Preis vierteljährlich 36 kr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vtertelföhrlich 49 kr. Gjchemr Anzeigtr. Erscheint wöchentlich dreimal: Dienstags, Donner stagS und Samstags. - Expedition: Canzleiberg Lit. B. Nr. 1. Mnzeige- und Mmtsölatt für den Kreis Kichen. Nr. 1'12. Donnerstag den 2. Dcccmber________________________186». Amtliche Bekanntmachungen. Der Stadt - Rentmeister: Enders. bezahlt werden. Gießen, am 27. November 1869. Das Bundes-Gesetzblatt des Norddeutschen Bundes Nr. 37, ausgegeben zu Berlin am 20. November 1869, enthält: (Jiv. 376.) Bekanntmachung, betreffend die Ernennung eines Bevollmächtigten zum Bundesrath- des Norddeutschen Bundes und des deutschen Zollvereins. Vom 18. 9i0(D^'6^771)869aetanntma4ung, betreffend die Ernennung eines außerordentlichen und bevollmächtigten Botschafters des Norddeutschen Bundes bei Seiner Majestät dem Mr.^»^Bekanntmachung, ^^ffend di- Ernennung eines außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Ministers des Norddeutschen Bundes bei der Ottoma- nischen^Wart-.^ Bekanntmachung, betreffend die Ernennung eines außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Ministers des Norddeutschen Bundes bei dem Regenten des Königreichs ®’“ntma4u betreffend die Ernennung eines Konsuls des Norddeutschen Bundes für Tepic und San Blas. ‘ QO4 -> Bekanntmachung betreffend die Ernennung eines Vicekonsuls des Norddeutschen Bundes zu Dieppe. , 009 B ann machung betreffend die Ernennung von Vicekonsuln des Norddeutschen Bundes zu Falmouth, Grangemouth , Stockton und Yarmouth, sowie -m-s Vicekonsuls ?es Norddeutschen Bundes fit? Lynn und Wisbeach und eines Vicekonftfts des Norddeutschen Bundes für Portsmouth und Gosport. Viceromuis o ,kanntmachung, betreffend die Ernennung eines Konsuls des Norddeutschen Bundes zu Lyon. QRABekanntmachung betreffend die Ernennung von Vicekonsuln des Norddeutschen Bundes zu Dundalk, mi^Lowestoft. _ 385 ) Bekanntmachung ' betreffend die Ertheilung des Exequatur Namens des Norddeutschen Bundes an den Kaiserlich Russischen Konsular-Agenten zu Danzig. G etzen, am 30. November 1869. Großherzogliches Krcisamt Gießen. Eleven, uu In Verhinderung des Kreisraths: Kekul6, Kreisassessor. ______________________________________________ Besondere Bekanntmachungen Bekanntmachung. 11029) Die nachverzeichneten städtischen Gelder: 1) Communalsteuer IV. Ziel 1869, f 2 Communalsteuer (Kriegskosten» I. und II. Ziel 1869, auf welch' letztere von den zu empfangenben gtnquarttrungägelbetn abgerechnet werben kaum unb beßhalb jeber Empfänger in Selbstperson erscheinen muß, , _ fönnen an ben ersten brei folgenben Zahltagen, nämlich Dienstags, Donnerstags und Samstags, ohne Kosten zur h.estgen Stabtkaffe 11040) Im Firmen - Register des unterzeichneten Gerichts ist heute folgender Eintrag vollzogen worden: Die Wittwe des verlebten Georg Jug- hardt, Johannette, geborne Schneider, zu Gießen, führt die unter der Firma: „Gg. Iug Hardt" daselbst bestandene Specerei-, Ellenwaaren- und Landesproducten-Hand- lung, unter Uebernahmc aller Activen und Passiven derselben, seit Io. April 1867 unter der f-ilh-rigen Firma fort und Hot ihren Söhnen Heinrich und Wilhelm Jug- hardt am 15. April 1867 Procura ertheilt. Der Name „Georg Jughardt" als Inhaber der Firma wurde gelöscht. Gießen, den 29. November 1869. Großherzogliches Stadtgericht Gießen. Muhl, Stadtrichter. Versteigerungen. 11030) Montag den 6. December, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dahiesigem Ratbhause die Immobilien der Balth. Stohr Erben, erboerthei- lungsh alber, freiwillig versteigert werden, als: ftlur Nr. lüKIftr. ‘/1144 15 Hofraithe in der Kühgasse und Marktstraße, Vii56 2 Bauplatz neben der Stadtpforte an der Bach, 26/17O 153 auf der Sternmark oder am alten Schlag. Gießen, den 29. November 1869. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. K- Vogt. Kehr. Donnerstag Samstag Dienstag Mittwoch Donnerstag Samstag Dienstag Mittwoch Donnerstag Samstag Dienstag Mittwoch Donnerstag Dienstag Mittwoch Donnerstag 1) 2) 3) 4) 5) 6) 7) 8) 9) 10) 11) 12) 13) 14) 15) 11020) Zur Bezahlung der Zinsen, welche von den bei der hiesigen Spar- und Lechkasse angelegten Capitalien am Ende dieses Jahres fällig werden, sind nachstehende Termine festgesetzt, und zwar: 16) . 17) Freitag den 2. December, „ 4. „ „ 7. u 8. „ n 9- „ „ 11. „ 14. „ 15. „ „ 16. „ 18. n 21. h ti 22. „ „ 23. ir 28. „ ft 29. » tf 30. „ „ 31- ff Die Interessenten werden daher aufgefordert, die Zahlung an diesen Tagen tn Enipfang zu nehmen und hierzu durch Vorzeigung der Schuldscheine sich zu legittnuren. Zugleich wird bemerkt, daß die auf den Donnerstag fallenden Zahltage für die Interessenten der Stadt Gießen, dagegen die auf Dienstag, Mittwoch und Samstag fallenden Zahltage für die Auswärtigen bestimmt sind. Die Herren Bürgermeister werden ersucht, dieses in ihren Gemeinden auf ortsübliche Weise bekannt machen zu lassen. Gießen, am 23. November 1869. Der Rechner der Spar- und Leihkasse: Holzversmgenmq. 11041) Donnerstag den 9. December wird in der Domanialwaldabtheilung Tempel nachverzeichnetes Holz versteigert: Scheidh. Prügelh. Stockh. Reisholz Stecken Stecken Stecken Wellen Eichen 23 20 15 800 Nadelh. 265 102 125 4125 Dornen — — —675 Zusammenkunft Morgens 10 Uhr auf der Schiffenberger Chaussee an der Waldmei- sterswiese. Freitag den 10. December werden daselbst 28 Eichenstämme mit 650 Cubiksuß und 168 Nadelstämmc mit 4553 Cubiksuß versteigert Zusammenkunft wie oben. Credit für beide Versteigerungen bis 30. Juni 1870. Gießen, am 30. November 1869. Großherzogliche Obersörsterei Schiffenberg. Dr. Draudt. 11042) Dienstag den 7. December d. I., von Nachmittags 2 Uhr an, sollen in Sachen des Konrad Meyer Ul. von Großen-Buseck, Klägers gegen die Bauunternehmer W- Schade und C. Cladih von Gießen, Beklagten, circa 28 Kippkarren, „ 60 Schiebkarren, sowie ein Quantum Bohlen und sonstige Gegenstände von der Bahnstrecke Großen- Buseck, in dem Ortsgerichts-Locale des Unterzeichneten öffentlich meistbietend versteigert werden. Großen-Buseck, den 29. November 1869. Grobherzogliches Ortsgericht Großen-Buseck. Wagner. Holzversteigerung im Gießener Stadtwalde. 11048) Montag den 6. December, von Vormittags 9 Uhr an, soll in dem Gießener Stadtwalde, District Waldshut, Abteilung Fuchsbau, nachver. zeichnetes Holz öffentlich versteigert werden, als: 663/4 Stecken Nadel-Prügelholz, 58% „ „ Stockholz, 3342 Wellen „ Reisholz, 431 Nadel-Stämme mit 4487 Cubiksuß, 1485 „ Stangen „ 7676 „ , Die Zusammenkunft ist auf der Licher Straße, an der 5. Schneiße. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis L April 1870 gestattet. " Die Großh. Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen. Gießen, den 1. December 1869. Großberzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. Sichere Hülfe finden Alle, welche an Krankheiten der AthmungS-Organe, Verschleimung, Husten, Heiserkeit rc. leiden, durch den Gebrauch des Dr. Hildebraudt'schen weissen Kräuter-Briisl-Syriip, welcher in Flaschen ä 1 fl. 45 kr., 54 kr. und 27 kr. in Gießen allein ächt vorräthig ist bei (11036) Carl Frech. Rettig-Bonbons für Husten und Brustleiden, von Joh. Phil. Wagner & Comp. in Mainz empfiehlt Carl Münch, (11026) am Kreuz. 11037) Montag den 6. December und die folgenden Tage, jedesmal von Nachmittags 1 Uhr an, werden in dem Hause des Meier Heß am Lindenplatz dahier sämmtliche Waaren, bestehend in Modeartikeln und Strohhüten, öffentlich versteigert. Gießen, den 1. December 1869. Der Massccurator: M. Pilger. Feilgebotenes. 11022) Frische Schellfische und Bratbückinge treffen wieder regelmäßig ein. Turbotö, Zungen u. Cabliauen müssen mehrere Tage vorher aufgegeben werden. I. A. Busch Söhne. 11055) Den bewährten, anerkannt vorzüglichsten , Schusergufi aus der Fabrik der Herren Gcbr. Bücking in Gießen verkaufen zu Fabrikpreisen Gcbr. Adami ___________ im Ritter. 11051) Puppenmöbel-Garnituren und einzelne Stücke, Porzellain-Service, Kochherde in allen Größen, sowie Küchcuge- räthe aller Art, empfiehlt billigst I. H. Fuhr. 11052) Puppcnköpfe und -Gestelle, owie gekleidete Puppen, empfiehlt ______________________I. H- Fuhr. Gutta-Percha-Firniß, bei Nässe oder Schnee alles Schuhwerk wasserdicht zu machen, ä Topf 18 fr-; Dr. Rom ersh ausen's Augen - Essenz, zur Erhaltung, Stärkung und Wiederherstellung der Sehkraft; Orientalische Räuchcrcssenz und Kö- ni g's Räucherpulver; Ilepilatoire, unschädliches Mittel, um Haare an Stellen, wo man selbige nicht wünscht, zu vertreiben, ä Flacon 54 kr.; Polir- und Schärfepulver für alle schneidenden Instrumente, namentlich Rasir- messer, » Dose 18 kr-; Dresdener Malrsyrup für Brustkranke und an Husten Leidende, ä Flacon 12 kr.; (11053) empfiehlt Carl Frech. 11021) Zu Anis- und sonstigem Gebäck empfehlen wir unser feinstes Blü- thenmchl und fein durchsiebte Raffinade in ausgezeichneter Güte. ____________ I. A. Busch Söhne. 11044) Prima-Gummischuhe bei ___________I. Köhler, Seltersmeg. 11054) Ligroiuc-Lampen, sowie Lt- aroine-Oel, stets vorräthig bei j Carl Frech. r Louis Siohr^ Buchbinder und Portefeuilles-Arbeiter, iSchloßgaffe. Einem geehrten Publikum die ergebene Anzeige, daß meine Ausstellung in Portefeuilleswaarcn wieder auf's Beste assortirt ist, und bitte ich um geneigten Zuspruch. — Alle in dieses Fach einschlagende Arbeiten mit Stickereien werden bestens besorgt.__ Kein Fabrikat der Neuzeit hat in so kurzem Zeitraum einen so großen Erfolg aufzuweisen, wie das Brustbonbons, Arabische Gummi-Kugeln, bereitet von W Stuppel in Alpirsbach. Trotz der in großer Anzahl aufgetauchten Nachahmungen behaupten diese Fabrikate ihren guten Ruf und erobern sich von Tag zu Tag mehr und mehr die Gunst des Publikums. Dieses Brustbonbon ist zu haben: in Gießen bei Wallach. „ Lich „ (5. Bingmann. „ Alsfeld „ Ernst Krause. „ Büdingen „ H. C. Rullmann. „ Friedberg „ I. A. Windecker. An Orten, wo sich noch keine Niederlagen befinden, werden solche errichtet durch das Gcneraldepüt von I G- Schröder. Darmstadt. Briefe franco. 11035). Regenschirme ! ! das passendste Weihnachtsgeschenk, in reichster Auswahl und in anerkannter, solider, sclbstversertigter Waare, empfiehlt W. Frank, (11034) vis-a-vis der Hirschapotheke. Zurückgeschte Seidenkliffe! Gestreifte Seidenstoffe, circa 350 bis 400 Klciver, in Folge des Abschlags: ä 18 und 20 fl. das Kleid, frühere Preise: ä 26 und 28 fl. das Kleid, ä 22 und 24 fl. das Kleid, frühere Preise: ä 30 und 32 fl. das Kleid, sowie eine große Auswahl von schwarzen und farbigen Seidenstoffen, Sammt für Paletots zu ungewöhnlich billigen Preisen, in der Sei- denwaarenhandlung von Theodor Beei*5 (11033) Neuekräme 32, in Frankfurt a. M. Als sinnigstes Weihnachtsgeschenk empfiehlt und versendet elegante Etuis mit 120 englischen Briefbogen und Couz verts mit beliebigen verschlungenen Na- menSchisfrcn in prachtvollem blauen Hochdruck ä fl. 3 die Papeteriefabrik von M- E- Reis, Krögerstraße 4, Frankfurt a. M. 11057) Bermiethungeu 11046) Ein Logis, bestehend aus zwei Stuben, Küche, Keller, Bodenraum und Mitgebrauch der Waschküche, ist zu vermieden bei Kaminfeger Neuling, _____________________Wolkengasse._______ 11045) Auf dem Seltersweg Lit. E- Nr. 2 ist eine kleine Familienwohnung an einstille Familie, alsbald beziehbar, zu vere mieihen__________________________________ 11015) Ein Familienlogis ist zu vermie- then. Bei wem? sagt die Exped. d. Bltts. 11031) Ein gut möblirtes Zimmer ist zu vermiethen- Wo? sagt die Exped. d. Blattes._____________________________________ 11050) Ein möblirtes Zimmer ist zu vermiethen bei G- H. Balser, Glaser, ______________________Seltersweg. 11027) In meinem neu erbauten Hinterhause ist der zweite Stock im Ganzen oder auch getrennt zu vermiethen. Philipp Bauer, Schreiner, ___________Mühlgasse. __________ 11028) Ein Familienlogis, bestehend aus 3,Zimmern, Küche, Kammer und Zugehör, ist zu vermiethen und alsbald zu begehen. H. M. JugHardt. 11017) Im Cafe Ebel ist ein kleines Familienlogis, pr. 1. Januar 1870 bezieh- bar, zu vermiethen.________________________ 11019) Ein größeres Familienlogis ist in Lit. A. Nr. 199 zu vermiethen und am 15. Februar 1870, auf Verlangen auch früher, zu beziehen. Vermischte Anzeige». 11039) Ein junger Mann, der im Besitze einer guten Handschrift ist und die Kaufmannschaft zu erlernen beabsichtigt, wünscht zu diesem Behufe auf einem hiesigen Comptoir angemessen placirt zu sein. — Vorläufig hat derselbe nur die Absicht, sich mit den einschlägigen Comptoirarbeiten bis zu deren gründlichen Erlernung zu befassen. Gefälligen weiteren Aufschluß ertheilt auf Wunsch die Exped. d. Bltts. 11024) Etwaige Forderungen an die Erben der verst. Fräulein Johann ette Ferber sind mittelst specificirter Rechnungen bei Unterzeichnetem innerhalb drei Wochen geltend zu machen. Gießen, den 26. November 1869. ___________W. Ferber, Buchhändler. 11018) Ein braves Dienstmädchen wird zu sofortigem oder baldigem Eintritt gesucht. Wo? sagt gefälligst die Erped. d. Bl. 11043) Wenn der Schreiber des an mich gerichteten anonymen Briefes wirklich ein Freund von mir ist, so ersuche ich denselben, sich mir zu nennen, da ich auf dergleichen Briefe durchaus Nichts gebe. Th. Ehlers, Techniker. Danksagung. 11056) Allen Verwandten und Bekannten, welche unsere unvergeßliche Mutter, Schwiegermutter und Großmutter, Marie Weber, zu ihrer letzten Ruhestätte begleitet haben , sagen wir hiermit unseren herzlichsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. Wohnungs-Veränderung. i 1049) Hiermit die ergebenste An-, zeige, daß ich meine Wohnung und mein Geschäft in das Haus des Herrn Zimmermann in den Neuen-Bäuen verlegt habe. Ich bitte, das mir bisher geschenkte Wohlwollen und Vertrauen auch ferner zu erhalten. E. Eichenberg. 11038) Für ein Material- und Farb- waaren-Geschäft en gros en detail wird ein Lehrling gesucht. Kost und Logis kann auf Verlangen im Hause des Principals gegeben werden. Näheres unter P. |R. durch das Frankfurter Annoncen-Bureau in Frankfurt a. M., Schnurg. 19. 11032) Ein tüchtiger Bäckergeselle wird als Erster, gegen guten Lohn, in eine hiesige Bäckerei gesucht- Bei wem? sagt die Exped. d. Blattes. 11009) Eine zuverlässige Frau such: einen Laufdienst. Zu erfragen bei der Exped. d. Blattes- 10841) Ein gut empfohlener, zuverlässiger Scribent, cautions- fähig, sucht bei bescheidenen Ansprüchen Stellung. Offerten bittet man bei der Erped. d. Bltts. gefälligst abgeben zu wollen. W a r u u n g. 11047) Ich warne hiermit Jedermann, meiner Frau irgend Etwas zu borgen, indem ich für Nichts hafte. ____________Ernst Kann, Steinmetz. 11016) Ein Dienstmädchen mit guten Zeugnissen wird gegen guten Lohn auf Weihnachten in Dienst gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bltts.____________________ 11025) Ein tüchtiger Pferdeknecht, welcher auch den Ackerbau versteht, wird zu alsbaldigem Eintritt gesucht. Von wem? sagt die Exped. d. Bltts. Hamburg, Berlin, Basel, Wien, Leipzig, Stuttgart, Zürich, St. Gallen, Genf, Neuerwall, 50; Leipzigerstrasse, 46 ; Steinenberg, 29; Stadt, Neuer Markt, 11 ; Markt, 17, Königshaus ; Kronprinzstrasse, 1 B ; Elsassergasse, 1 ; Obere Grabenstrasse, 13 ; Place du Molard, 2. IIAASENSTEIM VOGLER Zeitungs-Annoncen-Expedition, in Frankfurt am Main, grosse Gallusstrasse 1, im 1. Stock. (Eingesandt.) Es naht die schöne Zeit des'Weihnachtsfestes und überall ist man schon bedacht, seinen Liebenden Geschenke für den Weihnachtstisch auszuwählen. Die Schaufenster aller Geschäftshäuser sind auf's Reichhaltigste mit passenden Festgeschenken ausgestattet und es läßt sich so viel des Schönen finden, daß dadurch oft die Wahl erschwert wird. Schreiber Dieses möchte bei dieser Gelegenheit auf einen Gegenstand aufmerksam machen, der in den so reich ausgestellten Läden doch nicht aufzufinden ist und der sich auf den ersten Anblick unter den glänzenden Schmuck- und andern zierlichen Sachen auch höchst einfach und unscheinbar ausnehmen dürfte, aber doch einen größern, sowohl moralischen als materiellen Werth, wie alle diese Sachen, bietet. Es ist dies eine Lebens-Versicherungs-Police, mit welcher der Familienvater Frau und Kindern zeigt, daß es ihm die heiligste Pflicht ist, für deren Zukunft zu sorgen. Dieses Geschenk wird wohl der ernsten Gedanken wegen, die sich daran knüpfen, keinen lauten Jubel unter den Empfängern Hervorrufen, aber doch gewiß der um die Zukunft besorgten Mutter eine stille Freude bereiten, und deßhalb dürfte sich eine schönere Weichnachtsgabe nicht leicht wieder finden. Wenn längst der sorgende Vater aus der Mitte seiner Lieben abgerufen sein wird, so werden diese, nun im Besitze des bei seinem immer zu frühen Tode ihnen zugefallenen versicherten Kapitals, besonders an jedem Weihnachtsabende, das Andenken des seligen Vaters in Liebe ehren und ihm eine stille Thräne der Dankbarkeit weihen. Ein Familienvater, der 30 Jahre alt ist, kann, wenn er täglich nur 7 fr. als Beitrag zurücklegt, seiner Familie ein Kapital von 2000 fl. versichern. Frachtbriefe für die Main-Weser- und Cöln-Mindener- Eisenbahn, sowie sammtliche zollamtlichen Formn- lare, sind zu haben bei Wilhelm Klee, Marktstraße. Borseunachrichten. 30. November 1869. Preuss. 41/20/0 Obi. 93 Vi Frankf. 3V2% Obi. 803/4 Nass. 41/2% Obi. 927/g Kurh. 4% Obi. 83 '/2 Hess. 40/Q Obi. b. Roths. — „ 31/30/0 do. do. 88 Bayer. 5% Obi. — „ 41/2% 1jährige — » 41/2% 1,2jährige 92y8 Würtemb. 4l/2% Öbl. 92*/8 Baden 4*/2°/q Obi. 0. E.L. 927/g Oestr. 50/0 b. R. 48 „ 5% National — , 50/0 Metall. Obi. — „ M. steuert*. — Amer. 6% 1882r Bds. 90V8 n 60 o 1885r 891/4 Aetlen. Frankf. Bank 125‘/4 Oerter. Bank 689 „ Creditaat 2991/2 Darmst. Bankact. 314 Prioritäten. 50/0 östr. F. St. E. B. 359 Ludwigsh.-Bexbach 100’/e Maxbahn — Bayer. Ostbahn 125 Hess. Ludwigsbahn 141V4 30/g östr. Stsb.-Prior. 557/t 3% östr. s. Lombard. 49 30/g Livorneser 31% Toscaner 5O*/4 Frankf. Hypoth.-Bank — Frankf. Vereins-Kasse 96V 5O/o Elisabeth-Prior. 741/4 do. II. Emiss. 72 Anlehenelooee. Kurh. 40 Thlr. Loose 571/4 Nassau fl. 25 b. Roth. 39* 6 Gr. Hess. fl. 50 b. R. 1771/2 Gr. Hess. fl. 25 b. R. 4-0/2 4°/q bayr. Präm. Anl. 105 4% badische Loose 1027/6 Badische fl. 35 Loose 56% 1858r Prioriiätsloose 1513/4 1860r Loose 78!/2 1864r , 114 Weehsel. 4msterd. k. 8. 100 Vs Augsb. k. 8. 993/4 Berlin k. 8. 105 Vg Bremen k. 8. 973/4 Cöln k. 8. 105 Hamburg k. 8. 881/4 Leipzig k. 8. 105 London k. 8. 119 Lyon k. 8. — Paris k. 8. 943/4 Wien k. 8. 95% Disconto 40/g 0. (Geldsorten. Pr. Gass. Sch. 1 447/8-45 i/g Div. Cass.-A. Pr. Friedrdor. 9 571/2-581/2 Pistolen . . 9 46 48 „ doppelte 9 47-49 Holl. fl. 1U St. 9 54-56 Ducaten . . 5 36-38 20 Frankenst. 9 271/2-28V2 Engi. Souver. 11 54-58 Russ. Imper. 9 47-49 Doll, in Gold 2 27-28 Linsen Kartoffeln Wicken fr. fl. fL fr. fl.jfr- fl. fr- fr- fl. M- M- M. M- M. 8 3 Frucht- und Mehlpreise tu verflossener Woche von nachbonannten Orten und Fruchtmärkten. >, Spelz und Hafer 120, Erbsen, Linsen, Wicken 220, Kartoffeln 200, Mehl 140 Pfund. 2 2 48 54 Mit.- preis Mit - preis Auf dem Markt Äuf dem Markt Auf demMit-- Markt »preis 0 1 Fruchtmärkte. Nov. Waizen. Korn. Gerste. Spelz. Hafer. Erbsen. ÄUs oem Markt Mlt.- preis Auf dem Markt Mit.- preis Auf dem Markt Mit.- preis Auf dem Markt Mit- preis Auf dem Markt Mit.- prcis Auf dem Markt preis c « & fl. fr- j auf- gef- fl. fr. <2 1 f verk. fl. fr- auf-; gefl ’S fl-fr- auf: gef- 0 fl. fr. auf-1 gef- 1 verk. 5 fr. Gießen Alsfeld Grünberg Lauterbach Mainz 27. 27. 27. 26. iw. 22 131 iw. 12 138A 5i 249 10 10 11 10 m« 30 54 20 57 M. 22 10 M- 20 1351 6] 86 8 8 8 8 5 12 M. 12 M- 12 54 21 730 6 50 -I- M. JILL II INI l-f 1 M. 9 6 M. 9 59; 3 22 5 5 5 5 1 1 1 iaa M. M. 51 2 20 Feuilleton. ich auch suchte, ich fanv es nicht in den Gesellschaftszimmern meiner Mutter, und so mutzte ich mich begnügen, kS in einsamen Stunden vor meine Seele zu führen und mich der Hoffnung hingeben, ihm eines Tage- in Wirklichkeit zu begegnen. Ich hatte ein Lieblingsplätzchen im Holze — der alte Förster hatte mir dort eine kleine Holzbank gezimmert, als ich noch ein achtzehnjähriges Kind war. — Nach und nach war sie mit Epheu überwuchert, bis auf den kleinen Sitzplatz, den ich mir frei dielt, und so satz ich denn dort unter den drei hohen Linden, die ihr herrliches Laubdach schützend über mich wölbten, im Grünen. Meine Gedanken waren aber keineswegs erfreulicher und beruhigender Art. Seit einiger Zeit hatte ich nämlich bemerkt, daß der Graf von Brosenberg, ein halber Greis, mich mit Aufmerksamkeiten überhäufte, die ein alter Freund nicht einem Kinde zu Theil werden lätzt. Der Graf war reich, seine Familie eine der angesehensten der Gesellschaft, und ich sah zu meinem Entsetzen, datz meine Mutter diesem Manne mit mehr Freundlichkeit entgegenkam, als jedem anderen. Anfangs freilich schöpfte ich nicht den geringsten Verdacht, bis ich eines Tages ohne meinen Willen Zeuge eines Gespräches zwischen meinen Eltern wurde, das mich vollkommen über die Ansichten des Grafen Brosenberg aufklärte und mich in den größten Zustand der Angst und Verzweiflung versetzte. Meine Mutter bat nämlich den Vater, mir nichts von den Bewerbungen des Grafen zu sagen, Kinder wie ich hätten gewöhnlich romantische Ideen, und sie wolle mich erst allmählig an den Gedanken an eine Verbindung zwischen ihm und mir gewöhnen. Weiter hörte ich nichts, aber es genügte, um mein ganzes, mühsam erbautes Luftschloß von Glück und Liebe lumzustürzen. Und doch sehnte ich mich so sehr nach Glück und Liebe! Mit ernstlicher^Spannung betrachtete ich jetzt das Benehmen des Grafen Brosenbcrg, und nun ich erst etwas davon wußte, traten mir seine Bewerbungen klar genug entgegen. Ich wies sie entrüstet zurück, ich suchte ihn durch Spöttereien von mir zu scheuchen — Alles vergebens — es brachte mir nur Tadel von meiner Mutter ein, die kein Verständniß für mein kindisches Beneh- nun hatte. Aber mit der eigenen Sorglosigkeit der Jugend vergaß ich dieses Werben bald, da Graf Brosenberg mit keinem offenen Anträge hervortrat, und ich gab mich schon der süßen Hoffnung hin, er möchte das Unpassende einer solchen Verbindung eingesehen haben, als ich an dem erwähnten Tage, durch seine reichen Geschenke, welche er meiner Mutter brachte, wieder davon erneuert war, denn die eleganten Armbänder und sonstigen Schmucksachen schienen mir eher für ein sechszehnjähriges Mädchen, als für eine alte Dame berechnet zu sein, und eine eigenthümliche Beklommenheit ließ mich das Freie suchen. Traurig und besorgt für'die Zukunft saß ich auf meiner Bank und über- dachte mein freudenleeres Dasein, das bald sogar wohl noch ein trüberes Aussehen gewinnen würde, und suchte vergebens nach einem Menschen in meiner Bekannt- schäft, der mir vielleicht eine Stütze hätte werden können. Ich kannte indessen Niemanden, meine MutterNitt es nie, daß ich mit den Untergebenen der Schloßherrschaft in näherer Verbindung stand, urft) -zu anderen fühlte ich mich nicht hingezogen. Das Gefühl einer gänzlichen Hülflosigkeit überkam mich und drückte mich so nieder, daß ich Alles um mich her vergaß und in ein heftiges Weinen ausbrach. Wie lange ich so gesessen hatte, wußte ich nicht, aber ich wurde durch ein anhaltendes Hundcgebell in meiner Ruhe gestört, und als ich aufblickte, sah ich dicht vor mir einen anscheinend noch jungen Mann stehen, der mich mit seinen sanften Augen so mitleidig ansah, daß es mir ganz warm um's Herz wurde und flammende Röthe mein G-sicht bedeckte. Aber nicht allein die Stellung, worin er mich traf, brachte mich in Verlegenheit, sondern vielmehr sein eigenes Selbst. Das war ganz derselbe Mann, uen ich nie zuvor gesehen, aber dessen Bild mir sttts vor Augen geschwebt; das waren die dunklen Augen, das leicht gekräuselte Haar und'das feine Gesicht, vielleicht nur Den schmerzlichen Zug um seine Lippen hatte ich mir nicht gedacht — aber sogar die hohe kräftige Gestalt war dieselbe. (Fortsetzung folgt.) Aus drm Mm einer Nonnr. Novelle von I. H. (Fortsetzung.) a Ml sorgfältig die Thüre Der Zelle Kraft und Deinen Muth nur, Glück und Deinen Seelenfrie- „Nicht so, Elisabeth," sagte sie, nachdem sie hinter sich geschlossen hatte, „das schwächt Deine Den Du so fthr nöthig hast, w-nn Du Dir dein Den bewahren willst. Wirf Dich vor dem Bild Der Mutter Gottes nieder, aber nicht in Verzweiflung, sondern mit Der demüthigen Bitte, daß sie Dir beistehen möge in Der Stunde der Gefahr, wenn sie hcrannaht —" Elisabeth erhob sich beschämt, aber ihr Antlitz war noch von Thränen überfluthet und ihre Augen blickten so trostlos vor sich nieder, daß Schwester Martha mitleidig ihr Haar streichelte, bas in langen Ringeln über ihren Racken floß- „Rur nicht Den Muth verlieren," fuhr sie tröstend fort, „das taugt nicht. Du bist noch nicht für immer eingeschloffen, und wenn Du Deinen festen Willen behauptest, wird es nicht geschehen." „Aber, Schwester Martha, schluchzte Elisabeth, „warum hast Du Deinen festen "Willen nicht bewahrt?" „Weil ich nicht wollte, mein Kind," entgegnete die Nonne, indem sie sich auf Die hölzerne Bank setzte uno Elisabeth neben sich niederzog, „und eben Dir dieses zu erklären, bin ich zu Dir gekommen. Du kannst mich sonst nicht be- greifen, und ich will Dein Gemüth nicht mit Zweifeln beunruhigen." Elisabeth drückte ihr stumm die Hand. „Sei aber ruhig, fuhr die Nonne fort, „Niemand darf erfahren, daß ich noch bei Dir gewesen bin, Denn die Aebtisstn weiß es, daß es hier in dem Herzen noch bisweilen bebt, und fürchtet meinen Einfluß auf Dich. Sieh', Elisabeth," fuhr sie, gleich zu ihrer Erzählung übergehend, fort: „Das sind nun geraoe zwölf Jahre, als ich eben so jung, vielleicht auch eben so schön war, als Du. Der Nanz und Reichthum meiner Eltern — ich brauche Dir ihren Namen nicht zu nennen — ließ mich eine glänzende Stellung in der Welt einnehmen, und ich wurde so gefeiert, wie nur je eine meiner vielen Freundinnen. Ein Bewerber nach den andern stellte sich um Die reiche Erbin ein, aber sie wurden zu meiner großen Freude abgewiesen. Ich wußte damals nicht genau, warum dies geschah, ick glaubte meiner Jugend willen, leider sollte ich nur zu bald erfahren, daß meine Mutter bereits für mich gewählt hatte, und zwar einen Mann, den ich nicht allein nicht liebte, sondern sogar verabscheute. In jener Zeit aber lernte ich einen jungen Mann kennen, Der bald mein ganzes Herz gewann, Es war, wie man sagte, Der Neffe unseres Försters, ein noch unbekannter, wenn auch talentvoller Maler. Ich hatte nie Jemanden gehabt, dem ich mich hätte anschließen können. Mein Vater verließ nur selten sein Bibliothekszimmer, wo er stets mit seinen Büchern beschäftigt war, meine Mutter bekümmerte sich nie um mich, sie mutzte dafür sorgen, den Glanz des Hauses aufrecht zu halten und unfern Salon zu Dem prächtigsten zu machen, und Geschwister hatte ich nicht. So lernte ich Denn nie Liebe und Theilnahrne kennen, trotzdem sich mein Herz darnach sehnte, wie Die durstige Erde nach frischem Wasser. Einsam wandelte ich mein freu- Dknleeres Dasein dahin, Denn die Festlichkeiten in unserem Hause ermüdeten mich nur ohne mich zu zerstreuen. Es war aber feine Liebe, die ich auf dem glatten Par'quetboden des Salons traf, sondern nichts als Verstellung, Höflichkeit und Schmeicheleien und dieses widerte mich schließlich so an, daß ich mich freute, wenn Die duftenden, frifirten, süßlichen Herren und Damen unser Hauö verließen. Es war an einem solchen Frühlingstage, wie der heutige gewesen ist, als ich allein dem nahen Hölzchen zuschleuderte, um Dort einmal frische Lust zu schöpfen. Ich batte ein kleines GeDichtbuch, worin ich gerne las, mitgenommen, um mich unter tim fnschtn Laubdache M WalbeS nieberzusetzen uno zu schwärmen. Solche Stunden lählte ich zu den köstlichsten meines Daseins, ich gab mich dann allen möglichen ^Träumereien, deren eben nur ein junges Mädchenherz fähig .st, h.n Ich hatte damals ein Ideal, was mir stets vor Augen schwebte. Aber so vttl. 28. November. Ein Telegramm von Ismaila, unterzeichnet Lesseps, heieichnct Die über den mangelhaften Zustand Des Suez-Kanals verbreiteten Gerüchte, in Folge Deren Die Kanalactien gefallen sind, als absurd und saat • Im Verlaufe von 10 Tagen seien 50 Schiffe ion zusammen 35,000 Tonnen Gehalt aus Dem Mittelländischen Meere durch Die Bitterseen nach Dem rochen Meer gefahren und nach Port SaiD zurück- gekehrt, ohne daß Die Ufer eine Beschädigung er- li"" hätten. 29. November. Aus Spalato wird der Wiener „Presse" geschrieben: Die Situation in der Bocca ist eine hochernste. Generalmajor Auersperg vermochte nicht, trotz des Aufgebotes aller Truppen Den Aufstand im Norden zu bezwingen, Da Die Insurgenten sich tn Die unzu- aänqlichen Gebirgstheile zuruckzogen, und somit Die weitere Verfolgung derselben vermöge der Terrain- Verhältnisse nicht möglich war. Die Gefechte bet Knezlac und ZagvozDak am 17. und 18. November hatten, trotz unserer großen Verluste, nur Die momentane Freimachung Der Passage Cerkvize-Dragalj zur Folge. Die Insurgenten halten sämmtliche Hochgebirge besetzt und stören durch häufige Ueberfälle fort- während die Verbindung. Selbst das Hauptquartier, da; sich am 19. von Cerkviee nach Dragalj begab, wurde im Defilv Han überfallen, beschossen und büßte 37 Muli mit Bagage ein, trotz Der Errichtung vieler kleiner Blockhäuser kann ein 4500 Mann starkes Expedit onScorpS Die Berge nicht besetzt halten, weil die Witterungsverhältnisse überaus ungünstig und massenhafte Erkrankungen unausbleiblich sind. Das Campiren im Freien ist wegen Der Kälte unmöglich, Überdies herrscht sortwährenD Wassermangel, und Das Wasser mutz mittelst Mulis unter starker Bedeckung hinauftransportirt werden. Demzufolge bleibt nichts übrig, als Die Operationen bis zum April einzustellen. Das ExpeditionseorpS wird Winter-Quartiere in den Küsten-Städten beziehen. Zur Besetzung Der montenegrinischen Grenze reichen Die vorhandenen Truppen nicht aus, denn die Verbindung ?er CrivoSeie mit Montenegro konnte nichi abgeschnitten werden. Das Hauptquartier ist .m 20. nach Eattaro zurückgekehrt. Unsere Verluste bei Der letzten Expedition sind sehr bedeutend; 100 Mann todt, verwundet und erkrankt über 200. Die Insurgenten haben keine Nachweis- baren Verluste; cs wurde keiner gefangen. Die Ge- fangenen wurden abermals von den Insurgenten em- setzlich verstümmelt, den todten Offizieren wurden Die Köpfe abgeschnitten und als Siegeszeichen aufgepflanzt. Die Expedition des Obersten Schönfeld gegen Braie, Poborp und Maina war nicht glücklicher. Am 19. kehrten von einer Compagnie des Regiments Wimpffen nur 22 Mann zurück. Die beiden SatNlpunkle auf der Landstraße oberhalb Risano bleiben besetzt und Die dortigen Blockhäuser weiden vervvllstänDigt, wodurch ein erneutes Vorrücken erleichtert wird. Dra> galj ist auf Drei Monate verproviant'rt. Nach Meldungen von Nagusa geht das Gerücht, datz die österreichischen Truppen Die Forts Dragalj und Cerkvice räumten." Der König von Italien hat Dem Kaiser von Oesterreich telegraphisch sein lebhaftes Bedauern aus- gtdrückt, daß fein noch immer geschwächtcr Gesund- heitszustand ihm nicht gestatte, die Reise nach Brindisi zu unternehmen, weshalb er Die Begrüßung DeS Kaisers derzeit als aufgegeben betrachten müsse. Zu- gleich sprach Der König die Hoffnung aus, datz sich demnächst wieder eine Gelegenheit zu persönlicher Begegnung Darbieten werde. Lanza soll folgende Bedingungen für die Bildung eines neuen Ministeriums gestellt haben: Die Entfernung Menabrea's, Cambiay-Digr.y's u. Gualterio'S aus der Umge ung des Königs und Die ReDuclion des Militärbudgets auf 30 Mill. (Das jetzige Budget des Krieges beträgt über !421/2 und das Der Marine über 30 Mill.) In Bukarest wurde vorgestern Die Kammersefsion durch Den Fürsten Karl eröffnet: Die Thronrede betont die nach allen Seiten hin guten Beziehungen zum Ausland, erwähnt Die grötztentheils beigelegten Grenzst.eitigkeitcn, Die Hebung Der Schifffahrt, Der- heißt Regelung Der gemeinsamen Interessen Durch internationale Verträge, Die behii)s Regulirung Der schweb end en Schuld vorzulegenden Gesetzentwürfe, die Organifation Der Armee, die Hebung des Unterrichts und constatirt die baldige Vollendung der projectirten Eisenbahnlinien. Aus Bessarabien wird gemeldet: Auf Grund eines verjährten Gesetzes, wonach die Juden mindestens 50 Werst von der Grenze wohnen müssen, wurden plötzlich circa 20,000 (?) Judenfamilien aus Kische- new und Umgegend auf Wagen in das Innere Rußlands tronsportirt. Kischenew liegt erst in Folge des Krimkrieges weniger als 50 Werst von der Grenze. Man glaubt nicht, daß dieser Gewalkact an höchster Stelle gebilligt werden wird. Die Juden betrieben bisher ein einträgliches Grenzgeschäft. Hessen. Darmstadt. 29. Nov. (Abgeordnetenkammer.) Die Abg. Wernher, Kraft, Dumont m d v. Löw interpelliren die Regierung darüber, ob ste der Bank von Süddeutschland gestatte, Noten zum dreifachen Betrage des ActiencapitalS auszugeben. Die Abgeordneten bebalten stch Weiteres vor. Darmstadt, 29. Nov. Die Sitzungen der zweiten Kammer wurden heute nach einer Unterbrechung von 3 Monaten wieder eröffnet. Unter den neuen Eingaben befinden sich außer einer großen Anzahl von Necommunicationen des andern Hauses über in der letzten Session zum Beschluß gekommene Gegenstände noch folgende von einiger Wichtigkeit: die Rechenschaftsablage des KriegsministerinniS für die Finanzperiode 1866/68, eine Anforderung von 4000 st. zur Errichtung eines Polizei- directoriumS zu Darmstadt, eine Mittheilung der Regierung be- züalich eines neuen Ausschlags der Eommunalumlagen, eine Gesetzesvorlage auf Einführung der Militärfreizügigkeit mit dem norddeutschen Bunde, ein Gesetzesentwurf auf Aufhebung der Regalitätsabgaben von Bergwerken, mit Wirkung vom 1. Januar 1869, eine Vorlage, die Hundesteuer betreffend, eine Interpellation des Abg. Wadsack wegen Erbauung einer Zweigbahn von Salzschlirf bis Schlitz und eine Interpellation des Abg. Backe wegen Einmündung der Rhein-Bergstraß-Bahn in die Main-Neckar-Bahn. Wencker, Kraft, Dumont, Fink und v. Löw interpelliren ferner die Regierung, ob und unter welchen : Bedingungen sie der Bank für Suddeutschland gestatte! habe, ihre Notenausgabe auf den dreifachen Betrag de- eingezahlten ActiencapitalS zu vermehren, und ob sie glaube, daß eine solche Erlaubnis wirklich im staatlichen und allgemeinen Interesse liege. Für die nächste Sitzung, die Mittwoch, n. December, stattfindet, wird sodann Berathung über die Vorstellung verschiedener Bierbrauer auf Aenderung der Biersteuer bestimmt. Preußen. Berlin, 24. Nov. Die „Prov.-Corr." schließt einen Artikel über die Einweihung des CuezcanalS mit den Worten: „Die Betheiligung des Kronprinzen an der denkwürdigen Feierlichk.it läßt erkennen, welch« Bedeutung die Regierung den weiteren allseitigen Entwickelungen der politischen Beziehungen deS NordbundeS, namentlich auch der Belebung und dem Aufschwung deS deutschen Handels beilegt." Schwarzburg-Rudolstadt. Rudolstadt, 26. Nov. Der regierende Fürst von Schwarzburg-Rudolstadt ist heute Morgen gestorben. Der Verewigte war am 30. April 1798 geboren und übernahm die Regierung am 28. Juni 1867 bei dem Tode seines Bruders, des Fürsten Friedrich Günther. Die Regierung deS Landes hat der einzige Sohn deS Verewigten, Fürst Georg (geboren am 23. Nov. 1838, Major ä la suite des Westfälischen Kürassier-Regiments Nr. 4) übernommen. Baden. Karlsruhe, 27. Nov. Die erste Kammer nahm in ihrer heutigen Sitzung den von der zweiten Kammer bereits genehmigten Gesetzentwurf über Competenzerweiterung der Schwurgerichte hinsichtlich der politischen und Preßvergehen mit 13 gegen 7 Summen an. Bayern. München, 27. Nov. Gutem Vernehmen nach besteht Fürst Hohenlohe auf'seiner Demission; man sagt, eS seien wegeu Neubildung deS CabinetS Unterhandlungen mit Frhrn. v. Thüngen angeknüpft worden. (Presse.) Oesterreich. Wien, 27. Nov. Die Kaiserin von Oesterreich wird nach einer Angabe des „Vaterland" auf der Reise nach Nom von dem Fürst-PrimaS von Ungarn begleitet werden. In ihrem Gefolge soll sich auch der aus der Neac- tionSperiode bekannte Oberststallmeister Graf Grünne befinden. Risano, 24. Nov. Die Insurgenten sind, seitdem sie in das Gebirg zurückgedrängt wurden, nicht mehr sichtbar. Die BivonakS der Truppen sind aufgehoben; dieselben haben Can- tonnementS an der Küste bezogen. Cattaro, 24. Nov. Die militärischen Operationen find wegen des Rückzugs der Insurgenten in die Grenzgebirge eingestellt worden. Moldau und Walachei. Kalasat, 22. Nov. Der Fürst und die Fürstin von Rumänien find beute Morgen in Turnu - Severin, der ersten Station auf rumänischem Boden eingetroffeu. Die ganze Stadt war festlich geschmückt und das Fürstenpaar wurde von der Bevölkerung mit großem Enthusiasmus empfangen. Der Fürst und die Fürstin wohnten einem Te Deum bei und empfingen Glückwunschdeputationen der Stadt und der Umgebung. Dieselbe enthusiastische Ausnahme ward denselben am b esigen Orte zu Theil. Die Stadt und der Hafen waren glärizend erleuchtet. Bukarest, 24. Nov. Heute Vormittag fand der feierliche Einzug deS Fürstenpaares statt. Die Straßen'waren reich beflaggt. Den Akt der Civiltrauung vollzog der Bürgermeister. Thronrede des Kaisers Napoleon! Paris, 29. Nov. Der Kaiser Napoleon hat heute die Session der Kammern mit folgender Thronrede eröffnet: „Meine Herren Senatoren, meine Herren Deputirten! Es ist nicht leicht, in Frankreich den regelrechten und friedlichen Gebrauch der Freiheit herzustellen. Seit einigen Monaten schien die Gesellschaft durch unterwühlende Leidenschaften, die Freiheit durch die Ausschreitungen der Presse und der öffentlichen Versammlungen bedroht. Jedermann fragte sich, wie weit die Regierung ihre Langmuth treiben würde. Aber schon hat sieh der gesunde Sinn des Volkes gegen die verbrecherischen Uebertreibungen gewandt; ohnmächtige Angriffe haben nur dazu gedient, die Festigkeit des durch die Abstimmung der Nation begründeten Gebäudes darzuthun. Nichts desto weniger darf die Ungewißheit und die Verwirrung, welche sich der Geister bemächtigt hat, nicht länger andauern, und die Lage bedingt mehr als je Freimutb und Entschlossenheit. Es gilt, ohne Rückhalt zu reden und offen zu sagen, was der Wille des Landes ist. Frankreich will die Freiheit, aber mit der Ordnung. Für die Ordnung stehe ich ein; helfen Sie mir, meine Herren, die Freiheit zu schützen. Halten wir uns, um dieses Ziel zu erreichen, in gleicher Entfernung von dem Rückschritte und von den revolutionären Theorieen. Zwischen denen, welche dahin streben, Alles ohne Veränderung zu erhalten und denen, welche darauf ausgehen, Alles umzustürzen, läßt sich ein rühmlicher Standpunkt einnehmen. Als ich den Senatsbeschluß vom vorigen September, eine logische Folge der vorausgegangencn Reformen und der in meinem Namen durch den Staatsminister am 28. Juni abgegebenen Erklärung, beantragte, war es meine Absicht, entschlossen eine neue Aera der Versöhnung und des Fortschrittes zu eröffnen. Indem Sie mich Ihrerseits auf diesem Wege unterstützten, war es weder Ihr Wille, die Vergangenheit zu verneinen, noch die Gewalt zu entwaffnen oder das Kaiscrthum zu erschüttern. Unsere Aufgabe besteht jetzt darin, die zu Grunde gelegten Prineipicn anzuwenden, indem wir sie in die Gesetze und in die Sitten übergehen lassen. Die Maßregeln, welche die Minister Ihnen zur Gutheißung vorlegen werden, haben alle einen aufrichtig freisinnigen Charakter. Wenn Sie dieselben annehmcn, so werden folgende Verbesserungen ins Dasein treten: Die Maires werden aus dem Kreise der Gemeinderäthe gewählt werden, außer den im Gesetze vorgesehenen Ansnahms- fällen in Lyon, wie in den vorstädtischen Gemeinden von Paris. Die Bildung der Gemeinderäthe wird der allgemeinen Abstimmung überwiesen. In Paris, wo die Interessen der Stadt mit denen von ganz Frankreich in Verbindung stehen, wird der Gemeinderath durch den gesetzgebenden Körper gewählt werden, der bereits mit dem Rechte bekleidet ist, das außerordentliche Budget der Hauptstadt zu ordnen. Cantonalräthe sollen eingesetzt werden, hauptsächlich, um die Kräfte der Gemeinde zu ent- " wickeln und deren Anwendung zu leiten. Neue Vorrechte werden den Generalräthen bewilligt werden. Die Colonieen werden gleichfalls an dieser Decentralisations - Bewegung Theil nehmen. Endlich wird ein Gesetz, das die Grenzen erweitert, in welchen sich die allgemeine Abstimmung bewegt, die mit dem Mandat eines Deputirten verträglichen öffentlichen Acmter festsetzen. Zu diesen Reformen administrativer und politischer Art werden legislative Maßregeln von einem für die Bevölkerung unmittelbaren Interesse hinzukommen: Rasche Entwickelung der Unentgeltlichkeit der Volksschulen, Verminderung der Gerichtskosten/ Nachlaß des auf den Einregistrirungsgebühren ruhenden Kriegszehnten in Erbsehaftsangelegenheiten; unbehinderter Benutzung der Sparkassen und Erleichterung des Zuganges zu denselben für die ländliche Bevölkerung durck die Mitwirkung der Schatzbeamten; humanere Regelung der Arbeit der Kinder in den Fabriken; Aufbesserung der kleinen Gehälter. Andere wichtige Fragen, deren Lösung noch nicht bereit ist,-sollen in Berathung gezogen werden. Die Untersuchung in Betreff des Ackerbaues ist zu Ende gediehen, und nützliche Vorschläge werden aus derselben hervorgehen, sobald der obere Ausschuß sei» nen Bericht erstattet hat. Eine andere Untersuchung, welche sich auf die Oetrois bezieht^ hat begonnen. Es wird Ihnen ein Gesetzentwurf über Die Zölle vorgelegt werden, welcher die allgemeinen Tarife, die keinen Anlaß zu ernstlicher Bekämpfung geben, von Neuem aufstellen wird; in Betreff derjenigen Tarife, welche lebhafte Einwürfe von Seiten gewisser Industriezweige hcrvorgerufen haben, wird die Negierung Ihnen Dann erst Anträge vorlegen, nachdem sie sich alle Ausschlüsse verschafft hat, welche Ihren Berathungen Licht bringen könnten. Die Darlegung des Lage des Landes ergibt befriedigende Resultate. Der Geschäftsverkehr hat nicht gestockt, und die indirecten Steuern, deren natürliche Zunahme ein Zeichen des Wohlergehens und des Vertrauens ist, haben bis jetzt dreißig Millionen mehr ergeben, als im vorigen Jahre. Die laufenden Budgets weisen erhebliche Ueberschüsse auf, und das Budget von 1871 wird gestatten, Verbesserungen in mehrere Dienstzweige einzuführen und für die öffentlichen Arbeiten angemessene Beträge anzuweisen. Es genügt jedoch nicht, Reformen vorzuschlagen, Ersparnisse in den Finanzen zu treffen und eine gute Verwaltung zu führen; es müsset auch durch klare und feste Haltung die öffentlichen Gewalten im Einvernehmen mit der Regierung beweisen, daß in dem Maße, wie wir Die liberalen Wege erbreitern, wir auch entschlossen sind, die Interessen der Gesellschaft und Die Grundprineipien der Verfassung unverletzt vor allen gewaltsamen Angriffen sickerzustellen. Eine Regierung, welche der wahre AusDruck des Nationalwillens ist, hat die Pflicht und die Macht, demselben Achtung zu verschaffen; denn sie hat das Recht und die Kraft für sich. Wenn meine Blicke vom Innern sich über unsere Grenzen lenken, so wünsche ich mir Glück, die auswärtigen Mächte mit uns freundliche Beziehungen unterhalten zu sehen. Die Fürsten und die Völker wünschen den Frieden und beschäftigen sich mit den Fortschritten der Civilisation. Welche Vorwürfe man auch unfern Zeitalter macken kann, so haben wir doch Gründe genug, stolz auf es zu sein. Die neue Wahl schafft die Sela- verei ab; Rußland befreit die Leibeignen; England übt Gerechtigkeit gegen Irland; das Becken des Mittelmeeres scheint seines alten Glanzes toieDer eingedenk zu werden, und von der Versammlung aller Bischöfe Der katholischen Kirche in Rom darf man nur ein Werk der Weisheit und Der Versöhnlickkeit erwarten. Die Fortschritte der Wissenschaft nähern Die Völker einander. Während Amerika das stille Wellmc^r mit dem Atlantischen Ocean durch eine Eisenbahn von tausend Stunden Länge vereint, treten überall Capital und Intelligenz zusammen, um unter einer durch elektrische Verkehrsmittel Die entlegensten Länder des Weltkreises zu verbinden. Frankreich und Italien sind im Begriffe, sich Die Hand zu reichen Durch Den Tunnel Der Alpen ; bereits vermischen sich die Wasser des MittclmecreH und des Rothenmeere§ durck den Canal von Suez. Ganz Europa hat sich in Egypten bei der Einweihung dieses Riesenwerkes vertreten lassen; nnD wenn heute die Kaiserin der Eröffnung der Kammern nicht beiwohnt, so geschieht dies, weil ich Gewicht darauf legte, daß sie durch ihre Gegenwart in einem Lande, wo unsere Waffen sich einst mit Ruhm bedeckt, Frankreichs Sympathie für ein Werk DartHue, welckes der Andauer und dem Geiste eines Franzosen zu danken ist. Sie stehen im Begriff, meine Herren, die durch Die Vorlegung des Senatsbescklusses unterbrochene außerordentliche Session wieder aufzunehmen. Nach vollzogenen Wahlprüfungen wird die ordentliche Session unverzüglich beginnen; sie wird, wie ick nickt bezweifle, zu glücklichen Resultaten führen» Die inniger verbundenen großen Staatskörper werden sich verständigen, um die an der Verfassung vorgenommenen letzten Veränderungen in aufrichtiger Weise zur Ausführung zu bringen. Die unmittelbare Betheiligung des Landes an seinen eigenen Angelegenheiten wird für das Kaiscrthum eine neue Kraft werden. Die gesetzgebenden Versammlungen haben fortan einen größeren Theil der Verantwortlichkeit; mögen sie dieselbe zum Besten Der Größe und des Wohlergehens Der Nation anwen- I den, mögen die verschiedenen Meinungsverschiedenheiten verschwinden, da das allgemeine Interesse es erheischt, und mögen die Kammern durch ihre Einsicht wie durch ihre Vaterlandsliebe beweisen, daß Frankreich, ohne in bedauernSwerthe Ausschreitungen zu verfallen, fähig ist, unter den freisinnigen Institutionen zu leben, welche die Ehre der chnlifirten Länder sind." Die Rede des Kaisers wurde mit lebhaftem Beifall ausgenommen. (K. Ztg.) c> Italien. Florenz, 28. Nov. Die „Cvrrespondavce italienne" meldet: Die Kaiserin von Frankreich traf heute Morges 8 Uhr in Mesfina ein. Morgen Mittag wird der Kaiser von Oesterreich in Corsu ankommen, sich daselbst einige Stun, den aushalten und bann die Reise nach Brindist fortsetzen. Spanien. Madrid. 25. Nov. Der Civilgouverneur hat eine Bekanntmachung erlassen. nach welcher alle Besitzer von Waffen, welche nickt den Miliztruppen angehören, dieselben binnen drei Tagen abzuliefern haben. Madrid, 27. Nov. Die der republikanischen Partei ange- hörenden Deputirten find wieder in die CorteS eingetreten. Großbritannien. Tipperary, 26. Nov. Der gefangene Fenierführer Roßa ist in s Unterhaus gewählt worden. vermischtes. Darmstadt, 29. Nov. Laut krei'Samtlicher Bekanntmachung ist eS von heute ab wieder gestattet, Hunde ohne Maulkorb frei Herumlaufen zu lassen. Offen back, 28. Nov. Am 2. Advent, den 5. December, Morgens um 11 Uhr, soll die evangelische Kapelle zu Bieber bei Offenbach eingeweiht werden. Daß dieser Bau so bald zum Ziele konnte geführt werden, ist wie einzelnen Wohlthätern, so insbesondere dem Gustav-Adolf-Bereine zu verdanken. Die evangelische Gemeinde Bieber, welche seit dem Jahre 1861 in engem gemietheten Locale ihren Gottesdienst gehalten hat, hofft daher an ihrem Freudentage recht viele Glieder dieses Vereins in ihrer Mitte zu sehen. Erbach i. O., 28. Nov. (WasserSnoth.) Ein seit vorgestern anhaltender starker Regen hat den hohen Schnee, der in unseren Bergen lag, rasch zum Schmelzen gebracht und führt unserer bereits zum gewaltigen Strom angeschwollenen Mümmling immer noch neue Wassermaffen zu, so daß eine Ueberfluthung der Brücken heute noch zu erwarten steht. Die Anwohner deS Baches haben den Morgen während der Kirche ihr Vieh geflüchtet; die Hofeingänge werden verbarricadirt und die Straßen glichen großen Bächen. — So eben um 2 Uhr ist die neue Holzbrücke zunächst der Vorstadt vom Wasser fort- gerisscn worden; die Communication zwischen diesseits und jenseits ist unterbrochen. Das Wasser ist immer noch im Steigen begriffen. (D. Z ) Rüsselsheim, 25. Nov. Ein neuer Beweis der Loyalität der Hessischen Ludwigs-Bahnverwaltung zeigte sich wieder dieser Tage, indem dieselbe den Zug 7 Uhr 25 Minuten zur Beförderung der Schulkinder (die in Mainz die Schule besuchen) hier anhalten läßt. Die Schüler mußten seither mit dem 6- Uhr-Zug fahren, was für Kinder in jetziger Jahreszeit zu früh und für die Angehörigen sehr lästig war und sind dieselben dem Herrn Oberinspector Bittong, $er sich für die Sache sehr verwendet hat, zu besonderem Dank verpflichtet. (Fr. 91.) Main; Die Frau eines Fabrikanten in Gau-AlgeSheim hatte vor einigen Abenden das Unglück, als sie ihre Eltern auf dem Bahnhofe abholen wollte, in ihrem allzugroßen Eifer über die Schienen zu laufen und dabei von der Lokomotive erfaßt und sofort getödtet zu werden. Die Unglückliche war erst seit einigen Wochen verheirathet. Friedberg.. Freitag Abend brannten in Offenheim die WirthschaftSgebäude deS Gräflich ColmS-Rödelheimischen Hof- gutS ab. DaS weithin leuchtende Feuer, welches durch den Wind direkt den nächstliegenden Häusern des Ortes zugetrieben wurde, drohte bedenkliche Dimensionen anzunehmen, besonders als in einem Schoppen 24 Ohm Branntwein waren ergriffen worden. Nur der anstrengenden Thätigkeit der mit den Spritzen aus den umliegenden Orten herbeigeeilten Löschmannschaften gelang es, die Feuersbrunst auf ihren ursprünglichen Herd zu beschränken. Insbesondere zeicknete sich die Mannschaft von Feuerbach b. Fr. und Bauernheim aus, weich' letztere mehrere Stunden unausgesetzt trotz surchtbaren Rauchs und inmitten eines Funkenregens mit der Spritze arbeiteten und ist es ihr wesentlich zu danken, wenn die nächstliegende Hosraithe von dem Feuer nicht ergriffen wurde. Besondere Anerkennung verdient auch die bereitwillige und thalkräftige Hülfe, welche die beim Ausbruch des Brandes auf einer Nachtübung gerade in der Nähe befindliche 2. Compagnie Großh. 1. JagerbataittonS, unter ter Führung deS Herrn Hauptmann Daudistel, mehrere Stunden lang und namentlich zu Anfang bis zur Ankunft der auswärtigen Spritzen leistete. (O. 91.) Butzbach, 29. Nov. Es vergeht fast kein Winter, ohne daß nicht über ein in diesem oder jenem Walde bei der Holzhauerei vorgekommcnes Unglück zu berichten wäre. Den eindringlichsten Ermahnungen zu Vorsicht gegenüber muß man immer wieder gewahren, daß man selbst die allernolhwendigsten Vorkehrungen gegen Unglücksfälle außer Augen läßt. Leider haben wir von einem solchen ganz aus der Nähe zu berichten: Einige Holzhauer im Nieder-Weiseler Gemeindewald hatten einen Eichbaum zum Fall gebracht, als eine Tags zuvor bereits loSgegrabene Bucke plötzlich und unbemerkt nach der ihnen ent- gegenoesetzten Seite hiufiel und mehrere dort weilende Männer zu Boden schlug. Zwei von ihnen erlitten schwere Beinbrüche, außerdem aber gab es mehrfache Verwundungen am Kopf rc. (W. B.) Wien, 22. Nov. Vorgestern starb zu Oltokring ein gewisser Franz Hummel mit Hinterlassung eines Vermögens von 1,734,000 fl., zumeist in Staatspapieren, sowie mehrerer Liegenschaften. Der Verstorbene war im Jahre 1814 Im Alter von 14 Jahren als heimathlose Waise (Soldatenkind) nach Wien gekommen und fand bei dem Strazzensammler Karl Kober als sogenannter „Beinlstierer" ein Unterkommen. Arbeit und Sparsamkeit brachten ihn bei seinem Herrn in Credit, so daß ihm dieser sein Geschäft übergab, mit welchem er nach dessen Tode durch glückliche Speculationen in einem Zeitraum von 50 Jahren ein solches Vermögen erwarb. Hummel besuchte die Gasthäuser nur in GeschafkSangelegenheiten, rauchte, spickte nie, war nie verheirathet und reichte mit einer Kleidung 20 Jahre auf. Im Jahre 1866 zog er sich von den Geschäften zurück und adoptirte eine Waise tm Alter von 12 Jahren, die nach testamentarischer Verfügung die Interessen deS hinterlassenen CapitalS als Revenue bezieht. Nach deren Tode soll das Capital als Stiftung für Waisenkinder ohne Ausnahme verwendet werden. Schließlich verbat sich der Verstorbene jeden Prunk bet feinem Leichenbegängnisse. Redaction, Druck und Verlag der Brübl'fchen Druckerei (Fr. Chr. Bietsch) in Glesien.