ger in vielen, billig- ') mich gchen- w. ist sie. r. iobe in »P. 5 eipn t Ver- findet ' fnflt : wird m ge- Bltts. ließen mens- ri einen chiches Iler, wird Nä- ilthcr. nges iten. kirte ags- e & itnben htung iß ge- ember f. w. fiflfeit Ver- T e hr. 4. Li : Um- arsche s lei- schäf- el be- • nur eriger te behüben einer rmis- s als tv., inne ein auf ieder icr» Preis vierteljährlich 36 fr. mit Bringerlohn. Durch die Bost bezogen vierteljährlich 51 fr. Gießener Anzeiger. Erscheint wöchentlich dreimal . Dienstags, Donnerstag« und Samstags. — Expedition: Canzleiberg Ltt. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Areis Kielen. Ne. 1O1. Donnerstag den 27. August 1868, Amtliche Beksnn t m er chungen. Gießen, am 20. August 1868. Betreffend: Die Beförderung der Obstzucht, insbesondere Erlaß eines Regulativs gegen das zu frühe Einerndten des Obstes. Das Groß herzogliche Kreisamt Gießen an die Großherzoglichen Bürgermeistereien -es Kreises. Nachdem die meisten von Ihnen sich für Einführung des Ihnen unterm 29. v. M. im Entwurf mitgetheilten Reglements ausgesprochen haben, wird dasselbe nunmehr für den ganzen Kreis mit Ausnahme der Gemarkungen Arnsburg, Lollar, Ruttershausen, Staufenberg, Trohe und Winnerod erlassen. Wir theilen Ihnen dasselbe nachstehend unter dem Auftrag mit, es ordnungsmäßig bekannt machen zu lassen; dieser Auftrag zur Bekanntmachung bezieht sich auch auf diejenigen von Ihnen, in deren Bürgermeisterei-Gemeinden das Reglement selbst nicht Gültigkeit erhält, damit deren Bewohner, insoweit sie als Ausmärker in andern Gemarkungen begütert sind, von dem für diese letzteren erlassenen Verbot Kenntniß erhalten. Einzelne von Ihnen hatten unbedeutende Abänderungen des Reglements beantragt; wir waren, da der Entwurf in der Ihnen mitgetheilten Fassung die Genehmigung Großherzoglichen Ministeriums erhalten hat, zur Vornahme der Abänderungen nicht befugt, halten dieselben aber auch schon um deswillen nicht für zweckmäßig, weil möglichste Gleichförmigkeit der Verfügung für alle Gemeinden zu wünschen ist. Aus diesem Grunde, und weil die Handhabung des Feldschutzes durch "die Ausnahme einzelner Orte erschwert ist, müssen wir es auch sehr bedauern, daß Einige von Ihnen die Einführung des Reglements nicht beantragen zu müssen glaubten. Zn den einzelnen Bestimmungen des Reglements bemerken wir noch: Zu §. 1. Hiernach soll der allgemeine Erndte-Termin für die einzelnen in diesem §. benannten Obstsorten von Ihnen nach Berathung mit mehreren der bedeutendsten Baumstückbesitzer beantragt und von uns genehmigt werden. Wir werden hierbei darauf sehen, daß die Termine nicht zu früh bestimmt werden, und empfehlen Ihnen, hierauf bei Ihren Anträgen Rücksicht zu nehmen. Ob Sie außer mehreren Grundbesitzern auch noch den Gemeinderath über den festzusetzenden Termin hören wollen, bleibt Ihnen überlassen; zweckmäßig erscheint es, wenn die Bürgermeister der benachbarten Gemeinden sich miteinander verständigen, damit mögstlich gleiche Termine beantragt werden. Zu §. 2. Die Erlaubnis; zur früheren, als der allgemeinen Erndte ist spärlich und nur da zu ertheilen, wo das Obst ohne Nachtheil nicht bis zur allgemeinen Erndte hängen bleiben kann. Da Ihnen oder den Feldschützen die Obstsorte und der Grad der Reife des Obstes, dessen frühere Einerndtung von den Grundbesitzern gewünscht wird, in der Regel bekannt ist, so wird der in diesem §. vorgesehene Augenschein nur in seltenen Fällen nöthig werden; Kosten dürfen durch solche Besichtigungen nickt entstehen. Zu §. 3. Die Bestimmung dieses §. ist sehr wichtig, weil dadurch, daß das Lesen des Fall - Obstes nur zu bestimmten Tagen oder Stunden gestattet ist, die Handhabung des Feldschutzes erleichtert ist, indem schon der Besitz von Obst außerhalb der erlaubten Tage oder Stunden und außerhalb der Orte unter Umständen genügt, um eine Anzeige wegen Frevels zu rechtfertigen. Die Festsetzung der Tage und Stunden, in welchen das Fallobst gelesen werden darf, ist Ihnen überlassen. Sie wollen hierbei mit Vorsicht zu Werke gehen, und namentlich die Zeit, innerhalb welcher das Lesen erlaubt ist, nicht zu sehr ausdehnen. Eine Stunde des Morgens und eine Stunde des Abends werden in den meisten Fällen für die Grundbesitzer vollständig genügen, um sich in den Besitz des Fallobstes zu setzen. Zu §. 4. Nach diesem §. sind nicht alle eingefriedigten Grundstücke von den Bestimmungen des Reglements ausgenommen, sondern nur diejenigen rundnm eingefriedigten Grundstücke, welche an den Wohnhäusern oder innerhalb des Orts an der Ortsstraße liegen. Auf alle übrigen eingefriedigten Grundstücke findet das Reglement ebenso Anwendung, wie auf das offene Feld. Bezüglich der Handhabung des Feldschutzes, auf welche ein besonderes Augenmerk zu richten ist, verweisen wir Sie auf unser Amtsblatt von heute. Dieses Ausschreiben und das nachstehende Reglement wollen Sie allen auf den Feldschutz verpflichteten Personen bekannt machen. Dr. G o l d m a n n. Reglement, das Einerndten des Obstes betreffend. Da die Erfahrung gelehrt hat, daß durch zu frühes Einerndten des Obstes nicht nur die Gesundheit gefährdet, sondern auch der Frevel erleichtert und der Ruf des in den Handel gebrachten Obstes zum allgemeinen Nachtheil der Gegend herabgesetzt wird, so wird unter Bezugnahme auf die unterm 25. IM l. I. Nr. M. d. I. 8613 ertheilte Ermächtigung Großherzoglichen Ministeriums des Innern und nach Anhörung der Lokalpolizeibehörden für den ganzen Kreis Gießen mit Ausnahme der Gemarkungen Arnsbnrg, Lollar, Ruttershausen, Staufenberg, Trohe und Winnerod Folgendes verfügt. §. 1. Die Einerndtung der Zwetschen, Aepfel und Birnen darf nicht vor dem von dem Bürgermeister mit Zuziehung mehrerer der bedeutendsten Baumstück-Besitzer bestimmten und von dem Kreisamt genehmigten Tag begonnen werden. §. 2. Wer deshalb, weil sein Obst früher zur Reife gekommen, dasselbe vor dem allgemeinen Termin erndten will, hat um Erlaubmß hierzu bei dem Bürgermeister nachzusuchen, welcher, insofern er es für nöthig hält, durch einen oder nach Umständen zwei bis drei der im §. 1 erwähnten Besitzer einen Augenschein darüber einnehmen läßt, ob das Obst den nöthigen Grad der Reife erreicht hat und ohne Nachtheil des Eigenthümers nicht bis zur allgemeinen Erndte hängen bleiben kann. Wird die Erndte gestattet, so hat der Bürgermeister zugleich einen Termin festzusetzen, bis zu welchem dieselbe vollendet sein muß. Von der ertheilten Erlaubniß hat der Bürgermeister die Feldschützen zu benachrichtigen und für geeignete Aufsicht Sorge zu tragen. §. 3. Von dem Zeitpunkt an, wenn das fallende Obst als Viehfutter verwendet werden kann, ist das Auflesen des Fallobstes außerhalb der von dem Bürgermeister nach Maßgabe der Lokalverhältnisse hierfür wöchentlich zu bestimmenden Tage und Stunden verboten. Der Zeitpunkt, von wann an die vorstehende Bestimmung bezüglich des Lesens des Fallobstes eintritt, wird von dem Bürgermeister festgesetzt und be- kannt Alter der Schulpflichtigkeit noch nicht überschritten haben, dürfen nur unter Aufsicht von Erwachsenen das Geschäft des Lesens Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. G o l d m a n n. §. 4. Von den Bestimmungen der §§. 1 bis 3 sind ausgenommen: alle rundum eingefriedigten und an den Wohnhäusern oder innerhalb des Orts an der Ortsstraße liegenden Grundstücke. §. 5. Übertretungen der §§. 1 bis 3 des vorstehenden Reglements werden nach Art. 69 des Feldstrafgesetzes bestraft. Gießen, den 20. August 1868. Greffen, am 20. August 1868. Beiressend: Die Handhabung des Feldschutzes. Das Großherzogliche Kreisaml Gießen an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Die reiche Obsterndte, welche in diesem Jahre in Aussicht steht, fordert zu strenger Handhabung des Feldschutzes auf. Noch mehr aber ist dies in Folge des unterm Heutigen erlassenen Reglements über das Einerndten des Obstes den Behörden zur Pflicht gemacht, damit die Grundbesitzer, welche jetzt Gießen, am 20. August 1868. Betreffend: Die durch Schulkinder begangenen Feldfrevel- Den Feldschützen wollen Sie in unserem Namen eröffnen daß wir q b fcieSÄ*X mtt aller L r J r I°ldschutz verpflichten lassen. Entlassung, gegen sie einschreiten würden; wir geben uns der Erwartung bin d7ß wlrr so ll»naen^r^'., " Dienst- S-e sich die Aufsicht über die Feldschützen und ihre Dienstführung angelegen sei!.'lassen 9 Regeln nicht genothlgt werden, namentlich wenn _____________________________ Dr. Goldman n. Das Großherrogliche Kreisamt Gießen an Am Mittwoch den 28. October d- I. beginnen die beiden Curse an Der Unterricht wird folgendermaßen crtheilt werden: Die Wiiitkr-Ackerbsuschule tu Darmstadt betreffend. der Winter-Ackerbauschule des landw. Vereins für die Provinz Starkenburg zu Darmstadt. lVf, . ... . f , die Großher^oglichen Bürgermeistereien des Kreises. % WM-LLÄ K’SÄ ÄÄÄ ÄTÄ *Lb-Ä,r “Ä Ä b-tm b5 __ ____ Dr. G o l d m a n n. Stunden. 2 4 2 2 9. 2 4 2 10. 2 11. 2 2 4 4 2 A^rdem. Täglich von 7 bis 9 Uhr Abends Arbeitsstunde unter Aufsicht eines Ci >K('r n ft 1 TPtt hw .. V ... JT. . . V . • C r-i .. „ ' ' Feilgebotenes Gegenstände können nur am 28. d. Mts., Nachmittags von 3 bis 5 Uhr, angesehen lilCCrSCIlC, werben. Schneiderarbeit ist zu verkaufen. , ________________________ A. Balser- 5966) Ein wohlerhaltener Flügel ist auswanderungshalber wohlfeil abzugeben. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 5969) Malztreber siud wieder zu haben in der Brauerei von : ______________Georg Heß N er « t; $= ie 5 ? Feinen holländischen Tabak der F irma Henricus Olde\ te empfiehlt Half-Canaster a 24 kr. I. Zoort a 28 „ II. „ ä 36 „ Bei Abnahme grösserer Pos( packung nach Wunsch des Bi ikoft 11. Zoon § Co. Amsterdam €1. C. Spruch., alleiniges Depöt für Giessen. Canaster Nr. 1 ä — fl. 42 kr., Varinas „ la — , 56 , Varinas „ 0 ä 1 „ 10 „ entsprechenden Rabatt und Verlier». (5987) | Wechsel auf lew-York zum Tagescourse sind stets zu haben bei Iftwyer lftuyer9 in Frankfurt a. M. DM" Am i September 1868 Ziehung- der österr. Staats - I^oose vom Jahre 1S64. Höchster Treffer fl. 200,000, niedrigster fl. 155 östr. Währ. Einlage » Tlilr. — fl. 3. 30 süddeutsch. Sieben Betheiligungen kosten nur Thlr. 1» — fl. 21 süddeutsch. Mit k. k. Stempel versehene Betheiligungen empfehlen VOELCKER & O Bankgeschäft in Wien, Kolowratring Nr. 4. NB. Nachnahmen können nicht erhoben werden. (5964) i In der Pulvermühle!!! Samstag Abend, den 29. d. Mts., präcis 8 Uhr: 93ter: Colleg-Sitzung. Die College» werden sich pünktlich einfinden. Präsidium. 6010) Gute Frühäpfel zum Kochen sind mestenweise zu haben bei Römer, Lit- A- Nr- 258, 3. Stock- 6011) Ein Haufen Mist ist zu verkau- fen im Darmstädter Haus-_________ 5999) Ein fehlerfreis Pferd, 5V-jährig, Stute, ist zu verkaufen. Wo? sagt die Exped. d. Bltts- Dermiethungen. 6013) In Lit. 31. Nr. 33 ist ein kleines möblirtes Zimmer zu vermiethen-_________ 5967) Zwei Zimmer mit Cabinet, mit oder ohne Möbel, können zusammen oder auch getrennt vermiethet werden. Näheres bei der Exped. d- Bltts. 5970) Ein freundliches Mansarden-Zim- ntcr ist zu vermiethen. Wo? sagt die Exped. dieses Blattes-________________________________ 5961) In Becker's neuem Hause auf der Anlage sind noch Logis mit allen Bequemlichkeiten, Bleichplatz und Waschküche zu vermiethen und den 1- October beziehbar; auf Verlangeu kann auch Stallung dazu abgegeben werden.________________________ 5963) Zwei große möblirte Zimmer, das eine mit Cabinet, sowie ein kleineres, sind zu vermiethen und am 1- September zu be- ziehen Canzleiberg Lit- B- Nr. 67._________ 5975) Ein möblirtes Zimmer mit Cabi- net ist zu vermiethen bei Wittwe Strauch, __________________vor dem Seltersthor. 6012) Zu vermiethen ein möblirtes Zimmer bei __Friedr- Wilhelm Lö b er. 5972) An der Hauptstraße ist ein Zimmer mit Alkoven, parterre, und Lädchen mit Schaufenster, zu vermiethen; auch kann eine Küche dazu abgegeben werden. Nähe- res bei der Exped. d. Bltts._______________ 5974) Ein Familienlogis, bestehend aus 5 Zimmern und den nöthigen Bequemlichkeiten, ist zu vermiethen unb den 1. October zu beziehen bei Georg Malkomesius, Marktstraße. Vermischte Anzeigen. 5995) Am verflossenen Freitage ist eine goldene Brache gefunden worden- Die Eigen- thümerin kann dieselbe gegen Entrichtung der Jnseratgebühren wieder in Empfang nehmen. Bei wem? sagt die Exped- o- Bl- 6014) Heute Abend: Haas im Tops im Philosophenwald. 5998) Ein gelblicher Pinscherhund mit langer Ruthe und langen Ohren, auf den Namen „Rüllo" hörend, ist mir am 25. d- Mts-, Mittags, entlaufen. Derjenige, welcher mir ihn roieb erbringt, oder Auskunft darüber ertheilen kann, erhält eine gute Belohnung. ^Heinrich Balser, _________________Dchrcmer in Oppenrod. 6003) Der Fräulein 8..... Sch .... auf der Mäusburg zu ihrem am 27. August stattfindenden Wiegenfeste die herzlichsten Glückwünsche! ______Ein Freund. 6001) Ein Mädchen, welches im Nähen und Bügeln erfahren ist, wünscht noch einige Tage in der Woche besetzt zu haben. Nähe- res bei der Exped. d. Bltts.________________ 6015) Bei Maurermeister Schmidt können noch mehrere Maurergesellen und Handlanger dauernde Beschäftigung finden. 6002) Ein Haufen Mist, um zu räumen, ist gratis abzugeben. Zu erfragen bei der Exped. d. Bltts. An epileptischen Krämpsen (Fallsucht), Kopf-, Brust- und Magenkrampf Leidende werden sicher und dauernd hergestellt. Beweis mehrere Hundert Danksagungsschreiben aus allen Staaten Europas. Näheres unter genauer Angabe der Adresse durch Frau Ww. I. Plaumann, Reander-Str. Nr. 18, Berlin. (5990) 5997) Auf Franco-Anfragen „sub A. B. 10 poste restante Burgsteinfurt in Westphalen" Franco-Auskunft über einHefen- recept, für dessen Güte garantirt wird. 5968) Ein Schuhmachergesell findet dauernde Beschäftigung. Bei wem? sagt die Exped. d. Bltts. 5016) Verloren wurde am Freitag ein Rohrstock mit an zwei Stellen Elfenbeineinsätzen. Dem redlichen Finder eine angemessene Belohnung im Gasthof zum Lindcnhof. 3986) Wir suchen für die Gegend von Gießen einen tüchtigen Agenten für den Verkauf unserer landwirth- schaftlichen Maschinen, namentlich der sehr gangbaren Futterschneid- und Dreschmaschinen. I. P. Lanz 8> Comp. _____________in Mannheim._________ 5988) Für ein Auswanderer - Geschäft, welches für Bremen, Hamburg, Liverpool und Antwerpen concessionirt ist, wird in Gießen ein thätiger Agent gesucht. Wenn gewünscht, wird die gesetzliche Caution geliefert. — Offerten unter B. unb H. besorgt bie Expeb. b. Bltts.________________________ 5985) Ein angehender Commis, ber mit allen Comptoir-Arbeiten vertraut unb gute Zeugnisse -besitzt, sucht Stelle. Franco-Offerten besorgt bie Expeb. b. Bltts- > 5977) An ben Bauplätzen von Seipp L Hoch am Seltersthor kann gegen Vergütung Schutt abgelaben werben- 5978) In eine hiesige Wirtschaft wird zu baldigem Eintritt ein junger Mann gesucht- Zu erfragen bei der Exped- d. Bltts- 5976) Ein Weinhaus ersten Ranges in Bordeaux sucht tüchtige Agenten. Beste Referenzen erforderlich. Frankirte Offerten sub Nr. 102 an die Zeitungs- Annoncen - Expedition von Sachse * Comp., Stuttgart. 5973) Ein anständiger Herr kann Kost und Logis vom 1. September an erhalten. Näheres bei der Exped. d. Bltts. Nr. SU des Gießener Anzeigers wird zu kaufen gesucht. Die Crpedition. Börsennachrichten. 25. August 1868. Preuss. 4Vz% Obi. 95'/2 Frankf. 3i/2% Obi. 8O'/2 Nass. 41/2% Obi. 95 Va Kurh. 4O/o Obi. 88 Hess. 4O/o Obi. b. Roths. 89l/, „ 3'/r°/o do. do. - Bayer. 5»/0 Obi. 102 „ 4/4 Disconto 3<>/o G. Geldsorten. Pr. Gas». Sch. 1 44’/8-45y8 DiV P.occ _ A __ Pr. Friedrdor. 9 58i/2-59i/2 Pistolen . . 9 47-49 „ doppelte 9 48-50 Holl. fl. 10 St. 9 54-56 Ducaten . . 5 36-38 20 Frankenst. 9 29 i/a-30 '/2 Engi. Souver. 11 54-58 Russ. Imper. 9 48-50 Doll, in Gold 2 27-28 Frucht- und Mehlpreise in verflossener Woche von nachbenannten Orten und Fruchtmärkten. Fruchtmärkte. Aug. Waizen. Korn. Gerste. Spelz. Auf dem Markt Mit-- preis Auf dem Markt MID preis Auf dem Markt MD preis Auf dem Markt Mit-- preis auf: gef- verk. fl- kr. *5"*^ o fl- kr. j verk. fl. kr. auf- gef- fl. kr. Gießen 21- M- M. 10; 12 30 M- M. 3j 9 - M- M. 6 7 _ M. M- Alsfeld Grüuberg 22. — 292) 11 54 — 195 856 — 44j 7 12 — — _ — Lauterbach 22. 12,3 7 12 30 201 14 9 — 31 3j 7 20 — — __ __ Mainz 21. — 390 12 32 — 94 8'42 8 7 36 — - — — Hafer. Erbsen. Linsen. Wicken. Kartoffeln. Weißmehl. Roggen mehl. Auf dem Markt Mit.- preis Auf dem Mt^ preis Auf dem Markt Mit-- preis Auf dem Markt Mit-- preis Auf dem Markt Mit-- preis Mo rkt auf- gef- verk. fl. kr. verk. fl. kr. auf: gef- verk. ft.fr- auf: gef- verk. fl. kr. auf. gef- verk. fl. kr. fl. kr. fl. kr- M. ! M. M. M. M- M. M. M. M. M- 1 — I 33 5 30 ! — — — 158 4 52 _ 6j 9 43 ----------------- i ----------------- | _ — — — 2 3 6 — __ __ 46 i 25{ 5 — — — — — — j — — — 6 6 2- — __ — 69 c> 13 — — — — — ! — — — — — — 2;48 — — -I- Normalgewicht per Malter: Waizen 200, Korn 180, Gerste 160, Spelz und Hafer 120, Erbsen, Linsen, Wicken 220, Kartoffeln 200, Mehl 140 Pfund. Politische W rr n d s ch o u Darmstadt, 24. Aug. Der Kaiser und die Kaiserin von Rußland sind heute Abend um 63/4 Uhr mit Extrazug von Kisstngen hier angckommen. Im Bahnhof wurden dieselben vom Großherzog in Civil empfangen, und nach kurzem Aufenthalt setzte dar Kaiserpaar die Reise nach Jugenheim fort, wo die Kaiserin einige Zeit zu verweilen gedenkt. Gut Barzin in Pommern, 23. Aug. Graf Bismarck ist mit dem Pferde gestürzt. Derselbe blieb zwar unverletzt, jedoch haben sich in Folge der Stürze- Schmerzen in der ganzen Muskulatur der Körper- eingestellt. Barzin, 24. Aug. Nach einer guten, fast schwer, zen-freien Nacht hat Graf Bi-marck heute das Bett verlaffen und befindet sich, abgesehen von den durch jede Bewegung ihm verursachten Muskelschmerzen, den Umständen nach wohl. Der Ausspruch des Arztes, daß keinerlei Verletzung weder der äußeren noch der inneren Organe durch den gefährlichen Sturz stattgefunden, wird hierdurch bestätigt. Berlin, 24. Aug. In den hiesigen ofsiciösen Kreisen behandelt man natürlich die Nachricht von dem bevorstehenden Rücktritt des Grafen Goltz von seinem Posten in Paris als eine leere Erfindung, und man wird dieß auch so lange thun, bis der „Staats-Anzeiger" seine Abberufung meldet. Das ist bekanntlich so die Sitte der Herren Officiösen und Niemand wird sich mehr durch ihr Dementi irre machen lassen. In diesem Falle ist es Thatsache, daß Graf Goltz seine Abberufung selbst wünscht, und daß dieselbe wahrscheinlich sehr bald, nach der Rück- kehr des Grafen Bismarck, erfolgt. Es liegt auf der Hand, daß nach der Rückkehr des französischen Hosts nach Paris die Besetzung des preußischen Botschafterpostens durch eine gesunde Kraft wünschens- werth ist, und die Genesung de- Grasen Goltz ist noch immer nicht mit Sicherheit zu erwarten. — Die „N. fr. Pr." spricht heute mit großer Bestimmtheit von dem bevorstehenden Rücktritt des Grafen Bismarck; derartige Gerüchte circuliren seit seiner Erkrankung fast alle Woche und sie verdienen auch dießmal nicht mehr Glaubwürdigkeit al- sonst. Daß ®raf Bismarck in den Hofkreisen Gegner hat, ist ja zweifellos, aber dieselben haben bi« jetzt den König noch nicht von der Entbehrlichkeit Bismarck'« über- zeugen können. — Da« neu« Witzblatt, welche« mit dem t. October erscheinen soll, wird den Namen „Miau" führen und nicht, wie einige Blätter melken, den konservativen Interessen dienen, sondern von einem der liberalen Partei angehörigen Manne rrdr- girt werden. Frankfurt, 25. Aug. Der König langte, von Coblenz kommend, heute Morgen um 9% Ühr hier auf der Taunusbahn an, wurde auf dem Bahnhofe von dem Commandanten, Generalmajor von Fran- kenberg-LudwigSdorf, dem Polizei-Prastdenten v. Ma- Vai und in Abwesenheit des ersten Bürgermeisters Dr. Mumm, von dem Bürgermeister Dr. Berg empfangen, fuhr zu Wagen nach dem Hanauer Bahn- Hof und setzte von dort um 10 Uhr die Reise nach Hanau fort, wo er die zum Brigade-Exerziren zu- sammengezogenen Regimenter Nr. 82 und 88 besichtigte und ein ihm von der Stakt Hanau angebotenes Dejeuner einnahm. Gegen 2^ Uhr traf der König von Hanau wieder hier ein und setzte um 2J/2 Uhr seine Reise mittel- der Main-Weser-Bahn fort. Wien, 22. Aug Der nieberösterreichische Landtag wurde heute um 11 Uhr eröffnet. Der Lan- vesmarschall von Pratobevera sprach von dem frischen, kräftigen Geist, der jetzt Oesterreich vurchwehe, warnte vor dem „Hauptfehler" der Deutschen, der Ueberschätzung de« Fremden, und forderte die Versammlung auf, für da- Land und für Wien in ächt deutschem Geiste zu wirken; ker Landtag von Nie» deröstcrreich habe vor allen die Aufgabe, da« heilige Feuer des deutschen Nationalgefühls zu erhalten. Der Erzbischof von Wien und der Bischof von St. Pölten waren nicht erschienen. Der Landtag hat nicht weniger als 83 Vorlagen zu erledigen. Wien, 23. Aug. Die steigende Opposition ker Slaven kommt den gouvernementalen Organen sehr sehr bedenklich vor. Die Unzufriedenheit der Tschechen, Polen und Slovencn mit der neuen Eonstitui- rung Oesterreichs ist allerdings eine Tvatsache, die sich nicht Hinwegleugnen läßt. Wenn es nicht ge- länge, diese Unzufriedenheit zu beseitigen, so würde, sagt heute „Presse", wohl die letzte Stunde Oesterreichs geschlagen haben, aber nicht die des österrcichi- scheu Deutschthums. Wenn der Uebermuth der Ma- gvaren und der Aberwitz der Tschechen und Polen die Zertrümmerung der Habsburg - lothringen'schen Monarchie hkrbeiführen sollte, so würden allerdings die Deutschöstcrreicher am wenigsten dabei verlieren; e« bleibt ihnen immer die Wiedervereinigung mit Deutschland. — Die „Debatte" schreibt: „Eine Freimaurerloge soll in Innsbruck errichtet werden. Man tbeilt hierüber Folgende« mit: Freimaurer- logen bestanden bekanntlich unter dem großen Kaiser Joseph an mehreren Orten Tprols: zu Jnnspruck, Bozen und auch zu — Brixen. Wie das Inns- brucker Tageblatt meldet, wurde bereits an die Neuerrichtung derselben gedacht. Bei dem Kampfe, den man in Tyrol gegen den Blödsinn mittelalterlicher Fanatiker zu führen hat, könnte sie jedenfalls nützen. An der Genehmigung des Ministeriums, da« auch dem Jesuitismus den Weg frei läßt, zweifeln wir nm so weniger, da jetzt das „gleiche Recht für Alle" nicht bloß auf dem Papier stehen darf." Paris, 24. Aug. Der „Constitutionnel" meldet : Die Reise des Kaisers und der Kaiserin nach Biarritz ist durch den in Aussicht stehenden Besuch de« Grafen von Girgenti und seiner Gemahlin, Infantin von Spanien, uno die beabsichtigte Reise des Kaisers und des kaiserlichen Prinzen nach dem La- ger von Chalons auf die zweite Hälfte des September verschoben worben. — Der „Conftitutio- nel" sagt: „Die Worte des Kaisers zu Troyes beginnen ihre Früchte zu tragen. Frankreich vertraut dem Frieden. Preußen hat keine Neigung einen Krieg anzufangen. Die anderen Mächte haben ein Interesse daran, drohende Eventualitäten zu entfernen. Möge also die Industrie ihre Arbeiten mit Eifer wieder ausnehmen, mögen die Capitalien dem Aufruf der Regierung, ker eine Bürgschaft für die allgemein- Sicherheit ist, entsprechen. " Die schlimm- sten Tage sind endlich vorüber," — Die Subskription auf das französisch-atlantische Kabel waren sehr er- folgreich und stehen die Aktien fortwährend Agio. — Die „France" sagt, die Ernennung Laguerronniöre'« zum Gesandten in Brüssel beweise die aufrichtige und unentkräftbare Freundschaft Frankreichs und Belgiens. Petersburg, 24. Aug. Heute Nacht sind die Petersburger Flachs - und Hanflager abgebrannt, und berechnet man den Schaden, welchen das Feuer an- gerichtet hat, auf ungefähr % Millionen Rubel. Vermischte«. Gießen, 26. Aug. Einem hier verbreiteten Gerüchte i»folge soll gestern der Stube« der Fürsten von Solms-Braun - fels, Prinz Bernhard, bei Oberbiel durch einen Sturz vvm Pferde getödtet worden sein. Gießen. In der „Franks. Ztg." liest man: liebet da« berüchtigte Sloman sche Au«wandererschiff „Liebig", früher „Leib- nitz", Capitän Bornhold, liegen der Illinois Staat«zeitung zufolge der deutschen Gesellschaft in Ehicago beschworene Aussagen sehr gravirenden Inhalt« vor. Schiff „Liebig" segelte am 3. Mai mit 450 Passagieren von Hamburg ab, und kam am 3. Jul! in Quebec an. Die Passagiere erklärten: daß von 100 Kranken 49 (Kinder von 1 bi« 7 Jahren und 1 Erwachsener! starben, und zwar, daß fast alle starben-, denen der vorgebliche Echiffsarzt Medicin verabreicht; daß ferner diese Medicin erst dann verabreicht wurde, al« der Kranke schon halb todt war, und daß von Krankenpflege überhaupt auch erst im letzten Stadium die Rede gewesen. Ferner wird über da« empörende Betragen der Offiziere und Schiffsmannschaft gegen die weiblichen Passagiere scharfe Klage geführt. Darmstadt, 20 August. Das heute erschienene Regie- mngSdlatt Nr. 46 enthält: I. Bekanntmachung. Großherzoglichen Ministeriums der Großherzogiichen Hauses und de« Äeußern, den zwischen dem Deutschen Zoll- und Handelsverein und dem Kirchenstaat abgeschlossenen Handels- und SchissfahrtSvertrag betreffend. II. Dienstnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 21. Juli den Gymnasiallehramts - Accesfisten Georg Weihrich aus Bentheim, im Kreise Bensheim, zum Lehrer an der Realschule zu Alzey zu ernennen, — dem evangelischen Schullehrer zu Richen, im Kreise Dieburg, Johann Philipp Reinheimer, die zweite evangelische Schulstelle zu Gimbsheim, im Kreise Worms, — und dem Schullehrer an der zweiten evangelische» Schule zu Gimbsheim, im Kreise Worin«, Heinrich Fischer, die evangelische Schulstelle zu Richen, im Kreise Dieburg, zu übertragen; — an demselben Tage den Gerichtsvollzieher Ludwig Wolf zu Wöllstein in gleicher Eigenschaft nach Wörrstadt, — den Gerichtsvollzieher Philipp Wilhelm Dapper zu Pfeddersheim in gleicher Eigenschaft nach Mainz zu versetzen, — den Aspiranten des Gerichtsvollzieher-Dienstes, Martin Orschicd zu Alzey, zum Gerichtsvollzieher mit dem Amtsfitze zu Alzey — und den Aspiranten des Gerichtsvollzieher-Dienstes, Johannes Theodor Bernhardt« zu Alzey, zum Gerichtsvollzieher mit dem Amtsfitze zu Pfeddersheim zu ernennen; — am 25. Juli den Steuercommiffär de« Steuercommiffariats Schlitz, Ludwig Deibel, in da» Steuercommissariat Wörrstadt zu versetzen; — am 27. Juli dem Hofkanzlisten erster Klaffe, Friedrich Nau, die Stelle eines Secretär« bei dem Oberst-Ceremonienmeister- AmtS und des Rechners der Kammerherrntargelderkaffe zu übertragen;— am 28. Juli den penstonirten Geheimen Obersteuerrath Florentin Hallwachs zu reactioiren und zum Mitglied und Rath bei der Ober-Steuer-Direction und zugleich bei der Ober-Zall-Direction zu ernennen; — am 1. August den Schullehrer an der evangelischen Schule zu Elbenrod, im Kreise Alsfeld, Johann Friedrich Greim, die evangelische Schulstelle zu Darsberg, im Kreise Heppenheim, — dem Schullehrer an der evangelischen Schule zu Willofs, im Kreise Lauterbach, Carl M ergo tt, die evangelische Schulstelle zu Elbenrod, im Kreise Alsfeld, — dem Schulamts-Aspiranten, Theodor Weitz au« RübingShain, im Kreise Schotten, bie evangelische Schulstelle zu Höckersdorf, im Kreise Schotten, zu übertragen — unb ben Beschlirßer-Gehülfen an btm CorrectionShaus zu Darmstadt, Jacob Kalbfleisch, zum Kreisbiener bei bem KreiSamte Dieburg zu ernennen. Darmstadt. In Meriko am ConchoSfluffe würbe im vorigen Jahre eine neue Stabt in einer sehr fruchtbaren Gegenb gegrünbet, unb berselben von ihrem Grünber, Herrn G. Schleicher au« Darmstabt, brr mit bet Darmstädter Answanderererpebition 1847 nach TeraS ging unb dort sich großes Vermögen und Ansehen erwarb, der Name „Bismarck" beigelegt. Auch eine Station der Jron-Montani-Eisenbahn bei St. Louis hat den Namen „Bismarck" erhalten. Beweis, daß der berühmte Minister sich bei ben Deutschen im Ausland einer größeren Popularität erfreut, als vielfach im eigenen Vaterland. Berlin, 17. Aug. Die „Zeidler'sche Corresp." bestätigt die Nachricht, daß der Bunbesrath auf eine, in einer ber letzten Sitzungen bes Reichstages angenommene Resolution in Bezug auf bie Hebung ber „Austernfischerei" beschloffen habe, Preußen, Hamburg und Oldenburg zu Erhebungen, resp. gutachtlichen Aeußerungen aufzufordern. Außerdem hat sich übrigens zu gleichem Zwecke ein Privatcomitö aus Reichstagsmit- gliedern gebildet, welche« gleichfalls auf seine Kosten durch Sachverständige Erhebungen an den deutschen und außerdeutschen Seeküsten über die Austernzucht vornehmen läßt und mit den Regierungen in Verbindung bleiben will. Berlin. Man hat viel von der Errichtung einer päpstlichen Gesandtschaft in Berlin gesprochen; wenn das aber nun auch nicht wahr ist, so ist doch gewiß, daß bie große Zahl ber Katholiken baselbst binnen Kurzem einen Bischof in ihrer Mitte sehcn wirb. Der vom Papst zum Bischof von Agathopoli« ernannte katholische Felbpropst bes katholischen Theil« be6 preußischen Heere«, früherer Pfarrer von Königsberg, NamSza- nowski, wirb in Berlin seinen Wohnsitz aufschlagen. Berlin zählt gegenwärtig neun größere und kleinere katholische Kirchen, unb u. A. bie weiblichen Orden ber Ursulinerinnen, der Damen vom guten Hirten, ber grauen Schwestern unb der Töchter des heiligen Karl Borromäus. Damit, denken wir, füniten sich selbst die baierischen Ultramontanen zufrieden geben und ber großen Ketzerstabt mehr Wohlwollen schenken. Berlin. Da« „Jahn-Denkmal" ist jetzt, wie bie „Voss. Ztg." melbet, im Mvbell beinahe fertig. Der Bilbhauer Enke wird zunächst einen GyPSabguß machen und ihn öffentlich ausstellen. Da« erzene Standbild soll 1870 auf dem Turnplatz in der Hasenhaide aufgestellt werden. Da« Standbild wird, auf seiner Grundlage von Steinen au« allen Theiien Deutschlands und aus fernen Ländern, sich sechs Fuß hoch erheben. Da« Modell zeigt Iah» al« eine kraftvolle Männergestalt im deutschen Rock, das gewaltige Haupt auf bem nicht minder gewaltigen Körper ruhend, die festgeballte Faust auf einen Eichenftamm gestützt, vorwärts schreitend. Cöslin, 14. Aug. Gestern verspätete sich der Nachmittagszug (von Stettin) um eine Stunde, weil sich in dieser wahrhaft afrikanischen Hitze bei Trampke (Station jenseits Stargard! bie Eisenbahnschienen ausgebehnt unb geworfen hatten. (Gleiches war am 25. Juli auch bei Caleum jenseits Düsseldorf vorgekommen.) Danzig, 18 Ang. Auf hiesiger Werft ist der Kiel zu dem „Feuerschiff" für die Jahde gelegt; auch für die Glatt- deckcorvette „Ariadne" wird in dieser Woche der Kiel gestreckt. Der Ablauf bet Corvette „Elisabeth" wirb Mitte September stattfinben. Auf bet daburch frei werbenden Helling wirb da« Panzerschiff „Hansa" aufgesetzt. Sobald die „Grille" die Hel ling »erlassen, wird da« „Uebungsschiff für Schiffsjungen" ausgesetzt. Hannover. Heber das Moorbrennen in Oftsriesland hat Prestel (in Göttingen) ein Schriftchen veröffentlicht, aus welchem viel zu lernen ist. Wie ungeheuer weit bet Moor- ober Höhenrauch, bichter ober dünner, über Mitteleuropa Hinsicht ist «uf der beigegebenen Karte ersichtlich. Im Westen liegen Cherbourg unb Dover, im Norden Emden, im Osten Krakau und Wien, im Süden Befanyon und Bern an den Grenzen des Höhenrauchs. Preffel zeigt, baß bie Fortdauer de« Moorbrennens für die meisten Küstenstriche eine Lebensfrage sei, und widerlegt die Annahme, daß der Höhenrauch' bie Folge ber Moorbränbe, ben Regen verhinbere. Köln, 18. Slug. Freiligrath hat sich in Cannstabt nie- bergelaffen. Sein Aufenthalt im Bab Rippolbsau gab ihn, Anlaß zu einem neuen Gebicht. Er schrieb für bie Rippolbsau« Sommerbühne einen Theater-P-olog. Aus den Wunsch bei bem Dichtet befreunbeten Herausgebers ber hier erscheinenden humoristischen Wochenschrift „Kölnische Funken" hat der Verfasser diesen Prolog al« Beitrag gegeben, und so wird bar erste wieber auf beutschem Boden entstandene Gedicht Frei- ligratb’« in ber nächsten Nummer ber genannten Wochenschrift erscheinen. Bremen. Die Meere finb in ihrer Tiefe eben so verschieben, wie bie Berge in ihrer Höhe. Der Ostsee gesteht Humbolbt eine mittlere Tiefe von 200 Fuß zu; ihre tiefste Stelle an ber Insel Gothlanb beträgt 1000 Fuß. Die Rorb- see hat eine mittlere Tiefe von 500 Fuß, biefe steigt bann dis zu 1000 Fuß unb barüber. Die tiefsten Stellen bes schwarzen Meeres süblich von der Krim betragen 3000 Fuß, diejenigen bes Mittelmeere« östlich von Malta 15,000 Fuß. Die höchsten Wellen bet Ostsee zählen 12 Fuß, bie beb atlantischen Oceans 30 Fuß. Bonn, 17- Ang. Der „Weser-Ztg." wirb Folgende« de. richtet: „Die philosophische Fakultät hat von ihren Ehrenpromotionen einen ihr dringend Empfohlenen einstimmig ausgeschlossen : Herrn Stiehl, ben Mann bet allbekannten preußischen Schulregulative. So geheim bieß geschehen sein mochte, so ist bamit boch nichts geringeres al« eine bei solcher Gelegenheit unb an solcher Stelle außerorbentlich gewichtige Der. urtheilung seiner päbagogischen Thätigkeit ausgesprochen. Mö. gen alle Jlluminationsflammen aus bem Gebächtniß ber Festgenossen verschwinben, tiefe« Festlicht bleibt, es brennt hell burch alle Zeitungen, unb hoffen wir, baß es weiter leuchte." Hanau, 15. Aug. A. Trabert ist in Wien unb bleibt auch bort. Er soll Mitarbeiter an irgenb einer Zeitung geworben sein; jebenfall« ist e« nicht bie „Presse" ober ba« „Frembenblatt". Hier hat er seine Wohnung gefünbigt und ist mit Sack unb Pack abgegangen. Was er schließlich im Sperl unb auf dem Sömmering zuui Besten gab, war doch auch manchem seiner Anhänger zu stark. _ Schweiz. Am 11. d. M. fand zu Rapperswyl am Züricher See die Einweihung deö Denkmals zur Erinnerung an ben 100jährigen Freiheitskampf ber Polen statt. Wie bie vorliegenden kurzen Berichte melden, wurden die ankommenden Polen von Grafen Plater empfangen unb von ber in ber Zahl von 10,000 versammelten Menge enthusiastisch begrüßt. Die Festrebe hielt Graf Plater in französischer Sprache. Es folgten hierauf noch mehrere Reden von polnischer unb schweizerischer Seite. Alle Reben, die mit Enthusiasmus aufgenommen wurden, betonten bie Nothwenbigkeit ber Bilbnng einer anti-russischen Union im Interesse Europa'« u-d stellten einen Angriff ber Russen auf Galizien als ben Moment be« Ausbruch« eine« Unionskrieges gegen Rußland fest. Den Schluß ber Feiet machte ein Bankett. Pari«. Das „Memorial diplomatigue" sagt, baß die Desavouirung der Note des Grafen Usedom einen ziemlich ernsten Zwiespalt zwischen dem Könige von Preußen und dem Grafen Bismarck hervorgerufen habe. Die Ersetzung be« General« von Falckenstein burch den General Manteuffel soll die Consequenz beS Zwiespaltes sein. In Folge biefet Meinungsverschiedenheit habe bet König aus freien Stücken dem Wiener Hofe Aufklärungen gegeben, welche ben Eindruck ber Veröffentlichung bet Depesche Usebom's abschwächen. Es ist aber unrichtig, baß die fragliche Angelegenheit officiell zwischen Wien und Berlin verhandelt worden sei. Die amtliche „Wiener Ztg." reproducirt diese Nachricht. London. (Chinesische Courtoisie.) Der englische Gelehrte Cooper, welcher sich aus einer Entdeckungsreise behufs Erforschung eines geeigneten Landweg« zwischen Europa und Indien befindet, erzählt in einem vom 28. März au« Ki-zan-ki in China gerichteten Briefe, daß der Chinese in bet Unterhaltung die schmeichelhaftesten Complimente an seinen Milsprecher richtet, die dieser mit der größtmöglichsten Selbsterniedrigung beantworten muß. Herr Cooper giebt nachstehende Probe eine« derartigen Dialog«; „Wie befindet sich ber berühmte und glorreiche Khan? — Mein verächtlicher Balg befindet sich durchaus nicht schlecht. — Wo liegt Ihr kostbarer Palast? — Mein unwürdiges Hnndeloch liegt in Luchau. — Ist Ihre edle Familie zahlreich? — Ich habe nur fünf elende Mißgeburten. — Ist die kostbare Gesundheit Ihrer ausgezeichneten Frau Gemahlin zufriedenstellend? — Da« scheußliche alte Weib platzt vor Gesundheit." Man muß zugeben, raß sich die Bescheidenheit nicht weiter treiben läßt. Petersburg, liebet die Srnteausfichten im Innern unb Süden Rußland« liegen Berichte vor, au« denen sich ergibt, daß in einer Reihe von Gouvernements bet im Juli reichlich gefallene Regen die Lage seht verändert hat und zum Theil eine gute Ernte zu ei warten ist; anderswo hat ber Regen nicht« mehr helfen können, unb aus Kolomna, im Gouvernement Moskau, wird sogar gemeldet, daß die Felder jetzt eben fo sehr von der großen Nässe litten, wie früher von bet Dürre. Warschau, 19. Aug. Ein ostpreußisches Blatt theilt ben Brief eie er in Wilna lebenben beutschen Gouvernante au« Königsberg mit, au« bem hervorgeht, wie da« vielbesprochene barbarische Verbot de« Gebrauch« ber polnischen Sprache selbst im häuslichen Verkehre, sowie bie bamit verbundenen hartherzigen Nepresfivmaßregeln buchstäblich auSgesührt würden. Da« Denunciantenwesen steht jetzt dort in höchster Blüthe und die Strafgelder — ein einziger Mann mußte an einem Tage 400 SUbetrubel zahlen — fließen in Menge bem russischen FiScn, zu. Bei brittmaligem Ueberschreiten be« Verbot« erfolgt Ausweisung au« ber Stabt. E« herrscht, fügt unsere Landsmännin hinzu, in der schönen Stabt und Gegend eine wahre Kirchhofsruhe. eine überaus düstere Stimmung. Alle« öffentliche Leben hat ausgehört; Musik unb Concerte find verstummt. Jeder beschränkt sich auf seinen engsten Familienkreis. Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gieße».