Preis vierteljährlich 36 fr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 51 ft. Gießener Anzeiger. Erscheint wöchentlich viel- mal. Dienstags, Donnerstags und Samstags. — Expedition: Canzleibcrg Ltt. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Areis Kießen. Nv. 128. Donnerstag den 29. October 1868. Für die Monate November und December werden noch Abonnements sowohl von den Postämtern als von der Expedition dieses Blattes entqegengenonlmen. Amtliche Bekrrnntmsrehungen. Bekanntmachung. Ortsgerichtsmann Conrad Weidig ist zum Kreiöamtstarator in Wildschadensangelegenheiten für den I. Bezirk (Gießen) und Ortsgerichtsmann Christian Jughard dahier ist zu dessen Ersatzmann ernannt worden. Gießen, den 10. October 1868. Großheczogiiches Kreisamt Gießen. Dr. Goldman n. Sieben, am 27. Mob r 1868. Betreffend: Die Organisation der Rentämter in der Provinz Oberhessen. DAS G r o st y e r;o g!i ch e Rentamt G i e st e n an die Großheyoglichen Bürgermeistereien des Rentamtsdestrks. An dem ersten Samstag jeden Monats fällt der Zahltag des Rentamts zu Gießen aus, indem an diesem Tage in Grünberg ein solcher abgehalten werden wird. Wir ersuchen Sie, dieses im Interesse Ihrer Gemeiudeangehörigen zur öffentlichen Kenntniß bringen zu lassen. L r> n ck e r. Winterbanfchrrle irr Darmstadt Der Localgewerbverein in Darmstadt beabsichtigt, die seit einer Reihe von Jahren unter dem Namen „Winterbauschule" unterhaltene Fortbildungsschule für Handwerker, insbesondere für Bauhandwerker, auch in diesem Winter zu eröffnen und in ihrem Lehrplan zu erweitern, wenn auf eine genügende Betheiligung von Schülern gerechnet werden kann. Der Unterricht wird umfassen: Freihand-, Linear- und technisches Fachzeichnen, Bauconstructionen, darstellende Geometrie, Rechnen, Geometrie, Elemente der Naturlehre und Mechanik, Materialienkunde und Buchführung. Der Unterricht beginnt den 1. December I- I. und schließt mit dem 28. Februar k. I. Derselbe wird, mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, täglich an den Vor- und Nachmittagen ertheilt. Das Schulgeld beträgt für die drei Monate 15 Gulden und wird beim Beginn des Unter- richts ^""Düjmigen, welche an dem bemerkten Unterricht Theil nehmen wollen, werden ersucht, sich längstens bis zum 10 November l. I. bei dem Secretariat des Landes- gewerbvereins in Darmstadt schriftlich anzumelden. Dec Vorstand des Localgelverbvereins in Darmstadt. B e k ah n t m a ch u n g. Dis Reinigung der Schorn st eine betreffend. Um entstandene Zweifel zu beseitigen, werden folgende für die Stadt Gießen erlassene Vorschriften wiederholt bekannt gemacht: 1) Die Kamine, wo beständig gefeuert wird, müssen alle Viertel-Jahre wenigstens einmal gefegt werden; wo aber nur Steinkohlen gebrannt werden, sind sie jährlich fünfmale zu reinigen, und zwar dreimale im Winter (October, December und Februar) und zweimale im Sommer (Mai und August). Es versteht sich von selbst, daß die Kamine, welche (Behufs Stubenheizung rc.) nur im Winter benützt werden, im Sommer nicht zu fegen sind. 2) Die Kamine solcher Gewerbsleute aber, welche zum Betrieb ihres Gewerbes starke Feuerung nöthig haben, wie Bäcker, Bierbrauer, Branntweinbrenner, Seifensieder, Häfner, Schlosser, Schmiede, Gastwirthe und Garköche, hinsichtlich ihrer Küchenschornsteine und dergleichen, sollen alle vier oder sechs Wochen gefegt werden, wenn nach der Größe des Gewerbes derselben eine öftere Reinigung der Schornsteine als die gewöhnliche, nöthig ist. 3) Die engen, f. g. Russischen Kamine sind in den für die gewöhnlichen Kamine vorgeschriebenen Terminen von dem darin sich anhäufenden flockigen Ruße mit einer Bürste und Kugel zu reinigen. Der sich darin anhäufende Glanzruß dagegen kann durch Ausbrennen weggeschafft werden. Dieses geschieht jedes Jahr wenigstens einmal; sogleich nach dem Ausbrennen muß das Kamin mit Bürste und Kugel gereinigt werden. 4) Die Kaminfeger haben folgende Gebühren in Ansoruch zu nehmen: a. für die Reinigung eines einstöckigen Schornsteins 4 fr., b. für jedes Stockwerk, durch welches der Schornsteiu weiter läuft, einen Kreuzer mehr. Bei gebrochenen Dächern wird der bewohnte Theil als Stockwerk, und ~ bei Küchenschornsteinen wird das Stockwerk, in welchem die Küche befindlich ist, als besonderer Stock berechnet, c. für die Reinigung der russischen Schornsteine mittelst Bürste und Kugel werden die oben bemerkten Gebühren, und für das Ausbrennen und Reinigen derselben das Doppelte bezahlt, d. das zum Anzünden der Röhren beim Ausbrennen erforderliche Brennmaterial haben die Hausbewohner zu stellen. Besondere Trinkgelder für die Gesellen und Neujahrsgeschenke dürfen nicht gefordert werden. Nach dem oben Bemerkten ist also für die Reinigung zu zahlen: wenn der Schornstein ein Stockwerk hoch ist 4 kr-, wenn er zwei Stockwerke hoch ist 5 kr., wenn er drei Stockwerke hoch ist 6 kr. und wenn er vier Stockwerke hoch ist 7 kr. e. Für das Ausbrennen und Reinigen der russischen Schornsteine das Doppelte dieses Fegerlohns. Benützen die Bewohner mehrerer Stockwerke ein Kamin gemeinschaftlich, so theilen sie sich in die hier berechneten Gebühren. Die so oft wiederkehrenden Streitigkeiten zwischen Kaminfeger und Hausbewohnern müßten fast ganz aufhören, wenn letztere das Anzeigeblatt, in welchem diese Vorschriften abaedruckt sind, aufbewahren und wenn sie sich die Tage, an welchen der Kaminfeger gefegt hat, aufschreiben würden. , Gießen, den 22. October 1868. Großherzogliche Polizei-Verwaltung der Provmzmlhauptstadt Gießen- Nover. Besondere Bekanntmachungen. Bekanntmachung. 7891) Vom Gallusmarkt ist auf dir Grünbecqer Höhe dem Chr. Simon dahier ein Mutterferkel, von Farbe weiß und im Werth von 4 fl., zugelaufen, ohne daß sich bis jetzt Jemand als Eigenthümer angemeldet hat. Hattenrod, am 26. October 1868. Großheczogliche Bürgermeisterei Hattenrod. Menget. 7875) Im Firmen-Register des unterzeichneten Gerichts ist heute folgender Eintrag vollzogen worden: Carl Engel zu Gießen betreibt daselbst seit 1. August I. I. einen Cigarren- und Branntweinhandel unter der Firma: „Carl Engel." Gießen, den 24. October 1868. Großherzogliches Stadtgericht Gießen- Muhl. 7859) Nachdem nach vorgängiger Sachuntersuchung die Ueberschuldung des Wirths Heinrich Lesch zu Großseelheim indicirt erscheint, so werden sämmtliche Gläubiger desselben zur Anmeldung ihrer Forderungen, zur Wahl eines Massecurators und eines Gläubigerausschusses, zur Instruction des letzteren, sowie zum Güteversuch Zwecks Abwendung des förmlichen Concurses, auf den 24. k- Mts., Morgens 9 Uhr, Contumacirzeit, in das hiesige Gerichtslocal unter dem Rechtsnachtheil vorgeladen, daß die nicht erscheinenden Gläubiger bezüglich eines Nachlaß- und Stundungsvertrags als dem Beschluß der Mehrheit der erschienenen Gläubiger beitretend angesehen werden. Kirchhain, am 21. October 1868. Königliches Amtsgericht. Israel- vdt. Bezzenberger- 7871) Nachdem bei mißlungenem Güte- oersuch über das Vermögen des Wirthes Johannes Keßler dahier durch Verfügung von heute der förmliche Concurs erkannt ist, so werden die betheiligten Gläubiger aufaefordcrt, ihre Forderungen im Termin den 25. November d. I-, Morgens 9 Uhr, Contumacirzeit, unter Vorlage der deshal- bigen Beweisstücke beim Rechtsnachtheil der ®,c6en" 7895) W°,»".uWL m »St* R.--»,b» b. 3. n in hem Gießener Stadtwalde nachher- ^imjvtTe, Wilhelmine Fuhr. Wellen Reisholz, schwere Double-Paletos von V V V W- Pflasterarbeit, 30 WMM 40 7 v v V Bänder, Blumen 58 475 Eskimo- Ratinö- 3/* 3/t 66 73-/i 12-/4 3056 12 “ 7862) Ich mache hiermit bekannt, daß Herr Ortsgcrichtsmann C- Weidig die Auszahlung der von den Feldgeschwornen der Gemarkung Gießen f. Z- taxirten Entschädigungsbeträge für den durch die Prozec- tirung verursachten Erndteschaden ubernom- Vermifehte Anzeigen. 7885) Infolge Umzugs von dem Fried- Hofe in unseren, nahe an demselben gelegenen Garten, mache ich das verehrliche Publikum darauf aufmerksam, daß ich durch meinen Sohn Georg das Ausschmücken der Gräber wie früher auf das Beste besorgen lassen werde, und bitte ich, das bei mir Bestellte gefälligst an mich zu entrichten. Wittwe Noll. Federn, Schleier, Corsetten unv Crinolinen bei soll in dem Gießener Stadtwalde nachverzeichnetes Holz öffentlich versteigert wer- Versteigeeungeu. Die Versteigerung von Obstbäum- chen bei der Stadt Gießen. 7876) Samstag den 31. October 1868, des Morgens 11 Uhr, sollen auf dein Platz vor dem Rathhause dahier folgende Obstbäumchen an den Meistbietenden öffentlich versteigert werden, als: 80 Aepfel-, 60 Birn-, 20 Kirschen- und 20 Mirabellenstämmchen. Wir ersuchen die Großherzoglichen Bürgermeistereien um Bekanntmachung dieses Ausschreibens. Gießen, den 27. October 1868. Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. Versteigerung von B a u- gegenständen. 7873) Montag den 2. November, Vormittags 10 Uhr, sollen im Hofe des Entbindungshauses dahier eine bedeutende Anzahl Fenster nebst Futtern, Läden, Oefen, eiserne Gitterstabe, Gehölze :c., sowie ein Flaschenscil von 500' Länge, an die Meistbietenden versteigert werden. Gießen, den 26. October 1868. Grobherzogliches Kreisbauamt Gießen. Holzapfel. Oberhessische Giserrhahueu Sektion Gießen. lassen. Gießen, den 26. October 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. Tüll unv Blonden, Idegligvhauben, Kragen und Manschetten Blousen, 7896) Die zur Debitmasse der Cigarrenfabrik Busch Söhne, Nehmeyer und Iughard gehörigen, in Wieseck gelegenen Fabriklocalitäten sind neuerdings dem Hypothekargläubiger, Banquier I. L. Fink zu Frankfurt a. M-, gerichtlich zugeschlagen worden. Dieser ist gesonnen, die Jmmob lien sofort weiter zu veräußern und lä daher etwaige Kaufliebhaber ersuchen, sich in Selbstpcrson mit mir als seinem Anwälte in Benehmen zu setzen. Gießen, den 27. October 1868. Ur. Muhl, Hofger.-Advokat- । Wechsel auf lew-Tork zum Tagescourse sind stets zu haben bei Mayer Mayer, in Frankfurt a. M. Eichelnerndte iin Gießener Stadtwalde. 7854) In den Waldungen der Stadt Gießen können Eicheln unter folgenden Bedingungen gelesen werden: 1) Jeder Sammler muß einen Erlaub- nißschein auf der hiesigen Bürgermeisterei erwirken und dafür 1 fl. zur Stadtkasse im Voraus entrichten. 2) Das Sammeln darf nur in den, von den betreffenden Forstwartcn bezeichneten Waldorten geschehen. 3) Uebertrctungen hiergegen werden m der, im Gesetz vorgesehenen Stra geahndet. . Die Großherzoglichen Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden um Bekanntmachung dieses Ausschreibcns ersucht- Gießen, den 23. October 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V. d. B-: Felsing, lr. Beigeordneter. ist für die bevorstehende Wintersaison auf stattet, und empfiehlt ganz besonders: Stecken Nadel-Prügelholz, „ „ Stockholz, Ausschließung von der Masse gegen den bestellten Contradictor Rechtsanwalt Embach dahier anzumelden und zu begründen- Kirchhain, am 8. October 1868- Königl- Preuß- Amtsgericht. Jsrael- vdt. Bezzenb crgcr- 7894) Ein möblirtes Zimmer ist zu ver- miethen bei , Domänen-Pfandmeister Sehrt, - Wallthorstraße- Arbeitsversteigerunq. 7857) Freitag den 30- d- Mts-, Vormittags 10 Uhr, sollen auf dem Kirchhof zu Großen-Buseck nachverzeichnete Arbeiten öffentlich an die Wenigstnehmenden in Accord gegeben wer- Oberhefsische Eisenbahnen Section Gießen. 7863) Sämmtliche Lieferanten werden hiermit aufgefordert, die Rechnungen spätestens in der letzten Woche des Monats, während dessen die resp. Bestellungen effec- tuirt wurden, aus dem Sectionsbüreau einzureichen. Gießen, den 26. October 1868. Der Sections-Jngenieur: H. Lippold. Bermieth ungen 7879) Ein schön möblirtes Zimmer ist zu vermiethen bei Friedrich Schwaab, Seltersweg. 7892) Georg Klös VI. von Harbach ist von Grobherzoglichem Hofgericht wegen Verschwendung unter Curatel gestellt worden. Es können deßhalb mit demselben keinerlei Rechtsgeschäfte gültig abgeschlossen werden, sondern nur unter Mitwirkung dessen Curatoren Jost Münch U- und Heinrich Buchner H. Zugleich werden alle Diesemgen, welche Forderungen an Georg Klös )!• $u bilden haben, aufgefordert, dieselben im Termin Freitag den 27. November 1- I., Vormittags 9 Uhr, um so gewisser dahier anzumelden, als sie sonst bei der Feststellung deS Vermögens und Abtragung der Schulden keine Berücksichtigung finden können. Grimberg, den 20. October 1868. Großherzogliches Landgericht Grünberg. Erdmann, Schuchard, Landrichter. Landger.-Assessor. Theerseife, "'-T""" tt wirksamstes Mittel gegen alle Hautunreinigkeiten, empfiehlt ä Stück 18 kr. (7872) Julius Wallach. den, nämlich: 1) im District Tanne, Zusammenkunft Vormittags 9 Uhr auf dem Trieb: 10V2 Stecken Nadel-Stockholz, 2707 Wellen „ Reisholz, 749 Nadel-Stangen mit 721 Cubiksuß; 2) im District Heingesboden, Zusammen- kunfr Mittags um 12 Uhr auf der Grun- berger Straße an der 6. Schneiße: s/i Stecken Eichen-Prügelholz, ~ Wellen „ Reisholz, Gießen, den 26. October 1868. Der Sections-Jngenieur: H. Lippold. Wellen „ Reisholz, Eichen-Stämme mit 170 Cubikfuß, 87 Nadel-Stangen „ 138 „ Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 1. Februar 1869 gestattet. Die Großherzoglichen Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu I 7856) Im Clubgebäude ist ein möblir- stes Zimmer zu vermiethen. „ - - '/ Velour- und Raiine-Derbys Spenglerarbeit, „ „ 82 „ 28 „ Großen-Buseck, am 24. October 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Großen-Buseck. I. A.: L. Hahn, Bezirksbauaufseher. 7897) Sämmtliche Waaren der Fabrik werden aus den besten Rohproducten, ohne jede fremdartige Beimischung, bereitet- Die Tafel-Chocoladen tragen obige Fabrik- Marke, worauf Käufer zu achten belieben. Man findet die courantesten Sorten^auf Lager in Giessen bei I. A. Busch Sohne und Lours Frohnhaustr, dorf a. el. lala, bei Apoth. C. L. Harb; m Butzbach bet Wteßler, in Friedberg bei Wilhelm Fort sch; in Mimgen bet A. Buch; tn Idch bet H. C. Bingmann. S. Flörsheim das Reichhaltigste ausge- den, als: Erdarbeit, veranschlagt zu 92 fl. —kr. Steinlieserung, Emüischer Palenl-NeiniWnqs-Crystali. 7869) Äieses allgemein beliebte und zur schnellen, leichten und billigen Herstellung einer schönen, glänzenden Wäsche, ohne Rachtheil für dieselbe, als vorzüglich anerkannte Waschpulver empfiehlt tn ^uetnnu f m a n n- Feilgebotenes 7890) Italienische Maronen (Kastanien), Kronenberger Kastanien, Tafelrosinen, Schaalmandcln, Smyrna-Feigen, Italienische Haselnüsse u- dgl. m-, frisch angekommeii bet , Joppen Schlafröcke „ Nadel- „ 2gg Nadel-Stangen mit 186 Cubikfuß; 3) inben DistrictenBrudrrwinter, Straugs- wicsc iiud Unterwald, Zusammentünft Nachmittags um halb 2 Uhr zunächst der Steinbacher Ziegelhütte: Stecken Eichen-Prügelholz, Stockholz, 7874) Hessische Hausfreund- u. Gustav- Adolph-Kalcnderpro 1868 sind vorräthig. Wiederverkäufern wird ein angemessener Nutzen gestattet. A- Balser. Oefen und' Herde zu Steinkohlen- und Holzbrand, Fcuerungs- und Küchengcräthschaften, Stein- und Braunkohlen, in ganzen und getheilten Waggon -Ladungen und im Einzelnen (7849) empfiehlt I- G- D- Bapst- 57852) Ein Päärchen auftral. Nymphen (Papageien) nebst Käfig zu verkaufen- — Bei wem? sagt die Exped- d- Bltts. 7884) Samstag den 31. d- Mts- sind an dem Main-Weser-Bahnhof Zwiebeln und Weißkraut erster Qualität von Morgens 8 Uhr an zu haben. 7860) Ein gut möblirtes Zimmer, sowie ein großes geräumiges ebener Erde, ohne Möbel, sind zu vermiethen bei L. Becker, Asterweg. 7850) Ein freundlich möblirtes Zimmer mit Cabinet ist zu vermiethen. (Neue Anlage.) Näheres bei der Expcd. d. Bltts. 7853) Auf der neuen Anlage Lit. E- Nr- 37 sind zwei möblirte Zimmer zu vcr- miethen.__ 7878) Ein Pferdestall mit Heuboden ist zu vermiethen; auch sind drei Oefen und ein Kochherd zu verkaufen. Bei wem? sagt die Expcd. d- Bltts. 7893) Bei Frau Advokat Buff sind zwei ineinandergehende möblirte Zimmer zu vermiethen.____________________________ 7881) In dem Seipp'schen Hause am Selterswege ist ein Zimmer mit Cabinet zu vermiethen._____________________________ 7864) Eine Familienwohnung, bestehend aus 2 Stuben mit Cabinet, Kammer, Küche und Keller, ist zu vermiethen bei _______ P. Herbert, Neuenweg. 7866) Ein möblirtes Zimmer ist zu vermiethen im Hause des Herrn Kürschner Schultheis, in der Marktstraße. 7845) Ein möblirtes, freundliches Man- sarden-Zimmer ist zu vermiethen- Wo? sagt die Exped- dieses Blattes-____________ 7846) Eine freundliche Familienwohnung und ein Zimmer mit Cabinet sind zu vermiethen bei H- Sauer, ______________Neuenweg Ltt- B- Nr- 194. 7882) In dem neuerbauten Hause der Herren Petri (neue Anlage) ist im oberen Stock ein schön möblirtes Zimmer mit Ca- binet zu vermiethen. _______________ 7847) Ein schön möblirtes Zimmer mit Cabinet ist zu vermiethen bei ___________Gärtner Schaum- 7848) Ein freundlich möblirtes Zimmer mit Cabinet ist zu vermiethen Wallthor- straße Lit- A- Nr- 227- Enqlischcr Patent>Neinigungs Crystall tum Waschen von Leinwand, Shirting, Mouffelin, Shawls, Merinos, gefärbten Baumwollenzeugen, Teppichen, Bürsten u- s- w-, das Paguet 3‘,g kr. Alleinige Niederlage für Gießen und Umgegend bet (7870) Ernst Hermes, Matenaltst. 7844) Das Herrenkleider - Magazin voll 7855) Extra große Flanell-Hemden, Gesundheits-Jacken, welche im Waschen nicht eingehen, sowie Kragen in allen Sorten, empfiehlt H- Rübsamen. 7889) Stearinkerzen, pr. Paquet 22, 24, 26 und 28 kr., in 4r-, 5r- und 6r-Packung, sowie lose ächte Berliner Brillantkerzen, pr. Pfund 26 kr., in allen Nummern, bei I. A- Busch Söhne. Schuhmacher-Gesuch. 7887) Tüchtige Arbeiter finden dauernde Beschäftigung bei m Frtedr. Wtlh. Lob er. 7898) Unserem lieben Käthchcn ...... zu ihrem heute statthabenden 17. Wiegenfeste die herzlichsten Glückwünsche und ,zugleich ein Hoch, welches die ganze Kastanienallee erschüttert. Leim & Klempner. 7861) Unterzeichnete, erst kürzlich von Mainz hier angenommen, empfiehlt sich den geehrten Damen als Putzmacherin, und verspricht prompte und billigste Bedienung. Auch übernimmt sie seine Wäsche zum Bügeln. Antonie Clar, wohnhaft bei Herrn Photograph Sauer, Neuenweg. £ STMLVtiRSK 11 fl. an bis zu 21 fl. 20 // V ff ff 35 , 17V2 ff ff V ff 32 , 9 ff ff V ff 2 i „ V ff ff ff 7 „ 7 ff v ff ff auf a werde Agent AUg aewälsi laben ' in das angek und 7865) nitmnc mit nc traits fachem von £ mit de wird ( 7888) <$ Ben Sexte cngagi Die tag A The gelade 788l zu ba sagt d 785: ein br erfrag Publi höher als f Ihr ' Todei der 5 nahe; die C des Q schnit! 49, t 133, fahru gewiß erfolg B visori als $ Wir z bis Tage volut jeder gung den, die a litt, einer bindr gema einer komn ficit $ M Scliuldforderiingeii ZZ und Incassi aUf alle Plätze des In- und Auslandes, also auch auf alle überseeischen, werden zur Realisirung von uns angenommen. Prospecte und Antragsformulare gratis im Bureau unserer Haupt- Agentur in Giessen bei Herrn Wilhelm Balser, Neustadt Lit. D. Nr. 39. „A Ile sei 8i ei ei i a-% Allgemeine Licitatiöns-Bank für Schuldforderungen und Werthpapiere. 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Da Spanien balo nach Ausbruch der Re- volution mittelbar zu erkennen gegeben war, es werve jeder seiner Entschliessungen hinsichtlich seiner Rcgie- gungsform vom norDdeutschen Bunde respectiri werden, so handelt es sich nur noch um eine Formalität, die ans rein äußeren Gründen eine Verzögerung erlitt. — Von Steuerzuschlägen, wie überhaupt von einer neuen Steuer, bleiben wir die Landtagssession hindurch noch verschont; das ist ausgemacht. Aus- gemacht ist aber, daß auch nur so lange nicht von einer neuen Steuer die Rede sein wird. Später kommt sie so gewiß, als wir ein beträchtliches Deficit haben, das nicht ungedeckt bleiben kann. Der Staatsschatz soll intact bleiben; auf die Gründe hierfür wiesen wir bereits hin. Wien, 27. Oct. Die „Presse" und das „Tagblatt" melden, daß Baron v. Beust in der gestrigen Sitzung Des Wchrausschusses eine bedeutungsvolle Rede zur Motivirung der Regierungsforderung von 800,000 Mann gehalten habe. Die höchst wichtigen Mittheilungen Beust's, einen Hinblick auf die allgemeine Weltlage enthaltend, bestimmten die Abgeordneten, welche die Regierungsforderung anfänglich bestritten hatten, dieselbe vollständig mit großer Majorität anzunehmen. Nach den genannten Blättern schilderte Beust die allgemeine Weltlage als eine solche, welche unbedingt verlange, daß Oesterreich stark sei, um nicht unvorbereitet dazustehen, wenn auch eine Bedrohung des Friedens gegenwärtig nicht vorliege. Prag, 22. Oct. Der Redacteur der Wochenschrift „Hlas", Ferdinand Wilsdorf, wurde wegen Verbrechens der Störung der öffentlichen Ruhe zu sechtmonatlichem schweren Kerker und 1000 Gulden Eautionsverfall, und der Redacteur der „Narodni Pokrok", Czerny, wegen Vergehens Der Aufwiegelung zu Dreimonatlichem strengen Arreste und 3000 fl. Eautionsverfall vernrtdeilt. Der oberste Gerichtshof bestätigte das gegen den Rechtshörer Patzak wegen Hochverraths in erster Instanz gefällte, auf fünfjährigen schweren Kerker lautende Urtheil. Prag, 23. Oct. Der Statthaltereileiter hat von dein ihm zustehenden Rechte der Jurisdiction über Die Zeitungen Gebrauch gemacht und särnmt- liche in ezechischer Sprache erscheinende Zeitschriften suspendirt, nur das Czechenorgan in deutscher Sprache erscheint noch, fühlt sich jedoch unter Den gegenwärtigen Verhältnissen hier so unbehaglich, dass die Re- daetion nach Wien übersiedeln will. Für die durch Suspension der politischen Organe brodlos gewordenen Drucker werden in nationalen Kreisen Privatsammlungen cingeleitet. Auch mehreren czechischen Vereinen wurde das Halten ihrer Versammlungen verboten. In Folge dieser Maßregeln merkt man von dem Ausnahmezustand, in dem wir uns befinden, gar nichts, nur daß Gcnsd'armerie-Patrouillen die Stadt durchzieben. Der Bürgermeister ist nach Wien abgereist, um in einer Audienz bei dem Minister des Innern für baldige Behebung der Ausnahmemaß- rcgcln zu wirken. Reichenberg, 21. Oct. Nach authentischen Berichten gab die Verhinderung der Czechen-Mectings durch die energischen Regierungsmaßregeln in der Nähe der preußischen Grenze am letzten Sonntag zu einer eigenthümlichen Demonstration Anlaß. Die czechischen Demonstranten zogen nämlich schaaren- weise über die Grenze, brachten auf preußischem Boden Slavas auf die Czechenrechre aus, und kehrten sodann wieder Heini. Paris, 25. Oct. Die bedeutsame Note des „Etendard" über den bevorstehenden diplomatischen Schritt der dänischen Regierung in Betreff Nordschleswigs lautet: „Ein auswärtiges Blatt meldet als bevorstehend Vie Veröffentlichung eines Manifestes des Königs von Dänemark, welches an die Mächte, welche den Prager Frieden unterzeichnet haben, gerichtet wäre und auf die schleswigsche Frage Bezug hätte. In dieser Form ist die Angabe dop- pelt unrichtig. Unseren Informationen zufolge hat die dänische Staatskanzlei soeben nicht ein Manifest an die genannten Mächte, sondern lediglich eine Depesche abgefaßt, welche eine directe Reclamation an das preußische Cabinct wegen Ausführung der auf Schleswig bezüglichen Bestimmungen des Prager Friedens enthält." — Der Kaiser und die Kaiserin haben vorgestern der Königin Christine in ihrem Hotel in den Elyseeischen Feldern einen Besuch abgesiattet, welcher eine volle Stunde währte. Wenn der „Gau- lois" recht unterrichtet ist, so hätte die Königin Isabella das bekannte pompejanische Palais in den Elyseeischen Feldern, welches der Prinz Napoleon vor etwa 10 Jahren erbauen ließ und das seitdem durch viele Hände ging, erstanden, in der Absicht, es selbst zu beziehen. Paris, 26. Oct. Die „France" dementirt die Mitthcilung ces „Etendard" betreffs Nordschlcswigs und sagt, daß in dieser Frage zwischen Kopenhagen und Berlin seit mehr als einem Jahre keine Noten gewechselt worden seien. Kopenhagen, 26. Oct. Die Meldung des „Etendard", nach welcher von der dänischen Regierung eine auf die schleswigsche Frage bezügliche Depesche an das Berliner Eabinet gerichtet wäre, wird von osficiöser Seite als ganz grundlos bezeichnet. Das Stadium der Verhandlungen ist unverändert. Florenz, 22. Oct. Alle römischen Correspon- denzcn versichern, daß in Rom tiefe Traue herrsche. Bereits mache sich ras Ausbleiben der bedeutenden Summen fühlbar, welche Isabella mit größter Pünktlichkeit Woche für Woche zur Bestreitung der Kosten der päpstlichen Armee beigesteuert. In den wenigen seit ihrem Sturze verflossenen Wochen habe sich schon ein merkliches Deficit herausgestellt, und Cardinal Antonelli sei dadurch veranlaßt worden, den übrigen Ministern und mehreren Cardinälen die Frage vorzulegen : was in dieser neuen drängenden Lage zu geschehen habe? Wabrschcinlich werte man sich zu Ersparnissen in dem Militärbudget verstehen; Antonelli schlage vor, das Heer auf 5000 MannGenSd'ar- men und ebensoviel Linie zu reduciren und zumal die Zuaven zu entlassen, welche durch ihre Jndisciplin Aergerniß geben und doppelt so viel kosten als die anderen Corps. — Der General Lamormora ist seit ein paar Tagen nach längerer Abwesenheit hierher zurückgekehrt. Er hat in den letzten Wochen die deutsch-französischen Grcnzprovinzen bereist und sich von dem Stand der Rüstungen in beiden Ländern zu überzeugen gesucht. Seine Beobachtungen ließen ihn schließen, so hak er seinen hiesigen Freunden er- zählt, daß man weder in Deutschland noch in Frankreich an einen baldigen Krieg denke. Madrid, 26. Oct. Die „Gaceta" veröffentlicht ein Manifest der provisorischen Regierung an die Nation, worin sie die Bürger auffordcrt, über die wahren Bestrebungen und positiven Bedürfnisse nachzudenken, welche demnächst befriedigt werden müssen. Sie faßt den Fall der Dynastie als den Pro- birstein der durch die Revolution eröffneten. neuen Aera auf. Die Verwaltungsprincipien der künftigen Regierung werden auf die Freiheit im weitesten Sinne basirt fein. Am wichtigsten sei die durch die neue politische Lage herbeigeführte religiöse Freiheit, sodann die Unterrichts-, Preß- und Versammlungsfreiheit.^ Das Manifest sagt, die provisorische Regierung stimme für eine starke Monarchie, entwickelt die Gründe hierfür, versichert jedoch, die Nationalsou- veränetät solle respectirt werden, und schließt, indem es Vertrauen, Ordnung und den Beistand des Volkes fordert. Vermischtes. Darmstadt, 22. Oct. Das heute erschienene Regierungsblatt Nr. 55 enthält: I. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des Innern, die Bestätigung einer Schenkung betreffend. II. Bekanntmachung Großherzoglichcn Ministeriums der Innern, die Zuthcilung der evangelischen Pfarreien in den zufolge des Fricdensvcrtrags mit dem Königreich Preußen vom 3. September 1866 mit dem Großherzogthum vereinigten Ge- bietstheilen zu den Dekanaten bet. III. Bekanntmachung derselben Behörde, di« Organisation der KreiSveterinärämker betr. IV. Ermächtigung zur Annahme fremder Or. den. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben aller- gnädigst geruht: am 29. Juni dem Prälaten Dr. Zimmermann die Erlaubniß zur Annahme uud zum Tragen des ihm von ®. M. dem König von Preußen verliehenen rothen Adler- Orden zweiter Claffe, — sowie des von S. König!. H. dem Großherzog von Sachsen-Weimar ihm verliehenen Comthur- krenzes des weißen Falken-Ordens, — am 9. Sept, dem Bürgermeister der Bürgermeisterei Worms, Heinrich Brück, die Erlaubniß zur Annahme und zum Tragen des ihm von S. M. dem König von Preußen verliehenen rothen Adler-Ordens vierter Elaste, — am 10. Sept, dem Hofphotographen Holza- mer zu Worms die Erlaubniß zur Annabme und zum Tragen der ihm von S. M. dem König von Würtemberg verliehenen goldenen Medaille für Kunst und Wissenschaft, und in den letzten Tagen des September den nachbenannten Herrn die Erlaubniß zur Annahme und zum Tragen der ihnen von Er. Maj. dem Kaiser von Rußland verliehenen Orden zu ertheilen: Hof-Garten-Director Geiger St. Annen-Orden 3. Claffe; Pvst-Kaffen-Controleur Bötticher zu Darmstadt Ritterkreuz 3. Claffe des St. Stanislaus-Ordens; Vice-Oberjägermeister Frhr. Berthold v. Bibra St. Annen-Orden 1. Claffe; Pro- vinzial-Direetor v. Willich zu Darmstadt St. Sanislaus- Orven 2. Claffe mit dem Stern; Forstmeister Dittmar zu Jugenheim St. Annen-Orden 3. Claffe; Oberförster K l i p- stein zu Jägersburg St. Stanislaus-Orden 3. Claffe: Kreisrath Knorr zu Bensheim St. Annen-Orden 3. Claffe; Oberförster Lipp zu Auerbach St. Sranislauö-Orden 3. Claffe; Polizeirath Petsch zu Darmstadt St. Stanislaus-Orden 2. Claffe; Bahn-Ingenieur Geßner zu Frankfurt a. M. St. Stanislaus-Oroen 3. Claffe: Director des Großh. Hoftheaters und der Hofmusik, Tescher, St. Stanislaus-Orden 2. Claffe; Hofkapellmeister NeSpadba St. Stanislaus-Orden 3. Clatze; Hof-Garten-Jnspector Schnittspahn zu Auerbach Et. Sta- niSlauS-Orden 3. Claffe. — Sc. König!. Hoh. der Großherzog haben endlich geruht, dem ordentlichen Professor in der philosophischen Fakultät der LandeSuniversität, Baurath Dr. Hugo v. Ritgen zu Gießen, die Erlaubniß zur Annahme und zum Tragen des ihm von Sr. Maj. dem König von Preußen verliehenen Kronen-OrdeuS 3. Claffe und dem Hof- und Münz- medailleur Professor Christ. Schnitzspahn bezüglich desselben Ordens 4. Elaste zu ertheilen. V. CharakterertHeilungen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allerguädigst geruht: am 14. Oct. dem Kanzlisten bei der Kanzlei der Ober-Steuer-Direetion, Schmidt, den Charakter als Kanzlei-Jnspector zu verleihen'. VI. Gestorben sind: am 6. Sept, der Schullehrer Strein zu Weiten-Gesäß; am 16. Sept, der Kreisrath a. D., Westernacher, zu Bessungen; am 18. Sept, der pen- stvnirte Ortseinnehmer Raab zu Alzey; am 19. Sept, der zweite Landgerichtsdierer Schäfer zu Grünberg. Mainz. Als Nachahmungswerth empfehlen wir allen Frauen folgende That einer resoluten Mainzerin. Deren Mann — einem Wagnermeister — gefiel es schon seit mehreren Tagen in einem Bierlokale so gut, daß er da seine ganze Tageszeit zubrachte. Da nun aber zu Hause viel zu thun war, so ließ ihn: kürzlich Morgens seine besorgte Gattin durch zwei Gesellen die Hobelbank in fragliche« Local bringen, damit er an seinem Lieblingsaufenthalte auch ferner verweilen könne, ohne sein Geschäft weiter vernachlässigen zu müssen. Falls das Beispiel der Mainzerin Nachahmung finden sollte, so wird man wohl hier und da in manchem Wirthslvkale eine recht gelungene Ausstellung von Hobelbänken, Schraubstöcken, Schn- sterstühlen, Schneiderboutiquen, Speißeimern u. s. w. u. s. w. finden können. Nauheim, 24. Oct. Heute kurz nach Mittag wurden wir durch Feuerlärm erschreckt. Es brannte im Statiousge- bäude, und aller Löschungsversuchc ungeachtet, Hörle das Feuer erst auf, als fast das ganze Innere des Hauses von der Flamme verzehrt war. Sachsen. Ein sächsisches Blatt enthält folgende Notiz von einem bekannten Reisenden: „Als ich von Prag nach Dresden fuhr (das letzte Stück auf der Elbe), war ein Pole mit seiner Tochter auf dem Schiffe. Wie mir schien, war er ein Edelmann, nicht hoch bei Jahren, aber dennoch grau. In seinen Zügen lag jener Gram, den die Lust der Verbannung auf die Gesichter prägt: an seinen: Stocke trug er von Gold den Kopf des alten Napoleon. In ihm hatten ja die Polen den Messias erwartet. Wenn der Vater gar zu finster blickte, dann schmiegte sich die schöne Tochter an seine Schulter. Sie trug schwarze Kleider und goldnes Haar, und als ich mit ihr zu sprechen begann, da sprach sie von den deutschen Mädchen. „Sie scheinen mir alle so unerweckt, erwie- dertc sie auf mein Lob, und ich glaube, daß die meisten erst dann empfinden, wenn eigene Herzenserlebniffc sie zum Bewußtsein bringen. Bei den Töchtern unglücklicher Völker ist daanders. Dort ist von Anbeginn ein Gegenstand für das Herz des Weibes gegeben, und ehe sie von einem Manne hört, hört sie vom Vaterland und seinen Leiden. Ihr erster Gedanke ist der nationale, die erste Liebe einer Polin ist die Liebe zum Vaterlande. Dadurch gelangt da« Weib bei uns zu einer Selbstständigkeit des Empfindens, die nicht unweiblich ist, und zu jener Entschlossenheit, die ich so sehr vermisse an den deutschen Frauen." — Ich wollte die Kleine in Versuchung führen. „Sie meinen mit der Entschlossenheit wohl die Eman- cipation?" - „Die meine ich nicht, erwicderte sie; denn ich weiß wohl, daß die Frauen nicht zur Politck berufen sind. Nicht am nationalen Handeln, aber am natwnalen Gedanken sollen sie Antheil haben, und wenn die deutsche Idee mehr im Herzen der Frauen lebte, dann würde sie eine ganz andere | Macht entfalten. Erst dann wär« sic im Volke ganz populär.» — Ich war verdutzt über diesen kleinen Diplomaten. S,x sind so jung, mein Fräulein, entgegnete ich, daß man wohl fragen darf, wie alt Sie sind. — „Nächstens werde ich stchz, zehn, aber ich bin eine Polin." Frankfurt. Da die Aepfel in Folge der heurigen Trockenheit nicht so saftrcich als sonst waren, so berechnen die Aepfel- wein-Producenten, daß circa 20 Malter Aepfel auf ein Stück gehen. Demnach werden die 70,000 Malter eingeführten Kelterobstes 3500 Stück Acpfelwein gegeben haben. Im Durchschnitt kostete das Malter 2 fi. 42 kr. Inclusive des Arbeitslohnes und der städtischen Accise, per Malter 30 kr., waren 232,000 st. zur Erzeugung dieses Quantums Aepfelwein erforderlich. Aus Herrieden, 22. Oct., schreibt man der „Frank. Ztg." : „Ein heftiger Polarstrom, von den nordwestlichen Eisfeldern des atlantischen Oceans kommend, erniedrigte bei seinem Zuzuge von Nordwest nach Südwest das Thermometer Morgens 8 Uhr am 19. in London auf 1,8 Grad, im Scarborough auf 0,0 Grad, sodann am 20. in Paris auf 2,1 Grad und in Mezieres auf — 1,0 Grad, ferner heute dahier auf ■— 0,2 Grad und verkündet uns den Eintritt deö klimatischen Winters, welcher in unseren Gegenden durchschnittlich am 23. Oct. einzieht. Bern, 19. Oct. Die Geldbeiträge für die Ueberschwemm- ten mehren sich in so erfreulicher Weise, daß man nur die hervorragendsten Posten aufführen kann. Als solche sind zu nennen: 20,000 Fr., welche der König von Preußen durch seinen Gesandten heute dem Bundesrath zur Verfügung gestellt hat; die colvffale Summe von 170,000 Fr., welche die Stadt Basel bis gestern und 40,000 Fr., welche die Stadt Bern bis jetzt zusammengebracht hat. Auch die Subscriptionsliste des „Genfer Journals" weist bereits 25,000 Fr. auf. Die Königin Wittwe von Würtemberg hat auch 1000 Fr. gegeben, mit besonderer Bestimmung, für die Waisen Verunglückter. Bern, 21. Oct. Aus Zürich wird berichtet, daß dem dortigen cantonalen HülfSverein für die Wasserbeschädigten bis gestern 21,581 Frauken zugegaugen seien. In Staus (Nidwalden) gcht man Abendunterhaltungen und Schießen zu lhrem Besten. In Schaffhausen sind die Liebesgaben auf 26,000 Fr. «»gestiegen^ In Morges hCanton Waadt) hat eine Hau«- cvllecte 3200 Fr. abgeworfcn, eine ähnliche in Olten (Solothurn) 4300 Fr. und etwa 1000 Fr. Werth an Lcbenemit- teln ic. Aus dem Thurgau sind letzte Woche bereits 4500 Fr. in Baar eingegangen. In Vevey hat die Hauscollecte 10,000 Fr. ertragen ;c. ic. Paris. 12. Oct. Der Siede erzählt heute folgende Geschichte über Marfori, und führt als Zeugen einen ehemaligen Freund des Intendanten der Königin Isabella an. Es sei ihm von einer Wahrsagerin verkündet, daß er dereinst berufen sein werde, sich eine schöne und mächtige Königin zur linken Hand anzutrauen. Diese Wahrsagung stieg Marfori, der ein schöner und unternehmender Mann war, zu Kopfe, und er machte sich auf die Reise, um die ihm verheißene Königin auf- znsuchen. Er bereiste ganz Europa. Entmulhigt kehrte er nach Paris zurück, wo der Gewährsmann deS „Siede" seine Bekanntschaft machte. Als er von den Bestrebungen des Marfori erfahren, fragte er diesen, warum er denn nicht in Spanien die Stichhaltigkeit der betreffenden Prophezeihung erprobe. Der Rath seines Freundes machte ihn nachdenklich, und er ging nach Madrid, wo denn die Prophezeihung gar bald in Erfüllung ging, wie alle Welt weiß. Belgien hat einen Gesandten, vor welchem alle Throne zittern, er wird aus Discretion nicht genannt. Fünfmal schon war er gesandtschaftlicher Senge zusammenbrechender Throne. Im Jahre 1830 war er in Paris, als Karl X. gehen mußte; im Jahr 1848 ebendaselbst, als Louis Philipp den Weg Karls X. ging; im Jahre 1861 in Neapel, als Franz II." vertrieben wurde, und dann in Griechenland, als König Otto fiel. In Madrid sah er soeben Isabella flüchten — und jetzt gedenkt ihn der König seinem drohenden Nachbar Napoleon zu schicken. In Rom hat der Papst ein ganzes Nonnenkloster aufheben und die Nonnen sämmtlich in ihre Heimath entlassen müssen, weil ste das Gelübde der Keuschheit übertreten hatten. Spanien. König Ferdinand von Portugal (der Vater) antwortete auf eine vertrauliche Anfrage: Sie bieten mir eine Krone an, ich habe die meinige mit diesem Panamahute umgetauscht, weil mir das eine bequemere Kopfbedeckung zu sein scheint. — Bei diesen Worten öffnete er das Fenster, deutete auf seinen Weingarten und sagte: Ich habe mich zum Winzer gemacht, ich fabrizire Wein statt Politik, und das ist besser; denn diese wird häufig sauer. Spanien. General Prim ist vorläustg der einflußreichste Mann der provisorischen Regierung in Spanien. Er ist ein schöner, ritterlicher Mann in den Fünfzigern, war ein halbes Dutzendmal wegen Revvlutivnirens zum Tode verurtheilt und sieht aus wie das Leben; er hat einen guten Kopf und Degen und ist Inhaber einer Frau, deren Silberminen in Meriko ihm jährlich eine Million Francs einbringen. Diese Frau und ihre Million weiß er trefflich zu verwerthen. Dem Prinzen Napoleon hat er geschrieben, die provisorische Regierung sei über die Besetzung des spanischen Thrones zwar noch nicht schlüssig, sie werde aber keinen Prinzen wählen, der Eu- ropa's und namentlich Frankreichs Zustimmung nicht finden werde. Der Brief ist für den Kaiser bestimmt und soll ihm vielleicht einen Strohhalm durch den Mund ziehen. Türkei. Der Sultan hatte Bauchweh, was bei Sultanen manchmal vvrkommt, und rief: Ich bin vergiftet! Der Harem und ganz Constantinopel munkelte von einer Verschwörung. Der Leibarzt machte sein bedenklichstes Gesicht und mischte eigenhändig ein Brechpulver; der Sultan brach drei Tage lang, am vierten ward er gesund und schenkte seinem Lebeusretier 25,000 Pfund Sterling. Es lebe die Charlatanerie! Amerika. Ein unangenehme Strike ist in Philadelphia vorgekommen, wo die Arbeiter in den Gaswerken die Arbeit niederleglen, um höhere Löhne zu erlangen. Die Stadt war in Folge dessen in Dunkel gehüllt, die Theater waren geschloffen und in den Häusern wurden Oel und Lichter gebrannt. Natürlich war der Verkehr vollständig gehemmt. *** E r i st erkann t. „Na, Herr Licutenannt, ist eine Prise gefällig?" — ..Nein, Herr Doctor, das Laster deS Schnupfens habe ich nicht." — „Ach, seien Sie still, wenn'» ein Laster wäre, hätten Sie's gewiß." Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.