnun/waren, und von den 'Gefahren, denen man sich inmitten jener damals in allen ihren Elementen wild gährenden Bevölkerung ausfetzte. Auauste aber hörte dem Allen unter fröhlichem Lachen und mit Hoch er- alüöenven Wangen zu, denn Berthold's Augen schienen ihr dabei fortwährend noch ganz 7ndere Dinge zu erzählen und fast mit Allem, was er sagte, waren Vorsr^ieiden beschäftigt, nahm Hyacintha dennoch dies Alles sehr wohl wahr Anfangs war -S außerordentliche Verwunderung, dann aber ein G fühl »mack,ende" Eifersucht, was sie so abwesend erscheinen ließ, baß ein gewtffer, r .ur Rechten sitz-nd-rJustizra.b sie bei sich selbst eine hübsche, a er nnsalt.g- -dknrin nannte der cs sogar an der allergewohnlichsten Erziehung fehlte. Unsere junge Freundin war froh, als endlich der Augenblick erschien, wo •»“>*-«”•.«« glühend?.«, Entzücken strahlendem Gesichte Auguste von Lauterbach an ihrer Vertol8täuldnC von Lauterbach'S verwunderte und getäuschte Blicke riesen ihn nach einiger Zeit zur Besinnung zurück und er eilte nun sogleich wieder an ihre Seite, Hyacintha aber fühlte sich dadurch jetzt nicht mehr beunruhigt. Ihr Herz fantc ihr, daß er sie und nur sie allein liebte. " Seine Aufmerksamkeit gegen Auguste von Lauterbach hielt sie nur für Laune des Augenblicks oder für ein Opfer der Höflichkeit, das er als Sohn des Haufes ^"°"Von ^jenem^Aügenbllcke ^>n erfüllte sie thre Pflichten als Wirthin auf'S Neue, und zwar mit einem Eifer und einer Grazie, welche ihr den Be,fall selbst der am strengsten auf Etiquettc hallenden Landdamen der Gesell,chast erwarben , so daß der Abend endlich zur Befriedigung aller Anwesenden vor- Uber8@ncltd) kam denn die Zeit zum Auseinandergehen der Gesellschaft heran. Die Adieu'S wurden gewechselt, von Munde zu Munde gingen die letzten Artigkeiten des Tages und Berthold erhielt, nachdem er die Erbin in den Wagen gehoben, von dieser die Erlaubniß, sich mit seinen Bewerbungen um ihr Gästc^bis"auf zwr?°altc Herren, die zu weit entfernt wohnten, um noch an diesem Tage auf ihre Güter Heimzukchren, und deshalb hier zu über- nachten beabsichtigten, hatten sich bereits entfernt. ' Zu diesen begaben sich Berthold und Earl, um noch eine Pietfe mit ihnen zu rauchen, so daß Hyacintha sich endlich allein sah. Allein und dabei so außerodentlich ermüdet und erhitzt! Sie lehnte sich aus dem Fenster, um die frische Nachlluft einzuathmen. Wie außerordentlich erquickend diese war! Sie fühlte sich versucht, in den Blumengarten hinauszutreten, um sie noch freier aihmen zu können, band ihr Taschentuch um den Hals und trat in s Freie. Der liebliche Mond war aufgegangen und schimmerte durch die dicht be- ^"^Jasaün und°Grisblatt füllten die Luft mit würzigen Düften und der Ruf der Nachteule klang, wie er sich mit dem Geseufze der «ommerluftchen tm Laube >**" tot)lrteie liebte Berthold und wußte ja jetzt gewiß, daß sie von ihm wieder ge- ÜCbt ZwaV'hatte er es ihr nicht mit Worten gesagt, vermochte sie jedoch noch länger daran zu zweifeln? n . 9 Waren seine Blicke, seine Worte mißzuverstehen gewesen < Und'Hyalintha begann, sich ein stolze« Luftgebilde vor die Seele zu zaubern. Sie entdeckte ihre Verwandten, war in voller Wirklichkeit eine Prinzessin, reich genug, um auch ihren Berthold mit Gold zu überhäufen und ihn dadurch sowohl Den Gefahren des Krieges zu entrücken, wie ihm den Schmerz einer Trennung von der Heimath zu ersparen. Die Stunden verstrichen, der Mono stieg.hoch über die Baurnwipsel empor I und warf ein entzückend schönes Licht über Rasen und Wald. Gedankenvoll, mehr mit den Gebilden ihrer Phantasie beschäftigt wie an die Wirklichkeit denkend, öffnete Hyacintha das gußeiserne Psortchen ihres Blumen- gartcns und trat in den Park hinaus. Sie dachte nicht daran, wie oft der Baron sie davor gewarnt hatte, dies noch nach Eintritt der Dunkelheit zu thun, denn es hatten sich dort im Walde schon gar häufig außerhalb der Gesetze stehende Menschen, desperate Charaktere, srr. Redacrion, Dntf und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. der Des« Truppen vor dem die wid trtlart der du bung d tag an tcn we Gieß Großh Ei' Reiiert D: in Tunst 1 Gi initW Post * 7. September. Die „Darmst. Ztg." bezeichnet das vom „Mainz. Abendbl." mitgetheilte Gerücht, es seien Unterhandlungen über eine Abtretung der Stadt Mainz an Preußen im Gange, als völlig aus der Luft gegriffen. Am 1. October d. I. treten die wichtigsten Theile der Gewerbeordnung für den Norddeutschen Bund vom 21. Juni d. I. in Wirksamkeit, nämlich die Abschnitte, welche außer den allgemeinen und den Strafbestimmungen die Vorschriften über den stehenden Gewerbebetrieb, den Murktverkehr, die Taxen, das Jnnungswesen, die Verhältnisse der Gehülfen, Gesellen, Lehrlinge und Fabrikarbeiter, die gewerblichen Hilfskaffen und die Ortsstatuten enthalten. Nur diejenigen Bestimmungen, welche auf den Gewerbebetrieb im Umherziehen Bezug haben, sollen erst mit Beginn des Jahres 1870 Gesetzeskraft erlangen. Wie die „Weser-Ztg." aus den vorliegenden Büchern des Entwurfs einer Civilprozeßcrdnung für den Norddeutschen Bund constatirte, läßt derselbe zwar die Organisation der Gerichte erster Instanz, Landgerichte, Amtsgerichte (Einzel-Friedensgcrichte) und Handelsgerichte, und zweiter Instanz, Oberlandesgerichte, übersehen, in Betreff der höchsten Instanz beweist aber der §. 62, daß ein einheitlicher norddeutscher höchster Gerichtshof für den Norddeutschen Bund nicht in Aussicht genommen ist. Die Frage dagegen, ob die höchste Instanz eine wirkliche dritte Instanz (wie das preußische Ober- tribunal) oder ein bloßer Kassationshof (nach rheinisch-französischem Recht) sein werde, scheint noch nicht entschieden zu sein. Der Gesundheitszustand des Kaisers Napoleon scheint mehr und mehr Besorgniß erregend zu werden. Selbst der „Public", das einzige Journal, welches bisher unbedingt günstig lautende Nachrichten veröffentlichte, verhehlt nicht, daß der Kaiser unwohler geworden. Nach der „Gazette de France" haben die Eentgarden, welche im Lager von Ehalons sind, Befehl erhalten, nach Paris zurückzukehren, da von einem Besuche des Kaisers im Lager keine Rede mehr ist. Das Wiedersehen des Kaisers und der Kaiserin war nach der „Llbertä" ein tief bewegtes. In der Entgegnung auf die Rede des Prinzen Napoleon bei der Generaldebatte über das Senatus- Consult erklärte der Minister des Innern, Herr v. Forcade: Er werde niemals der Minister eines Systems sein, wie das vom Prinzen Napoleon eben vorgeschlagene. Er theile mit dem Punzen das Vertrauen in die vom Kaiser eingescblagene Bahn der Reformen und den Glauben an die Verelnba,kelt des Kaiserreichs mit der Freiheit; aber er betrachte den von dem Prinzen angedeuteten Weg als einen überstürzten. Die Verfassung von 1852 |ci keine diktatorische, sondern enthalte bereilS Oie Grundlagen der konstitutionellen Monarchie. Die Napoleonische Ne- gierung finde eben in ihrer Volksthumlichkeit, die sich an den Namen ihres Gründers knüpfe, eine unermeßliche Kraft. Dieß fühle die revolutionäre Partei und überschütte daher das Andenken Napoleons I. mit Angriffen; aber v,e Bücher, die Broschüren, die Pamphlete sind rasch vergessen, und der Name Napoleons bleibt und wird noch immer größer. Unter den Forderungen, welche in dem Schreiben des Großveziers an den Vicekönig von Aegypten ge- stelltj,wcrven, befindet sich auch diejenige, daß der V»ce- könig keine werteren Anleihen in Europa ohne Genehmigung des Sultans aufnrhmen dürfe. Man erfährt, die Beilegung des Streites fei hauptsächlich den Bemühungen Frankreichs, Englands und Oesterreichs zu verdanken. Baron v. Prokefch blieb den ersten Vorstellungen Bouree's und Elliol's fern, unterstützte sie aber in Folge neuer Instructionen, welche er, nachdem eine Verständigung zwischen den Höfen von Wien und Paris stallgefuncen, cihaltcn halle. Auch ein Privattelegramm der Wiener „Preste" meldet: Die Botschafter Oesterreichs, Frankreichs und Englands sollen gemeinsam und in besonderem Auftrage dem Großvezier eindringliche Vorstellungen bezüglich der Nothwentigkeit der Aufrechterhaltung des ägyptischen Fermans von 1840/41 gemacht haben. Der Großvezier hat denn auch den Gesandten, auf ihre Vorstellungen, erklärt, baß die Pforte nichts weiter beabsichtige, als die stricte Aus - und Durchführung des Ferman- und Garantien, daß derselbe in Zukunft genau beobachtet werbe. Dir „Jmparcial" meldet: „Die Situation in Mexico wird mit jedem Tage beunruhigender. Der Racenkrieg scheint in diesem unglücklichen Lande un- vermeidlich zu sein. Der Zustand der Anarchie, der dort herrscht, ist entsetzlich. Obgleich die insurrrctio- nelle Bewegung von TarnauUpas unterdrückt zu sein scheint, so ist damit ter Auffland doch keineswegs dieselbe heute verlassen, um sich in die Residenz zurück zu begeben. — Dem hiesigen Jägerbataillon, welches am Samstag in seine Garnison wieder einmarschirt war, wurde gestern Vormittag eine bis jetzt noch entbehrte, sehr schöne neue Fahne mit einer Ansprache deS Herrn Major Anschutz auf dem Paradeplatz in feierlicher Weise übergeben, worauf S. K. H. der Großherzog in der Uniform der Jäger erschien und mit der Suite die Fronte des im Paradeanzug ausgestellten Bataillons passirte. Am Mittage erfreute sich die Mannschaft eine« festlichen Mahles, während das Offijiercorps zur Großherzogl. Tafel befohlen war. Am Abend fand großer Zapfenstreich statt. — Die Uebergabe einer Fahne an bas 2. Jägerbataillon erfolgt heute in Offenbach. Mainz. Dieser Tage find die hessischen Stästinge, welche seither in Babenhausen detinirt waren, hier ring,troffen. Dieselben werden auf dec Eitadelle mit den preußischen Sträflingen vereint ihre Strafen abbüßen. Berlin, 4. Sept. Fürst Friedrich Wilhelm von Hohen- zollern-Hechingen (geb. 16. Febr. 1801) ist gestern auf seinem Schlosse in Schlesien am Schlagfluß gestorben. Mit ihm ist die Linie Hohenzollern Hechingen erloschen. Er hatte bekanntlich durch Uebereinkunft vom 7. Decdr. 1849 und Kraft der bestehenden Erbverträge zu Gunsten des Königs von Preußen der Regierung feines FürsteathumS entsagt. Der künigl. Hof hat auf 14 Tage Trauer angelegt. Berlin, 4. Sept. Der König ist wohlbehalten heute Nacht wieder hier eingetroffen, begrüßte Vormittags den auf dec Rückreise nach Petersburg hier eingetrosienen Großfürsten Eonstanti» und enipfing dessen Gegenbesuch. Zu Ehren des Großfürsten findet im Schlosse ein Diner statt. Frankfurt, 2. Sept. In der vielbesprochenen Ausweisungsangelegenheil ist heute ein von angesehenen Rechtsanwälten unterzeichnetes Gutachten erschienen, welches die Frage behandelt: ob das fragliche Verhalten in den Gesetzen begründet sei und den Grundsätzen und Bestimmungen des bestehende» bürgerlichen Staats- und Völkerrechts entspreche, welche Frage nach mannichfacher Begründung verneint wird. Die weitere Frage: ob sich nicht erwarten lasse, daß eine eingehende Erörterung aller in Betracht kommenden Verhältnisse zunächst auf dem RemonstrationSweg eine Zurücknahme der Verfügung bewirken werde, wird dagegen bejaht, außerdem den Betreffenden angerathen, um den Schutz ihrer HeimalhSbehörde nachzusuchen. Wiesbaden, 6. Sept. Die gestrige Versammlung der Fortschrittspartei wurde durch lärmende Social-Demoastration unmöglich gemacht und durch die Polizei aufgelöst. Leipzig, 4. Sept. In der heute Vormittag vor dem hiesigen königlichen Bezirksgerichte staltgefundenen öffentliche» Einspruchsverhandlung in Untersuchungssacheo gegen den DrechS- lermeister und ReichStagSadgeordneten Bebel, den Schriflsteller und Reichstaqsabgeordneten Liebknecht und den Buchdruckereibesitzer und Redacteur Thiele hat das Bezirksgericht als zweite Instanz das Erkenntniß erster Instanz, durch welches genannte» drei Personen wegen Verbreitung staatSgefährlichen Lehren zu drei resp. zwei Wochen Äe'ängniß verurtheilt worden waren (Verbreitung einer Adresse an die Demokratie Spaniens) des erhobenen Einspruchs ungeachtet bestätigt. Prag, 4. Sept. Zu der heute beginnenden Huß-Feier find aus Böhmen, Mähren und Schlesien viele Besucher, sowie auch Gäste aus Frankreich, England und Rußland angekom- men. Desgleichen find die Serben, Eroaten, Slovenen, Ru- thenen und Slovaken vertreten. Um 11 Uhr wurde im Neustädter Theater das Oratorium „Huß" aufgeführt. Zwischen 3 und 4 Uhr Nachmittags hat die Enthüllung deS Denkmals und der Gedenktafel auf dem ehemaligen Wohnhause deS Magisters Huß unter großer Betheiligung deS Publikums stattge- funden. Sabina hielt die Festrede. Eine zweite Rede hielt der evangelische Pfarrer Fleischer. Sabina schloß seine Rede mit der Bitte, in Ordnung auseinander zu gehen, und mit dem Rufe: „Auf Wiedersehen io Hussinetz!" Während der Rede herrschte Ruhe. Polizeimannschaft war nicht zu sehen. * Die „Wien. Adendpost" berichtet: „In dem Orte Strelitz (Eisenbahnstation der Brünn-Rosfitzer Eisenbahn) ereignete sich Freitag den 23. August, Abends, ein furchtbares Unglück. Ein Bauer aus diesem Orte hatte den Auftrag erhalten, eine Quantität Pulver, 50 Pfund, für die Bauleitung der k. k. SlaatS- bahn Behufs Felsensprengung von Brunn aus zu bringen. Anstatt dieses Pulver gleich an die Bauleitung abzugeben, führte er dieses, nur in einem Sacke verwahrt, in seine Wohnung. Dort mochte er auch noch unvorsichtig gewesen sein, kurz, eS wurden mehrere Körner auf die Erde zerstreut. Da kam nun ein in dem Hause befindlicher Bursche auf den unseligen Gedanken, diese auf der Erde zerstreuten Pulverkörner anzuzünden. Das Feuer wurde bis zum Sacke geleitet und es erfolgte eine furchtbare Erplosion. Das Dach des Hause« wurde emporgehoben und weggeschleudert, die Wände oes Hauses auSeinander- gedrückt, alle Gerätschaften zertrümmert — ein Bild schrecklicher Verwüstung. In dem Hause befanden sich gerade fünf Personen, welche einem grausamen Schicksale verfielen. Der Bursche und eine Bauersfrau wurden in die Höhe gehoben, dann zu Boden geschleudert und ihre Kleider standen in hellen Flammen. Stückweise fielen dieselben von dem Körper, welcher furchtbar verbrannt war, kein Haar blieb auf ihrem Kopfe. Man trug die Unglücklichen in eine Lehmftatte und bedeckte sie mit nassem Lehm, doch zeigte sich keine Hoffnung für Erhaltung deö Lebens und sie sollen ihren Wunden bereits erlegen sein. Ein junges Mädchen lief mit brennenden Kleidern noch eine Strecke weit von dem Unglücksorte und fiel dann bewußtlos zu Boden. Auch zwei Manner wurden furchtbar verbrannt und erlitten Beschädigungen durch herabstürzende Trümmer." Aus Frankreich wird eine empörende Gewaltlhat gemeldet. Ein Soldat vom 11. Dragonerregiment bat in Esternay seinen Obersten um die Erlaubniß, seine Familie i» Fon, tainebleau besuchen zu dürfen. Der Oberst versagte die Erlaubniß und der Soldat entfernte sich dennoch vom EorpS und ging nach Fontainebleau. Als er zurückkam, ließ ihn der Oberst an einen Wagen binden, der mit Gepäck belade» war, und verurtheilte ihn, den Wagen nach Sezanne (4 Stunden) zu zieben. Bei der furchtbaren Hitze versagten bald dem Sölden die Kräfte, er wurde auf den Wagen gelegt und starb nack einige» Stunden. Rom, 4. Sept. Die „Civilta Eattolica" berichtigt ihre Erklärung vom 21. Aug. an 300 Bischöfe die Einladung zum Eivil abgeschlagen hätten) dahin, daß die Zahl der Bischöfe, die abgelehnt hätten, bis jetzt 50 betrage. Ok 7682) kung Lc der ohne 5 tragen: i ’) 5) 6) Von turftar Geinei denkt« des n schein! cultivi Meßt» im G Mchr leniflt zu kö solche hier g Nh der E sitzu Hsi E 769t fli VVN E Mm W. Wt stellt, ^töi Gles gen den binn Gerj der j rücksi Ei erstickt. Der Präsident Juarez hat Truppen in den Staat Iucatan geschickt, um einen anderen Aufstand zu bewältigen, allein das Resultat hat den Wünschen des Präsident nicht entsprochen. Die Indianer haben den Truppen erhebliche Verluste zugesügt, und sind nicht gesonnen, zum Gehorsam zurückzukehren." 8. September. Der Berner „Bund" schreibt: „Süddeutsche Blätter verbreiten die lächerliche Erfindung, der Bundesrath habe in Berlin kundgeben lassen, daß er in der Ausweisung der Frankfurter, welche das Schweizer Bürgerrecht erworben, um sich dem Militärdienst zu entziehen, nicht den geringsten Grund finden könne, um derselben entgegenzutreten, und die ehemaligen Frankfurter, jetzt Schweizer Bürger, gegen diese Ausweisung in Schutz zu nehmen. Ferner soll sich die Schweizer Bundesregierung in dieser Kundgebung gleichzeitig in sehr mißliebiger Weise über den Handel ausgelassen haben, welcher im Canton Basel namentlich mit dem Bürgerrecht in letzter Zeit betrieben wordcn, und an diese Hindeutung anknüpfend, soll zu gleicher Zeit die Absicht ausgesprochen worben sein, diesem Verfahren energisch entgegentreten zu wollen. So weit haben wir es also kn der Schweiz mit der Beschönigung de- preußischen Gewaltaktes gebracht, daß man dem Bundesrath schon zumuthen darf, sich in Berlin bemüthigst entschuldigt und für die Zukunft genehmeres Verhalten versprochen zu haben!!" Wir entnehmen dem Moniteur Universel: „Die Rede des Prinzen Napoleon hat in den ministeriellen Kreisen den tiefsten Eindruck hervorgebracht; sie wird daselbst als ein gewissermaßen persönlicher Ausfall gegen die Redactoren des SenatSbeschluffeS angesehen. Man erzählt, daß dcßhalb Klagen nach St. Eloud gebracht worben sind und daß das Ereigniß fast den Rücktritt mehrerer Minister herbeigesührt hätte. Wir nehmen diese Gerüchte mit aller Zurückhaltung auf, indem wir zugleich bemerklich machen, daß die Minister, welche ganz speciell die Verantwortlichkeit für den Senatsbeschluß auf sich genommen haben, auf die Kritik einigermaßen gefaßt sein mußten, die er hervorgerufen hat. Die Diskussionen in der Senatscommission hatten ihnen davon bereits einen Vorgeschmack gegeben, unv der Prinz Napoleon, dessen Initiative alle liberalen Organe ohne Ausnahme volle Anerkennung zollen, hat im Grunde nichts Anderes gethan, als die Einwürfe, die seit lange schon Gemeingut des Publikums geworden, in die lebhafte und schneidige Form zu bringen, die das Eigenthümliche seines Talentes ausmacht." Vermischtes. Darmstadt, 1. Sept. Das gestern erschienene Regierungsblatt Nr. 41 enthalt: 1. Gesetz, die Einführung der für den norddeutschen Bund erlassenen Maß- und Gewichtsordnung in den nicht zum norddeutschen Bund gehörigen Theilen des GroßherzogthumS bett. Nachdem durch das in dem Gesetzblatt deS norddeutschen Bundes (Nr. 28) verkündigte Gesetz vom 17. Aug. 1868 eine neue Maß- und GcwcchtSordnung für den norddeutschen Bund erlassen worden ist, welche mit dem 1. Januar 1872 in den zum Bunde gehörigen Theilen deS GroßherzogthumS in Kraft tritt, wird das durch jenes Gesetz bestimmte Maß und Gewicht gleichzeitig und übereinstimmend mit den für den norddeutschen Bund getroffenen Anordnungen auch in den übrigen Theilen des GroßherzogthumS eiugeführt. Die Anwendung der neuen Maße und Gewichte ist bekanntlich bereits vom 1. Januar 1870 an gestaltet, insofern di« Betheiligten hierüber einig sind. II. Gesetz, die Einführung der Gesetze deS Großherzog- thumS über Versicherung der Gebäude gegen Feuersgefahr in rzolge des Friedensvertrags vom 3. Sept. 1866 neuerworbenen Gebietstheilen bett. 111. Gesetz, das Brückengeld und die UeberfahrtSgebühren bei Mainz, Worms, Oppenheim, Gernsheim und Kost, heim beir. IV. Gesetz, die Eintragung der neuen Erwerber in die älteren aus zwei Theilen bestehenden Grundbücher beit. V. O cffentliche Anerkennung einer edlen That. Am 12. Juli l. I. fiel der 15jährige Maureilehrling Jost Bergmann von Weiterstadt in bewußtlosem Zustande in der Nahe des Damenbades in den Woog bei Darmstadt, gerieth vollständig unter Wasser und wäre unfehlbar ertrunken, wenn nicht die ihm rasch nachgespcungene Schwimmlehrerin Elisa- delhe Gun der ihn erfaßt und mit großer Anstrengung an das Land gezogen hätte. Obgleich da« Wasser an jener Stelle nicht tief ist, so war Elisabethe Gunder doch in Lebensgefahr, weil Bergmann sich krampfhaft an sie anklammerte und sie leicht mit unter Wasser hätte ziehen können. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben der Elisabethe Gunder für dies« menschenfreundliche mit Lebensgefahr ausgefuhrte That daS allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für Rettung von M.nschenleben" Allergnädigst zu verleihen geruht. In Ge- mäßheil Allerhöchster Entschließung wird dieses zur öffentlichen Kenntniß gebracht. VI. Bekanntmachung Großherzoglichen KreiSamtS Gießen, die Krretzökosten, insbesondere diejenigen der Stadt Gieße» bett. Ml. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen, die Steuervergutung bei der Ausfuhr von inländischem Branntwein bett. Friedberg, 6. Sept. Nach länget als dreimonatlichem Aufenihalte in unserer Stadt Hal S. K. H. der Großherzog