Preis vierteljährlich 36 kr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 49 fr Oitßemr Attzeiger. ---- I isrjcheinl wöchentlich treu maI • Dienstags, Donnerstags und Samstags. - Erpebilion: Eauzleiber« Lit V. Nr. 1 Anzeige- und Amtsblatt für den Nr. 79. Donnerstag den 8. Juli Kreis Sichen. 1869. 9t m H i e Bekanntmachungen. Betreffend: Anmeldung und Prüfung der einjährig Freiwilligen. Diejenigen Wehrpflichtigen, welche als einjährig Freiwillige dienen wollen und irn Großherzoathum f) elfen nodi £ ‘20 hpr 97?ifttnr- (frfnh . shrÄ'*■ *>- v« 1 51 u g u ft dieses Z a h re Ä bei bYrteÄnrfinbÄ7£n1niUrei^' f“U§ fiC fid) ber im ®cptra,ber b' 3- ftotfinbenben Prüfung zu unterziehen beabsichtigen. a. ein Geburtszeugniß (Taufschein), d. eine beglaubigte Einwilligung des Vaters oder Vormundes, c. ein Unbescholtenheitszeugniß, welches für Zöglinge von höheren Schulen (Gymnasien, Realschulen, Progymnasien und höheren Büraerscbulen > von hem ^in-rtnr t .. v Lehranstalt, für alle übrigen jungen Leute aber von ber Polizei.Qbrigklit auszustellen ist. Burger,wüten) von dem Direclor, beztehungswci,- Rector der betrestenben Da die Zeugnisse und Bescheinigungen bei den Acten zu verbleiben haben, so sind dieselben in den aeeianeten täiipn in fn»nfauFha+oi- < stattfin?en. ^'ch^eobachtung der bestehenden Vorschriften oder Einreichung des Gesuchs nach dem angegebenen Termine kann die Zulassung zii der nächstes Prüfung nicht Der, Prüfungstermin, sowie das Local, worin dieselbe oorgenoinmen wird, kann erst später bekaitnt gemacht werden. h.°rzu?"L" aut ert,an8me melbUU0 b°" Bercchtigungchchein nicht zugeichick. erhalten, haben"demnächst zur Prüfung zu erscheinen, da eine spezielle Einlabung Die unterzeichnete Commission macht außerdem auf folgende Bestimmungen ausdrücklich aufmerksam. Dre Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst darf nicht vor dem vollendeten 17. Lebensjahre und muti bei Nerli.ll . o- <. des Kalenderjahrs nachgesucht werden, in welchem das 20. Lebensjahr vollendet wird 19 nmB 9et *crlu|t bc5 ^"chts lpatestens brs zum 1. Februar Mit der Anmeldung um Zulassung zum einjährigen Dienst ist die Ausgabe des Rechts, ün der Loosuug Theil zu nehmen, verbunden Ausnahmsweise kann der durch die verjaumte rechtzeitige Anmeldung verloren gegangene Anspruch durch Resolution der En'atzbehörden dritter Warn wieder verlieben werden, wenn der bethe.llgte Mltltarpfllchtlge noch nicht an einer Loosung Theil zu nehmen verpflichtet war oder vermöge seiner LoosnummerdisvonibÄ Lm"L>.k" S S11»'»»“«««»«■ ««»•>« >»<»" W.V, 1« Ä äfÄSi W® !W — _____ v. Grolman. Strecker. Stecken Stecken Wellen 167V2 der Flick & Kröll. Back- ■ 2749 Aspen-Stamm 641 Fels ing, lr Beigeordneter. Hvizvklfteiqt'runll. 5811) Dann ersta in den Domanialwa 650 400 53 60 Strohschüttlern . Rädern versehen . empfiehlt (5804) Earl Frech, in Gießen. Ernst Hermes, Materialist. Bersteigeruttge«. 5823) Die durch den Abbruch der beiden Scheuern in dec Schulstraße sich ergebenden Falz- und Forstziegel, alte Schiefersteine, Thüren, Thore, Latten, alte Dielen und altes Gehölz, sowie Stückstecken und steine, sollen Donnerstag den 8. Juli d. I., Nachmittags 4 Uhr, öffentlich versteigert werden. Gießen, den 7. Juli 1869. Königs - Nois - Starke. Einzige goldene Medaille der Parlfer Ausstellung 1867. Futterschneid-Maschine. Schrotmühlen . . . . Holzversteigerung im Gießener Stadtwalde. Gießen, am 6. Juli 1869. Grobherzogliche Oberförsterei Schiffenberg. Dr. 5) raubt 23 24% 8 24 189 5790) Die Königs-Reis-Stärke übertrifft zum Stärken der Leinwand die Wai- zen-Stärke, weil sie dieselbe nie gelb macht und ihr einen höheren Glanz gibt: sie ist von dem besten Reis hergestellt, besitzt sehr gesunden Nahrungsstoff und ist leicht verdaulich ; sie hinterläßt keinen Bodensatz und ersetzt deshalb zum Gebrauche in der Küche und Anfertigung von Backwaaren vortheil- haft alle anderen bis jetzt hierzu benutzten Stoffe. — Unter Garantie der Reinheit empfiehlt dieselbe Emil Fischbach, Seltersweg. Äehf liäukasisc]/er Waftzento d A * £araivtir t c sicheren Erfolg! 23 232 1 16 de Citron, » Mocca, // Rose, * Thec, II Artikel für Wagen-Fabrikanten und Sattler von Gebr. Werth in Elberfeld. Fabrik in Wagenborden, Schnüren und Quasten, seidenen und wollenen RivvS und Plüsch. - - 88 sl., . . 95 „ • 125 „ • . 160 „ •49,, Ueilgebotenes Flicgcnpapter, pr. Bogen l‘/2 fr., Flicgcnleim, pr. Topf 3, 6 und 9 tr-, Iusecteupulvcr, pr. Paquet 3, 6 und 12 fr., Wanzentod, pr. Pfund 24 fr-, Englisches Waschcrystall, pr. Paquet 3% kr., Lieferung von Steinkohlen und Kiefern-Scheidholz für die Garnison-Verwaltung Gießen. 5812) Mittwoch den 14. d. Mts., Vormittags 11 Uhr, wird die Lieferung von circa 4700 Centner Steinkohlen lr Qualität und 16 Stecken Kiefern-Scheidholz lr Sorte mittelst Soumission auf dem Bürcau der unterzeichneten Verwaltung vergeben, woselbst auch die Lieferungs - Bedingungen zur Einsicht der Interessenten offen liegen- Gießen, den 7. Juli 1869. Großherzogliche Garnison-Verwaltung. I. U: M eyer. Schrotmühlen......41 „ Für gute Leistungen und Solidität Maschinen wird Garantie geleistet. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V. d. B.: Felsing, lr. Beigeordneter. 5825) Montag den 12. Juli d. I., von Vormittags 9 Uhr an, soll in dem Gießener Stadtwalde, Distric- ten Neuhege, Heingesboden, Waldshute, Oberhag :c., nachverzeichnetes Holz öffentlich versteigert werden, als: 32% Stecken Nadel-Prügelholz, 68% „ „ Stockholz, 2174 Wellen „ Reisholz, -^cheidh. Prugelh. Stockt). Reisholz Stecken Stecken Stecken Wellen Eichen 26 94 80 2425 Nadelholz 23 195% 127 4550. Zusammenkunft Morgens 9 Uhr an der Töpferkaute. 5788) Alten Malaga, direct bezogen, Madeira, Portwein, Bordeaux, To- keyer, Erlauer, sowie deutsche weifte und rothe Weine; ferner deutsche, französische und holländische Liqucure in Genever, Double Anisette de Hollande, Parfait d'amour; Cr^rne u eltag den 16. Juli wird ferner in den Abtheilungen Dörnergrund, Buchenberg und Hauserborn versteigert: Scheidh. Prügelh. Stockh. Reisholz Stecken Stecken Stecken Wellen Hand-Dreschmaschinen. 5819) Zu der bevorstehenden Ernte offe- riren wir die Lanz'sche Hand-Dreschmaschine zu den Fabrikpreisen: ohne Schwungrad . . mit „ . . Wellen „ uvvvy^ui), Eichen - Stämme mir 608 Eubikfuß, Nadel- „ „ 2749 Buchen — Eichen 4 Nadelholz 37 'tag den 15. Juli wird -------ld-Abtheilungen Töpferkaute , Schinderskopf und Tempel in der Eisenbahnlinie nachverzeiclmetes Holz versteigert : Besondere Bekanntmachungen. 5824) Durch die Chaussirung eines Theils des Gleiberger Wegs kann derselbe von den Gärten an nicht besä, ren werden. Indem wir dies zur Kenntniß bringen, bemerken wir, daß Fuhren nur den Krofdorfer, Leu- fertsröder und Holzweg passiren können. Gießen, den 8. Juli 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V- d. B.: ________Felsing, lr Beigeordneter. __ Die Hast'sche Stiftung. 5794) Die diesjährigen Zinsen aus der vorbemerkten Stiftung kommen am 28. Juli zur Vertheilung. Bewerber um dieselben haben sich bis zum 20. d. Mts. zu melden. Gießen, den 2. Juli 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. 5796) Gut gebrannte Backsteine sind zu haben bei _________E. Eiche n b e r g. 5821) Eiserne Gartenmöbc!, Bctt- ttellen, Flaschenschränke, Waagen re. re. bei_______________ Emil P i st o r. 5787) Neue AKatjcS-Häringe bei ______I- A. Busch Söhne. 5793) Sechs gepolsterte Stuhle und ein Kuchenschrank find billig zu verkaufen. Bei wem? sagt die Exped. d. Bltts. 5789) Eine Laden-Einrichtung, ganz neu, zu Spezerei- und Ellenwaaren eingerichtet, ist Wegzugs halber billig zu verlausen bei Nathan Hirsch, in Waldgirmes . ----- — 9750 Zujammenkunst Morgens 9 Uhr auf der Stemberger Straße an der Eisenbahnlinie. Eredit für beide Versteigerungen bis zum 31. December 1869. Niederlage bei j (5805) 5817) Baugegcnstände feder Art in Eisen empfiehlt I. G. D. Bapst. Weißer flüssiger Leim von E. Gaudin in Paris. 5806) Dieser Leim, welcher ohne Geruch ist, wird kalt angewendet bei Porzellaine, Glas, Marmor, Holz, Kork, Pappendeckel, Papier re. Vorräthig ä Flacon 14 fr. in Gießen bei Julius Wallach, am Markt. 5820) CZufteiscrne Friedhofkreuze, mit und ohne Postament, in den neuesten Mustein. bei Emil Pistor. „ „ Vanille, (in halben und ganzen Flaschen); Düsseldorfer Maiwciu-, Cardinal- und Bischof-Effeuze, in feinster Qualität, empfehlen_________I. A. Busch Söhne. 5816) Portland-Cemeut zu abermals herabgesetztem Preise empfiehlt I- G D- Bapst. 5807) Packkistcu verschiedener Größe verkauft_____________ E- Wenzel. Cemeut, ffische Sendung eingetroffen bei (5818) -_____________Flick L Kröll. 5786) Abgekochter westphälischer Schinken täglich bei I. A- Busch Söhne. 5815) Stein- und Braunkohlen, in ganzen und getheilten Waggon Ladungen zu gleich billigem Preise, empfiehlt I. G. D. Pupst. Eichen-Stangen ™. Nadel- „ w 3740 ", Die Zusammenkunft ist am Anneroder Weg an der 2. Schneiße. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 1. Novbr. d. I. gestattet. Die Großherzoglichen Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen. Gießen, den 6. Juli 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V. d. B.: 5827) 5828) A- 95, 3. Stock. (5830) Merhessische Gesellschaft für Natur- mih Geldüorten 1 119 Vs 1864r anSgefnhrt vom ganzen Musik CorpS M 1. Jagerbalaillonö zu Friedberg. -lbendS Ball in meinem Saale. Wicken Erbsen Mit-' preis Dtmft lkr. fv fl. M7 M- M- M. I M- M- '.W- M- M- 3'28 41 33 9 Normalgewicht per Malter: Waizen 200, Korn 180, Gerste 160, Spelz und Hafer 120, Erbsen, Linsen, Wicken 320, Kartoffeln 200, Mehl 140 Pfund. reife in verflossener Woche von nachbeuaunteu Orten und Fruchtmärkten- - und O) CI 00 1O ■Jiiii. preis Auf dem stärkt Auf den» Markt 9 9 9 9 5 9 M'l- preis 6 6 6 Börseunachrichleih 6. Juli 1869. lu 26 Pr. Cass. Sch. Div. Cass.-A. Pr. Friedrdor. Pistolen . . n doppelte Holl. fl. 10 St. Ducaten . . 20 Frankenst. 5785) Der untere Stock meines Hauses, bestellend aus 4 iueiuandergehenden Zim- mern, Magd- und Bodenkammer, Küche, Keller, Holzstall rc., ist sofort zu vermiethen. Ehr. Löb er, 9teueuweger Thor. 5801) Ein elegant möblirteS Zimmer, mit angenehmer Aussicht in den Gart» iet 6 « ng n 5800) Ein Familienlogis ist zu vermiethen bei Gustav Windeck eL der Herren Jean Becker, Grosth. Bad. Kammervirtuos, Enrico Masi, Luigi Chioflri und Frederico Gilbert. P r 0 g r a m m. 1) Quartett in A-moll, Op. 29, für 2 Violinen, Viola und Violoncell, von Fr. Schubert. 2) Quartett hi A-dur, Nr. 3, von N. S ch u m aun. 3) Quartett in Cis-moll, Op. 131, von L- v. Beethoven. Die Concertdirection. Frachtbriefe für die Vlain-Weser- und Cöln-Mindener- Eistnbahu, sowie fammtliche zollamtliche» Formulare, sind zu Haden bei Wilhelm Klee, MauSdurq. Vermischte Anzeigen V e r l 0 r e 11 ivurde Samstag den 26. Juni, Abends 6 llhr, auf dem Wege von der Post nach der Flügelsgasse ein dreiklingiges Taschenmesser mit weißem Stiele. Dem redlichen Finder eine sehr gute Belohnung Flügelsgasse DrittsS Concert i m S 0 m m e r - A b 0 n n e in e n t des Gießener Concert-Dereins Freitag den 9. Juli, Abends <> Uhr, im Club-Saale Quartett-Soiree C afe EbeI. Donnerstag den 8. Juli: 5809) Für die uns bewiesene ^heil- M nähme und Begleitung unserer unvergeßlichen Tochter und Schlvestcr, IjoiiImc WftKiier, zur letzten ' Nuhcstätte, sagen wir unfern Herz- Dank. Die trauernden Hinter- bllcbenen. SB f+- 5810) (Heneralversammlnnft Samstag den 10. Juli, Morgens 10 Uhr, in Dillenburg im Locale der Bergschule. — Nach dem gemeinsamen Mittagsessen (Post) Ercurston in die Umgegend. Alle Mitglieder der Gesellschaft, sowie alle Freunde der Natur- Wissenschaften, werden hierzu ergebens! eingeladen. A u 6 l C t I) c n. 5831) Bei der Kirchenkasse zu Rödgen liegen *700 fl. gegen genügende Sicherheit zum Ausleihen bereit. Für die Israeliten an der russischen Grenze sind bis jetzt eingcgaugcn von Fran A. B 1 fl. 45 fr, von IN. IN. zu G. 24 Fl, von IN, IN. 1 fl., von Assessor Gebhardt 1 fl., von einer christlichen Familie 1 sl. In Summa 5 fl. 9 fv., welche wir au das Unterstützungs Comitd abgesaudt habeu Die Cz.'ped. deS (tikfieiter Anzeigers. Gtschästs-Empfchlittit,. 5799) Einem v-rehrlichen Publikum beehre ich mich °",uz-igen, daß ich mein- seitherige LLirthschaft im „Adler" abgegeben und die Steinschc Wirthschaft m der Neustadt gepachtet habe, mit dem Bemerken, daß für reelle Bedienung und flute Speisen und Getränke stets gesorgt sein wird. ^walo. Wj W ■ W 9 auögefuhrt von dem Streich - Sertett der hiesigen NegimentSmusik. Anfang 7 Uhr. — Entree ü Person 6 fr. Engi. Souver. 11 Russ. Imper. 9 Doll, in Gold 2 Kilschensest in Butzbach. 5826) Sonntag den 11. d. Mts. findet das Kirschenfest auf dem Schrenzer statt. Nachmittags Aus dem Lhr. Lony'schen Vierkeiler. 5813) Donnerstag den 8. und Freita„ den 9. Juli: Tyroler National Concert der Jnsbrucker Alpensänger - Gesellschaft Peter, Frl. Katti und Frl. Nanni im National-Kostüm. Anfang 8 Uhr. Entroc ä Person 6 fr. 1 I PrloilGKe». 5% östr. F. St. E. B. 350*/2 Ludwignh.-Bexbach —■ Maxbahn 105% Bayer. Ostbahn 124' g Hess. Ludwigsbahn 134 3°//o östr. Stsb.-Prior. 56 3% östr. s. Lombard. 481/g 3°/o Livorneder 33% Tosoaner — Frankf. Ilypoth.-Bank — Frankf. Vereins-Kasse 97 */2 5°/d Elisabeth-Prior. 751/2 do. 11. Emiss. 73 5808) Zwei imiuaudcrgeheude, freundliche, möblirte Zimmer sind auf dcr neuen Anlage zu vermiethen. Näheres bei der Exped. d. Bltts.____ preis Sonntag den 11. Juli, Nachmittags von 3 Uh^ an: Landwirthschnstlichcs Kränzchen in dem Konfirmanden Saale zu Kirchberg Tagesordnung 1) Düngcrlehrc. . 0 2) lieber Futterberecbuung und Futtermi)chung. Zu recht zahlreicher Betheiligung wird freundlichst emgeladen. Lalldwirtbschaftliches. Stand der Früchte. Den neuesten Nachrichten zu Folge ist in Ungarn der Stand des Weizens so unbefriedigend, daß mein kaum eine Mittel ernte ec warten darf; in gleicher Welse hat man auch in England die Ueberzeugung gewonnen, daß die andauernde nasse lind kalte Witterung des Monats Ium einen lehr nach heiligen Eim fluß ans den Verlauf der Weizenblüthe geübt hat. Der Korneransatz ist, namentllch in beii unteren Partien der Aehren so lückenhaft, das) man froh fern wird, die Halste der Schüttung zu erhalten, die man erwartet hat. Sehr schon soll dagegen der Ctanb bet Weizens in Belgien, im südlichen und mittleren Frankreich sem, und auch in den südwestdeutschen Blättern hört man den Stand des Welzeirs und Roggens nur loben. Nur deuische Zeitungen schildern den e^tand der .ßorncifruchte alo befriedigend, während aus den russischen Weizenbaudistricten die Nachrichten so sehr wi- dersprechend lauten, daß man des Weiteren noch abwarten muß. , Die cLommtrfeld- früchte stehen fast allenthalben recht schön. Kartoffeln und Ruben aciflen e,ne Ucppiflkeit, die für die elfteren wenigstens leicht nachtheilig werden konnte. Dte Gerste steht vortrefflich. Tritt bald wärmere Witterung em, ,o durfte auch die Qualität recht gut werden. Der Heuschnitt ist im Ganzen befriedigend, vielfach überaus reichlich ausgefallen. Dagegen ist der Pferdezahnmais in Folge der Kalte verkümmert und wird jetzt vielfach noch in zweiter Saat bestellt Tie Aussichten bezüglich des diesiahrigen Obst- ertraaes sind gering, ja vielfach gleich Null, - Auch die Winzer haben ihre Hoffnungen bedeutend herabstimmeu müssen: denn abgesehen davon, daß die Rebblüthe bereits eine Verzögerung von circa 3 Wochen erfahren hat, hat sich der sogenannte ^auerwurm in so erschrecklichem Maße eingestellt, daß in verschiedenen Gegenden schon bie Hälfte des so reichen Gescheineansatzes als zerstört betrachtet werden darf. 5803) Eine hiesige, sehr güiistig gelegene Localität für feinere Wirthschaft ist mit Inventar auf eine Reihe von Jahren zu verpachten. Leistungsfähige Reflectanten be lieben sich an Herrn L. Treff zu iveudeu. Preusti. 41/2% Obi. 93% Frankf. 3‘;a«/0 <>bl. 82% Nass. 41 '2° u Obi. 92% Kurh. 4»,o Obi. 85% Hess. 40/0 Obi. b. Roths. 91% „ 31/2% do. do. 86% Bayer. 5% Obi. 101% „ 4Vi% 1jährige 94% „ 4V2°/u '. Jährige 94', 2 Würtemb. 4'/2ü;ü Obi. 93 Baden 4'/»% Obi. c. E.L. 93% Oestr. 5% b. R. 58*/h n 50/0 National 56% , 5% Metall. Obi. — n M. steuerf. 52 Amer. 6% 1882r Bds. 87 w 60/p 1885r 85'/8 Adieu. Frankf. Bank 119% 1 Oester. Bank 726 । „ Creditaot, 272 I Darrest. Bankact. 294 Sl I 0 » tz «Hessischer Hofft | I Hafer Auf dem Mit. preis fl.^kr. 5797) 1 bis 2 Parterre-Zimmer werden zu miethen gesucht. Qfferteu bittet mau in der Erp cd. d. BlttS. niederzulegen. -5814) Ein messingenes Hundehalsband ist gefunden ivorden. Abzuholeu bei Walther Zinß er Auf dem Markt Spelz Aus dem Markt ; 5798) Ein FamiliculogiS von 4 bis 5. Zimmern wird alsbald zu miethen gesucht. Bon wem? sagt die Exped. d. Bltts. 5795) Ein Laufmädchen wird gesucht. Bei wem? sagt die Exped. d. Bltts. Kartoffeln. I ’ ■ Mit.- Turnverein. 5822) Generalversammlung im Darm- tädter HauS Samstag den 10. Juli, Abends 8 Tagesordnung: Wahl des 2. Sprechers; Berichterstattung über den mittelrheinischen Turutag zu Worms. Gießen, den 6. Juli 1869. “ 5792) Eine perfecte Köchin, welche einem Haushalte vorzustehen vermag, wird zum alsbaldigen Eintritt oder auf den 24. Juli gegen einen Lohn von 80 fl. gesucht. Nur Solche, welche gute Zeugnisse haben, wollen sich melden. Wo? sagt die Exped. d. Bl- AL fl.^kr. M. Waizen. Korn. Gerste. Alff bem] Markt I Mit-- preis Auf dem Markt Mit. preis Auf dem Markt Mit. preis ■st1 st-kr. ! auf- jef- ! verk. fl.|fr. Ty ö CD । verk- fl. fr. 9N- ; M- M.' M M. M- — _ 32 30 12 30 11 11 10 10 10« 10 8 20 89 i 13 - 1821 9 56 — 38 8 11: lü 12 MO 25 25 1021 7j 21 7 — 311 12’38 1 - 197 9 2 — 7 10 Linsen. Auf dem I Markt I JJllt. preis \aß 1 -Ino1 verk. fl.kr. 1 1 1 1 1 sl 1 1 11 1 g I ! 1 l_L 1 1 1 u Arnchtmärkte. Juli G ieße 11 — Alsfeld 3. G r il n b e v g 3. Laut e r b a cd 3. M a i n z 1. D i e Doppelehe. Frei aus dem Französischen, von Emma v. Nindorf. (Schluß.) Als Derville seiner Frau den Vorsoll erzählte, ließ sie ihm keine Ruhe, bis er ihr versprach, sich des Obersten anzunehmen. Der Anwält erkundigte sich von Neuem nach ihm, erfuhr aber, daß der alte Krieger aus seiner Haft entkommen sei. Fast wollte es dem Advocaten dünken, als ob eine mächtige, geheimnisvolle Hand dabei im Spiele wäre. — Zu Ende des Monats Juni 1832 fuhr ein bleicher, finsterer Mann, den Hut tief in die Stirne gedrückt, in einen dunkeln Mantel verhüllt, in einem schlechten Wagen durch die große Allee, welche nach Bicetre führt. Es war Robert, der rastlos Umhergetriebene. Heißer Durst nach Rache drängte ihn an die Stätte seines gemordeten Glückes, und endlich, endlich schien die Rückkehr an den blutig ersehnten Ort möglich geworden! Robert's Himmel war vernichtet; er hatte nur noch einen Wunsch. Das Leben war ihm zur Last; aber rachen wollte er sich, rächen einen ungeheuren Frevel an der verhöhnten Menschheit, und dann gerne sterben, ja sich selbst dem Arme der Gerechtigkeit auszuliefern, und so frühe Schuld sühnen, um einst . . . Doch auch die Brust des Verbrechers, des gesunkensten, hat ihre heiligen Mysterien! Robert gewahrte unter einer Ulme einen von den schneeweißen Greisen, die den Marschallstab der Bettler tragen und im Bicetre leben, wie dürftige Weiber in der Salpetriere. Jener, der zu den zweitausend Unglücklichen gehörte, die in dem Hosspicium hausen, saß auf einem Grenzsteine und widmete seine volle Aufmerksamkeit einer, Invaliden wohl bekannten, Beschäftigung; sie trocknen in der Sonne Tabak aus Taschentüchern, vielleicht, um diese nicht waschen zu müssen. Die Züge des Greises waren anziehend. Er trug den rothen Tuchrock, Vie Schreckenslioree, in welche das Spital seine Gäste kleidet. Robert's geübtes Falkenauge erkannte Vic Gestalt aus dem Parke in Groslay, den Obersten Cha- bert aus jenem unvergeßlichen Gespräche, dessen geheimer Zeuge Robert war. Wild flammte sein Auge: „so gibt mir der Himmel selbst die rächende Waffe!" rief er. „Wie lange und vergeblich forschte ich nach dem Graukopfe!" Robert sprang aus dem Wagen und flog durch Vie Allee. Der Greis vergnügte sich eben, mit feinem Stocke in Den Sand zu zeichnen. Bei näherer Betrachtung war leicht zu merken, daß der Alte außerhalb der Anstalt gefrühstückt haben mochte. „Guten Tag, Oberst Chabert," sagte Robert. „Nichts Chabert, nichts Chabert! Ich heiße Hyacinth; bin kein Mensch mehr bin Num» mer 164 im siebenten Saale," fügte er hinzu unv sah mit Kinder« oder Greisen- ängstlichkeit nach Robert: „Armer Mann, wollen Sie Geld, um Tabak zu kaufen?" Der Oberst hielt gierig Vie Hand hin, mit aller Naivetät eines Pariser Straßenjungen. Robert gab ihm einige Frankenstücke, unv empfing als Dank einen seelenlosen Blick. Der Greis that, als lege er Vas Gewehr an, rief lachend „Feuer! Es lebe Napoleon!" und schnitt mit seinem Stocke eine phan- tastische Arabeske. „Seine Kopfwunden haben ihn wahrscheinlich kindisch gemacht," meinte Robert. „Was, kindisch!" rief ein alter Kamerad, Der zusah. „O, es^ giebt Tage, wo man ihm nicht auf Den Fuß treten darf! Das ist ein alter schlau- köpf, Der voll Geist unD Klugheit steckt. Aber heute, sehen Sie, hat er blauen Montag gemacht. Anno 1819 war er schon hier. Da kam ein preußischer Offizier, dessen Callesche Den Weg von Villejuif nahm, zu Fuß vorbei. Wir beide, Hyacinth und ich, waren an der Straße. Der Offizier plauderte im Gehen mit einem anderen, einem Russen, glaube ich; als sie meinen alten ge- wahrten, sagte Der Preuße: „Da ist ein alter Springinsfeld, Der bei Roßbach gewesen sein muß." — „Dazu war ich zu jung," antwortete Hyacinth, „aber alt genug, um bei Jena mitzusechten." — Da machte sich der Preuße auS dem Staube und wollte nichts weiter wissen." — Im Cabinete des Advokaten Derville stand Robert. Der schöne Mann war früh gealtert. Schmerz und Leidenschaft hatten diese Furchen in dem gelb- lichen Antlitze gezogen. Düster, wie Leichenkerzen, brannten seine Augen. Er war damals im Garten zu Groslay verborgener Zeuge der entscheidenden Gespräche zwischen dem einstigen Ehepaare gewesen, unv hatte auch Vie Unterredung Der Gräfin mit ihrem Intendanten belauscht. Zugleich war es ihm gelungen, sich jener wichtigen Papiere zu bemächtigen, die er am heimlich sicheren Orte niedergelegt und jetzt wieder hervorgeholt hatte. Daher erinnerte sich auch Robert DervilleS Name gar wohl, so wie seiner Mitwirkung in der verwickelten Geschichte; kannte auch seinen Ruf eines evlen Mannes, und beschloß, ihm zu vertrauen. Manches Blatt seines eigenen Unheillebens hatte Robert dem Anwälte auf' geschlagen; ihm ferner die ganze Scene zwischen Der Gräfin unv ihrem ersten Gatten mitgetheilt, zugleich die ächten, voppeltentwenveten Documente wieder zugestellt, und ChabertS Lage geschildert. Der Advokat ward durch diese Eröffnungen überzeugt, erschüttert. „Bedenken Sie," schloß Robert seine Erklärungen," daß ich bereit bin, für die Wahrheit meiner Aussagen zu sterben." — In diesem Augenblicke sah Nina zur Thiere herein, zog aber vaS Köpfchen schnell wieder zurück, als sie Den Fremden gewahrte. Derville rief: „Nur her- rin, Kind; hier ist von Deinem Obersten die Rede, also gehörst Du auch da- $u." — Mit stolzer Amtsmiene schlüpfte die kleine, runde Advokatenfrau vollends herein und sparte, als sie den Zusammenhang der Begebenheiten erfuhr, nicht Bitten, noch Thränen, ihren Mann zu bestimmen, daß er nachdrücklich zu Gunsten des würdigen VeteranS auftrete. Derville sagte zuletzt: „Diese ganze Sache steht gleichsam auf einem ausgehöhlten Krater; Der finstere Abgrund birgt so vielen Fcuerstoff; mir graut beinahe, die Hand anzulegen ... wäre nicht Chabert und das Bicetre.....tönte nicht das stumme Seufzen im Staube zertretener Menschheit, wie Posaunenschall an mein Gewissen.....es sei! Mit Ihren Zeugnissen bewaffnet," sagte er zu Robert, „dürfen wir die Gräfin ferner nicht mehr fürchten. Doch möchte vielleicht Der Graf die Gattin vertreten und....." — „Dafür lassen Sie mich sorgen, mein Herr." — Man feierte den Namenstag der Gräfin von Ferraud. Sie neigte sich seit einiger Zeit etwas zur Frömmigkeit und hatte sich den ganzen Morgen in stillem Gebete, wie es hieß, in ihr Kabinet eingeschlossen. Jetzt saß sie an Der Mittagstafel, noch immer blumenbekränzt, von Diamanten funkelnd, meist mit Festgeschenken ihres Gatten geschmückt, von einem vornehmen Kreise umgeben. Die Gefeierte strahlte von Vergnügen; zuweilen unterbrach sie die lebhafte Unterredung mit ihren Nachbarn, um durch Die schimmernden Tafel - Aufsätze zärtlich nach ihrem Gemahle hinüber zu lächeln, der ihr gegenüber saß. Beim Dessert brachte man ein zierliches Kästchen und einen Brief an den Grafen, mit der Bitte, beides sogleich zu übergeben. Der Brief enthielt nur einen kleinen Schlüssel. Der Graf steckte ihn in das Schloß des Kästchens; der Deckel sprang auf. Die allgemeine Neugierde steigerte sich immer mehr. „Sicher eine Ueberraschung von der Prinzessin Sorges," lächelte Die Gräfin Ferraud voll befriedigter Eitelkeit. Der Graf zog aus vielen Papieren und Umschlägen ein Bild in reicher Goldrahme hervor: es war eine rosenbekränzte Nympfe, die unverkennbar, nur im ersten Jugendglanze, Züge und Gestalt Der Gräfin FerrauD trug. Der Graf reichte es umher; man betrachtete das artige Räthsel, darin irgend einen sinnigen Scherz vermnthend. Die Hausfrau war etwas betroffen, suchte dem Gespräche eine andere Wendung zu geben und das Gemälde wieder in die Hand zu bekommen. Eine stolze, boshafte Marquise, Der Gräfin schwn lange nicht hold, bemerkte zuerst einen kleinen Zettel, welcher an Der Rückwand hing, beugte Die hochadelige Nase tief darauf nieder und las mit lauter Stimme folgende Worte: „Das Portrait Der ehemaligen schönen, berüchtigten Rose, die der nachherige Oberst Chabert, Der mehr als einmal Begrabene und Doch nicht Gestorbene, aus Dem Palaisroyal entführte. Ein Maler copirte einst Vies Bilv für Rosens zahlreiche Freunve, unv einer Vcrselben hat jüngst keine Mühe gescheut, unter Staub unv Schutt diese kostbare Reliquie aufzufinden, als würdiges Angebinde für die Frau zweier Männer." — Die Gräfin erblaßte; es ward dunkel vor ihren Augen; ihre Kniee zitterten, Doch hielt sie sich aufrecht; Der Graf erglühte, die Adern auf seiner Stirne schwollen; er fuhr sich wiederholt schnell mit der Hand durch Die Haare und rückte rasch Den Stuhl. Alles stand auf 'Die Gäste sahen sich mit großen Augen an und schlichen so schnell als möglich Davon. Das Ehepaar blieb allein zurück in den prangenden Gemächern: Die Fensterscheiben zitterten von den letzten fortrollenden Equipagen. Der Graf maß seine Frau mit einem niederschmetternden Blicke. Wie vernichtet wand sie sich zu seinen Füßen. In diesem Augenblicke ward Herr Derville gemeldet, der Den Grafen in einer wichtigen Angelegenheit dringend zu sprechen wünsche. Er sah seine Gemahlin nie wieder. Ein Kloster verbarg ihre Schmach. Derville fuhr mit seiner Frau und einem Freunde, Dem er sein Amt verkauft hatte, nach Bicetre, um Den Oberst abzuholen, ihm anzukündigen, daß sein Prozeß wieder aufgenommen sei und einer glücklichen Entscheidung oder einem vortheilhaften Vergleiche entgegengehe. Nina hielt auf ihrem Schooße Kleider und Kuchen für den geehrten Greis, und sah mit nassen Augen ungeduldig Der Allee entgegen. Bittere Empfindungen über die späte, unzulängliche Gerechtigkeit verkümmerten Dem Exanwalte Den frohen Augenblick, Dem er entgegensah. Sie fanden nur ein neues Grab, und Nina übte den letzten Liebesdienst, kränke es mit Blumen. „Diesmal war es Ernst," sagte sie; „er kommt nicht wieder. Warum Durfte er nicht auf feinem Ehrenbette bet Eylau ruhen, mußte die Erde, welche er mit Blut erkämpfte, auch noch mit Thränen Düngen ! — ist es schwerer, als Märtyrer zu leben, denn als Märtyrer zu sterben?" — „Welch Verhängniß!" sprach Derville. „Aus dem Finvelhause hervorge« gangen, kehrt er in's Spital zurück, um dort zu sterben, nachdem er in Der Zwischenzeit mit Napoleon Aegypten und Europa eroberte .... Wissen Sie, Lieber," fuhr Derville nach einer Pause fort, gegen seinen Freund gewandt, „wissen Sie auch, daß es in unserem Gesellschaftöbunde drei Wesen giebt, Priester, Arzt und Rechtsgelehrter, welche Die Welt unmöglich achten können? Sie haben schwarze Amtskleiver, vielleicht, weil jene Trauer tragen für alle Tugenden, alle schönen Träume. Wie viel lernte ich nicht in meinem Berufe? Ich würde nicht enden, sollte ich alles erzählen, was ich erlebte. Ich sah viele 93er- brechen, über welche Der Justiz keine Macht gegeben ist. Ja, alle Schauder, welche Romantiker zu ersinnen glauben, bleiben noch immer hinter Der Wahrheit zurück! S-ie werden diese erbaulichen Dinge selbst erfahren, mein junger Freund. I Ich meinerseits ziehe mit meiner Frau auf das Land : Paris ist mir ein Greuel." » i i t i f eh e Rundschau Darmstadt, 5. Juli. Unter den neuen Eingaben an Die zweite Kammer erwähnen wir Die Interpellation des Abgeordneten Metz, welche das Ministerium um Aufschluß ersucht, ob gegen den Bürgermeister von Heimchen in Oberhessen, welcher sich bei der Wahl des Reichstagsabgeordneten Buff Ord- nungswivrigkeiten und Wahlbeeinflussungen zu schulden habe kommen lassen, eine Untersuchung eingeleitet sei, um denselben zur strengsten Bestrafung zu ziehen. Der Reichstag habe diese Wahlbeeinflussungen bereits constatirt und habe eine Beanstandung Der Wahl in feiner Mehrheit nur deßhalb abgelehnt, weil doch die Majorität der Wähler für Buff und gegen Oppenheim gestimmt habe. Abg. Dernburg, der in einer der letzten Sitzungen eine 93cmerfung über die vermeintliche schlechte Organisation des Lan- deszuchthauseö zu Marienschloß gemacht hat und bezüglich seiner Mittheilungen von Dem Abg. Hall- wacds einer unrichtigen Angabe bezuchtigt worden ist, hält dieselben aufrecht und erblickt in Dem ihm von Hallwachs gemachten Vorwurf eine Beleidigung. Der Präsident Buff sowohl wic HallwachS erklären, daß Die Regierung Recherchen in Marienschloß angeordnet habe und von deren Ergedniß Der Kammer Mittheilungen machen, sich also Der wahre Sachverhalt alsdann Herausstellen werde. HallwachS fügt noch bei, daß Die Nachrichten, Die ihm zug klommen, Die Angaben Dernburg'ö als nicht richtig erscheinen ließen. Die heutige Tagesordnung enthalt nur Gegenstände ohne allgemeines Interesse. Darmstadt, 6. Juli. In der zweiten Kammer steht heute Der Antrag des Abgeordneten K. I. Hoffmann auf Vorlage verschiedener, Die Mainz- Darmstädter Convention betreffender Aktenstücke auf der Tagesordnung. Bei dicht besetzte' Gallerten beginnt die Verhandlung, und erscheinen u,s Regie- rungscommiffäre Ministerpräsident Freiherr von Dal- wigk und die Ministerialräthe Freiherr von Lehmann und Freiherr von Rodenstein. Forstmeister Hofmann erstattet mündlich Bericht, bespricht die Motive des Antrags, der durch die Eröffnungen des Prof. Brück hervorgerufcrr sei, und macht Mitthei- lung über die Antwort des Ministerpräsidenten im Ausschuß. Hiernach ist die Convention voin Jahre 1654 zwischen ter Regierung und dem Bischof abgeschlossen worden; sie wurde hierauf von letzterem dem Papste vorgelegt und von diesem das Verlangen auf Modificationen ausgesprochen. Die Regie- rung habe sodann erklärt, nicht auf alle gewünschten Abänderungen eingehen zu können und sei hierauf noch keine Antwort vom päpstlichen Stuhle erfolgt. Demnach sei die Convention in Kraft geblieben, bis sie aufgehoben worden. Da also die erste Convention und keine andere bestanden habe, die Regierung aber nicht verbunden sei, die Acten, Vie aus bloßen Unterhandlungen erwachsen seien, vor- zulcgen, so gehe der Antrag des Ausschusses auf Ablehnung des Antrags. Außerdem beantrage er aber dringend, die Regierung um Aenderung der kirchlichen Verhäitniffe zu ersuchen, um der Beängstigung der Gemüther em Ende zu machen. Darmstadt, 6. Juli. Die Abgeordnetenkammer beschloß nach fünfstündiger erregter Debatte, in Betreff der Convention mit dem Bischof von Mainz, den Antrag Hoffmann's auf Aetenvorlage abzuleh. nen, die Staatregierung aber zu ersuchen, einen Gesetzentwurf zur Regulirung der kirchlichen Verhältnisse vorzulegen. Berlin, 5. Juli. Heute Vormittag begannen die Verhandlungen im Zastrow'schen Prozesse. Es fungiren als Vorsitzender des Gerichtshofes der Stadt- gerichtsdi, ctor Delius, als Ankläger ter Staatsanwalt Hencke und als vorn Angeklagten gewählter Verlheidiger der Rechtsanwalt Holthcff. (Der Of- ficia! - Vertheidiger Rechtsanwalt Hirsemenzel ist unter Zustimmung des Angeklagten beurlaubt.) Der Antrag des Vertheidlgers Holthoff auf Zuziehung der Professoren "imann, Skrzerzka und M.yer Letzterer von cer Göttinger Irrenanstalt), um die Zurechnungsfähigkeit des Angeklagten zur Z0t des Verbrechens zu constatiren, wird vom Gerichtshöfe ab- gelehnt. Hierauf erfolgt Verlesung der Anklage und das jitquijitorium. Der Angeklagte erklärt sich des Verbrechens widernatürlicher Unzucht und Mordes für nicht schuldig. Der Prozeß wurde schließlich aus unbestimmte Zeit vertagt und soll vor der Wie- deraufnahme der Verhandlungen das Gutachten der Sachverständigen über die Zurechnungsfähigkeit des Angeklagten zur Zeit der Ausübung seines Verbrechens eingeholt werden. Stuttgart, 5. Juli. Das amerikanische Un- abhängigkellsfest wurde heute von den hiesigen Amerikanern im Actiengarten gefeiert. Man zählte 200 Tischgäste und im Ganzen waren an 1000 Personen anwesend. - Der Präsident, Hr. Heermann, aus dem Staate Ohio, brachte den Toast auf die Unabhängigkeit Amerika's aus. Weitere Toaste wurden aus- gebrawt auf den Präsidenten Grant, auf den Con- 9ltb‘- 'le Armee, die Flotte, den König von Wür» tembrrg rc. Wien, 3. Juli. Der Bürgermeister hat dem Gemelnderath die Mittheilung gemacht, daß er zum Kaiser berufen gewesen sei. Der Kaiser, von den cermaligtn Theuerungsverhältnissen unterricht.t, habe in Der Aud enz auf das Eingehendste über die Ursachen der Theucrung und über die zur Abhülfe zu ergreifenven Mittel gesprochen und seine Unterstützung zugesichert. — Ein Schreiben des Vicekönigs Flucht bei dem Sultan um die Erlaubniß, alle an feine Reise geknüpften Mißverständnisse und Verdachte persönlich beseitigen zu dürfen. — Ein militärisches Fachblatt, welches dem KriegSrninister nahe stehen soll und deßhalb d.r Schwarzmalerei kaum verbuch- rig seii' rann, bringt neuestens erschreckende Data übrr die Sterblichkeit in der österreichischen Armee, wohlöeimril in Friedenszeiten. In Preußen sterben von je 1000 Soldaten durchschnittlich 7, in England (trotz des mörderischen Colonialdienstes) 15, in Frankreich 20, in Oesterreich aber kommen auf K 1000 Mann nicht weniger als 28 Todesfälle, und nur die russische Armee weist eine noch größere Sterblichkeit auf. Die Erklärung für diese Erscheinung findet das genannte Blatt theils in der „elenden Nahrung", theils in Dem „Cafernengift." Oester- reich gibt aber im Verhältniß zum Norddeutschen Bunde wenig G-ld für fein Militär aus. Wien, 4. Juli. Der päpstliche Nuntius Fal- cinelll Hai die böhmischen und mährischen Bischöfe ersucht, den ihnen untergebenen Clerus aufzufordern, daß er Alles aufbiete, um eine größere Becheiligung der katholischen Bevölkerung an der Hußfeier zu verhindern. In Folge dessen soll von allen Kanzeln geg;e Entwickelung ihrer Macht und sur die Erhaltung ihrer Militäckrast bildet, vorwärts zu lchreiten, immer mehr rückwärts kommen? Möchten doch endlich die Regierungen Frankreichs, Oesterreichs und Preußens ihren Völkern durch eine allgemeine Entwaffnung die Möglichkeit gewahren, daß auch sie, wie das Volk des Vorwärts, der Friedensarbeit ihre volle Kraft widmen und nicht zu ihrem Nachtheil hinter demselben zurückbleiden! Rcdaction. Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Piet'ch) in Giessen. pcß -tirOs 0 iie Groß GöiiS Wir ( Besonder Dos D 5906) R» für ben nord slstMUWN 2 s>etz ^unbK'ß1 schc'M tvmi hiesige Slad Getränke der an wtld)tm d angezeigt u wirkt werden Getränke, fl jroar nicht in nartung wohl »en, deziehun mpfänger de lorMhren o h'aröportid)(i' Diese Scheine idben demerki lichein Hauptzc wird die' Etlichen K< iassungen bezi Itgen den im i ölrasbestimmi Gießen, den Großherzol W) Durch des Gleiberger Gassen an nii nur dietz zur , Ahl 'grober und »den ^roßherz^ W Ver 5873) Di «Jrm Läder ?nb von je e ?an0e an 7 ^"bniissions Der Kosten N,en soff/ ^Aeingkse S °ths° >«r, SlI»