1W Priis vierteljährlich 36 fr. mit Bringerlohn Durch die Post iezogcn vierteljährlich ‘ 51 fr. Gießener Anzeiger. Erscheint wöchentlich drei- mel: Dienstagr, Donnerstags und Samstags. — Expedition: Cauzleibcra Lit. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsölaü für den Areis Kießen. Samstag dm 28. März Nr. 3S. 1868. Einladung zum Abonnement. Mit dem 1. Avril beginnt ein neues ^jähriges Abonnement auf den Gießener Anzeiger. Derselbe erscheint wöchentlich dreimal, Dienstags, Donnerstags und Samstags, und kostet in Gießen vierteljährlich 36 Kreuzer frei iws Haus geliefert. — Für auswärtige Abonnenten, welche nur bei der Post oder den Landpostbvten abonniren können, beträgt der ^jährige Abonnementspreis 31 Kreuzer incl. Postaufschlags. Der „Anzeiger" wird auch wie seither, außer den Anzeigen, eine gedrängte Uebersicht der Wissenswerthesten Tagesbegebenheiten bringen, ferner seine besondere Aufmerksamkeit den localen, provinziellen und Landesinteressen widmen und in einem Fenilleton iltteressante und spannende Novellen, Miscellen und 'Aufsätze von allgemeinem Interesse seinen Lesern darbieten. Da nur durch eine starke Betheiligung am Abonnement die Möglichkeit gegeben ist, dem Blatte die Ausdehnung zu geben, welche der manchmal vorliegende Stoff nöthig macht, so verbindet: wir hiermit die Bitte, sich recht zahlreich beim Abonnement betheiligen zu wollen. 2»* Die auswärtige» Abonnenten machen wir darauf aufmerksam, daß wir nur daun vollzählige Nummern des Blattes liefern können, wenn sie schon jetzt bei der Post ihr Abonnement erneuern, damit wir bei Beginn des Vierteljahres im Stande sind, Kenntniß von der Anzahl der Abonnenten erhalten und danach die Anzahl der zu druckenden Exemplare bestimmen zu können. Deu Abonnenten in der Stadt Gießen werden wir, wenn vorher keine ausdrückliche Abbestellling erfolgt, das Blatt auch im H. Quartal 1868 zusenden und den Abonnementbetrag wie seither durch Quittung erheben lassen. SMe JEappetle «le# „ 120 „ Buchen-Stockholz, 13 „ Eichen- „ 7100 Wellen Buchen-Reisholz, 475 „ Eichen- „ 765 „ Nadel- „ meistbietend versteigert werden. Die Zusammenkunft ist zur bestimmten Stunde am Hundskopf. Großen-Buseck, am 25. März 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Großen-Buseck. Wagner. Versteigerung von <■ (»EdHiin rciutllircn. 1996) Am Donnerstag, den S und Freitag den 3 April 1. J Aach mittags d Uhr., soll im Gasthof zum ..Prinz Carl44 eine grosse Partie SNST" CtoIcIwnareM uaul Ulueeia9 bestehend in: Armbändern, Krochen, Gontons. Hemd- und Hanschettenknöpfen, Tuchnadeln, Hingen, Uhrschlüssehi, Kreuzen, Uhrhakeu, Hinder-Ohrringen, goldenen Herren- und Hamenketten, silbernen Ketten, silbernen Harnisch uhhaltern etc., sowie goldenen Anker-Uhren, goldenen Hamen-Uhren, goldenen und silbernen Hcmontoir-Uhren (ohne Schlüssel aufztiziehen) sind silbernen Cylinder- und Anker-Uhren in grosser Auswahl, öffentlich meistbietend gegen baareJKahlnng versteigert werden. FiirGoId tand Silber wird garantirt und sind die Waarcn an den Verkaufstagen von IT bis ® Uhr in obigem Uocale zur Besichtigung ausgestellt. Obige Gegenstände sind mir in Commission zur Versteigerung zugekommen. Giessen, den S3 März »868. W eidig, Ortsgerichtsmann. Feilgebotenes. Das Tapeten-Lager von H. Hochstütter, Eck von Brand und Schloß gaffe, ist mit den neuesten Mustern aus den ersten Fabriken für dieses Jahr ganz besonders reichhaltig assortirt. Tapeten mit 2 Druck und auf gutes Papier (kein Strohpapier) von 8 Kreuzer an per Stück. Eine sehr große Partie Tapeten-Neste wird, wie in früheren Jahren, bedeutend unter dem Fabrikpreise abgegeben. Musterkarten werden auch nach auswärts versandt- (2035) | Pferde-Markt zu Frankfurt a M. am 30., 31. März und 1. April 1868. Loose ä st. 1. 45 kr. sind vorräthig bei __Julius Wallach. onnmU ^?e^ene gute Kartoffeln, pr. 1982> Ein zweithürigerKlciderschrank, 200 Pfd. 4 st., bei foroie ein Secrctär, sind zu verkaufen. Bei Gg. JugHardt, Marktplatz, wem? sagt die Exped- b, Bltts- g Lagerbier, äuS der Brauerei von Gg- Heß & Comp., bei ____________________C. Pipp» Für Militärs. 2054) Militär - Mützen, Cravatten und Handschuhe in reicher Auswahl zu billigen Preisen bei H. Rübsamen, vormals H. Eisf, Mäusburg. t Nervöses Zahnweh wird augenblicklich gestillt durch Dr. tirälström’s schwedische Zahntropfen, a Flacon 6 Sgr., ächt zu haben in Gießen bei Ernst Hermes. (2022) 2041) Unterzeichneter empfiehlt sich mit einer Auswahl gefertigter Grabsteine und Grabeinfassungen, sowie auch im Anfertigen derselben in allenSteingattungen, bei billiger und reeller Bedienung. Seine Wohnung befindet sich bei Herrn Fuhrmann Louis Vogt, Neustadt, und seine Werkstatt hinter der D ecker'schen Fabrik, Neuenweger Thor. Adam Kalbfleisch, ___Steinhauer. 1997) Saaterbsen, Saathafer, Saatkartoffeln, Saatlinsen, Saatwicken empfiehlt zu billigen Preisen _________________Eduard Spier. 1991) Portland-Cement zu ermäßigtem Preise bei Emil Pi stör. 2020) Strohhüte in großer Auswahl, diesjähriger Fa?on, für, Herren, Damen und Kinder, sowohl in den feinsten, als auch in den ordinärsten Sorten, empfehle ich zu den billigsten Preisen (auch werden solche auf Verlangen aufgeputzt) ; Knaben - Kappen von 30 kr. an. Ferner bringe ich meine Strohhut- Wascher e t mit dem Bemerken in empfehlende Erinnerung, daß alle Arten Strohhüte bei mir gewaschen, gefärbt und nach neuester Fa?on zu den billigsten Preisen umgearbeitet werden; auch alle Arten getragene Filzhüte können gewaschen, gefärbt und nach neuester Fa?on umgearbeitet werden. Susanne Weiß, bei Herrn Lederhändler Plank, gegenüber dem Herrn Kaufmann Pi stör. 2018) DnnggypS, Stein- und Braunkohlen empfehlen Flick & Kröll. 1 Kaltflüssiges Baumwachs in bekannter Güte, die I-Pfund-Büchse ... 30 kr., . f/ V25 u ff ... 18 u ft y* ft ... 12 „ empfiehlt E. Hermes, Materialist. Kleesimmen s. sgg 2017) Grabkreuze und Grabgeländer von Gußeisen, vergoldet und lackirt, empfehlen in schöner Auswahl _____________Flick & Kröll. Matzen, empfiehlt (1999)___Edu ard' Spier. 1984) Alle Sorten Klee- und Grassa- men in frischer keimfähiger Waare zu haben in der Samenhandlung von _______Carl Deines, Wallthorstraße. Borsdorfer Aepfelwei» vorzüglicher Qualität bei (2051)________C. Pipp. 2°79) Nusstschen Hof von heute an Bier aus der H eff'schcn Actien-Brauerei. Tlwmpiin von Berguitinn «fc lllvül Comp. in Paris, wirksamstes Diittel gegen alle Hautunreinigkeiten, empfiehlt ä Stück 18 kr. (2029)____________Julius Wallach. 2059) Frische Sendung Pvrtlaud-Eemeut zu ermäßigtem Preise empfiehlt ____________________I. G. D. Bapst. 2052) Kornstroh, sowie einen großen Haufen Mtst, verkauft ____H- Marguth Wittwe. 1998) Limburger und Schweizer Käse, Cervelatwurst bei Eduard Spier. 2027) Flachsbrcchmaschiuen in vorzüglicher Art verfertigt der llnterzeichnete pr. Stück 12 st. franco Bahnhof Gießen. Bestellungen bittet derselbe mündlich oder durch portofreie Briefe bei ihm machen zu wollen. Heiirrich Stehr, in Windhausen (Kreis Alsfeld.) 2012) Ein Vorrath von Russcnsteincn und Ztegelbacksteincu ist zu verkaufen in der Winter'schen Ziegelhütte. 2068) Unterzeichnete empfehlen ihr Lager von Liqueuren in Prima, als: ächten Schiedamer Genever, Schwarzwälder Kirschwasser, Vanille, Ananas, Himbeer, Maraschino, Boonekamp öl' Maagbitter, Malakoff, Rum und Arrac. I. A. Busch Söhne. 2077) Prima Saatwtcken bei Theodor Wortmann. 2071) Saat-Erbsen und Linsen billigst bei Georg Jughardt, Marktplatz. Verkauf gebrauchter Wagen, als: Calesehen mit Glas-Verdeck, sowie mit Landau-Verdeck, ein- und zwei- spännige Coupes, gebrauchte Geschirre bei B. Roth, gr. Eschenheimergasse 44 (2040) in Frankfurt a. M. i Für Nervenleidende von höchster Wichtigkeit, ist ein eben so sicheres als einfaches, auf Wahrheit und Richtigkeit basirtes Heilverfahren, welches wirkliche Hülfe in der leichtesten Weise bietet, enthalten in der neuerschienenen Schrift: Das naturgerechte Heilprincip für schwere und leichte Rervenübel aller Art und sämmtliche daher stammende Krankheiten des Körpers und des Geistes. Eine Mahnung an Alle, welche gesund werden oder bleiben wollen. Von i)r. Adolf Hahn. 3. Ausl. Preis 22 kr. Vorräthig in allen Buchhandlungen in Gießen._________ 2058) Ein große Quantität Bux ist zu verkaufen bei______________Carl Ebel. 2000) Bei Ludwig Kämmerer auf dem Seltcrsweg sind gute Saat-Erbsen zu haben._________ 2006) Feinstes Ebernfurter Blüthen- mehl, pr. Pf. 9'A kr., verkauft Eduard Spier. ii Gegen Nervenleiden I !gibt es bis jetzt nur ein einziges, als | radical bewährtes Verfahren, über wel- ■ ches das treffliche und bereits in mehr | als 10,000 Exempl. verbreitete Schrift- chen: »r. Werner, Heilung der Nerveultiden" I ausführlich handelt. Man bekommt dieses Buch, dem unzählige Kranke rasch und vollständige Hülfe verdanken, in allen Buchhandlungen für nur 27 kr. Zeugniß: Für die Hülfe, welche mir das Dr. Werner'sche Buch verschafft hat, halte ich mich zu großem Danke verpflichtet und glaube diesen I am besten durch das öffentliche Zeugniß zu bethätigen, daß ich es dieser trefflichen Schrift verdanke, von meiner großen langjährigen Nervenschwäche » befreit worden zu sein, gegen welche ich i| vierJahre lang Alles nutzlos gebrauchte. I Pfarrer Becker in Langenberg. 2010) Ein Hans mit großen Böden und Keller, Scheuer, Stallung und Hofraum, an der Hauptstraße gelegen, ist zu verkaufen. Näheres bei der Exped. d. Blttts- BermLeth u n g e it. 2069) Eine Stube für einen oder auch zwei Herren ist zu vermietheu und fogleich beziehbar bei____PH. Flert. 2038) Bei Mechauikus Jung auf dem Neuenweg ist eine kleine möblirte Stube zu vermiethen und gleich beziehbar. 2067) In der Löwengasse Lit- C- Nr-108 ist eine kleine Familienwohnung zu vermie- then und am 1. Juli zu beziehen. 2009) Ein Zimmer mit Cabinct, Parterre, an der Hauptstraße gelegen und für ein Geschäft oder Comptoir sich eignend, ist zu vermiethen. Zu erfragen bei der Exped. d. Bltts.__ 2003) Ein kleines möblirtcs Parterre- Zimmer ist zu vermiethen und am 1. April zu beziehen Canzleiberg Lit. B. Nr. 67. 2008) Einige möblirte Zimmer, an der Hanptstraße, sind za vermiethen. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 2002) Ein Zimmer für einen Gymnasiasten ist zu vermiethen, woselbst auch gründliche Nachhülfe in den Schularbeiten geboten wird. Nähere Auskunft gibt die Exped. d. Bltts.___ 2055) Ein Logis mit Gcschäftslocal ist zu vermiethen nnd alsbald zu beziehen bei _________Wilh. S ch mall. 2043) Ein möblirtes Zimmer ist zu ver- miethen. Das Nähere bei der Exped. d. Bl. 1980) Mehrere gut möblirte Zimmer sind zu vermiethen. Näheres bei der Exped. d. Bl. 1978) Ein möblirtes Zimmer ist zu vermiethen. Zu erfragen bei der Expedition d. Bltts. des Hoch! Seine Freunde. Carl IugHardt ziehen. bei I. Haustein, in Gießen. Verloren! 2045) Frau Kesting, Ferber'schenHo Kxufe am Markt. wohnhaft im Waffeln zu jeder Zeit frisch zu habe» sind. E. P a u s ch. 2079) 2019) Unterzeichnete empfiehlt sich im Waschen von seidenen und wollenen Kleidern, Cachemir- und Glacee-Handschuhen, "sowie im Kräuseln und Waschen von Federn. Ein kleiner Schlüssel, auf dem Wege nach Wieseck; gegen Belohnung abzugeben an die Exped. d. Bltts. 2036) Ein gesitteter Junge kann als Hausbursche eintreten bei H. Hochstätten 2033) 400 fl. liegen zum Ausleihen bereit. Näheres bei der Exped. d. Bltts. Wirthschafts Empfehlung. 2042) Einem geehrten Publikum erlaube ich mir, auch jetzt wieder meine Wirthschaft auf der Wellersburg in empfehlende Erinnerung zu bringen, mit dem Bemerken, daß daselbst die so beliebten 2037) Unserem lieben H. G....... zu seinem heutigen Wiegenfeste ein donnern- GeldverleLhnng. 2011) 480 fl. Vormundschaftsgelder sind gegen genügendes Unterpfand mit 5 pCt. Zinsen auszuleihen. Näheres zu erfragen 1987) C^iit Lehrling wird in eine hiesige Handlung gesucht. Eintritt kann sofort erfolgen. Näheres bei der Exped. d. Bltts. Theater in Gießen (Im Cafv Leib.) i Auswanderer nach Amerika befördern mit allen von Bremen abgehenden Dampf- und Segel-Schiffen Gebrüder Scheel Vermischte Anzeigen. 2050) Einem geehrten Publikum bringe ich meine Buchbinderei in empfehlende Erinnerung. I. C- El ar, Sonnenstraße. 2070) Unterzeichneter empfiehlt sich zur Uebernahme von Zimmerarbeit und versichert reelle und billige Bedienung. Gg. Ruckstuhl, Zimminermeister, wohnhaft an der Neustädter Schoor, der Hartmann'scheu Schanze gegenüber. 2032) Zwei Arbeiter finden Kost und Logis. Näheres bei der Exped. d. Bltts. Sonntag den 29. März 1868. Zum Erstemnale: Das Volk arm und reich. Posse mit Gesang in 3 Akten und 7 Bildern, von Kali sch. Musik von Conradi. Montag den 30. März 1868. Zum Benefiz für Fräulein Ost: Preerosa, oder: Die Zigeuner in Spanien. Schauspiel mit Gesang und Melodrama in 4 Akten, von P. A. Wolff. Musik von Carl Maria v. Weber. Sonntag den 5. April: Letzte Vorstellung. W. Kern, Direktor. Zinß er scher Garten. 2075) Sonntag den 29. März 1868: Großes Militär-Concert/ ansgefnhrt vom ganzen Mnsikcorps der Wetzlarer Jäger, unter Leitung seines Capellmeisters, Herrn Merstedt. Anfang 4 Uhr. — Entrse für Herren 12 fr., für Damen 6 fr. Lagerbier aus der Brauerei von G. Hest 8f Co. wird in Schoppen verabreicht. 's Dhrre Me-iein wird durch ein einfaches naturgemäßes Heilverfahren allen Denen schnelle und sichere Hilfe gewährt, die in Folge zu frühen oder zu häufigen Geschlechtsgeimsses oder durch unnatürliche Abschwächung gelitten. Franko- Briefe mit Angabe des Alters und dem Auftreten des Leidens: Herzklopfen, Beängstigung , unruhiger Schlaf, Schwäche, Hagerkeit, Kurzsichtigkeit, Schmerzen im Hinterkopf, dem Rückgrat:c. werden erbeten sub D. v. K., poste restante Liegnitz. Das Honorar ist gering. Strengste Diseretion Ehrensache. 2062) Lehrlings-Gesuch. Ein braver, gesitteter Junge kann bei mir in die Lehre treten. Anlagen zum Freihandzeichnen wären sehr erwünscht. Jul. Bach, Graveur. 2048) Unserem F. E. W..... zu seinem morgen stattfindenden 36. Geburtstage ein dreifach donnerndes Hoch !!! Die Aiten. Militair -Vorbereitungs-einstalt F- d. Ofsizier-Fähnrich-Seecadetten- und Frei- willigen-Examen (23. März). Standesgemäße Pension. Ausführl. Prospeete sind durch die unterzeichneten Dirigenten und in allen renommirten Buchhandlungen Deutschlands zu-beziehen. (1989) Jochens, Major z. D., W. Mayer/ Lehrer am Cadettencorps, Berlin, Berlin, Blumenstr. 4. Niederwallstr. 21 2001) Wir nehmen noch fortwährend Mädchen und auch noch einige Männer zu dauernder Arbeit gegen guten Lohn all. — Dann kann auch Garn außerhalb der Fabrik geweift werden. _____________Gailsche Wollenspinnerei. wird in wöchentlichen Sendun- V 0en pr. gaffe zu kaufen gesucht, gut getrocknet und gesalzen, also haltbar. — Offerten erbittet W. Senftleben in Ber- lin, Fischerbrücke 19.____(1901) 2005) Eilt Local, welches sich zur Werkstatt einrichten läßt, mit oder ohne Logis, wird zit miethen gesucht von 1976) Im Russischen Hof ist ein großes Familienlogis zu vermiethen.______ 1977) Ein Laden mit Logis ist zu vermiethen. Bei wem's sagt die Exped. d. Bltts. 1979) Ein möblirtes Zimmer mit Cabinet, sowie ein kleineres möblirtes, find zu vermiethen bei ________H. Rübsamen, Mäusburg. 1983) Ein möblirtes Zimmer ist zu vermiethen in dem Seuling'schen Hause in den Neuenbäuen. | Bürger-Club Generakv ersam mlung Samstag den 4. April d. I. im Ver- eins-Locale. Tagesordnung: 1) Vorstandswahl, 2) Budgetvorlage, 3) Rechnungsablage. _________________Der Vorstand. 1986) Am verflossenen Jahrmarkt, Abends, hat in hiesiger Stadt ein alter Mann von 77 Jahren seinen mühsam erworbenen Verdienst, in einer Blase befindlich, auf dem.Wege von der Lony'schen Wirthschaft in der Neustadt bis zum Hause des Kaufmann Emil Pistor, oder von da nach dem Bahnhof verloren. Der redliche Finder wird dringend gebeten, denselben bei Herrn Schmied Unverzagt, Wallthor, gegen eine gute Belohnung abzugeben. 1985) Ein möblirtes Zimmer ist zu vermiethen bei Louis Petri II., Neuenweg. 1988) Im von Grolman'schen Hause in den Neuenbäuen sind zwei möblirte Zimmer mit Cabinet, nach dem Garten, zu vermiethen._________________________________ 1992) Ein Familienlogis, sowie ein möblirtes Zimmer mit Cabinet, ist zu vermiethen Neuenweg Lit. B- Nr. 134. 1993) Ein möblirtes Zimmer mit Cabinet ist zu vermiethen bei _________Chr- Noll Wittwe, Neustadt. 1995) Zwei iueinand ergeh ende Manfar- den-Zimmer sind, mit oder ohne Möbel, zu vermiethen- Näheres bei dec Exped. d. Bltts.______________________________________ 2057) Ein Gymnasiast findet Kost und Logis. Bei wem? sagt die Exped. d. Bl. 2056) Das von Herrn Freiherrn von Stein bewohnte Logis ist anderweit zu vermiethen und eventuell Ende April zu be- I. Bloch sche Hosschönsärberei in Darmstadt. 2073) Nächste Absendung: Dienstag den 31. d. Mts. ____________I. Schlund, Schloßgasse. 2072) Eine ältere zuverlässige Person wird gegen guten Lohn in einen Laufdienst gesucht- Von wem? sagt die Exped. d. Bltts. ________________________________ f Strohhüte werden zum Waschen, Färben und Faponniren angenommen und sehr schnell und pünktlich besorgt. __Wilh elmine Fuhr. 2049) Ein Lehrling kann bei mir unter günstigen Verhältnissen in die Lehre treten bei Bernhard Kullmann, Spengler. 2016) Ein Stück Grabland auf dem Sand, den Gärth's Erben gehörig, ist alsbald zu verkaufen. Näheres bei Thorschreiber Roloff. m 1 Auswanderer nach Amerika erhalten mit allen von Bre- men abgehenden Dampf- und Segelschiffen beste und billigste Beförderung durch Christian Wallenfels jun _____________________Schreinermeister. 2044) Ein Laufmädchen wird gesuchr. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 2015) Glace-Handschuhe werden ge- wascheu bei Sus anne Weiß. Jacob Küchel'sche Kuustfärberei in Homberg v. d. Höhe empfiehlt sich im Waschen und Färben aller seidenen, wollenen, halbwollenen und baumwollenen Stoffe, ChÄes, Sammet, Plüsche, Bänder, Federn, Schleier :c., Zeug- und Glacehandschuhe. Die Stoffe werden auf bas Schönste gefärbt, mit den neuesten Mustern bedruckt und mittelst ganz neuer Dampfmaschinen wieder wie neu appretirt. — Durch vielseitige Erfahrungen und zweckmäßige Einrichtungen ist dieselbe im Stande, eine schöne Arbeit rasch und billig zu liefern und jeder Anforderung zu genügen. Eine große Auswahl in Färb- und Druckmustern liegt bei Herrn I. Ch. Retter am Kreuz zur gef. Ansicht offen, welcher Bestellungen entgegennimmt und rasch befördert. Militär - Vartiildungs - Anstalt ;u Cassel. Garde - du - Corps - Platz Mr. 3. 2053) Vorbereitung zum Offizier-, Fähnrich - und Freiwilligen-Examen. Gute Pension. Erfolge nachweisbar sehr günstig. Eleven aus allen Theilen Deutschlands. Die vornehmsten Familien haben ihre Söhne mit Vertrauen der Anstalt überwiesen. Täglich 6 Unterrichts- und 2 beaufsichtigte Arbeitsstunden in kleinen Abtheilungen von 4 bis 6 Schülern. An der Anstalt sind 8 tüchtige Lehrer, darunter 2 Offiziere, fest angestellt. Honorar pr. Jahr 500, pr. halbes Jahr 250 Thlr. Knaben vom 14. Jahre an finden Ausnahme. Von Hartung, König!. Lieutenant a. D. und Dirigent. | Auswanderer nach Amerika befördert wöchentlich vermittelst Dampf- und Segelschiffen bei reeller und billigster Bedienung I. M. Schulhof, am Rathhaus. Durch langjährigen Aufenthalt in Amerika bin ich im Stande, jedem Auswanderer die beste Auskunft zu ertheilen, 2078) Sonntag den 29. März: Str eich-Sextett auf dem Loos'fchen Felsenkeller. Anfang halb 4 Uhr. Au die hessischen Lehrer! Die Zeitungen sind angefüllt mit Schilderungen des Nothstandes in Ostpreußen, und gar manche Herzen sind durch diese Schilderungen gerührt, manche Hände zum Geben bewogen worden. Aber von einer Klasse der Nothleidcnden, von den Lehrern, haben bis jetzt die Blätter geschwiegen, sie sind, wie es scheint, auch beim Vertheilen der Gaben höchstens als Vcrtheiler, nicht als Empfänger bctheiligt gewesen. Und doch ist ihre Noth nicht geringer, an vielen Orten sogar größer, als die der übrigen Bewohner der unglücklichen Provinz. Lesen wir nur, was in dem Aufrufe eines Königsberger Komite's in Nr. 10 der „Allgem. deutschen Lehrerzeitung" vom 10 März d. I., das zum Zwecke der Unterstützung der hungernden Lehrerfamilien zusammengetreten, gesagt ist: „In Ostpreußen findet sich eine große Zahl ländlicher Lehrerstelleu, deren Baargehalt jährlich nur 20—50 Thlr. beträgt. Ihre Hauptcinnahmcquclle, die Landnutzimg von 8—15 Morgen preuß., hat im verflossenen Jahre aus bekannten Gründen kaum den geringsten Hoffnungen entsprochen. Nebengewinne, die sonst namentlich durch Bienenzucht erzielt worden, sind gar nicht zu ermöglichen gewesen. Daher ist in vielen ländlichen Lehrerfamilieu unserer Provinz — zumal in ärmeren Societäten — die bitterste Noth, Hunger und Kummer eiugekehrt. In rieten städtischen Lehrerfamilieu ist die Noth nicht minder herzbewegend." ... „ Sollte es da nicht heilige Pflicht des gejammten Lehrerstandes sein, btejen Bedrängten, soweit möglich, Hülfe zu bringen? . _ .. ..... rc. Die Unterzeichneten hoffen zwar, daß baldigst vielleicht ein landeskomsto die Einsammlung und äßeiterbefiirberung von Gaben in die Hand nehmen möge; einftro eilen aber erlauben sie sich, da schnelle Hülfe Noth thut, alle Lehrer des Großherzogthums, gleichviel an welchen Anstalten dieselben wirken mögen, zu Sammlungen unter sich und im Kreise von Schulfreunden aufzufordern und erklären sich bereit, etwa an jie eingehende Gaben alsbald an das Königsberger Komitö weiter zu befördern. Offenbach a. M., den 12. März 1868- Greim, Realschuldirektor. — Jung, Lehrer an der höherer Tochterjchule. — Kühn, Lehrer an der Stadtschule. — Br. Seeger, Lehrer an der Stadtschule. — Mr. Sommcrlad, Schulinspector. — Walter, Reallehrer. Frisch Kacker za «gießen. Den 29. März. Louis Keil in den Neucnbänen. Emil Roll in der Löwengasse. Daniel Rühl am Rathhaus. Kirchliche Anzeigen. Evangelische Gemeinde zu Hießen. Gottesdienst. Am 29. März. Morgens: Pfarrer Dr. Seel. Nachmittags: Dr. Weisfenbach. PassionsgottcsdicNst in der Hospttal- kirche. Mittwoch den i. April, Nachmittags 4 Uhr: Mitprediger-Vikar Drescher. G e t a u f t e. Den 22. März. Dem Zug-Oberfeldwebel im Großh. 1. Jägerbataillon, Philipp Glock, ein Sohn, Ludwig Friedrich, geboren den 19. Februar. Denselben. Dem Bürger zu Staufenberg und Kutscher dahier, Ludwig Schmitt, Wechsel. Amsterd. k. 8. 1005/8 Augsb. k. 8. 99% Berlin k. 8. 1(15 Bremen k. S. 98 Cöln k. 8. 104% Hamburg k. 8. 88% Leipzig k. 8. 105 London k. 8. 1193/4 Lyon k. 8. — Paris k. 8. 95% Wien k. 8. 103’/8 Diseonto 3% G. eine Tochter, Karoline Elisabeth, geboren den 24. Februar. Beerdigte Den 22. März. Karl, ein unehelicher Sohn von auswärts, alt 16 T., gestorben den 20. März. Den 23. März. Jakob Weller II. aus Heuchelheim, alt 57 I., gestorben den 22. März. Denselben. Konrad Renker aus Lauterbach, alt 23 I., gestorben den 22. März. Den 24. März. Wilhelmine Theodore Jung, unverheirathete Tochter der Katharine Jung dahier, alt 32 I. 4 M. 18 T., gestorben den 22. März. Den 25. März. Julius Heinrich Karl Konrad Schneider, des Bürgers und Schnh- machers, Georg Schneider, ehelicher Sohn, alt 2 M. 18 T., gestorben den 24. März. D en 26. März. Heinrich Eisenbach aus Probach, Amts Weilburg, alt 39 I., gestorben 24. März. Die Pfarrgeschäfte in der nächsten Woche besorgt Pfarrer Landmann. Börsennachrichten. 26. März 1868. Preuss. 4%% Obi. 95% Frankf. 3 l/2O/o Obi. 81% Nass. 4%% Obi. 94% Kurh. 40/0 Obi. 89 (, Hess. 4o/o Obi. b. Roths. —• n 3%% do. do. — Bayer. 5% Obi. 101% » 4%<% 1jährige 93% » 41/2% 4jährige 93% Würtemb. 4%% Öbl. 93 Baden 4%<% Obi. c. E.L. 933/4 Oestr. 50/0 b. R. 65% „ 50/0 National 53% „ 5% Metall. Obi. — „ M. steuerf. 51% Amor. 6% I882r Bds. 753,8 6% 1885r 731/4 Aetieii. Frankf. Bank 124% Oester. Bank 720 „ Creditact. 193 Darmst. Bankact. 231 % Prioritäten. 5% östr. F. St. E. B. 256 % Ludwigsh.-Bexbach 15 61 4 Maxbahn 106 ’/g Bayer. Ostbahn 120% Hess. Ludwigsbahn 132% 5% östr. Stsb.-Prior. 51% 3% östr. s. Lombard. 43% 3% Livorneser. 28 Toscaner 41% Frankf. Hypoth.-Bank — Frankf. Vereins-Kasse — 5% Elisabeth-Prior. 72% do. II. Emiss. ■— Anleiieaisloose. Kurh. 40 Thlr. Loose 551/4 Nassau fl. 25 b. Roth. 35% Gr. Hess. fl. 50 b. R. 144% Gr. Hess. fl. 25 b. R. 38% 4% bayr. Präm. Anl. 98% 4% badische Loose 98 % Badische fl. 35 Loose 51% 1858r Prioritätsloose 136% 1860r Loose 72% 1864r „ 88% Geldsorten. Pr. Gass. Sch. 1 44%-45 Div. Cass.-A. — Pr. Fr-iedrdor. 9 57%-58% Pistolen . . 9 49-51 „ doppelte 9 50-52 Holl. fl. 10 St. 9 54-56 Ducaten . . 5 37-39 20 Frankens!. 9 29%-30% Engi. Souver. 11 54-58 Russ. Imper. 9 50-52 Doll, in Gold 2 28-29 Lairdwirthschaftliches. Zur ländlichen Arbeiterfrage. In Nr. 28 des landw. Jntelligenzbl. ist eines Vortrages des Herrn Dr. A. M ey er, gehalten im Club ter Landwirthe zu Breslau, „lieber land- wirthschastliche Arbeiterverhältniffe" erwähnt. Sehr richtig bezeichnet der Herr Redner die Mittel, die Uebelstände, welche sich in den Arbeiterberhäitnissen bemerklich machen, in dem Mangel an Bildung und Einsicht (Intelligenz) und diese in der Armuth des Arbeiterstandes begründet. Sehr richtig sagt er, daß diese Armuth auch nicht durch Freigebigkeit, nicht durch Geschenke, nicht durch Wohlthaten gehoben werden kann, und wären dieselben auch der umfassendsten Art. Bildung und Einsicht ist nur, wenn sie allgemein sein soll, die Folge einer gewissen Wohlhabenheit. Wohlhabenheit, dauernde Wohlhabenheit kann nur erarbeitet werden. Selbst der reichlichste Lohn, in Hülle und Fülle gespendet, welcher, verständig verwendet, dem Arbeiter gestatten würde, zu sparen, würde bei einem großen Theil unserer jetzigen Arbeiter in den meisten Fällen nur den Erfolg unnützer und zwar der wüstesten Verschwendung haben. Sparsamkeit tritt erst ein, wenn in Folge der Erziehung — ich nehme das Wort in weitester Bedeutung des wohlthätigen Einflusses, welchen ein Besitzer auf seine Taglöhner ausübcn kann — eine geistige Thätigkeit, ein Denken, ein Vorbedacht s für das Alter, für Jahre und Zeiten der Roth resp. Krankheit, eine Fürsorge für das Fortkommen und Wohlergehen der Kinder sich einftellt, nicht aber etwa, wie erwähnt, wenn auch noch so plötzlich die bisherige Erwerbsweise etwa lohnender wird. Sparsamkeit hat mit diesem Materialismus gar nichts zu thun, sondern sie ist etwas Geistiges. Sie muß also anerzogen werden, und um sie zu erzeugen, um das beste Vcrhältniß, gleichzeitig das Wohl der ländlichen Arbeiter wie der Gutsbesitzer fördernd, herzustellen, schlägt der Herr Redner vor, daß man die Arbeiter zu kleinen Grundbesitzern macht. Der Weg ist gewiß vollkommen richtig, aber auch er kann zum Irrweg werden, wenn er nicht mit Vorsicht betreten wird. Wollten Gutsbesitzer — angenommen den Fall — die gerade heute bei ihnen befindlichen Häusler, Einlieger, Käthner oder Dienstboten irgend welchen Namens ohne Unterschied zu Grundbesitzern machen, so wäre dieß eben ein verhängnißvoller Mißgriff; das Verfahren, welches beobachtet werden muß, etwas näher zu kennzeichnen, sei mir gestattet, auf das Wirken eines Instituts und eines Mannes die Aufmerksamkeit zu lenken, weil beide, nach meinem Dafürhalten, in zweckentsprechender Weise ihr Ziel erreichen. Das Institut ist die Berliner Gemeinnützige Baugesellschast, deren Aufgabe es ja ist, „eigenthumslose Arbeiter in arbeitende Eigenthümer zu verwandeln" (cfr. die Wohnungen der Arbeiter und Armen; Heft I. pag. 17. Berlin, Verlag von Schröder, Unter den Linden 23. 1859); das ist zu verwandeln : „unter eigener Thätigkeit". — Hier ist allerdings schon gewisse Vor- aussetzungen von Bildung und Gesittung gestellt, denn ohne diese wird diete eigene Thätigkeit selbst für das eigenste Wohl nicht zu erreichen sein; auch ist dieß Institut, welches seine Entwickelung fand unter dem derzeitigen Protectorat des Prinz-Regenten, für städtische Verhältnisse geschaffen und insofern nicht ohne Weiteres passend. Dagegen ist das Verfahren des Mannes, welchen ich zu nennen habe, des Rittergutsbesitzers Herrn Neumann Posegnik bei Gerdauen, der richtige Erziehungsweg für ländliche Arbeiter. Neumann-Posegnik gibt denjenigen Leuten, welche eine große Reihe von Jahren hindurch sich auf seinen Gütern tadellos geführt haben, so viel ich weiß, auch in der für alle seine Leute bestimmten Sparkasse allmälig Beträge gesammelt und somit das Bestreben, sortzukommen, gezeigt haben, eine Fläche von etwa 3 Morgen Land nebst Wohnung für mäßigen Preis, von welchem sie auch zunächst nur einen sehr geringen Theil abzuzahlen haben. Das ist ein gesundes Verfahren! — Der Besitz wird durch Jahre langen Fleiß und Streben erarbeitet! — Schon in dem Streben nach diesem Besitz erstarkt die Kraft, erwachsen die Tugenden der Arbeitsamkeit, Enthaltsamkeit, der treuen Pflichterfüllung. Ein anderes Verfahren, sei es das bestgemeinte, ist ohne Nutzen und Erfolg! — Ich habe auf einem Etablissement, welches sich hauptsächlich mit ländlichen Gewerben befaßt, die humanen Bestrebungen des Besitzers, Herrn Lieutenant Dühling-Putzig, vollständig scheitern sehen, weil er seine Wünsche für das Wohl und Fortkommen der Arbeiter an die Voraussetzung knüpfte, daß diese die menschenfreundlichen Absichten erkennen und würdigen würden, an denen er sofort alle die auf das neue Etablissement zuziehenden Arbeiter und Arbeiterfamilien Theil nehmen lassen wollte. — Hätte er von vornherein genügenden Unterschied zwischen den treuen und fleißigen Arbeitern gemacht und jene — nicht sogleich — sondern erst nach einer Zeit der Be- wäpnmg der gedachten Belohnung theilhast werden lassen, so wäre Aussicht vorhanden gewesen, den Zweck zu erreichen. Neustadt, W.-Pr., August 1867. E. H. Hoffmann. Versetzen der Pflanzen. Durch das mehrmalige Versetzen der Pflanzen sucht man die Wurzelkrone zu verstaiken, um dadurch nicht blöd ihr Wachschum zu vermehren, sondern sie überhaupt zu veredeln und fruchtbarer zu machen. Die holländischen und belgischen Baumzüchter vcrflanzen die jungen Bäume von der Saatschule weg noch mehrmals, wodurch die Bäume einen wahren Wulst von feinen Saugwurzeln bekommen, die zum sicheren Anschlägen neu gepflanzter Bäume zur Veredlung Früchte iDcfcntlid) beitrogen. 3n Holland unb in der bairischen 9)fnh wendet man ein ähnliches Verfahren beim Tabaksbau an, was auch im Königreiche Sachsen mit Erfolg ausgeführt Worten ist. Die Tabakspflanzen werden nämlich verstüppt, d. h. sie werden aus dem Samcnbe t erst in's Verbreitungsbeet und aus diesem auf den bleibenden Standort versitzt, wodurch selbst ihre Vegetationszeit verkürzt worden ist. In England findet auch ein Versetzen der Hopfenfechser mit dem günstigsten Erfolge zur Ertragsvermebrung statt. Die Fechser werden nämlich auf gut vorbereitete Beete gepflanzt und im folgenden Jahre erst in die eigentliche Anlage versetzt. Guano und Asche. Obwohl schon öfters in landwnthschaftlichen Versammlungen und Zeit- schliften auf den Nachtheil aufmerksam gemacht Worten ist, der sich ergibt, wenn -man den Guano mit Asche mischt, so gibt es doch noch allerwärts eine Menge von Leuten, die, weil sie die landwirthschastlichen Versammlungen nicht besuchen und die Zeitschriften nicht lesen, jenes Verfahren fortwährend in Hebung behalten, ohne zu ahnen, wie groß der Schaden ist, den sie dadurch verursachen. Bekanntlich hat-die Asche die Eigenschaft, das im Guano vorkommende werthvolle aber flüchtige Ammoniak frei zu machen und auszutreiben, so daß also durch die Zumischung von Asche zum Guano der Werth desselben, wie die Land- lcute so leicht annehmen, nicht vermehrt, sondern vermindert wird. Wir haben in den letzten Jahren öfters Versuche mit purem Guano und mit Guano, der mit Asche gemischt war, angestellt und die gewonnenen Ernteresultate lassen es außer Zweifel, daß 1 Ctr. Guano, der mit 1 Ctr. Asche gemischt ist, in seiner Wirksamkeit mehr als das Doppelte verloren hat. Nach unserer festen Ueber- zeugung ist ein Düngcrgemisch von 1 Ctr. Guano zu 5i/2 Thaler und 1 Ctr. Asche zu */2 Thaler nicht 6 Thaler, sondern noch keine 4 Thaler werth, weil durch die Mischung selber mehr als für 2 Thaler werthvolle Stoffe aus dem Guano in Lustform ausgetrieben werden. Die Zeit zum Karioffelstecken naht jetzt heran, und so halten wir uns ver- pflichtet, auf einen Versuch aufmerksam zu machen, den Th. Pauli angestellt und der gewiß wichtig genug ist, um der Oeffentlichkeit mitgeiheilt zu werden. Er schreibt in der „allg. landw. u. forstw. Ztg.» : Im vorigen Frühjahre ließ ich, Wie immer, meine zur Aussaat bestimmten rothen rauhschaligen Neunwochcu- kartoffeln auslesen und auf einem trocknen Speicher abwelken. Da indessen beim Setzen dieser Vorrath nicht ganz für das betreffende Grundstück ausreichte, so war ich genöthigt, die weiter erforderlichen Setzkartoffeln aus dem Keller holen zu lassen; da dieselben bereits stark gekeimt waren, so mußten sie vorher entkeimt werden. Es war mir auffallend, daß trotz der ganz gleichartigen Be- schaffenheit des Bodens die nicht abgewelkt gewesenen und entkeimten Kartoffeln erst um circa 6—7 Tage später aus dem Boden kamen, als die anderen; was mich aber noch mehr überraschte, war das, daß die von ihren alten Keimen be- freiten Kartoffeln außerordentlich vielkeimig oder buschig wuchsen. Durch Her- ausnehmen eines Stockes überzeugte ich mich, daß an jeder Stelle, wo ein alter Keim ausgebrochen war, 3—4 Keime sich gebildet hatten, in Folge dessen denn aus einer solchen Setzkartoffel oft 12—15 Stengel entstanden waren. — Während ich nun bei der in dieser Woche stattgehabten Ernte dieser Kartoffeln von den a'vgewelkten Steckkartoffeln durchschnittlich den töfachen Ertrag erhalten habe, bekam ich von den nicht abgcwelkten und gekeimten Kartoffeln nur die vierfache Ernte. Neues habe ich damit allerdings nichts entdeckt, allein, weil ich weiß, daß noch gar viele Landwirthe das Äbwelkenlaffen der Setzkartoffeln außer Augen lassen und daher bereits gekeimte Kartoffeln zum Setzen nehmen müssen, so ist es doch gut, von Zeit zu Zeit auf die Wichtigkeit des besseren Verfahrens aufmerksam zu machen. (Hierzu eine Beilage.) Anlage zu Ar. 38 des Kießener Anzeigers. Fenilleton. Das Testament des Großonkels. Erstes Capitel. (Fortsetzung) „Ja, mein Kind, das war eine traurige Reise," antwortete die Mutter, „und er war immer noch da, wie mein böser Dämon. Wieder mußte ich nachgcben, und mußte ihn bitten lassen, ja bitten lassen, nach Europa zu gehen. Wie glücklich, wie leicht fühlte ich mich, als ich wußte, daß endlich die „Guten of the West" abgesegelt und er mit unter den Passagieren sei — ich hatte ja jetzt das Weltmeer zwischen uns gelegt, — durfte ich mich nicht freudigen Hoffnungen hingeben ?" „Und doch warst Du nie ganz glücklich, liebe Mutter." „Nur wenn ich von ihm hörte," antwortete diese rasch, „habe ich gelitten, denn selbst auf dem europäischen Continent ließ ich ihn nicht außer Augen, ich folgte ihm nach London, Edinburgh, Hamburg, Kopenhagen, Stockholm, PetcrS- bürg, und kein Dampfer von drüben brachte mir je die Nachricht, die ich so sehnlichst erwartete. Statt vessen kommt heute dieser unselige Brief und meldet mir seine Ankunft in London und demnächstige Abreise von da auf hier. Er wird sogar eher hier sein als Harri selbst! Und ich stehe wieder auf demselben Punkte wie vor sechs Jahren!" „Und was kann er Dir wollen, Mama?" fragte Eveline. „Er wird uns nicht aufsuchen, diese Stadt ist groß und birgt ja so viele Tausende in ihren Mauern, warum sollte er nicht auch hier leben, ohne daß Du darum eine trübe Stunde haben solltest?" „Das kannst Du nicht begreifen, mein Kind !" erwiederte die Mutter. „Ich kann keine ruhige Stunde haben, so lange ich ihn in diesen Mauern weiß, deß- halb muß Etwas gethan werden, und zwar sogleich; ich muß daher noch heute meinen Advokaten Ranzius sehen, da Veerenborg in Washington ist. Wir werden ihm telegraphiren lassen morgen oder übermorgen herüber zu kommen, damit wir gemeinsam berathen können." Sie zog die Klingel und befahl einer eintretenden Zofe, ihren Wagen vorfahren zu lassen, und fuhr dann zu Evelinen gewendet fort: „Ich gehe auf mein Zimmer, um einige Papiere zu ordnen und fahre dann hinunter nach Madison Square, von wo ich vor Abend nicht zurück sein werde, Du magst etwaige Besuche annchmen oder abweisen, denn ich werde heute Abend nicht empfangen." Nach diesen Worten verließ sie das Zimmer. Madame Gratman war die einzige von drei Schwestern am Leben gebliebene Tochter eines der wohlhabendsten Kaufleute New-Jorks. Ihr Vater, Mr. Fletcher, hatte während der französischen Continenalsperre den Grund zu seinem Vermögen gelegt, welches unter seinen umsichtigen Händen durch vorsichtige und glückliche Speculationen wuchs und sich verdoppelte. Man kannte und achtete ihn überall als einen Ehrenmann, und sein Name hatte guten Klang an der Börse. Doch es sollte ihm nicht lange beschieden sein mit der Familie hier auf Erden zu leben. Seine jüngste Tochter Meta war von Jugend auf schwächlicher Natur, sie kränkelte dahin, wie eine Eintagsblume, und starb, noch ehe sie das Alter der Jungfräulichkeit erreicht hatte. Seine zweite Tochter Louise schien dasselbe Schicksal theilen zu sollen, doch ein junger Arzt, der, was damals unter Amerikanern nur selten der Fall war, in Europa die Medicin studirt hatte und die reichsten Schätze des Wissens aus der alten Welt mit in sein Vaterland heimgebracht, wurde durch einen Zufall in die Familie des Kaufmanns eingeführt, und ihm gelang es, die schon am Rande des Grabes Schwankende mit kräftiger Hand zu erretten. Es war die verzehrende Schwindsucht, die in der Familie erblich zu sein schien, und welche schon die Jüngste dahingerafft, deren Keim auch der Vater im Busen trug. Bei ihm hatte die Krankheit schon zu große Fortschritte gemacht, und er sah trotz der Bemühungen seines geschickten Arztes sich seinem Ende nahe. Er machte daher bei Zeiten sein Testament, in welchem er seinen Schwager und Associe, Mr. Dryveck, zum Vormund seiner beiden hinterbleibenden Töchter Louise und Ellen einsetzte, mit der Verfügung, daß, so lange Drydeck sich nicht verheirathe, die alte Firma Fletcher und Drydeck fortbestehen, das ganze Vermögen in der Firma verbleiben und der Ertrag des Geschäftes in gleichen Theilen seinem Schwager auf der einen und seiner Hinterbliebenen Wittwe und beicen Töchtern auf der andern Seite zu Gute kommen sollte. Obgleich er alle seine drei Mädchen gewiß mit inniger Vater- liebe liebte, hatte er doch der ältesten, wenn auch nicht stets eine gcwiffe Vorliebe gezeigt, aber doch allen ihren Wünschen, selbst Launen nie das geringste Hinderniß in den Weg gelegt; sie hatte von frühester Jugend an nur zu befehlen, nie zu gehorchen gelernt; sie hatte nie sich einen Wunsch zu versagen brauchen, denn in ihr, in ihr allein sah der Vater mit Sicherheit seine Erbin. Keine Krankheit hatte je sich ihrem Lager zu nahen gewagt, die Rosen ihrer Wangen waren nie erblaßt, sie blühte empor voll und üppig wie eine Rose, das Bild der strahlendsten, immerwährenden Gesundheit. Wenn der Vater Eine seiner Töchter vorzugsweise liebte, so war sie es. — ob sie ibm, wenn er gelebt, diese Liebe vergolten haben würde, wagen wir nicht zu behaupten. Der alte Fletcher hatte zwischen dieser, seiner Lieblingstochter, und seinem jungen Arzte, John Gratman, dem er von Herzen zugethan war, eine entstehende Neigung zu bemerken geglaubt, und glaubte deßhalb dem Wunsche Ellens zuvorzukommen, wenn er Beide durch das Band der Ehe verbände. Es war der Wunsch des Vaters, Ellen willigte ein, den geistreichen, wissenschaftlich tief gebildeten Mann den Ihrigen zu nennen und Gratman, der gewiß mehr den Studien als der Liebe gelebt, vielleicht geblendet durch die reiche Partie, denn er war nur der Sohn eines unbemittelten Geistlichen, war schnell bereit, die Wünsche seines leidenden Patienten und bejahrten Freundes zu erfüllen. So wurden Ellen und John Gratman ein Paar unv bald nach ihrer Hochzeit raffte der Tod den alten Fletcher dahin, nachdem er seinen Lieblingswunsch hatte in Erfüllung gehen sehen. Zu jener Zeit war die Wohnung der Firma unten in der Greenwichstreet und Herr Gratman bewohnte mit seiner jungen Frau ein Haus am Broadway, wo heute das russische Konsulat ist. Kehren wir jetzt zu Madame Gratman zurück. Auf ihrem Zimmer angekommen, welches sie sofort hinter sich verschloß, näherte sie sich einem Mahagonysckretär, der, als sie ihn geöffnet, in seinem Innern eine zweite Klappe sichtbar werden ließ, die jedoch ganz von Eisen war. Auch diese wurde geöffnet und legte sich über die Erstere; dann erst zeigten sich verschiedene Laden und Fächer. Eine der ersteren öffnete sich auf den Druck einer Feder und zeigte verschiedene Rollen alter vergilbter Papiere, aus denen Madame Gratman eine hervornahm und sorgfältig entfaltete. „Das also nennt man ein Testament," begann sie, „ein Stück beschriebenes Papier, — das soviel Geltung, — nein, mehr Geltung haben soll, als der Wille eines lebenden Menschen! Als ob die Menschen, wenn sie todt, wenn sic Nichts mehr sind, als Staub, Nichts, auch noch einen Willen haben könnten! Solche Wische waren gut genug in alten Zeiten, doch sie passen nicht mehr für uns, wir können ihrer entbehren. — Wie oft hat es mich nicht schon getrieben, diesen letzten Willen des Alten zu Asche zu verbrennen, und doch habe ich es nicht gewagt. Zwei Mal hat er mir gedroht, er sei int Besitz der Papiere seines Vaters! Ich kann es nicht glauben, daß sein Vater Papiere hinterlassen, — und doch, wenn es wahr wäre, so wäre dieses Testament das einzige Mittel, mir jene Papiere zu erkaufen. Wenn er sie hat, so hat dieselben bis jetzt noch Niemand gesehen und seinen bloßen Worten glaubt man nicht, denn mein Wort gilt mehr, doch wenn er wirklich diese Papiere hätte, so würde er dieselben schon als Expressungsmittel gegen mich benutzt haben; — er wäre wenigstens ein Thor, wenn er es nicht gethan, deßhalb kann ich nicht glauben, daß er sie hat; — und doch, wenn er sie hätte, sie wären eine gefährliche Waffe in seinen Händen, denn leider, die Macht der nichtswürdigen Presse ist heutzutage groß. O, wie hasse, wie verabscheue ich ihn! die Hälfte meines Vermögens würde ich für die Nachricht geben, der Dampfer, mit dem er herüberkomme, sei in Die Luft geflogen, — nur ihm nicht, ihm nie einen Dollar! — Bis zum heutigen Tage habe ich das Geheimniß allein mit Veerenborg getheilt, kein Anderer, nicht ein Mal mein Harri, kennt dieß Geheimniß, denn man kann Niemanden trauen, selbst er könnte mich verrathen, denn jedes Kind hofft auf den Tod seiner Eltern, um zum Besitz zu gelangen, und ich will noch lange leben, noch recht lange leben. Doch heute werde ich von diesem Documente Gebrauch machen, wenn auch nicht vom Originale, sondern von meiner eigenen Abschrift. Außerdem rede ich ja heute mit Ranzius allein, er war von jeher ein zu großer Tropf, als daß ich ihn hätte zu etwas Anderem, als zu einem Commentar gebrauchen können." Sie legte das Original des Testamentes wieder in die Schublade, und nahm statt dessen eine von ihrer eigenen Hand geschriebene Copie, welche sie in die Tasche ihres Kleides steckte. Dann, nachdem sie Alles wieder sorgfältig verschlossen, legte sie eine Mantille um, nahm Hut, Handschuhe und Sonnenschirm und verließ das Zimmer, um sich zu dem vor dem Hause ihrer wartenden Wagen zu begeben, der, sobald sie eingestiegen, rasch mit ihr davonfuhr. Mittlerweile war es Abends sieben Uhr geworden, und wenn auch, da es Sommer, die Sonne noch nicht untergegangen war, so warfen doch schon die Häuser lange Schatten und ließen auf eine baldige Dämmerung schließen. Den Doppelsaal im Erdgeschoß öffnete im Hintergründe eine große GlaSthüre, die in einen zwar kleinen aber schattigen Garten führte, der mit den schönsten Blumen unv exotischen Gewächsen angefüllt war. In demselben befand sich ein nach allen Seiten hin offener Kiosk, von Jasmin, Kaprifolien und Chyrrhamin umschlängelt, Evelinens Lieblingsplätzchen, ■— hierhin hatte sie sich, nachdem sich die Mutter entfernt, zurückgezogen. Sie hatte ja so Manches nachzudenken über das, was ihr die Mutter gesagt, denn sie war die Einzige, die der Mutter von fünfen geblieben. Der älteste Sohn war todtgkboren, Bruder John war lange, lange fort, fern von New-Iork, wollte doch die Mutter seinen Namen nicht hören, Schwester Ellen war verheirathct, und Bruder Harri war seit zwei Jahren in London, — so war sie allein bei der Mutter zurückgeblieben, und hielt es für ihre Pflicht, ihre Sorgen nicht blos getreulich zu theilen, sondern sic wo möglich ganz auf sich zu nehmen. Sie war so in Träumereien versunken, daß sie nicht ein Mal das Kommen ihrer Zofe hörte, und diese sie drei Mal mit den Worten anreden mußte: Miß Eveline, befehlen Sie, daß Der Thee servirt werDe?" „Ich nehme heute keinen Thee, Annie," anwortete Die Gefragte, „Mama ist ausgefahren; unD wenn Besuch kommen sollte, sage ihnen, ich sei gleichfalls spazieren." „Soll ich Das Allen sagen, Miß Eveline?" „Gewiß; ich wünsebe heute allein unD ungestört zu sein." „Ich meinte nur," fügte Die Zofe hinzu, „weil ich Mr. Perry vorhin Vorbeigehen sah, Daß Der vielleicht ausgenommen sein Dürfte!" unD nach diesen Worten wollte sie gehen. „Eveline erröthete leicht, doch schnell sich fassend antwortete sie: „Ganz recht, Annie, ich dachte nicht, daß Mr. Perry kommen könnte, doch Wenn er kommen sollte, so laß ihn hiehcr zu mir in den Garten kommen, mit ihm kann man schon eine Ausnahme machen." „Das wußte ich im Voraus," murmelte Annie für sich, „Denn wenn er heute AbenD nicht gekommen wäre, so wäre das die erste Ausnahme gewesen. (Fortsetzung folgt.) Miscelle. Ein sächsischer Landmann kam mit seiner Frau nach Berlin. Als er unter den Linden bei Moser vorüberkam, sah er in einem Stereoskop eme Venus. Uc rief seine Frau und sagte zu ihr: „Siehste, Frau, so scm de Berltner: mscht nich haben sc anzuziehen; aber photographiren lassen se sich Doch - Frage. Durch Zahlen lassen sich enorme Summen ausdrücken, aber welche Zahl ist wohl die umfassendste? Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr- Chr. Pietsch) in Gießen. zwar Ende dieses Monats beendigt sein. Das Schiff soll unmittelbar darauf seine Rückreise nach Europa antreten; es wird etwa im September in den heimischen Gewässern erwartet. Kassel, 23. März. Als Urheber der bekannten Proklamationen sind, gutem Vernehmen nach, der kurfürstliche Hofstaatssecretär Preser und ein hoher Cabinetsbeamter ermittelt. Preser und Plaut sollen in Leipzig unter falschem Namen zusammengetroffen sein. Die Ausdehnung des Hochverraths-VerfahrenS auf das kurfürstliche Hospersonal zu Prag ist wahr- scheinlich. Leipzig. Wie die „Leipz. Ztg." erfahrt, sind am Hofe von Darmstadt Mittheilungen eingetroffen, denen zufolge Ihre Mas. die Königin Victoria von Großbritannien die Absicht hat, im Laufe des be- vorstehenden Sommers ihre Tochter, die Prinzessin Alice von Hessen, zu besuchen. Die Königin würde auf Vieser Reise auch einen Besuch in Gotha abstatten. Stuttgart, 20. März. Neuester Verfügung zufolge toiro eine Anzahl der würtembergischen 3n- fanterieoffiziere (aut jeder Garnison 2 Stabsoffi- ziere, von jedem Linienrcgiment 2 Hauptmänner, jedem Jägerbataillon 1 Hauptmann) in preußische Garni- sonen commandirt, zur weiteren Ausbildung im Dienst nach preußischen Vorschriften. Die Betreffenden wer- den in 8 Tagen abgehcn und bis Mitte Junr aus- Darmstadt, 17. März. Da« heute erschienene I ! Großhcrzogliche Regierungsblatt Nr. 14 enthält: I. Bekanntmachung Großherzoglichen MinsteriumS i der Innern, die Einführung eine« dreijährigen Lehr- curfe« an den Großherzoglichen Schullehrer-Semi- narien zu Friedberg und Bensheim betreffend. Dieselbe lautet: Da rin zweijähriger LehrcurS, wie solcher seither an drn Großherzoglichen Schullehrer- Seminarien zu Friedberg und Benrhcim bestanden hat, nach den vorliegenden Erfahrungen nicht hinreicht, um den Zöglingen, neben einer auf religiös- siitlicher Grundlage beruhenden gediegenen Charakter- bildung, eine gründliche wissenschaftliche und praktische Berufsbildung zu gewähren, wie solche zur erfolg- reichen Versetzung des Amtes al« Volksschullehrer erforderlich ist, so ist dir Einführung eines dreijährigen Lehrcurse« an den genannten Schullehrer- Seminarien beschlossen worden und wird solcher von Ostern laufenden Jahre« an in's Leben treten. — Auf die bereits früher in die Seminarien eingetretenen Zöglinge hat die neue Einrichtung hinsichtlich der Zeitdauer des Seminarbesuch« keine rückwirkende Kraft und erfolgt deren Entlassung nach den bisher bestandenen Normen. Auch bei der neuen Einrichtung kann solchen Seminaristen, welche sich, bei tadellosem Verhalten durch Befähigung, sowie durch Fleiß und Eifer besonder« auszeichnen, schon am Ende des zweiten Jahres ihre« Seminarbcsuch« die Theilnahme an der Entlassungsprüfung auSnahmS- weife gestattet werden. — Die Seminaristen werden auch fernerhin in den AnstaltSgebäuven, soweit die- ses der vorhandene Raum gestattet, unentgeltlich Wohnung erhalten, e« kann denselben aber auf An- suchen durch die Großherzogliche Direction ve« Schul- lehrer-SeminarS auch gestattet werden, unbeschadet der Aufsicht und DiSciplin, außerhalb der Anstalt zu wohnen. , II. Bekanntmachung Großherzoglichen Mi niste- rium« de« Innern, die Ergebnisse der Verwaltung der Fonds für öffentliche und gemeinnützige Zwecke betreffend. III. Oeffentliche Anerkennung einer edlen That. Am 24. October v. Jahr« gericth Carl Orlemann au« Mannheim in der Nähe der Ntzeinmühlen bei Mainz in Gefahr, im Rhein zu ertrinken. Auf feinen Hülferuf eilten die Schiffer Johann Zin- kel von Mainz, Sebastian, Carl und Jo- seph Becker von Oestrich und der Brückenwärter Johann Köhl von Nierstein in einem Nachen herbei, zogen Orlemann aus dem Wasser und per- brachten denselben unversehrt an's Land. Zufolge Allerhöchster Entschließung Seiner Königlichen Hoheit de« Großherzogs wird dieses hiermit iu Anerkennung de« menfchcnfreundlichen und muth- vollen Benehmens der genannten Personen, neben der erfolgten Verleihung einer Geldprämie an die- seloen, zur öffentlichen Kenntniß gebracht. IV. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministe- riumS des Innern, den Vicinalwegbaufonds für die Provinz Rheinhessen betreffend. V. Bekanntmachung der Großherzoglichen Com- Mission für Post-Angelegenheiten, bieEinrichtung von Postexpcditionen zweiter Klasse zu Großen-Buseck und Groß-Karben betreffend. Mit dem 16 v. M. sind in Großen-Buscck und Groß-Karben Postexpeditionen in Wirksamkeit ge- Armee, wird eine aus höheren Militärs aller Waffen gebildete Commission in Berlin zur Berathung for- tificatorischer Aenderungen und Neuanlegung von Bcfestigungswerken in dem Bereiche des norddeutschen Staatengebietes zusammenberufen werden. Berlin, 23. März. Reichstag. Die erste Plenarsitzung des Reichstags wurde heute Nachmittag durch den früheren Präsidenten Simson eröffnet. Es fand die Wahl eines interimistischen Schriftführers und die Verloosung der Mitglieder in die Abthei- lungen statt. . Die Wahl des Präsidenten wird morgen vorgenommen. Das Haus war nur schwach besetzt. Berlin,25.März. (Nordd eutsch er Reich S- tag.) Die Plenarsitzung beginnt um 12 Uhr. Prä- sident Simson theilt als eingegangen mit: Gesetze über die Aufhebung der polizeilichen Beschränkung der Eheschließungen und über die Verwaltung des Bundesschulvcnwesens. 182 Abgeordnete sind anwe- send, daher erfolgt bi? Präsidentenwahl. Beim ersten Wahlgange werden 171 Stimmen abgegeben. Davon erhalten Simson 158, Stolberg, Forckenbcck, Waldeck, Schwerin je 1; 9 Zettel sind unbeschrieben. Simson ist somit zum Präsidenten gewählt. Er nimmt dankend die Wahl an. Beim zweiten Wahlgange wurden 172 Stimmen abgegeben, darunter 7 weiße Zettel. Es erhalten davon 159 Stimmen der Herzog von Ujest, v. ] Forckenbcck und v. Bennigsen je 2, v. Ttolberg- ! Wernigerode und Löwe je 1. Herzog von Ujest ist somit zum ersten Vicepräsidenten gewählt und nimmt Vie Wahl an. _ , Beim Dritten Wahlgange werden 158 Stimmen abgegeben, 10 Zettel sinv ungültig. Es erhalten v. Bennigsen 128 und Löwe 20 Stimmen; v. Bennigsen ist somit gewählt unv nimmt an. E« folgen nunmehr vie Schriftführerwahl und Wahlprüfungen. Das Haus beschließt sodann, den Gesetzentwurf wegen Abänderung des Etats von 1868 in der Schlußbcrathung zu erlevigen; Referent ist v. Böckum- Dolffs. Abgeorvn. v. Rabenau beantragt, Urlaubsgesuche, welche sich auf die Mitgliederschaft von Ein- zel-Landtagen stützen, nicht zu bewilligen. Dieser Antrag wird abgelehnt. Graf Bethusp-Huc kündigt einen Antrag an, worin gefordert wird, daß die gleichzeitige Einberufung des Reichstags unv der Einzei-Lanvtage vermieven werde. Nächste Sitzung Samstag. Tagesordnung: Der Gesetzentwurf bezüg- lich Abänderung der Etats und der Antrag Twe- sten-LaSker auf Aenverung der Geschäftsorvnung. Königsberg, 20. März. Commerzienrath Stephan ist aus dem Ausschuß des deutschen Handels- tages ausgeschieden; gleichzeitig hat vaS Vorsteher- amt der Kaufmannschaft seinen Austritt aus dem Handelstage erklärt. Danzig. Nach hier eingegangenen Nachrichten werven die an der königl. Schrauben-Korvette Bineta im Dock zu Schanghai vorgenommenen Reparatur- Arbeiten früher, als man Anfangs erwartete, und bleiben. Stuttgart. Auf der Geißlinger Steige IN Würtemberg ist am 20. März ein großer Güterzug verunglückt. Sämmtliche Wagen, meist mit Getreide für Frankreich und mit Hopfenstangen beladen, wurden zertrümmert, 5 Condukteure sind tobt, einem mußten die Hopfenstangen, die ihn gespießt hatten, am Leibe abgesägt werven; der Lokomotivführer und Heizer kamen mit dem Leben davon, da sich Lokomotive, Tender und ein Güterwagen losgerissen hatten. Wäre das Unglück nur wenige Minuten später geschehen, so wäre auch der Personenzug verloren gewesen. Karlsruhe. Die „Krh. Ztg." veröffentlicht die Antwort des Ministeriums des Innern auf den Protest de« Erzbischofs von Freiburg gegen das Schulgesetz. Dieselbe lautet: Euer Erzbischöfliche Excellenz haben es für Ihre Pflicht gehalten, mit Schreiben vom 18., eingekommen am 21. d. M., an Großherzogl. Staatsministerium, welches uns von dieser hohen Stelle übergeben wurve, gegen das in Nr. 15 ves Regierungsblattes vieseS Jahr verkün- diate Gesetz über den Elementarunterricht vom 8. März d. I., als eine Verletzung kirchlicher Rechte enthaltend, Verwahrung einzulegen. Wir bedauern die Mißverständnisse, welche vieses Gesetz bei Eurer Excellenz hervorgerufen hat. Dasselbe unterstellt ven Religionsunterricht durchaus der Leitung der Kirchen und schließt dieselben so wenig von ver Einwirkung auf das Volksschulwesen aus, daß es ven OrtS- pfarrer zum gesetzlichen Mitgliev ver localen Schulbehörde erklärt. Im Uebrigen kann dem Protest gegen ein verfassungsmäßig erlassenes Gesetz eine rechtliche Wirkung nicht beigelegt werven. Wie», 21. März. In ver heutigen Sitzung des Unterhauses ging eine Zuschrift des Finanzmini- I steriums ein, welche behufs Beseitigung de« DefintS folgende Gesetzentwürfe ankündigt: über einen Verkauf von Domänen im Betrage von 25 Milionen, über die Aufnahme von 20 Millionen auf die schwe- bende Staatsschuld, über eine Gebührenerhöhung der Lotteriegewinnste, und cnvlich über die Umwandlung der fundirten Staatsschulv in eine Rentenschulv und Kapitalsteuer. Wie«, 23. März. In der heutigen Herren- Haussitzung sind Graf Thun und die Bischöfe nicht anwesend. Cardinal Rauscher und Genossen erklären in einer Zuschrift an ven Präsiventen, daß sie in Folge des Votums vom letzten Samstag nicht im Stande seien, an den Verhandlungen des Herren- Hauses länger Theil zu nehmen. Hierauf folgt die Specialdebatte unv die Annahme des Ehegesetzes in zweiter und dritter Lesung mit einigen von der Regierung acceptirten stylistischen Abänderungen mit allen gegen 17 Stimmen. Paris. Der „Liberty zufolge hätte der Kaiser vor einigen Tagen in besonderer Audienz den öfter- reichischen Capitän Baron Obenaus-Felsachag, Sohn des ehemaligen Gouverneurs des Herzogs von Reichstadt, empfangen, welcher gegen 120 Gegenstände,, tie ehevem dem Sohn Napoleon« I. angehörten, dem Kaiser überbrachte. Diese Gegenstände sollen dem Musde des Souverains im Louvre einverleibt werden. Man glaubt, daß die sterblichen Reste des Herzogs von Reichstadt im nächsten Jahre von Schönbrunn nach Paris gebracht werden sollen. stadt, Leiser; — am 4. Januar: der pensionirte I Steueraufseher Weber zu Butzbuch. Darmstadt, 23. März. Mit dem Ablaufe dieses Monats erlischt, wie die „K. Z." erinnert, die Gültigkeit der früheren einzelnen Landes-Post- marken dergestalt, daß vom 1. April d. I. weder ein Umtausch noch eine Erstattung der dann werth- | los gewordenen Marken und Freicouverts erfolgt. Darmstadt, 24. März. Von den Zollparlamentswahlen sind als definitiv entschiedene bekannt: in Mainz der nat.-lib. Candidat Bamberger mit 6048, Offenbach der nat.-lib. Canv. Kugler mit 8779, Bingen-Alzey der nat.-lib. Cand. Metz mit 10,382 Stimmen; Darmstadt der lib. - conserv. Cand. Obersteuerrath Fabricius mit einem Mehr von 286 Stimmen, unv in Worms ebenfalls der conservative Canvidat, Regierungsrath Pfannebecker — beite conserv. Canv. sind aber für Ven Eintritt Hessens in den norddeutschen Bund. Darmstadt, 25. März. Der Vertrag mit der hessischen Ludwlgsbahn Betreffs der rheinhessischen unv Starkenburger Bahnen wurde, ebenso wie der Staatsvertrag mit dem Hause von Erlanger und Söhne bezüglich der oberhesstschen Bahnen, vom Ab- georvnetenhause, unwesentlich abgeändcrt, mit großer Majorität genehmigt. Darmstadt, 26. März. Nachdem tie Eisen- bahnverträge von zweiter Kammer genehmigt sind, ist vie erste Kammer der Stände auf den 3. April I einberufen. Darmstadt. Gelegentlich des Geburtstags des Königs von Preußen ist Prinz Heinrich von Hessen in der Preußischen Armee zum Obersten avancirt. Berlin, 20. März. Unter dem Vorsitze des Generals v. Moltke, Chefs des Generalstabes der treten. VI., VII., IX., X., XI. Uebersicht der für das Jahr 1868 genehmigten Umlagen zur Bestreitung von Communalbedürfnissen in den Gemeinden der Kreise Groß-Gerau, Bingen, Neustadt, Wimpfen und Alsfelv. VIII. Bekanntmachung Großherzoglichen Kreis- amts Erbach, die Erhebung einer Umlage in der israelitischen ReligionSgemeinve zu Michelstadt für das Jahr 1868 betreffend. XII. Uebersicht der für das Jahr 1868 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Bedürfnisse in den israelitischen Religionsgemeinden des Kreise« Bensheim. XIII Concurrenzerö ffnungen. Erledigt sind: die erste evangelische Mädchenschulstelle zu Pfungstadt im Kreise Darmstadt, mit einem jährlichen Gehalte von 582 fl. 25i/2 fr., nebst einer Vergütung von 20 fl. für Heizung ve« SchullocalS; - die evangelische Schulstelle zu Burgbracht, tm Kreise Büvingen, mit einem Gehalte von 300 fl. 31 fr., nebst einer Vergütung von 17 fl. für Heizung des SchullocalS unv Holzfuhrlohn; dem Herrn Fürsten zu Jfenburg-Birstein steht da« Präsentationsrecht zu dieser Stelle zu. XIV. Gestorben: am 24. October 1867 der zweite Lanvgerichtsviener bei dem Lanvgerichte Michel-