Preis vierteljährlich 36 fr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 49 fr. - Gichtmr Anzeiger. Erscheint wöchentlich drei- mal: Dienstags, Donnerstags und Samstags. — Expedition: Canzleiberst 8it. B. Nr. 1. Mnzeige- und Wntsbtatt für den Areis Kiefen. Donnerstag den 4. Februar srr. 15. 186». Amtliche Bekanntmachungen. Giesten, am 27. Januar 1869. Betreffend - Jnstrumentenbedarf der Hebammen des Medicinalbezirks Laubach. Das G r o s) I) e r) o g l i ch e K r e i s a in t G i eß e » an die ptm Destrlr Großherfsglichen Kreismrdirinalamtks Laubach gehörigen Bürgermeistereien des Kreises. Mittbeiluna Großherzoglichen Kreismedicinalamtes Laubach sind die in Ihren resp. Gemeinden angestellten Hebammen fast durchschnittlich nur sehr mangelhaft mit den für dieselben Uothwendigen Instrumenten versehen und hat sich daher genannte Behörde erboten, gelegentlich der Fruhzahrslmpfung die nothlgen näheren Erhebungen eintreten au lüften und sodann, was sich der Kostenersparniß halber empfiehlt, die fehlenden Instrumente für die bethel lgten Gemeinden gleichzer ig anzuschaffen, bezw. die deseeten Ätrurnente repariren zu lassen. Indem wir Sie beauftragen, das Großherzogliche Krelsmedlcma amt bei Ausführung zener Matzregel zu unterstützen, bemerken mir datz wir Ihnen die entstehenden Kostenrechnungen demnächst zur Zahlungsanweisung auf die Gememdekasten werden zugehen lassen. wu, uud Zn Verhinderung des Kreisraths: Gros, Kreisassessor. Versteigerung«. 804) Dienstag den 9. Februar, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dahiesigem Rathhause die Immobilien, zum Nachlasse des Carl Wernhard Brück gehörig, als: Flur Nr. □JUftr. Vioo/8 9 Hofraithe in der Flügels- 6 ässe, 40/220,2 1 87 Acker, Garten auf dem Gartfeld, gibt 1 sl. 32V4 kr. abgelöste Zins, öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 3. Februar 1869. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. _________ Ebel.______________ Das vergeben von Steinklopfen bei der Stadt Gießen. 791) Montag den 8. Februar 1869, des Morgens 9 Uhr, soll das Schlagen von 2 Cubik-Klftr. Wegeunterhaltungssteinen, veranschl. zu 54 fl., auf dem Rathhause dahier an den Wenigstnehmenden vergeben werden. Gießen, den 2. Februar 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. _____Vogt.____________ 800) Donnerstag den 4. Februar, Nachmittags 1 Uhr, sollen in dem Wohnhause des Schneidermeisters Brück in der Flügelsgasse: eine Partie Herrenkleider,, eine Taschenuhr und sonstige Gegenstände gegen gleich baare Zahlung versteigert werden. Gießen, deu 3. Februar 1869. In Auftrag: Weidig, Ortsgerichtsmann. 801) Die Lieferung von 18 Ellen grauem Tuch zu Hosen, 6 „ Futter und 35 „ Leinwand zu Hemden wird nächsten Montag, den 8. l. Mts., Vormittags 10 Uhr, im Bürgerhospital versteigert. Gießen, am 3. Februar 1869. Der Rechner: _________________________Wittich. Jaqdvei Pachtung. 789) Dienstag den 9. d. Mts., Nachmittags 1 Uhr, soll die Ausübung der Jagd in der Gemarkung Eberstadt auf der Bürgermeisterei dahier auf weitere 6 Jahre verpachtet werden. Eberstadt, am 1. Februar 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Eberstadt. ____________Görlach. __________ Holzversteigerung. 798) Mittwoch den 10. Februar d. I., von Morgens 9 Uhr an, soll in dem Garbenteicher Gemeindewalde nachverzeichnetes Holz zur Versteigerung kommen, als: 3 Stecken Eichen-Prügelholz, 3 „ ,. Stockholz, 48 „ Nadel-Prügelholz, 36 „ Stockholz, 5200 Wellen „ Reisholz, 2800 Bohnenstangen, 75 Radel - Stämme von 6 bis 10 Zoll Durchmesser und 20 bis 50 Fuß Länge, 215 Nadel - Stangen von 3 bis 5 Zoll Durchmesser und 15 bis 40 Fuß Länge. Die Zusammenkunft ist um die bestimmte Stunde an der Salinenstraße bei der Eisenbahnlinie, woselbst der Anfang mit dem 'Stammholz gemacht wird. Ferner soll an demselben Tage, etwa gegen 11 Uhr Vormittags, das in hiesigem Markwalde gefällte Holz versteigert werden, als: 40 Stecken Nadel-Prügelholz, 30 „ „ Stockholz, 1600 Wellen „ Reisholz, sowie 30 bis 40 Nadel-Stämme'von 20 bis 30 Fuß Länge. Garbenteich, am 2. Februar 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Garbenteich ____________Schwarz. __________ Holzversteigerung im Gießener Stadtwalde. 788) Montag den 8. Februar d. I., von Vormittags 9 Uhr an, soll in dem Gießener Stadtwalde, Distric- ten Oberwald, Wanne rc., nachverzeichne- tes Holz öffentlich versteigert werden, als: 18 Stecken Buchen-Scheidholz, 12Vr „ „ Prügelholz, 29 „ „ Stockholz, 889 Wellen „ Reisholz, ll3/4 Stecken Eichen-Scheidholz, 29V2 „ „ Prügelholz, 383/4 Stockholz, 1178 Wellen „ Reisholz, 186 Eichen-Stämme mit 5919 Cubikfuß, 61 Nadel- „ „ 827 5 Buchen- , „ 33 „ 1 Erlen-Stamm „ 23 „ 3 Eichen-Stangen „ 11 „ 11 Nadel- „ „ 64 Die Zusammenkunft ist am Lumpenmannsbrunnen. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 1. Juni d. I. gestattet. Die Großherzoglichen Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen. Gießen, den 2. Februar 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. _______________Vogt.___________ Holzversteigerung. 790) Mittwoch den 10. Februar d. I. sollen im hiesigen Gemeindewalde, Distriet Hain, nahe an der Bieber, nachstehende Hohsortimente versteigert werden, als: 99 Eichen-Bau- und Werkholz-Stämme von 30 bis 45 Fuß Länge und 12 bis 17 Zock Durchmesser, 5043 Cubikfuß enthaltend, 2 Stecken Eichen-Scheidholz, 14 „ „ Prügelholz, 72 „ „ Stockholz, 18 „ Buchen- „ 2 „ Kiefern-Prügelholz, 600 Wellen Reisholz. Die Zusammenkunft ist Morgens 9 Uhr in Rodheim. Rodheim, am 2. Februät: 1869. Der Bürgermeister: ___________________Bender._____ Holzversteiqerunq. 799) Montag den 8. Februar sollen in dem Staufenberger Gemeindewalde, Di- stricten Lahnkopf, Mühlwald und Birken, nachvetzeichnete Holzsortimente versteigert werden, als: 67 Eichen-Stämme von 6 bis 38 Zoll Durchmesser und bis zu 40 Fuß Länge, 78 Fichten-Stämme von 6 bis 13 Zoll Durchmesser und bis zu 105 Fuß Länge, 16 Kiefern-Stämme von 6 bis 2(1 Zoll Durchmesser und 70 Fuß Länge, 2 Birken-Stämme, 39 Eichen-Stangen und 17 Fichten- „ ferner Dienstag den 9. Februar: 23 Stecken Buchen-Scheidholz, > rungen des In- und Auslandes gestattet. v Die Haupt-Gewinne betragen Francs & 60,000,50,000,45,000,40,000,35,000,« ® 32,000,30,000,25,000,20,000,18,000, tz L 16,000, 15,000, 6000, 5000, 4000,8 t 3000r 2000, 1000, 350,000 a 250, 125, ® GeschNs-Empsellliuig. Nachdem ich die Samenhandlung zum steinernen Haus in Frankfurt a. M., Markt Nr. 44 übernommen habe, empfehle bei herannahender Saison den geehrten Kunden obiger Handlung, sowie den Herren Oekonomen, Landwirthen und Gartenbesitzern alle Gattungen von: Gemüse-, Blumen-, Feld-, Gras-, Klee- und Waldsamen en gros & en detail unter Zusicherung reellster und billigster Bedienung. Preis-Verzeichnisse stehen gratis zu Diensten. Georg Andreas. Lebensuerhcheruugsbcmk f. D. in Gotha. 785) Die Geschäftsergebnisse dieser Anstalt im Jahre 1868 waren überaus günstiger Art. Durch einen reichen Zugang an neuen Versicherungen (3085 Personen mit welcher größer war als in irgend einem der früheren Aufforderung. 808) Wir laden diejenigen Mitglieder unserer evangelischen Gemeinde, welche mit unserer bei den Herren Buchhändlern Ferber, Heinemann und Ricker aufgelegten Zustimmungserklärung zur Adresse des evangelischen Vereins zu Darmstadt einverstanden sind, ein, dieselbe bis längstens den IO. Februar unterzeichnen zu wollen. ® 75, 50, 30, 20 Francs. Die Verloosung geschieht unter Staats- Aufsicht. Vermischte Anzeigen 769) Zwei Pferdeknechte werden zu sofortigem Eintritt gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 770) Zwei aneinanderstoßende Zimmer (neue Anlage) .sind mit oder ohne Möbel zu vermiethen und alsbald zu beziehen. — Bei wem? sagt die Exped. d. Bltts. 774) Bei Frau Hofger.-Secrctär Stürz int Clubgebäude ist ein möblirtes Zimmer zu vermiethen. Verstchenmsts-Gesellschast tu Erfurt. Statutenmäßiges Grundcapital AjUllion Gulden 771) Zum Abschluß von Feuer-, Lebcnscapital-, Aussteuer - und Passa- szier-Verflcheruugen zu billigen, festen Prämien empfiehlt sich und ist jur Ertheilung leder gewünschten Auskunft gern bereit Gießen, im Januar 1869. Krauskopf, Hofger.-Advocat. gestiegen. Bei einer Jahreseinnahme von 2,760000 Thlr. waren nur 1,217300 Thlr. für 694 gestorbene Versicherte zu vergüten, welcher Betrag wesentlich hinter der rechnungs« mäßigen Erwartung zurückbleibt und den Versichertem eine abermalige hohe Dividende in Aussicht stellt. * In diesem und den nächsten vier Jahren werden nahe an Zwei und drei Viertel Millionen Lhalcr vorhandene reine Ueberschüsse an die Versicherten vertheilt, was für das Jahr 1869 eine Dividende von 3 9 Proeent ergiebt. Versicherungen werden vermittelt durch Buchhändler A. Ricker in Gießen. Örtseinnehmer Louis Hohler in Büdingen. Lehrer H. K. Walz in Lich. Oscar Ehrhardt in Marburg. Vermiethnngen. 796) Zwei Zimmer find einzeln oder zusammen zu vermiethen bei Dr. Stein, II. 37. 792) Ein neu hergerichtetes, sehr freundliches Familienlogis ist billig zu vermiethen 766) Ein Zimmer mit Cabinet, mit oder ohne Möbel, ist zu vermiethen. Näheres bei der Exped. b. Bltts. 781) Eine möblirte Stube ist zu vermiethen ; auf Verlangen kann auch die Kost dabei gegeben werden in Lit. A- Nr- 7. 786) Ein möblirtes Zimmer ist zu vermiethen bei Kürschner Schultheis, Marktstraße. 797) Eine Familienwohnung von 6 Zimmern, nebst Küche und Zubehör, ist zu vermiethen. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 767) Ein Familienlogis, bestehend aus 4 Zimmern, Küche und Zubehör, sowie das im Hinterbau befindliche Sälchen, ist ander- roei-t zu vermiethen; letzteres ließe sich auch leicht auf Wunsch in ein Familienlogis umDal Dar Fruchtmä Gießen Alsfeld Gründer Lauterbc Mainz Dai Galle — vor wich vorzüglich deshalb bi Ltratze de Namen N Meir cher ich r der mir g> ges Mäocl Bloß W|fe, W offene WohnM Ar Wafchfiar junge Ma den nach, Heyden un „Uno «'«ft ßch '“»f'-ngen Mache so’ für ju gut schein!, ll W« gan . Dies Znlerch, lverden m Der Du >ch mich 8, Ech t)at gewöhnlich Der Wine The Winmtr; ivaren leb! ^ich mei'nf önö glückli i«" b *’M Telegraphischer Schiffsbericht, mitgetheilt von Chr. Wallenfels jun. Angekommen in New-Bork r Das Bremer Postdampfschiff Deutschland, Reisedauer 13 Tage. „ Hamburger „ Holsatia, w 12 „ 3n Havanna und New-Orleans r Das Hamburger Postdampfschiff Saxonia, Reisedauer 21 Tage. Am 6. Februar „ 6. „ „ 10- „ „ 1. März u 1. „ Abgehendr Dampfer Main von Bremen nach Nelp-Aork. „ Tripoli „ Liverpool „ „ „ Germania „ Hamburg „ „ „ Teutonia „ „ „ New-Orleans. „ Berlin „ Bremen „ Baltimore. 805) Wegen Auskünften und Passagen beliebe man sich an Obigen zu wenden. Wechsel auf alle größeren Plätze der Vereinigten Staaten zum Tagcs- coursc. ________________________________________ Schifföbkricht, mitgetheilt von dem Haupt-Agenten C. W. Dietz. Das Postdampfschiff Union ist am 21. Januar von New-Z)ork abgegangen und am 1. Februar in Southampton angekommen. Das Postdampfschiff Donau ist am 16. Januar von Bremen abgegangen und am 31. Jtmuar in New-York angekommen. Anlelienalooee. Kurh. 40 Thlr. Loose 56s 2 Nassau fl. 25 b. Roth. 381/4 Gr. Hess. fl. 50 b. R. 164 Gr. Hess. fl. 25 b. R. 443/4 4° 0 bayr. Präm. Anl. 1061/4 4% badische Loose 103i/2 Badische fl. 35 Loose 553/ö 1858r Prioritätsloose 155 1860r Loose 781/4 1864r „ 113 Vg Borseilnachrichten. 2. Februar 1869. Preuss. 41/2%* Obi. 935/g Frankf. 31/2% Obi. 81 «/4 Nass. 4V2o/o Obi. 94Vg Kurh. 40/o Obi. 867/8 Hess. 40/o Obi. b. Roths. 1023 4 „ 31/20/0 do. do. 915/g Bayer. 5% Obi. 102V? n 41/2°/o 1jährige 95V, „ 41/2% Viiährige 96 Würtemb. 4,/2% Öbl. 94V2 Baden 4i/2°/g Obi. c. E.L. 94y8 Oestr. 5% b. R. 593/4 n 50/0 National 52*/2 „ 50/0 Metall. Obi. 63 „ M. steuerf. 511/4 Amer. 6V0 1882r Bds. 79 n 60/g 1885r 777/s Prioritäten. 50/o östr. F. St. E. B. 3H1/2 Lud wigsh.-Bexbach 1593/8 Maxbahn 106 Vs Bayer. Ostbahn 1253/4 Hess. Ludwigsbahn 1383 8 3°/o östr. Stsb.-Prior. 55 3% östr. s. Lombard. 463/4 3% Livorneser 32 Toscaner 497/ö Frankf. Hypoth.-Bank — Frankf. Vereins-Kasse 971/2 5% Elisabeth-Prior. 76*/4 do. II. Emiss. 74 Actlen. Frankf. Bank 124'/g • Oester. Bank 656 „ Creditact. 2531/2 Darmst. Bankaet. 274 Wechsel. Amsterd. k. S. 99>/2 Augsb. k. 8. 100 Berlin k. S. 105 Bremen k. S. 963/4 Cöln k. S. 105 Hamburg k. 8. 872/4 Leipzig k. S. 105 London k. 8. 119 i/e Lyon k. S. — Paris k. S. 94’/2 Wien k. 8. 97Vs Disconto 31/2% G. Geldsorten. Pr. Cass. Sch. 1 443/4-45 Div. Cass.-A. — Pr. Friedrdor. 9 58-58 Pistolen . . 9 47-49 „ doppelte 9 48-50 Holl. fl. 10 St. 9 54-56 Ducaten . . 5 35-37 20 Frankenst. 9 26l/2"271/2 Engi. Souver. 11 52-56 Ruse. Imper. 9 48-50 Doll, in Gold 2 26-27 Frucht- und Mehlpreise in verflossener Woche von nachbenannten Orten und Frachtmärkten. Fruchtmärkte. Jan. Waizen. Korn. Gerste. Spelz. Uüssdem Markt Mt^ preis Auf dein Markt NM preis Auf dem Markt Mb- preis Auf dem Markt Mit. preis a « verk. fl- fr. auf-; gef- ; verk. fl. fr. auf: gef- verk. fl. kr. lauf- gef- verk. fl- fr. Gießen M. M. M. M. M. M. 30 M. M. Alsfeld 30. 51 5? 11 25 28 28 8 30 2 2 7 — — — Grünberg 30. 102; 11 36 — 781 8 48 — 47 7 40 — — — Lauterbach - Mainz 29. — 76 11 45 — 68 9 5 — 1 8 — Hafer. Erbsen. Linsen. Auf bemIMit.- Wicken. Kartoffeln. Roggen mehl. Aus dem Marft Mit.- preis Auf dem Markt Mit.- preis Auf dem Markt Mit.- preis Auf dem Markt Mb- preis s £ Markt preis auf: gef. verk. fl. fr. auf: gef- verk. fl. kr. •pß 4m) | verk. fl. fr. auf; gef- verk. kr. auf. gef- I oerf-j fl. fr. fl. fr. fl. fr. M- toi. M- M. M. M. W M- M. M. 8 8 5 20 1$ 9 20 — — 36 5 37 - 4 10 10 — — — — — — — — — - — — — — — — 14 6 1 — - — — — — — — — — — — — 2|12 — — — Normalgewicht per Malter: Waizen 200, Korn 180, Gerste 160, Spelz und Hafer 120, Erbsen, Linsen, Wicken 220, Kartoffeln 200, Mehl 140 Pfund. Feuilleton. Unter dem Schicksal. Eine Geschichte aus dem Leben von Edmund Frank. Das bescheidene Jahreseinkommen, welches mir mein längst Heimgegangener Gatte — mein Auge füllt sich noch jetzt mit Thränen, so oft sein geliebtes Bild vor mich hintritt — zu hinterlassen vermochte, will sorgfältig behandelt sein, vorzüglich zu so außerordentlich theurcn Zeiten, wie den jetzigen, und ich wohne deshalb bereits seit einer Reihe von Jahren in einer stillen, weit abgelegenen Straße des äußersten Westens dieser großen Metropole, welcher ich hier den Namen Blumenstraße geben will. Mein Haus trägt die Nummer 58, und so oft ich zu der Zeit, von welcher ich rede, an's Fenster trat, blieb mein Auge unwillkürlich an denjenigen der mir gegenüberliegenden Nummer 57 haften, dem Hause, in welchem ein junges Mädchen ihre Blumen mit so sichtlich großer Liebe pflegte. Bloße Neugierde war es nicht, sondern vielmehr ein unbestimmtes, tieferes Interesse, womit ich sie beobachtete, wie sie sich leicht und graciös an den fast stets offenen Fenstern ihres geschmackvoll moblirten, höchst zierlich gehaltenen Wohnzimmers hin und her bewegte. Ihr Name war, wie mir meine Köchin, die ihn durch Vermittlung der Waschfrau erfahren hatte, sagte, Adeline Rosen, der hochgewachsene, tief brünette, junge Mann aber, der sich so stolz trug und Abends zu ganz verschiedenen Stunden nach jenem Hause heimkehrte, erster Commis im Banquierhause Palmer & Heyden und ihr Bruder. „Und welch' ein hübsches Mädchen sie ist," fuhr Martha eines Tages redselig fort. „Und Frau Petersen sagt, sie trägt wunderschönes Leinen, feiner als manche vornehme Damen. Aber, sagt sie, ihr Bruder hält nichts in der Welt für zu gut und zu theuer für sie, obgleich er bisweilen düster gestimmt zu sein scheint. Und Frau Petersen meint, sie haben sonst gar keine Verwandte, sondern stehen ganz allein in der Welt." Diese Mittheilungen meiner Köchin waren mir, ehrlich gesprochen, von hohem Interesse, da jedoch unter allen Verhältnissen die Disciplin aufrecht erhalten werden mußte und es sich einmal nicht schickte, daß Martha mich zur Vertrauten der durch sie von meiner Waschfrau eingezogenen Neuigkeiten machte, so sah ich mich genöthigt, scheinbar mit der größten Gleichgültigkeit zuzuhören, und entließ dann die gesprächige Dienerin mit einer gleichgültigen Bemerkung zu ihren gewöhnlichen Arbeiten. Der Umstand, daß sie verwaist und allein in der Welt dastand, erhöhte meine Theilnahme für die junge Nachbarin noch, obgleich eS ihr selbst wenig Bekümmerniß zu verursachen schien, denn ihr Gang und alle ihre Bewegungen waren lebhaft und frei, ihre Stimmung augenscheinlich stets heiter, und täuschten mich meine Beobachtungen nicht gänzlich, so fühlte sie sich vollkommen zufrieden und glücklich. Ich hatte sie auf der Straße einmal in mädchenhaft tändelndem Tone zu dem neben ihr her trabenden Hündchen sprechen gehört und ein anderes Mal schallte an einem ganz wildstillen Tage ihr fröhliches Gelächter zu mir herüber, als sie sich damit beschäftigte, das kleine Thier in allerlei Kunststücken zu unterrichten. Dann und wann sah ich gegenüber auch Besuch eintreffen, der eben so heiter empfangen wie entlassen zu werden schien. Trotz Alledem und Alledem vermochte sich meine stets wachsende Theilnahme für die junge Dame nie einer gewissen, mir völlig unerklärlichen Angst um das künftige Loos derselben zu entkleiden, einer unbestimmten, dusteren Ahnung, als ob ihr Unheil drohe. Es war ein Festtag und die ganze Blumenstraße schien ihn bei dem herrlichen Wetter im Freien feiern zu wollen, denn fast aus allen Häusern sah man die Leute im sonntäglichen Anzuge hervortreten und das Trottoir war mit Fußgängern bedeckt, welche alle dem nahen Lustgarten zuströmten, wo heute eine Blumen-Ausstellung, verbunden mit großem Concerte, stattfinden sollte. Auch die Thür des Hauses No. 57 öffnete sich und in derselben erschien Adeline Rosen in Begleitung ihres Bruders. Da einige Zeit verging, bis es ihr gelang, ihr Hündchen, das sie durchaus begleiten wollte, wieder in's Haus zurückzuschmeicheln, so blieb mir jetzt hinreichende Muße, ihre Kleidung genauer zu mustern. Sie war einfach, aber höchst elegant, vom zierlichen Krepphütchen, das sich auf ihrem üppigen Haar wiegte, bis zu den Stiefelchen mit den hohen Absätzen» welche den hübsch geformten, kleinen Fuß nur um so deutlicher hervortreten ließen. Der Stoff ihres Kleides war französischer Musselin, ein zartes, luftiges Gewebe, das ein muthwilliger Zephyr mit den reizendsten Blumen überschüttet zu haben schien, und'der reich mit Spitzen besetzte Ueberwurf vom feinsten, ächten Sammet mußte fast so kostbar gewesen sein wie der ganze übrige Anzug. Den äußersten Rand des buntseivenen Sonnenschirmes bildete eine breite Spitzengarnitur. „Fräulein Adeline Rosen kleidet sich in der Tbat kostbar und mit sehr vielem Geschmack," bemerkte ich fast wie im Selbstgespräch. „Entweder sie muß selbst sehr wohlhabend oder ihr Bruder außerordentlich freigebig gegen sie sein." Diese Worte waren kaum über meine Lippen, als ich sie auch schon be- reuete. Doch zu spät, denn Martha nahm sofort ihr altes Lieblingsthema wieder auf. Frau Petersen wußte ganz bestimmt, daß Fräulein Rosen selbst nicht das allergeringste Vermögen besitze, sondern daß vielmehr ihr Bruder Alles für sie bezahle. „Und denken Sie sich, Madame," fuhr sie dann fort, „das Fräulein hat auch nicht die entfernteste Idee davon, was die Sachen kosten, gerade wie es immer bei den jungen Damen der Fall zu sein pflegt, wenn sie in der Pension erzogen worden sind. Sie sucht sich in den Läden aus, was ihr eben gefällt, ohne jemals nach dem Preise zu fragen, und die Rechnungen werden dann an ihren Bruder geschickt." Nach diesen Worten zog sich Martha mit ihrem Besen nach der Küche zurück. Jene unbcstimmten, düsteren Ahnungen, jene dunkle Angst um das Schicksal der interessanten, jungen Nachbarin kehrten mir mit verdoppelter Lebhaftigkeit wieder, als sich mir jetzt der Gedanke aufdrängte, wie wenig die elegante, kostbare Garderobe derselben mit dem unbedeutenden Häuschen, das sie bewohnte, und ihrem einfachen Haushalte, der nur zweier Dienstmädchen bedurfte, har- monirte. Ich hatte mit der jungen Dame auch noch nicht ein einziges Wort zu wechseln Gelegenheit gehabt und dennoch war es mir, als hätte ich sie bereits lieb gewonnen. Adeline kehrte am Abende jenes Tages frühzeitig nach Hause zurück. Sie lehnte zärtlich am Arme ihres Bruders und unterhielt sich heiter mit diesem und einem Herrn, welcher an ihrer anderen Seite ging. Das edle Gesicht des Letzteren war tief gebräunt, als habe er längere Zeit unter einer fremden Sonne gelebt, und der linke Aermel seines Rockes war leer und quer über der Brust befestigt. Obgleich er außerdem noch angegriffen war und den Oberkörper in Folge seiner Verstümmelung etwas vorgebeugt trug, so sprach sich doch in seinem gan^ zen Anstande, in jeder seiner Bewegungen ein unverkennbares aire noble auM zumal im Vergleiche mit dem großen, sonst unverkennbar hübschen jungen an der anderen Seite des jungen Mädchens. (Fortsetzung folgt.^M Nedaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (F.r- Chr. Pietsch) in Gießen. gebunden, um gleichzeitig ihr vor 14 Tagen fand sich an Schnitzspahn's durch gemeinsamen Sprung in das Wasser Leben zu endigen; dabei muß die Schürze der aufgefundenen Schäfer gerissen sein, denn sie den beiden Schurzen der gestern gefundenen vor. Die jüngste Schnitzspahn scheint einen ausgeraubt und selbst die heilige Mutter Gottes zu Atocha chestohlen habe, wolle sie der katholischen Kirche auch ihr letztes Eigenthum, die Bibliotheken und Archive, rauben. „Diese Schandthat", erklärt die fromme „Gegenwart", „empörte endlich selbst die geduldige Seele eines Mönches. Verdient nicht dieser Mönch für einen einfachen Meuchelmord Gnade, und wenn auch nicht den Titel eines Märtyrers, doch mit Recht den eines bedauernswürdigen Opfers seiner ausgearteten Ueberzeugung?" Wien, 31. Ian. Die „Reue fr. Pr." schreibt: Der alte General Dufour bat den österreichischen Orden angenommen, welcher ihm für seine Betheili- gung an dem internationalen Congreffe für Krankenpflege im Kriege geworden, obwohl der Bundes- rath sich dagegen ausgesprochen hatte. Die Schweizer nehmen das dem 81jährigen Dufour sehr übel, der übrigens seit langer Zeit Großkreuz der Ehren- legion ist, und somit den österreichischen Orden mit Hinweis darauf, daß er als Schweizer keinen fremden Orten tragen könne, füglich nicht ablehnen konnte. Aber die Schweizer haben auch die Annahme der Ehrenlegion seinerzeit nicht gebilligt, und sie mögen das halten, wie sie wollen. Wenn aber die „Norddeutsche Allg. Ztg." den General Dufour dcßhalb tadelt und den Schweizern beistimmt, weil eben Dufour einen österreichischen Orden onnahm, so ist das geradezu lächerlich. „In Genf", schreibt die „Norddeutsche Allg. Ztg.", „ist bekanntlich die Bandwurmkrankheit zu Hause, welche auch der Bundesrath nicht so leicht wird heilen können." Derlei schreibt heutzutage ein ministerielles Blatt, das in Preußen erscheint, wo bekanntlich jeder zweite Mann einen Adler- oder Kronenorden oder ein allgemeines Ehrenzeichen am Rocke trägt. Dieses Blatt spricht von der Bandwurmkrankheit in Genf, während am 18. d. in Berlin ein Ordensfest abgehalten wurde, aus Anlaß dessen auf einmal 1981 Orden verliehen wurden! Welche Balken haben diese Berliner Split- terrichter im eigenen Auge unv wie pharisäisch urteilen sie über Andere! W^r möchten wohl wissen, ob die „Norddeutsch Allg. Ztg." von Bandwurmkrankheit in Genf zu reden wagen würde, wenn Dufour einen preußischen Orden anzunehmen in die Lage versetzt worden wäre? Berlin, 1. Febr. Der „Staatsanzeiger" publi- rirt bas Budget für 1869 und die Einberufung des Bundesrathes auf den 15. Febr. Wie die „Kreuz-, zeitung" meldet, ist die Einberufung des Zollparlaments auf Mitte Mai beabsichtigt. Düsseldorf, 28. Jan. Vor einigen Tagen meldeten sich auf dem hiesigen Polizeiamte drei Hannoveraner, welche auS der im Innern Frankreichs weilenden Welfenlegion desertirt waren. Denselben wurden die M-ttel zur Weiterreise nach Hannover, um welche sie gebeten batten, gewährt. Frankfurt, 1. Febr. Wie die „Franks. Ztg." mittheilt, hat die königl. Eisenbahndirection in Kassel auf die Miethe, welche der Pächter des Gasthauses zur „Westendhalle" an die Stadt Frankfurt zu zahlen hat, Anspruch erhoben, und wie es heißt, dieselbe sogar mit Beschlag belegen lassen. Da die Westendhalle unzweifelhaft Eigenthum der Stadt Frankfurt ist, unv sogar in dem Rcceßentwurf als solches anerkannt ist, so sind wir — schreibt die „Fr. Ztg." — begierig, zu erfahren, welche Stellung die Frankfurter Behörden zu diesem neuen Versuch nehmen werden, das Privateigenthum der Stadt Frankfurt dem preußischen Staate „einzuverleiben". Karlsruhe, 1. Febr. Die „K. Z." schreibt: wie aus den öffentlichen Blättern bekannt, wurde Bürgermeister Max Stromeyer in Konstanz durch Erlaß des erzbischöflichen KapitelsvicariatS vom 14. Januar, unterzeichnet von dem derzeitigen Kapiku- larvicar der Erzdiözese, Weihbischof Lothar Kübel, von den kirchlichen Gemeinschaftsrechten und von dem Empfange der heil. Sacramente insolange ausgeschlossen, bis er in sich gehen und seine kirchlichen Pflichten erfüllen werde. Die Eröffnung des kirchlichen Erlasses erfolgte durch Schreiben des kath. Pfarramts St. Stephan vom 23. Januar l. I. Bürgermeister Stromeyer gab dem Großh. Bezirksamt Konstanz officielle Kenntniß von dem Geschehenen unter Vorlage der Actenstücke. Auf den amtlichen Bericht, welcher am 25. Jan. dahier einkom, erstattete das Großh. Ministerium des Innern, weil durch 'das Verfahren der Kirchenbehörde die Bestimmungen der §§. 618 („Wer Gewalt oder Drohungen mit Gewalt gegen obrigkeitliche Personen anwendet, um sie zu der Erlassung oder Zurücknahme einer Verfügung oder Anordnung, oder zu einer andern Amtshandlung zu nöthigen, oder sie wider ihren Willen von einer Amtshandlung abzuhalten, wird mit KreiSgefä'ngniß nicht unter 3 Monat oder Arbeitshaus bis zu 3 Jahren bestraft." In specie sagt das Gesetz, betr. die Bestrafung von Amtsmiß« bräuchen der Geistlichen: „Der (oben citirte) §. 618 findet Anwendung gegen Diener der Kirche, welche zu den in jenem Paragraph angegebenen Zwecken kirchliche Strafen androhen, oder deren Androhung eröffnen, solche Strafen aussprechen oder vollziehen.") und 686c. des Str. - Ges. - Buchs verletzt erscheinen, sofort Vortrag an Großh. Staatsministerium. Auff den Beivortrag des Großh. Justizministeriums erging am 28. Januar Entschließung aus Großh. Staatsministerium, wornach zur strafgerichtlichen Verfolgung des Bisthumsverwescrs, Lothar Kübel in Freiburg unv des Pfarrverwesers Michael Burger in Konstanz auf Grund der gegen den Bürgermeister Stromeyer ausgesprochenen Excommunication wessen Mlßbrauchs des geistlichen Amtes die höchste Geneh- migung ertheilt und das Ministerium des Innern beauftragt wurde, den Obcr-Staatsanwalt bei dem Großh. Kreis - und Hofgericht Freiburg hiernach anzuweisen. Die Großh. Staatsanwaltschaft erhielt demgemäß die erforderlichen Weisungen, und auf Antrag derselben hat die Raths- und Anklagekammer beim Großh. Kreis* und Hofgericht Freiburg durch Beschluß vom 30. Januar den kreisgerichtlichen Untersuchungsrichter, Kreisgerichtsrath Deimling, mit der Führung der erwähnten Untersuchung beauftragt. Wien, 30. Jan. Die Ermordung des Gouverneurs von Burgos wird von den klerikalen Blättern als ein Act der Nothwehr entschulvigt. Am Offenherzigsten spricht sich die in Wien erscheinende ultramontane „Gegenwart" aus. Dieses Jesuitenorgan beklagt zuerst das Aufhören der Glaubensgerichte und der Verbrennung der Ketzer mit den Worten: „Das katholische Volk in Spanien zu- sammt seinen Fürsten-wies die Heiden, Juden und Sectirer, die Aussendlinge der Hölle, von sich, und es erwehrte sich in jenen Zeiten, da das furchtbare ^Recht des Feuers in den Staaten Europa's noch herrschte, ihres massenhaften Andringens durch AuS- ^^ng dieses, für unsere verzärtelten Humanitäts- Wver so entsltzlichen Rechtes". Jetzt, nachdem „die ^^utionspartei" alle andern Kirchengüter bereits Vermischtes. Giessen, 3. Februar. Trotz dxr von namhaften Männern ausgegangenen Empfehlung zur zahlreichen Unterzeichnung der Adresse an'©. K. H. den Großherzog, betreffs Regelung und Neugestaltung unserer kirchlichen Verhältnisse, hat die Unterzeichnung derselben, wie wir vernehmen, bis dahin einen sehr dürftigen Erfolg gehabt, — ein Resultat, welches wir im Interesse der Sache selbst sehr beklagen müssen, zumal in andern hessischen Städten, auch abgesehen von Darmstadt, wie Offenbach und Friedberg, die regste Theilnahme sich kund gibt, wie sie der Gegenstand verdient. Gerade die Univeisitätsstadt, die Trägerin der Bildung und Intelligenz, sollte als Vorbild voranleuchten und nicht fast stumm und theilnahmlos zurück bleiben. Hoffen wir, daß viele Säumige noch vor Schluß der Adresse (10. Febr.) durch ihre Unterschrift ihre Zustimmung zu derselben zu erkennen geben werden! Mainz, 29. Jan. Heute Nacht ereignete sich in der Wohnung deS Herrn Pedell Sommer in der kleinen Emme- ransstraße ein höchst bedauernSwertheS Unglück. Der achtzehnjährige Sohn des Genannten schläft in,einem nach der kleinen EmmeranSgaffe gehenden Zimmer zu ebener Erde. Die dort dicht an dem Gymnasialgebäude laufende Gasleitung scheint eine bedeutende Beschädigung erlitten zu haben, und eö fand in Folge dessen eine starke Gaöausströmung Statt. Das Gas fand seinen Weg in das Zimmer des jungen Mannes und verbreitete sich dort in solch bedeutender Quantität, daß der Schlafende erstickte und am heutigen Morgen todt aufgefunden wurde. Mainz. Don hier wird eine neue Art der Neclame gemeldet. Vor einigen Tagen waren nämlich die Passanten d-r großen Bleiche und Sackgasse nickt wenig erstaunt, auf dem Pflaster eine Unmasse papierner Cigarrentäschchen, je zwei Cigarren enthaltend, vorzufinden. Die Täschchen, in denen die Cigarren theilweise zertreten waren, trugen die Firma eines hier wohnenden Specerei- und Cigarrenhändlers. In Berlin ist'S in' einer Arbeiterversammlung zwischen den Lassalleauern und Schultze-Delisch's zu einer Schlacht gekommen. Die Laffalleaner stimmten die Marseillaise an, ließen Schweitzer hochleben und hieben „in der Begeisterung, für die Sache der Arbeit die erste Schlacht schlagen zu können", mit Stöcken, Schlittschuhen auf ihre Gegner ein, die Schultze leben ließen. Schweitzers Social Demokrat rühmt, „es fiel Hieb auf Hieb auf die feindlichen Schädel, die Unserigen standen im Kampfe fest wie die Felsen in der Brandung der See; ihre Haltung war vo>züglich." Die Verwundungen waren sehr zahlreich. Berlin. Hier hatte ein Vorfall bei Ausübung der Kirckendisciplin iw Betreff des Brautkranzes durch den Prediger Fournier Aufsehen erregt und Seitens des Predigers eine Berichtigung der in der hiesigen Presse umlaufenden Angaben veranlaßt. Jetzt ist im Bureau der Staatsbürger-Zeitung der Bräutigam, welcher mit seiner Braut vor dem Traualtäre so schwer gekränkt worden, persönlich erschienen und hat folgende Erklärung abgegeben: „Der von der Staatsbürger- Zeitung in Bezug auf mich und meine jetzige Frau mitgetheilte Vorfall ist buchstäblich genau so erzählt, wie er sich zugetragen hat. Ich habe Anfangs gewünscht, daß der Vorfall nicht in die Oeffentlich gelange; allein da eS jetzt einmal geschehen ist, und Herr Fournier die Dreistigkeit gehabt hat, seine Thal öffentlich abzuläugnen, so will ich, daß die Wahrheit vor aller Welt und auch vor Gericht an den Tag komme, um so mehr, als meine Frau gleich nach dem Vorfälle fieberisch erkrankt, und jetzt in unrichtige Wochen gekommen ist, nach Aussage der Hebamme einzig und allein in Folge der krampfhaften Aufregung, in welche sie bei der Trauung durch die ihr zugefügte Mißhandlung deS Predigers versetzt worden ist. Der Schlag, den derselbe meiner Frau an meiner Seite ins Gesicht gab, war auch nicht etwa bloS ein sanfter Backenstreich, sondern eine Ohrfeige, deren Schall ich und mit mir auch jeder Trauzeuge hörte. Ich bin entschlossen, gegen den Ober-Consistorial- rath Fournier bei der Staatsanwaltschaft eine Denunciation wegen MißbrauchS der Amtsgewalt einzureichen." Vei der hohen amtlichen Stellung Fourniers macht die jetzige Berichtigung einer wahrheitswidrigen öffentlichen Erklärung begreiflicher Weise ein noch viel größeres Aufsehen. — DaS Consi- ftorium hat nunmehr die Staatsanwaltschaft zur gerichtlichen Verfolgung der Angelegenheit veranlaßt. Frankfurt, 1. Febr. Sonntag Morgen gelang e« dem Besitzer der Schwimm- und Badeanstalt, Hrn. Kleeblatt, die Leichen der beiden Sachsenhänser Mädchen vor dem eisernen Gitter des Winterhafens unter dem Eise aufzusinden. Es bedurfte einer anstrengende» Arbeit, bis man die beiden noch sehr wohl erhaltenen Leichen an das Land schaffen konnte. Daß seiner Zeit die drei Mädchen gemeinsam den Tod gesucht und gefunden, steht nun außer allem Zweifel. Vor der That hatten sich die drei Lebensmüden mit ihren Schürzen zusammcn- schweren Todeökampf bestanden zu haben, denn dieselbe hatte sich die Zunge auf der einen Seite durchgebissen. Eine große Menschenmenge eilte auf die Nachricht von dem Auifinden der Leichen an den Winterhafen. Jeder stand, bei dem anerkannt guten Rufe der drei Mädchen, vor einem bis jetzt noch nicht gelösten Räthsel. Der freiwillige Tod der drei Mädcken ist psychologisch um so merkwürdiger, als sie, in guten Verhältnissen lebend, jeder Zeit ein heiteres Gemüth bekundeten. Amerika. Die Tochter des Commodore Meade in Amerika wollte sich gegen dessen Willen verheirathen. Um ihren Zweck zu erreichen, steckte sie sich hinter zwei Aerzte, gewann den Director einer Privat-Jrrenanstalt und ließ ihren Vater einsperreu. Während der Vater in Gesellschaft von Irren in Gefahr geräth, aus Schmerz über ben Undank der Sei- nigen wirklich den Verstand zu verlieren, hält die Tochter fröhliche Hochzeit, wobei die Champagnerpfropftn knallen. Als Verdacht entsteht, daß nicht Alles mit rechten Dingen zugegangen, gibt die Frau sich dazu hrr, Zeugniß wider ihren Mann abzugeben. Der Erste, welcher sich des unglücklichen alten Mannes annabm, war ein Deutscher, welcher Gelegenheit gehabt hatte, ihn kennen zu fernen, und auf den er durchaus den Eindruck eines geistig gesunden Menschen gemacht. Ter Polizeirichter griff die Sacke mit.Energie an, ließ den Eingesperrt?n zu sich kommen und überzeugte sich gleichfalls von seiner Gesundheit. Meade wurde entlassen und seine Tochter verhaftet. * Ein Roman und doch fein Roman! Der Träger eines stolzen Namens, Herr v. *, der nebenbei Besitzer eines unermeßlichen Vermögens war, verfügte nebst vielen tobten Juwelen auch über ein lebendes, in Gestalt eines jungen, blühendes Mädchens, welches der alte Herr auf einem seiner Schlosser verwahrte, damit seine Eifersucht nicht Nahrung in dem Geräusch der großen Stadt erhalte, aber auch, damit die jugendliche Dame gesunde, gute Landluft genieße, denn — sie fühlte sich Mutter. Im Jahre 1841, „im wunderschönen Monat Mai", schrieb Herr v. * an seine Geliebte, er habe für die nahe bevorstehende Geburt seines illegitimen Sprossen ein Codicill verfaßt, in welchem er denselben fürst lich bedachte. Allein der Mensch denkt und Gott lenkt! Bevor noch dieser Brief an seinen Bestimmungsort gelangt war, hatte den alten Herrn der Schlag gerührt und war im Jagdschlösse desselben ein gesundes Knäblein zur Welt gekommen. Cs kam die Gerickts-Commisfion, das Testament ward eröffnet, die zwei legitimen Töchter, beide schon verheirathet, waren zu Universal-Erbinnen eingesetzt, allein — vop einem Codicill war feine Spur zu finden. Die Dame, welche dem Herzen deS alten Herrn so nahe gestanden, erhielt eine zeitlang da« Gnadenbrot; allein bald war fie, ihr Knabe und die „Mähr" vom Codicill vergessen. Jahre gingen darüber hin. Der illegitime Knabe wuchs heran, fhibide in B. Medicin und hatte — ohne die geringste Ahnung von seiner Abstammung , die ihm seine Slutter sorgsam verschwiegen — im Jahre 1866 seine Universitätsstudien absolvirt. Damals suchte Frau v. **, die Tochter jenes alten, verstorbenen CavalierS, für ihren halb herangewachsenen Majoritätserben einen !Hof- meister und — engagirte unfern Helden. Sie ahnte nicht, daß eS ihr Halbbruder sei. Der Hofmeister erhielt den Auftrag, die Bibliothek für seinen jungen Zögling einzurichten. Da fand sich unter vielen alten Schriften eine Aufzeichnung, welche den Handgriff enthielt, mittelst dessen die geheimen Laden eines alten Möbels, eine« „Familien-SchreibtischeS", geöffnet werde» könnten. Man versuchte, man öffnete die vom Roste angefreffene Lade und fand — das Codicill, in welchem der alte Herr dem Kinde seiner Liebe das runde Sümmchen einer Million legirt hatte. Der Hofmeister berichtet die „eigenthümliche" Geschichte seiner Mutter, diese aber beeilte sich nunmehr, ihrem Sohne mitzutheilen. daß er von Rechtswegen der Anspruchnehmer dieser Kleinigkeit sei, welche im Laufe der Zeiten durch Zinsen um ein Erkleckliches angewachsen ist. Da die Erben gutwillig das Codicill nicht anerkennen wollen, io dürfte es nunmehr zum Prozesse kommen. Die An, gelegenheit wurde i» die Hände de« Hof- und Gerichts-Advokaten Dr. Lewinger gelegt und dürfte wohl einer der interessantesten Prozesse der Neuzeit werden. %* Der Korb. „Nun, Ihre Tochter ist geworden Braut mit dem Kurzwaarenhändler Gutherz? ©ratulire! Aber, hätte der Mann bei uns angehalten, von mir hätte er bekommen — einen Korb." — „Das glaub' ich Ihnen! Awer waS für en Korb hätt' er bekommen. E Korb voll Töchter!"