■kt 11, TIS5C 1. btr nächsten Woche x Landmann. ifecheei. d. t S- !00 k. & V s. 104-/8 \ S. Ä s. 1047/s „k.8 .W> a. S. I"5 > t »■ 120 k. s. - t S. 95VI Lu ■'T®5*a *. 5«!' __ 9 58'r591/1 9 ^.52 > ’n 51-53 opPclt* 9 54-56 10 ^ 5 37-3 n ‘ g Zl-32 ^Va\ 57-59 °>°^S 51-53 Imp*’7 . , 28-^ss- 11 u—s f tc. 'uno.Mnncb auf- ^>er,KonrabBreL Würger und Cckrei- -°bn, Marlin Hein- boren den 17. %ni ’VNh'ecretär, $,(; *n ^°hil, Wilhelm orcn den 3. IM ‘Ute. ^Katharine Frank, ( d/s verstorbenen S ^nstoph Fried, !(• 14$., gestorben PP Möser, Bürger 59 I 1 M. 9 T., Ilse Dietz, geborne ■n Wb- Obcrzoll- ■ Äbam Dietz, hin- 74 3 U 5 L, hünrichKaMühn,^ r. ah öl 1M. ]. Süll ic Wabeth Schmidt, rbt-rrau des Bürgers Schncidmüllers da- br, alt 31 1.7 M- Juli. i Wstme Welker,^ :$ verstorbenen Bür- L'iibiuig Welker, alt ■ Zuli. iibarine Wilhelmine u Preußisch-Minden ncrs dahier, Karl \i Iachter, alt 9 M. I Juli. Johannes Diehl aus 5 Älsseld, alt 16 I.,- Ns^'^u ^"SfSr ' » Sieh. 1 c n ft. öuft: "dmann. ?'Scel. Gießener Anzeiger tLrjcheinl wöchentUcv brti» mal: Dienstagtz, Donnerstags und Samstags. — Expedition: Canzleil'erg Lit. B. Nr. 1 Preis vierteljährlich 36 kr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljäbrlich 49 fr. ........- ---1 Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kielen. Dienstag den 3. Angnst 1869 Gießen, sm 31. Juli 1869. sn särnmtlSche Grosihrr^sl chen Bürgermeistereien des Rentamtsbezirks Gießen. Wir ersuchen Sie, durch die Schelle bekannt machen zu lassen, daß die Bezahlung der Feldstrafen von der III. Periode 1869 bis zum 15. August l. I. zu 'geschehen hat, widrigenfalls Mahnung erfolgt. 'L y n- ck e r. Nr. 90 Betreffend: Die Erhebung der Feldstrafen bei Großh. Rentamte Gießen von d^r III. Periode 1869. Das Besondere Bekanntmachung. 6487) Die nachverzeichneten städtischen Gelder: 1) Pachtgelder von verliehenen städtischen Triebvierteln, fällig gewesen am 15. d. Mts., 2) Schulgelder aus den städtischen Schulen und der Realschule pro II. Quartal 1869, 3) II. Ziel Communalsteuer 1869, 4) Holzsteiggelder, fällig den 1. k. Mts., können in den ersten 8 Tagen an den Zahltagen Dienstags, Donnerstags und Samstags, ohne Kosten, zur hiesigen Stadtkaffe bezahlt werden. Gießen, am 27. Juli 1869. Dec Stadt - Rentmeister: Enders. Feilgebotenes. „ a Ba ravigotte, Emil Pistor. A tztzML U,ti6er 6482) Feinstes Sraubcn-SHee wieder "MZK) Busch Söhne/ e/o National 57 . 50/0 Metall. Obi. — „ M. steuerf. — Amer. 6ü/0 1882r Bds. 88 n 6°/o l«B5r 875/8 Uberhrttilche GeseWM für natur- und Heilkunde. 651.3) Sitzung: Mittwoch den 4. August, Abends 6 Uhr, in der kleinen Aula. Angekündigier Vortrag: Herr Pros Streng: ,liebet die geognostischen Verhältnisse der Umgegend von Gießen. s von seidenen Bändern, Knöpfens Besatzartikeln rc. rc dem Schulhause.___________________________ Markt Anzeige. (Sämmtliche Waaren, eigenes Fabrieat, sind von guter Qualität.) Mein Stand befindet sich, wie immer (an der Firma kennltich), auf dem Marktplatz und bitte ich um geneigten Zuspruch. Adolph Hensel, Zi u ß er scher Garten. 6531) Dienstag den 3. August: 8. Abomlements-Concert, ausgeführt vom Musik-CorpS des Großh. Hess II. Ins.Reg., unter persönlicher Leitung seines Dirigenten, Herrn V. Aeifert. Anfang 6 Uhr. — Entree für Nichtabonnenten ä Person 15 kr. Die verehrten Abonnenten werden frenndlichst ersucht, ihre Karten mitznbringen. Programme an der Kasse. Bettzeug, Bettzeug in Leinen, die Elle zu 18 Taschentücher, das Stück zn 6 kr. , 12 , 14 6528) Neue Anlage, m H. Beckers Nebeuhaus, ist die Mansarden-Wohnung, bestehend ans 7 Pie?en nebst Küche und allem Zugehör und allen Bequemlichkeiten, vom 1. September an zu vermiethen. 6529) Zwei kleine Familienwohnungen sind zu vermiethen bei Carl Schmoll, m der Neustadt. 6484) Meine Parterre-Localitätcn sind nebst Zubehör als Familienwohnung zu vermiethen. Pitt Han. '4’""” 6504) Meinen geehrten Kunden zeige hiermit ergebenste an daß sich mein Geschäftslocal von heute an in dem Hause v: des Herrn Apotheker Dr. Mettenheimer in der Sonnen- straße befindet. Julius Landauer. Sy« f J» A .. » A * o ii io i* e A Ai 4* » FriorltÄten. jo/o östr. F. St. E. B. 389 Ludwigsh.-Bexbach — Maxbahn 105*/4 Bayer. Ostbahn 124 s g Hess. Ludwigsbahn 134 3% östr. Stsb.-Prior. 56 3% östr. s. Lombard. 48l/g 3% Livorneser 337/g Toscaner — Frankf. Hypoth.-Bank — Frankf. Vereins-Kasse 97 V2 5°,o ElLabeth-P’rior. 75^2 do. II. Emiss. 73 AnlehenslooKC. Kurh. 40 Thlr. Loose 561/2 Nassau fl. 25 b. Roth. 383/4 Gr. Hess. fl. 50 b. R. 178 Gr. Hess. fl. 25 b. R. — 4°/q bayr. Präm. Anl. 105i/i 4"/g badische Loose 103 Badische fl. 35 Loose 56 l»58r Prioritätsloose 158 1860r Loose 85l/g 6527) Neue Anlage, in H. Becker's Nebenhaus, ist der unterste Stock, bestehend aus 4 bis 5 Zimmern, Küche, nebst allem Zugehör, vom 1. October an zu vermiethen. 6494) Eine Familienwohnung von 7 Zimmern nebst Zugehör ist zu vermiethen und pr. October zu beziehen. L. Berfch- (6535) ! G 0 l d ! auf Gold, Silbcrsachen u. dgl- Gegen- tände unter billigster Zinscnberrctmung auf kürzere und längere Zeiträume bis zu den höchsten Beträgen pünktlichst als Darlehn besorgt durch I. Rothenberger, Lindenplatz. 6480) Dienstmädchen wird gesucht. Von wem? sagt die Exped. d- Bltts. Eintritt könnte sofort erfolgen. 6499) Ein gesitteter Junge wird als Hausbursche gesucht bei H. H 0 ch st ä t t e r. 6532) Packheu kauft Carl Münch, am Kreuz. 6490) Ein Kindermädchen wird zum sofortigen Eintritt gesucht. Zu erfragen bei der Exped. d. Bltts. 6488) Ein kräftiger Hausbursche wird gesucht. Von wem? sagt die Exped. d. Bl. Ein Schriftsetzer-Lehrling kann ein- treten in der V r Ü h l'schen Buchdrnckerei. 6505) Arbeiter von 14 bis 18 Jahren werden gesucht. F. Habenicht (Lampenfabrik.) 6496) Ein junges Mädchen, welches zu Hause schlafen könnte, wird gegen mäßigen Lohn in Dienst gesucht. Dasselbe findet zugleich Gelegenheit, sich im Nähen zu vervollkommnen. Ebenso wird jungen Mädchen, die sich im Nähen aller Art auszubilden wünschen, dazu unentgeldlich Gelegenheit geboten. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 6498) Mehrere Wagen Mist werden gratis abgegeben. Das Nähere bei der der Exped. d. Bltts. 6534) Eine Schulgrammatik der Franz. Sprache von Dr. C. Plötz ist zwischen Klein- und Großen-Linden gefunden worden und kann bei der Exped. d. Bltts. in Empfang genommen werden. Wechsel. Amsterd. k. S. 100 Augsb. k. S. 993/4 Berlin k. S. 104?/8 Bremen k. S. 973/4 Cöln k. S. 1047/s Hamburg k. 8. 88-/g Leipzig k. S. 105 London k. S. 120 Lyon k. S. — Paris k. 8. 95 V4 Wien k. 8. 95 * 4 Disconto 3 *, 2 % 0. Geldsorten. Vermischte Anzeige» 6519) Das 2. Bataillon Großh. 2. Infanterie-Regiments sucht für die Herbstübungen vom 23. August bis 3- September d. I. einen Marketender. Neflectirende wollen sich auf dem Büreau des Bataillons „Cinben- Hof" anmelden. Gießen, den 2. August 1869. Hoffmann, Major und Bataillons-Commandcur. Gonsnm Verein. 6524) Nach Beschluß der Generalversammlung werden vom 1. August ab auch alle Waaren vom eigenen Lager gegen Marken, und zwar nicht mehr zum Einkaufs-, sondern zum billigsten Tagespreise bezogen und werden nunmehr bei der halbjährigen Gewinnverthei- lung mit in Berechnung gezogen. Näheres bei Herrn F. Bang (Sei ter sm eg C. 51), welcher zugleich auch in seinem eigenen Geschäfte gegen Marken verkauft. Die Bedingungen, unter denen die Ver- theilung der Dividende vom 1. August ab Statt findet, sind bei Herrn Bang durch Anschlag bekannt gemacht. Wer mieth»ug « 6500) Das seither von Herrn Assessor Bramm bewohnte Logis ist anderweit zu vermiethen und kann im September bezogen werden- __________Wirth Möser, Neuenweg. 6493) Eine kleine Familienwohnung ist vermiethen bei Peter Vogt Wiltwe. 6495) Der mittlere Stock meines Hauses, bestehend aus 5 oder 6 Zimmern nut Zubehör, Garten rc., ist zu vermiethen. ___________E. Pl11han. 6512) Eine kleine Wohnung ist an eine stille Familie zu vermiethen und sogleich zu beziehen bei Schmitt, Sandgaste. 6530) Ein Familienlogis, bestehend aus vier großen ineinandergehenden Zimmern, Küche, Kammer und sonstigem Zugehor, ist ru vermiethen und alsbald zu beziehen. 6_________ H. M. Jughardt. 6491) Ein möblirtes Zimmer ist zu oer- miethen bei ' . G. Schmehl, am Brand. Sllbni itot man r lu iÜhkkN. nur eine W («H in Hinter turyn 5tui räumten. 5 zu gewinne) kleine Weil mit ihren i zürüidt. Wäh zu tun jli beferen I gen m h stein mit d Hauern tr| M, fl[|e verlöret Liefe! gemeine So grötzte Vere ritten, unD sehen, daS 1 Mer demh nW Stilen zu Men. ter Einsicht -rniächti^n Mer Gewölbe fit rasch I erster Äiic wieder in das Grucifi ter Rus: „ Meten ihl . hoch' " ’ütttt« „"“»Ittlftl *4 « Nm du) i V ' ,nN . M *• Sch-« -/Sott AIS » nebst einer sehen.ttn' Hinpeht^' gewahr'e J v Der * Drängen । taub um k'A dke s Minter t der j Albree Wte- ®a' 1 Wiedei /Der ntrtrieSlid)/ Ainw n>ull ' gr ha suchen w « Händen zu ßede nieder ruhte, mit j „Lenchl Der anderen tief bis M Das hiesige Amt ha, sind in der >üngsten Zeit Zigeune-banden, mit au«. Zudringlichkeiten aller Art belästigt. Da derartige Banden erfahrungsmäßig die öffentliche Ordnung und Sicherheit in hohem Grade gefährden, so ist darauf zu halten, daß dieselben, gleichwohl, ob sie Der Barbone. (Barbone, im ital. VolkSdialect: der Bärtige.) Novelle von Fr. Büchner. (Verfasser der Pretsnovelle „Jugendverirrungen.") ländischen Pässen versehen, oft ton erheblicher Stärke, in den diesseitigen Regierungsbezirk eingedrungcn und haben das Publikum durch Wahrsagen, Betteln und Hochheim, 29. Juli. in Betreff der in jüngster Zeit sehr häufig vorge- kommcncn Durchzüge von Zigeunerbanden folgenden Erlaß an die Bürgermeister ergehen lassen: „ES lian. „Ich würde Dich nicht mehr Freund nennen, wenn ich Dich nicht als Kämpfer unter den Bertheidigern Deines Vaterlandes gesehen hätte." Ein Händedruck sagte dem Freund für diese Worte beredteren Dank, als Albrecht denselben hätte aussprechcn können. Albrecht von Schauenstein bemerkte jetzt erst, daß der Freund an dem rechten Arm verwundet war und stark blutete. Die Wunde zeigte sich so bedeutend, daß vorauszusehen war, es würden einige Wochen bis zur Heilung derselben erforderlich werden. „Willst Du, daß ich Dich zu Deiner Pflege nach Scharnitz bringen lasse?" fragte Albrecht besorgt. „Nein," erwicderte der Verwundete, „nach dieser Niederlage wird uns jener Ort keinen Schutz mehr gewähren; auch will ich an diesem Kampf gegen Tyrol nicht mehr theilnehmen, selbst wenn ich bald wieder genese." „Ja, das muß ein trauriges Geschäft für einen deutschen Soldaten sein, auf Befehl des fremden Tyrannen wider uns zu kämpfen," sagte Albrecht von Schauenstein düster. „Du thust wohl, nicht nach Scharnitz zurückzukehren; ich will Dich an einen Ort bringen lass.n, wo zarte Frauenhände mit sorgsamer Pflege Dich bald wieder gesund machen sollen." Er gab einigen Bauern Befehl, die den Verwundeten sorgsam unterstützten und ihn einstweilen zu einer nahen Sennhütte trugen. Albrecht von Schauenstein begab sich nun nach den Ruinen des Klosters Mariahilf, wo der Mönch nur seine Ankunft erwartet zu haben schien, um über das Schicksal der Gefangenen zu beschließen. Der Barbone wandte sich, als Schauenstein an seiner Seite stand, zu den getrennt von den übrigen Soldaten stehenden Hauptleuten und sagte, indem ein finsterer Ausdruck auf seinem Gesicht lagerte: „Ihr habt zwar die Waffen nie- dcrgelegt, und nach Kriegsgebrauch sollte Euch das Euer Leben sichern, aber seit man die gefangenen Bauern wie Hunte todtschießt, seitdem man schuldlose Frauen, Mädchen und Kinder auf abscheuliche Weise zu Todt martert, ist der stillschweigende Vertrag des Krieges gelöst, in einer Viertelstunde müssen alle Führer sterben. Wir vergelten nur, was Ihr über Schauenstein verhängt hattet, und was Ihr über mich beschlossen haben würdet." Die Hauptleute starrten, ohne em Wort zu erwiebern, finster zur Erde und ergaben sich still in ihr Schicksal, da sie einsahcn, daß sie bei einem Führer, wie der Barbone, keine Gnade erwarten dursten. Da trat Albrecht von Schauenstein neben den Mönch und sagte mit fester Stimme: „Das werdet Ihr nie und nimmer thun, Barbone!" „Und wer will mich daran hindern?" erwicderte der Mönch finster, indem er auf die Menge der sie umgebenden Bauern sah. Nicht äußere Gewalt, Barbone," fuhr der Jüngling fort, „aber das Ge- fühl für Recht und Ehre. Die Vorwürfe der Grausamkeit an Schuldlosen trifft mehr das französische Heer, als das unserer deutschen Landsleute, und was ein Einzelner verbrochen, dafür dürfen wir nicht Rache nehmen an diesen Führern, von denen Keiner, so viel ich weiß, sich einer Grausamkeit gegen die Unseren schuldig gemacht hat." Des Mönches Augen ruhten einen Augenblick mit Wohlgefallen auf dem Jüngling/dann aber nahmen seine Züge wieder den früheren harten Ausdruck an, und er sagte: „sie müssen sterben; im Krieg steht Einer für den Andern." „Ist das Euer fester Entschluß?" fragte der Jüngling, vor Aufregung zitternd.^ geantwortet, fuhr Albrecht von Schauenstein fort: „Gut, befleckt Eure Hände mit unschuldigem Blut, aber wisset, daß in demselben Augenblick sich Albrecht von dem Barbone loSsagt, und daß er ihn nie mehr als einen tapferen und edlen Volksführcr ehren, sondern als einen gemeinen Mörder verabscheuen wird." „ v . Wieder blickte der Mönch mit Wohlgefallen auf den zürnenden Jüngling, dann aber entrang sich der Ausruf: „mein Albrecht!" in einem weichen Ton seinen Lippen, wie man es bei dem harten Ausdruck, der eben noch über seinem Antlitz gelagert, nicht für möglich achtete. . x w x x w _ Als nun der Jüngling verwundert aufschaute, breitete der Mönch die Arme aus, umschloß ihn und rief mit einem Tone, in dem sich ein hoher Stolz aussprach : „O daß alle Führer in einem Kriege so edel dachten! Mein Alorecht, kennst Du Deinen Freund nicht besser, denn daß Du ihn einer solchen That fähig hieltest? Ich wollte Dein Herz prüfen, das ich von bitterem Haß entflammt glaubte, weil Dir von dem Feinde das Todesurtheil gesprochen worden war. Du hast die Prüfung bestanden, mein Albrecht! Gott segne Dich, mein Sohn, Du bist werth, einst glücklich zu werden." . .. Sich ru den gefangenen Hauptleuten wendend, fuhr er fort: „Ihr seid von diesem Augenblick an frei, und erzählt den Euren und Euren Bundesgenossen daß das mißhandelte Volk in unseren Alpen edler gegen den gefangenen Feind denkt, als Ihr. Nur die Soldaten bleiben hier in Haft, bis die in Scharnitz gefan- genen Tyroler gegen sie ausgewechselt sind. Daß das geschehe, mache ich zur Bedingung Eurer Freiheit." . Eine tiefe Rührung prägte sich auf allen Gesichtern aus, als letzt der ehrwürdige Oberst von Holmar vortrat, beiden, dem Barbone und Albrecht von Schauenstein die Hand reichte und tiefbewegt die Worte sprach: „Ich danke Euch, edle Männer, im Namen der Meinigen. Was Ihr gethan Habt, soll nicht verloren sein, und so weit wir es vermögen, sollen Eure gefangenen Landsleute in dem traurigen Krieg stets milde behandelt werden." — Ein Paar Stunden später zog eine Schaar jubelnder Tyrolerbauern aus dem Thore von Scharnitz auf der Landstraße dahin, im Takte dem gewöhnlichen Kriegsmarsch folgend, der an ihrer Spitze von einer helltönenven Sackpfeife wie- Verklang. Wie strahlten ihre Augen von Wonne, als sic statt der öden Kerker- wände wieder ihre hohen heimathlichen Berge vor sich sahen! (Fortsetzung folgt.) (Fortsetzung.) Als man endlich an dem Portale angelangt war, stiegen einige Führer nebst einer Anzahl Soldaten und dem Mönche, mit einer brennenden Fackel ver- leben den schmalen Stufen hinab, welche in das große, unter dem Kloster sich dinuehenve, steinerne Gewölbe führten. An dem dritten Pfeiler in demselben gewähr,- man sogleich die groß- eingelassene weiße Steinplatte. Der Mönch besohl einigen Soldaten, sich unten fest weder dieselbe zu stem- men allein der Stein wich nicht. Da sagte der Mönch: „Ihr kennet den Kunstgriff nicht;" und al« er sich mit dem einen Fuß fest weder die Platte stemmie, ward eine leichte Bewegung de« Steine« sichtbar. Wiederum versuchten die Soldaten ihre Kraft, aber vergeblich. Der Stein muß noch von der Fever geholten sein," sagte der Mönch verdrießlich, „und," fügte er hinzu, indem er einen Blick auf seine gefesselten Haiie^ warf,, t« schien, aufmerksam den vergeblichen Ber> suchen der Soldaten zusehend. Da befahl der Oberst, ihm den Strick von den Landen zu lösen; und kaum war diese« geschehen, so ließ sich der Mönch zur Erde nieder und begann da« eine Ende des Steine«, wo derselbe auf der Erde rubte mit großer Aufmerksamkeit zu untersuchen. Leuckte mit Deiner Fackel hierher, nahe zu mir," tief er dann dem au ber anderen Seite de« Stein« stehenden Soldaten zu. Dieser neigte die Fackel tief bi« »um Fuße der Platte, aber in demselben Augenblick schlug diese mit un- ael eurer Gewalt um, die verlöschte Fackel unter ihrem Gewichte begrabend. ° Ächz, Licht!" rief der Mönch mit schrecklicher Stimme, „sonst sind wir alle vnüor ^rtC( an tiefem Orte von einem Wesen auSgerufcn, an dem der oemeine Soldat stets nur mit einem geheimen Grauen aufsah, brachten die aröstte Verwirrung hervor. Alle« stürzte nach der Eingangsthur, um sich zu “tun und nur einige Hauptleute unternahmen e«, mit einer neuen Fackel ver- (eben' da« Gewölbe wieder zu betreten. Sie fanden den Stein umgelegt, aber Intet demselben blickten sie in einen der dunklen, geheimen Gange, w,e man sie nicht selten in Klöstern findet, um in Zeiten der Roth al« letzter Rettungswrg dienen Nicht lange aber überließen sich die Führer ihrem Erstaunen. M,t der Einsicht daß der Mönch entflohen, und jeder Versuch, sich seiner wieder zu bemächtigen, vergeblich sein würde, sahen sie zugleich em, daß sie letzt schnell den Rückweg antreten mußten, wenn sie sich nicht der größten Gefahr aussetzen wollten. Aber schon war e« dafür zu spat. Einzelne Schüsse, die dumpf in dem Gewölbe widerballten, zeigten ihnen an, daß der Fe,nv in ihrer Nahe war. As sie rasch hinauf in da« Freie geeilt waren, um tue Ihrigen zu ordnen, fiel ihr erüer Blick auf den gespenstigen Mönch, der in geringer Entfernung vor ihnen, wieder in sein dunkle« Klosterkleid gehüllt, aus einem Felsen stand, in der Linken t>a« Erucifir, in Der Rechten ein Schwert haltend, und schaurig drang fein lau- ttr Ruf „Tprol und die heilige Jungfrau!" zu ihnen herüber. Die «oldaten richteten ihre Schüsse nach dem gespenstigen Wesen, — aber vergeblich — e« ftano da fest, unbekümmert, wie sich bewußt, daß eine höhere Macht e« beschirme. Sinter eoem Felsen wurden nun Tyroler Bauern sicht ar, die mit ihren kurzen Stutzen, die nie fehlten, furchtbar unter den rathlosen Soldaten, auf- räumten Als diese ein Paar vergebliche Versuche gemacht hatten, die Hohen u gew nne erkannten Führer, daß ihr Widerstand nutzlos sei, und endlich aebo die laute Stimme de« Obersten „Aufhoren de« ungleichen Kampfes. Eine kleine Weile später waren die noch übrig gebliebenen Soldaten entwaffnet und mit ihren Führern einstweilen nothduntig in den Ruinen de« Kloster« untep. 0tbr<®«renttem aber dauerte der Kampf noch ununterbrochen an dem Eingang ru dem steil aufführenden Klosterpfade fort. Hier hatten die Soldaten einen besseren Stand gegen Vie Bauern, uud schon hatten sie ""'ge Dorthes errungen und hofften die breite Landstraße zu gewinnen, als Albrecht von schauen- stein mit den nach dem Kampf bei dem Kloster dort entbehrlich geworden n Bauern erschien und den vordringenden Fetnd wieder zuruckwarfi Die So d n fenten nun auch hier die Waffen nieder und gaben sich gefangen. Albrecht von Schauenstein eilte nun nach einem Einschnitt des SBctj«, au« Dem man noch einzelne Flintenschüsse vernahm, um auch hier den Kampf zu Ende »u führen Dort ^aber bot sick ihm in ter kleinen, engen Schlucht ein seltsames Schnufviel dar. Eine Truppe Soldaten hatten eben ihre Waffen medergelegt, nur eine kleine Strecke von ihnen entfernt, sah man einen lugenblichen Führer, ?er sch a Schwert in der Linken haltend, mühsam gegen einige Bauern v r- theidigte. Noch einmal blickte S»auenstein hin, bunn mar er in in Ja sSu-sSä & mehr der da« Leben Mapimilian« bedroht hatte. . Albrecht von Schauenstein zog den Freund weg unter einen vorspringenden Felsen wo ein kleines ebene«, mit frischem Alpengra« bewachsenes Plätzchen zum Ruhen^einlud^ ^lwn gerettet, Albrecht," sagte tiesbewegt Marimilian, Di« .1.(1 vww- w —* Don Schauenstein," und wird unsere Freundschaft trotzdem fortDaunn < „Gott lasse diesen unglückseligen Krieg bald endigen," erw.ederte Morim.. mit Pässen und Gewerbescheinen versehen sind oder nicht, aus dem kürzesten Wege über Vie Gränze ge- schasst werden, wo sie hergikommen sind. Das Vi- finn der Pässe und sonstigen LegitimationSpapierc ist unter allen Umständen zu vermeiden, auch den benachbarten Behörden von der erfolgten Ausweisung Henntniß zu geben." Berlin, 30. Juli. Die Unklarheit über unsere Finanzvcrhältnisse wird mit jedem Tage größer. Bald wird das Deficit in Abrede gestellt, bald heißt es, nichts sei irriger, als sich eine so rasche Wandlung der Dinge als möglich vorzustcllcn, daß wir ohne neue Steuern auskommen wurden. Die jetzige Verwirrung resultirt ausschließlich aus dem räthselhasten Verhalten des Bundesraths gegenüber seinen eigenen Steuerentwürfen, die rr, als sie im Reichstage fielen, Preis gab, wie wenn gar nichts vorgefallen wäre. Braucht iinc Regierung Geld, so wird sie Alles eher vtrsuchcn, als von der Landesvertretung Steuern zu fordern. Steuern sind naturgemäß das letzte Rettungsmittel. Werden sie aber für nvthig erachtet, so muß die Finanzlage der Art sein, daß ohne sie absolut nicht mehr auszukommen ist. Riskirt nun trotzdem die Volksvertretung die Verwerfung einer solchen Finanzvorlage, so setzt sie sich in den äußersten Gegensatz zur geldforderndcn Instanz, die sie, immer vorausgesetzt, daß die Lage eine üble war, zwingt, es mit einer andern Vertretung zu versuchen und Kammer oder Reichstag also aufzulösen. Run denke man zurück an die Steuer- Verhandlungen des Reichstages. Richt eine Vorlage kam, sondern neun Stcuergesetze waren ausgearbeitet. Wie colvssal mußte die Verlegenheit sein, wo mit einem Male eine förmliche Unsumme von Geldmitteln gefordert wurde, und wie sehr mußte nicht der Bundesrath, wo das Parlament so ganz und gar jeder Bewilligung sich verschloß, entschlossen sein, sofort die Auflösung des Parlaments zu vecrctircn und an das Volk zur Beseitigung des immensen RothstandcS zu appclllrcn ! Aber was geschah von alle Dem ? Nichts geschah. Der Reichstag gab nichts und dem Bundesrath war cs völlig gleichgültig, daß seine Vorlagen dies Schicksal gefunden halten. Es blieb gar kein anderer Schluß übrig, als daß die Finanzver- hältnisse im Grunde ganz anders beschaffen waren, als man sie dargestellt halte. Und diese günstigere Auffassung des Publikums entspricht allen Gesetzen der Logik, des gesunden Menschenverstandes. Der Finanzminister hat seine Denkschrift widerlegen taffen, ohne auch nur den Versuch der Entkräftung seiner Gegner anzustcllen. So bleiben die Letzteren im Rechte, bis schwarz auf weiß, in dürren Zahlen und mit ausreichenden Belegen der schlagende Beweis geführt ist, daß wir in Wirklichkeit ein Dcsicit haben. Und ist ein Deficit vorhanden, so sind npch lange nicht Steuern oder außervidentliche Mittel nöthig. Die Officiöfen irren, wenn sie sich einbildcn, sie vermöchten dem Publikum ihre unklaren, widerspruchsvollen Angaben als Wahrheit aufzubürdcn. Wien, 29. Juli. Der Beschluß des Wiener GcmeinterathS in ter Klostcrsrage lautet vollständig : „Das Gesammtministerium wolle die geeigneten Bestimmungen im gesetzlichen Wege treffen, damit 1) diejenigen Kloster und religiösen Körperschaften, deren Statuten und Ordensregeln mit den staailichen Gesetzen und Grundrechten in Widerspruch stehen, gemäß dem §. 1 des VereinSgesctzes als fiaatsgc- sährlichc Vereine aufgehoben werden, und damit 2) die Klöster und religiösen Körperschaften, welche sich der Schul- und Krankenpflege und andern Hu- manitätszwccken widmen, unter die Centrole der Staatsbehörden gestellt und dem für alle übrigen Staatsbürger geltenden VcreinSgesetze, sowie den Visitationen des landcssürstlichcn EomimssarS unterworfen n crten." Taö vsficiöse Organ VrS Erzbischofs und^Eardinalö Rauscher bemerkt dagegen, daß alle Klöster in Oesterreich „gesetzlich ancrkanntjsind undjunter dem Schutze der Gesetze stehen." Es ist wahr, daß der noch nicht ausgehobene Art. 28 deö EoncordatS den Fortbestand aller geistlichen Orden garantiit und ihnen gestaltet, nach den Bestimmungen der Kirchen- gcsctze und insbesondere des Concils von Trient zu leben. Auch hat der Gemeindcrath bei seiner ersten Forderung übersehen, daß gerade das von dem Minister Taaffe dem Reichsrath vorgelegte und von diesem angenommene Vereinsgesetz ausdrücklich erklärt, daß die Bestimmungen dieses Gesetzes „auf geistliche Orden und Kongregationen keine Anwendung finden." Die Minister Giekra und Herbst, welche noch heute die Errichtung von Freimaurerlogen in Oesterreich für unzulässig zu halicn scheinen, haben gegen den Fortbestand der Jesuitencongregationen keine Einwendungen erhoben. Paris, 30. Juli. Der „Moniteur" berichtet: „Man spricht in diesem Moment in politischen Kreisen von einer allgemeinen Amnestie sür politische Vergehen, welche gleichzeitig mit der Promulgirung des Senatueconsultö, mit dem sich jetzt die Minister beschäftigen, erfolgen soll." — Dasselbe Blatt gibt folgende Einzelnheiten über die Reisebestimmungen der Kaiserin: Die Kaiserin und der kaiserliche Prinz begeben sich dircct nach Ajaccio zur Feier des hundertjährigen Geburtstages Napoleons I. Nach einem ein- oder zwciwöchentlrchen Aufenthalte in Corsica begebe sich die Kaiserin nach Venedig und von da nach Arenenbcrg; von hier aus kehre der kaiserliche Prinz nach Frankreich zurück, die Kaiserin aber begebe sich wieder nach dem adriatischen Meere, schiffe sich mit ihrem Gefolge nach Konstantinopel ein, besuche die heiligen Orte und wohne endlich nach dem Versprechen, welches sie Hrn. v. LcssepS gegeben, der Einweihung des Suezcanals bei. Es ist jedoch wohl zu beachten, daß dieses Programm bis zu seiner Ausführung den Eventualitäten der inneren Lage untergeordnet bleibt. — Der „Moniteur" will wissen, daß die Regierung geneigt sei, der Mehrzahl der Beschwerden gerecht zu werden, welche die Nationalgarde sormulirt hat. Man denke sich demnächst an das Studium eines Neformprojccteö zu begeben, welches der Bürgermiliz einen Thcil der Vorrechte zurückgcben soll, deren sie feit achtzehn Jahren beraubt ist. — Die „Gazette de France" berichtet über die Unternehmungen des Don Earlos, daß ter Aufstand in der Manch« von dem General Sa- bariego gefühlt sei. Sie stellt seine Niederlage in Abrede, versichert, daß seine Kräfte alle Tage wüchsen, daß er namentlich über eine zahlreiche Ncitcrci verfüge, die den Feind beunruhige, und daß ihm in den Bergen von Deöpcnaperroö eine unzugängliche Stellung zu Gebote stchc, die ihm gestatte, sich lange Zelt selbst vor den Thoren von Madrid zu bchaupien. Seine Operationen stützten sich auf theil- weise Aufstandöversuche in Estremadura, und in den Provinzen Toledo, Valencia, Alicante und Murcia habe Die Insurrektion so großen Umfang gewonnen, daß die Regirruiig fiel) sehr beunruhigt fühle. In Avila habe selbst die Gensd'armerie Karl VII. pro- clanurt und sich au die Spitzen der Banden gestellt. Diese c,sichtlich carlistisch gefärbten Nachrichten werden durch Telegramme nicht bestätigt und ter „France" schreibt man aus Port-Vendrcö, daß Don Earlos an ter spanischen Küste kreuze und den günstigen Moment seiner Landung abwarte. Vermischtes. Darmstadt, 24. Juli. Das gestern erschienen, Regie- rungoblall vir. 33 enthält: 1. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des Groß- Herzoglicheir Hauses und des '.'niißcrn, den Zusammentritt der Ut-nhalitiomniifiivii für die Rheinschiffahrt beirefsend. 11. Belanntm»chnng Großherzoglichen MenilleriumS des Innern, die Bestätigung. von iLtistungcn und Bermächt- Nissen betr. 3m 1‘üiife dcS zweiten Quartals 1869 sind von des Groß- herzogü Königlicher Hoheit nachstehende Stislungen und Ber- mächtnisse biihuiijt und hieraus die betreffenden Behörden zu frei in Annahme ermächtigt wurden : 1) die Schenkung des katholischen Dekans und Pfarrers Krämer zu Heppenheim an die katholische Kirche daselbst im Betrag von 5uu st., mit der Beitlmmung, daß die Zinsen von bU ft. zur Abhaltung rineS jährlichen Engelamtes für den Schenkgeber und die jährlichen Zinsen von 420 ft. zur Ber- iyerlung an die Armen, welche dem tiiigelamlc beigewohnt haben, durch den jeweiligen Geistlichen verwendet werden sollen; 2) die Schenkung einer Anzahl Frauen und Jung- frauen zu Gimbsheim an die evangelische Kirche zu Gimbsheim im Beliag von 242 st. für die Anschaffung chnr Sammet-Al tat-Bedeckung und Kanzel-Bekleidung mit Go.d- doeden und O)ült*|iaii|iii; 3) dre Schenkung der Gemeinde Gernoheim an das Mulieihauo der iL a ulschwestein >n Gernoheim im Betrag von 1LU ft. als Anerkennung der wesentlichen Dienstleistungen der Schwestern während ter Cholera Epidemie im Zähre lb67; 4) die Schenlung der Wiliwe des voimaligen Burgrrmei- sters, Michael Horn 11. zu Lützel Wiebelsbach, im Kreise Neustadt, UN die dasige Gemeinde, bestehend in einer Gebüulich- leit im Werthe von 400 ft. zur Benuhung für die Kle>nktnder.- schule daieiblt und rm Falle des Anshorens dieser Anstalt mit der Bestimmung, daß unter der Benrnnnng der „Horn'schen Stiftung" die Zinsen ano der Summe von 400 ft. an die evangelischen Eonsirmanden in Lützel - Wiebelsbach alljährlich gleichmäßig vrrtheilt werten sollen; 5) die Schenkung ter Frau Gräfin Marianne Unruh, geb. ttreiin von Leonhardt zu Groß-Karben, au das Still Unruh taielbst im Betrage von 3000 ft. behufs Erhöhung des GruntungeeapitalS teö genannten StestiS; 6) die Schenkung des Arm en Vereins zu Jugenheim, im Kreise Benoheim, an die Gemeinde Jugenheim, bestehend m 4'/2 procinligen Prioritäts-Obligationen der hiiiischcn Lud- w>go Elsenbahrr Gilellschast im Nennwerthe von 1100 ft. zum Zwecke der Erbauung eines Armenhauses in Jugenheim; 7) die Schenkung der Zohann Ritterfchen Eheleute zu Selzen an die taihvlische Kirche daselbst, im Dekanate Gau- Bittelheim, im Betrage von 240 ft. sur die Abhaltung von vier Aemtern; 8} die Schenkung eineö V. n genannt en an das bischöfliche Priester-Simrnar zu Mainz, bestehriid in zwei päpstlichen Lbgationen diS Anlehens vorn Zähre 1800 jede zu 1000 graues — 4G6 st. 40 fr., sodann m 50 ft., nut der Bestimmung, daß aus den Zinsen dieser Kapitalien Sludirende der katholischen Theologie alljährlich unterfluhl werden sollen; 9) die Schei.kungen an die Ludwigs - und Alicen,Stiftung: u. von der Sparkasse zu Zwingenberg 100 ft., b. von der Sparkasse zu Heppenheim 100 ft., c. von dem Mathildenstift zu Friedberg 100 st., d. von der Sparkasse zu Lorsch 100 ft.; 10) die Stiftung des Zohann Zakob Weber zu Dieburg, an die katholische Multergotleekirche daselbst, im Betrage von 140 fl. zur Abhaltung zweier Hochämter für seinen verstör, denen Sohn; 11) das Bermächtniß der Wittwe deö Kreisbaumeister- Franz Beer zu Oppenheim, Ottilie, geb. Emands, an die katholische Kirche daselbst, im Betrog von 300 ft. für die Abhaltung von vier jährlichen Seelenämtern; 12) die Schenkung des Joseph Schlesinger und dessen Ehefrau Eva, geb. Schlosser zu Hamburg an die israelische Religionsgemeinde zu Bingen, bestehend in silbernen Ge- röthschasten zum gottesdienstlichen Gebrauche im Werthe von 200 fl.; 13) die Schenkung mehrerer Ungenannten an die evan- gelische Kirche zu Michelstadt, bestehend in einer neuen Kanzel und einem neuen Altar im ungefähren Werthe von 500 fl.; 14) das Bermächtniß Seiner Großhcrzoglichen Hoheit des Prinzen Friedrich von Hessen an die katholische Kirche zu Darmstadt, bestehend in Obligationen im Werthe von 73,936 fl.; 15) die Stiftung der Eva Beisl er zu Hechtsheim an die katholische Kirche daselbst, im Betrag von 120 fl. für die Abhaltung von zwei Zahräintern; 17) die Schenkung deö Rentners Andreas Lammert zu Main; an den katholischen Gcsellenverein daselbst im Betrag von 1000 fl.; 18) das Bermächtniß der zu Aschbach, im Kreise Lindenfels, verstorbineu Elisabeth Arnold aus Hattenrod, an das barmherzige Schwesternhaus zu Darmstadt, im Betrag von 200 fl.; 19) die Vermächtnisse des Oberappellationö, und Eaffa- tionsgerichtörathS Krebs und dessen Ehefrau Agnes, geb. Seola, zu Darmstadt: u) an die Heidenreich v. Siebold'fchc Stiftung zu Darmstadt im Betrag von 200 fl.; b) an die LandeSwaisenanstalt im Betrag von 200 fl.; c) an das Ma- thilben-LandkrankenhauS zu Darmstadt im Betrag von 200 fl,; 20) das Bermächtniß deö Tomcapitularen Haffner an das Bislhum Mainz, bestehend in österreichischen Nativnal- Obligationen im Werth von 6000 fl. zur Gründung von katholischen Pfarreien und Schulen im Bogelsberg; 21) die Schenkung der Kinder der zu Bonn verstorbenen Wittwe des Georg Frank zum Andenken an ihre Mutter an die Gemeinde Freienseen, im Betrag von 100 THaler (175 fl.); 22) das Verniächtniß des zu Furth verstorbenen Nikolaus Marsch an die katholische Kirche daselbst, im Betrage von 240 fl. behufs Stiftung dreier sacramentalischer Zahreöämter; 23) das Bermächtniß des Franz Trombetta aus Lim. bürg an die Gemeinde Kostheim, zur Unterstützung der dasigen Oetsarmrn im Betrage von 1000 fl.; 24) die Schenkung Seiner Großherzoglichen Hoheit des Prinzen Karl und Zhrer Königlichen Hoheit der Prinzessin Karl von Hessin an den Baufondö der Kleinkinderschule zu Bessungen, im Betrag von 350 fl.; 25) die Schenkung eines Ungenannten rn die katholische Kirche zu Nackenheim, im Betrag von 120 fl. behuw Stiftung zweier Seelenämter-. 26) die Stiftung des katholischen Pfarrers Röder zu Biblis an die katholische Kirche daselbst, im Betrag von 100 fl. für die Abhaltung eines Zahrgedächtnisseö und zur Unterstützung der katholischen Ort-armen; 27) das Bermächtniß des Zohann Georg Stork zu Gießen an die dasige Armenkasse, im Betrag von 1000 Tha ler (1750 fl.); 28) die Schenkung des Peter Joseph Schmitt zu Sprendlingen an die katholische Kirche daselbst, im Betrag von 200 fl., mit der Bestimmung, daß der Zinscnertrag aus 140 fl. jährlich an arme Eommunicantcn verlheilt und der Betrag von 60 ft. zur Stiftung eines Zahrgidächtnisseö verwendet werde; 29) die Schenkung der Katharina F r a n k e n b e r g e r zu Ober-Ingelheim an die katholische Kirche daselbst, im Betrag von 400 fl. behufs Stiftung eines Zahrgedächtnisseö für ihren verstvrbeneii Bruder, Pfarrer Röder zu Biblis. Zn Folge Allerhöchsten Auftrags weiden diese Stiftungen zum ehrenden Andenken der Stifter dankend zur öffentlichen Kenntniß gebracht. III. Bekanntmachung Großhcrzoglichen Ministeriums deö Innern, Nachtrag zu den Statuten der hefsifchen Ludwigs-Eifen- bahu-Gefellfchaft betr. (Schluß folgt.) * * Aus Acghptcn berichten englische Eorrespondenten über die „Fortschritte der Civilisation". Die Damen auS dem Harem des BicekönigS machen bereits im offenen Wagen , mit Ausnahme eines ganz düonen Schleiers, europäisch gekleidet, mit englischen Kutschern und Bedienten, in rochen, goldgestickten Livreen ihre Spaziersahrten. Auch in den Bureaus der Regierung beginnt ein anderer Wind zu wehen. Wahrend der Anwesenheit deS BicekönigS in der englischen Hauptstadt gab er telegraphisch Befehl, daß die DivanS in den verschiedenen Amtsgebäuden augenblicklich dmch europäische CvphaS und Stuhle zu ersetzen seien. Eine andere gleichzeitig verordnete Neuerung hat unter den Beamten bedeutende Unzufriedenheit erregt. Auch sie, wie ihre europäi- fchen Eollegen, füllen sich in Zukunft während der Dienftstun- den der Genüsse deS Tabaks und Kaffee- enthalten, damit der Ton im Ganzen ein mehr geschäftlicher werde. Tangos und kurzes Haar. In einer Abhandlung über dieses 3hema in Dicken ö Wochenschrift: „All Ihc Year Round“ wird hervorgehoben, daß die alten Britannier und Gallier ihr Haar ungestört wachsen ließen, so daß eS öfter die Huste erreichte. Den Römern, welche später die Länder der beiden Bölkerstämme eroberten, war dieser lange Haarwuchs ein Gräuel, und sie unterzogen die Gallier und Briten einer schimpflichen Schur. Zum Beginne deö 5. Jahrhunderts gründete Phara- mond fein Königreich in der Provinz, welche seither den Na- merr Frankreich trägt. Die Gallier wurden bis zur Knechtschaft herabgewürdigt und die Eroberer legten die Scheere an die Häupter ihrer Opfer. Seitdem wurde es in ganz Europa zur Regel, daß langes Haar die ausschließliche Apanage der Großen und Edl.n d.s Landes fei. Nicht nut Leibeigenen und Basallcn, fondenr freien Burgern und Bauern wuide nicht gestattet, ihr Haar lang zu tragen. Den Leibeigenen eine- adligen Gutsbesitzers schor man sogar während des fünften, sechsten und siebenten.Jahrhunderts gänzlich den Kopf kahl, und von dieser Zeit datrrt sich die Sitte deü HutabnehuienS beim Grüßen. Das Entblößen des Hauptes hieß soviel als: „Sehen Cie, mein Herr, ich bin 3hr Diener, ich habe kein Haar." Rcdaclion, Druck und Verlag der Brühl'fchen Druckerei (Fr. Ehr. Pt et Ich) in Gießen.