Gießener Anzeiger Erscheint wöchentlich dreimal: Dienstags, Donnerstags und Samstags. — Ervedition: Canzleibera Sit. SB. Nr. 1. Preis vierteljährlich 36 kr. mit Bringerlohn. Durch die Poft bezogen vierteljäbrlich 51 kr. Rr. 89 Donilcrstag dm 30. Juli 1868. • 33 4 Pfund gemischtes Brod 19 kr. 4 Pfunv Roggenbrob 16 kr. Amtliche Bekanntmachungen. Betreffend: Die Beitreibung der Ausstände der Gemeinden. Gießen, am 25. Juli 1868. Das Kosten binnen 3 Tagen. an r Ne Gr-ßverzoglichm Bürgermeistereien «Ibach, A,Irndorf a. d. Lahn, Alleiidorf «. t>. Lia., Alten-Buseck Bersrod Beuern Burkhardsfelden, DaubrmWi, Ettingshausen, Gießen, Großen-Linden, Hattenrod, Klein-Linden, «ich,'Lollar Mainilar' Munster, Nieder - Bessingen, Rödgen, Ruttershausen, Trohe und Wieseck ' - - “ ®"fen6""9 b" » onarla, 1868 entftanbenen Zu Nr. K. G. 1934. --------—— -- SBetreffenb: Da« Polljeistrafgesetz, iosbesondere die Reinhattun, und Wegsamkeii der OEaSen 3““ „ , Local-Reglement. te sSF46 77 ft. 48 kr. 24 2 30 Gießen 10 40 4 Versteigerungen. Vergebung von Bauarbeiteu. ^ZurMöffnung der Submissionen wird Besondere Bekanntmachung. 5230) Die Siadtbauaufseherstelle dahier, mit welcher ein jährlicher Gehalt von 300 fl. verbunden ist, wird mit dem 1. October l. I. erledigt. Concurrenzfähige Bewerber wollen sich unter Vorlage ihrer Zeugnisse bei der unterzeichneten Stelle anmelden. Grünberg, den 27. Juli 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Grünberg. Arnold. Feilgebotenes. 5212) Schöne Pflaumen bei ____________________ C. Rah n. S2I8) Eine einspännige Chaise mit Halbverdeck ist zu verkaufen bei August Brühl, Sattler. 5222) Feinster Ein mach-Essig bei Carl Hoffmann. Samstag den 1. August l. I., Vormittags 10 Uhr, in unserem Geschäftslocale anberaumt, welchem die Interessenten anwohnen können. Gießen, am 28. Juli 1868. Großherzogliches Kreisbauamt Gießen. Holzapfel- 5244) Sehr schöne Endivien-Pflanren stnd zu haben bei (S, Pjpp. Die Vergebung von Arbeiten bei der Stadt Gießen. 5215) Freitag den 31. Juli 1868, des Morgens 9 Uhr, sollen auf dem Rathhause dahier folgende Arbeiten an den Wenigstnehmenden vergeben werden, als: 2 5 6 Jeder Zahnschmerz, ohne Unterschied, wird durch mein in allen deutschen Staaten rühmlichst bekanntes Zahn-Mundwasser binnen einer Minute sicher und schmerzlos vertrieben, was unzählige Danksagungen der höchsten Personen bekunden. E. Hückstüdt in Berlin, Oranienstraße 57, am Marktplatz. Zu haben in Flaschen » 18 und 36 kr. bei (5227) Carl Frech in Gießen. 5217) Freitag den 31. l. Mts., Vormittags 9 Uhr, soll im hiesigen Bürgerhospital die Fertigung von Weißbinderarbeiten, veranschlagt zu 25 fl. 4 kr-, versteigert werden. Gießen, am 27. Juli 1868. Der Rechner ___ Wittich. Steinfahren, „ „ Chaussiren, „ „ Sonstige Handarbeiten, veranschlagt zu..... Gießen, den 26. Juli 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Vogt. Maurerarbeit, veranschl. zu Steinbrechen, „ „ .5214) Ein noch sehr gut erhaltenes Cla- vrer ist wegen Wegzugs zu verkaufen. Bei 5225) Gierfpieget zum Untersuchen der Eier empfehlen Flick L Kröll. 5229) Folgende in der Directorswohnung nm Entbindungshause dahier vorzunehmenden Arbeiten sollen auf dem Submisstons- wege vergeben werden, und zwar: Maurerarbeit, veranschl. zu 354 fl. 42 kr. Zimmerarbeit, „ „ 87 Schreinerarbeit, „ „ 836 Schlosserarbeit, „ „ 278 Glaserarbeit, „ „ 302 Weißbinderarbeit, „ „ 557 29 " .„Plane, Voranschläge und Bedingungen können am 31.1. Mts. in unserem Geschäftslocale eingesehen und die Offerten von da ff ™ $um 1- August l. I., Vormittags 10 Uhr, eingereicht werden. Dieselben müssen wohlverschlossen und mit der Aufschrift: »Submission für Arbeiten in der Directorswohnung am Entbindungshause dahier," unter Bezeichnung der betreffenden Arbeit, versehen fein. 5219) Freitag den 31. Juli, , . .. ,8 llhr, viw qi wegen Wegzugs zu verr wird die Hafererndte in dem stscaUjchen wem? sagt die Exped. d- Bltts- G e f u n d e n e G e g e n st a n - e : Töchterfchillm'^esti^toßkarren/ vier ^Hnren- Klagen unVein Schlüsft!!^ ^rri-mchen, ein neuer Tamenhut, ein Portemonnaie mit 1 kr., ein Liederbüchelchen für zu GuMcn^der^Aimwnkaffe^we"rden^m^ Ordern"" 3 ®°*en Un§ 3U ,ncIben' widrigenfalls diese Gegenstände auf Verlangen an die Finder zurückgegeben oder später Gießen, den 29. Juli 1868. m Großherzogliche Polizei-Verwaltung der Provinzialhauptstadt Gießen —. Nover- Drr Vofitzer der -on s. Goffe beffndttchen Raume, den Platz selb» bi« auf 10 Fnß Enffemun, oon dir Goffe m rein « 6 """ , - Die Reinigung des übrigen Theiles des Platzes wird, auf Kosten der Stadt Gießen geschehen B ' Großherzogliches Kreisamt Gießen. ______________ Dr. G o l d m a n n. ~ ■ Bekanntmachung. 5?’Vr!n9en. hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß der seitherige Vicar der Kreisveterinärarzt-Stelle dahier Dr Leonbard hpffniti« zum Kreisvetennararzt des Kreisvelerinäramts Gießen ernannt worden ist. § ^reue oayier ui-. Leonhard definitiv Gießen, den 24. Juli 1868. Großherzogliches Kreisamt Gießen. ________ Dr. G o l d m a n n. Garten zu Alten-Buseck auf dem Halm loosweise an Ort und Stelle versteigert. Gießen, den 27. Juli 1868. Großherzogliches Rentamt Gießen. _______________ Lyncker._____________ 5246) Montag den 3. August, Nachmittags 2 Uhr, sollen in der Wohnung des Herrn Geh. Justizraths Prof. Dr. Ihering auf dem Seltersberg folgende Mobilien, als: Sopha, Stühle, Tische, Bettladen, Com- moden, Küchcngeräthe, Glas, Porzellan und sonstige Hausmobilien, sowie Garten- und Oeconomicgeräthe, eine Häckselschneid- maschinc, eine Partie Bohnenstangen und mehrere Rcpositorien, zu Flaschen und ionstigcn aufzubewahrcnden Gegenständen geeignet. Gießen, den 29. Juli 1868. In Auftrag: W e i d i g, Ortsgerichtsmann. 5190) Kartoffeln, Pflaumen und gute Kochbirnen (Bergamoten) verkauft E- Loos, Flügelsgasse. 5235) Die zweite Klee-Erndte, gegen einen halben Morgen haltend, ist zu verkaufen. Bei wem? sagt die Exped. d. Bl. 5213) Mein dahier in der Neustadt gelegenes Wohnhaus mit Ladeneinrichtung und Geschäft bin ich Willens, unter gün- tigen Bedingungen zu verkaufen oder zu verpachten. Carl Schaffstädt Wittwe, Drechsler. 5253) Julins Wallach. te kr. Posten Bei Abnahme grösserer packung nach Wunsch des Bestellers. (5224) 24 28 36 ä ä a 5210) Drei geräumige Zimmer (mit schönster Aussicht) nebst Pferdestall, Holzschuppen, Boden- und Kellerraum, sind pr. September zu vermiethen- Näheres bei der Exped. d. Bltts. 5208) Ein Familienlogis ist zu ver- miethem Näheres bei der Exped. d. Bltts. I Wechsel auf Vew-York zum Tageskurse sind stets zu haben bei Mayer Mayer, in Frankfurt a. M. Auswanderer nach Amerika befördert wöchentlich vermittelstDamps- und Segelschiffen bei reeller und billigster Bedienung I. M. Schulhof, am Rathhaus. Durch langjährigen Aufenthalt in Amerika bin ich im Stande, jedem Auswanderer die beste Auskunft zu ertheilen. 522V) Plötzlich eingetretener Hindernisse halber kann das für heute angekündigte Concert des academischen Gesangvereins nicht stattfinden und behalten wir uns vor, den Tag des Concertes in der Kurze durch dieses Blatt zu veröffentlichen. Der Dorstand des akademischen Gesangvereins. Loose hierzu ä 1 fl. 45 kr. bei (5209) ausgeführt vom ganzen Musik-Corps der hiesigen Jäger. Anfang 5 Uhr Nachmittags. Entree ä Person 6 kr. 5245) Verloren wurde am Samstag Abend eine Cigarrenspitze von Meerschaum, worauf zwei Pferde cingeschnitten, mit Bernsteinspitze nebst Etuis, wahrscheinlich auf dem Wege von Gießen nach Heuchelheim. Der ehrliche Finder wird gebeten, dieselbe gegen eine gute Belohnung bei der Exped. d. Bltts. abzugeben.. An epileptischen Krämpsen (Fallsucht), Kopf-, Brust- und Magenkrampf Leidende werden sicher und dauernd hergestellt. Beweis mehrere Hundert Danksagungsschreiben aus allen Staaten Europas. Näheres unter genauer- Angabe der Adresse durch Frau Ww. I. Planmann, Neander-Str. Nr. 18, Berlin. (5226) Pserde-Verloosung in Frankfurt a. M. ä den 25 , 26. und 27. August d. I. Feinen holländischen Tabak der F ir m a Henricus Oldenkott H. Zoon § Co Telegraphische Schiffs berichte, mitgetheilt von Ehr. Wallenfels jun. Angekommen in Ncw-Hork r Das Hamburger Postdampfschiff Germania, Reisedauer 10 Tage 8 vtun „ Bremer „ Weser, „ 9 „ Amsterdam Gr. C. Spruch, alleiniges Depot für Giessen. Canaster Nr. 1 ä — fl. 42 kr., 5216) Ein Zapfjunge wird gesucht. Bon wem? sagt Ausg. d. Bltts. Loos scher Felsenkeller Sonntag den 2. August 1 868: Concert, Turnverein. 5252) Morgen Abend auf dem Turnplatz : Vornahme der Frei- und Ordnungs- ibnngen des Kreisturnens. In der darauf folgenden Versammlung — Darmstädter Haus, 9 Uhr — wird die Theilnehmerliste geschlossen. 5249) Ein noch in gutem Zustande befindlicher Flügel ist wegen Mangels an Raum billig zu verkaufen. Bei wem? lagt die Exped. d. Bltts. Frankfurter Lebens - Versicherungs - Gesellschaft. Grund-Kapital: fl. 3,000,000. — kr. Reserven: „ 1,877,173. 52 V2 „ 5228) Die Gewinn-Antheilc der Versicherten für 1867 können von jetzt ab bet b£U ^gebcnS^l^ Attersversorgungs- uub Aussteuer-Versicherungen, mit und ohne Gewinn - Betheiligung der auf Lebenszeit Versicherten, werden zu den billigsten Prämien und unter den liberalsten Bedingungen abgeschloisen. I. G. Appel, in Gicßen. *) In Treis a. d. Lda. bei Frau Wittwe Epstein. 5241) („Eine Sache von weltgeschichtlicher Bedeutung. ) Der Königstrank, Jacobi's Vcrjüngungstrank, eine Kranterltmonadc, „grvptes Labsal für alle Kranke", Erquickung und Beivahrung für Gesunde — Erfinder und Fabrikant der Hygiäist Karl Jacobi in Berlin, Friedrichsstraße 208 — wird von allen Kranken, wie von allen Gesunden, mit dem größten Nutzen genossen , auch m Entznn- dunaskränkheiten, selbst beim Braud (hier auch äußerlich angewendet!). Es ist em Blut und Säfte verbessernder Trank; daß aber der Magen die yeilsamen Wirkungen zuerst empfindet, ist selbstverständlich, und mit dem stehen alle Organe in Wechselwirkung und Mitleidenschaft, auch die Augen; vom Magen, vom Blute und von den Saften hangt das ganze Befinden des Menschen ab; was „Wunder" also, wenn die Wirkungen des verbesserten Blutes und der verbesserten Säfte so weit sich erstrecken, daß an den verschiedensten sür „unheilbar" geltenden Leiden gänzlich aufgegebene Kranke auf diesem Wege oft völlige Gesundheit schnell wieder erlangt haben!*) - Die Flasche Exkr-act, löffelweis zu frischem Wasser zu gießen, kostet in Berlin einen ha ben Thaler, (Kiste und Verpackung gratis), außerhalb bei Kaufleuten pro 20 Meilen 6 Pfennige Frachtaufschlag. *) Neun gerichtlich constatirte Zeugnisse aus der Zeit vor dem öffentlichen Auftreten Jacobi's mit dem Königstrank! Halberstadt, 23. März 1868. Hrn. Fabrikant Jacobi zu Berlin, Friedrichstraße 208. Ew- Wohlgeboren werden entschuldigen, daß ich von Ihnen ein Werk der Barin- herzigkeit erflehe. Meine Frau liegt schon seit langer Zeit an einer schweren Krankheit darnieder. Alle ärztliche Hilfe ist bis jetzt fruchtlos geblieben. Da bekam sie von einer wohlhabenden Frau eine Flasche von Ihrem Königstrank, wonach Linderung eintrat. Auch hat Ihr Trank in dem Hause, wo ich wohne, erst im November zwei Kindern daS Leben gerettet, welche an der Rachcnbräune krank lagen--- Wilhelm Otto, Winterfeld'sche Fabrik, Brefteweg. (Zweiter Brief. 6- Mai 1868.) Sehr geehrter Herr Jacobi, es thut meinem Herzen wohl, Sie wissen zu lassen, daß meine Frau durch die ihr gütigst gesandten 4 Flaschen Königstrank (Extract) gerettet ist. Meine Fraii hatte int Leibe ein Geschwür in der Größe eines Kinderkopfes und litt Tag und Nacht h.eftige Schinerzen. Das Geschwür ist durch den Trank aufgegangen, da sie eine Masse Schletm und Materie verloren hat. — Ich rathe allen an ähnlichen Uebeln Leidenden, sich zu diesem Tranke zu wenden. Solche Thatsachen kann man dreist dem Publikum übergeben.--- Wilhelm Otto. Wuchern b. Rositten, 3. Juli 1868. Wiederum bitte ich um 6 Flaschen Königstrank (Extract)-, Die beiden ersten Flaschen haben meiner Frau so gut bekommen, wie cs nicht schöner fein kann. — Wir mußten uns schon eine Flasche aus Barnehmen vom Schulzen borgen.-- Schmiedemeister Gerbcrt. Cossar bei Liebthal, 4. März 1868. Ew- Wohlgeboren ersuche ich, mir 4 Flaschen von Ihrem vorzüglichen Königstrank zu übersenden, da derselbe bei meiner Frau gegen Kopfleiden und Magenschwäche im vorigen Jahre so überaus gute Dienste gekhan hat und die Krankheiten gänzlich dadurch beseitigt wurden. — — W. Schultz, Wtrthfchaftstnspector. Cammin i. P-, 22. Mai 1868. Vor mehreren Monaten war meine alte Mama sehr schwach; da bekam sic aus Stettin eilte Flasche Königstrank geschenkt, welcher ihr sehr gut that. Der schöne Trank stellte sie ganz wieder her. (Folgt neue Bestellung.) — — Bertha Harryers, Baustraße oo9. SS* Bestellungen in Norddeutschland am besten durch Postanwei- Kd sungskartc, ohne Brief.____________________________________ 5211) Ein gewandter Junge kann unter günstigen Bedingungen das Barbiergeschäft erlernen. Näheres bei der Exped- d. Bltts. 5247) Ein mit guten Zeugnissen versehenes Ladenmädchen wird in ein hiesiges Spezereigeschäft gesucht- Das Nähere bei der Exped- d- Bltts- Für Auswanderer. 4948) Die Haupt-Agentur von C. W. Dietz am -------m?nrft tn Gießen expedirt wöchentlich mit den Vorzug- ----- lichsten Dampf- und Segelschiffen Passagiere und Güter nach allen Häfen von Antern» und Australien- Preise billigst. Behandlung anerkannt reell. 5243) Unserem lieben L. Staust zu seinem 24. Wiegenfeste ein dreifach donnern- des Hoch! ______________________________ 5236) Ein braves Mädchen, welches in allen Hausarbeiten erfahren ist, sucht eine Stelle. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 5242) Ein braves Mädchen für Kuchen- und Hausarbeit wird in Dienst gesucht bei Hofger.-Advocat vr. Rosenberg II. 5232) Zwei geübte Cigarren-Sortirerinnen können noch in meiner Fabrik Arbeit er- halten.Arnold Müller. Varinas „ la —• „ 56 „ Varmas „ 0 ä 1 „ 10 „ entsprechenden Rabatt und Ver- empfiehlt Half-Canaster I. Zoort II. „ Ausverkauf von Wanren 5251) Abzugshalber räume ich mit meinen vorräthigcn Artikeln und et lasse deß- balb solche zu bedeutend herabgesetzten Preisen; besonders wache ich auf ferttge Herrenhemden von Bielefelder Leinen, leinene Taschentücher, Jaeonet, Mull, Vorhangsstoffe, Seidenzeuge, Band, Spitzen, Blonden, Schleier, Neglige- Hauben Blousen u. bergt aufmerksam. _______________M. Heß, dem Ltndcnplatz gegenüber. 9ÜT die Herren Bürgermeister des Kreises Gießen. 5233) Sämmtliche zum Militär - Ersatz - Geschäft uöthigen Formularpapiere, namentlich Militär-Stammrollen und Gebnrtslisten können Sie von jetzt an fortwährend wieder bei mir auf Lager finden, so daß Sie nicht nöthig haben, Porto für Briefe und Geldsendungen nach Darmstadt zu verausgaben. Der Preis pr. Buch ist der alte seitherige wie bei allen übrigen Formu- larien 24 Kreuzer. Wilhelm Klee, Mäusburg. Vermischte Anzeigen. 5239) Ein Knecht, der sogleich eiutreten kann, wird in Dienst gesucht. Georg Lony, Neuenweg. 5240) Ein photographisches Atelier wird zu rniethen oder zu kaufen gesucht. Franco-Offerten anFriedrichHartnng, Frankfurt a. M. 5238) Meine Bohnenschneidmaschine bringe ich in Ermnernng. Helene Z i n z e r, Löwengasse Nr. 17. 5237) Ein tüchtiger Schuhinachergeselle sucht dauernde Beschäftigung. Näheres bet der Exped. d. Bltts. _______________________ Vermiethnngen. 5254) Das seither von Frau Professor Zimmer bewohnte Logis ist anderweit zu vermiethen und Ende October, auf Verlangen auch früher, zu beziehen. _____ Ehr. Reiher, am Kreuz. 5248) Ein großes Familienlogis, wobei eine große Parterre-Stube, ist zu vertnie- then. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 5221) Das bisher von Herrn Professor Dr. Gordan bewohnte Logis ist vom 1. October an zu vermiethen. Auch kann ein Pferdestall mit abgegeben werden. _________Emil Roth. 5231) Ein Familienlogis ist auf dem SetterSberg zu vermiethen. Näheres bei der Exped. d. Bltts.________________________ 5250) Wegen meines Wegzugs von hier beabsichtige ich, mein Haus mit eleganter Ladeneinrichtung, sowie mein Nebenhaus zusam- men oder getrennt, zu verkaufen._____________________M. Heß. Frachtbriefe für die Main-Weser- und Cöln-Mndener- Eisenbahn, sowie sämmtliche zollamtlichen Formulare, sind zu haben bei Wilhelm Klee, Mäusburg. | so gut, so loyal, so ge- He- Kö- Darmstadt, 28. Juli. Die Verhandlungen mit dem nordamerikanischen Gesandten, Hrn. Ban- crost, behnfs Abschlusses eines Vertrags zwischen den nordamerikanischen Vereinigten Staaten und den nicht zum norddeutschen Bunde gehörigen hessischen Lan- destheilen sind geschlossen. Der mit dem norddeut- scheu Bunde abgeschlossene Vertrag wurde als Norm für den hessisch-amerikanischen Vertrag adoptirt, da- bei wurden aber in einem Schlußprotokolle die in dem Reichstage besprochenen Anstände beseitigt. Berlin, 25. Juli. Der „Staatsanzeiger" bringt einen Erlaß vom 20. Juli 1868, betreffend die Einsetzung einer Behörde für die einheitliche Verwaltung des Main-Wcserbahn-Unternehmens unter dem Titel : „Königliche Direction der Main-Weserbahn" mit dem Sitze in Kassel und die Auflösung der „Königlichen Eisenbahn-Direction (Main-Weser) zu Kassel" ich meinen Henry verloren? — In welcher Sache ? Ach, schrie er auf, welche furchtbare Erinnerung! Ja — eine Emigration — eine Armee von Edelleuten int Kampfe mit den Empörern — und mein Sohn zum Tode verwundet auf dem Schlachtfelde-- . — Wo er Wunder der Tapferkeit vollbracht, fiel thm Helene schnell m tue Rede. Henry, der mit Ruhm bedeckt gefallen, wurde durch einen unvergleichlichen Freund, einen Waffenbruder, vom Schlachtfelde fortgeschafft, und , Dank den Bemühungen dieses edelmüthigen Herzens, starb Henry in einer Ambulance, umringt von der sorgfältigsten Pflege und allen Tröstungen der Religion. Ach. mein Vater! mein Vater! wie können Sie Ihr Herz der Dankbarkeit verschließen, die wir Herrn de Vitry schuldig sind? — Mein Fräulein, erwiederte der Marquis lebhaft, ich weiß, was ich dem Offizier schuldig bin, dessen Betragen bis zu jener Epoche jedes Lobes würdig war, dessen Gesinnungen bis dahin gewiß sehr verschieden vnn denen ferner Sa- milie gewesen sind — seiner Familie, einer ungefleischten Feindin der meinigen, die feit zweihundert Jahren nicht aufgehört hat, uns zu schaden. Aber wenn dieser Offizier meinem unglücklichen Sohne den Dienst geleistet hat, von dem Du sprichst, wenn er ein Recht auf meine Dankbarkeit hat, so muß sich darauf Alles beschränken; denn, wir haben es aus sicherer Quelle erfahren, tote bat er sich seitdem aufgeführt? Hat er nicht die Armee der Treue Yerlassen, um zu den Feinden, in's Lager der Empörerüberzugehen? — Nein, nimmer, nimmermehr. ich werde das niemals vergessen. Er hat sich entehrt, dieser Offizier; za, mein Fräulein, und ob ich ihm auch verpflichtet bin, so erkläre ich Ihnen doch, daß er nie meine Achtung erlangen und nie, fo lange ich lebe, seinen Fuß in dies Haus setzen wird. Lassen Sie mich zufrieden und kein Wort mehr von ihm Nachdem er diese Worte mit fürchterlicher Stimme, flammendem Antlitz und drohender Gebcrde ausgestoßen hatte, verließ der alte Herr heftig das Etz- zimmer, dessen Thür er hinter sich zuwarf, und schloß sich inJunen Salon em, wo ibn der Trost seiner Bücher, seiner Phantasien, seiner Traumbilder, aber ack > auch der einzige Balsam für feinen Kummer, fein Frohsinn, erwartete. Sne , Junb stark in ihrer Bettübniß, erhob im Gebete ihr Herz zu Gott, und da die Stunde nahe war, rief sie Marguerite, um sich mit ihr an dir Parkpforte neben der Fasanerie zu begeben. Der Hauptmann war, wie man sich denken kann, zu rechter Zeit am Orte der Zusammenkunft. Nachdem er sein Pferd an demselben Baum, w'e am vorigen Abend befestigt hatte, betrat er den Park, wo Fraulem de Reneey ihn etwas freundlicher, aber nut nicht geringerer Zurückhaltung als am vorhergehenden Tage Jahre. — Er ist ein Edelmann ? — Gewiß. — Gut und fein gebildet, von tadellosen Sitten ? — Jedermann rühmt ihn, lieber Vater. , — Nun gut, er mag sich mir vorstellen lassen. Wenn ich ihm nützlich sein kann, so soll es gerne geschehen. . ...... — Ich muß eines Umstandes erwähnen, fuhr das schone junge Mädchen fort Dieser Offizier hat früher in Beziehung zu unserer Familre gestanden. — Ah! ah! sagte der Marquis, ich habe ihm irgend einen Dienst ge« ltl^t_ Nun — ich glaube, ja, mein Vater; und ich möchte behaupten, daß er uns wieder von einigem Nutzen sein kann! — Was? Das ist ein wenig eingebildet! erwiederte der arme Irrsinnige. _ Obgleich in diesem Lande sehr geliebt und geachtet, so wissen Sie, mein Baier, daß wir einige Feinde haben; die Zeiten sind nicht sehr gut — — Potz Blitz! die kleinen Leute murren mehr als je gegen den Hof. Ah. ah! man gebe mir zwei Regimenter und lasse mich machen! — Sehen Sie, lieber Vater, nahm Helene wieder das Wort, dieser Och- zier hat schöne Verbindungen in der Welt; er könnte Ihnen sehr merkwürdige, sehr interessante Dinge aus der Gesellschaft, ja sogar wichtige Neuigkeiten mit- tbei!en_ $$ ihn wohl empfangen, et mag nur kommen. Ein Wort, mein Fräulein, fuhr er fort. Kennt dieser Offizier die Vitrys? — Sie wissen, daß ich in diesem Punkte unnahbar bin. Wenn er zu ihren Freunden geholt, io kann er sich die Mühe ersparen, mir einen Besuch zu machen. Helenens Herz schnürte sich zusammen. Aber im Angesicht der schwierig- leit selbst faßte sie Muth, und indem sie die gebotene Gelegenheit benutzte, einen gefährlichen Gegenstand zur Sprache zu bringen, sagte sie: , __ Ich darf Ihnen nichts verbergen, mein Vater. Ja, dieser Herr kennt -)hr S.nnen war fortwährend darauf gerichtet, ein Mittel zu finden, dem muvtmann eine Zusammenkunft mit dem Marquis zu bereiten, ohne daß dieser R suä, üble Folgen hätte. Sie fürchtete das erste Aufbrausen ihres Vaters; sie S einen heftigen Auftritt vorher, aber sie fühlte auch, wie glücklich es für drei feonen fein würde, wenn Herr de Reneey sich endlich mit Reymond, diesem Mn und treuen Herzen, diesem edlen Krieger, der den alten Herrn und sie Mbit gegen jedes eintretende Ungemach schützen könne, versöhne. 11 2. sgiein Vater, sagte sie endlich nach langem Zögern, Sie lieben die w leidenschaftlich, es ist ein edler Geschmack; aber Sie haben einen Nachbar, gewiß einer der besten Schützen des Landes ist. — Wie heißt er, mein Fräulein? — Er ist ein Offizier, dem man das größte Lob ertheilt, erwiederte hne, indem ein leises Roth ihr Antlitz Überflog. — In welcher Waffengattung dient er ? Bei den Chevauxlegers der tiiain oder in den rothen Compagnien? , Ich glaube, bei den Dragonern der Königin, mein Vater. — Bei den Penthwvre-Dragonern also? „ • — Das ist möglich. Er hegt eine tiefe Bewunderung für Sie ? — Ich kenne ihn nicht. Wie alt ist er? — Nun, sagte Helene zögernd, ich glaube, sechs- bis siebenundzwanzig auf seine Tochter werfend, sagte er: — Unglückliches Kind, woran erinnerst Du mich! Und et legte die Hand auf seine Augen, wie um seine Thronen zuruckzu- Ja, fuhr er fort, indem er seinen Spaziergang wieder begann, diese schreckliche Begebenheit steht noch vor meinem Geiste. — Wie und warum habe hin gehende Vorlage, durch welche die Zuckerbesteuerung nach dem Vorschläge der hier tm Frühjahr versammelten Delegieren der Seestädte geregelt wird, so kann sie mit Sicherheit darauf rechnen, daß Ite dafür eine ganz ungeheuere Majorität findet, indem höchstens einige enragirte Schuyzöllner sich dagegen erklären werden. E« wäre auf diese Weift auch der Weg zu einer rationellen Steigerimg der Einnahmen betreten, denn man kann von der Reform der Zuckerbesteuerung eine höchst bedeutende Steigerung des Consums und somit trotz der Herabsetzung der «teuer eine aroße Mehreinnahme erwarten. Berlin, 27. Juli. Die Veröffentlichung der v Usendom'schen Depesche vom 17. Juni 1866 durch General Lamarmora hat hier in ministeriellen i Kreisen einen panikartigen Schrecken verursacht. Dre Depesche, auf das strengste vertraulich gehalten, ent- und „Direction der Main-Weserbahn Frankfurt a. M." Gleichzeitig publieirt das amtliche Blatt den Vertrag zwischen Preußen und Hessen, betreffend die Verwaltung und den Betrieb der im großhej roalich hessischen Gebiete belcgenen Strecke der Mam- Weserbahn vorn 30. Mai 1868. Berlin, 26. Juli. Nach dem „Bremer Handelsblatt" beschäftigt man sich jetzt hier >n den betreffenden Kreisen ernstlich mit der Frage wegen der Reform der Zuckeizölle, und glaubt man nicht, daß noch ernstliche Bedenken einem jolchen Schritt ent- gegenstehen, nachdem der Vorstand des Vereins der Rübenzuckerfabrikanten sich dahin ausgesprochen hat, daß ihre Industrie den bisher genossenen hohen Sckntz sehr wohl entbehren könne, wenn an die Stelle der Rübensteuer die Fabrikatssteuer trete. Macht die Regierung dem nächsten Zollparlamente eine daempfing. m , Ist die strengste Frau vollkommen gegen jede Anwandlung von Gefall,ucht aesichert? Giebt nicht selbst der ernsthafteste Geist, das in keiner Täuschung mehr befangene Herz, zuweilen jenem geheimen Wunsche, zu gefallen, nach, der m dem Instinkt des Weibes so tief begründet liegt! Wir glauben tm Gegentheil, daß die weibliche Natur das Charakteristische hat, daß sie niemals aus freiem An- trieb- zu jener Entsagung jeglichen Anspruches auf Bewunderung oder «ympa- chie d-e der Verzweiftlung so ähnlich sieht, gelangt. Nein, nein, tauschen wir un«' nicht • selbst unter der Klosterhaube, wir sagen dies, ohne lästern zu wollen, verbirgt sich eine geheime Grazie, die gern bereit ist, sich i« ietßen' lächeln und fick anbeten -tu lassen. Eine Nonne ist ein Engel, wirft man mir em? Ja gewiß, und besonders eine junge und schöne Nonne; aber mer hat uns be- wftftn daß die Engel unter anderen unaussprechlichen Seligkeiten nicht auch — in «oller Reinheit, versteht sich — des Triumphes ihrer Schönheit sich erfreuen . gewöhnlich gejchenkt, denn es war unmöglich, eleganter zu fein und mehr ®ar- mnnip in der Wahl des Anzuges zu zeigen. Der Mode jener Zett entgegen, hatte Helene den Gebrauch der faltenreichen und fast schleppenden Kleider betbe- balt n Ihre runde, biegsame und schlanke Taille erinnerte an jene Marquisen der letzten Regierungsperioden, deren Portraits lange ein Typus der Vornehm- 6Cit Außeldnn "würde''für ^Helene, die zurückgezogen inmitten der Erinnerungen einer glänzenden Vergangenheit lebte, das griechische Kleid eme Art von Pro- anation gewesen sein Mit ihren klösterlichen Gewohnheiten stimmten dte teefen Falten die reichen Stoffe vortrefflich überein; je mehr diese stolze Seele Vie Verborgenheit liebte, desto mehr mußte dieser reizende Körper sich unter den »-»' Fräulein de Reneey ein Mäntelchen ü la reine von so breiten und reich geor- £ut von Reisstroh mit himmelblauen Bändern und leicht auf die schultern ge- kecht vervollständigte ihre Toilette. Fügen wir noch einen Sonnenschirm von schillernder Seide mit breiten grünen Franzen h-nzn. So gekleidet, glich ste e r üngsten und reizendsten Herzogin am Hofe von Versailles. 1 0 (Fortsetzung folgt.) die Familie Vitry, er ist sogar mit ihr verwandt. Der Marquis stampfte mit dem Fuß und hätte beinahe das vor ihm stehende Porzellan umgeroorfen. Helene näherte sich ihm und, seine beiden Hände ergret- send, sagte sie mit bewegter Stimme: — Horen Sie mich, lieber Vater! Sie, der Sie so gut, so loyal, fo ge= recht sind — Sie müssen mir zugeben, daß in dieser Familie, die, ich gestehe es, im großen Unrecht gegen Sie ist, sich ein junger Mann von großem Verdienst und einem vortrefflichen Herzen befindet. Zeigte Herr Reymond de Vitry — verzeihen Sie mir diese Erinnerung — nicht die edelste Aufopferung jur meinen armen Bruder? „ „ Der Marquis sprang in die Höhe, ungestüm, steif, nervös, mit flammendem Blick und keuchendem Äthern. Er durchmaß das Eßzimmer mit langen ^ritten von einem Ende zum andern, blieb dann plötzlich stehen und einen zornigen Blick Die Verschwörer von 1799. Roman von de Saint-Felix. (Fortsetzung) soeben eine Kurrente erlassen, welche einen leidenschaftlichen unt det, die wir in den tzüllt einige Pläne der BiSmarck'schen Politik, die niemals bekannt werden sollten, weil sse einen durch und durch revolutionären Charakter an sich tragen. ES ist unvergessen, mit welcher Wuth gleich nach dem Kriege unsere feudalen Blätter über Italien herfielen, bloS um die Allianz nicht weiter dauern zu lassen, und um in Vergessenheit bringen zu können, daß Preußen mit Garibaldi in der Bekämpfung Oesterreichs ein gemeinsames Ziel hatte. Die Use- dom'sche Note eonftatirt ausdrücklich, daß Garibaldi auf Anrathen Preußens Ungarn insultiren sollte; es wurde vroponirt, jeder der beiden Aliirten, Preußen und Italien, sollte die Hälfte der Kosten tragen. Lamarmora ist boshaft genug, das Schriftstück in einem Augenblick zu verlesen, wo von AnnäherungS- versuchen zwischen Preußen und Oesterreich verlautet, und wo nicht Wenige behaupten, die Versuche würden Erfolg haben. Der Erzbischof von Görz hat an den CleruS seiner Diöeese wohlihuenden Gegensatz zu den maßlosen Ausschreitungen bil- forkeit werden, sich über den Vorschlag Preußens wegen Zusammentrittes einer Konferenz in Petersburg anläßlich des russischen Vorschlags zur Be- schränkung der Explosions-Geschosse zu äußern. Zugleich schlägt Fürst Gortschakoff vor, daß die Conferenz am 13. October zusammentrete. Rom, 25. Juni. Fast alle Bischöfe Italiens, Deutschlands, Englands, Irlands, Spaniens, Portugals und selbst Nordamerika'« haben angeblich ihre Thkilnahme am Coneil bereits zugesagt. Die fron- zösischen Bischöfe warten noch die Entscheidung ihrer Regierung ab, die augenblicklich in Rom und in Paris eifrig mit dem heil. Stuhle über das Conci! verhandelt. Bis jetzt soll der Papst nicht geneigt sein, auf die Forderung der französischen Regierung, daß er die Souveräne zu der Versammlung einladen möge, einzugehcn. Der französischen Regierung soll das ^öcumenische Concil sehr im Kopf herumgehen. Reapel, 21. Juli. Das Stadtgespräch bildet wieder eine sehr erbauliche Entdeckung der Gerichte. Der gewesene Polizei-Jnspector Vercillo Odoardo ist verhaftet worden, als verdächtig der Theilnahme an einer Verbrechergesellschaft und der Mitschuld an einer ganzen Reihe von Diebstählen, Räubereien, Geldfäl- schunaen u. dergl. Als Polizei-Jnspector hatte der würdige Beamte seine Hauplthätigkeit darin entfaltet, daß er die ihm anvertrauten öffentlichen Acten unterschlug,, um die Schuldigen der Strafe zu entziehen. Es ist wohl zu hoffen, daß die Gerechtigkeit rücksichtslos gehandhabt und ein Exempel statuirt | werde, welches als heilsames Abschreckungsmittel die- I nen möge, und der entrüsteten öffentlichen Meinung zur Genugthuung gereichen könne. Berlin, 27. Juli. Die Verhandlungen über den Eintritt der beiden Mecklenbung in den Zoll- verein sink beendigt, nachdem zwischen den Bundes- rathsausschüssen und dem mecklenburgischen Bevollmächtigten eine Verständigung erzielt worden ist. Wien, 30. Jul. ~ meisten Hirtenbriefen der österreichischen Kirchenfürsten finden. Die Sprache in dieser Currenve des Erzbischofs ist eine würdige und gemäßigte, es findet sich in dem ganzen Schriftstücke auch nicht ein Punkt, der gegen Vie sanctionirten Gesetze oder unsere Regierung gerichtet wäre; er ermahnt ren Clerus sogar zur Gesetzmäßigkeit, und fordert namentlich die Pfarrer auf, bet Civilehen die Eintragung. in die Kirchenbücher nicht zu verweigern. Pesith. Arthur Görgey ist mit 4000 fl. jährlichen Gehaltes zum Director der Drasche'schen Ziegelei bestellt worden, nach der an ihn ergangenen Aufforderung, „sein reiches chemisches Wissen im In- kereffe der Unternehmung zu verwerthen." Paris. Der „Abenv-Moniteur" vom 24. c. führt in feiner politischen Wochenschau an, daß die meisten gesetzgebenden Versammlungen in Europa ihre Sessionen nunmehr geschloffen haben. Die französischen, englischen und italienischen Kammern werden in einigen Tagen schließen. Auf keiner Tribüne, bezeugt das officielle Organ, kam es zu aufreizenden Discus- sionen über die auswärtige Politik. Die öffentliche Meinung hat sich überall zu Gunsten ter Ideen der Mäßigung ausgesprochen, unv hat die Regierung in der friedlichen Aufgabe, welche das Ziel ihrer ge- genfeitigen Bemühungen ist, unterstützt. Paris, 26. Juli. Der Kaiser beabsichtigt Nancy, Metz und die anderen festen Plätze des östlichen Frank- reich- zu besuchen. — Im gesetzgebenden Körper war die Finanzverwaltung von Paris der Gegenstand hef- tiger Angriffe seitens der Opposition. Pieard verlangte Entfernung des Seinepräfekten Hausmann, wogegen Staatsminister Rouher die diesem Beamten gemachten Vorwürfe als Verleumdungen erklärt, worauf Pellelan den Minister selbst als Verleumder bezeichnet und dafür zur Ordnung gerufen wirt. Die Scene war sehr lebhaft, sogar cie Gallerten riefen den Rednern der Opposition Beifall zu unv wurden vom Präsidenten mit Räumung bevroht. — Nach französischen Blättern beabsichtigt Frankreich mit Holland unv Belgien einen Handelsvertrag zu schließen, der zugleich eine Allianz tn sich schließen würde, und Vte,e Staaten etwa in dasselbe Verhältniß bringen wurde, in welchem die norddeutschen Bundesstaaten zu Preußen stehen. Belgien uno Holland, neuerdings wi>t auch die Schweiz genannt, werden jevoch nach einer solchen Umgarnung wenig sehnsüchtig sein, und find auch die Schwierigkeiten zur Herstellung eines einheitlichen Handelsgebieks fast unübersteiglich. Die Sache wird also wohl auf sich beruhen; die Officio,en leugnen bereit, daß ein solcher Plan überhaupt bestanden habe. Die Sache ist besonders deß- halb interessant, weil sie zeigt, wie man von Frankreich >n Paris weilt, ist dahin gegangen, um dem Kaiser' ihr Lest zu klagen und um Hülfe z„ bitten. Die kleine Insel im indischen Meer, 5 JWeilen lang und 4 Meilen breit, war ihr ein- ffges Gut. Sie bewohnte einen kleinen Palast, um diese« herum lagen einige Moscheen, wenige arabische Häuser uni eine größere Zahl mit Makutistrob bedeckte Hütten nebst einem halbverfallenen Fort. Eines Tages erschien bei ihr ein französischer Geschäftsmann, Namens Lambert, und machte ihr den Vorschlag, ihm gegen annehmbare Bedingungen ein Stück Land zum Anbau von Zuckerrohr zu überlassen. Ein Contract wird aufgesetzt. Wer ihn aber nicht hielt, war die Königin Darüber beschwerte sich der Franzose bei dem Chef des französischen Geschwaders auf der Insel Bourbon. Dieser schickte zwei Schiffe nach Mohilla, die Königin zur Erfüllung ihres Contraets anzn- halten. Der Cvmmandant dieser Schiffe begab sich mit einigen Beamten in den Palast, wurde aber von der Sclaven mit der @r= klärung abgewiesen, daß die Königin keine Männer empfingen dürfe, und die Regierung an ihren 11 jährigen Sohn abgetreten habe, der den Vertrag mit Lambert nicht zu halten brauch-. Der Commandant ließ ihr sagen, wenn sie sich bis zum andern Tag nicht anders besinne, er die ganze Stadt in Trümmer schießen werde. Und so geschah es. Die Königin entfloh nach Zanzibar, fand im Harem des Sultans Schutz und bekam auch das nöthige Reisegeld nach Paris. Ob ihr aber die Reise etwas helfen wird, stehl dahin. Paris. Dem „Journal de DebatS" wird ans Rom geschrieben : „Ich weiß nicht, welche Wirkung die EinberufungS- | bulle des ökumenischen Coneils m der ganzen Welt gemacht ! hat. Was ich aber versichern kann, das ist, daß sie von dm Römern mit äußerster Gleichgültigkeit aufgenommen worden ist. Die Spaltung zwischen der Regierung und ihren Unterthanen ist so groß, daß diese den Acten jener gar keine Aufmerksamkeit schenken, wobei sie zwischen der geistlichen Autorität und der Staatsregierung keinen Unterschied machen. Paris. Der Herzog Ferdinand von Alencion, ein Sohn des Herzogs von Nemours, heiraihet in den nächsten Tag« die Prinzessin Therese von Baiern, eine Tochter des Prinzen Lniipold und einer toskanischen Erzherzogin. Der „Ganlois" macht darauf aufmerksam, daß durch diese Verbindung der Enkel des Königs Ludwig Philipp in ein nahes verwandtschaftliche« Verhältniß zu dem -.erzog von Modena, dem Grafen Chambord und den neapolitanischen Bourbonen tritt. In der That gilt der Herzog von Nemours schon seit lange für einen aufrichtigen Anbänger der Fusion, und er pflegt alljährlich einmal dem Grafen von Ehambord in Frohsdorf seine Aufwartung ju machen. London, 21. Juli. Als Curiosum sei erwähnt, daß heute hier die erste Ladung frischen Hopfens zum Verkaufe kam. Ein Faktum, welches feit Menschengedenken nicht an einem so frühen Tage passtrt sein soll. Florenz, 10. Juli. Garibaldi ist in sehr übler Stimmung. Außer dem allgemeinen Mißbehagen über die augenblickliche Lage der Dinge in Italien drückt es ihn besonders, daß man die jetzt stattfindenden geheimen Anwerbungen von Freiwilligen ihm und seinen Freunden zuschreibt, während er behauptet, daß dieselben im Auftrage der dentalen Partei stattfänden. In der That ist eine Anzahl dieser Angeworbenen nach Rom gesandt worden. Aber trotzdem ist der General von der Absicht, die ihm viele französische und deutsche Blätter zuschreiben , nach Amerika auszuwandern, sehr weit entfernt, vielmehr hat er die Hoffnung, seinem Vaterlande noch einmal nützlich sein zu können, keineswegs aufgegeben. Neapel, 12. Juli, Im Juni haben wir hier 18 Regentage gehabt; sehr heftige Gewitter richteten manchen Schaden an; die ältesten Einwohner wissen sich eines so regnerischen und kalten Junimonates nicht zu erinnern. Seit Anfang dieses Monats ist der Regen nicht so häufig, und nur drei oder vier Gewitter mit etwas Hagel gab eS. Die Lust ist ziemlich kühl, der Himmel öfter bewölkt. I len Tausenden von Zuschauern entlang der imposanten Rin^a und der Jägerzeil bi« in den grünen Prater, die Sch allen Gauen des deutschen Vaterlandes begrüßt von den r* mischen Zurufen der begeisterten Wiener! Am Schwarza'' platze übergab der Präsident de« SchützenbundeS, Schröd,, ck Bundesfahne an die Stadt Wien. Bürgermeister sprach, diese Fahne redlich zu hüten als das Symbol d uta?' Eintracht. Das Ziel, welches erreicht werden solle c.j » Friede zwischen den einzelnen Volksstämmen, Friede Rech, 111 gesetzliche Freiheit sei die Losung, die uns vereine Schützenbankette begrüßte der Präsident des SentralcomU? Kopp, die Gäste. Er betonte die Zusammengehörigkeit ’ reich« und Deutschlands und brachte ein Hoch auf das beuta Streben nach Recht und Freiheit ans. Wallau aus sm- brachte ein Hoch auf den Kaiser aus, welcher das heitsbanner auf der Hofburg aufpflanzte. Minister brachte unter stürmischem Jubel ein Hoch auf das den« Volk in allen seinen Stämmen aus. Bürgermeister st.,», begrüßte die Schützen Namens der Bürger Wiens Mi - niaier au- Heidelberg brachte ein Hoch der constitutione^ Regierung Oesterreichs. Minister Giskra dankte. Das M Ministerium habe die Regierung in der Uebeneugunq S ' nomme», Oesterreich werde ein Riese werden, wenn die Feff.i gelöst, welche Unverstand und unglückselige Verträge ibm I schlagen haben. Im Fortschritte werde Oesterreich erfla-f» Bürgermeister Zelinka erscheint neben dem Minister- h,> trinfen auf das intelligente vom Kaiser getragene Bürgert!,»» ffabndu« au« gtantfurt «. M. brachte ein Ho» auf C österreichische Abgeordnetenhaus aus. Vicepräfident HM dankte. Während des Festbanketts langten zahlreiche wniischfelegramme an, darunter eine« vom Reichskanzler » Beust und ein anderes vom Herzoge von Coburg. ' 1 Baden. Die Bewegung wegen Aufhebung der CoM. sionSschulen nimmt zu. Außer Baden, Neuenheim und Leim, hat sich nun auch die Mehrzahl der Bürgerschaft von Off,» burg, Lahr und Konstanz für den Plan ausgesprochen " Baiern. Am 20. Juni begann vor dem Münch,,,, Schwurgericht die Verhandlung gegen die 33 Bursche w«, bet der Controleversammlung in Traunstein am 28 M-m bi, bekannten Erceffe vollführten. Die Verhandlungen endeten « 23. mit der Vernrtheilung von vierzelm Angeklagten wem Ausstandsverbrechen zu 4y4 Jahr Zuchthaus, einer «hielt t gen desgleichen und Körperverletzung mit tödtüchem EM-« Jahre Zuchthaus. Achtzehn Angeklagte erhielten wegen b,i Vergehens des Aufstandes 2‘/z Monat Geftmgiiiß metfainl unb wurde ihnen die Untersuchungshaft als Strafe angerechii,, — Im Bahnhof zu Würzburg wurde in der Nacht des 20 ein Individuum ergriffen, das 4 Weichen in eine faltet Stellung gebracht hatte.