Gießener Anzeiger Anzeige- und Amtsölatt für den Kreis Hichen Erscheint wöchentlich dreimal Dienstags, Donnerstag« und Samstags. — Expedition: Canzleiberg eit. B. Nr. 1. Preis vierteljährlich 36 fr. mit Bringerlohn. Durch die Lost bezogen vierteljährlich v ' 49 fr - L'AL w^t in 1 •Rrei« blasst anui Offen. 10 der 9 ^H^migten um. o.l'rari*n M Mx zz Donnerstag den 6. Mai ___________________ AMtliche BekMilntmacbungen. >UJ8ff9 t "5"Hk- ? fugten Um|fl. wtlüijditn Rili- ■ Pnl U8h 13. AUni lb >rt Wlgtfa. tcüiben ’ k-loß fllgt.) fcnB« kQt 9<>iern hi» je, d" TiSpvnibtln unb er Prüfung her ftü. j(< Tugend durchzog Jt< mi1 ungeheurem i*1 bezeichnen wollen. >»n Biele du« ®On n und mit Störten Bechrstungeu v^rge- . -oeriibt wurde ‘mmj der 1849 ge- >tiu bet Jfreifeer unb " Solang öatt. Der 5 er am laMwwuude- ob iiehk Cfftnbei Atv. nnlag i2. Mai) spri» triebet die Duffer ai öbnli», |tben Sonntag unb übet den ganzen regne! Steuern, unb beidroöten kann, brobl weniger alt 5 Steuern gl: eine Branntwein' Mechselßempel'Steuer US öommissär mit der ee Aufregung itn gan« iterbtod’en würbe. Da hlen Eie au#, wir i Bit brauchen Geld, die ßt besser befleuern -Beienlen Sie unsere i/ auf Ännabme. Nr flehen aut r# gibt we- erbönfen ffßtn. Mr lelgeneckten Baient — Nerkmeisier einet Leu war lüngft »u( t wartete daseüff «® chtsichen«. «°> mll2 ■r ea# Gelinde' gN i, dem bellen Le»M- ie,n feine W* xtstiblick, ttblwbel ®1 j Dampfboot und M» 7 Allen Nf ” ’ ’ 1 »aß l® , -u. .« «•“' *fi e»'* “J's»«"*' f Äi<>. rra•' “L^e'rt gdelti •®JA|i(|)tcit. * all't .11. e-. *43 Sr mlt' tfafent l|ol f? ml ’ v Gießen, am 4. Mai 1869. Stireffend: Die Ableistung des Verfassungseides. D o G r o k >> c r z !> g ' i ch e K r r i s »"«««" aar.,,. Die Versteigerung von Arbeiten bei der Stadt Gießen. 4053) Freitag den 7. Mai 1869, des Vormittags 9 Uhr, sollen auf hiesigem Rathhause folgende Arbeiten an den Wenigstfordernden vergeben werden, als: Zimmerarbeit, veranschl. zu 208 fl 15, kr. Schlosserarbeit, „ „ 20 „ 6 „ Gießen, den 30. April 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. 4083) Montag den 10. Mai d. I., von Vormittags 9 Uhr an, soll in dem Gießener Stadtrvalde, Distric- tcn Bruderwinter, Strangswiese und Amel- senkopf, nachverzeichnetes Holz öffentlich 4079) Donnerstag den 13. d. Mts- Vormittags 11 Uhr, sollen bei dem unterzeichneten Post-Amte circa 12 Ctr. alte Dienstbücher und Dienstpapiere partieenweise öffentlich an den Meistbietenden versteigert werden. Die Verkaufsbedingungen, wie die zu versteigernden Papiere, können bis dahin täglich bei der unterzeichneten SMto eingy- sehen werden. Gießen, den 3. Mai 1869. Post-Amt. L'o chman n. Hokzversteigerung in der Fürstlichen Oberförsterei Lich. 4056) Künftigen Montag, den 10. d. Mts., Morgens präcis halb 9 Uhr, sollen im District Mönckwald, auf dem Schlagweg am Albacher Wald anfangend, versteigert werden: „ 76 Stecken Eichen- u. Tannen-Prugelh., 69 „ „ „ „ Stockholz, 14675 Wellen Buchen- u. Eichen-Reisholz, 30550 „ Tannen-Forstreiser, meistens Bohnenstangen gebend, 156 Eichen-Bauholzstämme - 4470 Cbfß-, 145 Tannen- „ „ 4144 „ 4) Auf der Straße von Ltch gegen den Hessenbrücker Hammer Mittwoch den 12. d. MtS., Anfang Morgens 8 Uhr, in der Nähe des Friedhofs bei Lich. 5) Auf der Straße von Lich gegen Butzbach Donnerstag den 13. d. Mts., Anfang Morgens 8 Uhr, bei Abtheilungs-Nr. 18 gegen Eberstadt, Morgens 10 Uhr jenseits Eberstadt gegen Ober-Hörgern. 6) Auf der Straße von Gießen gegen Grünberg Mittwoch den 19. d. Mts., Anfang Morgens 8 Uhr, bei Abtheilungs - Nr. 4 in der Nähe des Schützenhofs. 7) Auf der Straße von Gießen gegen Rodheim Donnerstag den 20- d. Mts., Anfang Morgens 8Uhr, jenseits der Lahnbrücke bei der Keßler'schen Ziegelei. Sollte an einem dieser Tage starkes Regenwetter eintreten, so fällt die an diesem Tage abzuhaltende Versteigerung aus und wird dafür ein anderer Termin anberaumt. Die resp. Großherzoglichcn Bürgermeister werden ersucht, diese Versteigerung im Interesse ihrer Gemeinden besonders bekannt machen zu lassen. Gießen, am 3. Mai 1869. Großherzogliches Kreisbauamt Gießen. Holzapfel- 4080) Die zur Schreyvogel'schen Con- cursmasse gehörigen Grundstücke: Flur Nr. D.Rlftr. 19/< 156 Acker zwischen dem Wetzlarer Weg und der Lahn, l9/4a 152 Wiese daselbst, 18/s 132 Acker daselbst, 19/sa 131 Wiese daselbst, 19/a 318 Acker daselbst (sämmtlich jetzt einen Garten bildend), 36/m 215z Garten auf der Sternwarte oder am alten Schlag, sollen, da auch das bei der zweiten Versteigerung eingelegte Gebot nicht genehmigt worden ist, unter den bei der Versteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen, Mittwoch den 12. Mai, Nachmittags 3 Uhr, einer dritten öffentlichen Versteigerung auf hiesigem Rathhause ausgesetzt werden. Der Massecurator: —______ Krauskopf. Arbeitsvcrsteiqerung. 4082) Montag den 10. Mai, Vormittags 11 Uhr, werden auf dem Rathhause zu Allendorf a. d. Lda. nachverzeichnete Arbeiten öffentlich wenigstnehmend in Accord gegeben, als: Fertigung zweier Feuerleitern, veranschlagt zu . . . . 24 fl. — fr. Weißbinderarbeit im I. Schulhause, veranschlagt zu . . 9 „ 36 „ Spenglerarbeit das., veranschlagt zu......1 „ 48 „ Stemfahren, Steinsetzen und Steinklopsen zur Unterhaltung der Ortsstraßen, ver- anschlagt zu......159 „ — „ desgl zur Unterhaltung der Wege, veranschlagt zu . . 390 „ — „ Allendorf a. d. Lda., am 4. Mai 1869. Großhcrzogliche Bürgermeisterei Allendorf a. d. Lda. I. A.: L- Hahn, Bczirksbauaufseher. Eichenholz-Verkauf. 4054) Montag den 10. d. Mts., Morgens von 9 Uhr ab, werden im Wismarer Gemeindewalde, Di- strict Wäldchen, versteigert: 100 Eichen - Stämme (6000 Cubikfuß) zu jedem Gebrauche geeignet, in Stämmen von 6 bis 40 Fuß Länge und 14 bis 40 Zoll Durchmesser, 1 Buchen-Stamm = 33 Cubikfuß und 2V4 Klafter Eichen - Nutzholz. Das Holz liegt an guter Abfahrt nahe bei Wismar. — Gegen Bürgschaft wird Zahlungsausstand ertheilt. Krofdorf, den 1. Mai 1869. Der Bürgermeister: Colnot. Feilgebote» es. 4076) Borsdorfer, sowie auch anderen Acpfelwein, in vorzüglicher Güte, empfiehlt A. Noll, im Stern. 4084) Die Graserndte aus meinen Gärten ist zu verkaufen. Emil Pi stör. Weißer flüssiger Leim von E. Gaudin in Paris. 4069) Dieser Leim, welcher ohne Geruch ist, wird kait angewendct bei Porzellaine, Glas, Marmor, Holz, Kork, Pappendeckel, Papier re. Vorräthig ä Flacon 14 fr. in Gießen bei Julius Wallach, am Markt. 4045) ^rüh-Gemüse-Pflanzen, als: Blumenkohl-, Römischkohl-, Wirsing-, Oberkohlraben-, Roth- u. Weißkraut- und Kopf- lattig-Pflanzen, beste Sorte, Lattig-Salat verfällst L. Hartmann, in der Schanz. Acpfelwein vorzüglicher Güte bei H. S ch m a l l, (4046) Lindenplatz. 4072) Feinstes Blüthenmchl, das Pfd. 7Vz fr., empfiehlt ________________K. Wallenfels II- 4050) Eine schöne große Hundshütte ist zu verkaufen. Bei wem? sagt die Exped. d. Bltts. Sonnenschirme, in großer Auswahl, von 1 fl. 45 fr. an, (3999) bei H. Hochstätter Wittwe. 4073) Ein guter zweispänr.iger Pferde- Wagen ist zu verkaufen bei Will). Stein Wittwe, in Beuern. 4067) In einem Landstädtchen der Provinz Oberhessen ist ein bis daher mit dem besten Erfolg betriebenes Colonial-, Material- und Eisenwaaren-Geschäft (das einzige auf drei Stunden iin Umkreise) Familienverhältnisse halber auf eine längere Reihe von Jahren zu verpachten. Der Pächter hat die Aussicht, das Geschäft nach Ablauf der Pachtzcit käuflich eriverben 311 können. Reflectanten, welche über einiges Vermögen disponiren, ivollen sich wenden an den mit der Verpachtung beauftragten Hofger.-Advocaten Engelbach II. 4044) Ein Stück Land im alten Feld ist iti verkaufen. Näheres bei der Expedition )ieses Blattes. Borsdorfer Acpfelwein 4061) Den Verkauf dieses von mir mit der größten Sorgfalt gepflegten Obstweins übergab ich den Herren I. A. Busch Söhne in Gießen. Derselbe ist von aus- gezeichneter Gute und dem Traubenwein geringerer Qualität vorzuziehen. Der Verkaufspreis ist pr- Schoppen 4 fr., in Gebinden billiger. ___________________A. Ioutz zum Hessischen Hofe in Butzbach. 4065) Vollständig obgehämmerte kupferne Waschkessel in ollen Großen vertonst billigst unter mehrjähriger Goroutie Aufjust Sch Sessmyec. Vermiet!)» » ge n. 4041) Ein möblirteS Zimmer ist zu ver- miethen bei Wernhard Brück, FlügelSgasse. 4042) Ein Familienlogis ist 311 vermie- then. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 4043) Ein Familirnlogis wird pr. 1. Juli frei bei S- W e i m e r s h e i m. 4040) Ein freundlich möblirteS Zim mer mit Cabinet ist zu vermietheu. Neue Anlage. Näheres bei der Erped. d. BlttS.__________________________ 3988) Anfangs Juli ist ein kleines Logis zu vermietheu bei Wilh. Nagel, Brandgasse. Vermischte Anzeige». 4070) Bibliotheken und einzelne brauchbare Bücher kauft zu den höchsten Preisen Isaak St. Goar, Buch- und Antiquariaishandlung, Boss in a r k t 6, nächst der Ilauptwache und dein Schillerplatze in Frankfurt a. AI. 4057) Srit d'M I. Mai d. I wohne ich in meinem elterlichen Hause am Srltersthor in dem bis- heriien Vogid des Herrn Zahnarztes Koch. Kraft, Hofger. - Ädvocat. (4068) Die Hagel- und Vieh-Versicherungs-Bank f. D. i» B e r l i n, gegründet auf Gegenseitigkeit ihrer Mitglieder im Jahre 1861, Abthciluiig für Hagelversicheruilq, versichert Bodener3eugnisse aller Art gegen Hagelschaden 311 mäßigen Prämien. — Bon den Ucberschün'en erhalten die Mitglieder statutengemäß 7 0 pCt. als Dividende zurück, die Nachschußverbindlichkcit ihrer Mitglieder hat die Bank noch niemals in Anspruch genommen. Die unter3eichneten Agenten nehmen Versicherungs - Anträge gern entgegen und werden jede weitere Auskunft bereitwilligst ertbeilen. In Gießen: Herr I. Böck, in Friedberg: Herr Ph. Garde, in Mün- 3enberg: Herr V. Halberstadt ^nn., in Elpenrod: Herr Gemeinde-Einnehmer Nuckelshausen, in Kestrich: Herr H. Dietz, in Klein-Eichen: Herr Eonr. Hofmann II., in Grünberg: Herr W. A. Braun, in Herbstein: Herr H. I. Hautzenröder. August Wallenfels empfiehlt seine neu eingerichtete Dampf- Appreinr - Schönfärberei und -Druckerei zum Färben und Drucken in allen Stoffen. Muster liegen zur gefälligen Ansicht offen und werden alle Aufträge bestens und in kurzer Zeit besorgt. (4047) Conccrt - Anzeige. 4075>) Donnerstag den 6. Mai, als am Christi-Himmel- fah rt - T a ge: Großes Militör - Conccrt im Schützeu-Gartei« zu Wetzlar, ausgeführt vom ganzen Musik-Corps des Rhein. Jager- BataillonS Nr. 8. Anfang Nachmittags halb 4 Uhr. — Entröe a Person 9 fr. Hierzu ladet ganz ergebenst ein: H. Kuhn. 4058) Am Himmelfahrttag gut besetzte Tanz.Musik auf der Badenburg. I. Duill Wittwe. 4078) Für unser Fabrikgeschäft suchen wir einen Lehrling, welcher mit den nöthi- gcn Vorkenntnissen versehen ist. Decker & Löber. ÄÄGCGKTL SKAT. «SW.WO. oder 1 Thlr. <5 Beginn der Ziehung am 83. y IViir 4 Thlr. oder Ä Thlr -- Obligationen ist von allen Regie- Ä rungen des In- und Auslandes gestattet. y. Die IIaupt-Gewinne betragen Francs y ■ 60,000,50,000,45,000,40,000,35,000,K ;; 32,000,30,000,25,000,20,000,18,000, ® % 16,000, 15,000, 6000, 5000, 4000, 4 3000, 2000, 1000, 350,000 ä 250, 125, g 8 75, 50, 30, 20 Francs. N « kostet ein wirkliches Original 8 Staats - IjOOS (nicht von den ver- fr) Freiinirger | Staats-Prämien-Anlcihe. S -tz 4051) Der Verkauf der Priimien- botenen Promessen), und werden diese A Original-Staats-Obligatio- A K neu gegen frauklrte Einsendung 8 des Betrages oder Regelt Post- ?■ Vorschuss, selbst nach den ent-v ferntesten Gegenden von mir A Die Verloosung geschieht unter Staats- ■? Aufsicht. •v versandt. £ Es werden nur Gewinne;*: gezogen. D- 3 Gewinnjxelder und amtliche & y. Ziehungslisten sende meinen In- A ■•t teressenten nach Entscheidung promptv K und verschwiegen. Durch meine von besonde- g rem Glück begünstigten $ Loose habe meinen Interessenten be- ?■ reits allein in Deutschland ? die allerhöchsten Haupt- i .s treffer von 300,000, n.>,OOO,x 1199,500, 15®,500, 150,000, ■< $ 130,000 , mehrmals 195,000, I S mehrmals 100,000 , kürzlich 3 schon w ieder das grosse Loos von t‘-89,000 und jüngst 3 H am 3. IVIärz schon wieder § »den allergrössten Haupt- $ Gewinn ausbezahlt. RS* Jede Bestellung aufyt •j JQT meine Original-Staats- ft Loose kann man der Bequemlich-^ i keit halber auch ohne Brief, g S einfach auf eine Jetzt üb- x liehe Postkarte, machen. $$ jCä, Dieses kostet gleichzeitig be- deutend w eniger Porto 5 $ Ji <£- als Post Vorschuss. Lax. Sams« tohu | 6* in Hamburg, Bank- und Wechselgeschäft. Origtnal-Staats-Prämtcn-Loose sind überall gesetzlich 31t spielen gestattet! Allerneueste Capital - Nerioostiug, garantirt und genehmigt von hoher Staatsregierung, in der nur Gewinne gezogen werden, nimmt am lOtfii d. Mts. ihren Anfang. Der in obiger Stants- verloosung zu entscheidende Betrag ist A ein Capital von l einer Million 390,000 Thaler, | und finden diese in folgenden größeren | Gewinnen ihre Auslassung: | Thlr. 400,001). 60,000. 40,000. S 20,000. 12,000. 2 ä 10,000. S 2 ä 8,000. 2 a 6,000. 2 ä I 5,000. 4 a 4,000. 3 ä 2,500. S 12 ä 2,000. 23 ä 1,500. 105 I ä 1000. 158 ä 400. 21 ä 300. g 271 ä 200. 350 ä 100 und I viele andere Gewinne ä SO und 9 60 Thlr. rc und deckt der kleinste g Gewinn jedenfalls den Einsatz. g Die Gewinne sind bei jedem Bank- B Hause zu erheben. Originalloose (keine »Promessen) ä 4 Thlr., ä 2 Thlr., ä g 1 Thlr. werden gegen Baarsendung, auf S Witnsch auch gegen Postvorschuß, selbst g nach den entferntesten Gegenden, prompt I und verschwiegen von mir versandt. Ge- 8 winngelder und amt-liche Ziehungs- B listen sende sofort nach Entscheidung je- 9 dem Betheiligten zu. g In allerncucstcr Zeit zahlte ich 3 in hiesiger Gegend wiederum über S 200,000 Thaler ans, daher bei | mir der Zndrang zu Original- 8 Staatslooscn so enorm groß ist, daß ich daraus ausmerksam mache, daß mau werthe Austrage uugesäumt einscnden wolle. J. Maniinaim, Bank- u. BZcchsclacschäft. (4064) Hamburg. Wahunngö-Gesuch. 4049) Eine freundliche Wohnung von 5 bis 6 Zimmer in einer Hauptstraße oder der Neuen Anlage wird bis zum Juli zu mie- then gesucht. Von wem? sagt die Exped. d. Bltts.__ 4077) Mein Geschäft befindet sich jetzt im Hanse des Henn Schnell, Marktplatz Nr. 31. N. Simon, Scbinnfabrikant. 4081) In ein Schreinergeschäft kann ein braver Junge aits der Stadt als Lehrling eintrcten.Adolph Hoß, Sandgasse. 4060) Einen Lehrling sucht C> L- Sack, Mechanikul- * r. A. rat ^re 1861 WS- ■Wfch,' tt«ij ’tn '"'«'»’n unb jA^tn: »Mun, h '"taetei und ;f( Muster [ie, u,lta9f‘ teilens >r, Jliger- ersou S fr. äutin. 'ramicn-Loose Hpitltn Stattet! fite rloosuuq, nigt von hoher l(r nur Gewinne nt am Mts. n obiger Ltaats- idendc betrag ist '0,000 Mer, Iflenben größeren jun«: ,000. 40,000. . 2 a 10,000. a 6,000. 2 ä 10. 3 2,ZOO. i a 1,500. 105 100. 21 ä 300. W a 100 und inne a SO und echter flein fit z den Einsatz. iei icdem Bank- inaUvvse (keine | L, a 2 lhlx.,a' «aariendung, aut istvorschuß, selbst hegenden, prompt iir oerlaubt- Gk ■.hdje Ziehung- . Entscheidung W- Ztit zahlte ill> öieberum über U-, daher bei )ii £riM norm groß wt mtrfjfltn wc, lusiriige W rolle. Illiaiilb ctiselgeschaft- >urß. __ Uft ®Ä« 1« i'°» M-- “j ' pl'(dlflnl o * Ist d°s lnh tRr.31 Zimolt, trinia^-r; —- 'TT^tfonn e>" J- Burgruine Staufenberg 4062) Am Himmelfahrttag: Großes Militär-Concert, auöqeführt vom Musik-Corps des Großh. Hess. II. Inf.-Reg., unter persönlicher Leitung seines Dirigenten Herrn D. Reifert. Anfang 3 Uhr. Entree ä Person 9 fr. Heinrich Fink. f—l—1111111111llW—™1MMWWMM mrwhh™ 13 Epile|»lisclie Krämpfe (Fallsucht) .Sill der Specialarzt für Epilepsie Dr. O. Kiilhch in Berlin, jetzt Mittel- M Strasse Ä’r. 6. — Auswärtige brieflich. Schon über Hundert geheilt. 4059) Eine einzelne Dame sucht ein Logis von 3 bis 4 Zimmern, womöglich Parterre ober im zweiten Stock, nebst Küche und Mansarde, auf dem Seltersberg oder in sonstiger freier Lage, am 1. Juli oder auch später zu mietben. Nähere Auskunft bei der Exped. d. Bltts.__ 4074) Donnerstag den 6. Mai: G v n c e r t aus dem Lenz'schen Felsenkeller, ausgeführt von Mitgliedern des Großh. Hess. II. Jnfant.-Regiments. ______Anfang 4 Uhr. Entree 6 kr.______ 4088) Ich warne hiermit Jedermann, meinem Manne etwas zu borgen, da ich für denselben keinerlei Zahlung leiste. Nieder-Bessingen, den 5. Mai 1869. Balthasar Schmidt Ehefrau. 4085) Donnerstag den 6. Mair Concert im Garten des Gasthauses zum ^Adler". Anfang 4 Uhr. B- Oswald. 4048) Ein Junge kann in die Lehre treten bei L. Weber, Schlossermeister. 4002) In die Conditorei des Unterzeichneten kann ein kräftiger, junger Mensch von anständigen Eltern als Lehrling eintreten. Ed. Lind, Hofconditor. 4066) 3000 fl. sind gegen gute Sicherheit auszuleihen. Bei wem? sagt die Exped. d. Bltts. xb Nicht zu überleben I 4086) Vier Arbeiter finden sogleich auf Stück gegen hoben Lohn dauernde Beschäftigung ; auch können zwei brave Jungen bei mir in die Lehre treten. G. H. Ledcrmann, Herrenkleidermacher, Asterweg A. 105.__ 4090) Ein Zapfjunge gesucht. Lenz'scher Felsenkeller. 4971) Es wird ein Zimmermädchen in einen hiesigen Gasthof gesucht, das sogleich eintreten kann. Zn erfragen bei der Erped. d. Bl. 4089) Eine Amme, welche schon einige Monate gestillt hat, wird zu sofortigem Eintritt gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bltts. Telegraphischer Bericht, mitgetheilt von dem Haupt-Agenten C. W. Dietz. Das Postdampfschiff des Nordd. Lloyd Bremen, am 14. April von Bremen abgegangen, ist am 29. April, Abends 10 Uhr, wohlbehalten in New-Bork angekommen. Das Postdampfschiff des Nordd. Lloyd Hermann, am 17. April von Bremen abgegangen, ist am 2. Mai wohlbehalten in New-Bork angekommen. Das Postdampfschiff des Nordd. Lloyd Main, am 22. April von New-Bork abgegangen, ist am 1. Mai nach einer sehr schnellen Reise von 9 Tagen wohlbehalten unweit Eowes eingetroffen. Frucht- und Mehlpreise in verflossener Woche von nachbenaunteu Orten und Fruchtmärkten. $3a kett. Korn Gerste. Spelz. Hafer. Erbsen. Linsen. Wicken. Kartoffeln April Mai Auf dein MM Auf dem Mit.- Auf dem Mit.- Auf dein Mit. ÄufArem Mit.- Auf dem Mif- Auf dein Mit^ Stuf’b em MA- Auf dem Ms- Wei S c. s Fruchtmärkte. Markt preis Markt preis J9H irkt pr ns Mo rkt pr is Mo rft_ P£ ls Markt preis Markt preis Ma rkt VL is Ma rkt preis — S fl. kr. auf: gef- ■g fl.fr. a ® Q fl- kr. auf gef. O fl. kr. TS D fl. kr. auf gef fl.fr. lauf gef Q kr. auf gef fl. kr. auf gef- ff. kr. fl. fr. M- M- M- M. i M. M- M- M. M- M- M. M. M. M. M. M. M. M. Gietzen Alsfeld Grünberg Lauterbach Mainz 1. 30 J 28J 10 40 631 57 i 8 24 92 86 8 10 — — — 58; 47 b 40 8] 51 9- 1. 261; 11 182t 8 30 — 162 7 27 — — — — 1061 5 50 — 6; 9 20 — — — - — 1 12 in —- 2341 2 2 — — — — 1. 25 i 13 10 44 19] 13* 8 52 424 21 i 7 45 — — - - — 18 6] 5 36 4z 3 9 30 — — — — — — - k— — — — - — — 30. 228 10|56 — 66 8,17 — 2 7 45 — — — — 7 6 21 — — —i— — — — — — - — — 1 35 — — — — Normalgewicht per Malter: Waizen 200, Korn 180, Gerste 160, Spelz und Hafer 120, Erbsen, Linsen, Wicken 220, Kartoffeln 200, Mehl 140 Pfund. Feuilleton. Späte Vergeltung. Criminalnovelle von Fr. Wilibald Wulff. (Fortsetzung.) , . Die geheimnißvolle Art, wie er den Grund gelegt zu seinem jetzigen Retch- thume, war nicht geeignet, den Verdacht zu entkräftigen, welchen der Verkauf des Ntnges und der Uhr auf ihn warf. Rolf, der Sohn des verschwundenen Capitäns, hatte stets und ständig behauptet, baß sein Vater ermordet worden sei, entweder auf Pellworm oder auf der Fahrt von der Insel nach dem Festlanbe. Durch die Auffindung der Uhr gewann seine Behauptung Fleisch und Blut. Es konnte allerdings noch ein Fall vorliegen, daß Harms Uhr und Ring von dem Eapitän selbst gekauft hätte, aber wo sollte er das Geld dazu herge- nommen haben? Daß Eapitän Jsenbrand eine beträchtliche Summe Geldes bei sich getragen, war nach den früheren Aussagen seiner Frau vollständig erwiesen. Harms plötzliche Wohlhabenheit erschien dem mit der Verfolgung der Sache betrauten Flensburger Polizeibeamten, welcher es für am rathsamsten gehalten hatte, sich unerkannt an Ort und Stelle von Allem, was er zu wissen nothtg hatte, zu unterrichten, als eine Erschwerung des Verdachtes, welcher auf Dirk Harms ruhte. Sein Bericht an die Flensburger Polizeibehörde, in welchem er allerdings auch Harms Verdienste um Nordstrand, wie sie in Aller Mund lebten, gebührend hervorhob, aber unzweifelhaft darstellle, daß kein Anderer als Harms der Mörder des Capitäns sein könne, veranlaßte den Polizeimeister zu der Weisung an den Landvogt, und das gerade zu derselben Zeit, tn welcher Jener von der Regierung eine öffentliche Auszeichnung für den Greis beanspruchte. Rolf erfuhr erst, als die Weisung, Harms zu verhaften, nach Norostrand abgegangen war, wen der Verdacht treffe, seinen Vater ermordet zu haben. Er war wie vom Donner gerührt, als ihm die Kunde zu Theil ward, daß der muthmaßliche Mörder seines Vaters entdeckt sei, und zwar in der Person des angesehensten Bewohners von Nordstrand. Seine Mutter tbeilte seine Bestürzung. So sehr auch Rolf geneigt war, in seinem Innern HarmS freizusprechen und zu glauben, daß nur ein unglücklicher Zufall den Vater seiner Else in den Verdacht des Mordes gebracht, so sprachen doch nicht hinwegzuleugnende Thai- fachen für HarmS Schuld. Es litt den Jüngling nicht langer in Flensburg. Er mußte sich in Nordstrand selbst überzeugen, ob der entsetzliche Verdacht gegründet sei, und daß Else jetzt, wo Entehrung und Schande über ihren Vater hereinbrachen und sein Leben auf dem «Spiele stand, seiner Hülse bedurfte, sagte ihm sein Herz. Aber vermochte er, der Sohn des Ermordeten, der Tochter des Mörders Trost und Hülfe zu bringen? War nicht sein Anblick schon hinreichend, sie unaufhörlich an das Verbrechen ihres Vaters zu mahnen? Mußte sie nicht vor ihm fliehen? Mußte sie nicht wünschen, ihm nie mehr zu begegnen ? Was konnte er ihr sein, wenn ihr Vater wirklich das Verbrechen verübt hatte, dessen er verdächtig war? Die Gedanken wirbelten im Kopfe des jungen Mannes, als er feine Vaterstadt verließ. Sie wichen während der ganzen Reise keinen Augenblick von ihm und als er endlich auf der Insel landete, die er früher als die Stätte seines höchsten Erdenglücks betrachtet hatte und die ihm jetzt wie eine weite, öde Gruft erschien, in der Alles begraben lag, was er an Hoffnungen besessen, war er bis zum Tode erschöpft. Es war gegen Abend, als er das Ufer von Nordstranv betrat. Er hatte absichtlich diese Zeit gewählt, um nicht sogleich erkannt und mit Fragen der Neugier behelligt zu werden. Ein eisiger Ostwind trieb dichte Schneewolken über die Insel. Das winterliche Gemälde, welches sich Rolfs Blicken darbot, paßte zu seiner Stimmung. Auch über ihn war ein verheerender Wintersturm dahingebraust. Als er langsamen, zögernden Schrittes aus dem bekannten Wege, welcher zu Harms Wohnhause führte, dahinschlich, kam er sich wie ein einsamer, trauernder Wanderer vor, der zum Grabe seines Glückes wallfahrtet- Scheu wandte er den Kopf zur Seite, wenn ein menschliches Wesen an ihm vorübereilte oder seine Gestalt in den Bereich eines Lichtes kam, das aus dem Fenster eines hart an der Straße liegenden Hauses auf seinen Weg fiel. Sonst hatte er die Strecke vom Landungsplatz bis zu Harms Behausung in wenigen Minuten durch chritten, jetzt brauchte er fast eine halbe Stunde dazu. Je näher er der Wohnung kam, desto heftiger strömte das Blut nach seinem Herzen. Er fühlte die eisige Kälte nicht, sein Kopf brannte und ein verzehrendes Feuer ergoß sich durch seine Adern. Jetzt stand er vor dem Hause. Nur eine Stube war nicht erhellt. Die Kniee brachen ihm fast und er mußte sich an das Holzgitter lehnen, welches Harms Besitzthum von dem seines Nachbars trennte, um nicht umzusinken ! Die' erste Zeit seines Aufenthaltes stand lebendig vor seiner Seele. Er gedachte der Stunde, in der er Else zum ersten Male gesehen, zum ersten Male die Hand des Mannes gedrückt hatte, der seinen Vater ermordet haben sollte. Wie war Alles jetzt so anders geworden. Die Stunde war allerdings gekommen, die er so lange hcrbeigesehnt und die seinen Vater freisprach von der Schuld, entflohen zu sein und Weib und Kind dem Mangel preisgegeben zu haben. Ader dieselbe Stunde, welche die Rechtfertigung seines Vaters brachte, stürzte ihn in's Elend. Er hatte sie mit dem Glücke seines Lebens, mit dem Verlust seiner Else erkauft. Ermattet lehnte er sich an das Gitter und verbarg das von Thränen über« strömte Antlitz in den Händen. Da wurde plötzlich seine Schulter berührt und eine bekannte Stimme fragte: „Wer seid Ihr und was wollt Ihr hier?" Rolf ließ die Hände sinken. „Lorenz!" tönte es dumpf von seinen Lippen. Else's Bruder fuhr betroffen zurück. „Rolf, Du kommst zu uns?" „Kein Wort weiter!" fiel ihm Rolf in die Rede und ergriff die Hand. „Lorenz, sag' mir, wo ist....." Er zögerte, Else's Namen auszusprechen. Lorenz entzog ihm seine Hand. (Fortsetzung folgt). Darmstadt, 1. Mai. Die für dtn norddeutschen Bund beschlossene Maß. und GewichtSordnung soll nach einer den Standen gemachten Regierungsvorlage auch für die nicht zum nortdeutschin Bund gehörigen Theile des GroßherzogihumS eingeführt werden. Darmstadt, 2. Mai. Die Regierung hat, einem von den beiten Kammern im Jahre 1867 geiahten Beschlüsse en'fprechend, den Ständen einen Gesetzesentwurf, die Pensivnirung der Gerichtsvollzieher in der Provinz Rheinhessen betreffend, vorgelegt. Dieser Entwurf enthält im Wesentlichen folgende Bestimmungen: Die eventuellen Ruhege- halle fallen dem allgemeinen PensivnSfondS zur Last. Der Ruhegehalt beträgt, wenn der Gerichtsvollzieher innerhalb der ersten fünf Jahre von feiner Anstellung an in den Ruhestand versetzt wirb, 30 Prvcent sei- neS Diensteinkommens, und wird dieser Betrag um ein Procent erhöht für jedes weiter zurückgelegte Dienstjahr. Der jährliche reine DurchfchnittSertrag des Diensteinkommcns wird zu 800 st. veranschlagte Bei Dienstuntauglichkeit vorübergehender Natur kann für die Dauer derselben dem Gerichtsvollzieher ein Stellvertreter auf Kosten des ersteren bestellt werden, für dtssen Handlungen die von dem Gerichtsvollzieher gestellte Tienstcaution haftet. — Nach einer Verfügung d»S Ministeriums des Innern sind die nach dem Gesetz vom 14. August 1867 zu den Er- bauungskosten der neuen Eisenbahnen beitragspflichtigen Gemeinden nunmehr berechtigt, Bevollmächtigte zu ernennen, welche das Interesse derselben bei Fest- setzung und Prüfung der Geländeentschäbigungen zu wahren haben. Berlin, 2. Mai. Eine unter Vorsitz des ReichS- tagsabgcorbneten Dr. v. Schweitzer im Alkazar heute stattgehabte Volksversammlung, welche von etwa 5000 Personen besucht war, beschloß zuerst, die strikenden Zimmergesellen zu unterstützen und faßte sodann folgende Resolution: „Der noiddeuische Reichstag hat durch seine bisherigen Verhandlungen und Beschlüsse gezeigt, daß er vorwiegend aus Vertretern der reaktionären Staatsmacht und der Eapitalherrfchaft besteht. Von einer solchen V-rsammlung hat das arbeitende Volk nichts zu erwarten. Es ist Pflicht der Arbeiter, in Zukunft eigene Eandidaten der Arbeiter durchzusetzen, um dadurch thatkräftige Vertreter politischer und socialer Freiheit in den Reichstag zu bringen." Die Debatte war eine sehr lebhafte, namentlich gegen die Nalionalliberalen und auch gegen Die Fortschrittspartei gerichtete, verlief jedoch ohne Störung. Obgleich olle Parteicn (Schulzeaner und Lassallcaner) in großer Zahl vertreten waren, so zeigten sie sich doch in Betreff der Lohnfrage einig. Berlin, 4. Mai. In der heutigen Sitzung des Reichstags erklärte Präsident Delbr-üd auf eine Interpellation des Abg. Wiggers, der Bundesrath werde in der nächsten Pl.narsitzung über das Bundesgejctz, betreffend die Gleichheit der Eoncefsionen, verhandeln. Auf die Interpellation des Abgeordneten Gumbrecht darüber: ob die Verhandlungen über einen Postvertrag zwischen England und dem nordbeutichen Bunde abgebrochen seien, erklärte der General-Postdireetor Pyil.ppsborn: Die Verhandlungen mit den bktr.ffen- den Eifenbahnverwaltungen über den Transit der Packele schwebten noch. Die Resultate dieser Ver- Handlungen würden Dann der englischen Regierung zugehen. Die süddeutichen Verwaltungen lorderten keineswegs zu hohe Porti's. Die Bundesverwaltung hoffe, daß alle Bedenken glücklich überwunden werden würden. München, 1. Mai. Die 3 ersten Punkte des definitiven Programms des Vereins der baierischen Patrioten für die bevorstehenden Landtagswahlen lauten : Wir wollen 1) Aufrechthaltung der Souveränität der Krone und ter Selbstständigkeit Baierns, daher keine weiteren Opfer zu Gunsten des pr.ußi- fchen Partikulansmus, keinen Eintritt in den norddeutschen Bund, weder jetzt noch spater, vielmehr föderative Vereinigung aller deutschen Stämme. 2) Zunächst feste Einigung der süddeutschen Staaten zur Bewahrung ihrer Selbstständigkeit und Freiheit. 3) Kein Dündniß mit dem Auslande zu eimm Angriffe gegen einen Deutschen Staat, und gemeinsame Abwehr aller Angriffe von Außen. Wien, 1. Mai. Große Sensation erregt hier das Vlischwinden von 20 Millionen Gulden, welche von den Osfizicren als Heiraths-Eautionen hinterlegt worden sind. Die Gesuche bereits pensioniner Oifiziere um Rückzahlung dieser Cautionen sind nach der österreichischen „Wehrzeitung" vom Kri.gsmini- stenstcrium abschläglich beschieten woreen, weil man nicht wisse, wohir Die bitreffenden Summen zu nehmen sind. Die Eaut oncn sind nicht mehr vorhan- Redaetion. Drr den und sollen bereits im Jahr 1859 zu StaatS- zwecken verausgabt sein! Wenn gleich, sagt die „N. fr. Pr.", die Angelegenheit nur den Machthabern von 1859 zur Last fällt, so ist es doch ganz unbegreiflich, wie keiner der Kriegsminister feil 1859 davon gewußt, oder warum keiner, wenn cr davon gewußt haben sollte, der Budgetcommission des Reichs- rathes oder später den Delegationen die Anzeige davon gemacht hat. Vollends unbegreiflich ist es aber, woher die Zinsen der eingelegten Eautionen und die EapitalS-Rückzahlungen an Die Erben verstorbener Offizicröwittwen bestritten worden sind, da doch alljährlich hierzu nahe an 2 Millionen erforderlich waren und ein derlei Posten weder im Budget des Kriegs-, noch in jenem des Finanzministeriums vorkommt. Paris, 2. Mai. Die Deputirten haben ihre Sitze am Quai d'Orsay verlassen; Die belgische Affaire scheint dem gestern publizirten Protokoll zufolge Schwierigkeiten von Belang nicht weiter zu bieten; Frankreichs ganzes Interesse coucentrirt sich also auf den großen, folgenschweren Kamps vor Den Wahlurnen. Die Opposition zeigt eine Rührigkeit, Die nur von Den unermüdlichen Agitationen des Gouvernements übertroffen wird. Der Ton Der dynastischen Blätter ist geradezu gereizt zu nennen; kein Liberalismus kann systematischer gegen eine mißliebige Regierung Front machen, als diese Imperialisten auf Der Polhöhe gegen Alles, was mit Der Ienfeite auch nur in entferter Beziehung steht. Ich dächte, eine Dynastie, die sich selber respeclirt, sollte zufrieden fein, wenn z. B. ein Mann, wie Edgar Quinct, an dessen Charakter kein auch noch so leiser Makel haftet, einfach ein ihm angetragenes Abgeord- netenmandat zurückweist. Aber den Officiösen ist die politische Ueberzeugung selbst in dieser ehrenwerthen Reserve nicht heilig; Die Der Regierung zunächstste- henden Organe bewerfen Den berühmten Historiker mit Schmutz und Gift; sie schieben ihm Die elendesten , niederträchtigsten Motive unter UND moquiren sich über den „politischen Moralisten". „Immer wieder das Gewissen", sagte dieser Tage ein solches Schandblatt, „ja, das Gewissen des Fuchses, der Die Trauben sauer findet!" Vermischtes. Giessen. (Sitzung des Gemeinderaths vom 29. April.) Anwesend: der Großh. Bürgermeister Vogt, die Gemeinderathsmitglieder Bücking, Felstng, Gail, Heß, Han- ftem, Keller, Loder, Nagel, Ricker, Wallenfels und Weidig. Der Gemeinderath genehmigt auf Vorschlag deö Großh. Bürgermeisters, daß die Anschasfung der in dem Voranschlag vom 29. Sept. 1868 vorgesehene Stellfalle für die Wiesenanlogen im Wieseckkhale vorläufig unterbleibt; er gibt zugleich dem Accorbe seine Zustimmung, wonach die Steigerer der Wiesenarbeit für den Transport von Erde zur Füllung von Gräbchen 60 st. zu erhalten haben. Wegen Errichtung eines Steighauses der Feuerwehr am Stabtthurm, welche Gemeinderathsmitglied Welsing vorschlägt, soll der BauauSschnß an Ort und Stelle Einsicht nehmen und dann Bericht erstatten, lieber die Art der Earabinerhaken soll sich vaS Eommando der Feuerwehr näher äußern. Dem Bittsteller PH. Uhl soll gestaltet werben, das Plätzchen vor seinem Hause links voni SelterSthor in den Grenzen, welche der Bauausschuß bestimmen wird, anzulegen und in dieser Weise unentgeltlich zu benutzen, ihm jedoch zugleich bemerkt werden, daß auf eine käufliche Ueberlaffung jetzt noch nicht eingeganqen werden könne. 3n Betreff der Anschaffung eines GießapparatS zur Beseitigung des Staubes in der Universität»- und Balmhofostraße wird der Großh. Bürgermeister beauftragt, das Nöthige vor- zukehren. Die GemeinberathSmitglieder Keller und Heß erboten sich sodann, über Gießmaschinen, wie sie in Kreuznach gebraucht werden, Erkundigungen einzuziehen und diese mit- zuthelien. Auf Vorschlag deS Großh. Bürgermeisters beschließt der Gemeinderath, dem Earl Atoll, welcher die Stellen als RathS- diener und Ausrufer bisher Namens seiner Mutter versehen, diese Stellen nach erfolgtem Tode der Letzteren auf Widerruf zu übertragen. Die übrigen Beschlüsse betreffen Angelegenheiten persönlicher Art. Darmstadt, 1. Mai. (Schluß, de» Regierungsblattes Niimmec 13.) XV. Namensveränderung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 14. April dem Julius Tb euer kauf z» Darmstadt zu gestatten, daß derselbe statt seines bisherigen, den Familiennamen Lick führe. XVI. Dienstnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: dem SchulamtS-Aspi- ranken 'Nicolai aus Öber-Ntörlen die 3. katholische Schul stelle ju- Hechteheim, im Kreise Mainz, dem SchulamtS^Aspi- ranien Elau« aus Heimertshausen die evangelische Mädchenschulstelle zu Homberg a. d. O., dem Pfarramts Eanbidaten Decker aus Lißberg die erledigte evangelisch« Piarrstelle zu Heubach zu übertragen, sowie am 14 April den Eonducteur bei der Main-Neckar Eisenbahn, Götz, zum Zugmeister bei dieser Eisenbahn, am 17. April den Landgerichts-Assessor bei dem Landgerichte Groß Gerau, Mittler, zum LandgerichtS- -lfieffor bei dem Landgerichte Darmstadt und am 30. April den Lieutenant bei der Feld-Artillerie, Adam Schmidt, zum Universitäts-Rentamtmann in Gießen zu ernennen. XVII. Dienstentlassung. Seine Königliche Hoheit ' und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr- Ehr. Pie der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 17. April den Hoflaquaien Ludwig Mattern seines Dienstes zu entlassen. XVIII. Versetzungen in den Ruhestand. Se. Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: den LandgestutSdiener Dem ml er, — den Schullehrer an der eisten katholischen Schulstelle zu Klein-Hausen, Degen, unter Anerkeilnung seiner vieljährigen treuen Dienste, auf sein Nachsuchen, — und den Kammerlaquaien Schachtel, wegen geschwächter Gesundheit, in den Ruhestand zu versetzen. XIX. Eoncurrenz für: die evangelische Pfarrstelle zu Derheim mit einem Gehalte von 1399 fl. 24 fr.; — die zweite evangelische Schulstelle zu Wenings mit einem Gehalte von 300 fl. nebst 4 Slecken Holz zur Heizung deS Schul- localS; dem Herrn Fürsten zu Isenburg. Birstein steht das Präsentationsrecht zu dieser Stelle zu; — die zweite evangelische Schuliielle zu Ebersheim mit einem jährlichen Gehalt von 300 fl. nebst einer Vergütung von 40 fl. für Heizung de« Schullocals; XX. Gestorben: am 29. März der pensionirte Schullehrer Lynker zu Inheiden; — am 5. April der Schullehrer Stellwagen zu Offenbach; — vm 10. April der Schullehrer Veith zu Wickstadt; — am 11. April der evangelische Pfarrer Bergen zu Erainfeld. Das Regierungsblatt Nr. 14. enthält: I. Gesetz, die Aufgabe von feuergefährlichen und erplodi- renden Gegenständen zur Beförderung durch die Post betreffend. Dasselbe bestimmt: Wer Schießpulver, Feuerwerks-Gegenstände, Reib- und Streichzünder, Schießbaumwolle, Phosphor, Knallsilber, Pyro- papier, Sprengöl oder Nitroglycerin, Aether oder Naphta, Photogen, Petroleum oder andere leicht entzündliche Gegen stände oder ätzende Flüssigkeiten unter unrichtiger Declaration oder mit Verschweigung deS Inhalts der Sendung zur Post aufgibt, verfällt in eine Polizeistrafe von 3 bis 20 fl. II. Publikation des zwischen dem Großherzogthum Hessen, dem Norddeutschen Bunde und dem Großherzogthum Baden am 31. März 1869 zu Berlin mit Zustimmung der Stände des GroßherzogthumS abgeschlossenen EtaatövertrageS wegen anderweiter Regelung der Verhältnisse des Main-Neckar-EtaatS- Telegraphen. Derselbe tritt mit dem 1. Mai 1869 in Wirksamkeit. III. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums deS Innern, Schenkungen an verschiedene WohlthätigkeitS-Anstalten betr. IV. Oeffentliche Anerkennung einer edlen That. Am 9. Februar d. 3. war ein elfjähriger Knabe in den Teich im Grobherzoglichen Schloßgarten gesprungen und befand sich bereits dem Ertrinken nahe, als der in der Nähe beschäftigte Bürger und Heilgehülfe Johannes Muth aus Darmstadt auf das HülfSgeschrei des Knaben herbeieilte, demselben, indem er sich in das Wasser begab, einen Stock reichte und ihn aur solche Weise glücklich an daS Land brachte. — In Gemäßheit Allerhöchster Entschließung Seiner Königlichen Hoheit des Groß- herzogS wird diese menschenfreundliche, mit Entschlossenheit auS- gefuhrte That hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht. V. Bekanntmachung, die für das Jahr 1869 zur Bestreitung der Eommunalbedulfnisse in dem Voranschlag der Stadt Offenbach vorgesehenen Umlagen betr. Interessant waren die Verhandlungen im norddeutschen Reichstage über die Bundespost und die Portofreiheiten, die zum Theil aufgehoben werden sollen. Der Ge- neral-Post-Direktor Philippsborn sagte, er habe bei Ermäßigung deS Briefportos auf eine Vermehrung der Briefe um 20—30 Proc. gerechnet, nach den Erfahrungen Englands ein sehr mäßiger Anschlag, eS sei aber eine Vermehrung von nur 8 Proc. eingetreten, daher der Ausfall in den Einnahmen, lieber den Mißbrauch der Portvfreiheit und namentlich auch der freien Telegramme gab unter großer Heiterkeit deS Reichstages der Abg. Dr. Becker eine drastische Schilderung. Z. B.: Die gebührenfreien Telegramme haben sich in Preußen in den letzten 14 Jahren fast verfünffacht. Dazu kommt, daß in der Länge der gebührenfreien Telegramme ganz Erstaunliches geleistet wird. (Hört! Hört!) Namentlich die Militärbehörden sind darin groß. (Heiterkeit.) Wenn z. B. ein Soldat einen Tag über den Urlaub wegbleibt, so wird an den Bürgermeister des Orteö telegraphirt und derselbe aufgefordert, den Soldaten zu schicken. (Heiterkeit.) DaS ließe man sich nun schon gefallen, indem ja dabei ein großes dienstliches Interesse im Spiele sein sott; (Heiterkeit), daß aber zu einem solchen Telegramm 62 Worte (hört! hört!) gebraucht werden, ist doch wirklich übertrieben viel. Gebuhrenfreiheit für Telegramme genießen nun auch alle Mitglieder der norddeutschen Regen^enhäuser und die beiden Hohenzollern scheu Fürsten. Aber nicht nur die Telegramme dieser Leute selbst sind frei, sondern auch alle, welche von den Personen ihres Gefolges (hört! hört!) und ihres Hofstaates (hört! hört!) aufgegeben werden. In diesen Telegrammen herrscht nun natürlich die größte Mannigfaltigkeit. (Heiterkeit.) Wenn z. B. der Koch irgend eines Prinzen Petersilie haben muß, so telegraphirt er. (Große Heiterkeit.) Er zeichnet das Telegramm mit einem S. (das ist das Zeichen für die gebührenfreien Telegramme), irgend Jemand aus dem Hofstaate des Prinzen bescheinigt es und drückt daS Dienstsiegel darauf (Heiserkeit), und dann wird die Petersilie telegraphisch requirirt (große Heiterkeit); und selbst dringliche Depeschen-, die oft mehr im offrntlichen Interesse liegen, sind zum Warten gezwungen, wenn sie mit einer solchen Depesche zusammentreffen. So ist es mir einmal gegangen, weil der Koch eines Prinzen einen rhein. Polizeipräsidenten telegraphisch erjuchte, ihm für einen Thaler einen Fisch zu besorgen. (Hört! hört! Große Heiterkeit.) DaS Telegramm trug das Siegel deS HofkuchenamteS. (Heiterkeit.) Dieselbe Portofreiheit genießen ober auch das Jagdpersonal, die Gärtner, das Hoftheater, der Marstall rc. rc. Wenn z B. irgend ein kleiner Fürst in seinen Mußestunden Pferdehandel treibt (Heiterkeit), so gehen alle diese Pferdetel«, stramme portofrei. (Hört! hört!) Wenn ein solcher Fürst al< Waldbesitzer Interesse an einem Holzwagen hat (Heiterkeit), so telegraphirt er gebührenfrei. Wenn wir die Tausende von gebührenfreien Telegrammen näher betrachten, so wird für den wirklichen Staatsdienst eine sehr geringe Summe sich heraus- stellen. (Sehr richtig!) Bei dem Studium des genealogischen Kalenders bin ich leider erst bis zum Buchstaben L. gekommen und weist daS Wort Lippe allein 60 Prinzen und Prinzessinnen nach, die nach wie vor alle ihre Briefe, Packete und Gelder portofrei haben und zwar meist für Interessen, von denen mau nicht behaupten kann, daß eS öffentliche Interessen sind. in Giessen.