Preis vierteljährlich 36 fr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 49 fr. Ojchmer Anzeiger. Erscheint wöchentlich drei- mal: Dienstags, Donnerstags und Samstags. — Gxvedition: Cauzleiberg Lit. B. Nr. 1 Mnzeige- und Mmlsölalt für den Kreis Kielen. Nr. Dl. Donnerstag den 5. August 1869. Amtliche Bekanntmachungen. Gießen, am 30. Juli 1869. Betreffend: Die Liquidation der Vergütung für verabreichte Fourage an Truppen auf dem Marsche. Das Grsßhrr^oglichc Kr k i s a m t Gießrn an die GroßherzoglkHen Bürgermeistereicn des Kreises. Zn Auftrag Großherzogtjchen Ministeriums des Innern weisen wir Sie an, die etwa nach rückständigen Liquidationen für an Königlich Preußische Truppen gelieferte Mmschsöurage unverzüglich, und bezüglich der künftig entstehenden Ansprüche auf Bergütung für an Königlich Preußische Truppen gelieferte Marschfourage bie betreffende Liquidalivn jedesmal spätestens binnen drei Monaten nach er, folgter Lieferung einzureiche». Dr. Goldman n. Die Vieh-Preisvertheilung des laudw. Vereins für Oberhejjen zu Gießen am 7. September 1869 betr. Die zweite der diesjährigen Vieh-Preisvertheilungen soll zu Gießen am 7. September d. I. abgehalten werden; es werden auf derselben 500 Gulden zu Preisen und Wegvergütungen zur Verwendung kommen. Es können Preise erhalten: 1) Ausgezeichnete Fohlen, mit Ausnahme von Saugfohlen, und zwar: a. solche, die vom Bewerber aus eigener Stute gezüchtet worden sind, von 15 bis 25 fl.; b. solche, die vom Bewerber gekauft, aufgezogen und mindestens ein Jdhr im Besitze desselben sind, von 10 bis 20. fl. Diejenigen Fohlen, von denen durch Bürgermeisterel-Bescheinigung nachgewiescn ist, daß sie bis zum Alter von 2‘/2 Jahren noch nicht eingespannt worden sind, sollen unter sonst gleichen Verhältnissen jedesmal den Vorzug erhalten. 2) Zur Zucht taugliche, im Besitze von Privaten befindliche 1- bis 2jährige Bullen und zwar: a. wenn dieselben vom Bewerber aus eigener Kuh gezüchtet sind, von 15 bis 25 fl.; b. wenn dieselben vom Bewerber gekauft, aufgezogen und mindestens ein halbes Jahr im Besitze desselben sind, von 10 bis 20 fl. 3) Die besten im Besitze von Gemeinden (oder Gemeinde-Bullenhaltern) befindlichen, nicht über 3 Jahre alten Zuchtbullen, von 10 bis 15 fl., welche den Bullenhaltern zu Gute kommen sollen. 4) Rinder von 2 bis 3 Jahren, die entweder sichtbar trächtig sind, oder erst kürzlich gekalbt haben, und zwar: a. solche, die vom Bewerber aus eigener Kuh gezüchtet sind, von 15 bis 25 fl-, und - b. solche, die vom Bewerber augekauft, aufgezogen und mindestens ein halbes Jahr im Besitze desselben sind, von 10 bis 20 fl. Das schönste Rind erhält außerdem ein Halsband mit Glocke. 5) Ausgezeichnet schöne Schafböcke bis zu 10 fl. — Bezüglich dieser muß das Schurgewicht von letzter Schur angegeben werden; auch wird bei der Prämiirung Rücksicht darauf genommen, ob die Böcke Reinvieh oder Schmeervieh sind, und bei sonst gleichen Verhältnissen dem Reinvich der Vorzug gegeben werden. 6) Zuchtschweine reiner englischer oder englischer Bastard-Racen jeden Geschlechtes, und mindestens ein halbes Jahr alt, die aus dem Bewerber eigenthümlich gehöriger Zuchtsau gezogen sind, von 5 bis 10 fl. ... Es kann nur wirklich preiswürdiges Vieh prämiirt werden. Eigentümer von solchem, denen wegen zu starker Concurrenz eine Prämie nicht zuerkannt werden konnte, erhalten auf Verlangen, wenn sie z Stunden und weiter hergekommen sind, eine Wegmtschädigung von 24 Kreuzern für einen Bullen, und von 12 Kreuzern für ein Fohlen, ein Rind, einen Bock, oder ein Loos von mehreren Böcken, und ein Schwein oder ein Loos von mehreren Schweinen für jede Stunde Wcgentfernung. Die Musterung des Viehes beginnt Vormittags 8 Uhr. Alle Bewerber haben Bescheinigungen (auf stempelfreiem Papier) darüber beizubringen, daß das zur Preisbewerbung vorgefuhrte Thier den in den pos. 1 bis 6 incl. angegebenen Anforderungen entspricht, widrigenfalls sie bei der Prämiirung nicht berücksichtigt werden können. — Die Preisbewerbung ist für alle Kreise der Provinz Ober- Hessen frei und' an keinen Bezirk gebunden. Thiere, welche bei einer früheren Preisvertheilung bereits einen Preis erhalten haben, können auf einen weiteren Preis nicht mehr Anspruch machen. SämmtlicheS vorgcführte Rindvieh wird durch die betreffenden Experten in 3 Abteilungen aufgestellt werden; diese sind: I Schweizer, Englische und größere Niederungsschläge, 11. Vogelsberger Vieh und III. Kreuzungsoieh. Die einer Abtheilung angehörigen Thiere concurriren unter sich um Prämien, und es bleibt den Experten überlassen, die vorräthigen Mittel auf die einzelnen Abthei- lungen je nach dem Maße der Beschickung und der Zahl der preiswürdigcn Thiere zu verthcilen; ein erster Preis aber soll in jede Abtheilung fallen, insofern ein wirklich vreiswürdiges Thier in derselben vorgeführt ist; die Abtheitung, in die die Glocke mit Halsband entfällt, wird bei der Bertheilung der Preise zuerst vorgesührt. Die Experten werden vom Ausschuß des Prooinzial-Vereins ernannt, und zwar drei für Prämiirung von Fohlen, Schafböcken und Schweinen, drei für die von Bullen und ^^^E^Regel"sollen^zu'Prämien für Fohlen, Schafböcke und Schweine 150 fl., für Bullen 150 fl. und für Rinder 200 fl. verwendet werden; Ausnahmen hiervon sind den Erverten nach dem Maaße der Beschickung der einzelnen Abteilungen gestattet, und Ueberschüsse aus einer Kategorie können in die anderen übertragen werden. Indem der Unterzeichnete Vorstehendes zur öffentlichen Kenntniß bringt, ladet er zugleich die Vereinsmitglieder, sowie alle Freunde der Landwirthschaft zu zahlreicher Theilnahme an dieser Preisvertheilung ein. Wesentlich könnte das Interesse an derselben erhöht werden, wenn, unabhängig von der Preisvertheilung, schönes Vieh und interessante Gegenstände der landwirthschaftlichen Industrie zur Ansicht ausgestellt würden. Laubach am 16. Juli 1869. Der Präsident des landwirthschaftlichen Vereins für Oberhessen: Otto, Graf zu Solms-Laubach. Versteigerungen. Die Versteigerung der Ladenerker in dem ehemals Ferber'schen Hause. 6572) Freitag den 6. Juli 1869, des Morgens 9 Uhr, sollen obenbemerkte Erker auf dem Rathhause dahier an den Meistbietenden versteigert werden. Gießen, den 4. August 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. Fourage- Lieferung. 6556) Dienstag den 10. August, Vormittags 10 Uhr, wird der bei den diesjährigen in der Provinz Oberhessen vom 23. August bis 3. September stattfindenden Hauptübungen für die Großherzogliche (25.) Division erforderliche Bedarf an Fourage auf dem Büreau des Proviant-Amts, woselbst auch die Bedingungen vorher offen liegen, durch Sum- mission in Lieferung vergeben. Darmstadt, den 25. Juli 1869. Großherzogliches Proviant-Amt. Becker. G r ö n r i ch. Die Versteigerung von Weiden bei der Stadt Gießen. 6551) Freitag den 6. August d- I., Nachmittags 3 Uhr aufangend, sollen die Korbweiden an den Wiescckböschun- gen und dem Bruchgrabcn an Ort und Stelle meistbietend versteigert werden. Gießen, den 31. Juli 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. 6548) Donnerstag den 5. I. Mts., ' Nachmittags 2 Uhr, wird die Versteigerung in meinem seitherigen Hause fortgesetzt und dabei Bettwerk, Weißzeug, eine große Partie Stühle, sowie eine große Waschbütte, ausgeboten werden. Ehr- Stier. Holzversteigerung. 6560) Freitag den 6. August l. I., des Vormittags um 10 Uhr anfangend, sollen in den hiesigen Gcmeindewaldungen nachstehende Holzsorlimente öffentlich versteigert werden, als: 3'/r Stecken Eichen-Prügelholz, 4 „ „ Stockholz, 375 Wellen „ Reisholz, 5 Stecken Nadel-Prügelholz, 374 „ „ Stockholz, 1413 Wellen „ Reisholz, 38 Eichen-Stämme mit 611 Cubikfuß, 12 Nadel- „ „ 169 15 Eichen-Stangen „ 65 „ 27 Nadel- „ ,, 107 Die Zusammenkunft ist im District Greb- strauch am Vicinalweg nach Gießen. Rödgen, am 31. Juli 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Rödgen. I n d e r t h a l. Mühl-Verpachtung. 6561) Donnerstag den 12. August, Morgens 9 Uhr, soll die dem Johannes Volk gehörige sog. Weißmühle bei Großen-Buseck, in Folge der Insolvenz-Anzeige desselben, auf ein halbes Jahr öffentlich, und zwar in der Mühle selbst, verpachtet werden. Dieselbe hat 2 Mahlgänge, 1 Schlag- gang, nebst sämmtlichem noch gut gehaltenem Mühlgeräthe, sowie 1 neu eingerichtete Schwungmühle u. s. w. Pachtliebhaber, welche etwa schon vor dem genannten Termine genaueren Aufschluß wünschen, wollen sich an den Unterzeichneten wenden, welcher jederzeit bereitwilligst Auskunft ertheilcn wird. Großen-Buseck, den 3. August 1869. Der Massecurator: ____________Balthasar Stephan I. Arbeitsversteigeruug zu Treis a. d. Lda. 6552) Freitag den 6. d. Mts-, Vormittags 10 Uhr, sollen auf dem hiesigen Rathhause nachfolgende Arbeiten öffentlich in Accord gegeben werden, als: Maurerarbeit am Brunnen, veranschlagt zu . . . . 34 fl. 12 kr. Steinfahren und Steinsetzen, veranschlagt zu .... 44 „ — „ Steinklopfen, veranschl. zu 128 „ — „ Pflasterarbeit, „ „ 20 „ — „ Grabenarbeit, „ „ 28 „ — „ Treis a. d. Lda., den 1. August 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Treis a. d. Lda. I. A.: L. Hahn, Bezirksbauauiseber. Feilgebotenes. 6575) Incarnat - Kleefarnen, erstes Grünfutter, bei Emil Pi stör. Grooer & Baker 19 der I. A. Busch Söhne. (6541) Seltersweg. (6570) Tafel- und Einmachessige, französischer l’Estragon, „ a la ravigotte, deutscher rother u. weißer Weinessig in bekannter Güte bei Dasselbe, über den ganzen Continent verbreitet, findet sich in Originalpacketen a 4 Sgr. in Giessen bei C. W. Dietz, Louis Frohnhäuser und Hofcond. E. Lind; in Allentlorf a. <1. Ella. bei Apoth. C. L. Harb; in Butzbach bei Valentin Wießler; in Friedberg bei I. A. Windccker; in Hungen bei A. Buch; in Lieh bei H. C. Bingmann. Ein vollst. Salon-Ameublement im Werthe ca. 1800 fl. Eine elegante Equipage im Werthe von ca. 1200 fl. Ein vollst. Ameublement eines Speisezimmers im Werthe von ca. 1000 fl. Ein vollst. Ameublement eines Schlafzimmers im Werthe von ca. 900 fl. Ein Pianino im Werthe von ca. 400 fl. Ein feuerfester Cassenschrank im Werthe von ca. 400 fl. Ein eleganter Broncelustre nebst 4 Wandarmen im Werthe von ca. 400 fl. Ein Sopha nebst 2 Sesseln und 6 Stühlen im Werthe von ca. 300 fl. Ein silberplattirtes Geschirr für 2 Pferde im Werthe von ca. 300 fl. Ein elegantes Buffet im Werthe von ca. .300 fl. Ein feiner Porzellan-Ofen im Werthe von ca. 250 fl. Zwei eleg. Spiegelim Werthe von ca. 250 fl. Hausverkauf. 6554) Die Erben der verstorbenen Karo li ne Hast beabsichtigen, ihr dahier in der Schloßgasse gelegenes Wohnhaus mit geräumigem Hofraum, Hintergebäuden und Garten, welches sich zu jedem Gefchäfte eignet, zu verkaufen. Ueber das Nähere giebt der Unterzeichnete Auskunft. Gießen, den 1. August 1869. August Oeser. Viertes Coneert im <5o mm er ' Q(b o nn ciueii t des Gießener Concert-Vereins Samstag den 7. August, Abends 6 Uhr, im Club-Saale unter gefälliger Mitwirkung Frau Jenny SoltanS, König!. Preuß. Hofopernsängerin aus Cassel. Die Concertdirection. Aechten Weinessig, ganz reingehalten, zum Einmachen, und Peraamentpapter zum luftdichten Verschluß der Einmachtöpfe, empfiehlt Emil Fischbach, Wheeler & Wilson mit allen Apparaten . - Singer Lit. A........ . . . Alle übrigen Systeme in demselben Verhältniß. Ve Woo x h »I fj tu verbinden, und stellen die Anzahl der Loose auf 25000 je zu 1 fl. — Die Verlosung findet am 15. September in dem Locale des Gewerbevereins öffentlich statt und verden die Ergebnisse der Ziehung in der Frankfurter Ziehung, Frankfurter Journal, Mainzer Zeitung, Mainzer Anzeiger, Mainzer Wochenblatt. Mainzer Abendblatt und mittelst Ziehungslisten bekannt gemacht. Die Gewinne müssen längstens einen Monat nach der Ziehung gegen Uebergabe der entsprechenden Loose abgeholt werden; die nicht erhobenen Gewinne werden alsdann zu Gunsten des Schulfonds des Mainzer Gewerbevereins wieder verwerthet. Als Gewinne kommen ptr Uerloosung, sofern die Zahl von 25,000 Loosen vergriffen ist, 4878) Auf allen Ausstellungen haben die Brust - Bonbons g der Hoflieferanten Franz StoUwerck & Söhne in Köln [£ , über ähnliche Fabrikate, als Syrupe, Extracte,^ Pastillen, Pasten u. s. w. den Sieg davongetra- >3- gen, ein Beweis, daß diesem Hausmittel der un- X bedingte Vorzug gebührt. 6549) Meinen geehrten Kunden zeige hiermit ergebenste an, daß sich mein Geschäftslocal von heute an in dem Hause M 7^ des Herrn Apotheker Dr. Mettenheimer in der Sonnen- K r^straße befindet. Julius Landauer. f-: 42, 45. 6547) Die Rähmaschinenfabrtk von Th. C. Evelbauer in Kreuznach liefert alle Systeme von Nähmaschinen zu bedeutend herabgesetzten Preisen: Grooer & Baker 19..........Thlr. 45, lllirthschask-Eröffnung. 6573) Hiermit die ergebene Anzeige, daß ich mit dem Heutigen die Wirthschast im „Gasthaus zum Löwen eröffnet habe. Gießen, den 4. August 1869. Wilhelm Krämer. 6563) Ein aut gehaltenes Clavier ist zu verkaufen. Bei wem? sagt die Exped. dieses Blattes. Mainwr Industric-Ausftcüung 18«». 6562) Vom 14. August bis 15. September d. I. findet in Mainz eine Ausstellung der Erzeugnisse der Mainzer Industrie in den großartigen Räumen der Fruchthalle statt, zu welcher ohne Ausnahme die bedeutendsten hiesigen Fabrikanten und Gewerbtreibenden die schönsten Proben ihrer Thätigkeit angemeldet haben. Die Mainzer Industrie, welche namentlich in ihren Luxusbranchen einen ausgebreiteten und wohlverdienten Ruf genießt, aber auch beinahe alle anderen Zweige der gewöhnlichen Gebrauchsgegenstände umfaßt, hat in den großen Ausstellungen der letzten Jahre reichliche Anerkennung gefunden und verweisen wir nur zum Belege auf die an verschiedenen Orten prämiirtten Erzeugnisse der hiesigen Möbel-, Leder-, Schuh- und Bronce-Waaren- Fabrikation u. s. w., in welchen Branchen auch seit Jahren die Mainzer Industrie als tonangebend und mustergiltig in Deutschland betrachtet wird. Die Ausstellung wird daher nicht nur vor dem Auge des Beschauers ein schönes Bild des Gewerbflcißes unserer Stadt entrollen, sondern auch eine selten günstige Gelegenheit zum Ankäufe von Gegenständen aller Art, namentlich für häusliche Einrichtungen bieten. ___________________ Wir beabsichtigen, mit Genehmigung der Großh. Regierung, mit der Ausstellung eine Außerdem eine reiche Anzahl nützlicher Gebrauchsgegenstände im Werthe von 11000 fl., also im Ganzen 19000 fl. Loose sind zu haben: In Darmstadt bei Carl Gaule; in Gießen bei Th. Wortmann, Julius Wallach, G. Röder, Steueraufseher; in Lich bei Joh. Kämmerer; in Grün berg bei Steueraufseher Scharmann; in Schotten bei E. Meiskh; in Bob en Hausen bei G. Graulich; in Laubach bei Hubenthal, Verwalter. Mainz, im Juli 1869. Der Vorstand des Mainzer Gewerbveretns. am 25. und 26. August 1869. 6571) Unseren Nachbarn, den Bewohnern des Kreises Gießen, machen wir die Mittheilung, daß an obigen Tagen dahier ein landwirthschaftliches Fest gefeiert und damit eine Verloosung von Rindern, Maschinen und Geräthen für die Landwtrth- schaft und Haushaltung verbunden wird. Festprogramme sind der Expedition des Gießener Anzeigers zur Veröffentlichung resp. Verbreitung übersandt worden. Voraussetzend, daß namentlich für die Bewohner Gießens unsere landwirthschaft- lichen Feste, die wir früher mit ihnen in Gemeinschaft feierten, auch jetzt nicht ohne Interesse sind, haben wir uns erlaubt, eine Anzahl Loose für obige Ausspielung nach dorten zu senden. Dieselben sind ä 3 Sgr. zu haben bei: Herrn Carl Wenzel, Seltersweg, „ MoSler im Cafe Ebel, „ I. A. Busch Söhne, auf dem Kreuz. Biedenkopf, den 1. August 1869.Das Verloosungs-Comitö. Geschäfts - Verlegung. 6338) Die Papier- und Schreibmaterialien-Handlung von Wilhelm Klee befindet sich jetzt in dem früher Heinrich Ferber'schen Hause am Markt neben dem Rathhaus.__ Humboldt- Denkmal. Bezugnehmend auf den in Nr. 84 d. Bltts. (vom 20. Juli c.) enthaltenen Aufruf zur Beisteuer zu einem Nationaldenkmal für Alexander von Humboldt zeigen hiermit die Unterzeichneten an, daß sie sich zu einem Localcomit6 vereinigt haben, um diese Angelegenheit aus allen Kräften zu fördern. — Wir bitten unsere Mitbürger, ihr Interesse für das Andenken des großen Naturforschers, den Deutschland mit Stolz den Seinen nennt, durch Geldbeiträge zu bethätigen. Eine Liste wird in diesen Tagen zur Unterzeichnung in Umlauf gesetzt werden. . . L. Bücking. Prof. Dr. Buff. Ferd. Gail. Provinzial - Dwector Dr. Goldmann. August Heß. Prof. Dr. Hoffmann. Heinrich Homberg er A. Ricker. Prof. Dr. Schneider. Prof. Dr. Streng. Bürgermeister Vogt. Prof. Dr. Will. Hofger.-Nath Dr. Zimmermann. Prof. Dr. Zöppritz. 6537) Feinstes Trauben-Gelee wieder eingetroffen bei I. A. Busch Söhne. 6538) Ein in schöner Lage der Stadt befindliches geräumiges Wohnhaus ist aus freier Hand zu verkaufen. Näheres bei Herrn Carl Lony zu erfragen. Fuhboden-Anstrich. Fußbodenlack, sofort trocknend, Leinölsiccatif zum Einölen, Oelfarbe, fertig zum Anstrich, rasch und hart trocknend, sowie alle sonstigen Ingredienzien zum Anstreichen und Wichsen der Fußböden, empfiehlt Emil Fischbach, (6569) Seltersweg. Künstliche Dünger: Guano, Knochenmehl, phosphor-sauren Kalk, Wiefendünger, rohen Phosphorit (6574) empfiehlt Emil Pistor. Neue holländische Vollhäringe sind eingetroffen bei (6540)_________I. A. Busch Söhne. 6544) Limburger Käse, auseinandergeflossen, das Pfund zu 6 fr., bei E. Spier. Vermischte Anzeigen. 6564) Das 1. Bataillon Großh. 2. Infanterie-Regiments wünscht für die Dauer der diesjährigen Herbstübungen vom 23. August bis 3. September einen Marketender zu cngagiren. — Lusttragende wollen sich auf dem Bataillons - Büreau „Wallthorstraße Nr. 192" anmelden. Gießen, den 3. August 1869. I. A-: Hof, Lieutenant und Adjutant. 6555) In einer höheren Beamtenfamilie wird auf Michaeli ein anständiges Dienstmädchen gegen guten Lohn gesucht, welches schon längere Zeit gedient hat und in allen häuslichen Arbeiten erfahren ist. Näheres bei der Exped. d. Bltts- _____:—i—— ------------— 6553) Das 2. Bataillon Großh. 2. Infanterie-Regiments sucht für die Herbstübungen vom 23. August bis 3. September d. I. einen Marketender. Reflectirende wollen sich auf dem Büreau des Bataillons „Lindenhof" anmelden. Gießen, den 2. August 1869. Hoffmann, Major und Bataillons-Commandeur. 6550) Arbeiter von 14 bis 18* Jahren werden gesucht. F- Habenicht (Lampenfabrik.) 6565) Ein braver Junge, der das Bäckergeschäft zu erlernen wünscht, kann in die Lehre treten bei F. Zülch Wittwc. 6542) Ein Kindermädchen wird zum sofortigen Eintritt gesucht. Zu erfragen bei der Exped. d. Bltts. 6536) Ein Frauenzimmer, welches allen häuslichen Arbeiten vorstehen kann und gute Zeugnisse auszuwcisen hat, wird gegen hohen Lohn sofort in Dienst gesucht von Gg- Sch mehl, am Brand. 6559) Ein gewandter Hausbursche wird auf Michaeli zu miethen gesucht- Näheres bei der Exped. d- Bltts. 6558) Ein braves Küchenmädchen wird auf Michaeli zu miethen gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 6532) Packheu kauft Carl Münch, am Kreuz. Vermiethungen. 6467) Das seither von Herrn C- P i et s ch l. (Dienstmann-Institut) bewohnte Logis ist Anfangs October anderweit zu vermiethen. August Wallenfels. 6557) In meinem Haüse (auf dem Seltersberg) ist die mittlere Etage zu vermie- thcn und am 1. November zu beziehen. W. C. Ferber Wittwe. 6566) In Lit. C. Nr. 188 auf dem Seltersweg ist eiu Familtenlogis an eine stille Familie zu vermiethen und am 1. September beziehbar. 6546) Der mittlere Stock meines Hauses, bestehend aus 5 oder 6 Zimmern mit Zubehör, Garten rc., ist zu vermiethen. E- Pitt Han. 6576) Zwei Familienlogis sind zu vermiethen bei Hermann Euler, Mäusburg. 6543) Ein möblirtes Zimmer ist zu vermiethen bei G- Sch mehl, am Brand. 6545) Eine kleine Familienwohnung ist vermiethen bei Peter Vogt Wittwe. 6539) Meine Parterre-Localitäten sind nebst Zubehör als Familienwohnung zu vermiethen. Pitthan. 6131) Zwei ineinandergehende Zimmer sind auf nächstes Semester zu vermiethen Neuenweg Lit. B- Nr. 194. eeo FruchtM -LS (Sitten Hläftlb Grünöecg Lauterbat Mainz Dtt V humd dahingtsch 6* jui rr geboren in Berlin, strien falle Dorfritt d Gtntralcor Deutschlai anstaltunk M zur l man sich wenige 3 eso in Basel, Berlin, St. Gal Hamb1 ^eige nt unter den die bedeut Unte ? Bild. Ntlify y Nt «fctt barikn djx Rufiiton. ?‘f uns d V" 9?t| di M vrr- % Wohnungs-Anzeige. 6424) Mein seitheriges Logis auf dem Reichensand habe ich verlassen und wohne jetzt im früher Weißbacker'schen Hanse in der Löwengasse, was ich meinen geehrten Kunden hiermit ergebenst anzeige. August Dickorc, Büchsenmacher. Haasenstein & Vogler^ Zeitungs - Annoncen - Expedition (Bureau de publieite) in Frankfurt am Main, grosse Gallusstrasse No. 1, in Leipzig, Markt 17, Zeitungs-Catalog gratis und franco. Wien, Neuer Markt 11, Zürich, Elsassergasse 1. in Basel, Steinenberg 29, „ Berlin, Leipzigerstrasse 46, „ St. Gallen, Obere Grabenstrasse 12. „ Hamburg, Ncuerwall 50, E 3'^.8 .O B '= B 2 SD-.ty.ti® Bern, Breslau, Cassel, (Sollt 8? Stuttgart. Dieselbe vermittelt ausschließlich Zeitungs-, Zeitschriften-, Kalender-, rc. Inserate tu alle Fachblätter und Zeitungen der fünf Welttheile, — berechnet ohne Aufschlag von Porto, Provision zc. stets die Originalpreise, — gemährt bei größeren Aufträgen angemessenen Rabatt, — liefert Belegblätter für jedes Inserat, — beseitigt alle Portoauslagen und sonstigen Nebenkosten, liefert vorherige Kostenanschläge, besorgt Uebersetzungen in alle Sprachen gratis und versendet auf Verlangen gratis und franco ein vollständiges Zeitnngs-Preis-Bcrzcichniß. Mit sämmtlichen dentschen Zeitungen steht obiges Institut in täglich directem Verkehr. । ■ er n 'L,') — "■ KS® ?, Z.W Zeitnngs-Annonckn-Expedition von Sachse ch Co. Leipzig Telegraphischer Bericht, mitgetheilt von dem Haupt-Agenten C. W. Dietz. Das Postdampfschiff des Nordd. Lloyd „Hermann", am 17. Juli von Bremen abgegangen, ist am 31. Juli, Nachmittags 4 Uhr, wohlbehalten in New-Aork eingetroffen. Das Postdampfschiff des Nordd. Lloyd „Ohio, am 14. Juli von Bremen abgegangen, ist am 31. Juli, Morgens 10 Uhr, wohlbehalten in Baltimore angekommen. Das Postdampfschiff des Nordd. Lloyd „Weser", am 22. Juli von New-Bork abgegangen, ist am 1. August, Nachmittags 5 Uhr, wohlbehalten unweit Cowes einge- troffcn und hat um 7 Uhr die Reise nach Bremen fortgesetzt. Temperatur in Gießen, Juli 1869 : niederste............... . -f- 5,5° R. mittlere.................+ 15,20 Mittel früherer Jahre............+ 14,38 „ höchste.................+ 26,0 „ Niederschlag: an 6 Tagen...... ... 0,79 Par. Zoll. „ im Mittel früherer Jahre: an 15 Tagen . . 2,89 „ „ Nach den bisherigen Beobachtungen schwankt die Zahl der Tage mit meßbarem Niederschlag per Monat von 2 (September 1865) bis 27 (December 1854 und April 1867). Die längste unter den bisher verzeichneten Trocknißperioden war vom 4. September bis 8. October 1865, nämlich 35 Tage ohne meßbaren Niederschlag. Borsennachrichlen. 3. August 1869. Preusß. 41/2% Obi. 935/g Frankf. 372% Obi. 81% Nass. 4i/2o/o Obi. 92% Kurh. 40/o Obi. 845/8 Hess. 40/0 Obi. b. Roths. 911/4 „ 31/2% do. do. 871/4 Bayer. 5% Obi. 101% n 47-0/0 Ijäbrige — „ 472% 1,2jährige 941/8 Würtemb. 4i/2°/o Öbl. 927/q Baden 472% Obi. 0. E.L. 933/4 Oestr. 5% b. R. 59’/2 „ 5% National 571/2 „ 50/0 Metall. Obi. — „ M. steuerf. 523/4 Amer. 6% 1882r Bds. 88* 2 , 6°/p 1885r 875/g Actien. * Frankf. Bank 1207/g Oester. Bank 725 „ Creditaot. 301 Darmst. Bankact. 3151/2 Prioritäten. 5% östr. F. St. E. B. 406 Ludwigsh.-Bexbach 1263/4 Maxbahn IO51/2 Bayer. Ostbahn 1297g Hess. Ludwigsbahn 143 3O/o östr. Stsb.-Prior. 581/g 3% östr. s. Lombard. 493/4 30/g Livomeser 347/s Toscaner — Frankf. Hypoth.-Bank — Frankf. Vereins-Kasse 971/4 5% Elisabeth-Prior. 751/2 do. II. Emiss. 747/s Anlelieaiyloose. Kurh. 40 Thlr. Loose 567g Nassau fl. 25 b. Roth. — Gr. Hess. fl. 50 b. R. — Gr. Hess. fl. 25 b. R. — 4° 0 bayr. Präm. Anl. 1053/4 40/0 badische Loose 1041/4 Badische fl. 35 Loose 561/2 1858r Prioritätsloose — 1860r Loose 847s 1864r „ 1183/4 Wechsel. Amsterd. k. S. 100 Augsb. k. 8. 993/4 Berlin k. S. 1057b Bremen k. S. 973/4 Cöln k. 8. 105% Hamburg k. S. 881/4 Leipzig k. 8. 105 London k. 8. 120 Lyon k. 8. — Paris k. 8. 951/4 Wien k. 8. 953/8 Disconto 31/2 % G. Geldsorten. Pr. Gass. Sch. 1 4478-45i/8 Dlv l;£l QC _ A - Pr. Friedrdo'r. 9 5872-59‘/2 Pistolen . . 9 50-52 „ doppelte 9 51-53 Holl. fl. 10 St. 9 54-56 Ducaten . . 5 37-39 20 Frankenst. 9 3172-321/2 Engi. Souver. 11 56-12 Russ. Imper. 9 51-53 DolL in Gold 2 28-29 Frucht- und Mehlpreise in verflossener Woche von nachbenannten Orten und Fruchtmärkten. Fruchtmärkte. Juli Waizen. Auf dem Mil.- Storm Auf dem M4t- Gerste. Spelz. Hafer. Auf dem Mit-- Erbsen. Linsen. Wicken. Kartoffeln. Wcisi- mehl. ss 21 uf dem Markt preis Auf dem Markt Mit-- preis Auf dem Markt Mit^ preis Auf dem Markt Mlü- preis Aus dem Mit.- Auf dem Mit.- Markt preis Markt preis Markt preis Markt preis Markt preis auf-1 gcf- | verk. fl. fr. c ö fl. fr. auf-1 gef- ; verk. fl. fr. auf; gef. U-» fl. fr. auf: gef. -1 । verk. fl. fr. 1 auf- gef- । । verk. st. fr. I auf- Ißt-L zasa st. fr. auf; gef- verk. fl. fr. 5 *^7 a c2 verk. fl. fr. fl. fr. fl. fr. Gießen ÜH. M- M. M. M. M. M. M- M. M. M. M. M. Tbl. M. M- Alsfeld 31. 25 25 12 — 25 25 9,20 2 2 6 49 Grünberg 31. — 72] 11 40 — 109 8 41 — 51 8 2 — — — --- — 27.1 6 54 Lauterbach 31. 1 1 12 — 12; 9 10 6 12 10 6 19 1 1 4 48 -- — — — Mainz 30. — 230 11 48 — 128 8 20 — — 10 6 19 3 - — Normalgewicht per Malter: Waizen 200, Korn 180, Gerste 160, Spelz und Hafer 120, Erbsen, Linsen, Wicken 220, Kartoffeln 200, Mehl 140 Pfund. Feuilleton. flferanöer uon Humboldt. Der am 14. September bevorstehende 100jährige Geburtstag Alexander v. Humboldt's hat in Deutschland das Gedächtniß an den vor 11 Jahren dahingeschiedenen berühmten Naturforscher auf's Neue wachgerufen und den Gedanken zur Reife gebracht, ihm ein National-Denkmal zu setzen an dem Orte, wo er geboren und gestorben ist und den größten Theil seines Lebens zugebracht hat, in Berlin. — Schon hat die Berliner Studentenschaft, um den in die Herbstferien fallenden Festtag nicht mit Stillschweigen zu übergehn, eine academische Vorfeier desselben unter großartiger Betheiligung veranstaltet; zugleich hat ein Centralcomit6 in Berlin seine Aufrufe durch die Blätter nach allen Theilen Deutschlands hin ergehn lassen, um die Bildung von Localcomites und die Veranstaltung von Sammlungen zu bewirken. Auch ohne jede Sympathie für die fast zur Unsitte gewordene Liebhaberei unserer Zeit, Denkmäler zu errichten, kann man sich doch für die Idee eines Humboldt-Denkmals begeistern, denn nur sehr wenige Manner haben in ihrem Berufskreise so unbestritten den ersten Platz behauptet, wie Humboldt, den man, mit Rücksicht auf seine Beherrschung aller Zweige menschlicher Kenntniß von der Natur, nicht mit Unrecht einen Fürsten unter den Naturforschern genannt hat. Es möchte deßhalb wohl am Platze sein, hier eine Uebersicht zu geben über die bedeutsamsten Leistungen des großen Mannes. Unter glücklichen äußeren Verhältnissen geboren und mit einer Erziehung und Bildung von seltener Vielseitigkeit ausgerüstet, begann Humboldt seine wissenschaftliche Thätigkeit mit seiner Reise nach dem nördlichen Südamerika, Mexico und Westindien I. I. 1799—1804 Vor Humboldt, sagt Peschel in seiner Geschichte der Erdkunde, hatten sich die Reisenden entweder nur mit mathematischen Ortsbestimmungen oder mit dem geringeren Verdienste begnügt, den Herbarien die Leichen unbeschriebener Pflanzen, den Museen getrocknete Thierhäute zuzusühren. Auch Humboldt brachte eine reiche Ernte dieser Art mit heim, aber wie uns der große Naturbeobachter selbst gesteht, gewährte ihm die Entdeckung solcher Neuigkeiten nur geringen Genuß. Er hatte viel höhere Zwecke im Auge, nämlich die Sammlung von Größen und Thatsachen, die unter sich verglichen werden konnten. Er ist der Begründer der physikalischen Erdkunde. Seine Wanderungen fielen in die glückliche Zeit, wo die ersten Früchte der Meteorologie und der Höhenmeßkunde reif geworden waren. Seine tzeognostischen Kenntnisse setzten ihn in den Stand, zuerst auszusprechen, daß sich auch in der neuen Welt das Gesetz der Formations-Folge wiederhole. Durch seine zahlreichen astronomischen Ortsbestimmungen, welche eine theilweise sehr er- hebliche Aenderung der bisherigen Kar>ten bedingten, gelang ihm die Ausarbeitung vorzüglicher, seitdem nur wenig verbesserter Karten der durchzogenen Gebiete. An die mathematische Bestimmung eines Ortes knüpfte Humboldt überall die barometrische Höhenberechnung, so daß er schon auf der Reise durch Spanien das erste Bild von der senkrechten Gliederung jener Halbinsel entwerfen konnte. Die hypsometrischen in Verbindung mit den astronomischen Ortsbestimmungen gewährten ihm dann die Möglichkeit, den Standort der gesammelten Gewächse nach Länge, Breite und senkrechter Höhe anzugeben, also die Grundlage zur Erkenntniß der Pflanzenklimate zu erlangen und damit eine neue Wissenschaft, die Pflanzengeographie, zu erschaffen. Er brachte ferner nicht nur die ersten Beobachtungen über den jährlichen Gang der Temperatur an verschiedenen Orten der neuen Welt mit herüber, sondern er schuf sich auch Verbindungen mit späteren Beobachtern, die ihm zur Begründung seiner klimatischen Gesetze wichtig wurden. Auch in Europa wurde auf feine Anregung die Zahl der Beobachtungsstationen sehr vermehrt und auf denselben systematischer beobachtet. Der volle Nutzen dieser Beobachtungen trat erst hervor, als Humboldt im Jahre 1817 durch ein äußerst einfaches Mittel die Störungsgesetze der Erderwärmung sichtbar werden ließ. Er verband nämlich alle Orte, deren mittlere Jahreswärme gleich befunden worden, auf der Karte durch krumme Linien, die er Isothermen nannte, und nöthigte damit die Natur, durch die Gestalt der Wärmekurven, durch die Lage ihrer bald konvexen, bald konkaven Scheitel selbst das Gesetz der Störungen augzusprechen und die störenden Ursachen zu enthüllen. Humboldt's sinnreiche Erfindung wirkte nicht bloS wie eine Offenbarung auf dem Gebiete der Witterungskunde, sondern seine Anleitung, das Wirken von Naturkräften im Bilde darzustellen, hat uns ganze Reihen physikalischer Erdgemälde zugeführt, und ihnen verdanken wir die Leichtigkeit, womit wir uns gegenwärtig unterrichten können. Von der Betrachtung der Orte gleicher Jahrestemperatur ging Humboldt nun über zu derjenigen gleicher Sommertemperatur und gleicher Wintertemperatur, was ihn zur Festlegung der Begriffe des kontinentalen und des Seeklimas führte. Indem noch die Wärmeabnahme mit der Höhe in Betrachtung gezogen wurde, ergab sich ein Feld der Beobachtungen von ungeheurer ManichfalUgkeit, auf dem schon der Entdecker selbst die Grundgesetze festgelegt hat. Auch über den Erdmagnetismus hat Humboldt zuerst außereuropäische Messungen der örtlichen Ge- sammtkraft 'angestcllt und in Europa zu regelmäßigen Beobachtungen angeregt. Darin besteht überhaupt das Geheimniß seiner Größe, daß er sich alle im 18. Jahrhundert gewonnenen Erkenntnisse angeeignet und zuerst sie als reisender Beobachter angewendet hat. (Schluß folgt.) Politische Rundschau Darmstadt, 1. Aug. Bei den unlängst in der zweit.n Kammer der Stände über die Militär- Etats stattgefundenen Verhandlungen wurde Seitens des KritgsministeriumS die Zusage gegeben, betreffs neuer Bauten vor deren Ausführung die Ueberfchläge und Pläne zur Kcnnlniß der Kammer zu bringen. Aus der betreffenden Mittheilung ist zu entnehmen, daß zur Garnifonirung von drei Schwadronen Reiterei in Babenhausen circa 24,000 st. erforderlich sind, abgesehen von den Bewilligungen des dortigen Gemeindevorstandes im Brtrag von circa 45,000 st. und kostenfreier Abtretung des nothigen Geländes. Die Herstellung des Zeughauses und der Burg zu Friedberg beläuft sich auf circa 3000 st. Für Herstellungen im GarnisonS - Lazarethe zu Offenbach sind 1440 ft, für Babenhausen 2000 st. und für Butzbach 350 ff. vorgesehen. Außerdem werden für Herstellung eines DeS-nscctionS - und Trocken- apparales im hi.sigen Garnisonslazarrth 1200 fl. nothig sein. Diese sämmtlichen Ausgaben ist das Kriegsministerium jedoch verpflichtet, aus der ihr verwill'gtrn Pauschsumme zu bestreiten. Berlin, 2. Aug. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" sieht in ter in diesem Jahre eingegangenen erheblichen Mehreinnahme an Stempel- gebüdren gegen daS Vorjahr einen neuen Beweis für die Berechtigung der Hoffnung auf eine Verrin- geringcrung des DeficitS. Sie fügt jedoch hinzu, daß an eine völlige Beseitigung desselben keineswegs zu denken ist. Dresden, 3. Aug. In den Kohlengruben des Frcihrn. v. Burgk im Plauen'schen Grunde hat sich gestern in Folge von Entzündung sog. „böser Wct- ter" ein großes Unglück ereignet. Gegen 400 Bergleute waren in dem Schachte eingeschlossen. Gestern Nachmittag wurden 7 Leichen zu Tage gefordert. Dresden, 3. Aug. Weitere Nachrichten über den schrecklichen Unglücksfall in den Kohlengruben des Fehrn. v. Burgk im Plauen'schen Grunde melden, daß im Ganzen 321 Bergleute eingefahren waren. Man glaubt, daß alle getödtet sind. Bis jetzt sind etwa 20 Leichen herausgeschafft. Krakau, 31. Juli. Dem Wiener „Fremdenblatt" liegt jetzt ein ausführlicher Bericht über die Revision vor, welche im Earmelitcrinnerikloster vor- genommen wurde. Der Gerichtscommission assistirte bei der Untersuchung der Polizeicommiffär Poschma und noch vier andere Polizeibeamten. Den in das Kloster Eintretenden wurde der Anblick von Einrich- tungen zu Theil, wie man sie nur im tiefsten Mittelalter zu Gesichte bekommen konnte. Im Refecko- rium befindet sich auf dem Tisch ein Menschenschädel zur besonderen Zier und Erbauung der Nonnen angebracht. RcchtS von dieser Räumlichkeit ist das Bußzimmer, em förmliches Museum von Marter- und Folterwerkzeugen. Der „Kraj" ist in der Lage, eine ziemlich vollständige Liste dieser Qualinstrumente anzugtbcn. Vor Allem sind da zwei schwere Kreuze, welche die Büßerinnen auf dem Rucken tragen müssen. Die Kreuze sind aus schwerem Holz und wiegen 80 Pfund. Die Last, welche somit die Büßerinnen zu tragen haben, ist Nicht ganz unansehnlich. Aber bald kommen andere Folterinstrumente. Da hängen zwei große Marmorsteine an langen Riemen, welche gegen die Biust der Sünderin geschwungen werden. Hierauf kommen einige Dornenkronen, welche man der Sünderin aus's Haupt drückt. Sämmtliche Dor- nenkronen sind mit langen, scharfen Nägeln bewaffnet, damit sie recht tief in die sündigen Kopfe ein- dringen. Der weitere Theil der Folterkammer wies lange und schmale Gürtel auf, welche sämmtlich mit einer Unmbl von Nadeln und Nägeln bewaffnet sind. Diese Gürtel müssen in ten nackten Leib der Sünderin eingkschnallt werden. Ferner sieht man da wohl ausgebildete, mehrgeschwänzte Knuten, mit wel- eben die Nonnen im Falle der Widerspenstigkeit gepeitscht werden. Das sind so ungefähr alle Eatego- rien der Instrumente der Schwesterliebe der Earme- lit rinnen. Stricke, härene Gewänder, Strohgcflechte und andere dergleichen Dinge können hier Angesichts einer trefflich organisirten Folterkammer nicht in Be- tracht kommen. In der Klosterkirche selbst ist nichts Außergewöhnliches, nur höchstens der Umstand, daß hier zwei Ehörc angebracht sind, ein oberer und ein tief liegender. In der ersteren befinden sich vier Särge mit kingedörrten Leichen. Die Särge bieten ihren Inhalt Jedermann zur Einsicht dar, indem sie statt der Deckel Glasscheiben haben. In dem ersten Klostersaal steht wieder ein Sarg, angeblich mit den Gebeinen des. gebenedeiten Michael, des Begründers des Klosters; in dem zweiten Zimmer lagen wieder drei eingelrocknete Leichen, von denen zwei noch ganz wohl conservirt sind. In den Klosterkellern thürmt sich eine Menge von Särgen von dem Boden bis an das Gewölbe hinauf. In einem dieser Särge, der sich durch seine riesige Größe vor allen andern hervorlhut, erblickte man eine ungewöhnlich große männliche Leiche ohne Kopf. DaS war die wesent- lichste Ausbeute der Untersuchungscommission. Auf den Proz-ß Bezügliches wurde nur wenig gefunden. Bücher, Eorrespondenzen, Bruchstücke von Briefen u. dgl. Hilden den ganzen Fund. Paris, 2. Aug. Der Inhalt des Senatus- consUjjs qt im Westntlichcn folgender: Der Kaiser und der gesetzgebende Körper haben die Initiative in Bezug auf die Gesetze. Die Minister hängen nur vom Kaiser ab, sind verantwortlich, können aber nur durch den Senat in Anklagezustand versetzt werden. Die Minister können sowohl Senatoren als Deputirte sein. Als Minister haben sie das Recht des Zutritts zu jeder Kammer. Die Sitzungen des Senats sind öffentlich. Der Senat kann dir Mo- dlficationen andrut'N, welche ein Gesetz erfahren soll, und dasselbe behufs neuer Beratung dem gesetzgebenden Körper zurückschicken. Derselbe kann durch motivirte Resolution die Promulgation eines Ge- setzes hindern. Der gesetzgebende Körper wählt sein Bureau und entwirft sein Reglement. Der Senat wie der gesetzgebende Körper haben das Recht, die Regierung zu interpelliren, beide Körper können mo- tivrrte Tagesordnungen beschließen. Bevor ein Amendement zur Berathung kommen kann, muß es an eine Eommission verwiesen und der Regierung mitgetheilt werden. Wenn die Regierung das Amendement nicht gut heißt, steht dem gesetzgebenden Körper die end- gültige Entscheidung zu. DaS Ausgabebudget wird capit'lwcise votlrt. Veränderungen des TvlltarifS können nur durch ein Gesetz erfolgen. — Bei Gele- genheit der Vorlage des SenatusconsultS im Senate sqgte Rouhcr: Kein Souvcrain habe es btsscr verstanden, der öffentlichen Meinung zu folgen, als der Kaiser Napoleon. Rouhcr wachte ferner darauf aufmerksam, wie das Reich der Autorität fortwährend in einer Umwandlung begriffen sei. Nach den Worten des Kaisers fei daö Kaiserreich Volks- thumlich genug, um sich mit der Freiheit vertragen zu können, und stark genug, um die Freiheit vor der Anarchie zu bewahren. London, 3. Aug. Gerüchtweise hört man von einem Abkommen zwischen Spanien und Euba. Da- nach würde Letzteres gegen eine Entschädigung von 100 Millionen Dollars, wofür die Vereinigten Staaten die Garantie übernehmen sollen, seine Unabhängigkeit erhalten. Vermischtes. Gießen. Eine Sitzung des Gemeinderaths fand vergan- aene Wache nicht Statt. Darmstadt, 24. Juli. Schluß des Reg.-Bl. Nr. 33. IV. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums der Justiz, die Bestellung van RheinschlfftahrtSgerichlen belr. V. Bekanntmachung desselben Ministeriums, die Bestätigung einer Stiftung betr. ' VI. Oeffeniliche Anerkennung einer edlenThat. Am 12. Juni dieses Jahrs, Nachmittags 5 Uhr, spielten am Ufer des Rheins bei Weisenau mehrere kleine Kinder, wobei eines derselben, der 3‘/4 Jahre alte Sohn des, zu Weistnau wohnenden Maurers Rappinger in den Rhein siel und von der an dieser Stelle sehr starken Strömung fvrtgeriffen wurde. Auf das von den übrigen Kindern erhobene Geschrei eilte der Schiffer Michael Anstatt I. aus Weisenau, welcher etwa 300 Schlitte von dem Orte, wo das Unglück geschehen war, zufällig an dem Rhein stand, herbei, warf sich, als er das von Zeit zu Zeit wieder auftauchende Kind erblickte, in vollem Anzug in den an dieser Stelle sehr tiefen und reißenden Strom, und gelang eS ihm, in einer Entfernung von etwa 30 Fuß vom Ufer den Knaben, welcher bereits von den Umstehenden, da er nicht auftauchte, für verloren gehalten wurde, gluctlrch zu erfassen und lebend wieder an das Land zu bringen. — Zn Folge Allerhöchster Entichließung Sr. Königlichen Hoheit des Großherzogs wird diese menschenfreundliche, mit Muth und eigener Lebensgefahr ausgefuhrte That des Michael Anstatt L, neben erfolgter Bewilligung einer Geldprämie, hieruiit zur öffentlichen Kenntniß gebracht. VII. Ertheilung von Erfindungspatenten. VIII. Dienstnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog Haden allergnädigst geruht: am 9. Juli den Forst- Accessisten Dittmar aus Lampertheim zum Oberförster der Oberförsterei Hoch-Weisel, — sowie am 13. Juli den Schullehrer der evangelischen Schule zu Wetkiaasen, Reuter, unter Belassung in seiner Eigenschaft als Boksschullehrer, zum Lehrer an der Realschule zu WormS, — dann an demselben Tage den Ealculator I. Klasse bei der Staatsschulden Tilgungskasse, Balthasar Best, zum zweiten Rkinisterial Buchhalter bei dem Ministerium dir Finanzen, — den Hauptzollamts - Assistenten I. Klaffe, Kl eher zu Offenbach, zum Niederlage-Verwalter bei dem Hauptzollamte Mainz — und am 23. Juli den Professor der Archit'kur an dem Städel'schen Kunst-Instituts zu Frankfurt a. M., Andreas Simons, zum ordeililichen Professor an der polytechnischen Schule, insbesondere für das Lehrfach der Baukunde, zu ernennen. IX. Dienstentlassungen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 9 Juli Den evangelischen Pfarrer zu Rumpenheim, Weinrich, auf sein Nachsnchen von der Pfarrstelle zu Rumpenheim zu entheben; — am 13. Juli den Zollaufseher Weber zu Offenbach auf sein Nachsuchen seine- Dienstes zu entlassen. X. Versetzung in den Ruhestand. Se. Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 10. Juli den Oberförster der Oberförsterei Babenhausen, Borkhausen, in den Ruhestand zu versetzen. XI. Concurrenz für: die evangelische Pfarrstelle zu Pfungstadt, im Dekanate Eberstadt, mit einem Gehalte von 1900 st., nebst freier Wohnung und Bezug der Accidenzien im Weithanschlag von 80 fl. XII. Gestorben: am 6. Juli der pensionirte Professor Helm zu Bensheim. Darmstadt, 2. August. Seine Königliche Hoheit der Großherzog hab»n mittelst Allerhöchster Entschließung vom 26. v. M. geruht: dem Oberstaatsanwalt bei dem Hofgericht der Provinz Starkenburg, Dr. Philipp Siebert, sowie dem Kammerherrn und Ministerialsecrekär erster Klaffe bei dem Ministerium der Justiz, Emmanuel Freiherrn v. Ricou, die Er- laubniß zur Annahme und zum Tragen des denselben von Sr Maj. dem Kaiser von Rußland verliehenen St. StaniSlauS- OrdenS zweiter Klasse zu ertheilen. * Heber die Haftpflicht der Eisenbahnen hat das Obertribunal in Berlin einen interessanten Rechtsspruch ge- than. Die Rheinische (Sifenbabn Gesellschaft hatte den TranS- > Port und die Ablieferung verschiedener Waaren übernommen, die jedoch auf dem Guterbabnhof verbrannten. Der Versender der Waaren verlangte den Ersatz deS WertheS, der jedoch von der Direction mit Rücksicht darauf abgelehnt wurde, daß derselbe bereits durch eine Transport - VersicherunqS- Gesellschaft für die v.rbrannten Güter andeiweit entschädigt sei. DaS Obertribunal hat indeß den Einwand der Direction verworfen und den Grundsatz aufgestellt, daß die Verpflichtung des Transport-Unternehmers zum Werthersatze der von ihm zum Transport übernommenen, ober durch Brand untergegangenen Waaren nicht durch die gleichzeitig bestehende vertragsmäßige Verpflichtung einer Transport VersicherungS Gesellschaft, dem Befrachter für den entstandenen Schaden aufzukommen, erlischt, daß vielmehr die Verbindlichkeit deS Transport-Unternehmer- aus dem Frachtverträge fortbestebe, wenn auch die Versicherungs-Gesellschaft ihre Verbindlichkeit aus dem Versicherungsverträge bereits erfüllt hat. Ein Hufarcndcnkmal. In der ersten Woche dieses Monats wurde auf dem Friedhöfe zu Chrudim die Einweihung deS Denkmals feierlich und unter sehr zahlreicher Theilnahme der Bevölkerung der ganzen Gegend begangen, daS im Auftrag der Ehrudimer Stadtgemeinde dem Michael Seley, Führer von Hesien-Kassel-Husaren, fruchtet worden war. Der Anlaß wird in der „Pr. Ztg." folgendermaßen erzählt: „Am 5. Juli 1866 gegen 3 Uhr Nachmittags ruckten die Preußen in Ehrudim ein. Michael Selep war Führer del aus 6 Mann Husaren bestehendeu österreichischen Vorpostens. Beim Ausgange der Stadt hatte derselbe dem anrückenden Feinde einen Hinterhalt gestellt und die feindlichen Vorposten wiederholt zum Ruckzug geuöthigt. Vom einem Beamten aufgefor- bert, mit seinem Posten abzuziehen da er genug gethan und die Preußen nunmehr mit Macht kommen würden, erwiederte derselbe lachend, sie sollen nur kommen, und blieb in der früheren Stellung. Es währte nicht lange, so galoppirte eine ganze Schwadron preußischer Dragoner gegen den Posten an. Seley ließ die Schwadron mit den Kugeln seiner Mannschaft begrüßen und suchte nunmehr erst, der Uebermacht weichend und den Rucken der Seinen deckend, das Weite. Zwar flogen ihm nun die Kugeln der ganzen Schwadron nach, aber keine traf. Zufällig entglitt ihm jedoch bei seinem virtuosen Ritte der Earabiner. Seley wollte diesen nicht dem Feinde lassen und sprang vom Pferde, um den Earabiner aufzuheben. Allein hierdurch gewannen die Preußen einen Vorsprung. Vier Dragoner umzingeln ihn, Seley vertheidigt sich tapfer, bis eS dem einen Dragoner einfällt, den Earabiner aufzuheben und ihn gegen den Kopf deS Seley abzufeuern. Durch die eigene Ku« gel getroffen stirbt Seley, der sich nicht ergeben mag, den Reiter- und Heldentod. ** (Annoncen-Schwindel.) Die „Thür. Zeitung" enthüllt folgenden Annoncenschwindel. Wiederholt befindet sich im „Allg. Anzeiger" hier eine Annonce, nach welcher „Handarbeit für Jedermann", welche Wmter und Sommer gebt, sich für männliches und weibliches Geschlecht eignet rc., einen jährlichen Gewinn von 300 bis 700 Tbaleui bei 5 Stunden täglicher Arbeitszeit abwirft und nur 5 Thaler Betriebscapital erfordert, nachgewiesen werden könne. Gegen Francoeinsendung von nur einem Thaler wird Information durch den Kaufmann L. Rosenbaum in Berlin, Schönhauser Allee Nr. 119, ertheilt und verspricht derselbe doppelte Zahlung zurück, „wenn die Information die Annonce nicht rechtf.rtigt". Anaelockt durch diese glückverheißende und ein luerativeS Geschäft versprechende Annonce wandte sich vor wenig Tagen eine arme Handarbeiterin von hier brieflich an den Menschenfreund Rosenbaum und erhielt a'.S Antwort, unter Erhebung von einem Thaler Post- vorschuß, ein Druckschiiit