Holzversteigerung. 3728) Donnerstag den 4. Juni wird in den Domanialwaldabtheilungen Hasenkopf, Brauhofsberg, Unterwald und Rabenpfuhl nachvcrzeichnetes Holz versteigert: Scheidh. Prügelh. Stockh. Reish- Stecken Stecken Stecken Wellen Buchen 31*« 89V2 97 2850 Eichen — 11 1 250 Aspen 1 6 — 100 Nadelholz 3 30'/« 15*/« 1025 Zusammenkunft Morgens 9 Uhr auf der Steinberger Straße am SteinbergerFußpfad. Freitag den 5. Juni wird weiter in den Abtheilungen Günthersgrab, Schinderskopf, Schindanger, Tempel und Dörnergrund versteigert: Scheidh. Prügelh. Stockh. Reish. Stecken Stecken Stecken Wellen Eichen 1 27z 22*/« 1050 Nadelholz 52 172*/« 221 */2 9725 Zusammenkunft Morgens 9 Uhr im Günthersgrab an der Bergwerkspumpe. Credit für beide Versteigerungen bis 30. September. Gießen, am 26. Mai 1868. Großherzogliche Oberförsterei Schiffenberg. Dr. ®raubt. Heugras - Versteigerungen bei dem Großherzoglichen Rentamte Gießen. 3759) Das diesjährige Heugras von den Großherzoglichen Domanialwiesen wird versteigert : 1) Montag den 15. Juni, a. Morgens um 9 Uhr von 22 Morgen in der Gemarkung Alten-Buseck (bei Wirth Ph. Kramer III. daselbst). b. Vormittags um 11 Uhr von 25 Morgen der Sorauwiese in der Gemarkung Staufenberg (bei Wirth Walther zu Daubringen). o. Nachmittags um 2 Uhr von 5 Morgen der Mühlwiese in der Gemarkung Treis a. d. Lda. (bei Wirth Benner). 2) Mittwoch den 17. Juni, •• Morgens um 9 Uhr von 135 Morgen in der Gemarkung Wieseck (bei Wirth Dorfeld daselbst). Preis vierteljährlich 36 kr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 51 kr. Gießener Anzeiger. Erscheint wöchentlich dreimal: Dienstags, Donnerstags und Samstags. — Expedition: Canzleiberg Lit. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Ireis Kielen. Nr. 63. Donnerstag den 28. Mai 1868. Brodpreife: 4 Pfund gemischtes Brod 22 kr. 4 Pfund Roggenbrod 19 kr. Amtliche Bekanntmachungen. Nr. 14 des Bundes-Gesetzblattes für den Norddeutschen Bund, ausgegeben zu Berlin den 19. Mai 1868, enthält: (Nr- 99.) Vertrag zwischen dem Norddeutschen Bunde und Belgien, betreffend den gegenseitigen Austausch von kleinen Packeten und von Geldsendungen. Vom 26. Marz 1868. (Nr. 100.) Bekanntmachung, betreffend die Ernennung von Konsuln resp. Viceconsuln des Norddeutschen Bundes in Rounne, Nizza, Marseille, Montpellier, Nantes, Brest, Mülhausen, Dünkirchen, Bordeaux, Toulon, Havre, Bayonne, Cette, La Rochelle, Algier, Calais, St. Malo, Caen, Cherbourg, Dieppe, Lorient, St-Martin und Rochefort. (Nr. 101.) Bekanntmachung, betr. die Ernennung eines Generalconsuls des Norddeutschen Bundes zu Triest. Gießen, den 26. Mai 1868. Großherzogliches Kreisamt Gießen. In Verhinderung des Kreisraths: Kekulö, Kreisassessor. Bekanntmachung. Von dem Commando des Großherzoglichen I. Jäger-Bataillons sind wir benachrichtigt, daß nunmehr das Zielschießen des Bataillons auf dem neu hergestellteu Schießplätze seinen Anfang nimmt und zwar mit der täglichen Dauer von Vormittags 6 bis 11 und Nachmittags von 2 bis 7 Uhr. Wir bringen dies mit der Empfehlung zur öffentlichen Kenntniß, zur Vermeidung von Unglücksfällen den Wald hinter den Kugelfängen nur ailf gangbaren Wegen zu betreten. Gießen, den 19. Mai 1868. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. G o l d m a n n. Versteigerungen. Versteigerung von Arbeiten bei der Stadt Gießen. 3751) Samstag den 30. Mai 1868, Vormittags 9 Uhr, werden auf der Geschäftsstube der Bürgermeisterei folgende Arbeiten an den Wenigst- nehmendeu vergeben: Sandfahren, veranschl. zu 12 fl. Pflasterarbeit, „ „ 250 „ Gießen, den 25. Mai 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen Vogt. b. Nachmittags um 3 Uhr von 142 Morgen der Weid-, Burg-, Ochsen- und Weidenstrauch-Wiesen in der Gemarkung Gießen (im Gasthaus zum Pfau bei Gießen). 3) Donnerstag den 18. Juni, Morgens um 9 Uhr von 96 Morgen in den Gemarkungen Leihgestern, Schiffenberg und Watzenborn (im Gemeindehause zu Watzenborn). Gießen, den 26. Mai 1868. Grobherzogliches Rentamt Gießen. _________________Lyncker.____________ Holzverkauf. 3729) Mittwoch den 3. Juni c., um 2 Uhr, werden im Schulhause I zu Wismar aus dem dortigen Gemeindewalde versteigert: Eichen-Nutzholz für Wagner l*/2 Klftr., Scheidh. Klftr.: 10*/4 Buchen — 7*/2 Eichen, Knüppel „ 19*/« „ —6*/« „ Stöcke „ 19 72 „ - IV« „ Reiser „ 14 72 „ —10 Der Förster Guckelsberger zu Wismar giebt über Forstdistricte nähere Auskunft. Krofdorf, den 25. Mai 1868. Der Bürgermeister: Colnot. lEn-tout-cas und Sonnenschirme« Das Neueste. Große Auswahl. Billige Preise. (3755)______________________________H. Hochstätter Wittwe. Das Herren Kleider Magazin von S. Flörsheim empfiehlt: schwarze Tuchröcke ... von 12 fl. an bis 24 fl., schwarze Buckskin-Hofen . „ 6 v V V , elegante Buckskin - Anzüge v 18 , „ , 30 , feine Orleans-Röcke . . „ 4A/2« // v 10 , v Alpacas in hellen Farben , 7 , , , 11 V . Drell-Anzüge (complete) . „ 8 , g ,15 , z Drell-Sace in ruff. Seinen „ 3!/2 v , v 0 , Haus- u Comptoir-Röcke v 2y2 „ V V b 1/2 , Arbeitshofen..... 1 Vs v v v 2 Vs v Gediegene Arbeit und moderner Schnitt, werden zugesichert. sowie billige Preise (3749) Holzversteiqerung. 3770) Freitag den 5. Juni d. I., Vormittags 10 Uhr, findet auf unserem Bureau die Ansteigerung der Lieferung des Brcnnholzbedarfes der Universität und des Gymnasiums dahier für den Winter 18S8/69 mit zusammen 270 Stecken in angemessenen Partieen statt. Gießen, am 26. Mai 1868. Großherzogliches Universitäts-Rentamt. In Erledigung der Umoersitäts- Rentamtsstelle: Dittmar, ___________Hospital-Rentamtmann.______ 3744) Samstag den 30. l. M-, Nachmittags 1 Uhr, sollen in der Rathhausstube dahier 116,000 Stück meistens feine Cigarren, sowie fünf Ballen Tabak, an den Meistbietenden gegen gleich baare Zahlung versteigert werden. Heuchelheim, am 23. Mai 1868. Großherzogliches Ortsgericht Heuchelheim. Jung. Feilgebotenes. 3767) Kautschuck- und Schildfrot- Kämmc, sowie Chignon-, Pfeil- und alle andere Sorten Kamme, empfiehlt Bernhard Abend, Kammmacher, ___________________Weidgasse._______________, 3760) Feinstes Schwung- und Vorschußmehl ist zu haben bei Carl Plank, in der Wolkengasse. Borsdorfev Aepfelwein. 3774) Den Verkauf dieses von mir mit der größten Sorgfalt gepflegten Obstweins übergab ich den Herren I. A. Busch Söhne in Gießen. Derselbe ist von ausgezeichneter Güte und dem Traubenwein geringerer Qualität vorzuziehen. Der Verkaufspreis ist pr. Schoppen 4 fr., in Gebinden billiger. ___________________________A. Joutz zum Hessischen Hofe in Butzbach. 3773) Meine so beliebten mouffirendeu Hochheimer, sowie französischen Weine und Tifchweine bringe ich zu bevorstehenden Festtagen in empfehlende Erinnerung. Pitthan, im Adler. Jeder Zahnschmerz, ohne Unterschied, wird durch mein in allen deutschen Staaten rühmlichst bekanntes Zahn-Mundwasser binnen einer Minute sicher und schmerzlos vertrieben, was unzäh- tige Danksagungen der höchsten Personen bekunden. E« Hnckftädt in Berlin, Oranienstraße 57, am Marktplatz. | Zu haben in Flaschen ä 18 und 36 kr. bei |(3756) Carl Frech in Gießen- 3761) Eine einspännige neue Calechc ist billig zu verkaufen bei Schmied Unverzagt, Wallthor- 3776) Ganz frische Obergähr-Hefe bei Carl Heil. 3766) Große Dickwurzeln sind zu verkaufen bei Ph. Lamp ns. s Kunsthefe ist von jetzt an täglich frisch zu haben bei $r. Schirmer, Wolkengasse. 3731) 50—60 schöne neue Kochöfcu und Kochherde von 5 — 40 fl., Schützenof/n von 50-60 fl. pr. Stück, sind zu verkaufen bei H. Leon's Wittwe in Nordecken. Ziel 1 Jahr. ________________________ 3772) Schöne große Dickwurzel-Pflan- -cn zu haben bei _________Th. Lony, Promenadehaus. 3775) Hefe, täglich frisch, bei ________________Pitthan im Adler. 3697) Ein fast noch neuer Rciscfoffer steht zu verkaufen bei I. Rothenberger, Lindenplatz. Versendung der -Karlsbader natürlichen Mineralwasser. Die nicht selten an das Wunderbare grenzende Heilkraft des Mineralwassers von Karlsbad ist zu bekannt, als daß es noch nöthig wäre, selbes anzupreisen. Es ist dies eine durch die Erfahrung mehrerer Jahrhunderte erwiefene Thatsache. Man gebraucht das versendete Karlsbader Wasser auf dieselbe Art zu Hause, wie an der Quelle selbst. Die gewöhnliche Dosis ist an jedem Morgen eine Flasche Mineralwasser, bas man in Zwischenräumen von je 20 Minuten entweder kalt oder erwärmt bei Bewegung im Freien, wenn cs zulässig, oder zu Hause und nöthigenfalls im Bette genießt. Um die abführende Wirkung Les versendeten Karlsbader Wassers zu verstärken, braucht man demselben nur einen Theelöffcl voll Sprudelsalzes zuzusetzen. Alle Bestellungen auf Mineralwasser, Sprudelsalz , Sprudelseife werden pünktlichst esfektuirt durch die Depots in jeder größeren Stadt und direkt durch die Brunnen - Versendungsdirektion Heinrich Mattoni in Karlsbad (Böhmens. (3757) Vermiethungen. Die Vermiethung einer Wohnung. 3748) Das von der Stadt Gießen wohnlich eingerichtete linksseitige Wachthaus am Wallrhor wird vermiet!)et und kann alsbald bezogen werden- Näheres ist auf der Bürgermeisterei zu erfahren- Gießen, den 23. Mai 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. 3738) In meinem Hause stehen zum 1. September zwei Wohnungen (im mittleren und obersten Stock) nebst L-tallung und Garten zu vermiekhen. __Geheimer Justizrath Jhering.__ 3742) Das von Herrn (£. Pietsch (Dienstmann - Institut) seither bewohnte Logis ist anderweit zu oermiethen und am 11. August zu beziehen. F. Fürst. 3743) Kirchenplatz Lit. A- Nr. 23 ist im 3- Stock ein möblirtes Zimmer zu oermiethen. Vermischte Anzeigen. g Mtssionssest zu Wald - GirmeS am 2. Juni, als am 3. heil- Pfingsttage. Alle Missionsfreunde sind freundlichst eingeladen. __Seipel- Lehrlings - Gesuch. 3737) Ein braver Junge kann unter vor- kheilhaften Bedingungen bei mir in die Lehre treten-______Jul. Bach, Graveur. 3778) Ein Mädchen aus guter Familie, das sich der Hausarbeit unterzieht, sehr geübt im Weißzeugnähen und sonstiger Handarbeit ist, sucht alsbald eine Stelle bei einer Herrschaft unter bescheidenen Ansprüchen. — Näheres bei der Exped. d. Blkts. 3762) Verloren wurde am Sonntag Abend auf dem Wege von der Walllhorstraße bis zum Kirchenplatz eine schwarze c r l j a c£ e (ohne Franzen) mit Maslinfutter. Der redliche Finder wird gebeten, sie gegen eine gute Belohnung bei der Exped. d. Bl. abzugeben. 3747) In eine hiesige Wirth schäft wird ein junger Mann gesucht. Zu erfragen bei der Exped. d. Bltts.__ 3746) Ein Knecht, mit Pferden vertraut, wird zu sofortigem Eintritt in Dienst gesucht- Näheres bei der Exped- d. Bltts- Ä777) Ein Dienstmädchen wird fo- fort gejiichr. L>on wem 7 sagt Ansg. o. Btttö. ________ 3771) Für eine Studentenkneipe wird ein Zapfjunge gesucht- Von wem? sagt die Exped- d- Bltts-___________________________ 3763) Verloren ein goldener Uhrschlüssel, um dessen Rückgabe gebeten wird- Näheres bei der Exped. o. Bttts. _ _____________ 3752) In ein hiesiges Speeereigeschäsl wird ein Lehrting gesucht- Näheres bei der Exped. d- Bttts- _ ____________ 3764) Ein Unteroffizier kann einstehen- Wer'k sagt die Exped- d-_Bltts. _ 3734) Ein gesitteter Junge, der das Sattlergeschäft erlernen will, kann in die Lehre treten bei ____ W- Ferber, Lindenplatz. 3768) In der (Soubitorei des Unterzeichneten ist für einen brauen Jungen eine Lehr- lingsstelle_offen^_____Ed. Lind. 3733) Zwei brave Mädchen vorn Lande für Küche und Haus finden Platz; ferner kann ein junger Mann aus guter Familie, welcher sich als Kellner ausbttden will, bet mir in die Lehre treten. ___Fr- Leib, zum Rappen. 3745) Ein guter Pferdeknecht wird auf den Hardthof gesucht- 3750) Ein tüchtiger Küferbursche wird gesucht- Bon wem ? sagt die Exped- o. Bl- 3730) Der Großen-Lindener Zweigverein der Gustav - Adolf - Stiftung wird die ote§jäl)riße Fest - Versammlung am 3. Pfingsttage, Bormittags um ±0 Uhr, m der Kirche zu Leihgestern hatten, wozu sie Mitglieder und Freunde des Vereins einladet__d er Vorstand. 3736) In ein hiesiges Geschäft kann ein junger Mann mit den nothigen Borkenntnissen in die Lehre treten- Das Nähere bei oer Exped. b. Bltts.________________________ 3739) In ein Kurzwaaren-Geschäft wird ein Lehrling, mit guten Schnlkenntnifsen versehen, alsbald zu engagiren gesucht. Wo '< sagt die Exped. d. BtttS-_____ 3741) Ein Junge, der das Schnhrnacher- geschäft erlernen will, kann unter sehr günstigen Bedingungen in die Lehre treten bei Carl S elzer 1., Schuhmacher. Am zweiten Pfingstfeiertage: Harmonie-Musik am Großen-Lindener Berqwerk im Wald. 3769) Gute Speisen und Getränke, namentlich Aepfelwein, Textor's Lagerbier, sowie vorzügliche Bratwürstchen, werden meine verehrten Gäste in heitere Stimmung versetzen. Georg Schmelz, zum fröhlichen Mann in Großen - Linden. Kaltwasserheilanstalt NASSAU. 3758) Römische und Kieferbäder. Heilgymnastik, Pneumat. Apparate, Molkenkuren. Pension inet. Cur l*/3 bis 2Vs Thlr. täglich. — Station bei Ems. — Bi*. Runge. Staufenberg. 3753) Am zweiten Pfingstfeiertage: Großes Militär-Concert, ansgefiihrt vom ganzen Musikcorps der Marburger Jäger. Anfang 3 y2 Uhr. Entree ä Person 9 kr. Zu recht zahlreichem Besuch ladet ganz ergebenst ein Heinrich Fink. 3754) Am zweiten Pfingstfeiertage findet gut besetzte Tanz-Musik statt bei Heinrich Reh, in Oppenrod. 3732) Am dritten Pfingstfeiertage findet gut besetzte Harmonie-Musik auf der Baden bürg statt, wozu ergebenst einladet I. Duill Wittwe. Bürseunachrichten. 26. Mai 1868. Prioritäten. 50/0 östr. F. St. E. B. 2601/2 Ludwigsh.-Bexbach 1513/g Maxbahn 105 Bayer. Ostbahn 125 Hess. Ludwigsbahn 130i/4 3O/o östr. Stsb.-Prior. 52 30/o östr. s. Lombard. 43 30/0 Livorneser 283/4 Toscaner 41S/8 Frankf. Hypoth.-Bank — Frankf. Vereins-Kasse 97 50/0 Elisabeth-Prior. 727/s do. 11. Emiss. 715/8 Wechsel. Amsterd. k. 8. 100% Augsb. k. 8. 100 Berlin k. 8. 104-/4 Bremen k. 8. 971/g Cöln k. 8. 105 Hamburg k. 8. 881/4 Leipzig k. S. 105 London k. 8. 11 93/q Lyon k. 8. — Paris k. 8. 94% Wien k. 8. 102 Disconto 3<>/o G. Preuss. 4>/2% Obi. 953/4 Frankf. 3V2o/0 Obi. 82 Nass. 4V3% Obi. 941/2 Kurh. 4% Obi. 89 Hess. 4O/o Obi. b. Roths. 89i/2 „ 3i/2% do. do. 84-,ft Bayer. 5% Obi. lOl3/^ „ 41/30/0 1jährige 941/a » 41/2% '/2jährige 947/s Würtemb. 41/2% Obi. 931/2 Baden 41/2% Obi. e. E.L. 93S/4 Oestr. 50/0 b. R. 611/8 „ 5% National 52 „ 50/0 Metall. Obi. 46'/2 „ M. steuert. 495/8 Amer. 6°ch 1882r Bds. 76% „ 6% 1885r 75% Geldsorten. Pr. Lass. Sch. 1 447/s-45i/8 Div. Cass.-A. — Pr. Friedrdor. 9 57-58 Pistolen . . 9 49-51 „ doppelte 9 50-52 Holl. fl. 10 St. 9 54-56 Uucaten . . 5 38-40 20 Frankens!. 9 29-30 Engi. Souver. 11 55-59 Buss. Imper. 9 50-52 Doll, in Gold 2 27'/z-28ift Anleliensloose. Kurh. 40 Thlr. Loose 56'/8 Nassau fl. 25 b. Roth. 35% Gr. Hess. fl. 50 b. R. 1451/4 Gr. Hess. fl. 25 b. 11. 38t/6 1% bayr. Präm. Anl. 101 >/6 4% badische Loose 971/2 Badische fl. 35 Loose 511/4 I858r Prioritätsloose 133/ft !860r Loose 70 1864r „ 865/8 Aetien. Frankf. Bank 124 Oester. Bank 713 „ Creditact. 190 Darmst. Bankact. 223 Geschäfts - Verlegung. 3740) Die Samenhandlung habe ich am 22. Mai ans meinem früheren Locale, Wallthorstraße, in das Haus des Herrn Kerber neben dem Nachhause verlegt, was ich meinen geehrten Kunden auzuzeigen mir erlaube. Carl Deines. Die deutsche Itordpolfahrt. Den 3jährigen Bemühungen des Dr. Peter mann ist es endlich gelungen, die erste deutsche No-dpol-Expedition flott zu machen. Mit Verweisung aus den nachstehenden Aufruf soll im Folgenden versucht werden, die Bedeutung und Wichtigkeit der Zwecke einer solchen Fahrt darzulegen. Es gibt Viele, welche sich als Ziel einer Nordpol-Expedition lediglich die Erreichung des mathematischen Punktes aus der Erdoberfläche denken, wo diese von der Erdachse geschnitten wird, und die Bestrebungen hiezu in einem unfruchtbaren Ehrgeize wurzelnd glauben, ähnlich dem, der z. B. zur Besteigung eines hohen noch unerstiegenen Berggipfels reizt. — Wer heute noch so denkt, ist mit feinen Vorstellungen um 3—4 Decennien zurück, und wer sich die geringe Mühe nehmen will, in dem eben erscheinenden Aufsatze: Peter mann, die deutsche Nordpol-Expedition 1868 (Separatabdruck aus Geogr. Mitth. Hest 6) die Instruction nachzulesen, wird sinden, daß von dem Pole selbst kaum die Rede ist. In Der Thal interefftrt uns der Pol nicht mehr als jeder andere in der Mitte Der unbekannten arktischen Centralregion gelegene Punkt. Es hanDelt sich eben um Erforschung dieser ganzen Region in topographi- scher, physikalischer, botanischer, zoologischer und ethnographischer Beziehung. Von besonderer Wichtigkeit ist das Polarbecken für die Physik unsrer Erde. Es ist das Quellbecken der großen Meeresströmungen wie der großen Luftströmungen. Aus seinen Wassermaffen bilden sich die sog. Polarströme, welche die ungeheuren erwärmten Waffermengen zu ersetzen haben, die der Golfstrom, an den Küsten von Norvwesteuropa vorbei dem Eismeere zuführt. Von wo aus und in welchen Richtungen beginnt der Zug des kalten Wassers, gen Süden sich bemerklich zu machen? Wie weit ist der Golfstrom nach Nordosten hin zu verfolgen? Das sind die interessanten der Lösung harrenden Fragen. Die topischen Ursachen, welche diese physikalischen Verhältnisse bedingen, sind vor Allem Die Vertheilung von Wasser und Land um jenes Becken. Der Umriß Der Conti- nente unD Die Configuration des Meeresbodens bestimmt Die Richtung der Strömungen. Ihre Kenniniß gibt also erst Den Schlüssel zu den physikalischen Er- scheinungen; wie sie anDererseits das noch sehr ungenau bekannte Verhältniß zwischen Festem und Flüssigem auf unsrer Erdoberfläche weit genauer festzustellen gestatten wird. Das Luftmeer über jenen Gegenden ist die Quelle der trocknen Nordost- und Ostwinde, denen wir das heitere Welter des Sommers und Herbstes verdanken. Die ganze nördliche gemäßigte Zone befindet sich im Sommer unter dem Einfluß solcher polarer Luftströmungen. Denken wir uns die Richtungen dieser Ströme rückwärts verlängert, so führen sie uns alle in die Gegend um den Pol, D. h. in eine Luflmaffe, die nach allen Seiten hin zugleich in (Strömung begriffen sein müßte. Dieß ist natürlich nicht möglich. Wie aber »erteilen sich dort die Strömungen? In welchem Zustande befindet sich die Luft dort? Wie hängt dieser Zustand von der Temperatur ab? Das sind meteorologische Fragen von dem höchsten Interesse, deren Beantwortung ganz direkte Schlüffe auf unsre eigenen Witterungsverhältnisse gestatten wird. Die Beobachtungen über Erdmagnetismus und Nordlicht werden gerade in der noch gänzlich unbekannten arktischen Centralregion von weit höherem In- terejfe, sein, als an irgend einem anderen Theile der Erdoberfläche und verwuth- lich die Frage, ob der Erdmagnetismus seinen Ursprung in oder außerhalb der Erde habe, ihrer Lösung einen guten Schritt näher bringen. Die Entfaltung des pflanzlichen und thierischen Lebens, wie die Existenz des Menschen, hängen wesentlich von der Temperatur ab. Die beiden nördlichen Kältepole der Erde, d. h. die Orte, welche die niedrigste mittlere Jahrestemperatur haben, sind längst bekannt. Der Eine liegt bei der Stadt Jakutzk in Sibirien, der andere in Dem amerikanischen arktischen Archipel, Dem Schauplatz Der englischen Versuche, eine norDwestliche Durchfahrt zu finden, und der Frank- lin-Suchexpeditionen. Von beiden Kältepolen nach Norden hin muß Die Temperatur zunehmen, also Der pflanzlichen und thierischen Entwickelung günstiger sein. (Schluß folgt.) Das Testament des Großonkels. Neuntes Kapitel. (Fortsetzung) „Ich glaube allerdings," erwiederte Vieser, „doch würden Sie mich verpflichten, wenn Sie mir vorher genau die Bedingungen mittheilen wollten." „Mit Vergnügen," antwortete Harri. „Die Bevingungen lassen sich in wenig Worte zusammenfaffen. Wenn es ein mir durchaus Fremder wäre, so würde ich ihm, wenn er Lust hätte, hier ein Geschäft anzufangen, 5001) Dollar — zu Gebote stellen; sollte er dagegen vorziehen an einem anvern Platze ver Union oder gar in Europa sich zu etabliren, so würde ich ihm zum Belauf dieser Summe einen Kredit auf mein Haus eröffnen. Wenn Sie aber Jemanden im Auge haben, der mir irgendwie näher bekannt ist, oder mir sonst nahe steht, so biete ich ihm eine Stelle auf unserem Comptoir mit anständigem Gehalt und zehn Procent Antheil an dem Gewinn des Hauses. Welchen Candi- daten haben Sie mir also ausgesucht?" „Ich habe sorgfältig gesucht und geprüft, doch Alle, die ich einiger Maßen Ihres Vertrauens für würvig halten dürste, habe ich zu leicht befunden; aus diesem Grunde habe ich mich denn entschlossen, selbst als Bewerber um Madame de Witt's Hand aufzutreten." „Sie überraschen mich, Jansen," antwortete Harri, „soviel Selbstaufopferung hatte ich von Ihnen nicht erwartet, doch Sie hätten mir keinen größeren Dienst leisten können; um Ihnen zu beweisen, wie ich denselben zu würdigen weiß, setze ich Ihren Gehalt jetzt auf 2400 Dollar — jährlich, sie behalten die Procura, und haben zehn Procent am Nettogewinn. Sind Sie zufrieden?" „Ich werde es Ihnen dadurch beweisen, daß ich Ihrem Sohn ein Vater sein werde." „Glauben Sie ja nicht, lieber Jansen, daß ich denselben aus den Augen verlieren werde. Heute noch wird meine Mutter, die jeden Augenblick von Sa- ratoga zurückkommen kann, Maria de Witt mit dem Unvermeidlichen bekannt machen. Sie thun daher am Besten, Sie gehen hinüber nach Hoboken und fassen dort irgendwo Posto, wo Sie den Wagen meiner Mutter vorüberkommen sehen können. Dann folgen Sie ihr bis in die Nähe der Wohnung, und wenn Sie sehen, daß sie dieselbe wieder verläßt, so treten Sie ohne Weiteres zu ihr ein, und erobern die Festung mit Sturm. Ich habe sie seit meiner Rückkehr von Europa nur zwei Mal flüchtig des Morgens besucht und sie mit Versprechungen hingehalten. Jetzt sagen Sie ihr, daß ich außer mir sei vor Kummer, und daß ich an einem heftigen Fieber darnieder liege, daß meine Krankheit nicht ohne Gefahr sei, daß meine Mutter aber trotzdem felsenfest auf ihrem Willen bestehe, und daß sie mir eine Wohllhat erzeigen werde, wenn Sie Ihre Hand annehme." „Sein Sie nur ruhig und haben Sie Geduld: Sie werden vollständig mit mir zufrieden sein." „Unv Sie mit mir, lieber Jansen; gehen Sie jetzt nach Hoboken hinüber und je eher Ihre Verbindung sein kann, desto besser, unv ich versichere Sie, daß Sie nie Ursache haben sollen, diesen Tag zu bereuen." Kaum hatte Jansen den Rücken gewandt, als Harri seinem ersten Commis Lincoln klingelte, unv als derselbe vor ihm stand, ihm seine Befehle in Bezug auf vie laufenven Geschäfte ves Tages ertheilte. Sich dann derselben Vorsichtsmaßregeln bedienenv, wie am vorigen Tage, und außerdem noch einen kleinen sechsläufigen Revolver in die Busentasche steckend, verließ er rasch sein Comptoir, denselben Weg nach der Pearlstrcet einschlagenv, den er am Tage vorher genommen hatte. Anita schien mit dem Erfolge seines gestrigen zweiten Besuches schon zufriedener gewesen zu sein, denn ihr Willkommen äußerte sich dieß Mal auf eine etwas kräftigere Weise, als durch das bloße förmliche: „Buono giorno, Signore!“ Harri war mit einem Satze oben und stand vor Tomasio. „Guten Morgen, Tomasio!" „Guten Morgen, Signore!" „Hast Du mir Nichts mitzutheilen, Tomasio?" „Haben Sie mir das Geld nicht mitgebracht, Signore?" „Wie konnte ich wissen, daß Du es so schnell verdienen würdest?" „Hatte ich Ihnen nicht gesagt, daß ich in weniger als 24 Stunden Ihre Wünsche erfüllen würde?" „Also es ist geschehen? Doch," fügte er schnell hinzu, „ich will Nichts wissen. Sage mir nur, ob er tobt ist!" „Er ist mausetvdt, und wird Sie nicht mehr belästigen. Wann werde ich mein Geld bekommen?" „In einer Stunde, Tomasio, bin ich wieder hier." „Es scheint, als ob unser Eins mehr Vertrauen zu Ew. Gnaden hat, als Sie zu uns haben. Wer steht mir dafür, daß ich Sie je Wiedersehen werde?" „Tomasio, Du solltest mich besser kennen, mein Freund! In einer Stunde ist das Gelv in Deinen Händen, ich gehe nur es zu holen." Und Harri verließ das Zimmer, nahm dann unten schnell Abschied von Anita und eilte nach der nächsten Bank, wo er gegen seine Unterschrift 3000 Dollar entnahm, und nachdem er Tomasio befriedigt, rief er die erste beste Miethskutsche herbei und ließ sich die fünfte Avenue hinauf in die Nähe des Hauses seiner Mutter fahren. Dort war noch Alles in Bewegung, denn Mad. Gratman war kurze Zeit vorher von Saratoga zurückgekommen. Harri trat in den Salon, wo er Evelinen allein fand. „Wo ist Mutter?" fragte er. „Ausgefahren," antwortete sie, dann fügte sie nach einer Pause hinzu: „Hast Du Nichts über unseren Bruder gehört?" „Gott Lob und Dank, daß ich Nichts über ihn gehört habe!" antwortete er, „ich bekümmere mich nicht um ihn, ich Habeleiderdrüben genug über ihn hören müssen." „Und was sagte man von ihm?" fragte Eveline. „Was man von ihm sagte? Was die Wahrheit war! Daß er ein elender Spitzbube und reif für den Galgen ist. Ich habe Mutter Nichts davon erzählt, aber cs ist empörend. Denke Dir nur, daß er in London bei Verschiedenen von unseren Geschäftsfreunden herumgegangcn ist und Geld auf die Unterschrift unseres Hauses geliehen hat. Ich habe überall diese Anleihen aus meiner eigenen Tasche bezahlt, um nicht die Schanvc zu erleben, den Sohn meiner Mutter im Schuldgefängnisse, oder was noch schlimmer ist, wegen Betrugs eingespcrrt zu sehen. Ein solches Enve wird es doch wohl noch ein Mal auf die oder andere Weise mit ihm nehmen." Nach diesen Worten ging Harri auf sein Zimmer, dem Bedienten befehlend, ihm sofort die Evening-Post zu bringen, sowie dieselbe angekommen sei. Wir aber ersuchen unsere Leser, uns nach Hoboken hinüber zu folgen, um der Zusammenkunft zwischen Harri's Mutter und Maria de Witt beizuwohnen. Die Letztere war nicht wenig erstaunt, als sie vor ihrer Cottage unter der Veranda sitzend und mit ihrem Knaben spielend, Mad. Gratman's Equipage vor- sahrcn, unv diese selbst ausstcigen -und auf das Haus zukommen sah. Maria erhob sich, um ihren Gast zu empfangen. Harri's Mutter blieb unter der Ve- ranva stehen, und sie kalt anblickend, sagte sie: „Gehen wir hinein, Madame, ich habe mit Ihnen zu reden und ich denke, wir machen diese Angelegenheiten besser drinnen unter vier Augen ab, als hier an dec Landstraße. „Wollen Sie die Gewogenheit haben, mir zu folgen," antwortete Maria, vorangehend, und Mad. Graiman in einen Salon des Erdgeschosses führend. Mav. Gratman nahm auf einem^Sessel Platz und auf einen andern deutend, sagte sie: „Nehmen Sie Platz, sie erwarteten meinen Besuch wohl nicht?" „In Wahrheit, ich wußte nicht, was mir die Ehre dieses Besuches verschaffen sollte," erwiederte Maria. „Es ist allerdings betrübend für mich, daß ich diesen Schritt habe thun müssen, aber die Mutterpflicht läßt mich hier alle anderen Rücksichten außer Augen setzen, und ich unterziehe mich ihr, wenn auch mit Widerstreben." „Ich wüßte nicht, daß ich Ihnen jemals Etwas zuwider gethan hätte. „Es handelt sich hier nicht um mich, es handelt sich hier um meinen Sohn. Ich wußte bereits seit Jahren, daß Sie mit ihm in einem vertrauten Verhält- nisse lebten, und da ich nie ven Launen und Vergnügungen meines Sohnes irgend ein Hinderniß in den Weg zu legen gewohnt gewesen bin, so habe ich auch zu dieser Extravaganz stille geschwiegen, in der Erwartung, daß Sie jedenfalls vernünftig und erwachsen genug sein müßten, um zu wissen, was Sie thäten. So lange mein Sohn ein bloßes Liebesverhällniß zu Ihnen hatte, ging mich das weiter Nichts an, jetzt aber, wo er an eine Heirath denkt, wo er mir eine Schwiegertochter in's Haus bringen will, fangen meine Rechte an, sich gleichfalls geltend zu machen, und ich erkläre Ihnen rund heraus, daß ich nie und nimmer zu einer derartigen Heirath meine Zustimmung geben werde." „So werden wir diese Heirath ohne Ihre Zustimmung schließen," antwortete Maria fest und bescheiden. „Sie scheinen ein ungeheures Vertrauen auf Ihres Liebhabers Standhaftigkeit zu setzen," erwiederte Mad. Gratman nicht ohne Hohn. „Sie glaubten wohl, er könne mich zwingen, zu geben; — Sie sind sehr, sehr bedeutend im Jrrthume. Wissen Sie, vaß ich meinem Sohne auf alle seine Bitten und auf alle seine Drohungen stets nur das Eine geantwortet habe, baß ich ihn, wenn er auch nur noch im Entferntesten an eine solche Verbindung denkt, gänzlich verstoße, daß er auch nicht einen Cent von meinem Vermögen zu erwarten hat, vaß er in demselben Augenblicke ein Bettler ist." „So wird er selbst, auch ohne Ihre Hülfe, Fähigkeit und Kraft besitzen, die Mittel zu erwerben, die zum Unterhalt seines Weibes unv seines KinvcS nothwendig sind." „Glauben Sie das nicht," antwortete Harri's Mutter, „auch hier werde ich ihm hindernd in den Weg treten, denn ich werde all' meinen Einfluß an« wenden, ich würve kein Mittel unversucht lassen, um ihm jede Quelle etwaigen Erwerbs zu verstopfen, was mir nicht schwer werden dürfte, denn w.ssen Sie, ich habe auch noch einen anderen Sohn, der augenblicklich hier ist." „Wie aber, Madame," fuhr Maria zornig aus, „wenn ich die Gesetze gegen Ihren Sohn in Anspruch nähme? Er ist der Vater meines Sohnes." „Thun Sie das, Madame," antwortete Mad. Gratman lächelnd, „ich habe Nichts dagegen, daß Sie meinen Sohn heirathen, wenn Sie einen Bettler hei- rathen wollen, der selbst, wenn er wollte, nicht ein Mal gelernt hat zu arbeiten. Verstehen Sie mich also wohl, vaß mein Sohn, so lange er an diese Heirath denkt, nie und nimmer einen Cent besitzen wird, unv vaß Sie vieses Haus, welches mir so ziemlich luxuriös eingerichtet zu sein scheint, sofort mit einer Dachstube werven zu vertauschen haben. Doch jetzt hören Sie auch auf der andern Seite vie Anerbietungen, Vie ich Ihnen mache, wenn Sie mir ven Willen thun wollen, Harri's Bewerbungen abzuweisen, wenn er thöricht genug fein sollte, vieselben zu erneuern. Ich bin bereit, ein Opfer zu bringen, unv Werve, wenn Sie Harri nicht mehr ermuthigen wollen, Ihre Zukunft sicher stellen. Schenken Sie mir Ihre g.mze Aufmerksamkeit. Ich bin gesonnen, Ihnen ganz dieselben Mittel zu Ihrem Unterhalt zukommen zu lassen, vie Harri Ihnen bisher ausgesetzt hat, so lange Sie sich nämlich nicht verheirathen; sobalv Sic sich aber verheirathen, betrachte ich mich meiner Verpflichtungen Ihnen gegenüber als enthoben. Jetzt also wählen Sie zwischen einer wohl versorgten Zukunft unv dem unvermeidlichen Bettelstab." „Und was sagt Harri dazu?" „Was er dazu sagt, kann Ihnen ganz gleichgültig fein. Ob er mit Ihnen betteln geht, oder ohne Sie, wird an Ihrer Lage nichts ändern. Soviel ist gewiß, daß mein Wille unabänderlich fest steht. Ich gebe Ihnen Zeit bis morgen früh, und wenn Harri bis dahin nicht vollkommen frei ist, darf er mein Haus nicht wieder betreten. Ueberlegen Sie sich daher die Sache und somit Gott befohlen!" Harri's Mutter hatte sich erhoben und war im Begriff zu gehen, als Maria ihr nacheilte und ihren Arm mit der einen Hand erfassend, mit der andern auf ihren Knaben deutend, in die Worte ausbrach: „Und was soll aus diesem Knaben werden, Madame, Er ist Ihr Enkel !" „Ich freue mich, daß er Ihnen ähnlich sieht, und nicht ihm, — da wird ihn wenigstens Niemand für meinen Enkel halten, antwortete sie stolz und verließ das Zimmer. Das Geräusch ihres davonfahrenden Wagens war längst verhallt, Maria war auf einen Sessel niedergesunken und hielt ihren Knaben um- schlungen, der ahnungslos mit seinen großen dunklen Augen zu ihr emporsah, sie hatte für Nichts mehr Gehör noch Gefühl, sie war ganz und gar in ihre Gedanken versunken, und bemerkte es daher durchaus nicht, daß feit einigen Minuten eine dritte Person hereingetreten war, welche sie schweigend betrachtete. Es war Jansen, welcher seine Gegenwart durch Husten und Räuspern bemerkbar zu machen suchte. Als ihm Alles Nichts half, trat er auf sie zu, und sagte mit vernehmlicher Stimme: „Guten Tag, Miß de Witt." (Forts, folgt.) Gießen. Durch das vom Präsidium des norddeutschen Bundes kürzlich publicirte Gesetz, betr.: „die Aufhebung der polizeilichen Beschränkungen der Eheschließung" sind für die Provinz Oberhessen beseitigt : 1) Der Art. 2 des hessichen Gesetzes vom 19. Mai 1852, die ortsbürgerliche Niederlassung und Verheirathung eines Mannes wird erfordert, daß er das fünf und zwanzigste Lebensjahr zurückgelegt." Da nun nach dem Gesetz vom 28. Decbr. 1826 die Volljährigkeit schon mit dem zurückgclegten 21. Lebensjahr eintritt, das norddeutsche Bundesgesetz aber verbietet, die Ehefähigkeit über diesen Termin hinauszurücken, so ist, vom 1. Juli an, den Oberhessen gestattet, schon mit cintreteneer Großjährigkeit, d. h. mit dem vollendeten 21. Jahre, eine Ehe einzugehen. 2) Das Gesetz vom 6. Juli 1847, die Beschränkung der Befugniß zur Verehelichung betr., wonach dem Gcmeindcrath das Recht zusteht, gegen die Verehelichung eines Gemeindeangehörigen Widerspruch einzulegen, „wenn dieser Angehörige sich menschlichem Ansehen nach außer Stand befindet, eine Familie redlich zu ernähren, weil er weder zur Ausübung einer Kunst oder Wissenschaft, noch zum Betrieb eines Ge- Werkes oder der Landwirthschaft oder eines anderen Erwcrbszweiges befähigt ist, noch ein für den selbst- ständigen Unterhalt einer Familie hinreichendes Vermögen besitzt." Berlin. An Stelle der oberirdischen Telegra- phenleitungen im norddeutschen Bunde sollen unter- irdische treten. Man glaubt dadurch den größten Theil^der jetzt ost den Telegraphenverkehr hemmenden Störungen zu beseitigen. Die General-Tele- graphen-Direction beabsichtigt zu dem Zwecke beim Bunde eine Anleihe von 2 Millionen Thaler zu beantragen. Als die elcctro-magnetischen Telegraphen vor circa 20 Jahren eingeführt wurden, hatte man bereits unterirdische Leitungen, welche sich damals aber nicht bewährten, und nach wenigen Iah- ren durch oberirdische ersetzt wurden. Die Ersah- rungen, welche seitdem in der Legung von Leitungsdrähten gemacht sind, haben zur Beseitigung der Uebelstände geführt, welche damals zum Aufgeben der unterirdischen Leitungen bewogen. Berlin. Von den 58 Mitgliedern der „süddeutschen Fraction" des Zollparlaments haben sich wieder 26 Süd-süddeutsche abgesondert, und eine Erklärung an ihre Wähler erlassen, worin sie die Kräfte Süvdeutschlanvs sammeln zu wollen erklären, und Süddeutschlanv „eine vermittelnde Stellung" zwischen den Großmächten einnehmen soll. Das Reccpt zu diesem originellen Mittel zur Einigung Deutschlands haben die Herren vergessen mitzuthcilen. Berlin, 24. Mai. Am Mittwoch, 27., findet Mittags 12 Uhr eine Sitzung des Reichstags, die erste nach den während der Zollparlaments-Ses- sion stattgehabten Ferien statt; auf der Tagesord- nung derselben steht 1) der vom Abgeordneten Dr. Hüffer erstattete Bericht der Petitions-Commission über die Petition des A. Bernstein wegen Ausrüstung einer Expedition zur Beobachtung der totalen Sonnenfinstcrniß am 18. August v. I. und 2) der Gesetzentwurf, betreffend Vie Aufhebung der Schuldhaft. Kassel, 19. Mai. Die „Hess. Morgen;." schreibt: Die Betyeliigung an der siebenzehnten deutschen Lehrerversammlung in hiesiger Stadt ist größer, als erwartet wurde. Bis zum 16. Abends waren mehr als 1500 Anmeldungen dahier eingetroffen. Hildesheim, 18. Mai. Ein kleiner Anachronismus in den Tagen der norddeutschen Paßfreiheit und eine Illustration zur Geschichte der letzteren wird durch einen Vorfall gegeben, der vor Kurzem in unserer Umgegend gespielt hat. Am 5. d. M. wurde ein Pastor, der den Zug versäumt hatte und sich in einem Dorfe nach einer Nachtherberge umsah, von dem Gensv'armen, weil er sich nicht durch Paß ober andere Papiere legitimiren konnte, arretirt, noch in derselben Nacht nach Hildesheim transportirt und in das Gefängniß abgelicfert. Am andern Tage wurde er von einem Amtsgenossen recognoscirt und alsdann entlassen. München. Der Generalquartiermeisterstab hat den Feldzug der baierischen Armee im Jahre 1866 veröffentlicht. Es wird dem Buche Klarheit und Wahrheit nachgerühmt; willkommen sind auch die Karten ter Gefechte bei Zella und Roßdorf, Hünfeld, Kisstngen, Hammelburg, Helmstadt, Uettingen, Nvfibrunn und Hettstadt. München, 22. Mai. Um eine Abwechslung in dem Terrain für größere Umgebungen zu erhalten, ist, wie man hört, für diesen Herbst die Gegend bei Schweinfurt ausersehen, wo ein Uebungslager öon 17—18,000 Manu bezogen werden wird; auch eimge Landwehrabtheilungen sollen auf kurze Zeit beigezogen werden. Bei dieser Gelegenheit werden auch die neu einzuführenden Schutzzelte und neuen Feldkeffel, wovon 10,000 Stück bereits in Aecord gegeben und in 2 Monaten zu liefern sind, in größeren Massen in Gebrauch kommen. Freiburg, 19. Mai. Wie man erzählt, wäre die von dem Ordinariat nach Ablauf der statutenmäßigen Frist eingesendete Candidatenliste von der Negierung definitiv abgelehnt. Wie«. Der österreichische Reichstag hat für den Kaiser und seinen Hof 3,420,000 Gulden bewilligt. — Prinz Moritz von Hanau, ein Sohn des Kurfürsten, ist aus dem preußischen Militärdienst ge- schieden. Er war Major und wurde mehrmals im Avancement übergangen. — Julie Ebergenpi ist auf 20 Jahre nach Rcudorf gebracht worden. Sie zeigt auch im Gefängniß sehr lebhafte Gefühle für ihre Mitgefangenen. — In Arnstein tödtete ein einziger Blitzstrahl 54 Schaafe, die sich vor dem Gewitter unter alte Lindenbäume geflüchtet hatten. Wien, 24. Mai. Der Finanzausschuß nahm in seiner Schlußsitzung den Generalbericht Skene's an, welcher erklärt, daß das Haus sich nicht für drei Jahre des Steuerbewilligungsrechts begeben könne, und in den Regierungsvorlagen die erwartete Stabilität vermißt werde. Der Bericht erkennt ferner die Möglichkeit an, daß die Staatsgläubiger und die Steuerträger zur Beseitigung des Deficits heranzuziehen feien, deßhalb die Convertirung mit den bekannten Abzügen beantragt und die Regierung zu ungesäumter Vorlage der Vorschläge zur Deckung des verbleibenden Deficitrestes aufgefordert werde. Turin. Die Eisenbahn über den Mont-Cenis nach dem System Fell ist vollendet und inaugurirt. Das Interessanteste an der Fahrt ist das Nicver- fahren von der 1400 Kilometer über das Meer auf» steigenden Paßhöhe, daß sich in 30 Minuten vollzieht, und trotz der erstaunlichen Geschwindigkeit die größte Sicherheit in der Bewegung der Berg-Loco- motiven und Züge beweist, die sich so lenksam zeigen, wie ein wohlgeschultes Pferd. Rom, 21. Mai. Die päpstliche Regierung hat amerikanischen Bischöfen die Ermächtigung erthcilt, 1000 Freiwillige nach Rom zu senden, unter der Bedingung, daß sie selbst für deren Unterhalt sorgen. Paris, 21. Mai. Der „Abend-Moniteur" erwähnt in feiner politischen Wochenschau der Verhandlungen des Zollparlaments, die auf die Tabakssteuer Bezug haben, übergeht jedoch die durch Bamberger's Amendement hervorgerufene Discussion mit Schweigen. — Wie die „Presse" meldet, ist über die Zusammenkunft des Kaisers Napoleon mit dem König von Preußen noch nichts festgesetzt. Sollte sie stattfinden, so würde dieß wahrscheinlich in Baden der Fall sein. — Der „Avenir national" dementirt die Nachricht, daß von fremden Regierungen beim Groß- Herzog von Luxemburg Schritte gethan worden seien, nm diesen aufzufordern, endlich die vertragsmäßige Rasirung der Luxemburger Festungswerke zur Ausführung zu bringen. — Vor einiger Zeit, meldet die „France," war der französischen Regierung zur Kunde gekommen, daß in Marocco von Untertanen des Sultans dieses Landes Attentate gegen französische Juden, die sich dort aufhalten, unternommen worden waren. Eine Fregatte, die „Panama," wurde abgesandt, um Genugthuung zu fordern. Jedoch hatte der Sultan, bereits als er Kenntniß von diesem Entschluß der französischen Regierung erhalten hatte, den Befehl erlassen, den Anführer der Mörder, Haissa und zwei seiner Mitschuldigen, enthaupten zu lassen und die Köpfe der drei Missethäter einzusalzen und ihm so zuzuschicken. Eine Ge- nugthuung dieser Art hätte allerdings Frankreich nicht gefordert. Paris, 23. Mai. Obwohl die letzte Bismarck'sche Erklärung im Zollparlament von fast allen Blättern im Wortlaut gebracht worcen ist, haben doch wenige ein präcises Urtheil darüber ausgesprochen. Nur das „Journ. de Paris" ist sehr ungehalten über den Zwischenfall. Es bestreitet Hrn. v. Bismarck alles Recht, überhaupt nur Ein Wort von politischer Bedeutung int Zollparlament zu sprechen. Uebrigens sei vor- auszusehen gewesen, daß das Zollparlament nur zur Entwickelung der deutschen Einheit und zu ihr gün- stigen Manifestationen gebraucht werden sollte. „Wenn wir also von der Rede des Hrn. v. Bismarck spre- eben," fügt das „Journ. de Paris" hinzu, „so ge« sipieht dieses weniger, um unser Erstaunen und unseren Verdruß darüber an den Tag zu legen, als um Tag für Tag die Geschichte der gänzlichen Uni« fication Deutschlands zu verfolgen." — Der Staats- rath hat sich, wie wir vernehmen, mit dem Anträge, daß das Budget der Stadt Paris in Zukunft, wie das Staatsbudget, von dem gesetzgebenden Körper derathen und votirt werden soll, einverstanden erklärt. Um dem Seinepräfecten diese Pille zu versüßen und gleichzeitig, um demselben einen Platz am Regierungstische in der Kammer zu verschossen, soll Ba- ron Haußmann nun doch in den Rang eines Mini- sters der Stadt Paris erhoben werden. So wurde wenigstens heute in Abgeordnetenkreisen versichert. — Wie Die „Presse" meldet, wird das italienische Kron- prinzenpaar demnächst eine Rundreise an die verwand- ten und befreundeten Höfe von Wien, Prag (Kaiser Ferdinand), Dresden und Berlin antreten. — Der „Figaro" glaubt aus einer zuverlässigen Quelle ver- sichern zu dürfen, daß das Projcct einer Amnestie ans Anlaß des neuen Preßgesetzes von der Regie- rung keinesweg fallen gelassen sei; „im Gegentheil," fügt das Blatt lakonisch hinzu. Es ist freilich nicht abzusehen, wie eine solch! Angelegenheit, wenn sie einmal im Principe entschieden ist,>noch Gegenstand langwieriger Berathungen fein kann. Paris, 24. Mai. Der „Constitutionnel" findet, daß Vie Rede des Königs von Preußen beim Schluß des Zollparlaments von einem Geiste beseelt sei, der sich hoch über die im Parlament zu Tag getretene Engherzigkeit erhebe. Da« officiöse Blatt fügt bei: „Diese Rede ist die erste osficielle Kundgebung, welche dem Geist der Prager Verträge vollkommen entspricht. Alle aufrichtigen Friedensfreunde, alle wahrhalt politisch denkenden Köpfe, müssen diese Rede billigen." Paris. 757 Hannoveraner der Welfenlegion in Frankreich haben dem preußischen Gesandten erklärt, daß sic von der angebotenen Amnestie des Königs keinen Gebrauch machen wollen. König Georg zahlt ihnen Sold, und sie verbummeln im fremden Lande und schämen sich nicht zu sagen, daß sie nur mit den Franzosen als Befreiern zurückkehren wollen. London, 23. Mai. Nachrichten aus Melbourne vom 26. April melden: O'Farell gestand vor seiner Hinrichtung am 21. v. M. ein, sein Attentat auf den Herzog von Edinburg ohne Mitschuldige verübt zu haben. Die Besorgniß fenischer Mithülfe sei völlig grundlos. Der Herzog von Edinburg ist auf der „Galata," die er selbst commandirt, am 6. #. M. von Sidney abgefahren. London, 23. Mai. Nach einer Depesche Napier'« befand sich derselbe mit der rückkehrenden Nachhutbrigade in Ashangi, 130 Meilen nordwärts von Magdala. Das 5. und 8. Jnfanterie-Regiment sind nach Bombay eingeschifft. Die Vorräthe der Armee wurden schleunigst nach Zulla rückverladen. Der Gesundheitszustand der Truppen ist vortrefflich. Napier richtete am 30. April einen Tagesbefehl an die Truppen, worin er dieselben wegen ihrer Erfolge beglückwünscht und ihre Ausdauer und Disciplin lobt. Bergen, 24. Mai. Die deutsche Nordpol-Expedition ist heute Nachmittag 3 Uhr bei außerordentlich günstigem Wetter aus hiesigem Hafen aus- gelaufen. Amerika. Während die Auswanderung nach Amerika in diesem Jahr eine ungeheuere ist, wird aus Newyork berichtet, daß von dort aus eine massenhafte Auswanderung nach Californien, China und den Ländern am stillen Meere stattfindet. — Die Staatszeitung von Tenesse warnt die deutschen Einwanderer vor Verlockungen nach den Südstaaten; sie würden dort von Bielen wie wilde Thiere betrachtet und demgemäß behandelt werden. Washington, 16. Mai. (Kabeltelegrämm aus „Reuter's Office.") Der Senatsgerichtshof verweigerte mit 35 „Ja" gegen 19 „Nein" Johnson wegen Artikel 11 der Anklage, welcher als erster Artikel zur Abstimmung gestellt war, zu verurtheilen. Art. 11 klagt Johnson an, durch versuchte Verhinderung Stanton's, das Kriegsamt zu übernehmen und durch Verhinderung der Ausführung der Reconstructionsacte die Macht des Congresses bestritten zu haben. Die Abstimmung über die andere» Artikel ist bis zum 26. d. M. vertagt. (Zur Vcrur- theilunz Johnfon'S fehlte also die erforderliche Zweidrittel-Majorität.) Aus Herrieden, 19. Mai, schreibt der Witterungsbeobachter : Das europäische Luftmeer ist gegenwärtig in großer Ruhe, so daß, abgesehen von localen Gewitterstürmen, nur am mittelländischen Meere eine stärkere Luftströmung sich vorfindet. Obwohl der über Centraleuropa gelagerte Luftberg all- mählig wellenförmig zu sinken beginnt, so Dürfte Doch bei den geringen Luftdruckdifferenzen Europa's heitere« Wetter vorherrschend bleiben, und, wie bisher, nur durch Gewitterregen unterbrochen werden. Redaetion, Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.