Preis vierteljährlich 36 kr mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 51 kr. «Mr Mager. Erscheint wöchentlich tret- mal: Dienstags, Donnerstags und Samstags. — Expedition: Canzleiberu At. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Areis Kießm Nr. 78. Dienstag den 30. Juni Brodpreife: 4 Pfund gemischtes Brod 20 kr. 4 Pfund Roggenbrod 17 kr. €3s~ Einladung muh Abonnement, Mit dem 1. Juli beginnt ein neues ^jähriges Abonnement auf den Gietzener Anzeiger. Derselbe erscheint wöchentlich dreimal, Dienstags, Donnerstags und Samstags, und kostet in Gießen vierteljährlich 36 Kreuzer frei in's Haus geliefert. — Für auswärtige Abonnenten, welche nur bei der Post oder den Landpostboten abonntren können, beträgt der ^jährige Äbonnementsvrcis 51 Kremer incl Postaufschlags. 9 Der „Anzeiger" wird auch wie seither, außer den Anzeigen, eine gedrängte Ucbersicht der wissens- werthesten Tagesbegebenheiten bringen, ferner seine besondere Aufmerksamkeit den localen, provinziellen und Landesinteressen widmen und in einem Feuilleton interessante und spannende Novellen, Miscellen und Aufsätze von allgemeinem Interesse seinen Lesern darbieten. Da llur durch eine starke Betheiligung am Abonnement die Möglichkeit gegeben ist, dem Blatte die Ausdehnung zu geben, welche der manchmal vorliegende Stoff nöthig macht, so verbinden wir hiermit die Bitte, sich recht zahlreich beim Abonnement betheiligen zu wollen. Die auswärtige» Abonnenten machen wir -arauf aufmerksam, daß nur dann vollzählige Nummern -eS Blattes geliefert werden können, wenn sie schon jetzt bei -er Poft ihr Abonnement erneuern. Den Abonnenten in der Stadt Gießen werden wir, wenn vorher keine ausdrückliche Abbestellung erfolgt, das Blatt auch im m. Quartal 1868 zusenden und den Abonnementbetrag wie seither durch Quittung er- heben lapen. Die Expedition -es Gießener Anzeigers. Amtliche Bekanntmachungen. Das Bundes-Gesetzblatt des Nottdeutschen Lundes Nr. 19, ausgeqeben am 23. Juni 1868, enthält: r. • Q?r’ 116.) Gesetz, betr. die Bewilligung von lebenslänglichen Pensionen und Unterstützungen der Offiziere und oberen Militärbeamten der vormaligen SchleSwia-üol- stemischcn Armee, sowie an deren Wittwen und Waisen. Vom 14. Juni 1868. (Nr. 117.) Gesetz, betr. die Verwaltung der nach Maßgabe des Gesetzes vom 9. November 1867 aufzunehmenden Bundesanleihe. Vom 19. Juni 1868. ( Nr. 118.) Allerhöchster Erlaß vom 10. Juni 1868, betr. die Aufhebung der Ober-Postdirection in Stralsund und die Vereinigung des Geschäftskreiscs derselben mit demzemgen an der Ober-Postdirection in Stettin. „ „ , (Nr-119.) Bekanntmachung, die Ernennung von General-Consuln, bezw. Konsuln und Viceconsuln des Norddeutschen Bundes in Riga, Odessa, Archanael. Uleabora. Ny Karleby, Wcfia, Chrlstmestadt, Björneborg, Abo, Helsingfors, Ebenäs, Borgo, Wiborg, Narva, Reval, Pernau, Windau, Libau, Berdjansk, Rostoff, Tiflis, Moskau, Kronstadt, Kertsch, Marwupol und Taganrog. ' ' (Nr. 120.) Die Ertheilung des Exequatur Namens des Norddeutschen Bundes an den Kaiserl Russischen General-Consul in Danzig. Gießen, den 29. Juni 1868. Großherzogliches Kreisamt Gießen. In Verhinderung des KreiSraths: Kckulä, Kreisasscfsor. Mr. jJt. ®. 3189. Garßen, am 26. Juni 1868. Betreffend : Die ordentliche Truppenerganzung in 1868, insbesondere die zum Erstmarschiren bestimmten, sowie die im Jahre 1867 gemusterten re. aber nicht erschienenen Leute. Das Groß herzogliche Krrisamt Gießen an die Großherzoglichm Bürgermeistereien Alten-Vuseck, Beuern, Burkhardsfelden, Daubr nflen, Ettingshausen, Gießen, Groüen- Buseck, Großen-Linden, Hattenrod, Hausen, Lang-GönS, Mainzlar, Münster, Ober-B'sstng n, Oppenrod, Treis a d. Vbfl. und Wieseck Wir sehen Ihren pflichtmäßigen Berichten binnen acht Tagen darüber entgegen, ob die nachstehend verzeichneten Militärpflichtigen gegenwärtig Vermögen besitzen, oder künftig solches zu erwarten haben- In Verhinderung des Krcisraths: K e k u l 6, Kreisassessor. 1) E--M. Hofmann, Heinrich, zu Alten-Buscck, 24) E.-M. Albach, Heinrich, zu Hattenrod, 2) „ Conrad, Heinrich, zu Beuern, 25) Braun, Heinrich, daselbst, 3) „ Stein, A- Marg. Todt Sohn, Philipp, daselbst, 26) Schäfer, Heinrich, daselbst, 4) » Albach, Theodor Daniel, zu Daubringen, 27) Sehrt, Heinrich, daselbst, 5) H Albach, Johannes, zu Ettingshausen, Müller, Johannes, daselbst, 28) Walp, Peter, daselbst, 6) „ 29) ff Deru, Heinrich, zu Hausen, 0 ti Stühler, Georg, daselbst, 30) ff Eckhardt, Anton Karl, zu Lang-Göns, 8) » Appel, Karl Rudolph, zu Gießen, 31) ff Hceb, Joh. Konrad, daselbst, Katz, Josel, daselbst, d) „ Haminel, Heinrich Ludwig, daselbst, 32) 10) „ Heß, Heinrich Philipp Gustav, daselbst, 33) ff Klingelhöfer, Kaspar, zu Mainzlar, 11) V Petri, Jean Karl, daselbst, 34) Hofmeister, Heinrich, zu Münster, 12) „ Neuling, Franz Emil Friedrich, daselbst, 35) Parr, Joh. Georg, zu Obcr-Besfingcn, 13) H Noll, Karl, daselbst, 36) ff Heibertshausen, Heinrich, zu Staufenberg, 14) „ Rothenberger, Jacob, daselbst, 37) Bergen, Wilhelm, zu Treis a. d. Lda., 15) „ Rühl, Adolph Wilhelm Heinrich Friedrich, daselbst, 38) Burgk, Joh. Martin, daselbst, 16) , Schneider, Konrad Theodor Heinrich, daselbst, 39) Fischer, Konrad, daselbst, 17) rf Stäub, Peter Franz Heinrich Eduard, daselbst, 40) Lcmp, Joh. Heinrich, daselbst, 18) „ Stollmer, Christian Heinrich Adolph Martin, daselbst, 41) Schäfer, Konrad, zu Wieseck, 19) „ 20) » Weißgerber, Wilhelm, daselbst, Freund, Konrad Ludwig, zu Großen-Buscck, 42) N Eimer, Heinrich Adolf Friedrich Ludwig, zu Großen-Linden (Zichungs-Nr. 168.) 21) ff Hofmann, Jacob, daselbst, 43) Habn, Andreas, zu Opppenrod (Zichungs-Nr- lo4.) 22) « Weber, Ludwig, daselbst, 44) Balser, Philipp Kaspar, daselbst (Ziehungs-Nr. 106.) 23) „ Weiß, Ludwig, daselbst, 45) N Brück, Joh. Philipp, zu Burkhardsfelden (Ziehungs.-Nr. 72.) Gießen, am 27. Juni 1868. Detreffmd: Das Kreis - Ersatz - Geschäft für 1868. Das Groß herzogliche Kreisamt Gießen an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. ffür die Militärpflichtigen, die bei der diesjährigen Musterung sich sistirt haben, theilen wir Ihnen Loosungsscheine rssp. Gestellungsatteste zur s^ortiaen Aushändigung an dieselben mit. Den Aiilitärpflichtigeu werden Sie dabei bemerken, daß die Scheine von ihnen sorgfältig aufbewahrt werden müssen, damit sie rm Stande sind, sich jederzeit über ihre Militär-Verhältnisse auszuweisen. , ., . , Die zur nächsten Musterung verwiesenen Milikärpflichtigen haben ihre Scheine b-, dieser zur Berichtigung vorzulegen. 0 In Verhinderung des Kreisratys: Kekuls, Kreisassessor. ________________________________________________ Bekanntmachung. Es wird hiermit zur öffentlichen Keuulniß gebracht, daß der Jahrmarkt zu Freienseeu nicht den 6. Juli d. I., wie in dem Land» kaleuder angegeben ist, sondern Donnerstag, den 6. August d. I. abgehalten wird. Schotten, den 24. Juni 1868. Großherzogliches Kreisamt Schotten. In Verhinderung des Kreisraths: Jost, Kreisasseffor. 4588) 76 240 179 Secret in Sachen »esondere Bekanntmachungen. O e s f e n l l i ch e Ladung. gärten, am Fluthgeaben, Acker auf dem Sandfeld, Feilgebotenes. 4576) Ein Handwägelche» ist zu verkaufen. Bei weine sagt die Exped. d. Bl. 4583) Cement, Viehsalz bei ________________Flick & Kröll. 4589) Wegen des an dem Vicinalweg nach Treis vorziu nehmenden Neubaues kann bie- er Weg bis auf Weiteres mit Fuhrwerk nicht passirt werden. Ein Nothweg ist zwar über die Wiesen angelegt worden, jedoch kann derselbe mit schwererem Fuhrwerk nicht befahren werden. Mainzlar, am 27. Juni 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Mainzlar. Vogel. 4578) Donnerstag den 2. Juli und den folgenden Tag, von Nachmittags 2 Uhr an, sollen in der Wohnung der Christine Loos in der Brandgasse die zu deren Nachlaß gehörenden Mobilien, bestehend in Bettung, Weißzeug, Möbeln, Haus- und Kuchenge- räthen, namentlich zwei goldenen Herren- Uhren, silbernen Löffeln u. s. w., öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 25. Juni 1868. Großherzogliches Ortsgcricht Gießen. Ebel. 1) der Ehefrau der Friedrich Caspari, Sophie Christine, geborne Sohl, 2) des Franz sohl, beide in Baltimore, Imploranten, wider den Eberhard Peter, geboren am 19. Dc- cembcr 1825, Sohn des Johannes Peter und dessen Ehefrau Elisabetha, geborne Sohl von hier, oder dessen etwaige Leibeserben, Jmploraten, wegen Einweisung in eine Erbschast. Von dem Nachlaß der am 28. November 1864 in Hanau verstorbenen Amalie Sohl, Johannes Sohl's Tochter von hier, wird dermalen noch Ein Dritttheil desselben als ruhende Erbschaft curatorisch verwaltet. Auf den Antrag der Imploranten werden die Jmploraten oder etwaige sonstige auf die Erbschaft berufene Miterben geladen, sich im Termin den 14. Juli d. I., Morgens 10 Uhr, Contumacirstunde, zu melden, widrigenfalls das ausschließliche Erbrecht den Imploranten auf gerichtliche Ueberweisung dieser Erbschaftsguote für festgestellt angesehen werden foU- Marburg, am 12. Mai 1868. König!. Amtsgericht, Abth. I- gez. Kehr. Begl. Textor. 4599) Donnerstag den 16. Juli l. I., Vormittags 10 Uhr, soll dahier die Lieferung von 25 Stück wollenen Bettteppichen, 280 Centner Rührer Steinkohlen, Fettschrot, 1. Qualität, durch Soumisston vergeben werden. Muster und Lieferungsbedingungen liegen auf unserem Bureau zur Einsicht offen. Marienschloß, den 26. Juni 1868. Großherzoglichc Landeszuchthaus-Direction. Knispel. 6lur Nr. 18/108 3O/S1 | Zupfeizeug in großer und geschmackvoller Auswahl, die Elle schon von 12 fr. an, sowie Borden- röcke, Beiderwand re- empfiehlt im Verkauf und Umtausch zu den billigsten Preisen L- Seibel, Neustadt. werden. Gießen, den 13. Juni 1868. Großherzogliches Ortsgcricht Gießen. Ebel. 4590) Die in den Treffer Domanial- und Mitgebrauchs-Waldnngcn abgehaltene Holz- versteigerung vom Heutigen ist genehmigt und sind die Abfuhrscheine hierüber vom 2. bis 16. Juli bei Großh. Rentamt Gießen einzulöseii. Die Ueberweisung des Holzes erfolgt Freitag den 3. Juli, Morgens um 6 Uhr. Treis a. d. Lda., den 26. Juni 1868. Großherzoglichc OberförstcreiTreis a. d. Lda. Amendt. OKlslr. Acker zwischen dem Wetzlarer Pfad und der Lahn, Acker in den Schwarzlachs- Die Bichpreisvertheilungen zu Alsfeld und Butzbach in 1868 betr. Sic diesjährigen ViehpreiSvertheilungen werden zu Alsfeld am 14. Juli und zu Butzbach am 16. Juli abgehalten werden; es werden auf jeder derselben 500 fl. zu Preisen und Wegvergüruugcn zur Verwendung kommen. Es können Preise erhalten: 1. Ausgezeichnete Fohlen, mit Ausnahme von Saugfohlen, und zwar: a. solche, die vom Bewerber aus eigener Stute gezüchtet worden smd, von 15 bis 25 fl., b. solche, die vom Bewerber gekauft, aufgezogen und mindestens em Jahr tm Besitze desselben sind, von 10 bis 20 fl. — Diejenigen Fohlen, von denen durch Bürgermeisterei-Bescheinigung nachgewiesen ist, daß sie bis zum Alter von 2'/- Jahren noch nicht einge,pannt worden Md, sollen unter sonst gleichen Verhältnissen jedesmal den Vorzug erhalten. 2. Zur Zucht taugliche, im Besitze von Privaten befindliche 1—2jahrtge Bullen, und zwar: a. wenn dieselben vom Bewerber aus eigener Kuh gezüchtigt sind, von 15 bis 25 fl., b. wenn dieselben vom Bewerber gekauft, aufgezogen und mindestens em Haches Jahr tm Besitze.desselben Md, von 10 bis 20 fl. 3. Die besten im Besitze von Gemeinden beflndlichen, nicht über 3 Jahre alten Zuchtbullen, von 10 bis lt> fl-, welche den Bullenhaltern zu Gute kommen sollen- 4. Rinder von 2-3 Jahren, die entweder sichtbar trächtig sind, oder erst kürzlich gekalbt haben, und zwar: a. solche, die vom Bewerber aus eigener Kuh gezüchtigt sind, von 15 bis 25 fl., und. b. solche, die vom Bewerber angekauft, aufgezogen und mindestens em halbes Jahr tm Besitze desselben sind, von 10 20 fl. ö^nSS^ Bezüchich^diestr muß das Schurgewicht von letzter Schur angegeben weichen; auch wird bei der Prämiirung Rück- sicht darauf genommen, ob die Böcke Reinvieh oder Schmeervieh sind, und wird bei sonst gleichen Verhältnissen dem Reinvieh der Vorzug gegeben werden. . nut Dara“rä°u^tj4n,ei'nc rciner englitocr oder englischer Bastardracen jeden Geschlechtes und mindestens */8 Jahr alt, die aus dem Bewerber e-genthumlich gehöriger Zucht- ,au ger°ge^1t^von^o^s 10 fll^ich prämiirt werden. Eigenthümer von solchem, denen wegen zu starker Concurreuz eine Prämie nicht zuerkannt werden konnte, erhalten auf Verlangen, wenn sie 2 Stunden und weiter hergekommen sind, eine Wegentschadlguiig von 24 fr. für emen Bullen, und von 12 kr- für em Fohlen, ein Rind, einen Bock oder ein Loos von mehreren Böcken, und ein Schwein oder ein Loos von mehreren Schweinen für jede Stunde Wegentfernung. Alle Bewerb^erbhaben^e?ch^einiMngen^(auf's^ Papier) darüber beizubringen, daß das zur Preisbewerbung vorgeführte Thier den in ber po». 1 bis 6 incl. angegebenen Anforderungen entspricht, widrigenfalls sie bei der Prämiirung nicht berücksichtigt werden können- Die Prernbewerbung ist für alle Kreise der Provinz Oberhesten frei und an beinen Bezirk gebundem — Thiere, welche bei einer früheren Preisvertheilung bereits einen Preis erhalten haben, können auf einen weiteren Preis nicht mehr Anspruch machen- — ■ Rindvieh wird durch die betreffenden Experten in 3 Abtheilungen ausgestellt werden. Diese sind: I. Schweizer, Englische und größere Ntederungsschlage, II. Vogelsberger Vieh und Die einer d'btbeilnna ana-böriaen Tbiere^oneumren^unter sich um Prämien, und cs bleibt den Experten überlassen, die vorräthigen Mittel aus die einzelnen 8tb: taS? der preiswürdigen Thiere'zu vertheilen, ein erster.Preis: aber soll in jede Abtheiluug fallen, in,osenr ein wirklich vrASwmdi. es Tbier n derselben vorgAührt ist; die Abcheilung, in die die Glocke mit Halsband entfallt, wird bei der Vertheilung der Preise zuerst vorgcfuhrt- - . iüie Werten Zen "om ieä äJtooiniiatoetetaä ernannt, und zwar drei für Prämierung von Fohlen, Schafbocken und Schwemm, drei für die von Bullen und dxn fürdie vonRmdern-- Schafböcke und Schweine 150 fl, für Bullen 150 fl. und für Rinder 200 fl. verwendet werden; Ausnahmen hiervon sind den Erverten nach dem Maaße der Be chickung der eMzelnen Abtheilungen gestattet, unb Ueberschusse aus einer Kategorie tonnen m die andere übertragen werden. M SMMWW - ** Sgfr Versteigerungen. 4587) Dienstag den 28. Juli, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf hiesigem Rathhause die Grundstücke des Christian Petri II-, als: Arbeitsversteigerung. 4594) Freitag den 3. Juli, Vormittags 10 Uhr, wird aus hiesiger Bürgermeisterei die Weißbinderarbeit an dem Schulhause, veranschlagt zu 97 fl. 30 kr- öffentlich ivenigstnehmend m Akkord gegeben. Bersrod, am 29. Juni 1868. Großherzoglichc Bürgermeisterei Bersrod. K A. L- Hahn, Bezirksbauaiffseher. 4593) Samstag den 4. Juli d. I, Nachmittags 1 Uhr, sollen auf dahiesiger Bürgermeisterei fol- gelide Arbeitm öffentlich versteigert werden, nämlich: Maurerarbeit, veranschlagt zu 130 fl. Weißbinderarbeit, „ „ 10 „ Anfertigung von 20 Stück lederner Feuereimer, veranschlagt zu.......100 „ Wieseck, den 27- Juni 1868. Großherzoglichc Bürgermeisterei Wieseck- Lang. ti/32U-33 ------ . - r. . ■ , nochmals, öffentlich meistbietend versteigert 4580) Ein kleines CH ätschen, Halbverdeck, ist billig zu verkaufen. Schmied Unverzagt- 4497) Drahtgewebe und Drahtgeflechte, sowie Speiseschränke, werden bestens angefertigt bei M- Weißbäcker, Siebmacher- 4592) Eine Chaise und ein Wagen sind zu verkaufm bei H. M. Jughard, Marktstraße Lit- D- Nr- 219. 4607) Rapsstroh und Rapsschoten bei Theodor Wortmann- 4602) Frische Sendung feiner Matjeo- Häringe vei Fr. Bieler, am Kreuz- Blech-Ginmach-Büchsen neuester Construetion, mit doppeltem hermetischem Verschluß, empfiehlt in verschiedenen Größen (4600) Wiih. Orbig, Ncuenbäucn 85. 4810) Ein Haufen Mist ist zu verkaufen. Bei wein '< sagt die Exped. d- Bltts- 4608) Reue Häringe bei Karl Hoffmann. CO eo Dazu Westen zu 2 fl., Zl/2 bis 3 fl. 30 fr. Schützenjoppen zu 5 fl., 5y2 fl- bis 6 fl. 30 fr. Arbeitshofen in größter Auswahl zu 1 fl. 45 fr., 1 fl. 54 fr. bis 2 fl. 30 fr. Große Auswahl Leinen- und Lüfterröcke zu sehr billigen Preisen. . Der Berkaus dauert nur während der zwei Markttage im Gasthof „Zum Einhorn" Zimmer 16, A. Scheuer aus Frankfurt a/M. . .....if fertiger Herren-M-er. iW" Nur während der zwei Markttage im Gasthof „Zum Einhorn", 1 Stiege hoch, Zimmer Nr. 16, bietet sich den Herren in Gießen, und Umgegend Gelegenheit, die feinsten und elegantesten Herrenkleider zu nachstehend außergewöhnlich billigen aber festen Preisen einzukaufen : Große Auswahl Sommer-Ueberzieher von 12 fl. an bis 18 fl. Feinste Buckskin - Anzüge zu 14, 16 y2, 18 bis 24 fl., Jaguets und englische Säcke zu 7f/2, 9, 12 bis 16 fl.; schwarze Tuchröcke zu 12, 14*/2, 16 bis 18 fl.; schwarze Hofen von 4y2 fl. an bis 8y2 fl.; Buckskin» Hofen in allen nur möglichen Stoffen und Farben zu 5 fl. 30 fr., 6 fl. 30 fr., 7 fl. 30 fr. bis 8 fl. 30 fr. 4575) Preis - Veränderung. Wir beehren uns ergebens! anzuzeigen, dass vom 1. Juli 1. J. an unsere Fabrikate Commis - Gesuch. 4601) In ein hiesiges Geschäft wird ein Commis gesucht. Offerten sind schriftlich bei der Exped. d. Bltts. unter Nr. 4601 abzugeben. zu nachstehenden Preisen verkauft werden : lOO/i (.sog. grosse) Flaschen ä fl. 30 kl*, i Selters- und Sodawasser 100/2 ( halbe) ,, ä 5 „ 45 „ ) ohne Glas netto. y, (sog. grosse) Flasche Selters- und Sodawasser mit Flasche h 10 kr. y2 ( n halbe) „ ,, ,, „ ,, a 8 ,, Deere V» Flaschen nehmen wir a Stück mit 4 kr. j franc0 hier ,, Va ,, ,, V) V) *)*) „ ® „ > zurück. Für Heilwasser etc. bleiben die Preise unverändert. Ausführlichere Preisverzeichnisse werden bereitwilligst franco versendet. Giessen, im Juni 1868. / Mineralwasser - Anstalt Giessener Mineralwasser - Fabrik von Ur. A. Mettenheimer. (Witte, Gossi «fe Mayer). 4567) Altes Zeitungspapier kauft I. Rothenberger, Lindenplatz. Kirschenmarkt. 4573) Mittwoch den 1. Juli: Tanzmusik im Promenadehaus. Th. Lony. I Die Lungenschwindsucht wird naturgemäß, ohne innerliche Me- dicamente geheilt. Adresse: Dr. H. Rottmann in Mannheim. (Gegenseitig franco.) 4597) In allen vorkommenden Handarbeiten als: Weißzeugnähen, Flicken^ Putzen, Waschen rc. empfiehlt sich einem geehrten hiesigen Publikum auf's Angelegentlichste Kath. Furkel, geb. Ochs, Neuenweg. Wohlassortirtes Lager aller Sorten 8 Schwarzw. Uhren. Uhren -Fournitm kn - Handlung von Georg Schaefer, en gros. Giessen, en gros. B r a n d g a s s e. (4585) 1 — E •< Ä e-*- 2 jeqo'euijqQ jnj 29 oSnezsrjeM B e r nr i e t h u n g e u. 4611) Ein Logis, bestehend aus 4 Slu- ben, 2 Kammern, Küche, Keller und Holzstall, nebst Mitgcbrauch der Waschküche, ist zu vermiethen und am 1. September d. I. zu beziehen bei Balth. Lenz, (Restauration zur Erholung.) 4591) Ein schön möblirtes Zimmer mit Cabinet ist zu vermiethen. Auch fann ein Pferdestall dazu abgegeben werden. Näheres bet der Erped. d. Bltts. 4606) Ein möblirtes Zimmer ist zu ver- inisthcn bei Earl Wallenfels I., am Asterweg. 4571) Ein möblirtes Zimmer ist zu vermiethen bei I. Loth, Brandgnsse. 4568) Das von Herrn C. Pietsch (Dienstmann - Institut) seither bewohnte Logis ist anderweit zu vermiethen und am 11. August zu beziehen. F. Fürst. 4574) Ein möblirtes Zimmer mit zwei Cabinet- ten, für einen Offizier passend, ist zu vermiethen. Zu erfragen bei der Erpedition dieses Blattes. 4603) Ein möblirtes Stübchen ist zu vermiethen bei C- Hohmeier, Katharinengasse. 4572) Kirchenplatz Nr- 23 im 3- Stock ist ein möblirtes Zimmer zu vermiethen. 4576) Ein Zimmer mit Cabinet und ein einzelnes Zimmer, beide möblirt, sind für nächstes Semester zu vermiethen. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 4579) Zwei möblirte Zimmer sind zu vermiethen bei C. W. Dietz, am Markt. 4595) Aus den Sandkauten am Schif- enberger.Weg darf im Sommer nur von Morgens 6 bis Abends 7 und im Winter nur von Morgens 8 bis Nachmittags 4 Uhr Sand abgefahren werden- Wer außer die- er Zeit Sand abfährt, hat die gesetzliche Strafe zu erwarten. 4612) Ein Medaillon mit Bild ist verloren worden und wird der redliche Finder gebeten, dasselbe gegen eine gute Belohnung bei der Exped. d. Bltts abzugeben. 4604) Nr. 189 hat den Fußteppich, Nr. 211 die Wandtasche und Nr. 137 ein Paar Pantoffeln gewonnen. Blitz, Polizcidicner. Agenten-Gesuch. 4596) Wir suchen für diese Stadt und Umgegend einen tüchtigen Agenten, der sich mit dem Verkaufe unserer Sicgelmarkcn und Gravirarbeitcn gegen hohe Provision ordentlich befassen kann. Es läßt sich damit bei einigem Fleiße viel Geld verdienen und wollen sich Bewerber mit Angabe guter Referenzen brieflich melden bei Kaltfchmidt 8$ Seid, Siegelmarkenfabrik, Gravir- und Guillochir- anstalt, Leipzig. g Providentia. Frankfurter V er sich erungs-Gesellschaft. Begebenes Grundkapital: fl. 8,000,000. Die Providentia schließt gegen mäßige und feste Prämien: a. Versicherungen gegen Fenersgefahr auf bewegliche Gegenstände aller Art, alS: Mobilien, Waarcn, Maschinen, Fabrikgcräthschastcn, Vieh, Erndtc-Erreugnissc, Nckcrgeräthc u. s. w-, b. Versicherungen auf das menschliche Leben zur Versorgung der Angehörigen, eigenen Sicherstellung für das Alter, zu Ausstattungen von Kindern, als: Leibrenten, Wittmcnpeusioncn u- s- w. Jede nähere Auskunft wird gern und unentgeldlich ertheilt und werden Pro'pecte und Antragsformulare der Providentia verabreicht bei dem unterzeichneten Vertreter der Gesellschaft. Gießen, den 17. Juni 1868. Wusctzky. Kirschenmarkt zu Gießen. 4581) Mittwoch den 1. Juli wird der Große Kirschemnarkts - Ball im großen Leib'schen Saale abgehalten. Anfang 2 Uhr Nachmittags. Musik durch das Musik-Corps des 11. Jäger- Bataillons zu Marburg. Vermischte Anzeigen. Merheslische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde. 4598) Generalversammlung Samstag den 4. Juli, Morgens 10 Uhr, auf dem Teichhause bei Nauheim, wozu alle Mitglieder der Gesellschaft und Freunde der Naturwissenschaften eingeladen werden. Nach der Sitzung allgemeines Mittagessen. | Auswanderer nach Amerika befördert wöchentlich vermittelst Dampf- und Segelschiffen bei reeller und billigster Bedienung I. M. Schulhof, am Rathhaus. Durch langjährigen Aufenthalt in Amerifa bin ich im Stande, jedem Auswanderer die beste Auskunft zu ertheilen. !!! GeschästS-Eröffmmg!!! 1510) Unterzeichneter erlaubt sich hiermit erflebeuft anzuzeigen, baß er auf hiesigem Platze ein Paykllan- A- Glttswaareu-, sowie auch Galanterie- Z» Knrzwaaren - Geschäft errichtet hat. Agenten-Gesuch. i503) Zum Einsammeln von getragenen Handschuhen für eine Pariser Kunstfärberei wird ein Agent gesucht. Provision jährlich einige Hundert Frcs. ohne alles Risico, dabei stark vermehrter Ladenbesuch. Nur für offene Geschäfte mit Damen-Artikeln passend. Prosvecte einzusehen bei der Exped. d- Bl. 4546) Das Fertigen von 300,000 Feld- brandbackstcinen wird in Accord gegeben und können sich Uebernehnier bei dem Unterzeichneten melden. August Nauheimer. Durch reelle Bedienung und billige Preise hoffe lch mir das Wohlwollen meiner geehrten Abnehmer zu erwerben. Gießen, 20. Juni 1868. Achtungsvoll Karl Fuhr, Kirchenplatz, neben Herrn Conditor Lind. 4499) Einem geehrten Publikum hiermit die ergebenste Anzeige, daß ich meine Con- vitorei von dem Neuenweg auf den Seltersweg, in das von mir erkaufte vormals Becker'sche HauS, vis-a-vis der Löwengasse, verlegt habe. Robert Sattler. ä | Auswanderer v nach Amerika, sowie Guter erpedire ich zweimal wöchentlich durch die Post-Dampstchiffe über Bremen und Hamburg, bei reelster Behandlung billigst. Ehr. Wallenfels, jun. Pr. 11. Juli über Bremen 15 Rthlr., anstatt sonst 50 Rthlr. bei alsbaldiger Anmeldung. I Geschäfts - Anzeige! 1584) Dem geehrten Publtkum zur allgemeinen Nachricht, daß ich mein Geschäft in Frucht und Landesproducten im Nehmeyer'- schen Hause dahier eröffnet habe, und empfehle besonders gute Kocherbsen, Bohnen und Linsen, sowie schönes Vorschußmehl. Für reelle und prompte Bedienung werde ich stets besorgt sein. Markus Engel, in den Neuenbäuen Lit. B. Nr. 73. 4517) Den 5. und 6. Juli l. I. wird zu Lang-Göns das sechste Säugerfest des Land Särrgerbrmöes gefeiert, was wir hiermit zur öffentlichen Kenntniß bringeil und hierzu Freunde des Gesanges freundlichst einladen. Lang-Göns, den 11. Juni 1868. Das Fest-Comit^. Einladung zum Abonnement auf die in Darmstadt erscheinende Hessische Landes-Zeitung. Wir erlauben uns, hiermit zum Abonnement auf unser Blatt für das 3. Quartal einzuladen. Durch eine umfassende politische Uebersicht, durch Leitartikel von speeiell hessischem und allgemeinem Interesse, gute Correspondenzen, interessante Local-Notizen, Handels- und landwirthschastliche Nachrichten, sowie ein sorgfältig redigirtes Feuilleton, werden wir unseren Lesern so viel wie möglich Belehrendes und Unterhaltendes bieten. Die Tendenz der Zeitung ist eine entschieden freisinnige. Im demokratischen Sinne für die Wiedervereinigung des großen Vaterlandes wirkend, wird unser Blatt fortfahren, dem Leser ein genaues Bild der Tagesereignisse zu verschaffen. kM* Der Abonnementspreis für einen Monat beträgt für die hiesigen Einwohner und solche Interessenten, welche das Blatt direct von unserem Bureau beziehen, nur 20 kr., derjenige für ein Vierteljahr nur 1 fl. —- Auswärts, durch die Post bezogen, kostet das vierteljährige Abonnement nur 1 fl. 29 kr. — Man bestelle auswärts in dem Falle nur bei dem nächstgelegenen Post - Amte, daß ein directer Bezug, etwa durch Boten, nicht stattfinden kann oder beliebt wird. Darmstadt, im Juni 1868. Redaktion und Expedition. Ernst-Ludwig-Stratze 5. Abonttements-Gmladnng Mit dein 1. Juli beginnt ein neues Abonnement auf die Oberhessrfche Zeitung. Dieselbe erscheint an allen Wochentagen und bringt in Telegrammen sowohl wie in ihrer politischen Uebersicht die neuesten Nachrichten stets so rasch, wie die auswärtigen größeren Zeitungen, die sie jedoch durch ihren weitaus billigeren Preis übertrifft. ... .. . . " Die Oberhessische Zeitung wird in gleicher Richtung fortfahren, wichtigere Ereignisse und Zustände unseres Vaterlandes ju besprechen, deren freiheitliche Entwickelung und größere Einigung sie zu fördern bemüht ist. Hierbei wird sie der gewerblichen Entwickelung unserer Stadt und Provinz stete Aufmerksamkeit widmen und alle interessanten lokale» Nachrichten ans Stadt und Provinz, ans Nassau, Waldeck und den angrenzenden darmstädtischen Gebieten thunlichst rasch mittheilen. Neu erworbene kürzere Original-Erzählungen, Crimmalnovellen u. bergt m- werden mit vermischten Notizen allgemein anziehenden Inhaltes abwechseln. Der Abonnementspreis ist wie bisher nur IS Sgr. für das Quartal, frei ins HauS, auswärts mit dem üblichen Postaufschlag. Die auswärtigen resp. Leser ersuchen wir am gefällige sofortige Erneuerung des Abonnements bei den betreffenden Postanstalteii. Inserate finden bei der sich fortwährend ausdehnenden Verbreitung der Ober- hessischen Zeitung und ihrem gebildeten Leserkreise stets große Beachtung. Die dreispaltige Zeile wird mit 1 Sgr. berechnet und bei Jnsertionsabonnemems ein ansehnlicher Rabatt bewilligt. Marburg, den 25. Juni 1867. Die Expedition. Z Die Pariser Handschuhsarberei ist die billigste Art, stets elegante Handschuhe zu tragen. Die alten Handschuhe werden in fünfzehn Farben ächt und wie ne« gefärbt, und ist nur etwas theuerer wie Waschen. L. Kattrein. Telegraphische Schiffsberichte, mitgetheilt von Ehr- Wallenfels jun. Angekommen in Neiv-?jork r Das Hamburger Post-Dampffchiff Bavaria. Reisedauer .12 T. Börseiinachrichteu. 27. Juni 1868. Preuss. 4/4 Hess. 4O/o Obi. b. Roths. 89% „ 3>/?/o do. do. 85>/z Bayer. 5% Obi. 1017/s „ 4Vs°/o 1jährige 95>/2 „ 4,2 Darmst. Bankact. 232 Prioritäten. 5% östr. F. St. E. B. 2671/2 Ludwigsh .-Bexbach 156 Maxbahn 107 •/< Bayer. Ostbahn 125*/g Hess. Ludwigsbahn 1323/j 30/0 östr. Stsb.-Prior. 521/4 3% östr. s. Lombard. 44 3% Livorneser 31 */2 Toscaner 46 Frankf. Hypoth.-Bank — Frankf. "Vereins-Kasse — 50/0 Elisabeth-Prior. 743/4 do. II. Emiss. 73% AnlelienMloose. Kurh. 40 Thlr. Loose 54l/t Nassau fl. 25 b. Roth. 35;>/g Gr. Hess. fl. 50 b. R. 1471/4 Gr. Hess. fl. 25 b. R. 38% 40/0 bayr. Präm. Anl. 1013/4 40/0 badische Loose 99 Badische fl. 35 Loose 511 4 1858r Prioritätsloose 138% 1860r Loose 73 */g 1864r „ 91y2 Wechsel. Amsterd. k. S. 1001/4 Augsb. k. 8. 100 Berlin k. 8. 1047/g Bremen k. 8. 98*/g Cöln k. 8. 1043/4 Hamburg k. 8. 883/, Leipzig k. 8. 105 London k. 8. 1193/, Lyon k. 8. — Paris k. 8. 943/4 Wien k. 8. 1023/, Disc.onto 30/0 Q. Cieldsorten. Pr. Gass. Sch. 1 44’/6-45*/, Div. Cass.-A. — Pr. Friedrdor. 9 57i/2-58I/j Pistolen . . 9 48-50 „ doppelte 9 49-51 Holl. fl. 10 St. 9 54-56 Ducaten . . 5 38-40 20 Frankenst. 9 27-1/2281/2 Engi. Souver. 11 54-58 Russ. Iniper. 9 49-51 Doll, in Gold 2 27‘/,-28V, Zweites Concert des Concert - Vereins im Sommer-Semester. 2 5. Juni. Heute ist Beethoven munter! In der Jntroduction hat er sich noch einmal ausgesprochen über das Elend und die Richtigkeit der gewöhnlichen Welt, die besser gar nicht da wäre: dann aber setzt er sich mit kühnem Schwung darüber hinaus und überläßt sich ganz der Freude. Worüber freute er sich denn? Ei! lieber Gottes freie Natur, über den blauen Himmel und die grüne Erde; über jedes vergnügte Gesicht; endlich über sich selbst, daß er sich selbst hat, an seinem eigenen Leben genug hat »nd sich über alles Ungemach erheben kann. Man sieht ja, wie er in den ersten Takten des Allegro piano innerlich jubelt, mit dem ganzen Gesicht lacht; und daun laut dem drängenden, nicht mehr bedrängten Herzen Luft macht. Aber wir würden nicht zu Ende kommen, wollten wir fortfahren mit unseren Phantasien die ganze Symphonie zu verfolgen. Der Leser mag sie, jeder iu seiner Art fortspinnen. Das ist ja gerade ein Vorzug der Musik, daß jeder dabei seinen eigenen Luftgebilden Raum geben kann. Die Stimmung hat freilich der Tondichter vorgezeichnet, aber wenn man sich darin ihm anvertraut, ihm darin willig folgt — die Illustrationen kann jeder Hörer nach seiner Weise dazu liefern. Im ersten Saß konnten die Basse das Thema gar nicht zur Geltung bringen. Durch Unreinheit ganz verfehlt war der Ueber- ganz nach Fis. In Bezug auf die Ausführung war der Anfang des Adagio das Allerbeste. Feierlich-stille Andacht herrscht in der Tiefe des Herzens. Im Menuett darf wieder die Laune ihr Spiel treiben. Das gemüthliche Trio hat mehr idyllischen Charakter, der sich auch sonst noch au einigen Stellen bemerkbar macht, z. B. in dem Thema der sich ablösenden Blasinstrumente des ersten Satzes. Man könnte darin die Vorklänge der Pastorale hören. In dem übersprudelnden Finale hätten die Cello, und Baßsigurm namentlich deutlicher sein können. Neber- Haupt vermißt man noch eine gewisse Sicherheit, die jeder Note den rechten Platz anweist, auf dem sie sagen kann: Da steh' ich! Im Ganzen klingen diejenigen Stellen immer am schönsten, in denen die Holzbläser die Melodie haben und der Streicherchor zurücktritt. Dagegen wo dieser hineinfeuern sollte, da fehlt ihm die Tonfülle und somit auch die Kraft. Die Discretion, mit welcher die folgende Arie: „Beglückte Heerde" von I. S. Bach begleitet wurde, muß um so mehr anerkannt werden, als es für ein so zusammengesetztes Orchester sehr schwer ist, sich in den Altmeister zu finden. Auch das Publikum muß immer näher mit ihm bekannt werden, um ihn würdigen und lieben zu lernen. Wer ihm aber mit offenem Herzen entgegen kommt, sich recht lebhaft in seine ernst-heitere Weit versetzt, der wird nicht unbelohnt bleiben; denn er findet eine unversiegbare Quelle innerer Wärme und Freudigkeit in ihm. Die Sängerin bewies durch ihren ausdrucksvollen Vortrag, daß sie ans dieser Quelle schon reichlich geschöpft hat. Ein etwas lebhafteres Tempo hätte die Wirkung des Gesanges sicher noch erhöht; denn sie ist so innig und hingcbend vom Komponisten gedacht, daß sie unwiderstehlich mit sich fortreißt Offenbar hielten strategische Rücksichten davon ab. Ganz heterogen reihte sicheln wenig gehaltvolles Concert für das Cello an. Hr. Lübeck hat einen kräftigen, beißenden Strich; für die Cantilene ist sein Ton jedoch zu herb. In den halsbrechenden Passagen, Octavengängen, Flageoletttönen u. dgl. konnte er seine Virtuosität tüchtig zur Geltung "bringen; er zeigte and) eine bewunderungswürdige Fertigkeit, die den Hornissen' so zu verblüffen schien, daß ihm nachher im Adagio Hören und Sehen verging, was natürlich die entsprechende Wirkung auf den geneigten Zuhörer ausübte. Herrn Lübeck's Vortrag ließ nnS heute kalt; wahrscheinlich war seine sichtliche Indisposition daran Schuld. Aus demselben Grunde mag auch die Bach'sche Sarabande weggefallen sein. Göthe's Erlkönig, die ewig junge ErstlingScamposition des deutschen Liederfürsten, wurde, von ausgezeichneter Begleitung unterstützt, mit dem nöthigen Feuer und dramatischen Leben vorgetragen. Die Angstrufe des Knaben gingen durch Mark und Bein. Alle Hörer waren im Innersten erschüttert. Er war die Krone des Abends, da er ohne Zweifel am meisten gezündet hat. Sollten wir eine so vortreffliche künstlerische Leistung noch bekritteln und den Mangel au durchgehender Egalität der Stimme hervorheben? Ich denke, eö ist besser sich zu freuen, daß die hiesige Stadt eine so tüchtige Stütze der wahre» Kunstpflege besitzt. Spontini's Ouvertüre zur Vestalin ist weder ein geniales Werk, noch wurde eS so aufgeführt. An Mozart'schen Styl wird man zwar erinnert, aber das innere Leben fehlt; über die Phrase hebt stch die Ouvertüre nicht weit hinaus. Mit Spannung sehen wir der Ausführung von Schumann's „Paradies" und „Peri" entgegen. H. (Hierzu eine Beilage.) Aeilage zu Ar. 76 des Kreiener Anzeigers. Feuilleton. Die Verschwörer von 1799. Roman von de Saint-Felix. (Fortsetzung) Der Bürger Director ergriff das Blättchen und las mit gierigen Augen die nachstehenden Zeilen, deren unklarer, abgerissener Inhalt ihn sehr zu beschäftigen schien: „Von Alex . . . nach Tou ... 14 oder 15 Tage Ueberfahrt. Von Tou . . . nach Paris fünf Tage mit der Post. Ich habe Zeit nach X. zu gehen. Wird H... mich sehen wollen? Wenn nicht, so werde ich mich tottschießen. — Personen, die ich vor meiner Abreise nach X- sprechen muß: Sieyös, Talleyrand, Rewbel, Recamir, Ouvrard, namentlich Lucian. — Von X aus Nachrichten über Carnot einziehen." — Aha! sagte der Director, indem er das Papier in seine Tasche schob. Liebe und Politik! Der Narr wird zu Allem capable sein. Er will Nachrichten über Carnot einziehen, der noch proscribirt ist; namentlich Lucian sprechen, der... ei, ei! und Sieyös gar, der mich verabscheut! Aber wer, zum Teufel, ist diese H..., für die er sich todtschießen will? Henriette, Helvise, Hortensia, Hono- rine . . . Der Teufel hole mich, ich kenne nicht eine Einzige, für die ich nur einen Tag meines Lebens aufopfcrn möchte! Dann fragte er mit lauter Stimme: Was that er nachher? — Sein bescheidenes Diner dauerte nichtSkestoweniger ziemlich lange. Ais er sortging — es war beinahe fünf Uhr — begab sich unser Offizier zu Lesage und St. Georges, den Kleiterkünstlern im Palais Royal. Dort blieb er zehn Minuten und versprach, um sieben Uhr wieder vorzusprechcn. Ein sehr schlecht gekleideter Quidam erwartete ihn an der Thür und gab ihm eine Rolle. Es war Silber, oder vielmehr Gold-- — Da sieht man, wie hoch man das Papiergeld schätzt! Und dieser Quidam? und der Offizier? — Sie trennten sich. — Und Ihr seid ihnen nicht gefolgt? — Meiner Seel', ich kann mich doch nicht zweitheilen! — Schon gut! Weiter! — Um halb sechs Uhr trat der Offizier in das ehemalige Cafs de la Re- gence, wo er in reichlichem Maße, nicht Thee mit Rum, sondern Kaffee mit sehr viel Citronensaft trank. — Limonade! Damit richtet man in aller Welt nichts aus. — Dort schrieb er zwei Briefe. — Ihr habt sie gelesen? — Ich war draußen vor dem Casö, aber ich hatte einen Agenten ganz in seine Nähe gesandt. Als er herauskam, sagte mir der Agent, daß einer der Briefe an den Bürger Montfort, Juwelier in Marseille, und der andere an den Bürger Bonifacio in Genua adrcssirt sei. — Gut! Zwei Briefe, die per Gelegenheit nach Kairo geschickt werden sollen. Man wird sie auf der Poft anhalten. Nachher? — Um acht ein halb Uhr kehrte ter Offizier zum Klciderhändler im Palais Royal zurück. Dort macht er jetzt seine Toilette, um sich hierher zu begeben. Er hat einen Wagen bestellt. Das ist Alles, Bürger Director. — Schön! Bleibt im Luxembourg und fahrt fort, ihm zu folgen. Der Agent machte eine tiefe Verbeugung und entfernte sich aus dem Cabinet. Paul Franyois Jean Nicolas, Graf von Barras, aus der alten Familie dieses Namens, war in der Gegend von Bouc in der Provence am 21. Juni 1755 in einem Schlosse, nahe dem Meerbusen von Foy, geboren. Das Geschlecht dieser Familie war berühmt, man pflegte im Midi, wenn von den Barras die Rede war, sprüchwörtlich zu sagen: „alt wie die Felsen der Provence." Der Graf hatte in der königlichen Familie seine ersten Dienstjahre verbracht; er hatte mit Auszeichnung auf dem Geschwader Suffrens gedient. Später ging er zur Land - Armee über und die Revolution machte ihn zum Divisionsgeneral. Durch seinen vorzüglichen Geist, seine Bildung, seinen waghalsigen und zugleich ausdauernden Charakter hatte sich Barras inmitten der politischen Aufregungen jener großen Epoche einen bedeutenden Einfluß verschafft. Er wurde bald der intime Freund jener Männer, denen nach der Despotie des Convents die Gewalt in Vie Hänve gefallen war. Er hatte ein beträchtliches Vermögen in Gesellschaft hervorragender Persönlichkeiten durchgebracht, welche naturgemäß seine Freunde und Widersacher, aber zugleich seine Collegen wurden. Sicherlich war er ein höchst geistvoller und fähiger Kopf, dessen Mission eine herrliche hätte sein müssen, wenn er sie besser verstanden, oder vielmehr, wenn nickt wiloc Leidenschaft seine Gedanken und Pläne durchkreuzt hätte. Als Barras in den Besitz der Direktorial - Gewalt gelangte, verröchelte zu seinen Füßen Die schreckliche Macht der Diktatoren des Convents. Frankreich, das nach dem 9. Tberm dor endlich freier aniathmcte, hatte mit Enthusiasmus die Erhebung eines Mannes zum Staatslenker begrüßt, von dessen Mäßigung es sich eben so sehr, wie von seiner Fähigkeit überzeugt hielt. Man weiß, wie der neue Perckles — die Schmeichler hatten ihn so getauft — vor den Augen einer Republik, welche durch so viele Blutlachen gewandelt war, anfangs eine höchst geschickte Stellung einzunehmen verstand. Allein man weiß nicht minder, wie sich die Staatsgewalt unter den Händen des obersten Direktors corrump rte, wie er dieselbe am 18. Fructidor mißbrauchte und mit welcher beklagenswerthen Geschicklichkeit er bis zu dem Zeitpunkte, von welchem hier die Rede ist, nicht abließ, sie mehr und mehr zu entwürdigen. Jetzt, im Alter von vierundvierzig Jahren, war Barras noch immer ein Mann, dessen Gewohnheiten und Neigungen täglich von der Gluth der Leidenschaft zehrten. Barras brauchte zu seinem Leben Gold in reichstem Maße und Gold um jeden Preis. Er hatte demnach für seinen Theil nicht wenig dazu beigetragen, den finanziellen und sittlichen Zustand des Landes in jene lebensgefährliche und entsetzliche Verwirrung zu stürzen, aus welcher einzig ein unerbittliches militairisches und gesellschaftliches Universalgenie Frankreich erretten konnte. Aber kehren wir zu unserer Erzählung zurück. Wir gedenken hier ja nicht, t philosophische Geschichte des Directoriums zu schreiben. An dem Abend, von welchem wir reden, hatte sich der Bürger Barras sehr ernsten Betrachtungen hingegeben Seine Instinkt und seine Polizei — jeder Mann von Gewicht hatte damals seine eigene — hatten ihn aufmerksam gemacht, daß ein dem Dircctorium feindseliger Einfluß die öffentliche Meinung für sich zu gewinn!« anfange. Eine neue Macht schien sich wie ein junges Gestirn zu erheben, dessen Aufgang am politischen Horizont das Land erwartete. Dies Gestirn von glücklicher Vorbedeutung war der Siern des jungen Besiegers von Italien und Eroberers von Egypten. Bonaparte, welcher die Beys der Mame- luden gezüchtigt und zum Schaden Englands Frankreich seinen Einfluß in der Levante zurückgcgeben hatte; Bonaparte, schon so groß mit dreißig Jahren, schon so populär, so bewundert — war er nicht der gefährlichste Mann für das Di- rectorium, vielleicht gar für die Republik und die Freiheit? Und dachte nicht dieser junge General inmitten seiner Triumphe, dieser „Sultan des Feuers ', wie ihn die Araber und Türken selbst benannten, dachte er nicht heimlich daran, Kairo zu verlassen, um plötzlich unvermuthrt in Paris zu erscheinen und sich in einem Augenblicke allgemeiner Begeisterung der Obergewalt zu bemächtigen, um sich für immer mit derselben zu bekleiden? Für einen ehrgeizigen und herrschsüchtigen Mann wie Barras gab es hier in der That Stoff zum Nachdenken genug. Soeben hatte die Polizei verschiedene geheime Manöver entdeckt; sie hatte mancherlei Fäden von Lauipulver zu entdecken geglaubt — eine Mine konnte explodiren. Schon waren mehrere Offiziere der egyptischen Armee unter dem offiziellen Deckmantel von allerlei Missionen nach Paris zurückgckehrt. Alle verricthen eine elektrische Begeisterung für den General en Chef der lcvantisch.n Armee. Aber der zuletzt Angekommene, der Hauptmann Rcymond, erschien in einem kritischeren Momente, als je zuvor. Auch hatte sich das Auge von Barras nickst getauscht; dieser junge Mann, der nur das Aeußere eines glücklichen Soldaten zur Schau trug, besaß insgeheim verdächtige Eigenschaften, einen ausgezeichneten Geist, vielleicht gar eine vornehme gesellschaftliche Stellung. Reymonv war ohne Zweifel ein sehr demokratischer Name; aber diente derselbe nicht als Futteral für einen weit vornehmeren von erlauchtester Abkunft ? Wer gewährleistete Barras — dem Grafen Barras, der sich recht gut auf aristokratische Vorzüge verstand — daß nicht dieser Offizier der beglaubigte Unterhändler des großen Heerführers mit der reaktionären, immer noch mächtigen Partei, der Partei des französischen Adels, war? Daher hatte der Bürger Direktor nach reiflicher Ueberlegung beschlossen, das unbekannte Geheimniß, dessen Existenz er argwöhnte, zu erforschen, unc hatte zu diesem Ende ein Mittel in's Auge gefaßt, von welchem er sich einen unfehlbaren Erfolg versprach. Allein in dem geräumigen Cabinet, wo er geblieben war, seitdem er seine Höflinge unter dem Vorwande ernstlichen Unwohlseins verabschiedet hatte, schrieb Barras an seinem Arbeitstische. Seine Toilette war heute Abend, wie immer, sehr geschmackvoll, d. h. von einer edlen Einfachheit. Er trug einen weiten blauen Rock, mit vergoldeten Knöpfen über der Brust so weit zugeknöpft, daß weder sein gesticktes und gefaltetes Spitzenjabot, noch die hohe weiße, gestreifte Halsbinde, welche seine runden Wangen und sein Kinn umrahmte, dadurch behindert ward. Englische Mauschelten fielen über seine Hände herab, wahrend seine schmalen und wohlgebildeten Füße mit Krämpenstiefeln bekleidet waren, deren glänzende Politur gefällig von dem mattgelben Tuche seiner Beinkleider abstach. Was das Haar des Herrn Grafen von Barras betraf, so wies dasselbe keine Veränderung; er trug dasselbe, wie immer, frei von Der Stirn gestrichen und weiß gepudert, hinten kunstvoll gebunden und mit einem schwarzen Moir6e- bande zu einem spiralförmigen Knoten nach echt aristokratischem Muster verschlungen. Mittlerweile öffnete sich die Thür des Cabinet« und ein dienstthuender Portier in seidenen Strümpfen und mit einer Kette um den Hals erschien auf der Schwelle. — Ist sie da? fragte der Director. Der Portier nickte bejahend. — Laß sie kommen! Nachher führst Du nur die Person zu mir, deren Name Dir bekannt ist. Der Portier zog sich zurück. Gleich darauf trat ein großes und schönes Mädchen in das Zimmer des Präsidenten des Directoriums. Barras stand auf und sagte lächelnd, indem er ihre Hand ergriff: — Komm, schöne Aspasia, nimm auf diesem Sopha Platz! Wir haben mit einander zu reden. Aber, ihr Götter, wie bimmlisch schön Du heute Abend bist! Dies Kostüm — spielst Du heute Abend? — Ich denke nicht daran, antwortete die Schönheit. Ich habe mich nach der letzten Mode gekleidet, das ist Alles. Ich dachte allerdings heute Abend in der Oper zu erscheinen, aber in meiner Loge. — Und mir opferst Du Deinen Abend, reizende Aspasia? — Ja, großer Perikles, antwortete das junge Mädchen und enthüllte durch ein berauschendes Lächeln zwei Reihen Der prachtvollsten Zähne. — Ja wohl, Perikles ! fügte Barras hinzu. Warum auch nicht k Die Person, welche auf Dem Sopha Platz genommen hatte, war freilich nicht die Athenerin Aspasia; allein in der That mochte sie dieser heute Abend sehr ähnlich sein durch ihr griechisches Profil, die dunkle Gluth ihrer -öltde, den Kranz von natürlichen Verbenen, welcher ihr reiches und schwarzes^ Haar umschloß, und kureb ihr antiques Gewand, das mittelst eiuer Lamee au; ihrer Schulter befestigt war; ein Gewand mit üppigen Falten, das bis zu den Fußen herabfitl, aber auf Der linken Seite bis zum Knie geschlitzt war und aus so durchsichtigem Stoffe bestand, daß das Auge die Schnee- und Rosenfarbe und die Conturen der schönen Gestalt durckschimmern sah! Dies Wnb war eine Französin und nannte sich Coraly. Sie trug statt der Schuhe kormthische Sandalen, wie wir sie an den Füßen verschiedener Marmor-Statuen des Museum» erblicken. Ihre bis zu Den Schultern entblößten Arme waren an Den Gelenken mit dicken Armbändern aus Rubinen und Cameen von Achat und Onyx geschmückt. (Forts, folgt.) Politische Rundschau Darmstadt, 25. Juni. Die zweite Kammer i nahm in ihrer gestrigen Sitzung den Vertrag zwischen dem norddeutschen Bunde und Hessen, die Be- ! steuerung des Branntweins und Biers betr., sowie ] das dazu gehörige Schlußprotokoll mit dem Gesetz' j entwurf selbst, dem Ausschußantrage gemäß mit eint- j gen Amendements an. Ebenso trat die Kammer dem weiteren AuSschußantragc bei, die Großherzogl. Negierung zu ersuchen, eie Frage wegen Einführung einer Fadrikatsteuer an Stelle der Maischbüttensteuer sorgfältig zu untersuchen und eventuell im Bundes- rath auf solche Einrichtungen hinzuwirken, durch welche das Interesse der inländischen Brenner gewahrt wird. — Außerdem gao sie der Vorstellung des Stadtvorstandes von Friedberg, die Vorarbeiten zum Bau einer Eisenbahn von Friedberg (Nieder-Wöllstadt) nach Hanau zur Verbindung der Main-Weser- mit der Bebra-Hanauer-Bahn, hier den Ersatz von Reisekosten betr., statt. — Die erste Kammer der Stände wird am 3. Juli zusammentreten, die Abgeordnetenkammer nächsten Dienstag noch eine Sitzung haben und dann auf längere Zeit vertagt werden. Berlin, 26. Juni. Für die Dauer der Beurlaubung des Bundeskanzlers ist nach der „W. - Z." die oberste Verwaltung des Bundeskriegswesens dem preußischen Kriegsminister durch Präsidialverfügung übertragen worden. — Die länd.iche Ruhe des Bundeskanzlers in Varzin ist durch einen Familienunfaü gestört worden, indem die Frau Bundeskanzlerin, wie aus Cöslin gemeldet wird, durch einen Fall vom Stuhle einen Rippenbruch erlitten hat. — Der Termin, von welchem ab den einjährigen Freiwilligen nicht mehr das eine abgeleistete Dienstjahr gleich den vollen drei Dienstjahren der activen Dienstzeit gerechnet werden wird, und dieselben sich demnach für eine siebenjährige Frist der activen Armee und Reserve verpflichtet finden, soll auf den 1. October nächsten Jahrs festgesetzt sein. — Eine wichtige Ober- tribunalS-Entscheidung erfolgte am Donnerstag bet Gelegenheit der Berathung über eine eingebrachte Nichtigkeitsbeschwerde in der Untersuchung wider den berüchtigten Schäfer Weitling und Genossen. Zum erstenmale findet sich nämlich in Betreff eines der Mitangeklagten durch den höchsten Richter (im Gegensatz zu der Entscheidung des Kammergerichts) der bisher in ter Praxis noch bestrittene Grundsatz ausgesprochen : daß gegen keinen Angehörigen der norddeutschen Bundesstaaten in Preußen ferner auf Lan- desauswkisung erkannt werden darf; in den entsprechenden Fällen ist dafür immer auf Stellung unter Polizei-Aufsicht zu erkennen. München, 27. Juni. Die Geschwornen er- klärten Ehoiinskh für zurechnungsfähig und schuldig der Beihülfe, aber nicht der Anstiftung zum Morte. DaS Schwurgericht verurtheilte ihn in Folge dessen zu einer Zuchihausstra'e von zwanzig Jahren, welche auf einer Festung zu verbüßen ist, und zu Landesverweisung nach abgelaufener Strafzeit. Paris, 25. Juni. Obgleich Graf von der Goltz zutückgekchrt ist, fahrt Prinz Solms fort, interimistisch die Geschäfte der Gesandtschaft zu verwalten. — Der „Eonstitulionnel" thetlt mit, daß Graf Bismarck das Landgut Lord Brouccham's bei EanneS angekauft habe. — Die „Patrie" kritisirt nochmals die ReichstagSrede ces Generals Moltke und jagt, die Prätensionen Deutschlands als Schieds- riebter über die Machtbefugnisse der Staaten hätten nichts Beruhigendes, wenn dieselben identisch mit den Prätensionen der preußischen Regierung wären. Die angeblichen friedlichen Neigungen der deutschen Kriegspartei contrastirten sehr mit der Zurückhaltung und der Mäßigung Frankreichs. Paris, 26. Juni. Der gesetzgebende Körper votirte heute ein (Kontingent von 100,000 Mann für 1869. Die Opposition verlangte eine Reduktion von 20,000 Mann. Die Völker — so wird von verschiedenen Seiten angeführt — wollten den Frie- den; die Regierung sage sorlwährenv, sie wolle ihn; eine Reduktion würde die Probe für ihre Aufrichtig' feit sein. Andelarre antwortete, die Situation sei zwar nicht bedrohlich, aber es sei nichtsdestoweniger nöthig, mit der Contingentshöhe nicht zu markten. Alle Amendements werden verworfen. — Der „Moniteur" meldet: „Der Kaiser hat heute einem große» Manöver beigewohnt, welches vom General de Failly befehligt wurde. Sc. Maj. stieg um lJ/2 Uhr zu Pferde und kehrte um 5 Uhr in's Hauptquartier zurück." Auch die officiösen Blätter rühmen, daß der Kaiser 5y2 Stunden zu Pferde geblieben und ohne jede Spur von Ermüdung dem Manöver gefolgt fei. — Dem „Journal de Paris" zufolge wird in politischen Kreisen behauptet, General Menabrea habe an die diplomatischen Agenten Italiens im Auslande eine vertrauliche Depesche abgesandt, worin gesagt ist, daß, da Italien Preußen eben so viel Dankbarkeit schuldig sei als Frankreich, es im Falle eines Krieges zwischen den beiden Mächten sich vollständig neutral halten werde. Das Circular soll außerdem die Erklärung enthalten, daß die italienische Regierung, obgleich sie im Falle eines Krieges neutral zu bleiben wünsche, nicht eher eine Reduktion der Armee vornehmen werde, als bis die Unifikation des Landes vollführt sei. — Die „France" bringt in Erfahrung, daß die italienische Regierung dem Papste die Summe von 3 Millionen als Entschädi- gung für die an den ehemaligen päpstlichen Renten fehlende Schuld ausgezahlt hat. Washington, 15. Juni. (Kabeltelegramm aus Reuler's „Office".) Der Präsident hat fein Veto gegen die Annahme der Bill von-Stevens, die Zulassung der Vertreter Louisiana's, Georgia's, Ala- bama's und beider Carolina's im (Kongresse betreffend, eingelegt, der Senat hat jedoch trotz dieses Veto's die Bill mit 30 gegen 8, und das Repräsentantenhaus dieselbe mit 105 gegen 30 Stimmen angenommen. Newyork, Juni. Das Programm der Chicago- Convention hat zwei schwache Stellen, die nachträglich manche Erörterungen Hervorrufen. Man findet es auffallend, daß K. Schurz kein Wort dafür gefunden, seine Landsleute den südlichen Negern gleich zu stellen. Der unwissendste Farbige ist zum Bürger erklärt, weil er farbig ist; er hat die Anwartschaft auf Aemter und könnte sogar Präsident werden; der gebildetste weiße Einwanderer muß eine Probezeit von fünf Jahren bestehen, ehe er gleiche Rechte mit den freigegebenen Sclaven erwirbt. Der zweite Punkt ist die Erklärung über die Staatsschuld, von der die republikanische Platform sagt, daß sie nicht blos nach dem Buchstaben, sondern auch nach dem Geiste der Gesetze, unter Denen sie contrahirt wurde, bezahlt werden müsse. Für die Gläubiger würde es sicherer sein, wenn man allein nach dem Buchstaben des Gesetzes verführe, denn wie elastisch in der Hand der Radikalen der Geist dcs Gesetzes erscheint, hat die Constitution und Der Präsidentenprozeß bewiesen. — Der Monat Mai ist hier ein Regenmonat gewesen. In Der Woche vom 16. bis 23 fielen während 72 Stunden und 10 Minuten 3.18 Zoll Regen, was also 318 Tonnen Wasser auf Den Acker ergibt. Vermischtes. Gießen. (Sitzung des Gemeinderaths vom 2 5. 3uni. Die Erweiterung der Realschule nach den Aiisführun- gen des Directoriums derselben in feinen Zuschriften vom 18. und 23. Juni wurde beschlossen, und zwar 1) zur Erweiterung der Realschule, im Sinne der vom Gemeinderath gestellten Anträge, gleich dem Staat einen ständigen jährlichen Beitrag von 900 st. neben Localheizung und Beleuchtung zuzuschießen, und zur Deckung des hiernach noch verbleibenden Destcits von 300 fl. eine Mehreinnahme von Schulgeld in gleichem Betrage zu gewährleisten; 2) wegen der Bestimmung des Schulgelds in der Vorschule und in der Oberklasse, sowie bezüglich des Mit- aussichtsrechtes der Stadt sich mit dem Direktorium durch die Commission weiter zu benehmen; 3) dem provisorischen Director Dr. Stein wegen in dieser Angelegenheit der Stadt geleisteten guten Dienste ein Dankschreiben zugehen zu lassen. Der Gemcinderakh ertheilt dem mit der Ehefrau Schneckv am 23. Juni bei Gericht abgeschlossenen Vertrage feine Zn- stinimnng. Der Gemeinderath ermächtigt den Großherzogl. Bürgermeister, für Erbauung der Pfarrhäuser sowohl als zur Abtragung des fälligen KaufschilliugS an die Ferber'schen Erben die Mittel durch Capitalaufnahme zu beschaffen. Der Gememderath erklärt, daß er sich unter den gegebenen Verhältnissen das Dispositionsrecht über das Grundstück, welches W. Manck zu kaufen gewünscht, vorbehalten müsse. Der Wirthschafispian der Stadtwaldung für 1869 wurde dem Vorsitzenden der Finanz-Commission zur Prüfung überwiesen. Die Kosten der Grenzberichtigung gegen Annerod für den betreffenden Geometer wurden zur Zahlung ans die Stadtkasse übernommen. Die übrigen Beschlüsse betreffe» Angelegenheiten persönlicher Art. Darmstadt, 23. Juni. Das heute erschienene Regie- rnugsblatt Nr. 33 enthält: I. Verordnung, die Stiftung eines militärischen Erinnerungszeichens betreffend. II. Bekanntmachung, die im Felddienste verwundeten Mili- tärpersonen betreffend. III. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des Innern, die amtliche Benennung der Dienststelle des Rechners der reformirten Collectnr Groß-Umstadt und den Amtötitei des Rechners betreffend. LV. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des Innern, die Ausgleichung der Kriegskosten betreffend. Mit Allerhöchster Genehmigung Er. Königlichen Hoheit des Groß- herzogS sind zu Mitgliedern der nach Art. 9 des Gesetzes vom 12. Mai 1868, die Ausgleichung und Vergütung der im Jahre 1866 durch die Königlich Preußischen und die mit denselben verbündeten Truppen während ihres Aufenthalts in dem Groß- herzogthum verursachten Kriegslasten betreffend, zu bestellenden Commission ernannt worden: 1) der Großherzogliche Oberme- dicinalpräsident Dr. Goldman» als Vorsitzender, 2) der Großherzogliche OberappellationS - und CassationsgerichtSrath Dr. Zentgraf, 3) der Großherzogliche Kreisrath Rinck Freiherr von Starck. 4, der Großherzogliche Oberrechnungsrath Heß und 5) der Großherzogliche KreiSrath Knorr. V. Bekanntmachung Großherzoglichen Kreisamts Gieße», den Ausschlag einer Umlage zweiter Klaffe in der Gemeinde Burckhardsfelden pro 1868 betreffend. VI. Dienstnachrichten. Am 7. Mai wurde der katholische Pfarrer Henri ei zu Mainz zum katholische» Pfarrer zu Lörzweiler, — der katholische Pfarrer Kratz zu Eich zum katholischen Pfarrer zu Heßloch, — der Caplan Jtzel zu Ockstadt zum katholischen Pfarrer zu Bürstadt, — am 9. Mai der Pfarrverwalter Schumacher zu Budenheim zuni katholischen Pfarrer daselbst — und am 28. Mai der Pfarrvcrwal- ter EndcrS zu Flonheim zum katholischen Pfarrer daselbst ernannt; — am 8. Juni wurde dem Conrad HapperSber- ger aus Alsheim das Patent als Geometer der zweiten Class« für den Kreis Worms — und am 12. Juni dem Wilhelm Hartmann aus Babenhausen das Patent als Geometer der ersten Claffe für de» Kreis Dieburg ertheilt. VII Gestorben; am 20. Juni der penflonirte Geheime Oberrechnungsrath Maurer zu Darmstadt. Worms, 26. Juni, lieber den Act der Enthüllung des Denkmals berichtet der Telegraph: Nachdem der Gottesdienst beendet war, nahmen die Fürsten das Dejeuner bei Pfannebecker ein, das Gefolge dejeunirte in der Festhalle. Um 12.. ,em Widerspruch steht. Se. Ercellenz vertritt den Bundeskanzler, aber in angeborener Höflichkeit setzt sich Hr. v. Friesen niemals auf Bismarcks Stuhl, sondern läßt ihn, wie den Platz für Banquo's Geist in Shakespeares „Macbeth", leer. Minister Friesen spricht selten, wenn er es aber thut, mit so ausgeprägtem sächsischem Dialekt, daß man in der Thal an — „Sachsen in Preußen" und ähnliche Scherze erinnert wird." Berlin. Bei einer der jüngst dahier stattgehabten Hvf- festlichkeiten (so erzählt die „Tribüne") erregte eine schöne und elegant? Baronesse durch ihr wunderbar blondes Haar niit Recht die allgemeinste Aufmerksamkeit. In modernster Weise coiffirt, schlängelte sich eine üppige Locke um den schönen Kopf, den Neid der anwesenden Damen und manche spöttische Bemerkung von angesetztem falschem Haar herrufend. Eine sehr hochgestellte Persönlichkeit, welche mit der Baronesse plauderte, berührte lächelnd mit der Hand die Locke und fragte etwa» ironisch: „Von wem haben Sie denn dieß schöne Haar?" „Von Gottes Gnaden, Hoheit!" antwortete sofort die geistvolle Baronesse mit einer tiefen Verbeugung. Lcschnitz, 18. Juni. Von gestern Morgen 8(4 l-'.hr bi« gegen Abend zogen hier ungeheuere Massen Heuschrecke» i» der Höhe von circa 6 Fuß über der Erde in der Richtung von Süden nach Nordosten vorüber. Der Zug nahm eine so coloffale Breite ein, daß wir diese in einer Srunde nicht zu durchschreiten im Staude waren. Glückliche Keife ließen sich diese argen Feinde der Feldfrüchte nicht ' d uns nieder, bis auf einige Marodeurs. Der Herriedener Wittemugsbeobach' reibt unferm 22. d.: Wir geben wahrscheinlich wiede chlerer Witterung entgegen. Der feit dem 7. d. im 5 Europa'» stationär gebliebene Lufiberg hat sich am 19 n ..ch »ach Norden vorgeschoben, nachdem er daselbst »och r per ungewöhn- liche Wärme mit darauf folgende» Gewittern 'bracht; hatte. Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.