ttcobi Hl Im 6. v. e n ft. xS^ I m 9. AUn: Seel. ! 1 ? **>»** ti "‘"fern?'5» "Nr.,. 5 ä’&j ri4 ®ü&'fflS' «* ,et»««tc. •V Wimpel^ Abenden2LU - . lUe Koch, bee Kirf;. "SS* ■ 1'1 Ql. *■• » ?, J”1®0 Torolhea > aär&i V*r' alt 3 M. 1;- *'■ Mai. “: x'Ulmne edjnejbr.?. ’ -chncidcr, alt 58 Z. j < «dm 29. Mf. Wilhelm aus M ebbeiTj, aU U ^.. Gv^ . Dlarit Vid) aus '' 3. gestorben ben ;. iQTte in der nächsten &i ;i Pfarrer Sanbmann. 11 aft zu Stettin. gegebenen Bericht über t; iuliatt des verflossenen Zet. auch in Bezug auf l: wese» futb. :: es waren zuzüglich der i" 'S Lniräge auf !hlr-15,714, ■■ilüB kamen davon: 20, ‘>.■75,564 jährlicher Rente, . 7.-n 1(12,974 Perjmn c t-nre- Nach der den W ::cti tonnte während V -v übtbeilunß das , 5 ’tarben aber 'A4 " -_■(-( >umme blieb mM- in dieser r‘®"Ä »""SÄ'Si - . jair.niai au' Älr -> > • AcLea'^^sberrchtt^ • ’-na '.'ä'täntlgen unbkl. :,X-V her gebens« ab* Ä risM 15 8 r .%r 38,623 286 • 6flr.3 xG^lid) in vuD . dn LolidilSt ^ ^^dem Vermöge" der - ^irfi ®.°'b5 dicken I; ' . 2n. ,-ionatt, . «t zU^ X^XW s: ÄZ4S- trnK11' Preis vierteljährlich 36 kr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 49 kr. Gießener Anzeiger. Erscheint wöchentlich dreimal. Dienstags, Donnerstags nnd Samstags. Expedition: Canzleiberg Lit. B. Nr. 1 Mnzeige- und MmtsOlatt für den Kreis Kietzen. Nr ti(S. Dienstag den 8. Juni 18(i9. itthan- 1223 lüKlftr. das 797 das 1595'. 2 Wiese daselbst, y HE2SSSE3BB Kreutzer. (5057) 5092) vom eschäftslocale zur zu des 2233 793 342 856 818 678 Earl F ech, in Gießen. Nergkbunli von Tapezierarbeit. 5071) Die Tapezierarbeit an den beiden neuen Pfarrhäusern dahier, oeranschl. zu 155 fl. 42 kr., soll auf dem Submissionswege vergeben werden. 678 ferner 5053) Das zur Schreyvogel'schcn Con cursmasse gehörige Grundstück: Wiese, die alte Lchmkaute, an der Wollspinnerei, Wiese am Leihgesterner Weg, Wiese an der Chaussee, beim Pfau, Wiese in'der Cchwarzlach, Wiese hinter dem Wallbruncn; Gießen, den 7. Juni 1869. K- Vogt, Ortsgerichtsmaun. Bergebnng von Bauarbeiten. 5072) Die an den hiesigen fiskalischen Gebäuden vorkommenden Arbeiten, und Schwalbach'schen Wiesen, Wiese daselbst, Wiese zwischen dem Heegstrauchwald, Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. 275 ” 210 sodann Zur Eröffnung der Submissionen wird Termin auf Sanistag den 12. l. Mts., Vormittags 10 Uhr, anberaumt, welchem die Interessenten beiwohnen können. Später einlauscnde Offerten finden keine Berücksichtigung. Gießen, den 5. Juni 1869. Großherzogliches Kreisbauamt Gießen. Holzapfel. Versteigerungen. 5083) Die Wegfuhr des Schutts vom abgebrochenen ehemals Kra tz'schen Hause soll Dienstag den 8. Juni 1869, Nachmittags 2 Uhr, auf unserem Büreau öffentlich vergeben werden. Gießen, den 7. Juni 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. luKlftr. 215,/2 Garten auf der Sternwarte oder am alten 2 kr. 4 „ 12 „ 47 „ 20 „ 57 „ Flur Nr. 30/172 5064) Bestes Brauer-Malz stets vor- rathig bei ~ ~ • Zinßer'schcn Gartens ist zu verkaufen. Das Nähere bei der Exped. d. Bltts. 459 fl. 275 „ 222 „ 203 „ 83 „ 453 „ Äehl^kauka siscl irr d ,i * -v:-- -r ‘ V'-V tz 7 ^arantir t c ... sicheren Erfolg zwar: Maurerarbeit, oeranschl. Zimmerarbeit, „ Schreinerarbeit, „ Schlosserarbeit, „ Glaserarbeit, „ Weißbinderarbeit, „ Grmüst-PlliUUkn, als: Wirsing-, Kohlrabi-, Rosenkohl-, Blumenkohl-, Roth- und Weißkraut-, Wintcrkohl-, Römisckkohl-, Rotherü- ben- nnd Salat-Pflanzen znni AuSsetzen, sowie Salat zum Essen, bei co Rautenftrauch, 2? zur neuen Bleiche an der Schoor. Heugras von den Wiesen des Ludwig Kämmerer Kinder erster Ehe: 797 HKlftr. Wiese im Heegstrauch, bei den Grasveisteltzernnq. 5058) Dienstag den 8. Juni, Abends 6 Uhr, lasse ich das Heugras von meinen Wiesen an der Heuchelheimer Chaussee und unter der Hardt öffentlich versteigern. Zusammenkunft an der Wiese unter der Hardt. Georg Philipp Gail. Versteigerung von Heugras. 5085) Freitag den 11. Juni, Nachmittags 2 Uhr, soll das Heugras von den nackwerzeichneten der Frau Block gehörigen Wiesen an Ort Stelle versteigert werden, als: Dienstag den 8. Juni, Nachmittags 3 Uhr, soll verschiedenes, durch den Abbruch des Kratz'schen Hauses sich ergebenes Baumaterial, darunter auch Treppen, an Ort und Stelle meistbietend versteigert werden. Gießen, den 7. Juni 1869. Voranschlag und Bedingungen liegen 10. l. Alts, in unserem Geschäftslocalt Die Versteigerung von Baumaterial bet btT Stadt Gießen. (ctiifht^ranfc finden einzig radicale Hülfe in dem gediegenen Buchelchen: EBr. Hoffmann's zuverlässiger (siichtarzt oder Belehrung über das einzige, sichere, leichte und schnelle Heilverfahren bei Gicht und Rheumatis- nius, durch einfache, wohlfeile und in allen Fällen wirksame Mittel. Preis Thlr. Zu beziehen durch jede Buchhandlung. (5062) 5093) Die Klee-Erndte von einem Mor- gen Ackerland am Schiffenberger Weg soll verpachtet werden; sowie das Heilgras von den Wiesen auf dem Pfuhl, am Wismarer Weg, im He^gstrauch und auf der Wiesecker All soll bei der städtischen Heugras-Versteigerung mitversteigert werden. — Auch ind gute Kartoffeln zll verkaufen bei Emil Möhl Wittme. Heiigras-Dersteiqerunq. 5068) Das diesjährige Heugras in Schneißen und Pflanzungen der Districte Schiffcuberg mit Herrnwald und Franzcn- wald soll Dienstag den 15. Juni, Morgens 11 Uhr, auf dem Forsthaus Baumgarten versteigert werden. Gießen, den 3. Juni 1869. Großherzogliche Oberförstern Schiffenberg. Ur. Draudt. Wiese am Grüninger Pfad. Die Zusammenkunft ist am Neustädter Thor, der Anfang an der Lehmkaute und dem Leih gestern ei' Weg. 844 lliKlftr. Wiese im Heegstrauch, Wiese daselbst, Besondere Bekanntmacbungen. Die Benutzung der städtischen Waage zu Gießen. 5046) Der §. 1 der Waageordnung, welcher bestimmt, daß ntiv von Morgens 8 bis 12 Uhr und von Nachmitkaas 2 bis 6 Uhr die städtische Waage dem Publikum zur Verfügung stehe, ist im Interesse des öffentlichen Verkehrs von dem Stadtvor- stande dahin geändert worden, daß Verwiegungen zu jeder Tageszeit, jedoch nicht vor Morgens 5 und nicht nach Abends 8 Uhr vorzunehmen sind. Gießen, den 29. Mai 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. V o qt itrtrhph allen Sorten, trocken so- lll VIII nullst, als auch mittelst Dampfkraft anf's Feinste in Oel abge- rieben, Broncen, Blattgold, Maserwalzen, alle Sorten Firniue empfiehlt Emil Fischbach, (5086) Seltersweg. Einsicht offen, woselbst die Offerten bis zuin 12- i MtS., Vormittags 10 Uhr, eingereicht werden können. Dieselben müssen verschlossen und mit der Aufschrift „Submission für Tapezierarbeit" versehen sein. Zur Eröffnung der Submissionen wird Termin auf Samstag den 12. l. Mts-, Vormittags 10 Uhr, anberaumt, welchem die Interessenten beiwohnen können. Später einlauscnde Offerten finden keine Berücksichtigung. Gießen, den 5. Juni 1869. Großherzogliches Kreisbauamt Gießen. Holzapfel. Spenglerarbeit, „ „ 87 „ 36 „ sollen auf deut Submissionswege vergeben werden. Voranschläge und Bedingungen können vom 10. l. Vito, in unserem Geschäftsloeale eingesehen und die Offerten von da an bis zum 12. l. Mts-, Vormittags 10 Uhr, ein- gereicht werden. Dieselben müssen veesiegelt und mit der Aufschrift „Submission für Bauarbeiten an den fiskalischen Gebäuden", unter Bezeichnung der betreffenden Arbeit, versehen sein. Wiese am Grüninger Pfad; Heugras von den Wiesen des Heinrich Becker: 5101) Die Heu- und Grummcterndte von einer Wiese unter der Heß'schen Brauerei ist zu verkaufen. Römer, Lehrer. 940 IHKlftr. Wiese, auf den Schiffenberger Weg, 605 „ Wiese am Weiher, , 371 „ Wiese in den Güntersgräben, ind zu verpachten oder auch bei billigen Zahlungsbedingungen zu verkaufen bei (5050) Carl Ebel I. j Niederlage bei | (5066) Feilgebotcnes 5059) Ein sehr schöner Bauplatz an der neuen Straße in der Nähe 5039] Reis-Stärke empfiehlt Emil Pi stör. 5079) Ein Sparherd ist billig zu verkaufen bei Lehrer Schmidt, Wallthorstraße. 5080) Selleri- und Lauchpflanzen, 4—5 Centner altes Heu, eine Partie Stroh zum Streuen verkauft L- Hartmann, ___________________ in der Schanz. 5091) Zupfclzeug in großer Auswahl, die Elle von 12 fr. an, Hosenzeuge, die Elle von 20 fr. an. Auch werden von mir Fäsel und Lappen umgetauscht und getauft. Decateur Hosch, Connenstraße. 5096) Eine fast noch neue eiserne Pfuhlpumpe ist preiswürdig zu verkaufen bei C- Schwan. 4981) Trockenes einzölliges Buchenholz, pr. OFuß 21/? kr. Bei Abnahme von größeren Partieen billiger. S- K a tz e n st e i n, _______________________(Holzhandlung.) 5090) Meinen Ein und Verkauf von Kleidern, neue und getragene, bringe ich hiermit in cnipfehlcnde Erinnerung; auch find ArbcitShoscn zu 1 fl. 48 fr. stets vorräthig L. Hosch. 5084) Donnerstag den 10. Juni, Vormittags 10 und Nachmittags 2 Uhr, sollen in der Wohnung des verstorbenen Andreas Planf auf dem Kreuz die demselben gehörigen Mobilien, als: 1 Pferd, 3 Kühe, 15 Hämmel, Frucht, Stroh, 1 Wagen mit Zugehör, 1 Pflug und sonstige Oeconomiegeräthschaften, sowie die Ledervorräthe und Felle und verschiedene Gerbcreigeräthschaftcn; ferner Bettwerk, Weißzeug, Kleidungsstücke, Möbel, Hausgeräthschasten u. s. w-, gegen gleich baare Zahlung meistbietend versteigert werden. Gießen, den 7. Juni 1869. K- Vogt, Ortsgerichtsmann. Heugrasversteigerungen der Fürstlich Solmsischcn Rentei Lich am 14., 15. und 18. Juni l. I. Gemarkung Lich. Montag den 14. Juni, Vormittags präcis 8 Uhr, Wiesen der Peinmühle gegenüber, den Wiesengrund herab bis zum Bräuerberg, zusammen 70 Morgen. Zusammenkunft an der Saubrücke, nächst der Peinmühle. Gemarkungen Mühlsachsen, Ober- u n d N i e d c r - B e s s i n g e n. Dienstag den 15. Juni, Vormittags präcis 8 Uhr, Hainwiese, Riedcheu, ^eewiesc, Sautenkor, im Ganzen 130 Morgen. Zusammenkunft zu Mühlsachseu. Gemarkung Burkhardsfelden. Freitag den 18. Juni, Vormittags präcis 9 Uhr, Mönchwicse und Strauchwaldwiese, im Ganzen 67 Morgen. Zusammenkunft in der Mönchwicse. Die Ausgcbote geschehen in Abtheilungen von ein bis zwei Ntorgen. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis Martini I. I. gestattet. Lich, den 3. Juni 1869. Fürstlich Solmsische Rentei daselbst. Hessisch - Rheinisch - Westfalischer Eisenbahn-Verband. 5070) Für die directe Beförderung von Gütern, Fahrzeugen und lebenden Thieren zwischen Stationen der D.'ain-Weser-Bcchn einerseits und Stationen der Köln-Ätindener (resp. Köln-Gießener) Bahn, der Bergisch- Märkischen Bahn und der Westfälischen Bahn andererseits (via Gießen) tritt mit heutigen Tage ein Reglement und Tarif in Kraft, welche (Reglement und Tarif) zum Preise von 7l 2 Sgr. pro Stück bei unseren im Tarif genannten Güter - Expeditionen verabfolgt werden. Die bisher gültig gewesenen Tarife nebst Nachträgen für den directen Güterverkehr der Main-Weser Bahn mir der Köln-Mindener und der Bergisch-Märkischen Bahn kommen, mit Ausnahme derjenigen für die Beförderung von Steinkohlen und Kokes nicht xuev. ter zur Anwendung. Cassel, den 1. Juni 1869. Königliche Direktion der Main-Weser-Bahn. 5067) Die Holzversteigerung vom 3. und 4. Juni ist genehmigt. Die Abfuhrscheine sind vom 12. bis 26. Juni bei Groß- herzoglichem Rentamt Gießen einzulösen. Die Ueberweisung des Holzes findet am 14. Juni, Morgens 8 Uhr, statt, im Tempel bei der Steinberger Straße anfangend. Gießen, den 5. Juni 1869. Großherzoglichz Oberförsterei Schiffenberg. Ur. Dkaudt- Schlag soll, unter den bei der Versteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen, Donnerstag den 10. Juni, Nachmittags 3 Uhr, zum Letztenmale auf dem hiesigen Rathhause einer öffentlichen Versteigerung ausgesetzt werden. Der Zuschlag wird sofort ertheilt werden. Gießen, den 3. Juni 1869. Der Massecurator: ____________________________Krauskopf. 5094) Die Klee-Erndte der in Nr. 62 des hiesigen Anzeigers ausgebotenen 940 OKlftr. Acker am untersten Niegelpfad bin ich Willens, Donnerstag den 10. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, einer öffentlichen Versteigerung auszusetzcn. Gießen, den 7. Juni 1869. Andreas Möhl. 5052) Nächsten Dienstag, den 8. Juni, Nachmittags 2 Uhr, ollen in dem Hause des H. Ferber neben dem Nathhause verschiedene Hausgeräth- sch aften und eine vollständige Ladcn-Ein- richtung, darunter namentlich ein eleganter und sehr praktisch eingerichteter Ladentisch von Eichenholz, zwei neue Rcisekoffcr, eine panische Wand, Kleidungsstücke und son- tige Gegenstände, versteigert werden. 4990) Hauspäne find zu haben bei Wilh. Kohlermann, Küfer, in der Neustadt. 5087) Gußeiserne Oelfarbmühlen, neuester und bewährtester Construction empfiehlt Emil Fischbach, Seltersweg. 5078) uHS" l — ' 1 r 9 g garantirt und genehmigt «• w ? Staatsregierung, in der ti ■ich ist von der Grossh erzog' Staatsregierung, in der nur Gewinne K S g ■ Hamburg. Untnbalti1 Emil Becker, Schuhmacher. ji ilS ; 5102) 1 447/8-45i/8 5043) Mittwoch den 9. ^uiii findet gUttu setzte T h. K o n y. 9 9 9 9 5 9 mir versandt. Es werden nur 8 Börsenoachrkhleu. 5. Juni 1869. Pr. Cass. Sch. Div. Cass.-A. Pr. Friedrdor. Pistolen . . „ doppelte Holl. fl. 10 St. Ducaten . . 20 Fränkenst. Allerneueste Glücks - Offerte. 58-59 49-51 50-52 54-56 37-39 32-33 57-59 50-52 28-29 Sie glaubt, Anljkjl beh unter kiesen Heilt lösen 3i)ntn von »Mit tit V^utt b nicht ohne §it hitt v Prcjkß kos »Zn Obech Cht licken Hause wohne. Gießen, den 4. Juni 1869. 5040) Das Spiel der Freiburger Staats-Priimicn-Whligatlo- L'riginal-Staats-Prämien-Loose sind überall gesetzlich zu spielen gestattet! Allerneueste in hiesiger Gegend wiederum über 200,000 Thaier aus, daher bei | mir der Zudrang zu Original- tz Staatsloosen so enorm groß ist,! ^daß ich daraus ausmertsam mache, f ß daß man werthe Auftrage unge-1 säumt cinsenden wolle. JL Maimiiann, Bank- u. Wechselgeschäft. I im Pro menadehan 6 statt. Anfang 4 Uhr. JViia* 4 ThSfi’. oder Ä Thia-, ü oder 1 Thlr. kostet ein vom Staate garantir- tes wirkliches Original-Staats- U Eoos micht von den verbotenen Pro- messen) aus meinem Debit und werden diese w irklicheii Original- /j Staats-Loose gegen frankirte Z Einsendung des Betrages oder gegen g Post Vorschuss, selbst nach den f ' entferntesten Liegenden von ■ Capital Vertoosinig, " ' t von hoher Gewinneh 8 5042) Es kann ein braver Junge gleich bei mir eintreren. I- Göbel- Zinß er scher Garten Mittwoch den 9. Juni: Großes s (5048) Militär->m» 2. Abounemcnts-Concert vom ganzen Musikcorps des Großh. Hess. II. Inf-Regiments, zur -feier Öes fleöurtstags Seiner Jfönigl. Hoheit des Llrotzherzogs von Hessen. Anfang 51/2 Uhr. — Entree für Nichtabonnenten ä Person 15 fr- Die verehrten Abonnenten werden freundlichst ersucht, ihre Karten mitzubringen. Programme an der Kasse. Engi. Souver. 11 Ruse. Imper. 9 DolL in Gold 2 Museum Hary Crmnliacli senior in der großen Bude ans dem Marktplatz. 5056) Einem hochgeehrten Publikum die ergebene Anzeige, daß ich mein wissenschaftliches ethnologisches, pathologisches und anatomisches Mufenn», das reichhaltigste aller bis jetzt gesehenen, zur Ansicht aufgestellt habe. Diese bis jetzt anerkannt größte Sammlung, bestehend aus Natur- und Kunstpräparaten, welche den Beifall aller großen Städte Europas erntete, wird auch hier dem kunstliebenden Publikum einen überraschenden wissenschaftlichen Genuß gewähren. Die Ausstellung enthält u. A. die zerlegbare anatomische Venus von Medici, von dem berühmten Meister Scr.antoni aus Florenz verfertigt und ist sie seiner Zeit die einzige, welche gänzlich zerlegt und wissenschaftlich erklärt wird. _ Zu zahlreichem Besuche ladet freundlichst ein 750, 271 ä 500, 355 ä 250, 21145 a | 150, 125, 117, 100, 75, 55, 30. A Gewimigelder u amtliche | Ziehungslisten sende meinen In- g teressenten nach Entscheidung prompt y und verschwiegen. Durch meine von besonde- y rem Glück begünstigten | Loose habe meinen Interessenten be- » I reits allein in Deutschland I | die allerhöchster. Hanget- | treifer von 300,000, 225,000, B 187,500, 152,500, 150,000, 130,000, । mehrmals 125,000, mehrmals 100,000, e | kürzlich schon wieder das | ! grosse Logs von 127,000, und d jüngst am ISten Hai schon £ i wieder zwei der grössten g j Haupt - Gew inne in Barm- 5 ä Stadt ausbezahlt. I SS5 Jede Bestellung auf 2 5^r meine Original-Staats- | s Loose kann man der Bequemlich-I » giCg- keit halber auch ohne Brief, ? | einfach auf eine jetzt üb- j 8 gri, liehe Postkarte , machen. I Dieses ist gleichzeitig bedeu- | | «-.tend billiger als Post- 1 £ i. vorschuss. Laz. Sams. Cohn j in Hamburg, , Haupt-Comptoir, Bank- und Wechsel | geschält. Ich mache besonders darauf aufmerksam , dass nach obiger grossen Capital-Verloosung ein langer Zwischenraum vor Beginn einer neuen eintritt, daher ersuche die sich Interessirenden mir ihre Aufträge jetzt noch rasch einzusenden. Gew innen b e d e 111 e 11 <1 v er mehrte Capita I i e n-; Verloosung von über* 3% Millionen. Die Verloosung garantirt und vollzieht J lieh Hessischen Regierung; gestattet. „Gottes Segen bei Cohn!" H Grossartige wiederum mit \ fonen, flHt tzliniknst uni। Kim J „llnt- ffl ich l not 2 lAumzrnr1 M' ^uibalion zu btltügtn Labti W Zu-velen, 1 ton ipabren um dm 5' sir \W - trag« anyu DL-r^ängi Lj ferner nid)t trivai vtlijer dem unyttfond „Und Wohnungv-Lerattderimg. 5099) Einem verehrlichen Publikum die ergebene Anzeige, daß ich meine seitherige Wohnung verlassen habe und von heute an auf dem Neuenweg in meinem älter die Staats - Regierung. Beginn der Ziehung am flI. d. J. U 1° »» r*» wir -d" tf" rinnt «li b £treiWn 1 peni (M* Zhr, und der Dit 'Ltrbi'idUl w A« G^wlw11 in 31«” 5054) Der 2. Stock im früher Loos'- schen Hause, bestehend aus 3 Zimmern, Küche, Kammer und Zugehör, ist zu ver- miethen; ferner ist ein Familienlogis im Hinterbau, bestehend aus 4 Zimmern, Küche, Kammer und Zugehör, sowie ein kleines Logis an eine stille Familie zu vermiethen. gezogen. Die Haupt - Gewinne betragen 250,000, 150,000, 100,000, 50,000, 30,000, 2 ä 25,000, 2 ä 20,000, 2 ä 15,000, 2 ä 12,500, 1 ä 10,000, 3 ä 6000, 12 ä 5000, 23 ä 3750, 105 ä 2500, 5 ä 1250, 158 ä 1000, 14 ä Würben." tr voll N mir nicht n'chtsdienk '^en, m ftt 3'nftn für NkhMkN?« Au- gesurch W faflrtt r J SDberfi Tisen witgw. 7* bi H t(r Der Mu en Md) Mittwoch den 9. Juni befindet sich wieder in Gießen auf dem Jahrmärkte vor dem Schulhause WM" der arotze Ausverkauf “W von breiten seidenen Bändern, per Eile 9 bis 18 fr, sonst 24 bis 48 fr.1000 Dutzend der neuefien Besatzknöpfe, das Dutzend 6 fr., welche überall 30 bis 42 fr. fosten; Soininerhandschrrhe für Kinder das paar 4 fr., diverse Kleiderbesatzbänder rc. ?c., spottbillig. . 3» Eobn, aus Bockenheim. Prior itfiten. 5°/o östr. F. St. E. B. 3581/2 Ludwigsh.-Bexbach 163 Maxbahn 1053/i Bayer. Ost bahn 127h^ Hess. Ludwigsbahn 1411/4 3% östr. Stsb.-Prior. 55/4 Toscaner 547/a Frankf. Hypoth.-Bank 96 Frankf. Vereins-Kasse 96 5% Elisabeth-Prior. 74^ do. II. Emiss. 727/»j Anlehensloose. Kurh. 40 Thlr. Loose — Nassau fl. 25 b. Roth. 36% Gr. Hess. fl. 50 b. R. 165 Ur. Hess. fl. 25 b. R. 42'/2 4O/o bayr. Pram. Anl. 107 40/0 badische Loose 104 Badische fl. 35 Loose 561,4 1858r Prioritätsloose 161 186Or Loose 83 2,300. 12 ä 2,000. 23 ä 1,300. 103 ä 1000. 138 ä 400. 21 ä 300. 271 ä 200. 330 ä 100 und viele andere Gewinne ä SO und 00 Thlr. rc und deckt der kleinste Gewinn jedenfalls den Einsatz. Die Gewinne sind bei jedem Bankhause zu erheben. Originaltoose (feine Promessen) ä -'1 Thlr., ä 2 Thlr., ä \ 1 Thlr. werden gegen Baarsendung, auf Wunsch auch gegen Postvorschuß, selbst nack den entferntesten Gegenden, prompt und verschwiegen von mir versandt. Gewinngelder und amt-liche Ziehungslisten sende sofort nach Entscheidung jedem Betheiligten zu. In allerneuester Zeil zahlte ich Preuss. 4>/zO/o Obi. 93‘5/g Frankf. 3‘/2°/o Obi. 82 Vs Nase. 4i'zv g Obi. 925/g Kurh. 4% Obi. 817/8 Hess. 40 g Obi. b. Roths. 911/4 „ 31/2% *io. d0- 86,/4 Bayer. 5% Obi. 101V? „ 41/2% 1jährige — n 41/2% 1'2jährige 94% Würtemb. 4*/g% Öbl. 92% Baden 4V2% Obi. c. E.L. 933 4 Oestr. 50,0 b. R. 57% n 5% National 55% „ 5% Metall. Obi. — n M. steuerf. 517/s Amer. 6° 0 1882r Bds. 867/s n 6% 1885r 847/6 ____ Actlen. i Frankf. Bank I2OH4 ( >e*ter. Bank 723 „ Creditact, 299% Darmst. Bankact. 285 Bermieth u »»ge u. 5075) Zwei Familienlogis sind $u ver- miethen (ui__M- W ei ß b ä cker. 5047) In unserem Mansarden- Stock ist ein flrines Loftis, bestehend ans einem Zimmer mit Ca- binel, Küchr und Bodenkammer, zu vermiethen. I. A. Busch Söhne. 5061) Bei F o h. Müller in der Wall- thorstraße ist ein gut möblirles Zimmer zu vermiethen.______________________________ 5051) Bor dem Wallthor Lit. A. Nr. 163 ist in dem Nebengebäude eine kleine, bequeme und freundliche Familienwohnung zu vermiethen. _____________________________ 5055) Der 3. und 4. Stock in meinem Hause ist zu vermiethen. __H. M. Iughardt. 5060) In Lit. A. Nr. 202 ist ein großes Zimmer zu vermiethen und im Juli zu be- ziehen.__ 5100) Das von Herrn Polizei-Commissär Leim bisher bewohnte Logis ist zu vernue- then und kann am 1. Juli bezogen werden. __Hirschhorn & Comp. 4045) Mehrere gut möblirte Zimmer, vorn heraus, sind zu vermiethen und sofort b. ziehbar. E. Eich en berg, am Lindenplatz. 5098) Ein kleines, möblirtes Zimmer ist zu vermiethen bei Georg Vogt, ____________________Kupferschmied. 5063) Bei H. Steinberger (Wallthor) ist ein Familienlogis zu vermiethen. Wechsel. Amsterd. k. 8. 991/4 Augsb. k. 3. 100 Berlin k. S. 105% Bremen k. 8. 97% Cöln k. 8. 105 Hamburg k. 8. 88% Leipzig k. 8. 1051/2 London k. 8. 120% Lyon k. 8. — Paris k. 8. 95% Wien k. 8. 96% Disconto 3% % G. Geldsorten. LhikrschauM bei Wctylar. 5076) Das diesjährige Fest des hiesigen landwirthschaftlichen Vereins, verbunden mit Thierschau, Prämiirung und Verloosung wird am Donnerstag den 17. Juni hier im „Finsterloh" in der bisher gewöhnlichen Art stattfinden. Die Bewohner der benachbarten Städte \ und der Umgegend werden hierzu freundlichst | eingeladen. Wetzlar, den 31. Mai 1869 , | ~_______ Das Fest-(5omitc. 5069) Unserm lieben Freunde Heinrich H.....d in der Sand gaffe ersckalle zu seinem heute stattfindenden 24. Wie g en- fest e ein dreifach donnerndes Hoch! A u f f 0 r b e r 1111 si. 5081) Hiermit werden alle Diejenigen aufgefordert, welche noch etwaige Ansprüche an den Nachlaß des verstorbenen Andreas Plank dahier zu bilden haben, dieselben innerhalb 14 Tagen, von heute an, an den Untcrzeickneten abzugeben, widrigenfalls dieselben später keine Berücksichtigung finden. Gleichzeitig werden alle Diejenigen aufgefordert, welche noch Zahlungen zu leisten haben, dieselben innerhalb 14 Tagen an den Unterzeichneten zu entrichten. Gießen, den 8. Juni 1869. I. A. d. Erben: Carl Plank, Lederhändler. 5088) Ein geübter Seribent sucht bei einem hiesigen Anwalt Beschäftigung, in den ersten Monaten gegen geringes Salair. Wer? • sagt die Exped. d. Bltts-_____________________ 1 5033) Ich wohne von heute an nicht mehr bei Jeremias Becker Wittwe (Neuen- . weg), sondern bei Herrn Ludwig Ko hierin a n n, Küfer (Sandgasse. L. Häuser, Schirmmacker und Schneidermeister Vermifclrte Anzeigen. A u s v e r k a ll f t. 5082) Die zum Schuldenwesen des M. Heß dahier gehörigen Modewaaren werden zu sehr billigen Preisen verkauft, und macht man auf eine schöne Auswahl seidener und wollener Damenjacken (Jaquets) aufmerksam. Gießen, den 7. Juni 1869. Der Massecurator: ___________________M. Pilger. 5089) Ein braves Dienstmädchen wird auf Johanni für eine kleine Haushaltung gesucht. Zu erfragen bei der Exped. d. Bl. 5073) Ein Schneideraeselle findet gegen guten Lohn auf Woche dauernde Beschäftigung bei Schneidermeister Germer, ____________in Heuchelheim._______ 5074) In Becke Fs Hofraithe (Neue Anlage) kann fortwährend gegen entsprechende Vergütung Schutt abgeladen werden. Beachtenswerth! 5065) Unterzeichneter besitzt ein vortreffliches Mittel gegen nächtliches Bettnässen, sowie Schwächezustände der Harnblase und Geschlechtsorgane. _ Specialarzt 2>r. Kirchhoffer, in Kappel bei St. Gallen (Schweiz.) 5077) Ein besonders zuverlässiges Kindermädchen wird gegen hohen Lohn pr. 1. Juli zu miethen gesucht. Zu erfragen bei der Exped. d. Bltts. 5049) Ein braver, zuverlässiger junger Mensch wird als Hausbursche gesucht. Von wem ? sagt die Exped. d. Bltts.___________ 5097) 2300 fl. zusammen, oder auch theilweise, liegen gegen gerichtliche Sicherheit zum Ausleihen bereit. Bei wem? sagt die Exped- d- Bltts. Ct!uofU||rt b'NIgt >? .1, US 3«ni Tft* iXnj® ”*rm äT?o,ooo. -I > 300. h™' " 1110 M'd minnc «so w ?ÄhtVlri* f°»<- dni Einsatz, - ba jedem ^anfd riqmallDpff (feinc| ^2 ibir.( a xdiinenbung, aut Wworschuß, selbst '•-1 ^kMden, prompt ?n mir versandt. lidif ^iehungr- nj*' Entscheidung je- t Stu jabltc jdj iö nntbmuu über M, Datier bei iq SU OlMcki tuvm lu^mtxtiani inadr/ : “Wägt ungt' n wollt. immanii. Weckfelgeschäft. ambnrg. ibrrgrielle findet gegen )£e dauernde Beschäfti- ibmröfter Germer. m ptudtöhfim- f ? yonaitde iNeue An: uat gegen rntivrechende abfldabtn wabtn. ensiverth’. Rflfr befifer ein vomesi- b nächtliches LetmM. ■• re der Harnblase uw f)r. ÄirchKoffcr, 2t. Gallen (Sd)®^1 ■‘(r§ illoerläDes Sin-- ;■ n, bobtn P; ’3“ -NIGM r M«I°Wr '»M Lhuriie 9<'ud>th»< <* Md" W n k fi 105 Wl* t S. 120'/: S.99-; t k. S. ioo ß 105'8 mn k.S.973, q M-59 9 49-51 q 50-52 9 54-56 37-3 9 32-33 11 57-59 D i r D v p p r i r h e. Frei aus dem Französischen, von Emma v. Nindorf. (Fortsetzung.) ,Ia, so geht ee nicht in der Justizwelt! Hören Sie auf mich, Oberst: Sie sind Graf Chabert; gut, ich gebe es zu; aber es handelt sich darum, dies den Leuten gerichtlich darzuthun, die ihren Vortheil dabei haben, Ihr Dasein in leugnen. Folglich müssen ihre Acten erörtert werden; dies ziebt 10—12 vorläufige Streitfragen nach sich, die alle widersprechend an den obersten Gerichtshof kommen, und eine gleiche Zahl kostspieliger Prozesse verursachen; letztere ziehen sich in die Länge, trotz allen Anstrengungen, die ich aufzubieten hätte, ^hre Gegner werden ein Zeugenverhör begehren, das wir schwerlich ablehnen können, und welches vielleicht Untersuchungen in Preußen verursacht. Nehmen wir aber den günstigsten Fall an; setzen wir voraus, daß die Justiz Sie ungesäumt als Oberst Chabert anerkennt: sind wir überzeugt, wie die Streitfrage gelöst wird über die sehr schuldlose Bigamie der Gräfin Ferraud? In Ihrer Angelegenheit überschreitet die Rechtsfrage das Gesetzbuch, und kann nur nach Gewissensgrundsätzen von den Richtern entschieden werden; gleich den zarten Streitfragen, welche Die gesellschaftlichen Widersprüche einiger Criminalprozeffe dem Geschworncngerichte bieten. Run gut! Sie haben keine Kinder aus ihrer Ehe, und der Herr Graf Ferraud hat zwei aus der Seinen. Die Richter können die Verbindung, welche die schwächsten Familienbande aufzuweisen hat, zum Vor- thetl der Ehe nichtig erklären, die stärkere knüpfte. Aufrichtig! Würde Ihr Charakter in einem sehr glänzenden Lichte dastehen, wenn ^Sie in Ihrem Alter, in Ihren Umständen, mordicus, eine Frau begehren, die Sie nicht mehr liebt? Sie hätten Ihre Gemahlin und deren Mann gegen sich, zwei gewichtige Personen, die Einflüsse auf die Gerichtshöfe üben dürften. Dieser Prozeß hat also alle Elemente langer Dauer. Ihnen bleibt Zeit, unter den heißesten Kämpfen und Leiden zum Greise zu werden." — „Und mein Eigenthum?" - „Sie halten sich für sehr begütert?" — Besaß ich doch 30,000 Pfund Einkünfte!" — „Lieber Oberst, Sie hatten 1799 vor Ihrer Vermählung ein Testament aufgesetzt, welches den vierten Theil Ihres Vermögens den Armenhäusern vermachte." — „Wahr!" ,Gut! Mußte man, da man Sie für todt hielt, ntcht zu Inventartum und Liauivation schreiten! Ihre Gattin machte sich kein Gewissen daraus, die Armen m betrügen. Der Werth des Inventars ward auf 600,000 Franken geschätzt. Dabei hütete sich die Gräfin sonder Zweifel, das baare Geld anzugeben, die Juwelen, das gesammte Silberzeug; Vas Mobiliar ward zwei Drittel unter de.n wahren Preise angeschlagen, theils um Ihre Frau ^u vergünstigen, theils um dem Fiskus weniger herauszuzahlen; auch weil die ^»chätzungs - Commission für ihren Anschlag verantwortlich ist; Ihre Wittwe hatte die Hälfte des Be- trrgs auzusprechen. Alles ward geschätzt und von der Gräfin wieder angekautt, durchgängig mit Bortheil; und so erhielten Vie Armenhäuser ihre 75,000 Fr. Da ferner der Fiskus Sie beerbte, und Sie in Ihrem Testamente Ihrer Frau nicht erwähnten, gab der Kaiser durch Decret Ihrer Wittwe ven Tbeil zurück, welcher dem Staate heimfiel. Was haben Sie also anzusprechen? 300,000 Fr., unaeredinet die Kosten. —" • „Uno va« heißt Ihr Gerechtigkeit?" — ..Allerdings." — „Schone Ge- rechtigkeit!" — „Nicht anders, mein armer Oberst! Es ist nicht so leicht, als »,e glaubten. Frau von Ferraud kann sogar den ihr vom Kaiser geliehenen Aniheil behaupten wollen." — „Aber ste ist >a nicht meine Wittwe, nichtig das Decret . . .“ — „Sicher! Aber man kann über Alles prozesstren. Sehen Sie, unter diesen Verhältnissen möchte ein Vergleich den Knoten am besten für beide Thcile löten Sie würden dabei ein beträchtlicheres Vermögen gewinnen, als 3blicil von Rechtswegen jukomatt. - „Das hieße, meine Frau verkaufen." — Mit 8000 Franken Einkünfte in Ihrer Stellung wird cs nicht an Frauen sthlen" die fähiger sind, Sie zu beglücken. Ich habe vor, die Frau Grästn noch beute'zu besuchen, um das Terrain zu erfortchen. Doch mochte ich diesen Schritt naht ohne Ihr Wissen thun." — „Wir wollen zusammen hingehen." — „Wie ■Sie hier vor mir stehen? Nein, nein, Oberst, nein! Da« konnte uns den ganzen Prozeß kosten." - „Ist er denn zu gewinnen?" - In allen Instanzen. Aber etwas lassen Sie außer Acht, mein bester Oberst Chabert! 34 bin nicht reich, habe meine Stellung noch nicht ganz ab- bezahlt. Falls Ihnen die Gerichtshöfe auf Abschlag Ihres Vermögens eine lliitcrbaltssumme bewilligen, werden Sie es nicht früher thun, als bis Sie in t(r Eigenschaft des Grafen Chabert, Großkreuz der Ehrenlegton, anerkannt wurden " - „Richtig, id> habe auch da« Großkrcu, der Ehrenlegion! sagte „ voll Naivetät. „Nun gut," nahm Derville von Neuem da« Wort, „müssen wlr nicht prozesstren bi« dahin, Advocaten bezahlen, Rechtsspruchc decken, Ge- ,ich,«diener aüfmuntern und - selbst leben? Die Kosten der vorläufigen In- üanzen mehr 12-15000 Franken, lassen sich an den Fingern herzahlen. 3ch wüßte sie nicht aufzutreiben, denn ich selbst erlieg- beinahe unter den Ungeheuern Zinsen für die Summe, mit der ich mein Amt erkaufte. Und Sie. Woher Au« den trüben Augen de« grauen Krieger« rollten schwere Tropfen über lit gefurchten Wangen, so viele g-häust- Hindernisse enlmulhigten ihm Wie e,n AI» lasteten der ganze Menschenvercin und die Iustizwelt auf seiner Brust. „An »en Fuß der V.ndomesaule gebe ich," rief er, „und schreie hinauf: „Ich bin ... Oberst Chabert, der bei Eplau da« große russisch- Quarre durchbrach! Da, Ersen wird mich erkennen." - „Und man wird Sie ohne Zweifel na» Charenton bringen." - „Der g-fürch.-t- Name kühlte die B-g-.st-rung de« Keieaer« Ließe sich Venn beim KriegSmimstenum gar nichts für Mich thun < _ oj'. Canzleien! O nur ntcht dahin, ohne einen rechtskräftigen Aus- speuch, der Ihren Todtenschein ungültig erklärt! Euch all- au« d-r Kais-rz-,t möchten Vie Canzleien gerne vernichten." Der Oberst stanv einen Augenblick stumm, unbeweglich, mit stieren Blicken, im Abarunde ver Verzweiflung versunken. Die Milttärjustiz rst redlich, beflügelt; sie cntscheivet auf gut Osmanisch, aber fast immer gerecht! Das war v.e Gerechtigkeit, welche Chabert kannte. Jetzt, da er Vas Labyrinth gewahrte, in ras er sich verstrickt hatte, da er sah, wie viel Geld darin als leitender Anavne- faden erforderlich war, sand sich sein Geist tödtlich getroffen, erschüttert in der innersten Willenskraft. Unmöglich vünkte es ihm, mit einem Prozesse zu leben; viel einfacher, leichter, arm, Bettler zu bleiben, vielleicht als gemeiner Reiter in irgend ein Regiment zu treten. Moralische und körperliche Leiden hatten bereits die wichtigsten Triebräder seines Organismus aufgerieben, jene Krankheit vor- bereOet, deren Namen Vie Arzneikunve nicht kennt; ihr Sitz ist gewissermaßen beweglich, wie Vas Nervengewebe, welches unter allen Vorrichtungen ver künstlichen Menschenmaschine am tiefsten verletzt zu sein scheint. Man könnte diese Schwäche den Spleen des Unglücks taufen. Wie tief Vies unsichtbare, aber wesentliche Uebel auch schon Wurzel gefaßt hatte, dennoch konnte eine glückliche Catastropbe es heilen. Diesen kräftigen Körperbau völlig zu untergraben, genügte. Ein neues Hinverniß, irgend ein unvorhergesehener Fall; wie leicht mochte ein solcher alle Schwungfedern lähmen, jenes Schwanken erzeugen, jenes unverständliche, innerlich zerrissene Streben, für Seelenkenner Meikmale eines Wesens, das Mißgeschick zerrüttete! Derville, der nun alle Anzeigen tiefer Niedergeschlagenheit an seinem Clienten bemerkte, sagte zu ihm: „Nur muthig! Vie Entwickelung dieser Angelegenheit kann sich blos günstig für Sie gestalten. Prüfen Sie sich nur vor Allem, ob Sie mir Ihr volles Vertrauen schenken, blindlings bas annehmen können, was mir das Beste dünkt." — „Handeln Sie nach Belieben." — „Ja, Oberst, Sie übergeben sich mir, wie ein Verurtheilter, den man zur Richtstätte führt." — „Muß ich nicht stand- und namenlos bleiben? Ist das zu ertragen?" — „Bester Oberst, so verstehe ich es nicht: es wird ausbevungen, daß wir auf friedlichem Wege einen Rechts- spruch nachsuchen, der Ihren Todtenschein zugleich mit Ihrer Ehe ungültig erklären, Sie wieder in Ihre Rechte einsetzen soll. Durch Graf Ferraud's Ver- Wendung treten Sie sogar als General in die Reihen der Armee zurück und erhalten zweifelsohne Pension." — „Nun denn! ich verlasse mich ganz auf Sie." — „Recht! ich schicke Ihnen eine Vollmacht zum Unterschreiben," saate Dcr- ville'; „Gott befohlen! sein Sie getrost; brauchen Sie Geld, so rechnen Sie auf mich!" — Chabert drückte mit Innigkeit die Hand des Anwalts, vermochte aber nur, ven Rücken an Vie Mauer lehnend, ihm mit den Augen zu folgen. Gleich allen, Vie in Rcchtshändeln schlecht bewandert sind, so graute es ihm vor dem neuen, unerwarteten Kampfe. Wäbrenv dem Gespräche tauchte hinter einem Pfeiler der Einfahrt wiederholt das Gesicht eines Mannes auf, der in der Straße auf den Advokaten zu lauern schien, unv sich auch wirklich beim Fortgehen in seine Nähe machte. Jener war bejahrt, trug eine blaue Weste, gleich Landleuten, einen weißen faltigen Rock unv auf Dem Kopfe eine Biebermütze. Sein Antlitz gebräunt, hohläugig, voll Furchen, von übermäßiger Arbeit erhitzt und sonneverbrannt. Er nahm Derville bei ver Hanv unv sagte: „verzeihen Sie, Herr, daß ich so frei bin, Sie anzureden; aber ich vermuthete in Ihnen, gleich auf den ersten Blick, ven Freund unseres Generals." — „Nun?" fragte Derville, „in wie fern berührt Euch ... wer seid Ihr?" — „Ludwig Bergniaud, Viehhalter. Ich hätte ein Wörtchen mit Ihnen zu sprechen." — „Ihr seid also der, welcher den Obersten Chabert so schlecht beherbergt?" — „Um Vergebung, Herr, er hat das schönste Zimmer! Ich würde lieber im Stalle schlafen und ihm meines abtreten, wenn ich nur Eins hätte; — dem Manne, Der so viel vurchgemacht hat, meine Würmer lesen lehrt, General ist und ein Egypter!! Min, sehen Sie, er ist vortreff, ltch untergebracht! Was ich habe, theile ich mit ihm. Leider tst's nicht viel: Brod, Milch, Eier — ein Schelm, der mehr gibt als er hat! Es kam aus gutem Herzen. Aber er hat uns zum Narren gehabt!" — „Wer, Der Oberst?" — „Ja, Herr, zum Narren gehabt, wie man zu sagen pflegt; ich nahm ein Anwesen, Dem meine Mittel nicht gewachsen sind; er sah's wohl. Ob ihn das nicht quälte! Er streichelte und putzte den Gaul! Ich sagte: aber mein Gene- ral? ! „Bah! ich mag fein Tagdieb sein und sichre schon längst die Bürste." Ich hatte bei einem gewissen Gradoö — kennen sie ihn, Herr? auf meinen Kuhstall unv das übrige Eigenthum ein Anlehen gemacht und mehrere Anweisungen ..." — „Mein Guter, ich habe unmöglich Zeit, Euch anzuhören! Sagt mir geschwinv, wie Der Oberst Euch angeführt hat." — „Zum Narren hat er uns gehabt, so wahr ich Ludwig Bergniaud heiße und mein Weib Die Hellen Thränen darüber vergoß! durch unsere Nachbarn er- fuhr er. Daß wir noch keinen Sou für unfern ersten fälligen Wechsel auftreiben konnten; der alte Brummbär hat Den Schuldschein ausgewittert und bezahlt. Warte nur! Wo doch mein Weib und ich wissen, daß er keinen Tabak hat, der arme Alle, und ihn recht vermißt! O jetzt bat er jeden Morgen seine Cigarren ! Ich wollte lieber . . . nein! wir sind angeführt. Unv so wollte ich Ihnen denn Vorschlägen — weil wir wissen, Daß Si: ein redlicher Mann sind — uns 100 Thälerchen auf unsere Wirtschaft zu borgen, damit wir ihn kleiden lassen und sein Zimmer einrichten können. Er hat uns auslösen wollen, nicht wahr? ^sefyr wohl! Im Gegentheil, sehen Sie, der Alte hat uns in Schulden gestürzt . • - und zum Narren gehabt! Er hätte sich nicht brandschatzen sollen. Uns zum Narren haben, solche Freunde!! So wahr ich ein ehrlicher Mann bin und Ludwig Bergniaud heiße — lieber würde ich Soldat, als daß ich Ihnen datz Geld nicht wieder zahlte!" — Derville betrachtete den Viehhalter und wandte sich noch einmal zurück, um Haus, Hof, Stall und Kinder noch einmal zu besehen. „Wirklich und wahrhaftig!" dachte er; es gehört unter die Hauptmerkmale, an Denen wir Die Tugend erkennen, Daß sie kein Eigenthum besitzt. „Geh' nur, Du sollst Deine hundert Thaler haben, und mehr noch! Dir Oberst wird bald selbst reich genug sein, Dir zu helfen und ich darf ihm Die Freude nicht wegnehmen." — „Gewiß, bald?" — „Ja doch!" — „O Gott, wie wird sich mein Weib freuen!" Neues Leben blitzte'bei diesen Worten über das verschrumpste Gesicht des Vieh- Halters. Während dieser Unterredung hatte sich ein junges Mädchen in Der Nähe blicken lassen, war bald verlegen still gestanden, bald nach unv nach näher geschlichen, ohne die Augen von den Sprechenden zu wenden, und schien sich nun fast hinter Vergniaud verbergen zu wollen. Er drehte sich um und nickte. „Mein Töchterchen Ninette," sagte er freudigstolz, „meine Aelteste. Gehört aber nicht da her. Mein Weib und ich entbehren sie freilich in Der Wirtschaft; aber dazu ist sie zu gut, unser Täubchen, nein! Die Darf nicht hier bleiben. Die Perle unter.....lieber wollte ich ja.....Herr, sie ist bei ihrer Pathe erzogen, und wie!? Die treffliche Madame Gvrier — vielleicht wissen Sie... — ach! hat leider nun längst in'§ Gras beißen müssen und das so plötzlich; da haben Die lachenden Erben meine Ninette . ... ist auch verschmerzt. (Fortsetzung folgt.) Berlin, 4. Juni. In der heutigen Sitzung des Zollparlamcnls wurde Simson mit 215 gegen 6 Stimmen zum Präsidenten, der Fürst von Hohenlohe-Schillingsfürst mit 165 gegen 45 Stimmen, und der Herzog von Ujest mit 134 gegen 65 Stimmen zu Viceprcisidentcn gewählt. Berlin, 5. Juni. In der heutigen Reichstagssitzung wird ter Gesetzentwurf betreffs Berichtigung des Haushaltsetats des Norddeutschen Buntes für 1868 definitiv angenommen. Tarauf folgte die dritte Berathung ter Wichselstempelsteuer. Delbrück erklärte, ter Buntesrath sei mit der Fassung, wie sie aus zweiter Berath ung delvorg.gangen sei, einverstanden, aber gegen die späteren Amendements. Der Gesetzentwurf ward darauf unter Ablehnung des Amendements in der in der zweiten Berathung beschlossenen Fassung angenommen. Der Reichstag trat sodann in die dritte Berathung über die Einnahme-Etats für 1870 und den Gesetzentwurf betreffs des Haushalts-Etats für 1870 ein. §. 1 des Etatsgesetzes wird in Einnahmen und Ausgaben mit 75,95b,495 Thaler angenommen, ebenso §. 2 in der von Forckenbeck beantragten und von Delbrück gebilligten Fassung, wonach die in Folge der Aufhebung der Portofreiheiten auf 1,800,000 Thaler veranschlagten Mehreinnahmen von den Matrikular- Beiträgen abzuziehen sind. In dritter Berathung des BranntwcinsteuergesetzeS werden §. 1 und 2 desselben angenommen. Delbrück verzichtet im Namen der Regierung auf die Weiterberathung. Bei der dritten Berathung des Gesetzes über die Gewährung von Rechtshülfe erklärt der Bun- descommiffär, das Amendement Lasker in Betreff des Zeugenzwanges verhindere die Annahme des Gesetzes von Seiten der Negierung. Das Amendement wird hierauf abgelebnt, das Gesetz hingegen definitiv angenommen. Der Vertrag mit Baden egen Einsührung der gegenseitigen militärischen Frei- zügigke t wird definitiv genehmigt. Außerdem werden die Anträge von Wiggers wegen Gleichberechtigung der Eonfessioncn und von Solms-Laubach uder die Braumalzbesteuerung im Großherzogthum Hessen angenommen. Leipzig, 31. Mai. Die „Sächsische Ztg." be- richlet aus einem Heldenleben folgenden Zug, den sie als historisch begründet beze'chnet: „Vor der Schlacht von Langensalza kam bekanntlich der Rittmeister v. d. Wense nach Gotha als Unterhändler des Königs Georg. Seit drei Tagen fast immer auf dem Pferde, mehrere Nächte nicht ins Bett gekommen und in einem Vorpostengefechte durch einen Hieb im Gesicht verwundet, trat er bestaubt und blutig in das Zimmer des Herzogs Ernst. Tem Herzog war in seiner Kriegerlaufbahn wahrscheinlich ein verwundeter Soldat noch nicht so nahe getreten, er erkennt bloß die feindliche Unifomt und greift hastig nach der K!in- gcl, um seine Diener hereinzurufen. Ehe er aber dem Kammerlakai ein Wort zustammeln kann, befiehlt dcr Rittmeister, dcr dem Herzog gern eine Beschämung ersparen wollte: „Dringen Sie nur ein Glas Wasser!*' Als sich der Lakai entfernt hatte, sagte er: Durchlaucht, ich sehe aus wie rm Landstreicher, ich bin aber der Abgesandte Sr. Mas. des Königs Georg. Fürchten Sie nichts!" Dcr Herzog faßte sich und bot dem Rittmeister einen Imbiß an. Diese historische Scene würde sich besser zu einem Bilde eignen, als das berühmte Phantaue- stück, woraus der Herzog in der Schlacht von Langensalza von Kugeln umsaust die flüchtigen Preußen wieder in das Gefecht zurückzuführen trachtet." Madrid, 3. Juni. Cortes. Die Unterzeichnung der Constitution dau>rt fort. Neun republikanische Depulirte haben sich geweigert, zu unterzeichnen. Die republikanischen Clubs drohen, die republikanischen Deputirten zurückzustoßen, welche die Constitution unterzeichnen. Der „Jmparcial" versichert, daß die „liberale Union" beschlossen bat, das neue Ministerium zu unterstützen, in welchem die Herren Prim, Sagasta, Topete und Zonlla verblei- ben würden. Hr. Cantcro wird wahrscheinlich die Finanzen erhalten. Man versichert, daß derselbe kein Anhänger der Freiheit der industriellen und territorialen Banken ist. — Ein Deeret des Herrn > Zorilla verlegt die Einweihung des National - Pan- ; theons auf den 13. Juni, da es an Zeit fehlen würde, die Asche mehrerer dazu designirter Patrioten nach Madrid u bringen. Konstantinopel, 5. Juni. Die „Turquie" ve> öfftullicbl einen Artikel über die Reise des Vice- konigs von Aegypten, in welchem sie sagt: Indem. ! sich der Vicekönig der Alt als absoluter unabhängiger Monarch gerirt, vergißt er geringschätziger Weise die legitimen Rechte des SiiltanS. Die Durchstechung der Landenge von Suez konnte nur auf Grund eines Fermans des Sultans, dessen Rechte stets anerkannt wurden, erfolgen, und diese Rechte zieht der Vasall in Zweifel. Ein anderer Zweck der Reise bestehe angeblich darin, eine Großmacht zu bitten, daß sie ihr Generalconsulat in Aegypten zum Range einer Gesandtschaft erhebe und ihre Vermittlung bei den andern Unterzeichnern des Pariser Vcr- trags behufs Neutralisirung des Suczcanals zu erlangen, um so den Canal der Autorität des Sultans zu entziehen. Newyork, 22. Mai. Es läßt sich nicht mehr läugnen, daß die Mißstimmung über unsere neue Executive eine immer allgemeinere wird. Kurz nach dem Be.,inn der neuen Administration Grant's konnte man vermuthcn, daß der feindselig auftretenve Tadel über dieselbe — abgesehen von der ex officio ungünstigen Beurlh.ilung aller officiellen Acte durch die bei der letzten Präsidentenwahl unterlegenen und der vor drei Jahren vor Richmond besiegten Re- bellion freundlich gesinnten demokratischen Partei und deren Organe — nur aus dem großen Lager der enttäuschten Aemterträgcr hervorkäme, der heulenden Wölfe, welchen kein Antheil an der Beute wurde. Nun stellt es sich aber immer mehr heraus, daß die sich kundgebende Unzufriedenheit tief in die Reihen dcr herrschenden republikanischen Partei eingetrungen ist, und einflußreiche Preßorgane, welche früher mit dem Präsidenten Grant und seinem um sich gebildeten Cabinct auf besten Fuße standen, haben an- gefangen, dieser Mißstimmung Ausdruck zu geben, deren Berechtigung nicht zu verkennen ist. Selbst A. T. Stewart, Grant's persönlicher Freund und von ihm anfänglich als Finanzminister frfortn, macht fein Geheimnis; daraus, wie wenig er mit dem Treiben der Regierung m Washington einverstanden ist. Es wurde schon früher hervorgehoben, daß Grant es nicht verschmähte, noch nach seiner Erwählung Geschenke anzunebmcn, eine Schwachheit, welche sich selbst ter aus der Schneiderprofession hervorgegangene frühere Prosident Johnson nicht zu Schulden kommen ließ; daß er sich am liebsten in Gesellschaft von Soldaten bewege und das „Weiße Haus" in ein Militärisches Lager umwandte, wie vorgestern Senator Summer bemerkte; daß er bei Besetzung von ösftntliu-en Stellen vor Allem seine Verwandten und persönlichen Freunde oder sonst ganz unfähige Menschen bedachte, und hierin trifft ihn besonders der Vorwurf, daß er bei der Wahl seines Cabinets nur dunkle Ehrenmänner hervorsuchte, während wirkliche staatsmännische Capacitäten von ihm ganz übersehen werden. Vermisch les. Giessen, 6. Juni. Bei allen Wegen, über welche fertige oder im Bau begriffene Eisenbahnen gehen, ist es bekanntlich Gebrauch und Borschrift, daß daselbst ein ordentlicher Wachter stationirt ist. Auffallender Weise ist aber die Bewachung des EhauffeeübcrgangeS an der katholischen Kirche dahier einem unmündigen Knaben übertragen. In Folge dessen standen am 5. d. M. Menschenleben in Gefahr, indem der WaglN des Joh. Frank aus Lollar von einem schwer beladenen Kippwa- gen zusammengefahren wurde. Dieser Wagen bildet aber die einzige Erwerbsquelle desselben, und ist deßhalb zu erwarten, daß demselben volle Genngthuung und der Uebergang besser überwacht werde Giessen, 7. Juni. Vernehmen nach beabsichtigt der rühmlichst bekannte Feuerwerker Vidacovtch aus Höchst bei Frankfurt a. M., der Verfertiger so vieler glänzender Feuerwerke in Frankfurt a. M., m Bad Homburg, Bad Ems und Wiesbaden (Juli 1867), dahier nächsten Sonntag den 13. Juni eine Probe seiner Kunst abzulcgen. — Man rühmt von diesem Feuerwerker dessen reiche, geschmackvolle Zusammenstellungen, die präcise Verwandlung der ihm eigenthum- lichen Verwandlungsflucke, und seine Manier, die Feuerwerke ohne Pausen, stets Eines in das Andere übergehend, abzu- brennen, und zwar in Farben prächtigster, reicher Ausstattung, zum großen Theil aus neuen Stücken bestehend. — Es ist dem Unternehmer die zahlreichste Theilnahme in Aussicht zu stellen und wohl zu wünschen. — Das Feuerwerk soll in den schönen Anlagen deS Herrn Zinßer stattfinden, welche hierfür außerordentlich geeignet sind, und dessen herrliche Baumpar- thicn sich in allgemeiner bengalischer Beleuchtung wundervoll präientiren dürften. Darmstadt, 3. Juni. Das heute erschienene Regierungsblatt $Jk. 18 enthält: I. NechnungSablage über die Verwendung der für das Jahr 1866 in dem Großherzogthum ausgeschriebenen Brandentschä- digungSbeiträge. II. Bekanntmachung der Großherzoglichen Eommisfion für Post-Angelegenheiten, die Eorrespondenz nach den vereinigten Fürstenthumern Moldau und Wallachei (Rumänien) betr. Für gewöhnliche Briefe beträgt da« Gesan mtporto für frankirte Briefe nach Rumänien 2 Groschen oder 7 Kreuzer per Loth incl., für unfrankirte Briefe aus Rumänien 4 Groschen oder 14 Kreuzer für je 15 Gramm incl. Drucksachen und Waarenproben muffen bis zum Bestimmungsorte frankirt werden. Das Gesammtporto beträgt 3 4 Groschen resp. 3 fr. für je 2*,2 Lath incl. Briefe, Drucksachen und Waarerproben können unter Re- commandation abgesendet werden, müssen aber alsdann fran- kirt sein. Die RccommandationS-Gebühr beträgt 2 Groschen oder 7 fr. DaS Verfahren der Erpreßbestellung ist zulässig bei gewöhnlichen und recommandirten Briefpostsendungen nach solchen Orten tn Rumänien, an Dem» sich eine Poftanstalt befindet. ES ist dem Absender freigestellt die Erpreßgebuhr, welche 2‘A Groschen resp. 9 fr. beträgt, zu entrichten oder yicht. Berlin. General v. Moltfe, der Ehef des preuß. Generalstab» und Der berühmte Denfer Der Schlachten von 1866, ist am Reichstage gegen die Besteuerung des Militärs durch die Städte gewaltig ins Zeug gegangen. Man wird ihn jedenfalls als einen ausgezeichneten Dolmetscher der militärischen Anschauungen über das Verhältniß der Armee zu dem Bürgerlhum gelten lassen müssen, und seine Auslassungen werden dadurch um so interessanter und bedeutsamer. Wir theilen Haber Die Hauptstellen seiner Rede mit: „Meine Herren, ich erinnere Sie an Die freudig begrüßte Städteordnung von 1808, ! welche es ganz bestimmt ausspricht: „Das Militär gehört nicht zur Stadtgemeinde". Tas Militär gehört weder zu Den „Schuhbefohlenen" noch zu den „Bürgern". Es ist so eingerichtet, daß cs für sich bestehen kann Die Armee hat ihr Handwerk und ihre Künste, ihre Musik, ihre Acrzte und ihre Geistlichen. Si« betrachtet sich überall als selbstständig. Wir sind noch beschränkter alö selbst die Civilbeamten. Der Civil- beamte kann eine Versetzung an einen andern Ort ablehnen, wenn er glaubt, dort nicht bestehen zu können. DaS können wir nicht. Ich finde übrigens die Besteuerung der Staatsbeamten eben so inconfequent als die des Militärs. Wir stehen Der Commune gegenüber ohne jegliches Recht da. Wie will man uns gegen Die Commune derartige Verpflichtungen auf- burdcn? Wir wählen rie Obrigkeiten Der Städte nicht. Wir haben keinen Antheil an den Bürgerfonds. Wir erfahren nichts über seine Verwaltung und haben nicht mitzusprechen über seine Verwendung. Es ist uns gleichgültig, ob eine Stadt ein Rathhaus baut oder eine Markthalle, ob sie eine Badean- fialt errichtet oder ein Spital. Wenn der Soldat erkrankt, kommt er ins Militarlazareth, wird er Invalide, nimmt nicht die Stadt sich feiner an, sondern der MilitärfiScuS. Wenn er hulfsbedurftig ist, gebt er zurück in fein heimathliche« Dorf, Die Stadl thut nichts für ihn. Die Stadt schenkt uns keinen Schießstand und keinen Ererzierptatz. Wir müssen beides erwerben. Die Stadt gibt uns kein freies Quartier. Wir bezahlen dafür, und wenn es nicht ausreichend ist, würde Die Militärverwaltung gern mehr geben, wenn Sie nur die Mittel, dazu bewilligen wollten (Heiterkeit). Das Militär ist ein Gast in der Stadt, und zwar ein Gast, welcher feine Rechnung bezahlt. Man hat wohlwollend das Militär bedauert, daß men cS feiner Heimath beraube, daß man eß außerhalb des Volkes stelle. Bei uuS ist überhaupt nicht die Rede von einem Gegensätze zwischen Militär und Volk. Derselbe Mann ist heute Militär und nach zwei Jahren wieder Volk. DaS Militär ist ein Theil des Volkes. Sie haben nicht nöthig, ihm erst neue Steuern aufzuerlegcn, um ihm dieses zum Bewußtsein zu bringen. Waß die Heimath anbetrifft, so hat jeder Mann in der Garnilon feine besondere, aber in der Gesamuit- heit wird nie die Garnison seine Heimath werden. Die Heimath der Armee ist das Vaterland, das Bereich des ganzen Norddeutschen Bundes (Beifall). Man sagt, das Militär nimmt Theil an allen nützlichen Anlagen der Stadt. Ja, wir nehmen Theil daran, aber in einem möglichst beschränkten Grade, so weit, wie man überhaupt Niemanden verhindern kann, daran Theil zu nehmen. Die Stadt erlaubt uns zwar, auf dem Trottoir spazieren zu gehen, sie pflastert aber für uns keine Straße. Sie hat nicht nöthig, Nachtwächter anzustellen wegen des Militärs. Bringt aber das Militär der Stadt nicht auch Vortbeile? Worauf gründet sich denn das WachS- thum und das Gedeihen der Städte so fehr, als auf dem Wohlergehen und der Machtentwickelung, der politischen Stel- lung dcö Staates? Es wird wohl gestattet fein, daran zu erinnern, daß, wenn heute Deutschland eine ganz andere Stellung in der Welt entnimmt, als früher, das Militär sich ein einigermaßen indirektes Verdienst erworben hat. (Bravo rechts.) — Meine Herren Es profltireu die Städte, und zumal die mm» Der begüterten Einwohner, an Dem Militär Die ganze Differenz zwischen dem Rohwerthe und der fertigen Waare, zwischen dem Einkaufs - und dem Verkaufspreise. Wie sehr auch die Städte über die Last der Garnisonen klagen, noch viel mehr klagen sie, wenn ihnen diese Last genommen wird. Wie kommt es, daß jährlich Petilioncn von Städten beim Kriegsministerium einlaufen, welche Garnisonen wünschen ? Meine Herren! Werken Sie einen Blick auf Den Haushalt Der Städte. In dcr Stadt Berlin kommt jährlich über eine Million, ein Drittel der gefammten Einnahmen, an indirekten Steuern ein. Und davon trägt doch auch das Militär seinen redlichen Theil. Nehmen sie dagegen die großen Ausgaben für öffentliche Bauten, für daS Schulwesen. Die Bauten benutzt der Soldat nicht, und unsere 20jährigen Leute schicken doch in der Regel nock feine Kinder in die Schule, und die Söhne der Offiziere werden wobl meistens in Kadettenhäusern und königlichen Gymnasien erzogen. Nehmen Sie ferner die großen Ausgaben für das Armenwesen. Der Soldat ist zwar selbst arm, wenn Sie ihm aber noch etwas von dem Wenigen, was er hat, nehmen, so wird er dennoch keine Hülfe von der Stadt beanspruchen. Er weiß auch daß er hier keine bekommt. Schließlich finden Sic in dem Etat der Stadt Berlin noch den Hauptpoften mit 746,000 Thalern für die Polizeiverwaltung. Das Militär braucht keine Polizeiverwaltung, die Polizei dagegen häufig das Militär. Wenn man Daß letztere nicht hätte, fo würde man vielleicht das Doppelte und Dreifache für die Polizeiverwaltung zahlen müssen. (Widerspruch links, Zustimmung rechts.) Eo, meine Herren, finden Sie allerdings auf der einen Seite Der Einnahmen das Militär zahlend und auf dem andern Blatte der Ausgaben als empfangend nirgends." Man wird schwerlich diesen Anschauungen und ihren Schluß» folgerungen in allen Stücken zusiimmen können, am wenigsten entspricht der Wirklichkeit die Schlußbehauptung, daß das Militär nur zahle und nichts empfange. Mit Recht richtet die Berliner Montagezeitung die „höfliche Frage an das Reicbs- tagSmitglied General v. Moltfe" : „Nichts nimmt, nur geben thut das Militär? Entschuldigen Sie: wo kriegt'S daS alle- her? Und, was selbst der Kriegsminister v. Roon andeutete, in der Hauptsache würden die ins Feld geführten Gründe wider die Communalsteuern doch nur von den Gehältern der Militärs, nicht von deren anderen Einnahmen gelten. Redaction, Druck und Verlag der Brühl'fchen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.