", Jit. 34 low. Mf»t. Wieprecht. Weier. Mr r s o w.) rri von ^arlom. mlüfitr ^unge kam bas rinnen. Bei wem ? W • Werlfibnngen. . und 410 fl. sind ju Amjtn gegen genügend! •iiT. - Näheres bei nnb gegen genügende ai Bei mm? sagt die l|)l[d)C5 Mw t sich durch Mam^ \una recht viel des v m den Besuch derM -.oämgen Kollegen m Einige Lehrer- ul mich an- neunte WPit“'“”* * . y xammanil ii auhuwei,tn 1101' C‘ «MM W Si .,n,M M141üib» um dn°L>P°V" - bn^tftdW* -*5*S ' '^rnoahrt ^chcäbnl'th"' , T-* Preis vierteljährlich 36 ft. mit Brtngerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 49 kr Anzeiger. l4rlchemt wöchentlich dreimal ; Dienstags, Donnerstags und Samstags. Expedition: Canzleiberg Lit B. Nr. i Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis chiehen. Nr. 63. Dienstag den 1. Juni 1869*. 91 m t H db e Beik«rnntm«rcknngen Bekannt machun g. In neuerer Zeit wird von Einwanderungs-Agenten fast aller nordamerikanischen Staaten, namentlich aber der früheren Sclavenstaaten, eine vermehrte Tbätiakeit entwickelt, um deutsche Auswanderer durch das Versprechen der unentgeltlichen Uebcrlassung von Ländereien, kostenfreie Ueberfahrt u. dergl. in Masse dorthin ni führen wird ein gewisser Schütze genannt, welcher als Agent, der Texas-Liverpooler Dampfschifffahrts-Compagnie auf 5 Jahre nach Deutschland gehen soll, um 50,000 Ansiedler nach Texas hinüber zu fuhren, besten Plane aber um so weniger Garantie für das Wohl der Einwanderer zu bieten scheinen, als selbst von Sei en anae- fchener Einwohner des Staates Texas gegen dessen Unternehmen Protest erhoben wird. Im Interesse der Auswanderer ist wiederholt und dringend vor Eingehung von Con- tracten mit derartigen Agenten zu warnen. Im Allgemeinen müssen die Einwanderer, welche auf Staatskosten oder durch Vermittelung von Einwanderungs-Agenten nach lenen Landern geschastt werden besorgen, daß sie vorzugsweise in Hafen ausgeschifft werden, wo ihnen kauni eine andere Wahl bleibt, als Ländereien zu übernehmen, welche wegen der klimatischen Verhältnisse oder.anderer Nachthelle bisher vermieden oder doch nur unzureichend mit Ansiedlern besetzt worden sind. Sie werden in vielen Bällen d e versprochenen Vorkehrungen sur ihre Aufnahme nicht finden und nichtsdestoweniger aus Mangel an Reiscmitteln genöthigt sein, mit dem Gebotenen vorlieb ;u nehmen Man findet sich veranlaßt, die vorstehenden Notizen zu veröffentlichen. 9 ’ Gießen, den 27. Mai 1869. Großherzogliches Kreisamt Gießen. ör. G o l d m a n n. Besondere Bekanntmachungen Oeffentliche Ladung. 4891) lieber den Nachlaß des am 13. März l. I. verstorbenen Justin Eberhardt von Gießen ist der förmliche Con- cursprozcß erkannt worden. Es werden deshalb alle Diejenigen, welche Ansprüche an den Nachlaß zu bilden haben, aufgefordert, solche nebst etwaigen Vorzugsrechten bei Meidung Ausschlusses von der Masse und Nichtberücksichtigung der Vorzugsrechte im Termin Montag den 26. Juli d. I., Vormittags 10 Uhr, dahier anzumelden und zu begründen. Im Termin soll zugleich die Güte versucht, erforderlichen Falls ein Gläubigerausschuß und Massecurator bestellt, sowie überhaupt wegen weiterer Behandlung der Sache Beschluß gefaßt werden und wird in diesen Beziehungen von allen nicht erscheinenden Gläubigern Zustimmung zu den Beschlüssen der Mehrheit angenommen. Gießen, den 26. Mai 1869. Großherzogliches Stadtgericht Gießen. Muhl, Oppermann, Stadtrichter. Stadtger.-Assessor. 4884) Die auf den 11. d. Mts. anberaumte Grassamen-Versteigerung in hiesiger Obersörsterei wird nicht abgehalten. Lich, am 1. Juni 1869. Fürstliche Oberförsterei Lich. Eigenbrodt. Versteigerungen. Arbeitsversteigerung bei der Stadt Gießen. 4868) Mittwoch den 2. Juni d. I., des Vormittags 9 Uhr, werden auf hiesigem Rathhause folgende Arbeiten an den Wenigstfordernden vergeben, als: Steinbrechen, veranschlagt zu 66 ff. Steinfahren, „ „ 198 „ Chaussirarbeit, „ „ 220 „ Gießen, den 28. Mai 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. ______________Vogt. __________ Die Versteigerung der Krrschen- erndte von den Bäumen auf dem Trieb. 4867) Die vorbemerkte Kirschenerndte soll Mittwoch den 2. Juni d. I., Nachmittags 2 Uhr, an Ort und Stelle öffentlich versteigert werden. Gießen, den 28. Mai 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. ______________Vogt.____________ Holzversteiqerunq. Donner st ag den 3. Juni wird in den Domanialwald - Abtheilungen Tempel, Dörnergrund, Buchenberg und Schiffenberg nachverzeichnes Holz versteigert: Scheidh. Prügelh. Stockh. Reisholz Stecken Stecken Stecken Wellen Buchen 4 54 26'/r 1175 Eichen — 14 1% — Nadelholz 14 277>/r 117^ 14200; sodann 3 Nadel-Stämme mit 71 Cubikfuß, 1 Buche mit 18 Cubikfuß, 1 Eiche mit 8 m 40 wähl H. Rübsamen. in (4863) Handlung. (4875) (4895) (4851) ZU 24 im Ort: 53 4 12 11 18 6 9 Trapp S5 Münch in Friedberg. Emil Fischbach, Seltersweg. 382 fl. 81 „ 18 „ 142 „ 10, „ 51 „ I. Rothenberger, Lindenplatz. 4852) Eine schöne große Hundshütte ist zu verkaufen. Bei wem ? sagt die Exped. d. Bltts. 4855) Zwei schöne Grau- s ch i m m e l, gut eingefahren, schwarzes, neues Geschirr, und ^^^E^-zwei Halbchaisen stehen zu verkaufen. Näheres auf portofreie Anfragen unter C. 8. 7, Dillenburg. Kirschen - Versteigerung. 4892) Die Kirschen an den Bäumen auf den Staatsstraßen im Baubezirk Friedberg sollen an den unten genannten Orten und Tagen an die Meistbietenden öffentlich versteigert werden: 1) Auf der Straße Schwalheimer Hof — Nonnenstümpfen den 2. Juni 1869, Morgens 8 Uhr, Abth. 162 — 163, hinter Staden. 2) Auf der Straße Gießen — Gelnhausen den 3. Juni, Morgens 8 Uhr, Abth. 230-234, bei Büches. 3) Auf der Straße Nieder-Wöllstadt — Hanau und Ilbenstadt — Reichelsheim den 4. Juni, Morgens 9 Uhr, am Chausseehaus bei Ilbenstadt. 4) Auf der Straße Vilbel — Offenbach den 4. Juni, Nachmittags 2 Uhr, Abth. 219—220, oberhalb Vilbel. 5) Auf der Straße Gießen — Frankfurt den 5. Juni, Morgens 8 Uhr, bei Stationshaus zu Nauheim. 6) Auf der Straße Hessenbrücker Hammer — Butzbach den 5. Juni, Nachmittags 3 Uhr, in dem Wirthslocal des Bierbrauer Melchior zu Butzbach. 7) Auf der Straße Berstadt — Friedberg den 7. Juni, Morgens 10 Uhr, Abth. 127 — 129, hinter Wölfersheim und um 11 Uhr, Abth. 139 — 140, hinter Melbach. Friedberg, den 27. Mai 1869. Großherzogliches Kreisbauamt Friedberg. Reuß. Steine zur Unterhaltung, veranschlagt zu .... 133 „ VI An den Brunnen im Ort: 4869) Papier-Kragen, Manschetten und Chemisettes empfiehlt in reicher Aus- H. Schmall, Lindenplatz. 4865) Eine Partie tannene Zuber werden im Einzelnen billig abgegeben. E- Pansch, Asterweg. Frisches Eigelb 5 Stück ä 3 kr., 25 fr. 15 „ 51 „ 58 „ Cubikfuß und 20 Eschen- rc. Stangen mit 37 Cubikfuß. Zusammenkunft Morgens 9 Uhr auf dem Watzenborner Weg an der Sandgrube im Tempel. 4882) Die Materialwaarenhandlung von Emil Fischbach, Seltersweg, empfiehlt: feinste Waizenstärke, Prima-Kernseife, Waschpulver, aus schmutzauflösenden, unschädlichen Bestandtheilen zusammengesetzt, Waschblau. Pferdt'veikauf. 4896) Wegen der am 22. August l. I. erfolgenden Abgabe der Posthalterei können durch den Unterzeichneten schon jetzt 2 Pferde verkäuflich abgegeben werden. Lich, den 29. Mai 1869. Henzel, Posthalter. auf der Weltausstellung 1867 Paris^iil der goldenen Medaille ausgezeichnet, empfiehlt 14 74 '4 ArbntsveisN'lqenlNst. 4866) Mittwoch den 2. Juni l. I., Vormittags 10 Uhr, ollen auf hiesigem Rathhause nachverzeichnete Bauarbeiten öffentlich versteigert werden, als: l. An dem Schulhause: Maurerarbeit, veranschl. zu 16 fl. 21 kr Nadel-Stockholm 7250 Wellen Nadel- Reisholz, 150 Wellen Dorn-Reisholz und 3 Nadel-Stämme mit 71 Cubikfuß versteigert. Zusammenkunft Morgens 9 Uhr auf der Steinberger Straße im Tempel. Credit für beide Versteigerungen bis 30. September. Gießen, am 25. Mai 1869. Großherzogliche Oberförsterei Schiffenberg. Dr. Draudt. (4874) Aepselwein vorzüglicher Güte bei 25 12 täglich von 7—12 Uhr Vormittags unb „ „ 2—7 „ Nachmittags in der chemischen Fabrik von Großherzogliche Bürgermeisterei Garbenteich I. A.: K. Schön, Bezirksbauaufseher. -fr. 24 „ 4850) Ein Stück Land im alten Feld ist zu oerfaufen. Näheres bei der Expedition dieses Blattes. Freitag den 4. Juni werden ferner ■“ den Abtheilungen Tempel und Zellrod 170*/4 Stecken Nadel - Scheidholz, 405 Stecken Nadel-Prügelholz, 2613/4 Stecken IV. An dem Vicinalweg nach Steinbach Maurerarbeit, veranschl. zu 25 fl. Chaussirarbeit, „ „ 28 „ Steinlieferung, Auffetzen, Zerschlagen und Eindecken der Maurerarbeit, veranschl. Zimmerarbeit, „ Dachdeckerarbeit, „ Schi einerarbeit, „ Glaserarbeit, „ Weibbinderarbeit, „ HI An den Straßen 4878) Auf allen Ausstellungen haben die Brust - Bonbons der Hoflieferanten Franz Stollwcrck & Söhne in Köln über ähnliche Fabrikate, als Syrupe, Extracte, Pastillen, Pasten u. s. w. den Sieg davongetragen, ein Beweis, daß diesem Hausmittel der unbedingte Vorzug gebührt. Dasselbe, über den ganzen Continent verbreitet, findet sich in Originalpacketen ä 4 Sgr. in Giessen bei C. W. Dietz, Louis Frohnhäuser und Hofcond. E. Lind; in Aliendorf n. «I. I d«, bei Apoth. C. L. Harb; in Butzbach bei Valentin Wiesiler; in Friedberg bei I. A Windecker; in Bungen bei A. Buck; indLIch bei H. C Bingmann. Beamtr'n-Uniforms-Gegen- stande, als: 1 blauer Waffenrock (neu), 1 Hut und Degen (neu), 1 Paletot u. s. w. sind billig zu verkaufen. Näheres bei ftn^cn einzig rabicale Hülfe in dem gediegenen Büchelchen: Br. Hoffmanu's zuverlässiger Gichtarzt oder Belehrung über das einzige, sichere, leichte und schnelle Heilverfahren bei Gicht und Rheumatismus, durch einfache, wohlfeile und in allen Fällen wirksame Mittel. Preis V4 Thlr. Zu beziehen durch jede Buch- Zimmerarbeit, „ „ Schreinerarbeit, ' Weißbinderarbeit, „ „ II An dem Backhause Für Lehrer. 4783) Ein Harmonium (vieroctavig), ganz neu, ist äußerst billig zu verkaufen. Bei wem? sagt die Exped. d. Bltts. Feilgebotenes. 8 Reis-Stärke, Pumpenmacherarbeit, veranschlagt zu......12 fl. 54 fr. Maurer- oder Steinhauerarbeit, veranschlagt zu . . 6 Garbenteich, den 26. Mai 1869. 4894) Frische Eier, in kleinen und großen Partien, kaufen jederzeit zu den höchsten Preisen Trapp & Münch, chemische Fabrik in Friedberg. 4877) Bestes Brauer-Malz stets vor- räthig bei E. Pitt Han. 4864) Nusscnsteine können täglich bei mir gefahren werden. Chr. BurckHardt, Asterweg. Pflasterarbeit, veranschl. zu 57 fl. — fr., -eG' !«C M 4897) Ein möblirtes Zimmer ist zu miethen bei G. H. Balse verlier, Bern, BreSlau, Cassel, Köln &* Stuttgart. (4881) C. A. Platow. I in täglich directem Verkehr. Das Hamburger Das New-Aork- Den Liverpool 1 447/8-451/8 ä ä 9 9 9 9 5 9 Havre Hamburg Antwerpen Hamburg Bremen Hamburg AZ' § 3 Rio de Janeiro. Baltimore. Rio Grande de Sul. Pr. Cass. Sch. Div. Cass.-A. Pr. Friedrdor. Pistolen . . „ doppelte Holl. fl. 10 St. Du raten . . 20 Frankens!. Börseunachrichten. 29. Mai 1869. 58-59 49-51 50-52 54-56 37-39 32-33 57-59 49-51 28-29 Vermischte Anzeige» 4888) Ein stud. phil. ertheilt Privatunterricht in der französischen Sprache (Gramm-, Rechtschreiben, Aufsatz, Literatur, Konversation.) Näheres bei der Exped- dieses Blattes. ihren Anfang. Der in obiger Staats- verloosung zu entscheidende Betrag ist ein Capital von Einer Million 390,000 Thaler, 4879) Unserem College«, Heinr. Schneider in Wieseck, zu seinem 24. Geburtstage die herzlichsten Glückwünsche!!! Mehrere Freunde. Frachtbriefe für die Main-Weser- und Cöln-Mindener- Eisenbahn, sowie säiumtliche zollamtlichen Formulare, sind zu haben bei Wilhelm Klee, Mäusburq. 4853) Eilien Zapfjungen sucht Georg Sch mehl, am Brand. J. Dammaim, Bank- u. Wechselgeschäft. (4861) Hamburg. Original-StaatS-Prämien-Loosc sind überall gesetzlich zu spielen gestattet! Allerneueste Capital - Verloosnng, garantirt und genehmigt von hoher Staatsregierung, in der nur Gewinne gezogen werden, nimmt am löten Juni Cella Westphalia City of Dublin Santo Berlin Planet . . Angckommen in Baltimore: Bremer Postdampfschiff Leipzig, Reisedauer 15 Tage. Abgehendr 8. 8. 9. 12. 15. 16. 16. Engi. Souver. 11 Russ. Imper. 9 Doll, in Gold 2 Prioritäten. 5% östr. F. St. E. B. 344*/2 Lud wigsh.-Bexbach 163 Maxbahn 1053/4 Bayer. Ostbahn 1271/4 Hess. Ludwigsbahn 1411/4 3% östr. Stab.-Prior. 551/4 3% östr. s. Lombard. 46% 3O/o Livorneser 34*/4 [oscaner 547/8 Frankf. Hypoth.-Bank 96 Frankf. Vereins-Kasse 96 5% Elisabeth-Prior. 74% do. II. Emiss. 727/8 Telegraphischer Schiffsbericht, mitgetheilt von Chr. Wallenfels jun. Angekommen in New-Bork r gezogen. Die Haupt - Gewinne betragen 1 250,000, 150,000, 100,000, 50,000, ? 30,000, 2 ä 25,000, 2 ä 20,000, 2 ä | 15,000, 2 ä 12,500, 1 ä 10,000, 3 al ---- ' • """" A 4nc a ; Jeitungs-Annoncen-Expedition von 2*= Sachse ch' Co. Leipzi Anleleenslooae. Kurh. 40 Thlr. Loose 58» g Nassau fl. 25 b. Roth. 36* b Gr. Hess. fl. 50 b. R. 165 Gr. Hess. fl. 25 b. R. 42% 40'0 bayr. Präm. Aul. 107 4O/o badische Loose 104 li tdische fl. 35 Loose 561 4 1858r Prioritätsloose 161 l860r Loose 833 § 1864r „ — ZiehiiugslisteM sende meinen In-1 teressenten nach Entscheidung prompt L und verseil wiegen. Durch meine von besonde- I rem Glück begünstigten |? Loose habe meinen Interessenten be-1 reits allein in Deutschland > die allerhöchsten Haupt- j treflTer von 300,000, 225,000, 187,500, 152,500, 150,000, 130,000, mehrmals 125,000, mehrmals 100,000, kürzlich schon wieder das grosse Loos von 127,000, und jüngst am taten Mai schon wieder zwei der grössten Haupt-Gewinne in Darmstadt ausbezahlt. Jede Bestellung auf meine Original-Staats- Loose kann man der Bequemlich- keit halber auch ohne Brief',; einfach auf eine jetzt üh- JL . liehe Postkarte , machen. ? Dieses ist gleichzeitig bedeu- gri, tend billiger als Post- jr i. vorschuss. Laz. Sams. Cohn in Hamburg. Haupt-Comptoir. Bank- und Wechsel geschäft. fiS ch mache besonders darauf aufmerksam . dass nach obiger grossen I Capital-Verloosuug ein langer Zwischen- S raum vor Beginn einer neuen eintritt, E daher ersuche die sich Interessirenden H mir ihre Aufträge jetzt noch E rasch einzusenden. 6000, 12 ä 5000, 23 ä 3750, 105 2500, 5 a 1250, 158 ä 1000, 14 750, 271 ä 500, 355 ä 250, 214 15 150, 125, 117, 100, 75, 55, 30. Gewinngelder u amtliche Bremer Postdampfschiff Hansa, Reisedauer 13 Tage. America, „ 12 „ Borussia, „ 14 „ Allemania, „ 12 „ 5. Juni Dampfer Hermann ■ • • von Bremen nach Aleppo 4886) Einem geehrten Publikum erlaube ich mir anzuzeigen, daß ich die seither von mir betriebene Glos- und Porzellan-Handlung nebst Glasergeschäft unter dem Heutigen an meinen Sohn und Schwiegersohn, Heinrich Fillman» und Wilhelm Balser, käuflich übergeben habe. Für das mir in reichem Maaße bewiesene Wohlwollen herzlich dankend, bitte ich um gütige Uebertragung desselben auf meine Nachfolger. Gießen, den i. Juni 1869. G- P h. F i l i m a n n Wittwe. Auf Obiges höflich!) Bezug nehmend, werden wir eifrig bestrebt sein, das unserer Mutter und Schwiegermutter geschenkte Zutrauen uns zu erhalten, und empfehlen wir dem verebrlichen Publikum unser reichhaltiges fager in weißem und decorirtem Porzellan, Steingut, Glas- und Crustallwaaren. Alle in das Glasergeschäft einschlagenden Arbeiten, insbesondere schnelles und promptes Einrahmen von Bildern, werden wie seither bestens ausgeführt weiden. Heinrich F i l l m a n n. Wilhelm Balser. In Firma: G. PH. Fillmann. Zinß er scher Garte». 4885) Freitag den 4. Juni: 1. Abonnements-Concert, ausgeführt vom ganzen Musikcorps des Großh. Hess. II. Inf.-Regiments. Die verehrten Abonnenten werden freundlichst ersucht, ihre Korten mitzubringen. Anfang 5 Uhr. — Entrde für Nichtabonnenten ä Person 15 kr. Programme an der Kasse. (Bei ungünstiger Witterung im Saale). 4873) Ein Dienstmädchen für häusliche Arbeiten wird gesucht. Näheres bei Flick & Kröll. 4857) Ein gesitteter Junge, der das Schuhmachergeschäft zu erlernen wünscht, kann unter sehr günstigen Bedingungen in die Lehre treten bei Carl Selz er I. Allerneueste | Glücks - Offerte. fl 4862) Das Spiel-der Freiburger I g Staats-Prämien-Obligatio- ■w neu ist von der Grossherzog- M. lieh Hessischen Regierung jg gestattet. | „Gottes Segen bei Cohn I" | Grossartige w iederum mit | Gewinnen bedeutend | ® vermehrte Kapitalien- 3 Verloosuug von über 3’/? Millionen. gä Die Verloosnng garantirt und vollzieht die Staats - Regierung. «Beginn der Ziehung am 11. Juni d. J. | Nur 4 Thlr. oder 2 Thlr. oder fl Thlr. fl kostet ein vom Staate garantir- A tes wirkliches Original-Staats- fä Loos (nicht von den verbotenen Pru- 8 messen) aus meinem Debit und werden f 1 diese wirklichen Original- S Staats-I^oose gegen frankirte S Einsendung des Betrages oder gegen ä Post Vorschuss, selbst nach den V entferntesten Gegenden von ■ mir versandt. | Es werden nur Gewinne e'gt i Dieselbe vermittelt ausschließlich Zeitungs-, Zeitschriften-, -A. § =?q ! Kalender-, rc. Inserate iu alle Fachblätter und Zeitungen der!- Z. fünf Welttheile, — berechnet ohne Aufschlag von Porto, Pro- Vision rc- stets die Originalpreise, — gewährt bei größeren Auf- 1 trägen angemessenen Rabatt, — liefert Belegblätter für jedes ! gup Inserat, — beseitigt alle Portoauslagen und sonstigen Neben-! e kosten, liefert vorherige Kostenanschläge, besorgt Uebersetzungen ; - g d in alle Sprachen gratis und versendet auf Verlangen gratis = B2 und franco ein vollständiges Zeitungs-Preis-Berzeichniß. ' Mit sämmtlichen deutschen Zeitungen steht obiges Institut; 4859) Ein kleines Familienlogis ist zu vermiethen Neustadt Lit. D. Nr. 22. 4893) Auf dem Seltersberg, im Hinterhause des Herrn Peppler, ist ein möblirtes Zimmer, auf Wunsch auch mit Cabinet, zu vermiethen. 4876) Bei H. Steinberger (Wallthor) ist ein Familienlogis zu vermiethen. Wegen Auskünften und Passagen beliebe man sich an Obigen zu wenden. Preuse. 4Va% Obi. 933/4 Frankf. 3V?% Obi. 82 Nass. 4y8o)(, Obi. 92 Vr Kurh. 40,o Obi. 85 Hess. 40/o Ubl. b. Rothe. 91 */2 r 3>/zO/o do. do. 86 Bayer. 5% Obi. 101 ,/2 n 4'/z0/g 1jährige 94 n 41/2% 1/jährige 94% Würtemb. 4i/2°,g öbh 92% Baden 472% Obi. c. E.L. — Oestr. 5u,o b. R. 57 „ 5% National 543/4 „ 5°/o Metall. Obi. — r M. eteuerf. 517/g Amer. 60/q 1882r Bd!s. 85 „ 6% 1885r 83_Vs Actlen. ' Frankf. Bank 122 Oester. Bank 712 „ Creditact. 284’/a 1 Darmst. Bankact. 279 '/r 4856) Cin PkiloLog oder Theolog, eoang. Confesston, wird ( zur provisorischen Uebernahme des Unter; und finden diese in folgenden größeren Z richtes in der deutschen Sprache und Geo- Gewinnen ihre Auslassung: ' gravbie für die oberen Classen eines Thlr. 100,000. 60,000. '40,OOO, Institutes gesucht. Eintritt sogleich. Gurr. 20,000. 12,000. 2 a 10,000. vit. und Nachweis der Befähigung durch 2 a 8,000. 2 ä 6,000. 2 ä amtliche Zeugnisse. Franco-Offerten sub 5,000. 4 ä 4,000. 3 ä 2,300. m. C. 725 befördern die Herren Haasen- 12 ä 2,000. 23 a 1,300. IO3 8 stein 8 Vogler in Frankfurt a. M. ä 1OOO. 138 a 400. 21 ä 300. 1--—--------------------- „Butter-Lieferanten" werden um gefällige Angabe der Adresse nebst Preis gebeten von A. Mertens, Ur- sulaplatz 30, Cöln.______,_________(4858) ! 4860) Ein ordentlicher Junge kann das Drechslergeschäft erlernen. Bei wem? sagt Ibie Exped. d. Bltts. 271 ä 200. 350 ä 1OO und viele andere Gewinne ä 80 und 60 Thlr. rc und deckt der kleinste Gewinn jedenfalls den Einsatz. I Die Gewinne sind bei jedem Bankhaufe zu erheben. Originalloofe (keine L Promeffcn) ä 4 Thlr., ä 2 Thlr., ä a 1 Thlr. werben gegen Baarsendung, auf g Wunsch auch gegen Postvorschuß, selbst | nach den entferntesten Gegenden, prompt E und verschwiegen von mir versandt. Ge-ki , winngelder und amt-liche Ziehungs- 8 4880) Eine Holzaxt, mu ll. tt. gezeichnet, listen sende sofort nach Entscheidung je-1 wurde auf der Neuen-Anlage verloren. Man dem Betheiligten zu. I bittet den redlichen Finder, dieselbe bei der In aUcrneuester Zeit zahlte ich! Zrped. d. Bltts. abzugeben.—-----.— in hiesiger Gegend wiederum überlr. 1 LibraDe %?uSuh 200,000 Thaler aus, daher beiß treten bei Fr. Wttlstrümpf, mir der Zudrang zu Original- ls 4872) Es kann ein braver Junge gleich ^taalslooscn so enorm groß ist, g bei mir eintreten. I. Göbel, daß ich darauf ausmerksam mache, Idaß man werthe Austräge ungesäumt einsenden wolle. Wechsel. Amsterd. k. S. 99% Augsb. k. S. 100 Vs Berlin k. S. 105 Vr Bremen k. S. 977/s Cöln k. 8. 105 Hamburg k. S. 88 sz Leipzig k. 8. 105 ,/2 London k. S. 120Vr Lyon k. 8. — Paris k. 8. 95 Vr Wien k. 8. 96% Disconto 3 V2 % G. Geldsorten. Turnverein. 4854) Sonntag den 6. Juni: Bezirksturnen in Butzbach. Die Theilnehmerliste liegt zur Einzeichnung bei Goß und in der Turnhalle offen. Freiübungen vor dem Riegenrurnen. Der Vorstand. Gesucht für Oberhessen ein tüchtiger Agent für eine Mainzer Weinhandlung unter günstigen Bedingungen. — Offerten mit Angabe von Referenzen besorgt die Exped. d. Bl. unter X. Nr. 110. (4890) Nur noch einige Tage ist das Museum im Promenadehause zur Ansicht und zum Verkaufe geöffnet- ______________________Scltertzweg. 4810) Ein kleines möblirtes Zimmer ist zu vermiethen Neuenweg Lit. B- Nr. 194. Vermietbuttgen 4889) Ein möblirtes Zimmer ist zu vermiethen bei Schuhmacher Hanitsch, Kirchenplatz. 4887) Das seither von Herrn Polizeidiener Blitz bewohnte Logis ist zu vermiethen und sogleich zu beziehen. Selbiges kann auch zu einem Lädchen benutzt werden. Peter Ruckstuhl, Dachdeckermeister, Neuenweg- 4849) Ein Familienlogis wird pr. 1. Juli frei bei S- Weimersheim. 8 >n riif W ? ttn, Ü*1 int reit irilitf bädrte, im 6r f«Ji< i“ w Tßiü j tim 8«# fijit Mm Ml se«<1 Heinen Mil ’$dt Der tin tö ilaglütkS im Streben, »Maßen wir fy* Ml, ah« in Gedstnke Ich unltrgi hai Weitei berührten t Abtti ißenn ifl armer 9* bcncr * Dre lit die zanjt ( zehn Golds fo mannidi liichhn li -cit ringet glaubt 5 war $ii im er kalt ged! Rechtlichkeit. - J gerifcher,31a Soldaten, z * - J MP sie vanl und j Ergebung e * „Hiebe, Hein, i Tchmschij Wfo, alt Eisige gew Mn, wel lchwatzen, teufel, bem W rü^e: Smylott! P bin hü! slltrauk,, jo ' «Men •bitten ! chi,i IU Serlii flA ** "ch einmal "£en freic Gasts, nächst ^körenfijn ie in Nler sich r‘cMön Golfet rle' Sa d-ffelbe! 111 ®itttoe £5Y® "*'*•• «2 is.ctUan- SlnnW xWw& von $j[, Balser, lllinann. Ctrl, !'• 3nf^f9imentä. umcn mitzubringm tifon la fr. mn n. itWfttn-, tungen der Porto, Pro- ößeren Auf- r für jedes gen Nedtil- dm'etzungcn igen gratis Dip. ?s Jnflituf ■£§ä •S&& 'S 3:„ 277'-. 3 »5 = = d = Xc’c et n 2. = 5.2’ aa = e Jp 3 = 5-=! rid)t, UN. Iflt- nad) New-Aork. ’ ' «io"de Janeiro. 4 ' i. o T - k-- A o jx-59 * 11°tiu * 37.39 9 32-33 • । rsnfce , <1 5? ,! >■-’*' 49-M Feuilleton. D i e D 0 p p r i e h r. Frei aus dem Französischen, von Emma v. Nindors. (Fortsetzung.) „Aber, Herr, ist die Gräfin Ferraud nicht meine Frau? Sie besitzt dreißig tausend Pfund Einkünfte, mein Eigenthum, und will mir nicht einen Liard geben! Wenn ich das Advocaten sage, Männern mit gesunder Vernunft; wenn ich, ich armer Bettler, gegen einen Graf und eine Gräfin klagen will; wenn ich Gestor- bener mich auflehne gegen Todtenschein, Ehevertrag und Taufscheine; hören mich Ihre AintSbrüver, je nach ihrer Gemüthsart, bald mit der höflichen Kälte an, Vie ihnen zu Gebote steht, wenn sie sich von Unglücklichen befreien wollen, bald grob, wie Leute, die es mit einem Gauner oder Narren zu thun haben. Ich war unter den Todten begraben, nun bin ich es unter den Lebenden, unter Acten, Thatsachen, unter der ganzen Menschengesellschaft, die mich unter die Erde zurückstoßen möchte." — „Mein Herr, fahren Sie nun gütigst fort," sprach der Anwalt. „Gütigst!" rief der unglückliche Greis und faßte die Hand des jungen Mannes. „Das erste höfliche Wort, das mir wird seit . . . ." — Der Oberst weinte. Dankbarkeit erstickte seine Stimme. Jene tiefvringende Beredsamkeit in Blick und Ge- bährde, im Schweigen selbst, überzeugte Derville vollends, rührte ihn lebhaft. Er sagte zu seinem Clienten: „Sehen Sie, mein Herr, ich gewann heute Abend im Spiele 300 Franken und darf die Hälfte der Summe anwenden, das Glück eines Mensch », zu gründen. Ich werde die nöthigen Schritte thun, Ihnen besagte Acten zu verschaffen; bis zu Ihrer Ankunft zahle ich Ihnen täglich hundert SouS aus. Sind Sie Oberst Chabert, so mögen Sie die Kargheit des kleinen Anlehens einem jungen Menschen zu gute halten, der erst sein Glück in der Welt versuchen muß. — Fahren Sie nun fort." — Der angebliche Oberst blieb einige Augenblicke wie erstarrt. Ihm war auf des Unglücks äußerster Polhöae jeder Glaube zerronnen. Vielleicht gehorchte er im Streben, KriegSruhm, Vermögen, sich selbst wieder zu erlangen, nur jenem räthselhaften Etwas, dessen Keim jede Menschenbrust birgt; jenem Orange, dem wir Forschungen der Alchymisten, Ruhmliebe, Entdeckungen der Sternkunde und Physik, alles, alles verdanken, was den Menschen treibt, sich aufzuschwingen, sich in Gedanken und Thaten zu vervielfältigen. In Chabert's Innerem war das Ich untergeordnet, gleich wie Befriedigung der Siegeseitelkeit und Gewinnlust dem Wetter mehr gilt, als der Gegenstand der Wette selbst. Wunderähnlich berührten des Anwalts Worte Den Obersten, Den Gattin und Gerechtigkeit, ja die ganze Schöpfung, seit zehn Jahren ausstießcn. Bei einem Advocaten die zehn Goldstücke zu finden, die seit so langer Zeit, durch so viele Menschen, auf so mannichsache Weise verweigert wurden! Der Oberst glich jener Frau, Die fünfzehn lange Jahre am Fieber litt, und als sie genas, nur eine neue Krankheit eingetauscht zu haben wähnte. Es gibt Freuden, an die man nicht mehr glaubt. Wie Der Blitzstrahl treffen und zünden sie. DeS armen Mannes Dank war zu innig, um sich in Worte zu ergießen. Oberflächlichen Menschen hätte er kalt gedünkt, aber Derville las aus dieser Bestürzung ein ganzes Leben voll Rechtlichkeit. Einem Schelme hätte Die Stimme nicht versagt. — „Wo bin ich geblieben?" — frug der Oberst mit kindlicher oder kriegerischer Naivetät, denn der ächte Soldat hat etwas vom Kinde, das Kind vom Soldaten, zumal in Frankreich. „Bei Stuttgart. Sie verließen das Gefäng- m'ß." — „Sie kennen meine Frau?" — „Ja," entgegnete Derville kopfnickend. „Wie ist sie? — „Immer noch bezaubernd." — Der Greis winkte mit Der vand und schien einen geheimen Schmerz zu unterdrücken, mit aller ernstfeierlichen Ergebung eines Mannes, Der auf Schlachtfeldern die Blut- und Feuertaufe empfing. „Lieber Herr," sprach er mit einer gewissen Heiterkeit, denn er athmete wieder freier, der arme Oberst; entstieg noch einmal dem Grabe; hatte eine härtere Schneeschichte erweicht, Denn jene, welche einst sein Haupt erstarrte; tief schöpfte er Alhcm, als träte er aus einem Kerker; „lieber Herr, wäre ich ein schmucker Junge gewesen, mich hätte kein Unglück verfolgt. Die Weiber glauben solchen Leuten, welche ihre RcDen mit Dein Wörtlein „Liebe" übertünchen. Da rennen, schwatzen, lügen die Weiber für sechs! schmieden Ränke, verschreiben sich dem Teufel, dem Manne zu lieb, der ihnen zu gefallen weiß. Wie hätte ich meine Frau rühren sollen? Ich hatte ein Leichenbittergesicht, war gekleidet wie ein Sanskülotte, eher einem Eskimo ähnlich, als einem Franzosen; ich, der einst 1799 für Den hübschesten Zierbengel galt; ich, der Reichsgraf Chabert! Nun kurz, am nämlichen Tage, wo man mich wie einen Hund hinausjagte, stieß ich auf den besagten Quartiermeister. Der Kamerad hieß Boutiu. Der arme Teufel und ich. wir bildeten das schönste Paar Mähren, das ich je sah. Ich bemerkte ihn in Den Anlagen. Obschon ich ihn erkannte, war es ihm doch unmöglich, nur entfernt zu rathen, wer lch sei. Wir gingen zusammen in eine Kneipe. Wie ein zerplatzender Mörser sperrte jener im gewaltigen Gelächter Den Mund weit auf, Da ich mich nannte. Dieses Gelächter, Herr, zählt unter meinen bitter empfindlichen Leiden, wies mir ungeschminkt allen Wechsel, Der über mich ergangen war. Also unkenntlich selbst Dem Auge Des dankergebensten Freundes! Einst hatte ich Boutin's L ben gerettet. Doch war es nur schuldige Heimzahlung: Ich will Ihnen nicht näher auSeinandersetzen, wie er mir den nämlichen Dienst leistete. Der Schauplatz war Italien, Ravenna, das Haus, wo Jener mich vor Erdolchung schützte, nicht das anständigste. Damals war ich nicht Oberst, schlechtweg Reiter, wie Boutin. Zum Glücke waren in die Geschichte nähere Umsiände verflochten, die wir nur allein wissen konnten; als ich ihm diese zurückrief, schwand sein Unglaube. Darauf erzählte ich ihm das seltsame Gewebe meines Schicksale. Obschon, wie er versicherte, Augen und Stimme sonderbar verändert waren, ich weder Haare, noch Zähne und Braunen hatte, unD weiß aussah, wie ein Albino: fand jener endlich, nach tausend glorreich von mir beantworte- ten Fragen, seinen Oberst im Bettler wieder. Da erzählte er mir auch seine Abenteuer — ungewöhnlich wie Die meinen ! Von China's Grenzen kehrte er jetzt roieDer, nachdem er aus Sibirien entwischt war. Von ihm erfuhr ich die Unfälle des russischen Feldzugs und Napoleons erste Thronentsagung. Die Kunde drückte sich mir tief in's wunde Herz! So stießen wir aneinander, wir wunderlichen Trümmer, nachdem wir auf der weiten Erdkugel umhergerollt waren, wie Kiesel im Meer?, die durch Stürme von einem Ufer zum andern geschleudert werden. Wir beide für unfern Theil hatten nicht mehr und weniger gesehen, als Egypten, Syrien, Spanien, Rußland, Holland, Deutschland, Italien, Brittanien, China, Die Tartarei und Sibirien; nur nach Indien unD Amerika hätten wir noch kommen müssen! Boutin, Der besser zu Fuße war als ich, übernahm zuletzt, so flink als möglich, nach Par-s zu roanDern, um meiner Frau Bericht zu machen. Einen sehr ausführlichen Brief schrieb ich ihr, Den vierten, Herr! Ja, hätte ich Eltern gehabt, Verwandte, Dann wäre es nicht so weit mit mir gekommen; so aber, ich will es nur gestehen, war ich ein Findling, ein Soldat, hatte nur Muth zum Erbtheil, Die ganze Welt zu Angehörigen, Frankreich als Heimath und allein Den lieben Gott zum Beschützer. Nicht doch! ich hatte einen Vater: Den Kaiser! Ja, wenn er noch am Ruder stünDe, Der Ehrenmann, und seinen Chabert, so nannte er mich, so zugerichtet sähe — ob er nicht zornig würde!! Was hilfts? Unsere Sonne ist hinunter — wir frieren nun alle. Indessen konnten noch die politischen Ereignisse das Schweigen meiner Frau entschuldigen. Boutin reiste ab. Der Glückliche! Er hatte zwei prächtig abgerichtete weiße Bären. Die ihn ernährten. Begleiten konnte ich ihn nicht; meine Schmerzen gestatteten mir keine langen Tagmärsche. Ich weinte, lieber Herr, als wir uns trennten, nachdem ich mit ihm unD feinen Bären so lange gezogen war, als ich vermochte." — „In Karlsruhe," fuhr Der Oberst in feiner Erzählung fort, „hatte ich einen Anfall von Kopffieber, lag sechs Wochen in einem Wirthshause auf Der Streu. Nicht enden würde ich, müßte ich Ihnen alles Ungemach meines Bettlerlebens schildern. Gemüthsleiden, neben welchen Körperschmerzen in Nichts zerfließen, erregen weniger Mitgefühl, weil jene kein Auge steht. So erinnere ich mir, daß ich in Straßburg an einem Palaste Thränen vergoß, wo ich einst ein glänzendes Fest gab unD nun nichts erhielt, nicht einmal einen Bissen Brod! Da ich mit Boutin meine Marschroute verabredet hatte, frug ich auf allen Posten nach Brief und Geld für mich. Ich kam bis nach Paris, ohne etwas erhalten zu haben. Ich nährte mich so zu sagen von Sorgen. Boutin's Tod schien mir gewiß, und wirklich kam der arme Teufel bei Waterloo um, was ich erst später und zufällig erfuhr. Seine Sendung an meine Frau blieb wohl erfolglos. Endlich zog ich, und zwar zu gleicher Zeit mit den Cosaken, in Paris ein. Schmerz über Schmerz für mich! Die Russen in Frankreich! Darüber vergaß ich, Daß ich feinen Schuh am Fuß, fein Gelt) im Sack hatte. Ja, Herr, meine Kleider waren zerfetzt. (Fortsetzung folgt.) P 0 L r r i s etz § N $i rr D s d> a M. Berlin, 28. Mai. Heute Mittag ist der Prof. Dr. Hengstenberg gestorben. — Die „Zukunft" macht sich einmal wieder in ihrer Weise lustig und schreibt: „Den freien Reichsstädtern zu Bremen Droht bei dem Gastfreundschafts-Enthusiasmus, Den sie demnächst zu entfalten gedenken, ein gar unbequemer Störenfried in die Quere zu kommen. Da haben sie in der Nähe des Heerdenthores, inmitten Der Wallanlagen, eine sehr stattliche Ehrenpforte nach otai Muster des Brandenburger Thores erbaut, an ivilcher sich König Wilhelm die üblichen BegrüßungS- reben anhören soll. Aber außer Bürgermeister und Senatoren, welche Dort das Echo probiren wollen, haust da auch in Den Gebüschen kraft norddeutscher Freizügigkeit ein frecher — Kukuk, Dem wohl zu- zulrauen ist, daß er in Der feierlichsten Stille De« feierlichsten Moments plötzlich sich als officiös berufen fühlen und seinen mißliebigen Gruß ertönen lassen möchte. Die Republik wird, wie man hört, um Unheil zu verhüten, ein Freiwilligencorps aufbieten, das mit Schnarren unD Knarren Dem Un- holde zu Leibe geht, das Exerzierreglement Dazu läßt Herr Meier, Der Vertreter Bremens im Reichstage, sich gegenwärtig von Den befreunDeten preußischen Junkern ausarbeiten, Deren Hofgesinde in Der Kunst, Die Frösche im Schloßteiche währenD Des Nachmittagsschlafes des gnädigen Herrn zu bändigen, schon länger erfahren ist. Berlin, 28. Mai. Im Reichstage fand heute Die zweite Berathung Des Antrags von Hagen gegen Die Communalsteuerfreihelt des Militärs statt. Hr. von Roon vertheidigt Die Befreiung des Militärs von Communalsteuern. Es sei Dieß ein altes Recht Der preußischen Armee, welche Den größeren Theil Der norDDeutschen Bundesarmee bilde, und nicht rath- sam, weil Dem kleineren Theile Des Heeres dieß Recht fehle, der Gleichmäßigkeit halber Der preußischen Armee ihr altgewohntes Recht wegzunehmen. Der hessische Bundescommiffär Hoffmann conftdtirt Die Meinungsverschiedenheit im BunDesrathe über Die Rechtsbeständigkeit Der Verordnung unD räth ab, Die durch Einführung des preußischen Militärsystems erwachsenen Drückenden Lasten noch zu vergrößern, zumal die Freiheit von Communalsteuern mit der Sicherheit des Staates nichts zu thun habe. Berlin, 29. Mai. Der Reichstag setzte heute die zwecke Berathung des BranntweinsteuerglsetzeS fort. Der in §. 2 beantragte Steuersatz von 4 Silbcrgroschen wird bei namentlicher Abstimmung mit 202 gegen 15 Stimmen adgrlehnt und somit die Erhöhung der Steuer verworfen. Berlin, 29. Mai. Der Antrag Hagen, Der die Präsidialverordnung aufgehoben wünschte, welche Den Militärs das Privilegium Der Steuerfreiheit zu- spricht, hat im Reichstag schmählich FiaSco gemacht. Ebenso ist ein hierzu von Forckenbeck und Schwerin gestellter Vermittlungsantrag schonungslos verworfen worden. Der confervativen Fraktion ist eö gelungen, jene Verordnung in intinituin über Wasser zu halten. Wird sie auf legislatorischem Wege früher modifieirk, so wird dieß Den WiDersprüchen zu danken fein, Die sie innerhalb des Bundesraths gefunden hat. Es machte einen ganz eigentümlichen, aber sehr starken Eindruck, als Der Vertreter Hessen-, Hr. Hoffmann, sich erhob, um gewissermaßen Preußen vor versammeltem Parlament anzuklagen. Begreiflicher- weise zündeten auch Hoffmanns Deduktionen nicht, weil sie von einer Mißachtung gegen Die öffentliche Meinung erfüllt waren, zu Der sich nur Der aller- reactionärste Diplomat verstehen kann. Hannover, 28. Mai. Die InspcctionSreise des Königs ist abermals aufgeschoben worden und soll erst nach Abreise des Vicekönigs von Aegypten angetreten werden. München, 28. Mai. Der Magistrat hat mit Einstimmigkeit beschlossen, daß der zur Oberaufstcht des gesummten Volksschulwesens der Residenzstadt neu anzustellcnde Schulrath kein Geistlicher sein dürfe. Wien, 28. Wai. Die von hiesigen officiösen Organen ausgesprochene Erwartung, daß von Sei- ten Italiens volle Genugthuung für das in Livorno auf den österreichischen Generalkonsul Inghirami und den k. k. Oberstkämmerer Grafen Crenneville verübte Attentat gegeben werde, wird von den italienischen Blättern gemäßigter Richtung mit der Erklärung beant- wertet, daß die gewünschte Genugthuung nur in der gerichtlichen Verfolgung der Verbrecher bestehen könne. Die neuesten Nachrichten aus Livorno bestätigen, daß Graf Erenneville, der einen Dolchstoß ins Gesicht erhielt, nur dadurch dem Tode entging, daß sich der Generalkonsul Inghirami zwischen ihn und die Attentäter stürzte. Inghirami empfing in Folge seiner Intervention einen Dolchstich in die Brust und verschied kurz darauf. Vor der herbeieilenden Polizei entflohen die Mörder und Graf Crenneville wurde aus dem Hafen, wo das Attentat erfolgte, nach seiner Wohnung geleitet. Die „Gazette di Venezia" bezeichnet das Erscheinen Crenneville's in Livorno als eine „thörichte Provokation"; eine nur geringe Ueberlegung hätte dem Manne, der in dieser Stadt dieselben Erinnerungen hinterließ, wie Haynau in Brescia, sagen müssen, daß er nicht wohl thue, wenn er sich dorthin begebe, wo er vor zwanzig Jahren Todesurtdeile und Kerkerstrafen über die patriotischgesinnten Männer verhängte und die italienrsche Jugend auf den öffentlichen Plätzen mit österreichischen Stockprügeln regalirte. Der Vertreter der Stadt Livorno im italienischen Parlament sagte in Bezug auf das Attentat, Graf Crenneville habe als Militär- und Civilgouverneur der im Mai 1849 von den Oesterreichern erstürmten Stadt eine Reihe von Grausamkeiten verübt, welche nur ein „Andenken von Blut und Ruche" zurücklassen konnten. Daß der schonungslose Unterdrücker der nationalen Bestrebungen jetzt auf den Straßen und Plätzen Livorno's zwei Tage lang herumspazirt sei, habe als eine Herausforderung erscheinen müssen, deren „natürliche Frucht" das Atientat gewesen sei. Die Erklärung des Ministers des Innern im Parlament, daß die Polizei von Livorno, als sie die tiefe Aufregung bemerkte, welche die Promenaden Crenneville's hervorriefen, denselben vor den Gefahren gewarnt hat, denen er sich durch eine Verlängerung seines Aufenthaltes ausfktzen werde, findet auch von anderer Seite Bestätigung. Der Reichskanzler Graf Beust ist durch das Ereigniß in Livorno sehr unangenehm berührt worden. Die bisher mit gutem Erfolg eingeleiteten freundschaftlichen Beziehungen zwischen Wien und Flo- renz werden zwar durch diesen fatalen Zwischenfall keine Störungen erleiden, ober die Diskussionen, die in den italienischen Blättern über das Attentat geführt werden, könnten leicht durch die Wiederaus- srischung der Erinnerungen an die Periode der österreichischen Gewaltherrschaft in der Masse des italienischen Volkes die alten Antipathieen wieder Hervorrufen, welche durch die Abtretung Venetiens und den Sieg der liberalen Principien in Oesterreich glücklicher Weife in den Hintergrund gedrängt wurden. Für den coiistitutioneUen Kaiser Franz Joseph sollte jenes Ereigniß eine Mahnung sein, aus seiner Umgebung Männer zu entfernen, deren Name allzu eng mit der Geschichte einer unheilvollen Epoche verknüpft ist. Wie»,, 29. Mai. Heute Abend um 9 Uhr ist der Vicekonig von Aegypten angekommen. Derselbe wurde am Bahnhofe von dem türkischen Botschafter, dem Generaladjutanten des Kaisers, dem Landes- commandirenten und einer Ehrenwache empfangen und stiig in der Hofburg ab. — Das „Wiener Tagblatt bezeichnt als politischen Zweck der Reise des Vicekönigs von Aegypten, die europäischen Mächte auszufordirn, den Suez-Canal für immer als neutral zu erllaren. Vermischtes. Gicsicn, 31. Mai. Heute Vormittag 11 nten Major v. Kuchler, in hiesiger Stadt ein. Allelhöchstderselbe verfugte sich sofort nach dem Brand, auf welchem die hiesige Garnison ausmalschirt war, jnjpicirte hierauf die Truppen und die Gaserne und kehrte dann ohne weiteren Aufenthalt mittelst ErtrazugS um halb 1 Uhr wieder nach Friedberg zuruck. Darmstadt, 25. Mai. Durch allerhöchste Decrete vom 13. 1. M. geruhten bcS GroßherzogS Königliche Hoheit, den Ergänzungsrichter bei dem Friekensgeiicht Wöllstein, Jakob Jungk 1. auf sein Nachsuchen unter Verleihung des Ritterkreuzes 2. Glaffe des Verdienstordens Philipps des Großmuthi- gen und unter Anerkennung feiner langjährigen treu geleisteten Dienste zu eutlaffen und zu seinem Nachsolger den Kaufmann Earl Blum daselbst zu ernennen. — Durch Allerhöchstes Dekret vom 19. l. M. haben Ee. König!. Hoheit der Großher- jvg den Landgerichts-Assessor Otto von Zangen in Alsfeld zum Landrichter in Ulrichstein zu ernennen geruht. Berlin. Der Proceß gegen den v. Zastrow wird, wie der „Publ." meldet, in der letzten Sitzung des Schwurgerichts vor den Ferien zur Verhandlung kommen, und der Stadt- gerichtSdirector DeliuS dabei den Vorsitz übernehmen. Die Recherchen wegen der Ermordung Corny'S sind jetzt, soweit sie den Maler v. Zastrow belresfen, als resultatlos eingestellt worden. Coburg, 27. Mai. Gestern hatten wir hier daS gewiß seltene Schauspiel, daß der regierende Fürst des Landes in seinem Hoftheater vor circa 1200 besonders dazu eingeladenen Personen au« Stadt und Land, vom höchsten Adel bis herunter zum Unterosfizier, als Darsteller auftrat. Wie schon berichtet, fand am gestrigen Abend eine „theatralische Vorstellung im Herzog!. Hoftheater" mit Minna von Barnhelm statt, wobei die Besetzung folgende war: Major v. Tellheim: Herzog Ernst; Minna v. Barnhelm: Miß E Barnard; Graf v. Bruchsall: Hr. v. Schrabisch, preußischer Major; Franziska: Frau v. Ruttenstein; Just: Hausmarschall v. Wangenheim; Wachtmeister Werner: Emil Devrient; der Wirth: v. Sommerfeld, preußischer Oberlieutenant -, eine Dame in Trauer: Frau v. Schrabisch; Feldjäger: Flügeladjutant v. Branconj; Riccaut de la Marliniöre: Oberhofmarschall v. LöwenfclS; erster und zweiter Diener: die Lieutenants Blomeyer unv Schneidewind. Herzog Ernst hatte bereits im letzten Winter auf dem Residenzschloß in Gotha bei enger begrenzten Räumlichkeiten und Einladungen diese Vorstellung veranstaltet, und die Eoburger muffen ihrem Landessürsten eigentlich dafür Dank wissen, daß er ihnen Gelegenheit geboten, ihn wenigstens auf den Brettern, die die Welt bedeuten, handelnd gesehen zu haben. Das Aquarium in Berlin. (Berlin, 13. Mai — Schluß.) In besonderen Behältern ringS um diese lebendige Welt ifeiurn leben verschiedene andere Vögel, Amphibien, Fische u. s. w., umgeben von luftig wachsenden Pflanzen und plätscherndem, stets sich erneuendem Wasser. Aus den Felsspalten ranken üppige Pflanzen heraus, auf den Felsabsätzen erheben Blatipflanzen ihre Schilde — alles ist im Kleide der Natur. Da finden wir auch den Aufenthalt der Schildkröten, dieses faulen Geschlechts mit den freundlichen Augen. Aber wir muffen weiter, uns loSreißcnd von diesem Salon der Naturkunde. Ein halbdunkler gewölbter Gang nimmt uns auf, in welchem zu beiden Seiten die GlaSbehälter uns entgegenleuchten, von oben her erhellt. Aber,zur linken Hand scheinen sie uns ganz aus Gold gemacht, so erglänzt im Wiederschein deS Lichtes der Abglanz der Goldfische. Es reihen sich hier aneinander die Fische des SüßwafferS. Unter ihnen fehlen nicht die flinken Florellen, die Karpfen, der Stör, nicht die kleinen Zklei, nickt die Aalthiere, unter denen sich die Aale durch ihre Erscheinung im Wasser und ihre Bewegungen gerade nickt sehr appetlterregend ausnehmen. In jenem Behälter aber schwimmen Frösche, und darunter der Vullenfrosch, der ein Vergnügen daran zu finden scheint, sich aufzublasen, alle vier Beine von sich zu strecken und auf der Fläche deS Wassers auszuruhen. Gegenüber in den Gemächern unter Laubwerk und am Wasser läuft die flinke Bachstelze hin und wieder, und in der Stille des Grünen webt hier die Nachtigall in Einsamkeit ihren Liebesgesang. Ein Schritt noch, und wir stehen in einer Hatte, der sogen. Polargrotte. Felsen und hängende FelSarme umgeben uns. Eine Treppe führt hinab in den Grund deS Schachtes, plätscherndes Wasser aber begleitet uns, von Fels zu Fe!« das Geländer der Treppe übersprudelnd, bis in den Grund. Diese Wasser erziehen die Fischchen in künstlicher Zuckt. Unten aber füllt ein Wasserbecken den Raum unter der Treppe au«. Dort hat ein Biberpaar feine Wohnstätte erhalten und befindet sich unter den Bausteinen außerordentlich wohl. Wir schreiten weiter. Die Flusse scheinen sich in das Meer ergießen zu wollen, beim hier in den Behältern deS langen gewölbten FelsgangeS treffen wir die Fische an, welche theilS im Flußwasser, tHeils im Meerwaffer zu leben gewohnt sind. Allda begegnen wir auch dem Krebsgeschlecht. Da sehen wir den fünfen Palämon die Wasser durcheilen, den schwerfälligen Hummer, den langbeinigen Leptopus und den muthigen Taschenkrebs. Jetzt gelangen wir zur Betrachtung deS Lebens der Nordsee, und wenn wir die Fische hier nicht benennen, wollen wir doch jene Actinien, jene See-Anemonen nicht unberücksichtigt lassen. Fast mit Unrecht hat man diesen lebenden Wesen den Namen See-Anemonen gegeben, den Namen dieser freundlichen Blume, die uns zu den Osterfeiertagen begrüßt als eines der ersten Kinder des Lenzes. Jene See-Anenionen haben nickt Duft, nickt Glanz; ihre Blüthe bilden lebende.Glieder, ihre Staubfäden tausend durcheinander arbeitende, lebendige, wurmartige Fäden und Arme. Wir scheuen uns sie zu berühren, und doch sehen wir sie gern an. Die Organisation dieser wunderbaren thierischen Gebilde fesselt uns, weniger die Farbenpracht , welche dieser Scheinblüthe vielleicht zur Nahrung verhilft. Brehm hatte schon in Hamburg gerade auf diese Kinder der See sein Augenmerk gerichtet, die dem Küstenbewohner selbst nicht einmal allzu bekannt sind, und er hat auch für das Berliner Aquarium Sorge getragen, daß es an Reichhaltigkeit in dieser Glaffe hinter keinem andern zurückstehe. Und so sehen wir denn die Actinien in bunter Fülle in den Kästen ihr Leben fristen. Daneben können wir dem Bau des Schwammes lauschen, die Korallen leben und wirken sehen, die Muscheln und Schnecken beobachten und Zeuge sein, wie die Würmer des Meers ihr häßliches Spiel treiben. Doch genug. In immer abwechselnder Anordnung durchwandern wir nacheinander die Wassergefilde deS atlantischen OceanS, der Ostsee u. s. w., und gelangen endlich an daS Mittelmeer. Ihren natürlichen Verhältnissen nach sind diese Meere entsprechend im Platz angeordnet, und besonders der Ocean ist in seiner Einrichtung mit ragenden Klippen und hohen Uferfetfen und malerischer Beleuchtung ein kleines Eabinetsstück geworden. Neben der Ausstattung der GlaSbehälter mit immer fließen- dem, perlendem Wasser, der schönen Beleuchtung von oben her, der entsprechenden üppigen Pflanzenvegetation, den kleinen Versteck : und FelSblöcken zum Aufenthalt und Tummeln der Thiere ist auch die FassungSmauer, der ganze Raum, die Gänge, in denen alle diese Naturherrlichkeiten aufgespeichert sind, in gleich großem und gutem Geschmack hergestellt. Wie schon oben bei der Erdschichtgrotte die kleine Seitenabsicht für die Geologie hervortrat, sp wird diese Idee fortgesponnen durch die Ge- sammtheit der Gänge, der Räume, die alle al« FelSgrotten, Höhle, Schachte u. s. w. behandelt worden sind. Da finden wir die Basalte am Meer gleichsam der Schichtung auf der Insel Staffa nachgeahmt, da finden wir die Tropfsteingrotte von Iserlohn abgebildet mit wirklich Iserlohner Stalaktiten, da finden wir die eigenthümlicken Kalksteinformationen Nordamerika'« wiedergegeben, und endlich beschließt, al« gleichsam krönende Gabe, die Nachbildung der blauen Grotte von Eapri dieses Labyrinth der Naturdarstettung. — Nachdem wir alle« das geschaut und nun den empfangenen Eindruck bedenken, fällt es uns auf, wieviel mehr wir gesehen, als was ein Aquarium im engsten Sinne des Wort« bieten durfte. Wir haben hier nicht ein Aquarium, ein Stück Wasserleben durcheilt, nein, wir sind gleichsam von dem Quell mit seinen Forettest aus- wandernd, durch den Birken- und Erlenhag, voll singender Vögel, schlüpfender Eidechsen und Schlangen, hindurchgeeilt am Rande des Backes und Flusses, wo die Enten und Wasser- Hühner scheu den Schritt des Wanderers fliehen; wir kamen an den Wohnungen der Menschen vorüber, wo der Haushahn uns begrüßte, bie Schwalbe zwitscherte; wir sahen den seebildenden Fluß mit trägem Lauf und seine Uferbewohner, die Frösche, und sckauten die Fische ihre Spiele im Wasser treiben; endlich trieben wir auf das Meer hinaus, an den Felsen des NferS vorüber, und sahen sinnend in die klare Tiefe hinab, all die Wunderthiere und - Wesen dort -. .ten wahrzunehmen — ein leiser Wind führte uns weiter und weiter, und endlich fanden wir uns wieder in jener azurnen Grotte deS deutschen Maler« und Sängers. Was nur im Wasser lebt, und nur am Wasser sich aufhalt und an den Ufern fein Leben fröhlich da- hinfließen sieht, was die Wasser einengt und ihnen Lauf und Stätte gibt, wa« endlich das Wasser wirkt im tausendjährigen Tropfenfatt, wir überschauen eS in kurzer Spanne Zeit — eine reiche Lebre. Ein Stück Paris. Es ist ein schöner Frühlings-Nachmittag, die Pariser eilen zu Pferd, zu Wagen, zu Fuß hinaus vor die Thore, e« ist wie eine Völkerwanderung. Schon vor den Festungswällen sind beide Seiten der Fahrstraße dicht mit Reihen von Stühlen besetzt, in der grellen Sonne sitzen die Menschen dickt gedrängt, mitten im Staub, nur um die Wagen zu begaffen. Endlich wird'S freier, wir sehen da« Bou- logner Hölzchen, der Spiegel de« See's tritt hervor, Schwäne kreisen, die freie grofje Natur puppt sich nach und nach heraus an« dem Häusermeer der Hauptstadt. Auf einmal nimmt da« Wagenfähre« gewaltige Verhältnisse an. Die Wettrennen sind zu Ende, die Zuschauer kommen zurück. Welche Masse, welche Pracht! In vier Reihen fahren die Wagen nebeneinander hin im scharfen Trab, und anderthalb Stunden haben wir sie so an uns vorbeiziehen lassen. Dann war es aber lange noch nicht zu Ende. Herrliche Pferde, glänzende Geschirre, Kutscher nut Puderperrücken und Zöpfen (das ist aber ein Jrrthurn, der Kutscher von 1869 hat gewiß keinen Zopf, der hinter ihm im Wagen Sitzende leider noch attzuhäufig); Vierspänner mit Reitern, denen die schweren Goldlitzen um den Kopf schlagen, so folgt sich's ununterbrochen. Was ist das für ein reicher Vierspänner, fremde Typen, eine starke Frau? Ah, die Königin von Spanien! So in einer fremden Hauptstadt als lausende Nummer in der Wagenreihe hinrotten, wenn man einen Escorial und eine Alhambra fein genannt hat, das ist bitter.' Ungalanter Prim! Und dann, wie wunderbar, eine Bourdon in Paris! Wieder Jockeys von außerordentlicher Eleganz. Das ist die Fürstin Metternich. Aber der junge Herr, der ihr gegenübersitzt, kann nur ein Habsburg fein. Es ist Karl Ludwig. Wie er lacht, wie die Fürstin scherzt, welche Wiener Fröhlichkeit in dem Wagen! Eine erschreckende Aehnlickkeit mit dem armen Ferdinand Mar fällt in die Augen und verfinstert daS Gemüth. Aber sie haben nicht an ihn gedacht, und sie haben recht, man kann nicht ewig trauern. — Mit bewunderungswürdiger^ Geschicklichkeit hat sich diese große Wa- genmaffe seit einer Stunde im großen Trab erhalten. Jetzt stockt sie endlich einmal. Aber warum macht denn daS so viel Aussehen? WaS rennt das Volk? Ah, wieder Jockeys und grüne Vorreiter! Es ist Napoleon. Al!' feine Macht hilft ihm nichts, er bleibt mit stecken. Und er sollte die Bewegung allein aufhalten können! Ebenso wenig, daS ist ein einfaches Rechenerempel. G« war eine interessante Gelegenheit, den berühmten hochstehenden Mann mit Ruhe zu betrachten. Da sah es eher nach Queretaro au«. Die großen Unternehmungen, die großen Ereignisse haben sich den Zügen gewaltig ausgeprägt. Aber da ist keine Spur mehr von einem Emporkömmling. Die zwanzigjährige Regierung über ein große« Volk hat rhm, während er alt geworden ist, daS volle Gepräge der Majestät verliehen. Diesem Mann sieht man eS an, daß er durch ein einziges Wort ganz Europa in Blut baden kann. Wir haben in Europa noch die Kunst zu lernen, aus einem Menschen mehr als einen Menschen zu machen. Wir erzählen uns Märchen von Königen am Gange« in goldenen Palästen; wie mögen sich Knaben am Missouri Märchen erzählen von den großen Potentaten an der Spree und Seine, die nach ihrem Witten ganze Nationen in Bewegung setzen! Altes Europa! » Eine merkwürdige Operation. Gin Mann au« Kiedrick, bei Eltville, litt bereit« vier Tage an einer inneren Verblutung. Erst am fünften Tage wurde von den Angehöri, gen des Patienten ein Arzt, und zwar Hr. Dr. Michel, praktische Arzt zu Eltville, confultirt Während der verflossenen vier Tage war jedoch die Krankheit derart vorgeschritten, daß nach Aussage dc« Arztes das Leben des Kranken in großer Gefahr schwebe. Rasche Hülfe war unbedingt erforderlich; aber welche? Von Herrn Dr. Michel wurde dem Patienten Blut eingeflößt, da« au« einer Ader des 25jährigen Sohne« des Kranken genommen worden war. Der Erfolg ist ein günstiger gewesen und das Leben des Kranken soweit außer Gefahr. — (Einfluß der Umdrehung der Erd'e auf die Form der Baumstämme.) Nach den Beobachtungen von GH. Müsset bildet der Durchschnitt der Baumstämme niemals einen Kreis, sondern stets eine Ellipse, deren große Achse immer nahezu mit der Richtung von Ost nach West zusammen- fällt. Genauere Bestimmungen mit Hül e der Bussole ergaben das interessante Resultat, daß dieselbe mit dem Ost - und Westpunkte denselben Winkel bildet, wie die Ebene der Ellipnk mit der Aequator - Ebene. Muffet schließt daran«, daß die Umdrehung der Erde auf die Form der Baumstämme einen Einfluß ausübt. *** Der Bürgermeister eines Orte« erließ folgende Bekanntmachung : „ES ist ist zu den dießseitigen Ohren gekommen, daß da« Vieh in den Ställen mit brennenden Gigarren und Pfeifen gefüttert wird, waS künftighin mit 30 fr. bestraft werden soll." #*# Richtige Rechnung. Kaufmann: EckämeN Sie sich, Sie können nicht einmal richtig abbiren! E»m- miS: Aber subtrahiren. Wenn ich Ihr Gelb von Ihnen I abziehe, — bleibt Null. Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen. *• '(£. Nr- (Nr. Republik^ v in SnnVfl- (flr. M tie @n Lick Mi MW Ni die ® Wii Nrt Dl! Msalls Wi Bgvnd Sie 5 Di« Wnifltn Giki (926) T tetim firn2 Uh bi/ S Nüfli f°Nid)en ? f0Unfieii > nS Großher ^<4