Gießener Anzeiger. Preis vierteljährlich 36 kr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 49 kr. Erscheint wöchentlich dreimal: Dienstags, Donnerstags und Samstags. — Expedition: Canzleiberg Lit. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kiefen. Nr. 13- Donnerstag dm 30. Januar 1868. Brodpreife vom 30. Januar an: 543) 4 Pfund gemischtes Brod 22y2 kr. 4 Pfund Noggenvrod 20 kr. Besondere Bekanntmachungen. 522) Nachdem von Großherzoglichem Hofgerichtc der Provinz Oberhessen über den Nachlaß des Satters Julius Kisse- berth von Gießen wegen einer Ueberschul- dung von 478 fl. 24Vr kr. der förmliche Concurs erkannt worden ist, werden alle Diejenigen, welche Ansprüche irgend welcher Art an den Nachlaß zu bilden haben, auf- gcfordert, dieselben bei Meidung stillschweigend eintretenden Ausschlusses von der Masse Mittwoch den 5. Februar d. I-, Morgens 9 Uhr, beim unterzeichneten Gerichte anzumelden und sammt etwaigen Vorzugsrechten zu begründen. In demselben Termine sollen ein Curator und ein Gläubiger-Ausschuß nach den Beschlüssen der Mehrheit der erscheinenden Gläubiger gewählt werden, mit bindender Wirkung für die übrigen. Gießen, den 46..November 1867. Großherzogliches Stadtgericht Gießen. Muhl, Langsdorfs, Stadtrichter. Stadtgerichts-Assessor. Markt zu Herborn. 536) Montag den 10. Februar d. I. wird Vieh- und Krammarkt dahier abgehalten. Herborn, den 27. Januar 1868. Der Bürgermeister: Remy. Versteigerungen. 517) Auf freiwilliges Ansuchen der Erben des Johannes Weil sollen Dienstag den 11. Februar, Nachmittags 2 Uhr, auf dahiesigem Rathhause dessenJmmobilien, bestehend in: Flur Nr. DÄIftr- Ven 9 Hofraithe in der Weidengasse, 33/i26 6i§23i 362 Acker, Garten am Nahrung sberg, öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 20. Januar 1868. Großhcrzogliches Ortsgericht Gießen. _________________Ebel.______________ Holz Versteigerung. 518) Freitag den 31. Januar wird im Domanialwalddistrict Rückars nachverzeichnetes Holz versteigert: Scheidh. Prügelh. Stockh. Reish. Stecker Stecken Stecken Wellen Buchen 23/« 2 147'/« 4250 Eichen 3 7-/r 18 500 Nadelholz — 1 13 750 sodann 31 Eichenstämme mit 1565 Cubikf., 70 Nadelstämme mit 2263 Cubikf., 6 Buchenstämme mit 181 Cubikf., 5 Nadelstangen mit 29 Cubikf. Zusammenkunft im Rückars am Schiffen- bergerFeld: für dieBrennholz-Versteigerung Vormittags 10 Uhr, für die Stammholz- und Stangenholz-Versteigerung halb 12 Uhr. Credit bis 30. Juni d. I. Gießen, am 21. Januar 1868. Großherzogliche Oberförsterei Schiffenberg. ._________________Dr. Draudt._________________ Holzverstbigerung in der Fürstlichen Oberförsterei Sich. 508) Künftigen Montag, den 3. Februar, Morgen? 9 Uhr, sollen im Distrikte „Langberg", zunächst dem Mühlsachser Hof am Nonnenrother Feld: 1196 schöne Fichten-Baustämme von 5 bis 12 Zoll Durchmesser und 50 bis 90 Fuß Länge = 25233 Cubikfuß, versteigert werden. Lich, am 27. Januar 1868. Fürstliche Oberförsterei Lich. Eigenbrodt. 535) Künftigen Dienstag, den 4. und Mittwoch den 5. Februar d. I., jedesmal von Morgens 9 Uhr an, sollen in der Behausung der Georg Kissel I. Wittwe von Garbenteich folgende Mobilien 505) Unterleibs- 514) Wellen Stamm- und Stangenholz - Beo IVr 393/« 50 4025 13/« 150 ) Wellen 3/« Stecken Feilgebotenes, j ! Ausverkauf! Wegen Aufgabe des C'v'chäfts Vollständiger Ausverkauf sämmtlicher Waaren bei Gebrüder Heß, Kreuz. 515) Ballkränze von 1 fl. an bis zu den feinsten, in reicher Auswahl, bei Wilhelmine Fuhr. gegen gleich baare Zahlung öffentlich versteigert werden, als: 2 Pferde, 2 Kühe, 1 trächtiges Rind, 2 kleine Rinder, 2 Biastschweine, 1 t'-sichtiges Schwein, 3 Ferkel, 13 Stück Schafe, 2 Wagen mit Zugehör, 1 Pflug, 1 Egge, 1 Pfuhlfaß, 40 Centner Dickwurzeln, 5 Malter Kartoffeln, 50 Centner Heu, 30 Centner Grummet, Stroh aller Akt, 3 Malter Korn, 1 Malter Waizen, 8 Dialter Gerste, 12 Wagen Dünger und sämmt- lichc Hausgeräthschaften. Garbenteich, am 28. Januar 1868. Großherzogliches Ortsgericht Garbentcich. Hinterländer, Ortsgerichtsmann. „ Stockholz, „ Reisholz, Eichen-Prügelholz, Nadel - Scheidholz, „ Prügelholz, „ Stockholz, „ Reisholz, 255 Kiefern - Stämme von 18 Zoll Dicke und 80 Fuß Länge, mit 7946 Cubikf.' 55 Fichten - Stämme von 18 bis 20 Zoll Dicke und 80 Fuß Länge, mit 1745 Cubikfuß, 106 Nadel-Stangen mit 803 Cubikfuß. Die Zusammenkunft ist auf der Grün- bergcr Straße. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis den 1. Juli 1868 gestattet. Bemerkt wird, daß am ersten Tage das Brennholz und am zweiten Tage das Bau- und Werkholz zur Versteigerung kommt. Die Großherzoglichen Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen. Annerod, am 27. Januar 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Annerod. Seipp. g Salzhänser Wasser g in frischer Sendung bei g (538) Julius Wallach, g 544) Frische große englische Bückinge zum Rohessen, pr. Stück 3 fr., täglich frisch abgekochtes Hamburger Rauchfleisch und westphälischen Schinken, sowie neuen Blumenkohl und Lattig in Häuptern, empfehlen I. A. Busch Söhne. Bruchsalbe betr. Aerztliches Zeugniß. Ich erlaube mir hiermit um ein Töpfchen Ihrer ausgezeichneten Bruchsalbc zu bitten, da ich bereits Wunder deren Wirksamkeit beobachtet habe, und daher dieselbe wärmstens als einzige Hülfe ohne der mindesten Belästigung der leidenden Menschheit gewissenhaft anempfehle. Diese meine meoi- zinische Anerkennung wollen Sie nach Belieben veröffentlichen. Pawlowih bei Prerau, Mähren, Oesterreich, den 20. August 1867. Med. Dr. Franz Prziwanek. Obige Salbe ist sowohl direct vom Erfinder Gottlieb Sturzenegger in Herisau, Canton Appenzell (Schweiz) zu beziehen, als auch durch Hrn. G. Bleicher, Großh. Hessischem Hofbandagist in Mainz, u. Hrn. Apoth. I. B. Lindt in Frankfurt a. M., Schnurgasse 58. Preis pr. Topf Fl. 3 — gegen Einsendung des Betrags. Heilung ohne Entzündung, in weitaus den meisten Fällen sicher. Gebrauchsanweisung nebst weiteren Zeugnissen gratis. Reichhaltiges Lager in Bruchbändern. Vermiethungen. 539) Im „Russischen Hof" sind mehrere möblirte Zimmer zu vermiethen. 504) Ein freundliches, möblirtes Zimmer ist am Canzleiberg Lit. B. Nr. 67 billig zu vermiethen._________________________________ 541) Ein kleines Familienlogis, den 1- März beziehbar, ist zu vermiethen. Das Nähere bei der Exped. d. Bltts. 502) Ein freundliches, möblirtes Zimmer mit Cabinet in einer Gartenwohnung ist zu vermiethen und sogleich zu beziehen. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 5111 Zu vermiethen ein möblirtes Zimmer und sofort zu beziehen Lindenplatz Lit. A. Str. 142. 530) Im „Russischen Hof" sind Lagerräume zu vermiethen. 503) Ein kleines FamilienlogiS ist zu ver- micthen bei Alexander Mayer. 542) Zwei möblirte Zimmer mit einem Cabinet sind, getrennt oder zusammen, in der neuen Anlage zu veriniethen. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 501) Ein Familienlogis ist zu vermiethen und sogleich zu beziehen bei Fr. Fürst, in der Neustadt. D 0 m ä n e n - B e r st e 1 g e r u n g. 521) Die auf Mittwoch den 12. Februar 1868, Vormittags um 9 Uhr, in Folge Allerhöchsten Befehls nach den Formen des Domänenveräußerungs-Gesetzes vom 2. Juni 1821 auf dem Rathhause zu Gießen abgehalten werdende nochmalige Versteigerung der dem Großherzoglichen Centralfiscus zu- stehenden sechs Wachthäuser in der L-tadt Gießen wird hiermit in Erinnerung gebracht. Gießen, den 10. Januar 1868. Großherzogliches Rentamt Gießen- _______________________Lyncker-____________, _ HolzversteigMing im Anneröder Gemeindewalde. 523) Montag den 3. und. Dienstag den 4. Februar 1868, jedesmal von Morgens 9 Uhr an, soll im Anneröder Gemeindewalde, Dfftriet Köpfel, an der Grünberger Straße, nach- verzeichnetes Holz öffentlich versteigert werden, als: 5 Stecken Buchen-Prügelholz, ■ 510) Rechnung?- und Wechsel-Formulare, Frachtbriefe für die Main-Weser-, sowie für die Cöln - Gießener Bahn, auch Brief- und Franco-Couverts, sind zu haben bei E- Eichenberg. 509) Schönes Erbsenstroh ist zu verkaufen bei H. Becker, Schulstraße. Vermischte Anzeigen. Zur gefälligen Beachtung! 540) In vorkommenden Fällen empfehle ich mich hiermit einem geehrten Publikum als Taxator bei Versteigerungen von Hausgeräthschaften aller Art, als: Möbeln, Betten, Weißzeug, Gold- und Silbersachen rc., unter Zusicherung der pünktlichsten und gewissenhaftesten Besorgung des mir Aufgetragenen. — Zugleich offerire ich meine Dienste als Mithelfer bei Versteigerungen. Isaak Rothenberger, ___Lindenplatz.__________ 513) Ein Dachshund ist aufgefangen worden und kann derselbe gegen Entrichtung des Futtergeldes und der Jnseratgebühren in Empfang genommen werden. Näheres bei der Exped. d. Bltts. steigerung in der Oberförsterei Maulbach. 524) Vom 12. bis mch. 15. Febrüar, jedesmal von Vormittags 9 Uhr an, werden in den ^Districten Blauerkopf und Litzel 40 Eichen-Stcimme, 16 Birken-Stämme und 51 Eichen-Stangen, sämmtlich zu Wagnerholz tauglich, sowie 606 Kiefern-Stümme, worunter prachtvolle Schneidklötze bis zu 17 Zoll Durchmesser und Streckhölzcr bis zu 80 Fuß Lange Vorkommen, öffentlich versteigert. Da sämmtliches Holz an einem gutchaussir ten Vicinalwege lagert, von wo aus Staatsstraße und Eisenbahn leicht und schnell zu erreichen sind, so dürfte Holzhändlern Gelegenheit geboten sein, sich an dieser Versteigerung zu betheiligen. Die unterzeichnete Stelle ertheilt auf g an) frankirte briefliche Anfragen bereitwilligst jede gewünsche Auskunft. Maulbach bei Homberg a. d. Ohm, am 24. Januar 1868. Großherzogliche Oberförsterei Maulbach. Koch. Gewerbverein. 537) Zur statutenmäßigen Beamtemvahl, sowie zur Abhör der Rechnung vom vergangenen Jahre, findet Samstag den 1. Februar, Abends 7 Uhr, eine Generalversaminlung im Vereinslocale statt. Der Vorstand. Z Zum Besten der Ostpreußen beabsichtigen die Unterzeichneten art 4 aufeinander folgenden Donnerstagen, Abends 7'/2 Uhr, Vorträge im großen Saale des Clubgebaudes zu halten, und,zwar: den 30. Januar: Zimmermann, Ueber Göthe's Torquato Tasso, mit Deklamation ausgewählter Stellen; , ' „ 6. Februar: Ulmann, Ueber den Herzog von Reichstadt: „ 13. „ Merkel, Ueber die Todesstrafe; „ 20. „ Zöppritz, Ueber die Unvergänglichkeit von Stoff und Bewegung in der Natur. Um den wohlthätigen Zweck unseres Vorhabens besser zu erreichen, haben wir, einer Anregung von kundiger Seite entsprechend, statt der früheren folgende Preise angesetzt : Einlaßkarten zu 4 Vorträgen 1 fl. 45 kr. Für Familien von 2 bis 4 8ersonen 3 fl. 30 kr. (in der Ricker'schen und Ferber'schen Buchhandlung), inlaßkarten z» einzelnen Vorträgen 30 kr. (ebenda, sowie Abends an der Kasse). Prof. Dr. G. Zimmermann. Dr. Ulmann. Dr. Merkel. Prof. Dr. Zöppritz. n«r 533) CT 1 44’/8-45>/s l| Amer. 6% 1881r Bds. 77*/2 „ 6°/q 1882r 76>/g 78 1864r 9 9 9 50-52 9 54-56 57-58 49-51 Pr. Ca»i. Sch. Div. Cais.-A. Pr. Friedrdor. Piitolen . . „ doppelte Holl. fl. 10 St. 507) Ein Frankfurter Delikatessen-Ge- schcist sucht einen Lehrling, der bei 4 Jahren Lehrzeit freie Kost und Logis erhält. Nähere Auskunft ertheilt die Exped- d. Bltts. Ktlialhandlungen vorläufig iirr H Bern und Stuttgart. w^> Annahme von Inseraten für die: Allgemeinen Anzeigen der § Gartenlaube», Auflage 230,000 Exemplare.? Aetlen. Frankf. Bank 1267/a Oester. Bank 663 „ Creditact. 185 Darmst. Bankact. 212/j Frankf. SV^/o Obi. 823/g Nass. 4i/2o/o Obi. 943/* Kurh. 4% Obi. 90*/< He»». 4«/0 Obi. b. Roth». 90 > 8 „ 3*/»% do- do- 85 Bayer. 5% Obi. 101 >4 'n 4i/i°/o 1jährige 93% n 4l/z% '/»jährige 94'/4 Würtemb. 4 '/20/0 Obi. 94 Baden 4 •/./*/() Öbl. c. E.L. 933,\ Oestr. 5% b. R. 601/4 n 5% National 541/8 , 5°/o Metall. Obi. — „ M. steuerf. 48'/2 Vorläufige Anzeige. Im großen Saale des Cafv Leib. Nur drei Vorstellungen, Sonntag den 2., Montag den 3. und Diensiag den 4. Februar 1868: Darstellung de.r rühmlichst bekannten Wnnderfontalne, genannt: liiilospinllu’chromulireHe, oder: die Crystallgrotte der Najaden, construtrt und arrangirt von Herrn G. Petsch, Director des Circus zu Frankfurt a. M. Vorher: Der Jesuit und sein Zögling gegeben von der Frankfurter Vaudeville-Theater-Gesellschaft, unter Direktion des Herrn W. de Nolte. 532) Gegen guten Lohn wird ein fleißiges Dienstmädchen gesucht. Zu erfragen bet der Exped. d- Bltts. 520) Ich bin beauftragt, anzustellen: Tüchtige Agenten für die Lebens-, Feuer- und Hagelbranche und nehme hauptsächlich auf 'olche Bewerber aus dem Handels-, Lehrer-, Beamten oder Landwirth - Stande Rücksicht, deren Bildung und Lebens-Stellung sie zum unbefangenen Verkehr in ihrem Kreise befähigt. Bewerber wollen ihren Anerbietungen Referenzen beifügen, wo man sich Auskunst erholen kann, und sind die Eingaben sofort an den Unterzeichneten zu richten. Die befähigtsten Bewerber erhalten den Vorzug und können auf lohnende Beschäftigung zählen. Carl Gaule, in Darmstadt. 526) Es wird gegen guten Lohn ein reinliches , williges Dienstmädchen oder auch Laufmädchen gesucht. Louis Petri, Neuenweg. Der Einlaß findet für alle Theilnehmer nur nach Vorzeigung der Einladungs- und Eintrittskarten statt. Eintrittskarten bei den Herren Gebr. Wenzel und Semmler. ________ Der Borstand. 526) Ein junger Mann aus anständiger ?amilie sucht eine Lehrlingsstelle in einem iesigen Comptoir- Reflectanten belieben ihre Adresse unter 8.1061 bei der Exped. d. Bltts. niederzulegen. 525) Unterzeichneter macht hiermit bekannt, daß er sich seit dem 25. Januar d- I- in Tret? a. d. L. als praktischer Arzt nie- dergelassen hat.Dr. C. Dickore. Wechsel. Amsterd. k. 8. 100 % Augsb. k. 8. 100 Berlin k. 8. 105 Bremen k. 8. 97% Cöln k. 8. 105 Hamburg k. 8. 88% Leipzig k. 8. 105 London k. 8. 119% Lyon k. 8. — Paris k. 8. 94% Wien k. 8. 98% Disconto 3% G. Geldaorten. Feuilleton. Vetter und Base. Sin« Familiengeschichte. (Fortsetzung.) , „Ich, Kind? Mit Nichten," erwiedene der Commerzienrath entschieden. „Ist'« nicht genug, daß ich es ertrage, wie sie mir mein schönes Geld da oben über meinem Kopfe vertanzcn und verprassen? — soll ich es auch noch mit eigenen Augen anskhen und mich darüber ärgern?" „Aber die — die Frau Commerzienräthin erwartet Sie dock!" sagte Pauline. „Sie wird sehr ungehalten sein, wenn Sie nicht auf dem Balle erscheinen. Die Frau Commerzicnrälhin und die Fräulein scheinen sich köstlich zu amüsiren; Fräulein Henriette läßt den Herrn Robert gar nicht von ihrer Seite, und Fräulein Adelaide hat einen gar charmanten Cavalier, einen ilalienischen Grafen. Die Frau Commerzienräthin trug mir noch vor einer Viertelstunde auf, ich solle Sie heraufschicken, lieber Onkel!" „Dann sag' der Tante — doch nein, Du sollst e« ihr nicht ausrichten, Kind! sie ist ohnedem Dir nicht allzusehr gewogen . . . ." sagte Herr Balver zerstreut. „Ich will ihr durch Stephan sagen lassen, daß ich keinen Fuß hinaufsetzen werde zu dem thörichten Fest . . ." „Nein, lieber Onkel! Sie werden sich eines Andern besinnen," erwiederte Pauline einschmeichelnd; „würden Sie nicht da« Gerede der ganzen Stadt werden, wenn Sie nicht hinaufgingen? Würde es nicht im höchsten Grade auffallen, wenn der Hausherr auf dem Balle fehlte, der eigentlich ein Familienfest sein soll ? Würde man nicht daraus auf häuslichen Unfrieden in der Ehe schließen?" „Und wäre dieser Schluß nicht ein ganz gerechtfertigter?" fragte der alte Herr. „Wo hast Du denn den Frieden gefunden, der in meinem Hause herrscht, mein Kind? — Ich will diesen Gästen, allen diesen Schmarotzern und lauernden gezierten Larven, beweisen, daß ich diesem Fest fremd bin und es mißbillige, damit sie, wenn sie noch einiger Scham fähig sind, zu der Ueberzcugung kommen, daß sie meine Frau noch in ihrer Verschwendung ermuthigen . . . ." „Lieber Onkel, das ist Ihr Ernst nicht, — ich kenne Sie besser!" sagte Pauline beinahe traurig. „Sie sagen dieß nur jetzt in einer Bittern Stimmung, aber wann sie erst ruhiger geworden sind, werden Sie um des guten Scheins und um Ihrer Familienehre und um Ihrer Kinder und um Ihres Neffen Ro- bert willen doch hinaufgehen und an dem Familienfeste theilnehmen." „Familienfest?" wiederholte er sarkastisch; „und Du, Paulinchen, stehst da in Deinem blauen Thibetkleide, die weiße Schürze vorgebunden, wie eine Dienerin, und tanzest nicht auf diesem Familienfeste, obschon Du zur Familie gehörst?" „Ich bin auf dem richtigen Platze, Oheim; ich passe nicht unter die feinen vornehmen Leute hinein," gab Pauline zur Antwort. „Ich würde mich droben nur beengt und linkisch fühlen; darum ist es besser so, und die Frau Commerzienräthin hat ganz recht . . ." „Die Frau Commerzienräthin? .... wa« für eine ceremoniöse Sprache? Warum nennst Du meine Frau nicht Deine Tante?" Das liebliche Mädchen erröthete verlegen und strich die Schürze glatt. „Lassen Sie mich lieber so sagen, bester Onkel, damit ich mich daran gewöhne!" sagte sie sanft; „die Frau Commerzienräthm hört dieß lieber . . . ." „Wirklich?" rief der alte Herr; „und sie hat Dur dieß wohl bedeutet?" „Bitte Onkelchen! der Braten wird vollends kalt!" rief Pauline; „bitte, essen Sie doch! . . . ." Aber Herr Balder sah sie lange fest an mit einem eigenthümlichen Blicke, dann stand er auf, ergriff ihre Hand, zog sie zu sich heran, legte seine Rechte feierlich und nut einer tiefen Rührung auf ihr Haupt, hauchte einen zärtlichen Kuß auf ihre Stirne und sagte mit bewegter Stimme: „Ich verstehe Dich, mein liebes wackres Kind. Du bist ganz das Ebenbild Deiner theuren Mutter. So war auch sie in Deinem Alter, ganz Her; und Gemüth wie Du, ganz Hinge- bung und Herzensgüte! Gott segne Dich, mein Kind, und gebe Dir frohere Tage, als Deiner Mutter! — Gott, wie Vieles in meinem Leben stünde jetzt anders, wenn das Schicksal uns zusammen geführt hätte, Deine treffliche Mutter und mich, denn sie war meine Jugendliebe, und ihr Verlust warf mich in eine ganz andere Welt hinein! .... Sie war ganz wie Du, und ich sehe in allen Stücken in Dir nur ihr verjüngtes Ebenbild!" „Gott segne Sie für alles das, was Sie um meiner lieben Mutter willen an mir gethan !" flüsterte Pauline und küßte ihm inbrünstig die Hand, auf welche ihre Dankesthränen niederthauten. „Daß doch wenigstens nur Eines meiner Kinder an Gemüth und Sinnesart Dir gliche, Pauline!" fuhr der Commcrzienrath fort; „so liebevoll und schlicht und fromm, so rührig und dienstfertig, so umsichtig wie Du! — Ich fasse es nicht, wie es so ganz anders kam. Ich so einfach und natürlich, und meine Kinder solch verschrobene Zierpuppen!" „Nicht wahr, Onkelchen, Sie gehen hernach auf einen Augenblick hinauf zu den Gästen?" fragte Pauline, um des Oheims Gedanken eine andere Richtung zu geben. „Sie gehen, nicht wahr? wär's auch nur mir zu Liebe und wegen des Herrn Robert ..." „Ach ja, Robert! er ist also da? Warum kam der Junge nicht, um mich zu begrüßen?" „Vermuthlich, weil er Sie oben vermuthete," sagte Pauline. „Ich hörte, wie die Frau Commerzienräthin ibn bitten ließ, sogleich herunter in die Säle zu kommen, sobald er einen Imbiß genommen und sich umgekleidet habe." „Natürlich! sie hat es wohl kaum erwarten können, mit ihm vor ihren Politis che Rundschau spondenz ans dem diesseitigen Postgebiete nach dem Königreiche Italien und vice versa — sofcrne die» selbe auf den Wegen über Wien resp. JnSbruck befördert wird — werden hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht. Das Gefammtporto beträgt: für frankirte Briefe nach dem Königreiche Italien 3 Sgr. beziehungsweise 12 fr., für unfrankirte Briefe aus dem Königreiche Italien 5 Sgr. beziehungsweise 18 fr., — bis zum Gewicht vou 1 Loth excl. Bei Briefen, welche das Gewicht von 1 Loth erreichen oder übersteigen, tritt für jedes Loth Mehrgewicht ein einfacher Portosatz hinzu. Recommandirte Briefe unterliegen demselben Porto, wie gewöhnliche fran- firte Briefe nach Italien unter Hinzutritt einer Re- commandationSgebühr von 2 Sgr., beziehungsweise 7 fr.; dieselben müssen bis zum Bestimmungsort frankirt, und mit einem Kreuz-Couvert versehen sein, welches mindestens mit zwei gleichen Siegeln mittelst Siegellacks zu verschließen ist. Der Absender eines recommandirten Briefes nach Italien fann verlangen, daß ihm das vom Empfängee vollzogene Recepisse zugestellt werde; — für solche Beschaffung des Re- cepisse ist vom Absender ein weiterer Betrag von 2 Sgr., beziehungsweise 7 fr., ,m Budge dieselbe sei nicht eine bloße Formalität, ondern ein der Stadt PanS eine Million abhanden gekommen, Vou cher Akt von vollwichüger Bedeutung. Von d. h. Vie Bucher weisen ein Manco von e.ner Million allen Beamten wird neben unverbrüchlicher Treue nach, ohne daß inan bls jetzt herauSbrrngen konnte, gegen den Kaiser unbedingte Achtung der ReichSver- wohin sie gekommen. — Die Preßprozesse wollen fassung und Staatsgrundgesetze gefordert. Der Mi- gar kein Ende mehr nehmen. Jetzt wir te „ p - gebung und makellose Treue gegen die Verfassung heute wegen eines Artikels von JnleS Lasteyne (de als er für feine Regierungsakte verantwortlich ist. Neffen LafaYette'S) über die Versprechungen vo Untreue und Feindseligkeit gegen die Verfassung gelte 19. Januar vor den Untersuchungsrichter kitirt, als ebenso schwere Verletzung drr Amtspflicht wie ein die Staatsbehörde in der Erinnerung an dieses Da- sonstiger Bruch des Diensteides. Bloße Passivität tum das Vergehen der Aufreizung zum Haß und oder Neutralität der Verfassung gegenüber sei unge- Verachtung der Regierung sieht. nügent Der Minister fordert schließlich strenge Paris, 25. Jan. Heute sind m Paris groß- Pünktlichkeit, rasche Behandlung der Emancipation artige Vorsichtsmaßregeln ergriffen worden. Die vom Formalismus, stete Bereitwilligkeit im Verkehre ganze Pariser Garnison wurde nämlich in den Ka- mit der Bevölkerung, uneigennützige Unparteilichkeit, fernen consigmrt und alle Wachtposten verdoppelt. Wahrung des Ansehens durch vorwurfsfreies Ver- Anlaß zu dieser Maßregel gab die Befthlagn h halten im Privatleben — dann werde der Beamte von aufrührerischen, tu äußerst heftiger Sprache a - der wirksame Träger der constitutionellen Staats- gefaßten Proclamationen. Der „Entendard , ver wlrr;ame »rugu । | ejn ^mplar dieser Actenstücke erhallen haben will, erwähnt heute Abend dieser Angelegenheit, indem er mitthcilt, daß ein geheimes Blatt unter dem Titel „La Republique“ in Paris vertheilt worden sei. Dieses Document trägt in der Thal diesen Titel und scheint die erste Nummer des Organs einer geheimen Exccutiv-Commisston zu sein, welche sich in der Absicbt gebildet hat, das Kaiserreich zu stürzen. Paris, 25. Jan. Heute sprach Vas Zuchtpoli- zcigericht endlich fein Urtheil in der Angelegenheit der zehn Journale, welche angeklagt waren, unerlaubte Berichte über die Sitzung des gesetzgebenden Körpers veröffentlicht zu haben. Der Gerichtshof brachte den Artikel 14 der Verfassung von 1852 in Anwendung und verurtheilte die Geranten Bosselet (Glaneur), Weiß (Journal de Paris) , Bouchard (Jnterot Public), Laurentie (Union), Bertin (Jour- nal des Debats). Jenty (France), Peyrat (Avcmr National), Hebrard (Temps), Sougöre (Siede) und Fouray (Opinion Nationale) zu taufend Franken Geldstrafe und die Unkosten. Obgleich man bei der Zusammensetzung der sechsten Kammer des Zucht- Polizeigerichts, vor welcher der Prozeß verhandelt wurde, kaum einen anderen Ausgang erwarten konnte, so macht die Verurtheilung der Journale einen höchst peinlichen Eindruck. Nach dem Urtheil der Sechsten Kammer, und insbesondere, wenn die höhere Gerichtsbarkeit dasselbe bestätigt, wird es mit der Di»- cussionssreiheit in Frankreich vollständig sein Ende erreicht haben. Die Journale werden besonders bei den bevorstehenden wichtigen Discussionen über die Presse, das Vereinsrecht, die neue Anleihe, das Rc- crutirungSgesetz und das Budget sich ganz ruhig verhalten müssen, wenn sie nicht, sobald sie sich offen aussprechen, wieder vor dem Zuchtpolizeigerichte er- scheinen wollen. Die Regierung Hal daher wohl den Zweck erreicht, welchen sie bei dem Processe verfolgte, aber es ist noch sehr die Frage, ob dies nicht mehr Schaden als Vortheil bringen wird. Brüssel, 28. Jan. Wie der „Moniteur" meldet, hat der bisherige preußische Gesandte dahier dem Könige fein Beglaubigungsschreiben als Gesandter des norddeutschen Bundes überreicht. Petersburg, 24. Zan. Das „Petersburger Journal" erwidert auf den Artikel der „Patrie" und des „Journal des Debats": Rußland sei stark und groß, hege gleich Frankreich keine VergrößerungSsucht und wünsche keine Erweiterung seiner Grenzen. Der Friede mit den Nachbarstaaten, der Wohlstand im Innern sei sein einziger Ehrgeiz. Es erstrebe die Entwicklung des Handels, der Kunst und der In- dustrie Europas. Es wünsche einen vorsichtigen Fortschritt. Ohne Haß gegen die Macht des Auslandes, würde Rußland kein ungerechtes Uebergewicht dulden. Wer den Krieg unverrneideich mache, trage eine furchtbare Verantwortlichkeit und habe den Fluch der späteren Geschichte zu gewärtigen. Ein Krieg in der Gegenwart sei rühmlos und könne nur großes PreN mit 5 Post der fahi Be 58 ler laub Bäte kann Orb: rufet wird und vier bei f falls und ren । G Gros 5E Phil Stac Kost> wird Bräu verdi anla nutze jeder brau werd @i 6 571) soll i des ' Flur offen Gi 600) soll c rad sf Flur Vzrs äffen: Gi 56( Wis fähig sämn Hoff( Lang und befiel auf äffen: