'''IW, Dom 1 2 "«blich?» »»ta sich Ä“ i ?Me An- V* Httr« %“ei'^uen. 53.!** n"- der im !8(: ut ’lt und die w beabsichtigt, flur einem hiesi- lfl«rt zu fein. - : die Absicht, sich Ptoirarbeiten bis jung zu befassen. ertheilt auf 5. mb auswärtigen 8 ich von heute circibe unb veu eilt Bediemuig. apezier, !• 'L-a-vis^emr ieustabt. annänbigen ssl- ' ftmftforbfkd): ' Schulzeugnisse igen Bebingun- reten. äch im Anfnti- iowie im Amon Korbwaarm *"i« bß -tlkersweg. Klemm, i der Zandgasse. lirmc überzogen bei an, Marktplatz. mit, rzl.. ^strape 4. Post* mit flut' flnrerzcichncten milif Kemps' Th. Batst. mn mit den iE ) als Ehrling m ift zum baldiB ni? sagt die lM plll* 69: inf.-M * »eifert. ?nmtiiu6ri«9® an Sim**® i fr ii fr- Preis vinreljährNch 36 ft. mit Bringerlohn. Durch dir Potz be-ogen viertelfährlick 49 fr. Anzeiger. Erscheint wöchenlllcv brev mal: Dienstags, Donner- stagl und Samstags. - Expedition: CanzleU-eig Lit. B. Nr. 1. Mnzeige- und Mmtsökatt für den Kreis Kielen. Nr. VVL Dienstag den 7. Dcccmbcr L8GD. WMtLicke B e k n n t M ch u n g e M. Gießen, am 6. December 1869. Setreffend: Die Gesetze und Verordnungen des Norddeutschen Bundes. Das e r o I) I) c r o g l i d) c Kreisamr Gießen an die Grohherzogtichen Bürgermeistereien des Kreises. Wir fordern Sie in Folge einer uns zugegangenen Verfügung Großherzoglichen Ministeriums des Innern zum umgehenden Bericht darüber auf, ob und seit welchem, genau zu bestimmenden Zeitpunkte zu Lasten Ihrer resp. Gemeindekassen das Norddeutsche Bundesgesetzblatt gehalten wird. In Verhinderung des Kreisraths: Kekule, Kreis - Assessor. B e k a n n t m a ch u n g. Mit Bezug auf unsere Bekanntmachung vom 20. October d. I. briugm wir hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß die von der Königl. Dänischen Regierung zur Verhütung der Einschleppung der Rinderpest angeordneten Beschränkungen hinsichtlich der Einfuhr von Thieren und Maaren aus dem Gebiete des Norddeutschen Bundes nach Dänemark wieder aufgehoben worden sind. Gießen, den 2. December 1869. Großherzogliches Kreisamt Gießen. In Verhinderung des Kreisralhs: Ke tu le, Kreisaffessor. 'Laubach, am 4. December 1869. Betreffend: Sterblichkeitsstatistik. Das Großherzogliche Kreismedieinalamt Laubach au die Bürgermeistereien des Medicinalbezirks. Wir ersuchen Sie, die Sterbelisten Ihrer resp. Gemeinden unter Angabe des Alters der Verstorbenen und der Art der Krankheit alsbald nach Jahresschluß an uns einzusenden. Dr. Köhler. Besondere Bekanntmachungen. Versteigerungen. 11173) Zur Bezahlung der Zinsen, welche von den bei der hiesigen Spar- und Leihkasse angelegten Capitalien am Ende dieses Jahres fällig werden, sind nachstehende Der Mine festgesetzt, und zwar: 1) Dienstag Ms den 7. December, 2) Mittwoch „ 8. „ 3) onnerstag „ 9. „ 4) Samstag „ 11- „ 5) Dienstag „ 14. - 6) Mittwoch „ 15. „ 7) Donnerstag „ 16. „ 8) Samstag „ 18. „ 9) Dienstag „ 21. „ 10) Mittwoch „ 22. „ 11) Donnerstag „ 23. „ 12) Dienstag „ 28. „ 13) Mittwoch „ 29. „ 14) Donnerstag „ 30. „ 15) Freitag „ 31. „ Die Interessenten werden daher aufgefordert, die Zahlung an diesen Tagen in Empfang zu nehmen und hierzu durch Vor-, zeigung der Schuldscheine sich zu legitimiren Zugleich wird bemerkt, daß die auf den Donnerstag fallenden Zahltage für die Interessenten der Stadt Gießen, dagegen die auf Dienstag, Mittwoch und Samstag fallenden Zahltage für die Auswärtlgen bestimmt sind. Die Herren Bürgermetster werden ersucht, dieses in ihren Gemeinden auf ortsübliche Weise bekannt machen zu lassen. Gießen, am 23. November 1869. Der Reämer der Spar- und Leihkasse: Kehr. Bekanntmachun g. 11208) Die auf den 11. November L I. (Martini) an die Fürstlich Solmsische Nen- teikaffe zu Hohensolms fällig gewesenen Holz- und Pachtgelder re. müssen bei Vermeidung gerichtlicher Schritte innerhalb 14 Tagen bezahlt werden. Hohensolms, am 3. December 1869. Der Fürstliche Nenteibeamte: Dörmer. • Lieferungen. 11206) Dienstag den 14. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, soll die Lieferung des Essens und Brodes für die hiesige Entbindungsanstalt auf das Jahr 1870 durch Soumission vergeben werden. Die Soumissionen sind bis zur genannten Zeit an GroßherzogUche Direction einzureichcn, bei welcher auch Einsicht der Lieferungsbedingungen genommen werden kann. Gießen, am 4. December 1869 Großherzogliche Direction der Entbindungsanstalt. _______________Dr. Birnbau in-______________ 11181) Donnerstag den 9. December d. I., Vormittags 10 Uhr, werden auf hiesigem Ortsgerichts-Büreau auf Antrag des I. Balth. Noll dahier: 239 Ctr. 81 Pfund 93proccntiger ganzer crystallisirter Braunstein in Stücken, 100 Ctr. 91procentiger ganzer crystalli- sirter Braunstein in Greupchen, unter den alsdann bekannt gemacht werdenden Bedingungen, öffentlich an den Meistbietenden versteigert werden. 'Gießen, den 2. December 1869. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. _______________K. Vogt-____________ 11207) Nächsten Freitag, den 10. d. Mts., Morgens 10 Uhr, läßt der Unterzeichnete den Lung - Steinbruch im Kern berg bei der Ganseburg auf mehrere Jahre, unter den daselbst bekannt gemacht werdenden Bedingungen, meistbietend verpachten. Die Gesellschaft. Holzversteignuiuz. 11199) Donnerstag den 9. December wird in der Domanialwaldabtbeilung Tempel nachverzeichnetes Holz versteigert: Scheidh. Prügelh. Stockh. Reisholz Stecken Stecken Stecken Wellen Eichen 23 20 15 800 Nadelh. 265 102 125 4125 Dornen — — — 675 Zusammenkunft Morgens 10 Uhr aus der Schiffenberger Chaussee an der Waldmeisterswiese. Freitag den 10. December werden daselbst 28 Eichenstämme mit 650 Cubikfuß und 168 Nadclftämme mit 4553 Cubikfuß versteigert. Zusammenkunft wie oben. Credit für beide Versteigerungen bis 30. Juni 1870. Gießen, am 30. November 1869. Großherzogliche Oberförsterei Schiffenberg. Dr. Draudt. FeilgeboteneS 11218) Der Unterzeichnete empfiehlt auf bevorstehende Weihnachten: Glace- und Winter-Handschuhe, Seelenwärmer, gestrickte Äinderkleidchen, gehäkelte Damenröcke. Kapuzen und PalatinS zu äußerst billigen Preisen. ___________________Carl Schulze. 11204) Eine frische Sendung Moritz - Bier ist angekommen bei __________________Wirth (§. Ptpp. 11210) Harzer (Kanarienvögel (Rollenschläger) werden abgegeben Wallthorstraße Lit. A. Nr. 224.__________ 11195) Broncirte Gußwaaren, Kohlenkasten, Feuergeräthständer, Toilettenspiegel, Ofenschirme, Waagen, Zuckerkasten, Dampfkocher, Haushaltungssachen in Holz, verzinntem Blech 2C., empfiehlt ______________________Emil Pistor. * Block Choeolade mit Vanille, pr. Pfund 28 fr., empfiehlt (11221) Emil Fischbach, Scltersweg. 11216) Ein Mann vom Lande beabsichtigt, täglich frische Milch zum Verkauf nach Gießen zu bringen. Wer? sagt die Exped. d. Bltts. Franksnrirr Brcirdcu, Nürnberger und Baseler Lebkuchen, Offenbacher Pfeffernüsse, sowie Braunschweiger Honigkuchen, werden in meiner Conditorer fortwährend angefertigt und sind diese Artikel deshalb stets frisch und billigst zu haben. (11214) Ed. Lind, Hofconditor. 11219) Zu verkaufen: Ein Gruben-Compasi mit Hängewerk und Zulegplatte, Stativ und Gradebogen; Eine chemische Waage mit Gramm- und Ertra - Grammgewicht; Ein Löthrohr. Die Gegenstände stehen bei Unterzeichnetem zur Ansicht. Müller, Lehrer. Für Chriftbanme. 11215) Neueste, eleganteste Lichthalter und Wachslichter empfiehlt Carl Hoffmann. 11217) Die beliebte französische Wolle ist ivieder eingetroffen. 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E- Eichenberg. 11175) Ein tüchtiger Pferdeknecht, welcher auch den Ackerbau versteht, wird zu alsbaldigem Eintritt gesucht. Von wem? sagt die Exped. d. Bltts- 11193) Dienstag den 7. December: 4. Abonnements-Conccrt ausgeführt vom Musik-Corps des Großh. Hess. II. Inf..Reg., unter persönlicher Leitung seines Dirigenten, Herrn D. Reifert. Anfang 7 Uhr' — Entree für Nichtabonnenten a Person 12 fr. Die verehrten Abonnenten werden freundlichst ersucht, ihre Karten mitzubringen. (Es wird höflichst gebeten, nicht zu rcüicheu.) Arbeiterbildungs - Verein. 11117) Am dritten Weihnachtsfeiertage, Abends 7 Uhr: Tsitz-Unterhallung mit LlMbescheerung im Saale des , Prinz Carl/ Karten hierzu ä 24 fr. werden bei den Herren: H. Sonntag, W- Simon und K. Baum, sowie Abends an der Kasse, abgegeben- — Bei denselben fönnen auch die Geschenfe (im Werth nicht unter 15 fr.) abgegeben werden. ' 11196) Von heute an befindet sich mein Comptoir Wallthor- straße Lit. A. Nr. 198 in der sogenannten alten Post, parterre. Gießen, 4. Decbr. 1869. Otto Kempfs, Firma: Burk & Storck. 11177) Ein junger Mann, der im Besitze einer guten Handschrift ist und die Kaufmannschaft zu erlernen beabsichtigt, wünscht zu diesem Behufe auf einem hiesigen Comptoir angemessen plaeirt zu sein. — Vorläufig hat derselbe nur die Absicht, sich mit den einschlägigen Comptoirarbeiten bis zu deren gründlichen Erlernung zu befassen. Gefälligen weiteren Aufschluß ertheilt auf Wunsch die Exped. d. Bltts. 11182) Hessische Urkunden werden von mir angefnuft. — Besitzer werden ersucht, die betreffenden Dofumente, sowie, Preisangabe, mir zuzusenden. — Ebenso faufe ich auch alte Standuhren. Meyer Rothenberger, ________Neuenweg-_________ Turnverein. 11240) Donnerstag den 9. December, 8 Uhr Abends, Generalversammlung im Darmstädter Haus. Tagesordnung: 1) Ergänzungswahl des Turnraths, 2) Vereinsball. ____Der Vorstand. Mathematik-Stunden wünscht ein Student zu ertheilen. Adressen beliebe man in der Exped. d. Bltts. niederzu- legen. _________________(11233) 11239) Bei der am Beginne der vorigen Woche stattgehabten großen Anschwellung des Stadbachs ist eine Waschbütte abhanden gefommen. Der jetzige Besitzer wird gebeten, :dieselbe in Lit. C- 230, Ka- plansgasse, abliefern zu wollen. Zur Notiz. 11230) Nicht dem Karl B g, sondern dem Karl L g galten die Geburtstagswünsche in dem vorigen Anzeiger- Die Vorigen. Rüv junge Scribenten. 11232) Ich suche einen 2. Scribenten. Ottmar Weidig. 11235) Auf die Annonce meines Mannes in diesem Blatte mache ich aufmerfsam, daß ich auf feinen Namen noch nichts geborgt habe, mich aber genöthigt sehe, Jedermann zu warnen, ihm nichts ohne Geld zu verabfolgen, da ich mein Eigenthum zurückziehe und er dann zu jeder Zahlung unfähig ist. Karoline Kann. 11234) Ein Mädchen, welches alle häuslichen Arbeiten versteht, wird auf Weihnachten in Dienst gesucht- Näheres bei der Erped- d. Blattes. 11236) Gesucht wird ein Kindermädchen gesetzteren Alters, das sogleich eintreten fann. Von wem? sagt die Exped. d. Blattes. 11237) Nr. 94 hat das Bügeleisen gewonnen. Egly, Polizeidiener. 10841) Ein gut empfohlener, zuverlässiger Scribent, cautions- fähig, sucht bei bescheidenen An- sprächen Stellung. Offerten bittet mait bei der Erped. d. Bltts. gefälligst abgeben zu wollen. Frachtbriefe für die Main-Weser- und Cöln-Mindener' Eisenbahn, sowie fämmtliche zollamtlichen Formulare, sind zu haben bei Wilhelm Klee, Marktstraße. 2. December. Der „N. fr. Pr." wird aus Petersburg gemeldet: Eine Deputation der vereinigten Industrie- und Handelsgesellschaft für Herstellung einer neuen Handelsstraße nach Central-Asien wurde vom Großfürsten Konstantin und dem Fürsten Gortschakoff empfangen. Rußland zahlt gegenwärtig an Amerika 30 Mill. Rubel für Baumwolle, während von Khiwa und Buchara dieselbe gegen russische Producte beziehbar ist. Der Reichskanzler Fürst Gortschakoff verhieß der Deputation kräftigste Unterstützung. 3. Deeember. Der Botschafter am französischen Hofe, Fürst Metternich, wird in diesen Tagen sich nach Wien Legeben, und zwar, wie österreichische Blätter versichern, „nicht in Privatangelegenhkiten." Ein Londoner Correspondcnt der Wiener „Presse" berichtet unter dem 27. v. M.: Ich bin in der Lage, Ihnen mitzutheilen, baß gestern von Gladstone an sämmtliche Minister die Aufforderung ergangen ist, sich um eine Woche früher, als bestimmt worden war, zu gemeinsamen Berathungen in der Haupt- stadt zusammenzufinden. Er bittet sie, sich danach einzurichten, uno hofft, übermorgen den Tag bestimmen zu können, an dem die nächste Besprechung stattfinden solle. Veranlassung zu diesem Rund- schreiben an die Minister sind beunruhigend klingende Nachrichten aus Irland. Abgesehen von der Wahl des in Haft befindlichen Feniersührers O'Donovan Rossa für die Grafschaft Tipperary, fehlt eS nämlich nicht an geheimen Mittheilungen, denen zufolge die Fenier abermals auf einen großen Streich hinarbeiten, der mit Ucbcrrumpelung verschiedener Kasernen beginnen soll, und zum Ueberfluß wurde der Regierung aus Newyork mitgetheilt, daß einige notorische Fenier sich von dort nach ihrer Heimath eingcschifft haben. Die „Pesther Correspondenz" erhält aus Konstantinopel nachstehende Mittheilung über die Intervention des österreichischen Reichkanzlers im türkisch- egyptischen Conflicte: „Herr von Beust, stets bemüht, den europäischen Frieden aufrecht zu erhalten und allerwärtS, wo derselbe gefährdet erscheint, als Vermittler aufzutrcten, war wohl entschlossen, in der vorstehenden Frage seine gewandte Thätigkeit zu entwickeln, zu welcher ihn schon die persönliche Anwesenheit im Osten bestimmen mochte. Hieraus entstanden alle die Gerüchte über eine Mediation des österreichisch-ungarischen Cadinete, über Firmane, welche Die österreichisch-ungarische Reichskanzlei in Vorschlag gebracht und die Pforte angenommen habe. Thatsache ist aber, daß der Großoezier alle Vorschläge ablehnte, welche ihm mit Der größten Rücksicht, wie sie einer befreundeten Nachbarmacht gebührt, mit den besten Absichten für seine auswärtige Politik gemacht wurden. Die Staatsmänner der Türkei betrachten die Differenz mit dem Khedive als eine im strengsten Sinne innere und sehen in jeder Voraussetzung, daß sie in der einen oder anderen Richtung von den in- temotionellen Verträgen in Betreff Egyptens abweichen könnten, ein Präjudiz wider Die unverletzlichen Rechte der Pforte oder ihre Loyalität, wozu bisher auch nur Den leisesten VorwanD zu geben vermieden worden fei. Alles, was einer persönlichen Intervention des Souveräns selbst gesagt worden, entbehrt jeder Begründung. Deßungeachtet hak Graf Beust die Absicht curchblicken lassen, seine guten Dienste beim Khedive geltend zu machen. Natürlicherweise hatte man dies in Konstantinopel als einen neuen Beweis der besten Gesinnungen des Re chskanzlerö gegen die Pforte aufgenommen, und aus Rücksicht für ibn verschob die lürkische Regierung, soweit es in ihrer Macht, Die ganze Austragung des Streites." In Cuba dürften ehcstens Ereignisse eintreten, an denen Die spanische Regierung feinen Gefallen finDen wird. Verdächtig ist es auf alle Fälle, daß zwölf der stärksten amerikanischen Kriegsschiffe gegenwärtig in den westindischen Gewässern veisammen sind. Von wegen Der Samgna-Bei allein, welche Amerika von Der haitischen Negierung käuflich an sich gebracht unD im Noihfalle gegen Die dortigen Aufständischen schützen wird, ist eine so gewaltige Flotte schwerlich concen- trirt worden. Das wäre pure Geldverschwendung; Grant aber ist nichts weniger als verschwenderisch, unv sein Marineminister verbot erst vor Kurzem allen Kriegsschiffen, Kohlen zu brennen, wo sie mit ihren Segeln auskommen können. Dahinter steckt aller Wahrscheinlichkeit nach somit etwas Anderes. Ein Triestiner Telegramm Der „Tagespresse" vom heutigen T^ge melDet: Aus Cattaro langen regelmäßig alle 48 StunDen Die Rapporte Der Wacht- commandanten von Ledeniee und Cerkvice in Risano ein. Die Insurgenten halten sich in einigen elenDen Dörfern Der Crivoscie passiv und belästigen weder Die Bewohner von Ubli, noch jene von Casteinuovo. Der Gesundheitszustand Der Truppen hat sich gebessert. Aus Antivari wirD gemeldet, Daß sich in Montenegro über 170 verwundete Crioviscianer be- finden, Die von Schiffsärzten behandelt werden. In Der Herzegowina ist Alles ruhig. Die Verbindung zwischen Trebinje und der Sutorina ist wegen grundloser Straßen unterbrochen. Die „N. Fr. Pr." veröffentlicht ein Telegramm aus Konstantinopel vom 2. Dec., welches meldet, daß Der dortige französische Botschafter gestern d-m Großvezier erklärt habe, Frankreich könne die Anschauung Der Pforte, daß Die egyptisebe Differenz eine innere türkische Angelegenheit sei, nicht theilen und beanspruche unter Hinweisung auf Die unter Der Garantie Der Großmächte abgeschlossenen Verträge zwischen Der Pforte unD Egypten, für die europäischen Großmächte das Recht, in Diesem Conflict zu interveniren. — Dasselbe Blatt erfährt aus St. Petersburg, daß General Ignatieff zum Nachfolger des Fürsten Gort- schakoff Designirt sei. 4. December. Der Seitens des Gemeinderaths von Pancfova (in Der Militärgrenze) abgegebenen Erklärung gegen Die ungeordnete stückweise Auflösung resp. Magyari- sirung Der Militärgrenze sinD Die Vertretungen von gegen 30 Communen Der Militärgrenze beigetreten, Darunter fast ausnahmslos alle Stabsorte Der Re- gimentsbezirke und sonstigen bedeutenden Märkte und Ortschaften. Die französische Regierung, welcher daran gelegen war, über Die Sachlage in Dalmatien, insbesondere über Die Haltung Montenegros gegenüber Dem Aufstande genau unterrichtet zu fein, hatte ihren in Skutari residirenden Generalkonsul beauftragt, sich persönlich nach Montenegro zu verfügen und über seine Wahrnehmungen sofort zu berichten. Der Con- sul kam Diesem Auftrag nach und hat, vor wenigen Tagen nach Skutari zurückgekehrt, bereits einen Bericht nach Paris abgesendet, in welchem'die Ueber- zeugung ausgesprochen wirD, daß Fürst Nikita cee übernommenen Verpflichtung zur Neutralität getreulich nachkomme und mit Erfolg den Aufstand, der vorläufig nur einen localen Charakter habe, an seinen Grenzen zurückhalte. Der Bericht, auf welchen auch der Fürst selbst der östcrreichischrn Regierung gegenüber sich beruft, wird wahrscheinlich im GelDbuch veröffentlicht werden. Der osficiöse Wiener Correspondent der „Karisr. Ztg." schreibt: „Man ist hier jetzt über den Inhalt Der Sendung, welche Der „Präfect" von Konstantinopel an den Vicekönig von Egypten überbringt, vollständig unterrichtet. Die Pforte will, bevor sie weiter geht, eine ganz bestimmte Aeußerung des Vicekönigs in Händen haben, ohne Ausflüchte und Winkelzüge. Erst dann saßt sie ihre weiteren Entschließungen, Die übrigens selbst im ungünstigsten Fall — dafür sind Die europäischen Mächte da — nicht so heiß gegessen roeroen, als sie etwa gekocht werDen möchten." Hessen. Darmstadt, 3. Dec. Die Abgeordnetenkammer beharrt bei dem Beschluffe die Regierung zu ersuchen, daß sie die Verordnung des Norddeulschen Bundes, welche die OlfLiere von Communalumlagen befreit, nicht anerkenne und die Behörden anweise, der betreffenden Verordnung keine Folge zu geben. Preusien. Bert in, 3. Dec. Die „National-Ztg." stellt als einen wichtigen Theil des nächsten Wahlprogrammg der Nationalliberalen den Satz hin, daß sie im Reichstage zwar eine Ermäßigung der Heereskosten beantragen, aber nichts „erzwingen und befehlen" wollen, weil auf die europäische Lage Rücksicht genommen werden müsse. Wen kann e« daher Wunder nehmen, daß die Negierung nicht nur nicht abrüstet, sondern vielmehr eine neue, eine sechste Gewehrfabrik in Insterburg anlegt! Dreißigtausend neue Gewehre alljährlich sind ihr zu wenig; „diese Zahl/' schreibt die „Allgemeine (preußische) Militärzeitung", .reicht für den gesteigerten Bedarf nicht mehr aut (!); es scheint daher die Vermehrung der Gewehrfabriken dringend grkoten." Berlin, 2. Dec. Der König empfing heute Nachmittag in feierlicher Audienz die chinesische Gesandtschaft. — Die „Bör- srnzeitung" meldet, daß Delbrück zum Staatsminister ernannt fei; er bleibe jedoch Präsident des Bundeskanzleramtes. Italien. Rom, 2. Dec. Heute Morgen leisteten die in der fartlnischen Eapelle als prosynodale Versammlung zusammen- getretenen Bischöfe in Gegenwart de« Papste« den Eid Rom, den 3. Dec. Da« osficielle Programm des bei der Eröffnung deö Eoncil« einzuballenden Ceremonielö ist nun bekannt. Um 7 Uhr früh werden sich die Vater deö Eoncil« in der Basilika de« Vatican« versammeln und der Ankunft de« Papstes harren, dec um halb 9 Uhr eintreten wird. Dat Veni Creator singend, begcben sich dann alle in großer Proces- sion in bin Sitzungssaal des Eoncils. Der Cardinal Patrizi, zweiter Dccan des Heiligen Collegiums, wird dort die Messe celebriren und nach Beendigung derselben Msgr. Passarelli, Erzbischof von Jconium in partibus, in lateinischer Sprache die Eröffnungsrede hallen. Alle Bischöfe stellen sich sodann, 1 einer nach dem andern, dem Papste vor und nehmen dessen Segen in Empfang. Der Bischof Feßler von St. Pölten, bekanntlich Secretar deö ConcllS, wird hernach das Decret verlesen, welches die Versammlung einberuft, und schließlich der Papst da« Concil für eröffnet erklären Wahrend der Proces- fion der Bischöfe werden alle Glocken von Rom läuten und die Kononen der GngelSburg dazu accompagniren. Nach der in Florenz erscheinenden „Nazione" ist ,S nicht unwahrscheinlich, daß bei Eröffnung der Kirchenversammlung in vielen Städten Italiens concilfeindliche Demonstrationen in Scene gesetzt werden. Aegypten. Kairo. 30. Nov. Am Sonntag den 5. Dec. wird hier in feierlicher Weise und in Gegenwart des Kronprinzen von Preußen der Grundstein zur evangelischen Kirche gelegt. Vermischte». Gießen, 30. Nov. Der Historiker und Privatdvcent an hiesiger Hochschule, vr. Heinrich Ulmann (aus Weimar geburtigt) hat einen Ruf als außerordentlicher Professor für den Lehrstuhl der Geschichte an die Universität Dorpat erhalten und, wie wir hören, angenommen. (W. Z.) Schotten. Am letzten Sonntage fiel oberhalb Schotten eine Art Wolkenbruch, der unsere Straßen der tieferliegenden Stadt mehrere Fuß hoch überschwemmte. Mit furchtbarem Brausen strömten die Wasserwogen durch die Straßen, Baumstämme, Holz, Fässer ,c. mit sich führend. Viele Gärten, Grabstücke ?c. wurden weggeriffen oder mit Schlamm und Schutt übeideckt und die steinerne Brücke bei der Gänömühle zusammengerissen, so daß die Passage nach Rudingshain unterbrochen ist. (O. A.) Nidda. Unsere Stadt stand am letzten Sonntage in Folge heftiger Regengüsse und eines bei Schotten gefallenen Wolkenbruchs unerwartet schnell theilweise unter Wasser, so daß die Bewohner sich beeilten, ihr Vieh in benachbarte Orte in Sicherheit zu bringen. Die mächtige Fluth, welche von Morgens 10 bis Abend« 7 Uhr sehr bedrohlich war, brachte Baumstämme, Bretter und Balken von Brücken und Stegen mit sich und soll in mehreren Gemarkungen sehr bedeutenden Schaden angerichtet haben. Darmstadt, 3. Dec. Der Bazar zum Besten deS Dia- konissenbauseS „Elisabethenstift" war während der drei Tage seiner Dauer stet« sehr zahlreich besucht und hatte daS glänzende Ergebniß einer Einnahme von über 5000 fl. Mainz, 30. Nov Heute Morgen verunglückte im hiesigen Rangirbahnhofe ein Bremser. Derselbe gerieth beim Ankuppeln von Wagen zwischen die Puffer, wurde erdrückt und alödann noch von den im Gange befindlichen Wagen überfahren. Der Unglückliche, ein junger Mann aus Bodenheim, verheirathet und Vater zweier Kinder, war auf der Stelle todt. Mainz, 2. Dec. Leider haben wir wiederum einen Unglücksfall auf der hessischen Ludwigsbahn zu melden, innerhalb vierzehn Tagen den vierten. Heute Morgen fand man zwischen den Orten Groß- und Klein Gerau auf dem Bahngeleise den arg verstümmelten Leichnam eines Bediensteten. Der Unglückliche, erst kurze Zeit verheirathet. begleitete am gestrigen Abend den letzten Guterzug von Darmstadt nach Bischofsheim, scheint auf der Fahrt eingeschlafen und von seinem Bremsersitze herabgefallen zu sein, wobei er alödann unter die Wagen gerieth. Frankfurt. Ein Frauenzimmer, welches in ein hiesiges Hotel sich einlogirt hatte, bekam schließlich eine Rechnung über 800 fl. Der Wirlh bewachte den theuren Kunden Tag und Nackt und überlegte sich schon, ob er nicht eine Kur im Schuld- arrest mit ihr vornehmen solle. DaS gefangene Vögelchen war jedoch auch nicht unthatig. seine Freiheit zu erlangen und ein Plan angelegt. Der Wirth wurde nämlich durch eine RechtS- angelegcnheit in Anspruch genommen und mußte das Haus auf eine kurze Zeit verlassen. Der Kellner meldete der Gefangenen, daß keine Gefahr für ihren Ausflug vorhanden sei und nun ging es über Hals und Kopf sammt Effecten zum Haus hin-- auS; der Hausknecht, welcher als Cerberu« zwar an der Thür der Flüchtigen entgegentrat, wurde durch den Kellner mit de« Worten beruhigt: „Es ist Alles in Richtigkeit". Groß war daS Erstaunen des Wirth.'S al« sein Vogel fort war. Er eilte schnell an die Hanauer Bahn, wo er so glücklich war, gerade den Zug abfahren zu sehen und eine Dame zu bemerken, welche ihm mit einem Taschentuch freundlich Lebewohl zuwinkte. Frankfurt. Gestern wurde ein hiesiger Bürger und Familienvater verhaftet, welcher seit 15 Zähren untadelhaft als Commis in einem Frankfurter Bankgeschäft ongeftelit war. Derselbe soll sich nämlich eine Fälschung einer Urkunde zu Schulden habe kommen lassen, in Folge beten er an der Kasse deS Bankhauses 900 fl. erhob. Eine halb- Stunde nach der Thal war die Fälschung schon entdeckt und daS Geld fand sich noch vollständig im Besitze dcS Beklagten und sofort Verhafteten vor. Frankfurt. Bei dem Graben deS Canals auf der großen GallUSgasse wurde gestern vor dem Hause deS Herrn Michel tief in der Erde ein kupferner Kessel gefüllt mit alten Gold- und Silbermünzen gefunden. Der Fund wurde statt dem Bau- amt dem Polizeiamt übergeben. Lüneburg, 25. Nov. Zn einer schrecklichen Weise hat gestern die Ehefrau deS TaglöhnerS Grobe in Linden bei Ebstorf, 45 Jahre alt und Mutter von 5 Kindern, ihrem Leben ein Ende gemacht. indem sie sich in einen Kessel mit kochendem, zum Absieden eine« geschlachteten Schweines bestimmten Wassers gesetzt hat und darin verbrannt ist. Die Frau hat am Abend vorher das Buch über die Hinrichtung deS Johann Huß gelesen und geäußert, daß das Verbrennen doch nicht so schlimm sein müsse. E« scheint eine religiöse Verirrung bei der unglücklichen Frau eingetreten zu sein. (L. A.) AuS Sil der berg. 27. Nov., wird der „Schl. Ztg." ge- schriebex: Gestern Nachmittag nach 3 Uhr hat sich leider bet den seit länger al« 14 Tagen hier statifindenden Echießver- suchey ein große« Unglück ereignet. Beim Einlegen einer der großen, mit 15 Pfd. Pulver gefüllten Granaten, mit denen seither da« Hornwerk in einem W-nkel von 60 Graden und in einem Bogen von 500 Fuß Höhe beschossen würbe, in den in der Nähe von Bömisch Wald stehenden Mörser crepilte nämlich zu der angegebenen Zeil, trotz der angewendeten größten Vorsicht, auf eine unerklärliche Weise eine Granate, ehe der Verschluß von hinten erfolgen konnte, wodurch vier Kanoniere sofort schrecklich verstümmelt und qelödtet, und außerdem der Artilleriehauptmann Rausch, ein Sergeant und zwei Kanoniere schwer veiwundet und die in der Nahe befindlichen Officiere und Bedienungsmannschaften durch den Luftdruck niedergeworfen wurden. Dieses unglückliche Ereigniß hat nicht nur bei dtm hier anwesenden Mrlilärcommando. sondern auch bei den Bewohnern der hiesigen Stadt und Umgegend allgemeine Theil- nahme erregt. Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.