Prrt» vierteljährlich 36 h. mit Brinycrlohn. Durch die Post bezogen vierteljäbrltch 49 kr Giksimcr Anzeigtr Erscheint wöchentlich cxei. mal; Dienstag-, Donnerstag« und SamstagS. Erpedition: Eanzltiberg stit. ®. Wt. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kiefen. Mr, 27. Donnerstag den 4. März Amtiicke B e k c n rr t m ..■ 934) Bekanntmachung, betr. die Ernennung eines Consuls des Norddeutschen Bundes in Belgrad- «Nr 235.) Bekanntmachung, betr- die Ernennung eines Consuls des Norddeutschen Bundes in La Valette (Malta). sNr 236) Bekanntmachung, betr. die Ernennung eines Viceconsuls des Norddeutschen Bundes in Catania. «Nr 237 ) Bekannlmachung, betr. die Ernennung eines Consuls des Norddeutschen Bundes in Pesth. J ' 238 ) Bekanntmachung, betr. die Ertheilung des Exequatur Namens des Norddeutschen Bundes an den Königlich Dänischen Viceconful m Bremerhafen. «ir 239 ) Bekanntmachung betr. die Ertheilung des Exequatur Namens des Norddeutschen Bundes an den Viceconsul der Vereinigten Staaten von Amerika in Barmen Gießen, den 23. Februar '1869. Großherzogliches Krcisamt Gießen. p ' . In Verhinderung des Kreisraths: Kekulä, Kreisassessor. Besondere Bekanntmachungen. Edictalladu ng. 1700) Nachdem Grobherzogliches Hofgericht der Provinz Oberhessen über das Vermögen des Ludwig Hofmann von der Holzmühle bei Lollar den förmlichen Con- eurs erkannt hat, werden alle Diejenigen, welche Forderungen oder sonstige Ansprüche an denselben zu bilden haben, aufgefordert, solche im Termin Dienstag den 6- April d- I, Vormittags 9 Uhr, dahier anzumelden und mit etwaigen Vorzugsrechten zu begründen, widrigenfalls stillschweigender Ausschluß von der Masse erfolgen wird. In diesem Termin soll zugleich ein Arrangement versucht und in dessen Entstehung zur Wahl eines Gläubiger-Ausschusses und Massecurators geschritten werden- Die durch gehörig Bevollmächtigte nicht vertretenen Gläubiger werden deshalb insoweit als den Beschlüssen der Mehrheit der erscheinenden Gläubiger beitretend angesehen werden. Gießen, am 30. Januar 1869. Grobherzogliches Landgericht Gießen. Bötticher, A- Bramm, Landrichter. Landger.-Assessor. Die boshafte Beschädigung eines Baumes an der Staatsstraße von Gießen nach Heuchelheim betr. 1686) Am Abend des 20. Deeember v. I. ist ein, an der Straße von Gießen nach Nodheim zu, stehender Lindenbaum boshafterweise umgehauen worden, den betreffenden Staatsbehörden aber bis jetzt noch nicht gelungen, den Thäter zu ermitteln und zur Verantwortung zu ziehen. Auf Veranlassung des Gerichts bringen wir diesen Frevel zur Kenntniß des Publikums und verbinden damit das Ersuchen an dasselbe, zur Entdeckung dieser boshaften und gemeinschädlichen Handlung in der Weise mitzuwirken, daß es Jndicicn, die ihm zur Kenntniß kommen, der unterzeichneten Behörde mittheilt- Zugleich machen wir die Stadtbewohner darauf aufmerksam, daß nach einer bestehenden Verordnung der Schaden, welcher dem Staat durch jenen Frevel erwachsen ist, auf die Köpfe ausgefchlagen wird, und daß der Stadtvorstand eine Belohnung von mindestens 10 st. Demjenigen gewährt, welcher solche In d i ci en namhaft macht, aus welche hin die Bestrafung des Thäters ermöglicht wird. Gießen, am 27. Februar 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen- I. V- d. B-: Felsing, lr- Beigeordneter. Die Vergebung der Zinsen aus den von Kruq'schen Stiftungen. 1690) Die diesjährigen Zinsen aus den obigen Stiftungen kommen in der Kürze zur Vertheiiung und haben sich Bewerber um solche innerhalb 14 Tagen bei der unterzeichneten Stelle zu melden- Gießen, den 1- März 1869- Grohherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V- d. B-: Felsing, lr Beigeordneter. Holzversteigerunq. 1716) Die am 18. vor. Mts. abgehaltene Holzversteigerung in den Freiherrlich von Nabenauischen Walddistrieten: 1) Hoherwald bei Reiskirchen, 2) Kernberg bei der sog. Ganseburg und 3) Struthwald bei Beuern, ist genehmigt und können die Abfuhrscheine vom 8. d. Mts. an dahier eingclöst werden- Rabenau, den 1. März 1869. Der Rentmeister: W- Engel- Versteigerungen. 1708) Donnerstag den 11 März, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dahiesigem Rathhause nachstehende Grundstücke des Herrn Georg Malkomesius unter sehr vortheilhaften Bedingungen versteigert werden, als: 8lut Nr. □JUftr. s/450 1183 Acker über dem Fabricischen Acker, auf den Fluthgra- ben, 1/22., V,3. Klasse, mit Korn befaamt, • Vissbisisz 1145 Acker, die krummen Aecker, auf den Gleiberger Weg, 2. Klasse, to/z03 252 Acker auf den 20 Morgen, i/23-, */24. Klasse, mit Klee befaamt, 28/t0s 378 Acker daselbst, 3- Klasse, mit Korn befaamt, n/grbisgs 1523 Acker am Ohlenberg, rechts des Erdkauter Wegs, 3. Klasse, ist frisch gedüngt, 3i/10 630 Acker, von dem Erdkauter bis an den Grüninger Pfad, 3. Klasse, mit Wai- zen befaamt, 3t/22 291 Acker daselbst, 4. Klasse, mit Klee befaamt, 32/iU.2 476 Acker, auf den Sandkauter Weg am Heegstrauch, 3. Klasse, mit Klee befaamt, <0/42 532 Garten, links der Chaussee, i/2l., i/22. Klasse, ^/gebisgs 944 Acker, links des Schwarzlachwegs, */2l., Vr2- Klasse, mit Waizen befaamt Gießen, den 2. März 1869. ___________________Fr. Müller. HolMrstciqeniNli. 1709) Donnerstag den 11. März werden in den Domanialwaldabtheilungen Töpstrkaute und Schinderskops versteigert: 337 Eichen-Stämme mit 5044 Cubiksuß, 92 Nadel- „ „ 3444 2 Birken- „ „ 45 „ 91 Eichen-Stangen „ 414 „ Zusammenkunft Morgens 10 Uhr an der Eisenbahnlinie am Gießener Feld. Freitag den 12. März werden weiter in den Domanialwaldabtheilungen Schinderskopf, Wüstekopf, Tempel und Dörnergrund versteigert: , . 7 Eichen-Stämme mit 124 Cubikfuß, 293 Nadel- „ „ 5508 1 Eirken-Stamm „ 8 „ 4 „ Stangen „ 28 „ 925 Nadel- „ „ 4964 „ u Zusammenkunft Morgens 10 Uhr an der Cisenbahnlinie im Schinderskopf. Credit für beide Versteigerungen bis 30. Juni d- I Gießen, den 2. März 1869. Großherzogliche Oberförsterei Schiffenberg. _________________Dr. Draudt. ____________ Holzversteigernnq un Gießener Stadtwalde. 1687) Montag den 8. März d. I-, von Vormittags 9 Uhr an, soll in dem Gießener Stadtwalde, Tistricten Philosophenwald und Zollstockswäldchen, nachverzeichnetes Holz öffentlich versteigert werden, als: 913/4 Stecken Nadel-Prügelholz, 643 4 ‘ „ Stockholz, 4698 Wellen „ Reisholz, 3 Eichen-Stämme mit 30 Cubikfuß, 220 Nadel- „ „ 4659 3047 Kiefern und Fichtcn-Stangen mit 4333 Cubikfuß. Die Zusammenkunft ist auf dem Trieb. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 1. August d. I. gestattet. Die Großherzoglichen Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen. Gießen, den 1. März 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V. d. B-: Felsing, lr. Beigeordneter. Cicheulohnnden - Versteigerung. 1701) Montag den 8. März, Vormittags 11 Uhr, wird das diesjährige Rindenergebniß von 20jährigem Eichenstockschlag im Domanial- walddistriet Franzenwald, veranschlagt zu 150 Gentner, im Geschäftszimmer des Unterzeichneten versteigert. Der Großherzogl. Forstwart Menges ku Großen-Linden wird den Schlag auf Verlangen vorzeigen. Gießen, den 22. Februar 1869. Großherzogliche Oberförsterei Schiffenberg. Dr. Draudt. Die Versteigerung von Obstbäumchen aus der städtischen Baumschule. 1689) Samstag den 6. März 1869, des Morgens 11 Uhr, werden auf dem Platze vor dem Rathhaus folgende veredelte Obststämmchen an den Meistbietenden öffentlich versteigert, als: 1) 80 Aepfelstämmchen, 2) 80 Birnstämmchen und 3) 20 Kirfchenstämmchen. Die Bürgermeistereien des Umkreises werden um Bekanntmachung dieser Versteigerung ersucht. Gießen, den 1- März 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V. d. B.: Felsing, lr Beigeordneter. Holzversteiqerunq. 1681) Im Lollarer Gemeindewalde, in verschiedenen Districten, kommen Freitag den 5. März, nachverzeichnete Holzsortimente zur Versteigerung : 17 Eichen-Stämme mit 859 Cubikfuß, 126 Nadelholz- „ „ 2265 „ 7 Eichen-Stangen „ 50 „ 727 Nadelholz „ „ 1192 22 Stecken Buchen-, Eichen- und Kiesern- Scheidholz, 37 Stecken Buchen-, Eichen- und Kiefern- Prügelholz, 47 Stecken Buchen-, Eichen- und Kiefern- Stockholz, 800 Wellen Buchen-Reisholz, 300 „ Eicken- „ 5875 „ Nadel- Der Anfang erfolgt Morgens 9 Uhr mit der Versteigerung des Baubolzes im Distr. Psafsenstrauch, in der Nähe der Holzmühle. Lollar, den 28. Februar 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Lollar Geißler. 1679) Auf AiU'tehen der Erben des Beigeordneten Joh. PH. Möhl dahier werden Donnerstag den 4. März l. I-, Nachmittags 2 Uhr, auf dahiesigem Nathhause die in Nr. 25 d. Bltts. näher beschriebenen Gebäude und Grundstücke, letztere auf 6 Zielzahlungen, unter den weiter bei der Versteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen, öffentlich versteigert. Gießen, den 26. Februar 1869. __________________> In Auftrag : Vogt. Hol^versteiaerunq. 1730) Samstag den 6. d- Mts-, von Vormittags 9 Uhr an, sollen in dem Wiesecker Gemeindewalde, District Heegwald: 21 Stecken Eichen-Prügelholz, 13 „ Stockholz, 965 Wellen „ Reisholz, 1400 Eichen-Stangen zu Werkholz, öffentlich versteigert werden. Wieseck, am 3. März 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Wieseck. __Lang._____________ 1714) Montag den 8. März, des Nachmittags 1 Uhr, soll der der hiesigen Gemeinde gehörige Steinbruch in den Mauern, an der Staatsstraße von Steinbach nach Gießen gelegen, unter den bei der Versteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen, anderweit verpachtet werden. Steinbach, am 1. März 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Steinbach. __Horn._____________ Holzverstiigerulig in der Fürst» heben Oberförsterei Lich. 1684) Künftigen Montag, den 8. d. Mts-, Morgens 9 Uhr, sollen im District „Riedwald" am Hatten- röder Wald beim Kreuzenfeld anfangend, versteigert werden: 104 Stecken Buchen-Scheidholz, 167 „ „ Eichen- und Tannen- Pri'tgelholz, 253 Stecken Buchen-, Eichen- und Tannen- Stockholz, 28150 Wellen Buchen-, Eichen- und Tannen- Reisholz, 68 geringe Stämme Eichen-Bau- und Wagnerholz, 119 geringe Stämme Kiefern- und Fich- ten-Bauholz, 6 Stecken Buchen-Werkscheidholz, 558 Stück Fichten-Wagnerstangen. Lich, am 1. März 1869. Fürstliche Oberförsterei Lich Eigenbrodt. Holzversteiqciunq. 1682) Freitag den 5. März, von Morgens 9 Uhr an, soll im Garbenteicher Gemeindewalde und Markwald nachverzeichnetes Holz zur Versteigerung kommen: 6 Stecken Eichen-Sckeidholz, 9 „ „ Prügel holz, 24 „ „ Stockholz, 950 Wellen „ Reisholz, 30 Eicken-Stämme von 13 bis 24 Zoll Durckmesser und 20 bis 50 Fuß Länge, 24 Stecken Nadel-Prügelholz, 27 „ „ Stockholz, 2000 Wellen „ Neisholz, 70 Nadel-Stämme von 6 bis 12 Zoll Durchmesser und 20 bis 50 Fuß Länge, 20 Nadel - Stangen von 4 bis 5 Zoll Durchmesser u. 20 bis 25 Fuß Länge Die Zusammenkunft ist im Nothläufchen, woselbst der Anfang mit dem Stammholz gemacht wird. Garbenteich, am 27. Februar 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Garbenteich. Schwarz. Verpachtung eines Steindrucks. 1688) Montag den 8. März 1869, deS Nachmittags 1 Uhr, läßt der Unterzeichnete den seinem Sohne Karl Port gehörigen Steinbruch in den Mauern, an der Staatsstraße von Steinbach nach Gießen gelegen, unter den bei der Versteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen, meistbietend versteigern. Steinbach, am 1. März 1869. Johannes Port. Feilgebotenes 8 Dimggyps 1728) Geschliffene Sandsteinplatten, Krippen und Tröge von Lungstein und Sandstein bei_________ Emil Pistor. ©rllitktf- Stulpen k Üraflrn von 20 fr. an bis zu den feinsten empfiehlt in reicher Auswahl (1691) Wilhelmine Fuhr. 1713) Regenmäntel und Gummischuhe bei__________E. Wenzel. 1685) Eine Partie Kartoffeln ist zu verkaufen bei H- Becker, Neue Anlage. 1724) Portland-Cement, ftische Scn- düng, empfiehlt I. G. D- Bapst. 1677) Sehr schöne Kapaunen sind zu verkaufen bei Christian Jughardt, Bäcker. 1718) Vier wenig gebrauchte LMchen mit Glasverdeck in gutem Zustande, billig abzugeben, -frankfurt n. 311., gr. Eschenheimerstr. 54. 1711) Ein feuerfester Schrank, fast neu, ist billig zu verkaufen bei _____________H- Becker (Neue Anlage). 1729) Zwei Wagen (zweispännig), welche noch in gutem Zustande sind, stehen mit allem Zubehör zu verkaufen. ___K & A. Petri. i Obstbä u m e, als: hochstämmige Aepfel, Birnen, Reineclauden, Mirabellen, Zwctschcn, sowie sehr schöne Exemplare, zu Spalier und Pyramiden geformt, werden in bester Qualität und Eultur abgegeben in der Handelsgärtnerei von ____________E a r l Deines, in Gießen. 1734) Ein leichtes Oeconomie-Wagcl- chcn mit Zugehör steht zu verkaufen bei I. Kann Söhne, in Mainzlar. 1731) Veredelte Acpfel- und Birn- Bäumchcn sind zu haben bei C- Kappes, auf der Liebigshöhe. 1719) Zwei gut gehaltene tragbare Ziegen stehen zu verkaufen. Bei wem? sagt die Exped. d. Bltts.________________________ 1721) Zu Altenberg bei Wetzlar wird innerhalb 14 Tagen Heu, Spreu und Stroh aller Gattung aus der Hand abgegeben von __________________________E a r l Beul. 1680) Ein Garten hinter den alten Eichen ist aus mehrere Jahre zu verpachten. Zu erfragen Asterweg Lit. A. Nr. 127. 1735) Ein Haufen Kuhmist ist zu ver- kaufen bei S- Goldenberg. Vermischte Anzeigen. Geschäfts-Empfehlllna. mir überlassen hat. Indem er seinen Dank für das ihm ge- 1 rrUm Unb Wohlwollen ausspricht, bittet er, dasselbe auf mich gütigst über- tragen zu wollen. Carl Ockel. irgend einem der früheren g e st i e g e n. Bei einer die Zahl der Versicherten auf 33100 Pers die Versicherungssumme auf 60,450000 ^hlr ' der Bankfonds auf etwa 15,350000 Thlr' 311 diesem und den nächsten vier Jahren werden nahe an Iwei und drei Viertel Million n Ülialcr bie Versicherten vertheilt, was für das Jahr 1869 eine .4C'iviu111ut von f’rbcnsürrlidjrrunijsbank f. D. in Gotha. ftinrr Gbsibäftsergebnisse dieser Anstalt im Jahre 1868 waren überaus gün- 5 885000 reichen Zugang an neuen Versicherungen (3085 Personen mit JahE D X flr°Ber roar aU in irgend einem der früheren ßQ, ,7 -,.....- 3apte§cinna5me von 2,760000 Thlr. waren nur 1,217300 Tblr. für 69.1.gestorbene Versicherte zu vergüten, welcher Betrag wesentlich hinter der rechnungs- in^Aussi^stellt""^ Zuruckbleibt und den Versicherten eine abermalige hohe Dividende 38Proeent ergiebt. Versicherungen werden vermittelt durch Buchhändler A. Ricker in Gießen. Ortscinnehmer Louis Hohler in Büdingen. Lehrer H. K. Walz in Lich. C^car Ehrhardt in Marburg. _____ 1725) Die I. Vloch lche Tjnffdiiiiifdibcni in Darmstadt ilch im Farben von Seiden-, Wollen- und gemischten Kleiderstoffen, Shawls, Mänteln und Band rc. Möbelstoffen aller Art. Färberei ä ressort. — Moire antique und moire fran^aise. M In Druckereien nach schönen Mustern. 1IM< Waschen von weißen und couleurten Seidenstoffen, Cachemircn, Crtpe de chine- und bongue-Shawls rc. Agentur bei: Frau Johanna Schlund, Schloßgasse. (1705) O fe & «t® S®®ö G 8 1733) Ein Acker vor dem Neuenweger Thor (Bauplatz) ist zu verkaufen. Näheres bei Earl Plank, Lederhändler. 1706) Bei Maurermeister Schmidt in Heuchelheim können mehrere Maurergesellen dauernde Beschäftigung erhalten. I/OOSe kann man der Bequemlich-® keit halber auch ohne Brief, einfach auf eine Jetzt üb- » Logis erhalten bei Philipp Schwall, Küfer, in der Mühlgassc. 1717) H eß'sches Tafelbier in Flaschen über die Straße bei Louis Busch Wittwe. 8 l 8 K- liclie Postkarte, machen. Lax. Sams. Oolin in Hamburg, Bank- und Wechselgeschäft. Auftrag ®irma ßarantirt bei mÖ0lid,ff billigen Preisen die schönste Ausführung jedes Flüssiger Kitt CMctslic ) MM Kitten für Glas, Porzellan, Marmor, Alabaster, Meerschaum, Bernstein und Steingut; zum Leimen für Holz, Kork, Tuch, Leder ic. bei Crrrst Hermes, Mäusburg. 1703) Das untere Familienlogis in dem am Asterweg befindlichen Hause des Herrn Euler aus Biebrich ist zu vermiethen und kann alsbald bezogen werden. Näheres bei C. Kraft, Gensd'arm. die Ferber’sche Univ.-Buchhandlung und die übrigen Buchhandlungen in Giessen. 1674) Ein Dienstmädchen mit sehr guten Zeugnissen wird zum bevorstehenden Quartal gesucht. Wo? sagt die Grped. d. Bltts. Für den Monat März wird ausnahmsweise ein Monats - Abonnement eröffnet auf die Modenwelt, dm einzige billige Moden-Zeitung mit Original-Illustrationen, dabei an solchen ebenso reichhaltig, wie selbst die theuersten anderen derartigen Blätter. Preis für den Monat März : 12 kl*. Preis pro Quartal : 36 kr. Die Nummer vom 1. März mit 119 Abbildungen und 26 Schnittmustern ist in allen Buchhandlungen vorrälhig. Zur Annahme von Abonnements empfiehlt sich 1699) Sämmtliche Waaren der Fabrik werden aus den besten Rohproducten, ohne zede fremdartige Beimischung, bereitet. Die Tafel-Chocoladen tragen obige Fabrik- Marke, ivorauf Kauser zu achten belieben. Man findet die courantesten Sorten auf Lager in bet I. A. Busch Söhne und Louis Frohnhäuser; in Allen- dorf a. <1. Lila. b^Apoth. C. L. Harb; in Butzbach bei Bal. Wicsrler * ’CI aBi,bchn F"ksch; in Hungen bei A. Buch; in Lieh bei H. ($. Biugmann. § Egiileptische Krampfe (Fallsucht) heilt der Specialarzt für Epilepsie l>r. O. Hillisch in Berlin, jetzt Mittel- 1 strasae Xr. « - Auswärtige brieflich. Schon über Hundert geheilt. 167o) Der zweite Stock ineines Hauses ist zu vermiethen und kann Anfangs April bezogen werden.______S- Flörsheim. 16781 In der Nähe der Caserne und der Aula ist ein möblirtes Zimmer mit Cabi- net zu vermiethen und das Nähere bei der dlctuar Euler (Nr. 207) zu er-jgute Stelle finden. Wo? sagt die Exped' tayren. >b. Bltts. ^1692) Ich suche für einen auswärtigen! 1722) Zwei Herren können Kost und Crasthos ersten Ranges ein gut empfohlenes u«; Kj meine Original-Staats- 5» 1720) Ein freundlich möblirtes Zimmer mit Eabinet ist vom 1. April an zu ver- miethen. Neue Anlage. Näheres bei der Exped. d. Bltts. ~ 1672) Eine Stube mit Eabinet wünscht man an eine einzelne Dame zu vermiethen. Näheres bei der Exped. d Bltts. 1702) Eine Stube, mit oder ohne Mö- bel, ist zu vermiethen bei E- Kraft, Gensd'arm. ; Die Verloosung geschieht unter Staats- 3 g Aufsicht. g $ Beginn der Ziehung am 15. Harz. D g Wur *Ä Tlialer Z kostet ein wirkliches Original- $ Staats-Loos ^nicht von den vor-« $ botenen Promessen), und werden solche 2 gegen frankirte Einsendung des 3? 4 Betrages oder gegen Post- 8 Vorschuss, selbst nach den ent- S ferntesten Gegenden von mir» versandt. ® Z Es werden nur Gewinne 'S, >; gezogen. $ Gew inngelder und amtliche 4 Ziehungslisten sende meinen In- ® ,x teressenten nach Entscheidung prompt^) K und verschwiegen. -j> Durch meine von besonde- ä rem Glück begünstigten J Loose habe meinen Interessenten be- .'4 reits allein In Deutschland® y die allerhöchsten Haupt- ? ütreffer von 300,000,885,000,$ « IN).500, 158,500, 150,000, 4 130,000 , mehrmals 185,000, J » mehrmals 100,000, kürzlich v Freilmrger I | Slaats-Prämicn-Anlciiie.» 1683) Der Verkauf der Prüniieil- "g '' Obligationen ist von allen Regie- ® v rungen des In- und Auslandes gestattet. 5 1 ’ie Haupt-Gewinne betragen Francs m « 60,000,50,000,45,000,40,000,35,000,« » 32,000,30,000,25,000,20,000,18,000, Z ? 16,000, 15,000, 6000, 5000, 4000, Z 3000, 2000, 1000, 350,000 ä 250, 125 Z 75, 50, 30, 20 Francs. 3 (Dienstm-Jnstitut). 1G94) Ein immer Mann, welcher selbstständig schriftliche Arbeiten besorgen kann, wird zum sofortigen Eintritt gesucht. Näheres bei S. Katzenstein, Holzhandlung. Theater. 1696) Den vielfach ausgesprochenen Wünschen nachzukommen, erlaube ich mir, ein hochzuverehrcndes Publikum in Kennt- niß zu setzen, daß es mir gelungen ist, zu meinem Benefizabende die hier so beliebte Posse: „Der Jongleur, oder: Die Kunstreiter auf der Messe", große Posse mit Gesang und Tanz, nebst: „Die drei Dorfmusikanten", lebende Bilder in 4 Tableaux, zu erhalten und erlaube mir ein hochzuverehrendes Publikum zu dieser Vorstellung gehorsamst einzuladen, mit dem Bemerken, daß die Posse nur einmal gegeben werden jkann. Um recht zahlreichen Besuch bittet __N. Hage n. 1693) Ein angehender Commis kann sofort gutes Placement erhalten durch C- Pietsch I. _______________________(Dienstm.-Jnstitut). 1732) Ein Dienstmädchen, welches alle häuslichen Arbeiten versteht und sogleich eintreten kann, wird gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 1695) In eine frequente Apotheke einer freundlichen, an ddr Eisenbahn gelegenen Stadt Oberhessens, wird unter sehr günstigen Bedingungen ein Lehrling gesucht. Näheres bei F. W. von Gehren, ________________________Reichcnsaiid.________ 1673) Ein Mädchen, am liebsten vom Londe, das in allen Hausarbeiten gründlich erfahren ist, kann auf den 25. März eine 'M M, l Das Das Den 1® tbilifo wegl 3d) I1 tagefej hiif me »Abi . 3n t "ui , . äch 1 ll4l (in ( 3m । °°d 6ttn' .•'Wit oii JnSinn »airnq n, Adis «i|)tt $ 1707) Ein Mädchen wird alsbald in Laufdienst gesucht vonWittme Kretz, wohnhaft bei Herrn Kaufmann Frech. werden zum Waschen u- Färben angenommen zu sehr billigen Preisen bei (1666) M- Heß, Lit. A. Nr- 64. § Jeden Bandwurm entfernt binnen 2 bis 4 Stunden vollstän-' dig, schmerz- und gefahrlos; ebenso Ncher beseitigt auch Bleichsucht und Flechten und zwar brieflich Voigt, Arzt zu Croppeustadt (Preußen). Theater in Gießen. 1736) Freitag den 5. März. Abonnement suspendu. Zum Benefiz für Herrn Hagen: Die Kunstreiter auf der Messe, oder: Der Jongleur in und äusser dem Circus. Posse mit Gesang und Tanz in 4 Abthei- lungen von Pohl. Hieraus: Die drei Dorfmusikanten. Lebende Bilder in 4 Tableaux. W. 5tcm, Director. Telegraphischer Schiffsbericht, mitgctheilt von Chr. Wallenfels Jun. Das Das Das nach New-Aork, 9. 10- 13. Den 6. März Dampfer Atalanta von Havre i Liberia „ Liverpool Westphalia „ Hamburg „ Union „ Bremen „ „ " 7. April „ Baltimore „ „ „ Baltimore. 1726) Wegen Auskünften und Passagen beliebe man sich an Obigen zu wenden, ebenso wegen Wechsel zum Tagescourse auf Amerika. Angckommen in New-Bork: Hamburger Postdampfschiff Hammonia, Reisedauer 12 Tage, Bremer „ Weser, „ 12 „ Angekommen in Baltimore r Bremer Postdampfschiff Baltimore, Reisedauer 20 Tage. Angckommen in Havanna und New-Orleans: Hamburger Postdampfschiff Bavaria, Reisedauer 18 Tage. Abgehend : Theater-Notiz. Aus sicherer Quelle erfuhren wir, daß Freitag den 5. d. Mts. das Benefiz des Herrn Hagen stattfindet, und daß derselbe den vielseitig ausgesprochenen Wünsche«, den „Jongleur, „große Posse mit Gesang und Tanz", zu geben, nachgekommen ist. (Zum Schlüsse der Vorstellung: „Die drei Dorfmusikanten, lebende Bilder in 4 Tableaux".) „Der Jongleur" steht hier in einem zu guten Andenken, so daß eine weitere Anpreisung unnöthig ist. Durch neue schlagende Couplets und einen großen Chinesentanz, arrangirt von Herrn Stotz, sehen wir einem genußreichen Abend entgegen. Da die Posse nur Einmal gegeben wird, können mir Herrn Hagen mit Recht ein volles Haus versprechen, und wünschen demselben viel Glück- Mehrere Theaterfreunde. Börseimachrlchteu. 2. März 1869. Preuss. 472% Obi. 93% Frankf. 372% Obi. 81% ' Nass. 4,;2°/o Obi. 94 Kurh. 40/0 Obi. — Hess. 40/g Obi. b. Roths. 9O»/2 i „ 31/2o/o do. do. 85% 1 Bayer. 5«,'o Obi. 102 „ 47r0/g 1jährige 95% „ 4'/2o/o %jährige 95'/2 ; Würtemb. 4l 2o.'o Obi. 93% । Baden 4%% Obi. c. E.L. 93 7, Oestr. 50 0 b. R. 593,4 „ 5% National 57 >/g „ 5% Metall. Obi. 45% „ M. steuerf. 537/8 I Amer. 6°/q 1882r Bds. 86% „ 6O/o 1885r 84% Prioritäten. 50/0 östr. F. St. E. B. 310% Lud wigsh.-Bexbach 161 % Max bahn 108% Bayer. Ostbahn 127 % Hess. Ludwigsbahn 138% 3% östr. Stsb.-Prior. 55% 3% östr. s. Lombard. 47 7g 30/0 Livorneser 35% Toscaner 56% Frankf. Hypoth.-Bank 93 Frankf. Vereins-Kasse 973/4 5°/o Elisabeth-Prior. 75% do. II. Emiss. 74% Wechsel. Amsterd. k. S. 99% Augsb. k. S. 100 Berlin k. S. 104% Bremen k. 8. 97 Cöln k. 8. 104% Hamburg k. 8. 88 Leipzig k. 8. 104% London k. S. 119% Lyon k. S. — Paris k. 8. 94% Wien k. 8. 96% Disconto 3',2% G. Geldsorten. Pr. Cass. Sch. 1 44%-45 Div. Cass.-A. Pr. Friedrdor. 9 57-58 Pistolen . . 9 45-47 „ doppelte 9 44-46 Holl. fl. 10 St. 9 54-56 Ducaten . . 5 35-37 20 Frankenst. 9 28%-29% Engi. Souver. 11 52-56 Russ. Imper. 9 45-47 Doll, in Gold 2 26%-27% Anlehenelooee. Kurh. 40 Thlr. Loose 561 2 Nassau fl. 25 b. Roth. 36% Gr. Hess. fl. 50 b. R. 164% Gr. Hess. fl. 25 b. R. 40% 40 0 bayr. Präm. Anl. — 4% badische Loose 104% Badische fl. 35 Loose 55% 1858t Prioritätsloose 163% 1860t Loose 85% 1864t „ 122% Acllen. I Frankf. Bank 125% 1 Oester. Bank 716 I „ Creditact. 285 | | Datmet. Bankact. 288 Feuilleton. Unirr dem Schicksal. Eine Geschichte aus dem Leben von Edmund Frank. (Schluß.) „Ich würde Dich, glaube es mir, Adeline, nie, unter keinen Um° „stänven verlassen, wenn mich etwas Anderes wie Strafgefangenscbast "während einer langen Reihe von Jahren erwartete — und damit „gänzliche Trennung von Dir, unter Verhältnissen, die jenes Mitgefühl „der Welt für Dich ausschließen würden, welches diese der einzigen ^Schwester eines Todten nicht verweigern wirb. „Ich kenne die Welt, meine theure Adeline. „Säße Dein Bruder im Zuchthause, so würde Dir dies in ihren „Augen für Dein ganzes künftiges Leben ein Brandmal aufrrücken, „Todtcngeruch aber geht schnell an ihr vorüber. So lebe denn nun wohl- Wir haben uns ost darüber unterhalten, „was nach dem Tode folgen werde — oder richtiger gesagt, Du pfleg, "test mir reizende Bilder vom jenseitigen Leben zu entwerfen, ich hingegen Deine unschuldige Leichtgläubigkeit zu belächeln. Run, ich werbe ja jetzt erfahren, ob Deine Theorie ober die mei. „nige die richtige war. ,Jch hoffe, es gibt noch eine andere Welt, in welcher es so einge- „richtet ist, daß die BanquierS nicht all bas Geld und ihre Commis "all das Gehirn haben. „Es freut mich außerordentlich, daß Du an Madame Thalheim eine Freundin gefunden hast. „Sie ist Dir sicherlich treu, wirb aber natürlich gegen einen um fein Geld betrogenen Banquier und eine durch das Versprechen großer ",Summen zur angestrengtesten Thätigkeit aufgestachelte geheime Polizei „nichts auszurichten vermögen. „Einer von diesen Polizisten saß, als ich hierhersuhr, in demselben „Wagen mit mir und rauchte von meinen Cigarren. „Dessen ungeachtet bin ich der Madame Thalheim um Deinetwillen „wahrhaft dankbar. „ _ „ ,Es gehört eine Frau von Muth und Entschlossenheit dazu, um sich „als die Freundin eines ganz verlassen dastehenden Mädchens zu be- „kennen, über deren einzigen Bruder die Welt den Stab gebrochen hat. „Noch einmal Adieu, meine einzige, geliebte Schwester. ,Meine Hanv würde das Pistol noch sicherer abvrücken, könnte dies „neben Deinem Grabe geschehen. „Nimm die letzten Küsse Deines Gustav." Ich weiß nicht, wie lange ich mit diesem furchtbaren Briefe in der Hand so dagesessen hatte, als Martha in's Zimmer gestürzt kam und vor dem Aus- drucke meines Gesichts erschrocken zurückfuhr. Aber Herr Du mein Gott!" rief sie entsetzt aus. In demselben Augenblicke hörte ich lautes Klopfen an die HauSthür und eine Stimme, die mich bei Namen rief. . r ,LQ . Ich winkte der Köchin, die Thur zu offnen, vermochte jedoch selbst auch nicht ein einziges Glied zu rühren. Im nächsten Augenblicke schon schallte das Zimmer von Menschenstimmen und dem lauten Gebell eines Hundes wieder- Bevor ich gänzlich die Besinnung verlor, sah ich noch Capitän Theobald's Gesicht dicht über mich hingebeugt, auch vernahm ich, ohne im Stande zu fein, den Sinn feiner Rede zu verstehen, die Stimme eines ältlichen Herrn, den ich Palmer nennen hörte. Adeline hat den Brief ihres Bruders niemals zu lesen bekommen. Ich hatte die Gardinen ihres Zimmers sich bewegen sehen, und zwar war es ihre Hand gewesen, welche diese leise ein ganz klein wenig gelüftet. Gleich darauf war an der HauSthür die Zeitung abgcliefert worden. In ihrer angstvollen Aufregung hatte sie wohl selbst in einer ihr sonst so gleichgültigen Gattung von Lectüre Zerstreuung gesucht und als Doris mit dem Frühstückögeschirr in'S Zimmer trat, saß ihre junge Herrin in einer Ecke desselben, während das einen Artikel über den Selbstmord ihres Bruders enthaltende Zeitungsblatt vor ihr aus dem Boden lag. Die Augen des jungen Mädchens starrten wild vor sich hin und die Hände wühlten in den langen Locken ihres braunen Haares. Das Angstgeschrei der tövtlich erschrockenen Dienerin verursachte einen Auf. lauf von Menschen vor dem Hause, durch welche Herr Palmer und Kapitän Theobald sich nur durch Anwendung von Gewalt Bahn zu brechen vermochten. Die beiden Herren hatten, bevor sie zu mir kamen, die arme Adeline auf ihr Bett getragen. Sobald ich mich hinreichend gesammelt hatte, ging ich hinüber und fand das junge Mädchen nun still und unbeweglich däliegenv. Die großen Augen waren weit geöffnet und furchtbar glänzend, daS todten. bleiche Gesicht völlig verändert und jede Spur von Schönheit aus demselben verschwunden. Ohne jemals auch nur ein einziges Wort zu sprechen, lag sie so viele Tage unbeweglich da, bis sich endlich eines Morgens, als ich eben an ihrem Lager saß, leise ihre Lippen öffneten und sie matt die Worte hervorhauchte: „Gustav und ich." Es waren die einzigen, Vie sie während sehr langer Zeit sprach! Capitän Theobald hatte, wie sie es verheißen, sein Schicksal und das ih. rige am Morgen noch jenem letztem Abende, den ich mit ihr verbracht, erfahren, Venn sie hatte, nachdem ich sie damals verlassen, noch sogleich an ihn geschrieben. Das Billet, welches der Capitän mir auf meine Bitte zeigte und das ihn tief erschüttert hatte, lautete wie folgt: „Lieber Theobald! Ich kann nimmermehr jemals Ihre Gattin werden, nicht, weil ich Sie nicht liebe, sondern eben weil Sie mir so unendlich theuer sind, daß ich es nicht über mich vermöchte, in eine Verbindung zu willigen, welche Sie der jetzt an meinem Namen hastenden Schande mit theil- hastig machen würbe. Das Entsetzliche wird bald genug der ganzen Welt bekannt werden, Sie aber müssen es zuerst erfahren, damit Ihnen die Gefahr erspart bleibe, Ihren ehrenhaften Namen mit einem geschändeten in einem und demselben Athem aussprechen zu hören. Ich sende Ihnen Jbren Brief zurück. Kein Mensch auf Gottes weiter Erde darf jemals auch nur ahnen, daß die Schwester eines Diebes die Geliebte und auscrwählte Braut des Capitän Theobald gewesen ist. Adelin e." In dyn geistigen Zustande des unglücklichen Mädchens ist seit jenen schrecklichen Tagen kaum die allergeringste Veränderung eingetreten. Körperlich völlig gesund, ist sie die sanfteste und ruhigste aller Wahnsinnigen. Sie spricht nur selten, streift meistens, still vor sich hin lächelnd, unbeschäf. tigt in den Gärten der Privat-Jrrenanstalt, in welcher sie sich befindet, umher und ist der erklärte Liebling nicht nur der Kranken und aller Pflegerinnen, sondern auch des Directors des Instituts, dem sie von den Behörden übergeben wurde, sobald sie durch eine Sanitäts. Commission für unheilbar erklärt wor- den war. Bisweilen, wenn der Trieb der Beschäftigung sie überkommt, versorgt man sie mit Goldpapier und schmalem Band. Sie verfertigt dann aus diesem Material sehr zierliche Rosetten, mit denen sie Alles vom Dotier herab beschenkt. Ist aber die Vertheilung vorüber, so pflegt sie die beiden letzten Rosetten lächelnd bei Seite zu legen und dabei die Worte vor sich hin zu flüstern: „Für Gustav und mich." P o l i t i s ek e Rundschau Darmstadt, 28- Fcbr. In einer die Aushebung res Gesetzes vom 14. August 1867 über die Aufbringung der Kosten für das zur Erbauung von Eisenbahnen erforderliche Gelände bezweckenden Motion des Abgeordneten Dumont wird dasselbe als eine wahrhafte Calamität für fast alle Interessenten bezeichnet und die Grundlagen des Gesetzes vom 27. Mai 1821 über die Abtretung von Privateigenthum für öffentliche Zwecke als die einzig rationelle bezeichnet. Unter seiner Herrschaft habe sich die mächtigste Eisenbahnunternehmung des Landes zu einer immer steigenden Blüthe und größerer Ausdehnung entfaltet. Um übermäßiger Abschätzung auf Grundlage dieses Gesetzes vorzubeugen, werde die Bestimmung genügen, daß bei Abschätzung des für die Ab- tretung eines Geländes gebührenden Ersätze« der demselben unmittelbar durch das Unternehmen zu» wachsende Mehrwerth in Anrechnung zu bringen sei. Der Antrag Dumont's geht dahin: „Vie Regierung zu ersuchen, die Anwendbarkeit des erstgenannten Gesetzes auf Eisenbahnunternehmungen von Privaten oder dritten Unternehmern in Zukunft nicht weiter zu verwilligen und noch auf diesem Landtage eine Vorlage über Aufhebung dieses Gesetzes und Mo- bification des ExpropriationSgesetzeS vom 27. Mai 1821 zu machen. Berlin, 28. Febr. Der CultuSminister von Mühler hat gestern sehr dankenswerthe Erklärungen abgegeben. Wir nennen sie tankenSwerth, weil nichts über die Klarheit und Bestimmtheit geht, womit ein Minister seine Ansichten über streitige Fragen darlegt. Seit gestern wissen die Leute in Breslau, woran sie mit ihren neuen Schulgebäuden sind. Dieselben bleiben gerade so lange noch leer und unbenutzt stehen, als der gegenwärtige Chef der CultuSverwaliung im Amte bleibt, und des gleichen Schicksals haben sich für ihre Unterrichtsanstalten alle Gemeindeverwaltungen zu versehen, die zu glauben sich unterfangen, daß sie für ihr Geld erbaute Schulen nach eigenem Ermessen organ siren wollen. Der Minister bestreitet ter Gemeinde durchaus das Recht, ihre Kinder so unterrichten zu lassen, wie sie selbst es wünschen. Sie sollen wohl jederzeit das Recht haben, Geld für Unterrichtszwecke auszugeben; aber was weiter mit der Schule geschieht, darnach haben sie einfach nichts zu fragen, das gehört zum Ressort der CultuSverwaltung. Hr. v. Muhler gibt dem Art. 23 ter Verfassung, wonach olle öffentlichen und Privat-Unterrichts > und Erzi.bungS- Anstalten unter der Aussicht vom Staate ernannter Behörden stehen, eine Ausdehnung, daß Art. 22 ter Verfassung vollständig illusorisch wird, nach welchem „Unterricht zu ertheilen und Unterrichts-Anstalten zu gründen und zu leiten Jedem sreisteht, wenn er seine sittliche, wissenschaftliche und technische Befähigung den betreffenden Staatsbehörden nachgewiesen hat." Berlin, 1. März. Mit der Anwendung der beliebten Zweiseelentheorie, welcher man auch in den Verhandlungen über die Frankfurter Receßangelegen- heit ein stilles Plätzchen zu bereiten versuchte, ist eS einmal wieder nichts gewesen. Tie „Kreuzzeitung" schreibt heute ganz positiv — und wir haben um so weniger Grund, diesem Dementi zu mißtrauen, als dasselbe auch anderweitig bestätigt wird —: „Die Behauptung, daß der Finanzminister v. d. Heydt sich bei den letzten Verhandlungen mit der Frankfurter Deputation im Gegensätze gegen andere Mitglieder des Staatsmmisteriums ausgesprochen habe, ist, wie wir hören, völlig grundlos uud mit Rücksicht auf die bekannte Stellung des Finanzministeriums zu dieser Frage geradezu w tersinnig." — Der diesseitige Gesandte in F orenz, Gras v. Usedom, ist (wie der „D. A. Z." belichtet wird) zur Dispo- sition gestellt; der Grund davon liegt nach ter Meinung des Cvrrespondenten darin, daß Graf Bis- marck mit ter Haltung disselben nicht einverstanden gewesen. Wien, 28. Febr. Man hat befürchtet, daß der Rücktritt des in der Armee sehr beliebten Feltzeug- meisters Hartung unliebsame D>monstrationen zur Folge daben werde. In einem von gestern Wahrten „Ablchi.v an seine Wassrr,slxf^hrtxti" sagt ab r ter entlassene General-Commantant von Nieder - Oesterreich : „Eindringlichst bitte ich, mir das Scheiden ouä ter Aetivität tu>ch Unterlassung jeder aus diesem Anlaffe mir etwa zug.dachten persönlichen oder schriftlich n Kundgebung zu erleichtern." — Die lle- ricalen Organe behaupten, daß pie österreichischen und ungarifchen Aristokraten, welche am 22. d. dem Papste ihre Huldigung tarbrachten, de wahren Re- Präsentanten des österrrichisch-ungarischen Volkes und der bobsburaisch-loihr'ngncheii Dynastie feien. Wäh- r ent) Graf Leo Td> n im V.m'ean ter . katbol sehen Ueberzeugung von der Nothwentigkeit der vollständi- gen Unabhängigkeit und Souveränetät des h. Stuhls" Ausdruck gab, hat das hiesige Sperialorgan des ConeondatSministerS von 1855 in einem Leitartikel den Mitgliedern des Ministeriums Taoffe-Giskra die „Monition, Citation und Exeommunication" von Seiten ihrer „geistlichen Oberen" in Aussicht gestellt ! — Daß in den Klöstern gut gegessen und getrunken wird, ist nach der neuesten Fastenpredigt des Wiener Dominicanerpaters Bremer eine schändliche Zeitungslüge. „Die Güter, die wir besitzen," rief der Klosterbruder seinem andächtigen Publicum zu, „haben wir als milde Gaben von frommen Bürgern Oesterreichs bekommen und durch Nüchternheit und Sparsamkeit haben wir unser Eigenthum zusammengehalten, aber jetzt wollen es die Demokraten und Communisten rauben, um Alles zu verzehren und zu versaufen." Paris, 27. Febr. Wie ter „Fr. Corr." von angeblich vertrauenswürdig-r Seite erfährt, hat Hr. Baron Haußmann gestern Abend dem Kaiser sein Entlaffungsgesuch überreicht. Dieser Fall hat sich schon öfter ereignet; neu ist aber, daß der Kaiser dießmal das Entlassungsgesuch zwar nicht angenommen, aber doch zurückbehalten und den Seineprä- feeten unter wohlwollenden Versicherungen seines ungeschwächten Vertrauens gebeten hat, die Geschäfte bis auf Weiteres mit dem bisherigen Eifer fortzu- führen. In den Regierungskreisen hält man es daher für wahrscheinlich, daß die Präsectur noch vor Ausschreibung der allgemeinen Wahlen in andere Hände übergehen dürfte. Es ist auch nicht unbemerkt geblieben, daß der Kaiser gestern nach dem Diner in den Tuilerien, welchem, nebst vielen De- putirten, auch der Generalsecretär des Seineprä' feeten, Hr. Alfred Blanche, beiwohnte, mit diesem eine lange Unterredung unter vier Augen gehabt hat. Paris, l.März. Der SenatS'Präsident Troplong ist heute früh 5 Uhr und Alphonse v. Lamartine ist gestern Abend lO1/2 Uhr verschieden. Aus Anlaß des letzteren TraueriallS erscheint die „Libcrto" heute mit schwarzem Räude und die „France" schreibt an der Spitze des Blattes: „Der Tod des Herrn v. Lamartine ist eine öffentliche Trauer. Dieser Verlust, welcher ganz Frankreich so schmerzlich tr.fft in der Bewunderung, die es an den größien Dichter des 19. Jahrhunters geknüpft, und "in der Dankbark.it, welche ihm die Dienste eines seiner größten Bürger einflößen, kgt_ der Presse eine Pflicht au». Diese Pflicht steht über allen Parteispaltungen; sie muß die Blätter aller Meinungen in einer gemeinsamen Huldigung für ein unvergängliches Andenken vereint- gen. Wir schlagen vor, daß eine Nationalsubscrip- tion für ein auf dem Stadthausplatze zu errichtendes Denkmal Lamartine's eröffnet werde. Dieses Denkmal könnte jene Worte in Erinnerung rufen, welche die Anarchie besiegt haben: „Die dreifarbige Fahne hat den Weg durch die Welt gemacht mit der Republik und dem Kaiserreich, mit Euren Freiheiten und Eurem Ruhme, während die rothe Fahne nur den Weg über das MaiSfrld gemacht hat, durch das strömende Blut des Volkes geschleift." Vermischtes. Darmstadt, 22. Febr. Auf besonder,- Ersuchen bemer- ken wir, daß unter den aufgezählten n-uen Eingaben an die zweite Kammer der Stände auch die Voistellungen au« Klein- Linden, Allendvrf a. d. L., Atten-Buseck, Holzheim, Dorf-Mill und Gelnbaar, gleichwie die aus Usenborn, sich gegen Einführung der Presdy:erial - und Synodalverfassiiug aussprechen München, 25. Febr. Die in der letzten Zeit sich mehrenden Reclamativnen „über nicht erhaltene Briefe" Seiten« de« Publikums veranlaßten die Generaldirection der Veik-Hr«- ansialten, den Postmeisiein erhöhte Ueberwackung de« Personals einzuschäifen, da die Erisienz eines oder mehrerer „Brief marder unzweifelhaft schien. Nun isi der für alle Beamten lältiju Druck de« Beargwohntwerden« glücklich beseitigt, da sich durch Zufall da« Berschwinden von Briefen erklärte. Zn einem Bahnpostwagen wurde hinter der Berschaalung, welche einige R sse erhalten batte, eine erkleckliche Anzahl Briefe gefunden. die beim Cvniren durchgerutscht sein mußten; darunter Briefe au- dem Jahre 1863 her. Eine gründliche Reparatur sämmtlicher Bahnpostwagen wird in Zukunft ein solches Ber- schwinden unmöglich machen. Wien. Kaiser Franz Joseph sagte neulich: ich will wissen. was mein Sohn, Kronprinz Rudolf, gelernt hat, und Ander, sollen e« auch wissen. Die Prnsunq darf aber kein Possempiel sein. Es wurden gelehrte Männer und sachverständige Zenaen in die Hofburg geladen und der Kronprinz zwei Tage, jeden Tag 3 Stunden, in Religion und deutscher Sprache, in N.tnrlrhre und Malhematik, in Latein. Geoara- Ubi, und Geschichte eraminirt. Der Prinz antwortet, frisch und munter, er bekam eine gute Censur und vom Kaiser einen Kuß. Paris, 20. Febr. In der Irrenanstalt von Biretre starb dieser Tage ein Mann, dessen Leben ein langer Roman war. Er n-'Nnte sich Julien Maruö. Einer rdd-fn Homilie von Saint Luge angehörend, die in den ilOer Jahren emigrirt war. erhielt er ein, a»te Er,i,I»inq und tat in russische Dienste. Ein,« Tage- wurde er aber verhaftet und nach Tobolsk gebracht, wo er 11 Jahre verblieb. Eine Schrift über Sibirien, die er dem russischen Kaiser zusandte, war der Anlaß zu seiner Begnadigung, die ihm jedoch nur unter der Bedingung gewährt wurde, daß er nie wieder nach Rußland zurückkehre. Bon Tobolsk begab sich Marnö nach der Türkei, wo er zwei Mal beinahe erhängt worben wäre. Al« er nun erfuhr, daß einer seiner Onkel, welcher Pari« bewohnte, gestorben sei, kam er nach Frankreich, um seinen Antheil an der Erbschaft (750,000 Franken) zu erheben. Er präsentirte sich am Hofe Loui« Philipp«, überließ sich aber derartigen Ertravaganzen, daß man ihn in Birvlre als Narr einsperrte. Ein Jahr später sreige- lassen, brachte er sein ganzes Vermögen in zwei Jahren durch. Vollständig im Elend, beschloß er. sich das Leben zu nehmen, sprang in die Seine, wurde aber herausgezogen, ehe er n»ch in« Jenseits hinüber gegangen war. Er resignirte sich, um sortzuleden, war der Reihe nach Croupier in Spielhöllen, Fechtmeister Sprachlehrer und Direktor eines Bureau de placemcnt. In eine Verschwörung verwickelt, fluchtete er nach England, wo er Polizeimann wurde. Von England ging er nach Amerika, wo es ihm zuerst schlecht erging, di« er sich endlich nach Ealifornien begab und dort ein große« Vermögen erwarb. Von Amerika begab er sich über Hamburg nach Wien, wo er Theater-Direktor wurde und einen Theil seines Vermögens aufzehrte. 1863 kam er nach Pari« zuruck und nahm seine Wohnung im Quartier des Observatoriums. Er gab sich mit chemischen Erperimenten ab. Er wollte Diamanten fabriciren. Vor 15 Monaien endlich hatte er derartige Anfälle von Wahnsinn, daß man ihn nun wieder in Bicelre einsperren mußte, wo er denn endlich letzte Woche fein vielbewegtes Leben beschloß. In seiner Werkstatt in München saß vor manchem Jahr und Tag Maler Kaulbach und arbeitete an seinem großen Reformationsbiide, welche« jetzt da« Treppenhaus im.Berliner Museum schmückt. Er saß und kreidete, wischte, schabte und rauchte und ließ sich nicht stöien, als sein Gönner, der greife König Ludwig hereintrat und im Zickzack auf ihn zukam. Der König stellte sich hinter den Künstler, brauchte fein Au, stengla« und rief plötzlich: Wa« machen Sie denn da, lieber Kaulbach? — Den Entwurf zum Reformation bilde, Majestät! Als Wandgemälde nach Berlin bestimmt! antwortete Kaulbach, ohne sich umzudrehen, und weiter kreidend und rauchend. — Was? Die Reformation? Wer hat denn da« entschieden ? — Befehl aus Berlin! — Die Reformation? Und für Berlin? äußerte der königliche Herr. Und ein so großer Meister wie Kaulbach gibt sich dazu her? Das ist das Acrgste, was ich erlebe! — Rasch drehte sich Kaulbach um, erhob sich in ganzer Figur vom Schemel, schob die Brille in die Höhe und die San.mtmütze noch recht« und sogt« laut und mit ruhiger Bestimmtheit: Majestät vergessen, daß ich selbst Protestant bin! — In höchster Erregung unterbrach ihn der König: Nein, Sie mißverstehen mich, Kaulbach, ich will nicht auf die Religion anspielen; in meinem Lande waren die Piotestanten stets frei, und ich habe doch auch Luther in die Walhalla gestellt; nein, meine Entrüstung gilt der Kunst: wie wollen Sie -denn einen Gedanken malen, eine geistige Meinung darstellen? Es ist Ihrer unwiindig! — einen allerthümlichen Stuhl ergreifend fuhr er wie im Selbstgespräch fort: Tie Reformation malen! Und gar noch für Berlin! Wissen Eie und damit Sie sehen, wie unparteiisch ich bin ; ich hab, dem Großherzog von Weimar geralhen, die Reformation auf der Wartburg zu verherrlichen: dorthin gehört ihre Verherrlichung, dort hat sie historischen Boden, von dort ist sie ausgegangen. Aber was will man mit der Reformation in Berlin? Wie kommen birsr historischer. ParvenuS zur Reformation? Wie unterstehen sie sich, deren geistige Bedeutung sich anzueignen, um ihrem Militärstaak auch diesen Nimbus zu verleihen? — Und dazu gibt sich ein Kaulbach her! Auf die Wartburg gehört dü Reformation, oder auch nach Wittenberg meinetwegen.... aber nach Berlin! Voll Aufregung stürmte der König hinau«. So eizählt „Der Salon". (Hippalogisch e«.) Die „Herm. Ztg." erzählt folgend, nette Geschichte von der Anhänglichkeit eine« Pserdeö. Vor etwa zwei Jahren wurde dem Postmeister in Tövi« (Sieden, bürgen) eine- seiner besten Pferde gestohlen. Unlängst wird dem Karlsburger Postmeister ein Pferd zum Verkauf angebo- ten. Ter Postknecht, welcher früher in Tövi« ged'rnt hatte erkennt auf den ersten Blick da« unter seiner Obhut längere Zeit hindurch gestandene Pfeid und theilt seine Entdeckung dem kauflustigen Postmeister mit. Tieser schickt zur Polizei. Der Mann der Sicherheitsbehörde erscheint. Ter Verkäufer kann sich über da« Eigenthum nicht ausweisen und wird festgenom- men. Man bescheidet zur AgnoSkirung den Töviser Postmeister, welcher, weil er krank ist, seine Schwester schickt, die da« Pferd im strengsten Sinne de« Wortes erzogen hatte. Die Dame komm, noch Karlsburg. Ter Tieb läugnet standhaft. Cie. di, Erzieherin, ruft den Gaul beim Namen. Ter Gaul erk.nnt nach zweijähriger schmerzvoller Trennung die Stimme seiner Pflegerin, reißt sich von den Banden, die ihn an den Asivck fesseln,^ mit größter Gewalt los, stürzt wiehernd und alle Hindernisse vor sich niedeiweifend, vor die Gebieterin, bleibt vor ihr stehen und der Pferdedieb war überwiesen. (Gewissenhafte Diebe.) Au« der Kir»e eine« Städtchens in Cbio stahlen Di.be unlängst den Teppich. Da derselbe sckon sehr alt und schadhaft war! nahm sich der Ge- meinde-Vo>stand den Verlust nickt sehr zu Herzen, sondern schaffte sofort einen neuen Teppich an. Acht Tage darauf holten die Diebe diesen, brachten aber dafür gewissenhaft den alten zurück. Die Wallfische wollen nächsten« eine Generalversamm. lung halten, um gegen die hinterlistige Art, Krieg zu führen, zu protestiren Die Grönlandfahrer vergiften nämlich neuester Zeit die Ha,Pune mit Strychnin, um schneller zum Ziele zu kommen, Andere bringen die g arpune mit einer elektrischen Battene in Berdindung, so daß die Walisische „am Schlag," sterben. %* Eine Reisegesellschaft, welche 1866 über (Kairo die Pyramiden besuchte, kain auch in dieser orientalischen Weltstadt in mehrere arabische Volksschulen und fand dorten in bk'nahe allen Lehrsälen einen europäischen Eylinderhut (fog. Angst,ohr) hängen. Ein Lehrer, von dem Dolmetsch,' über die Bedeutung deS Hutes b fragt, ertheilte die Auiwort, daß dies,« die größte Straf, für ungehorsame Kinder sei, wenn si, den Hut aufseyen muffen. Nedaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. CHr. Pietsch) in Gießen.