Gießen, am 20. Juli 1868. Das Darmstadt, am 13. Juli 1868. Lotheißeii. v- Bechtold. 8 b ernt Hed- tiferet d in vor« Haus« Linie ührt. ge;o.- elfeld i dir- 2urch ußer- ,enz' licht« der von feuer nüst- der serrt- trcit. aus- zheit ruvi- amt- .000 Um« St. ape- esem den sge- [lioti den daS t. Zu Rr. M. d. I. 8087. Betreffend: Wie oben. ZU Nr. K. G. 3522. Betreffend: Auswanderung nach Canada. an die Großherzoglichen Kreisämter. Das Großherzogliche Ministerium des Innern nimen ippen- annt- UNgS- Pließ- !nch- ezahlt Pw- m in . obtt önlich ltigen !«uif- unb er dei Zah- andS- Der- iariat estag» keine an die Grohher^oglichen Bürgermeistereien des Kreises. Nachstehendes Ausschreiben theilen wir Ihnen zur Nachricht und Belehrung derjenigen Ihrer Gemeinde-Angehörigen, welche sich nach Canada begeben wollen, mit. Dr. G o l d m a n n. Nach einem Berichte des Königlich Preußischen Consulats zu Quebeck ist in der Canadischen Gesetzgebung neuerdings eine Acnderung emgetreten, welche cs den dortigen Bebörden fernerhin unmöglich macht, arme Auswanderer, wie bisher, aus Staatsfonds zu unterstützen, und es sind durch den Fortfall dieser Unterstützungen schon letzt deutsche Auswanderer, welche mit den Schiffen Anna und Shakespeare von Hamburg und Bremen angelangt und zur Bestreitung der Kosten ihrer Weiterfahrt nach den nordwest- licken Staaten außer Stande sind, in große Bedrängniß gerathen. .... m.r. ™ , .. J Wir empsehlen Ihnen, diese Mittheilung in geeigneter Weise zur Kenntnitz des betheiligten Publicums zu bringen, sowie auch bei der Vlstrung von Vertragen zur Uebersahrt nach Canada die Interessenten speciell auf den Inhalt derselben aufmerksam zu machen. In Verhinderung des Ministers: Betreffend: Anmeldung und Prüfung der einjährig Freiwilligen. Diejenigen Wehrpflichtigen, welche als einjährig Freiwillige dienen wollen und im Großherzogthum Hessen nach §. 20 der Militär - Ersatz - Instruction für den Norddeutschen Bnnd vom 2E März 1^68 (Regierungsblatt Nr. 21) gestellungspflichtig sind, haben ihre Anmeldung schriftlich unter Berücksichtigung der SS- 148, 149, 151, 152, 153 154 und 155 der erwähnten Militär-Ersatz-Jnstruction bis zum 15. August d. I. bei der unterzeichneten Commission elnzureichen. Der Meldung sind beizusügen: . ») ein Geburts-Zeugmß (Taufschein): t>l eine bealaubiate Einwilligung des Vaters oder Vormundes; ... .... . c) ein UÄescholtenheits - Zeugniß, welches für Zöglinge von höheren Schulen (Gymnasien, Realschulen, Pro^mnasten und höheren Bürgerschulen) von dem Director.beziehungsweise Rector der betreffenden Lehranstalt, für alle übrigen jungen Leute von der Polizel-Obrigkeit auszustellen ist. , Der Nachweis der Oualificntion kann durch Vorlegung von Schulzeugnissen oder durch Ablegung einer besonderen Prüfung geführt werden und ist m b^den Fallen bei Verlust des Anspruchs aus die Zulassung zum einjährig freiwilligen Dienst vor dem 1. April desjenigen Kalenderjahres zu erbringen, in welchem der Bet ff 2°. Lebensjahr vollendet- Bescheinigungen bei den Acten zu verbleiben haben, so sind dieselben in den geeigneten Fällen in beglaubigter Abschrift einzusenden. Bei Nichtbeachtung der bestehenden Vorschriften oder Einreichung des Gesuchs nach dem 15. August d. I. wird der Anmeldung keine Folge gegeben- «..:eaa. Die Prüfung derjenigen WehWichtigen welche nicht schon vorher ihre Berechtigungsscheine erhalten haben, findet dahier m dem Locale der Großheizogüchen Kriegs- Schul,, ett.f«6ura tMM »<« 1. am*«, um»« „ „ „ Obcrheffen Mittwoch „ 2. „ „ « „ „ „ „ „ Rheinhessen Donnerstag „ 3. „ „ Dst^unttrzeichnete Commission macht außerdem auf folgende Bestinrmuttgen ausdrücklich aufmerksam: . spätestens bis rum 1. Februar deS Die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst darf nicht vor dem vollendeten 17. Lebensjahr und muß bei Verlust des Anrechts fpate,tens vis zum tftoiuui Kalenderjahres nachgesucht werden, in welchem das 20. Lebensjahr vollendet wird. „«-fiitnhen Mit der Anmeldung um Zulassung zum einjährigen Dienst ist die Aufgabe des Rechts, an der Losung Therl zu Nehmen, - c-nftan. w|eber verliehen Ausnahmsweise kann der durch die versäumte rechtzeitige Anmeldung verloren gegangene Anspruch durch Resolution Ersahbe) disvonibel geblieben ist- Im werden, wenn der betheiligte Militärpflichtige noch nicht an einer Loosung Theil zu nehmen verpflichtet war oder vennoge I welcher der betheiligte Militärpflichtige zu letzteren Falle darf diese Vergünstigung indeß nur bann eintreten, wenn der desfallstge Antrag vor der zweiten Aushebung, bei welcher ver veryeiugre wcunarpfiiMig z ‘"""wÄnStocmdlliu«« In durch „«««ml, «#1,1(1«. M,lduu« »«<.«» «,«-»»,»,» ««,««»», flnl «n bk Kr.iS, -L.mmW-u 1« >>*««■ **■**. - » *»«» SÄ3S** Gießen, am 20. Juli 1868. Betreffend: Die Einsendung der Handbuchs-Auszüge pro 1868. Das Großen-Buseck, Lich, Oppenrod Pfarrer da- liein. »eiten Geo- nt als - dem leome.- nd an rr II. Klasse Lehrer valide Lber- an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises, mit Ausnahme derjenigen zu Burkhardsfelden, und Steinbach. Wir erinnern Sie an Einsendung der Handbuchs-Auszüge binnen 8 Tagen. Dr. Goldman». I hatte, hierche, Bauern " Ber- g Mal, rs wies ", das " toiitt- ,ur Be- ereffan, Regie, I Groß- Groß, lchloffe- wßher- ih" be, -es In, ten beug für ctoiefen iilitÖL- Dienst, "g bei irltung eparte- gesteüt fle-- repar- tigung auglich Dienst- n ein.- NMr Mzelger Mnzeige- und Mmtsßlatt für den Areis Kietzen. Preis vierteljährlich 36 kr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 51 kr. Erscheint wöchentlich vrer- mal.- Dienstags, Donnerstags und Samstags. — Expedition -. Canzleiberg Lit. B. Nr. 1. Donnerstag den 23. Juli 1868. Rr. 86. Brodpreise: 4 Pfund gemischtes Brod 19 fr. 4 Pfund Roggenbrod 16 fr. ■ n, ।im 11 ।। RuairrgMffMfiraa—maBacaam Amtliche Bekanntmachungen.^ Das Bundes-Gesetzblatt des Norddeutschen Bundes Nr. 25, ausgegeben am 18. Juli 1868, enthält: '(Nr. 136.) Allerhöchster Erlaß vom 4. Juli 1868, betreffend die in Gemäßheit des Gesetzes vom 9. November 1867 genehmigte Ausgabe von verzinslichen Schatzan- (Nr. 137.) Bekanntmachung, beir. die Beglaubigung des Königlich Griechischen außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Ministers bei dem Norddeutschen Bnnde. (Nr. 138.) Bekanntmachung, betr- die Ernennung eines Consuls des Norddeutschen Bundes zu Funchal (Madeira). Gießen, den 22. Juli 1868. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Ur. G o l d m a n n- trieft. den 6) Gießen, den 16. Juli 1868. 15 12 2) 3) 4) o) IV. Für das Ausrufen bei Versteigerungen: 1) In den Gemeinden über 5000 Seelen: a. für die erste Stunde des Ausrufens b. für jede weitere Stunde des Ausrufens Das Maximum für einen Tag darf jedoch 1 fl. 30 fr. nicht übersteigen. 2) In den Gemeinden bis zu 5000 Seelen: a. für die erste Stunde des Ausrufens........... b. für jede weitere Stunde des Ausrufens......... Das Maximum für einen Tag darf jedoch 1 fl. 12 fr. nicht übersteigen. 20 fr. 15 „ Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Goldmann. Wir bringen hierdurch zur öffentlichen Kenntniß, daß nach ergangener höchster Verfügung die Orts- und Polizeidiener, bezw. Ausscheller in den Provinzen Starfenburg und Oberhessen für Befanntmachungen und Versteigerungen im Interesse von Privaten fünftig nachfolgende Gebühren zu bezrehcn haben: I Für Bekanntmachungen durch die Schelle: 1) In der Stadt Darmstadt............ Städten Gießen und Offenbach III. Für das Läuten mit der Thurmglocke zum Zeichen des Beginns einer Versteigerung: Wo dies bisher üblich war und auch fernerhin verlangt wird . • — fr. 45 „ 30 „ 20 „ 15 „ 10 „ II. Für das Ausschellcn zum Zeichen des Beginns einer Versteigerung, ohne Verkündigung, wenn dies ausdrücklich verlangt wird' 1) In den Gemeinden über 5000 Seelen ...... 2) „ „ „ von über 1000 bis zu 5000 Seelen 3) : : „ „ 500 ,, „ 1000 „ . 4) „ „ „ bls zu i)00 Seelen 20 fr. 15 „ 10 „ 6 „ Gemeinden über 5000 Seelen „ von über 1000 bis zu 5000 Seelen „ „ „ 500 „ „ 1000 „ „ bis zu 500 Seelen...... bei August Schlessinger. Preise zu verkaufen. 31 Julius Wallach. Carl Frech. Samstag R. Schumann. empfiehlt 5) MM Symphonie in Arie für Baß 30 24 2) 3) 4) R. R. Schumann. Schumann. GO O io R. Schumann. Mendelssohn. Versteigerungen Die Vergebung von Arbeiten der Stadt Gießen. 34 2 Pianoforte, Z. Joachim. N. W. Gäbe. Schreinerarbeit, Weißbinderarbeit, 5054) Durch den nicht unbedeutenden Abschlag des Kupfers bin ich in den Stand gesetzt, sammtliche Waschkessel in jeder Größe unter dem seitherigen Gonsum Bevern 5080) Weitere abgeschlossene Verträge: Posamentier re.: K. Schulze, Sonnenstraße. Bäcker: K. Plank, Wolfengasse. Das Brod ist gleichfalls gegen Marke zu beziehen und wird auf Verlangen in's Haus geliefert.Der Vor st a n d. Die Anfuhr von Kies bei der Stadt Gießen. 5086) Montag den 27. Juli 1868, des Vormittags 9 Uhr, soll auf dem hiesigen Rathhause die Anfuhr von 12 Cubifflastern grobem Lahnfies, veranschlagt zu 150 fl., an den Wenigstnehmenden versteigert werden. Gießen, den 22. Juli 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. Vermischte Anzeigen. 5071) Ich ersuche alle Diejenigen, welche Forderungen gegen mich haben, mir baldigst die Rechnung zufommen zu lassen. Gießen, den 20. Juli 1868. Geh. Justizrath Dr. Jhering. im Club-Saale Programm: B-dur von .... aus „Elias" von . . Versteigerung der Herbeisuhr der zur Brücke in Schellnhausen erforderlichen Eisen- theile. 5069) Donnerstag den 30. d. Mts-, Vormittags 9 Uhr, soll bei Gastwirth Deines in Schellnhausen die Anfuhr des Eisenwcrfs zum Oberbau der Brücke daselbst, im Gesammt- gewicht von circa 170 Centnern, vom Bahn- Hofe zu Gießen auf die Baustelle, öffentlich an die Wenigstnehmenden versteigert werden. Die Accordbedingungen können vom 20. d. Mts. an bei uns eingesehen werden- Alsfeld, den 18. Juli 1868. Großherzogliches Kreisbauamt Alsfeld- Busch- des Gießener Concert-Vereins Samstag den 25. Juli, Abends präcis 6 Uhr, Pserde-Verloosung in Frankfurt a. M ■ den 25., 26. und 27. August d. I. Englisch Wasch -Crystall, zur Verschönerung und Conservirung der Wäsche und Ersparung von Zeit, Arbeit und Kosten beim Waschen, ä Paquet 4 fr.; Amerikanischer Stärkeglanz, ein Zusatz dieses Fabrikats zur Stärke macht die Wäsche spiegelglänzend und blendend weiß, ä Tafel 12 Jr-; Küchenpulver, zur Verhütung des Sauerwerdens von Suppen, Milch und anderen Flüssigkeiten, und zunl rascheren Weichkochen von Fleisch und Gemüse, Loose hierzu a 1 fl. 45 fr. bei (5062) Drittes Coneert im Sommer-Abonnement 6) Ouvertüre „Nachklänge von Ossian", von Die Concertdireetio» Feinen holländischen Tabak der Firma Henricus Oldenkott H. Zoon Co te Amsterdam 5077) Montag den 27. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, soll auf hiesigem Ortsgericht die den Erben des Jacob Schmuck gehörende Hofraithe nochmals versteigert werden, wobei bemerkt wird, daß diejenigen Gläubiger, welche Interesse für dieselbe haben, sich im genannten Termine einfinden wollen, da dieses die letzte Versteigerung ist. Gießen, den 21. Juli 1868. In Auftrag: Weidig, Ortsgerichtsmann. Dr. Hildebrandt's vegetabilischer Haarbalsam, ein vorzügliches Mitte! zur Erhaltung und Verschönerung des Haarwuchses und Wiederer- zeugung des verlorenen Kopfhaares, selbst auf fahlgewordenen Stellen, a Flacon 54 fr.; Chinesische Haarsärbe - Tinctur, um auf völlig unschädliche Weise Kopf- und Barthaare ächt blond, braun oder schwarz zu färben, ä Flacon 1 fl. 28 fr- und 45 fr-; Englische Varterzengungs-Tinctur, durch deren Anwendung selbst junge Leute einen fräftigen Bart erhalten, ä Flacon 54 fr. und 27 fr.; (5055) bei Carl Frech. Schlosserarbeit, „ „ Gießen, den 20. Juli 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt, 5056) Freitag den 24. Juli 1868, des Vormittags 9 Uhr, sollen folgende Arbeiten auf dem Rathhause dahier an den Wenigstfordernden vergeben Feilgebotenes. 5078) Limburger Käse, sowie seine Matjes - Häringe in frischer Sendung, empfiehlt F. Bieler, am Kreuz. Fantasiestücke für Violine n.Pianofotte von Lieder für Sopran, Alt, Tenor und Baß von a. Romanze in A-molll von ... . für Violine und b. Romanze in C-dur f von . . . . a Schachtel 9 fr., bei (5068) G« C. Spruch, alleiniges Depöt für Giessen. Half-Canaster ä 24 kr. Canaster Nr. 1 ä — fl. 42 kr., I. Zoort ä 28 „ Varinas „ la —• $ 56 „ ,IL ” k 36 „ Varinas „ 0 ä 1 „ 10 „ Bei Abnahme grösserer Posten entsprechenden Rabatt und Verpackung nach Wunsch des Bestellers. (5063) An epileptischen Kmmpsen (Fallsucht), Kopf-, Brust- und Magenkrampf Leidende werden sicher und dauernd hergestellt. Beweis mehrere Hundert Danksagungsschreiben aus allen Staaten Europas. Näheres unter genauer Angabe der Adresse durch Frau Ww. I. Plaununm, Neander-Str. Nr. 18, Berlin. (5Nj 5053) Für ein Dienstmänner - Institut werden drei kräftige Männer gesucht, gleichviel, ob verheiraihet oder nicht verheirathet. Etwas Kaution wird aber verlangt. Das Nähere bei der Exped. d. Bltts.__ 5087) Nächsten Montag bin ich Willens, eine Dreschmaschine am- Neustädter Thor aufzustellen. Reflecianien wollen sich mit mir benehmen. Georg Renzel. i Als passende Geschenke )U Gelmrts- und Namenstagen sind die Gegenstände von getrockneten Blumen sehr zu beachten. Dadurch, daß ich dieselben selbst anserfigcn lasse, ist es mir möglich, Bestellungen jeder Art bei schnellster Bedienung anzunehmen. Eine Auswahl in Blumenkörbchen, Bouquets und Kränzen sind vorräthig und empfehle ich dieselben sehr zur geneigten Ansicht.Wilhelmine Fuhr. werden: Maurerarbeit, veranschl- zu 11 fl- 24 kr- 16 „ 31 „ 5059) Samstag den 25. d- Mts., Vormittags 10 Uhr, werden in dem Geschäftslokal der unterzeichneten Garnisonverwaltung nachstehende zur weiteren Einrichtung der Zeughauscaserne erforderlichen Arbeiten auf dem Soumissionswege in Lieferung vergeben werden, als: Schreiner-, Spengler-, Sattler-, Schmiede-, Wagner-, Küfer-, Bürstenbinder-, Sieb- macher-, Messerschmied-, Dreher-, Schneider- und Korbmachcrarbeit, sowie die Lieferung von Eisen- und Steingutwaaren. Voranschläge und Bedingungen liegen in genanntem Geschäftslokal zur Einsicht der Interessenten offen. Gießen, den 20. Juli 1868. Großherzogliche Garnisonverwaltung Gießen. Rischwitz, Quartiermeister. Arbeitsversteigerung. 5058) Nächsten Donnerstag, den 23. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, sollen auf hiesiger Bürgermeisterei nach- tehende Bauarbeiten öffentlich in Accord gegeben werden, als: Pflasterarbeit in dem Pfarr- Hofe, veranschlagt zu - .44 fl. 19 fr. Schreinerarbeit an den Pfarrgebäuden, veranschlagt zu 5 30 „ Hausen, den 17. Juli 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Hausen. 2?« A«» , K. Schön, Bezirfsbauaufseher. 5076) Am vergangenen Montag ist im Zinßer'schen Garten oder auf dem Wege von da über die Schoor nach dem Wallthor ein goldenes Medaillon mit Bild verloren worden. Wer dasselbe bei der Exped. d. Bl. abgiebt, erhält eine sehr gute Belohnung. 5075) Ein guter Schuhmachergesell für Herrenarbeit wird gesucht. Von wem? sagt die Exped. d. Bltts.________________________ 5081) Eine geübte Maschincn-Nähterin findet Beschäftigung bei ___________ E- Dörr, Sonnenstraßc. 5070) Eine steinerne Krippe wird zu kaufen gesucht. Von wem? sagt die Exped. d. Bltts. D e r m i e t h n n g e n. 5074) Zwei Stuben mit einem Cabinet ind zu vermieihen. Bei wem? sagt die Exped. d. Bltts.____________________________ 5088) In meinem neuerbauten Hause ist ein Logis von drei Stuben, Cabinet, Küche u. s. w. zu vermieihen; auch kann auf Verlangen noch eine Stube und zwei Cabinete dazu abgegeben werden. P. Planf, in der Wolfengasse. 5073) Auf dem Seltersberg ist ein großer gewölbter Keller, nach Norden gelegen, für 40 fl. zu vermieihen. 5050) Ein Familienlogis ist zu ver- miethen. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 5051) Ein Keines unmöblirtes Zimmer ist Lit- C- Nr. 148 auf dem Reichensand zu vermieihen. 5085) Arbeiter, welche Willens sind, bei meiner Dreschmaschine thätig zu sein, finde» Beschäftigung. Lohn: 48 fr., 50 fr. bis zu 1 fl._________________Georg Nenzel. 5082) Schrcinergesellen werden gesucht von I. Schneider, Asterweg. 5084) Ich mache hiermit die ergebenste Anzeige, daß ich Unterricht im Weißzeugnähen, sowie auch im Flicken, ertheile. ______________________Wittwe Einols., 5052) Eine kleine Familie sucht zu Michaeli oder gleich ein braves Mädchen, welches i» allen Hausarbeiten erfahren ist, auch die bürgerliche Küche versteht. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 5079) Feinster Einmach-Essig bei Carl Hoffmann. 5049) Zwei Canarienvögel (Männchen) sind zu verkaufen. Bei wem? sagt Ausg. d. Bltts. ______________________________ 5065) Eierspiegel zum Untersuchen der Eier empfehlen Flick L Kröll. 5057) Zwei gute Zugpferde mit vollständigem Geschirr, sowie ein zweispän- niger Wage», sind zu verkaufen. Das Nähere ist bei der Expedition d. Bltts. zu erfragen._______________________________________ Bohnenschneide-Maschine» find, pr. Stunde 6 fr., zu verleihen bei (5072) Friede. Wilh. Löb er. Schlesische FeuerverstchermlgsgesellschaN in Breslau. 5061) Das Wetzlarer Gisenwerk X tleldsorten. 44%-45% Heinrich Fink. 9 9 5 9 Börseunachrichten. 21. Juli 1868. 571/2-58V2 47-49 48-50 54-56 38-40 28-29 53-57 48-50 27-28 „ doppelte Holl. fl. 10 St. Ducaten 20 Frankenst. Prioritäten. 5% östr. F. St. E. B. 265% Ludwigsh.-Bexbach 158s/s Maxbahn 109% Bayer. Ostbahn 127% Hess. Ludwigsbahn 135 30/g östr. Stsb.-Prior. 54 3% östr. s. Lombard. 44 3% Livorneser 31% Toscaner 47% Frankf. Hypoth.-Bank — Frankf. Vereins-Kasse — 5% Elisabeth-Prior. 75 do. II. Emiss. — Wechsel. Amsterd. k. S. 100% Augsb. k. S. 99% Berlin k. S. 105 Bremen k. S. 98 Cöln k. S. 105 Hamburg k. S. 87% Leipzig k. S. 105 London k. S. 119% Lyon k. 8. — Paris k. 8. 94% Wien k. 8. 104 Disconto 3% G. Anfang 4 Uhr Nachmittags. Zu recht zahlreichem Besuche ladet ergebenst ein Engi. Souver. 11 Huss. Imper. 9 Doll, in Gold 2 Anlelieiisloose. Kurh. 40 Thlr. Loose 55% Nassau fl. 25 b. Roth. 36% Gr. Hess. fl. 50 b. R. 152% Gr. Hess. fl. 25 b. R. 40 4% bayr. Präm. Anl. 103% 4% badische Loose 101 Badische fl. 35 Loose 52% 1858r Prioritätsloose 140% 1860r Loose 78% 1864r „ 102 ausgesührt vom ganzen Musik-Corps des 11. Jäger-Bataillons zu Marburg, unter Leitung ihres Musikmeisters, Herrn Noack Staufenberg. Sonntag den 2 6. Juli 1868: Großes Militär-Coneert Pr. Gass. Sch. 1 Div. Cass.-A. Pr. Friedrdor. 9 Pistolen . . 9 von Rudolph Hartz in Wetzlar empfiehlt seine Eisengießerei zur Anfertigung von Maschinenguß aller Art, sowie Baugegenständen, Hunderädern u. s. w. den Herren Fabrik-, Gruben-, Mühlen- und Braueret- Besitzern, Braumeistern, Mühlenbauern, Mühlärzten, Pumpenmachern u. w- zu den billigsten Preisen und reellster Bedienung. Preuss. 4 %% Obi. 96% Frankf. 3%% Obi. 81% Nass. 4%% Obi. 94% Kurh. 4% Obi. 88% Hess. 4% Obi. b. Roths. 90% „ 31/2% do. do. 84% Bayer. 5% Obi. 102% » 4%% 1jährige 97% » 41/2% i/jjährige 97 Würtemb. 4%% Obi. 95 Baden 4%% Obi. c. E.L. 95% Oestr. 5% b. R. — „ 5% National 54% „ 50/0 Metall. Obi. — „ M. steuerf. 53% Amer. 6% 1882r Bds. 76% „ 6% 1885r 75% Actlen. 1 Frankf. Bank 125% । Oester. Bank 770 \ „ Creditact. 224 Darmst. Bankaot. 244 Grnndcavital fl. 5,250,000. Versichertes Capital ultimo 1867 . fl. 626,776,120. 13 fr. Prämien-Einnahme im Jahre 1867 . „ 1,660,729. — „ Versicherung von Haus-Mobilien, Waaren, Fabrikgeratbschaften, Felderzeug- nissen in Scheunen und Schobern, Vieh und landwrrthschaftlichen Gegenständen irder Art gegen Feuerschaden, Transportversicherung, Spiegel- ’ glasversicherung gegen feste billige Prämien. Antragsformulare und Versicherungsbedingungen, sowie zede gewünscht werdende Auskunft, werden jederzeit von der General-Agentur Ä: Gg. Schroder rn Darmstadt, sowie den Herren Jean Boeck in Gießen, Phrl. Garde rn Frred- berg, M. Fröhlich II. in Ulrichstein, Heinr. 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Und gewiß, ich werde meine Rechtfertigungsschrift darüber aufsetzen und mich nach Versailles begeben, um sie dem Könige selbst zu überreichen. Ich werde mein Recht erhalten und meine Gegner schachmatt setzen. Ja, ja, ich werde mit Seiner Majestät sprechen — — Der Edelmann, dessen Wangen sich plötzlich färbten, fuhr fort, mit fieber- Hafter Aufregung in dieser W-ise zu reden. Helene wandte sich ab und senkte ihr Haupt, während zwei Thränen ihren schönen Augen entglitten. Seit der Schreckensperiode hatte der ehemalige Marquis de Rencep seinen Verstand verloren. Von Zeit zu Zeit jedoch kehrten einige ruhige Momente zu- rück. Manchmal nahm seine Geistesstörung den Charakter völligen Wahnsinns an und dann wurde Herr de Rencep stumpfsinnig, sobald seine Tobsucht sich legte. Eine traurige Alternative für das liebevolle Herz seiner Tochter! In seltenen Intervallen schien auch der Wahnsinn den Kranken plötzlich zu verlassen; ein Blitz der Vernunft zuckte in ihm empor — aber bann warf die lebendige, schreckliche, grausame Wirklichkeit den Vater Helenens schmerzlich darnieder. Das Fieber packte ihn dann, er war mehrere Stunden lang gar nicht zu erkennen, und Fräulein de Rencep mußte wohl um der Gesundheit ihres Vaters willen den Wunsch hegen, daß ihn der Wahnsinn niemals verlasse, oder daß er wenig- steus noch eine Zeit lang fortdauere. Helene vertraute, wie jeder kräftige Geist, aus bessere Zeiten, aber in weiter unbestimmter Ferne. Sie hoffte — und da sie aus ihren religiösen Gefühlen Trost schöpfte, bot sie dem Kummer und Unglück mit unvergleichlich heiterem Muthe die Stirn. Während sie die Schachfiguren aufstellte, um ihren Vater zu einer Partie aufjuforvern, trat ein Diener ein und flüsterte Fräulein de Rencep vorsichtig zu, daß in der Vorhalle Jemand sie zu sprechen verlange. „ Helene stellte die letzten Schachfiguren auf und sagte zu ihrem Vater: — Der Gärtner will mich wegen einiger Besorgungen in Tours sprechen ... In fünf Minuten, mein Vater, komme ich zu Ihnen zurück. Sie verließ ihn. Der ehemalige Marquis kehrte zu seinem Buche, seinen Betrachtungen, Auslegungen und Träumereien zurück. , Helene fand in Der Vorhalle einen jungen Ackerknecht, der ihr einen Brief übergab und hinzufügte: , . „ — Der Herr hat mir aufgetragen, ihm eine Antwort zu bringen. r wartet zu Pferde hinter Der hohen Hecke des Parks. Fräulein de Rencep erblaßte, sie hatte beim Lesen der Adresse die Hand- schrift erkannt. Aber sich schnell fassend, erwiederte sie mit vornehmer Wurde: — Geh' in Die Küche, ich will sehen, ob etwas darauf zu antworten ist. Und anstatt in den Saal zurückzukehren, wo der Marquis, wie sie wußte, sie bald über sein Wappenbuch vergessen würde, ging sie in ihr Zimmer hinauf .mit anscheinender Heiterkeit, die indessen ihrer Seele sehr fern lag. Als sie hier, an der reizenden Wohnstätte der Anmuth und des guten 9t- schmacks, angelangt war, erbrach sie das Siegel des Briefes und las jolgcnde „Auf verschiedene Briefe, die ich seit meiner Abreise aus Frankreich an Fräulein de Rencep zu richten so frei war, habe ich keine Antwort erhalten. Ich komme von Der Armee in Egypten und habe in Dienst. Angelegenheiten Drei Tage in Paris zugebracht. Ich bin beute Mittag tn Tours eingetroffen. In diesem Augenblicke erwarte ich den letzten Ausspruch meines Geschickes. — Will Fräulein de Rencep dem Freunde ihres Bruders und dem ehrerbietigsten und ergebensten ihrer Freunde die Ehre erzeigen, ihn zu empfangen? — Wie immer die Entscheidung von Fräulein de Rencep ausfallen mag, ich werde mich ihr ohne Murren unterwerfen; Gott und Sie halten mein Schicksal in Ihren Händen." Das Blatt war „Reymond de Vitry" unterzeichnet. Helene verbarg es in einer Schieblade. Sie kniete zwei Minuten lang vor einem Crucifir, das in einer kleinen Nische hinter ihrem Betschemel stand. Dann -chrieb sie, ruhig, lächelnd sogar, mit sicherer Hand und in Der ganzen Würde ihrer Unschuld, die folgenden Worte: „Ja, es liegt mir daran, den Freund meines unglücklichen Bruders wiederzusehen, aber meinem Vater muß diese Zusammenkunft unbekannt bleiben; er würde einen so heftigen Kummer darüber empfinden, daß derselbe sein Leben gefährden könnte. Ich werde in einer halben Stunde mit meinem Kammermädchen am Ausgange des Parks bei Der Fasanerie fein." Das Billet wurde nicht unterzeichnet. _ Fräulein de Rencep ging langsam Die große «schloßtreppe hinab, abergab dem Knechte Das versiegelte Blatt und rief Den Gutsverwalter. — Herr Clement, sagte sie, leisten Sie meinem Vater Gesellschaft. Iw habe einen Gang mit Marguerite zu machen. Eine Viertelstunde später betraten Helene und ihr Kammermädchen die lange Allee, welche zu der Fasanerie des Parks führte. 7. Das Medaillon. Es war ungefähr vier Uhr Nachmittags. Die sinkende Sonne beleuchtete mit schrägen Strahlen die dichten Baumgruppen des Parks. Ihr Licht war. seinen Goldschimmer über die fmaragDgrünen Blätter und glanzte auf den ,cho- nen Marmorvasen, die sich an jenem Kreuzwege der Allee erhoben. Eine hohe Hagedornhecke verkleidete Die Ringmauer. Eine kleine, neben Dem Fasanenhaufe befindliche Pforte führte an der Westseite auf's Feld h-naus. Fräulein de Rencep, von Marguerite, einem sehr hübschen Mädchen der Tourraine, begleitet, schritt langsam dem eben erwähnten Ausgange zu. Helene bl-eb fünfzig Schritte von der Mauer entfernt stehen. Marguenie näherte sich, mit einem Schlüssel in der Hand, der kleinen Parkthür und öffnete siL Ein Reiter zeigte sich außerhalb Derselben. Er befestigte sein Pferd an einen Der außenstehenDen Bäume unD schritt durch die Pforte, welche Marguerite anzog, ohne sie zu verschließen. Der Reiter war der Hauptmann Repmond. Nachdem er mit einem Lächeln des Dankes das junge Mädchen gegrußl hatte, das wie ein Schutzengel ihm soeben die Pforte zum heißtrsehnten Para. diese geöffnet, näherte Reymond sich, mit dem Hute in der Hand, dem schonen jungen Mädchen, das unter dem Schatten einer großen Eiche stanD. Helene erwartete unbeweglich, mit gesenktem Blick uno einer wenigst sch bar ruhigen Würde, den Freund ihres Bruders. Der Hauptmann war bleich vor Aufregung. Man fab, daß I Gange Festigkeit zu geben suchte. Er gitterte, ‘“»J™ “»«"'blieb er stehen Als er sechs Schritte von Fräulein de Rencep enttferntt »ar, und richtete einen unsicheren, ehrfurchtsvollen Blick a f f • $ beit geblendet, fuhr er zusammen und -r en^te sich,^o n ^e n ^Won ^rw bringen zu können. Helene trat ihm zwei öojt » a * "Ä ®“w., m» fl. ma-m-, M <«...» ÄhÄ ä — 3"wH««m ... i» »•«< » 3 XT Güte zu zweifeln. 9 ) Berlin, 20. Juli. Es verlautet mit großer Bestimmtheit, daß dem Reichstage ein Gesetz vorgelegt werden soll, welches die Goldwährung für ganz Deutschland einführt. Da mit einer solchen Acnde- rung der Währung eine Aenterung unseres Münz- svstems unvermeidlich ist, so wollen wir hoffen, daß man dabei zu einem zehntheiligen System übergehen wird; vielleicht entschließt man sich, nachdem man das französische Maß- und GewichtSsystcm angenommen hat, auch zu dem französischen Münzsystem. — Alle Nachrichten über eine bevorstehende Zusammenkunft des Königs von Preußen mit dem Kaiser Na- poleon werden hier bis jetzt noch als unrichtig bezeichnet; man stellt allerdings die Möglichkeit eines solchen Ereignisses nicht in Abrede, meint jedoch, falls es sich verwirklicht, so würde die Zusammenkunft weder in Ems, noch, wie andere Quellen melden, in Baden-Baden stattfinden, sondern in Berlin. Es schcini, daß man hier etwas darauf hält, daß, nachdem der König im vorigen Jahre den Kaiser in Paris aufgesucht hat, jetzt Napoleon diesen Besuch in Berlin erwiedere. — Die Nachrichten über das Befinden des Grafen Bismarck lauten, nach den Berichten der conservativen Blätter, sehr gut; von anderer Seite will man jedoch wissen, daß der Ministerpräsident sich noch fortwährend sehr matt fühlt und schwerlich vor Ende September oder Anfangs Oetober in seine Aemter jwieder eintreten wird. — Im Finanzministerium herrscht eine große ThäUg- keit; Hr. v. d. Heydt hat seine Räthe wahrhaftig nicht verwöhnt, aber so angestrengt, wie jetzt, sind die Herren noch niemals gewesen; es handelt sich darum, wie es möglich sein wird, die Einnahme so zu steigern, daß das Budget für 1869 ins Gleichgewicht gebracht werden kann. Der Minister möchte es gar zu gern vermeiden, mit dem Vorschlag einer neuen Steuer vor den Landtag zu treten, und nun wird alles Mögliche versucht, um das Gleichgewicht des Budgets ohne eine solche herzustcllen. Die Entnahme der fehlenden Summen aus dem Staatsschatz, was ja am Ende auch nur ein Palliativmittel gegen das Deficit wäre, woran im Finanzministerium auch gedacht worden ist, hat keine Aussicht, die Billigung der Mehrheit der Regierung zn finden. Berlin, 20. Juli. Der „Staatsanz." veröffentlicht eine Bekanntmachung des Bundeskanzleramts- Präsidenten Delbrück, durch welche der Zinsfuß der Schatzanweisungen für Bundesmarinezwecke auf 3ya Prvcent jährlich festgesetzt wird. Die Umlaussdauer dieser Schatzscheine ist eine neunmonatliche: vom 15. Juli 1868 bis 15. April 1869. — Durch eine Verfügung des Generalpostamts ist bestimmt worden, daß die mittleren und kleinen Postanstalten des norddeutschen Postgebiets in Zukunft die gewöhnlichen Pallete in den für größere Eisenbahn-Anstalten bestimmten Fällen ebenfalls auf den ambulanten Bureaus kartircn sollen. München, 20. Juli. Man hinterbringt uns Verschiedenes über den Inhalt des Vertrages, welchen Baiern und Würtemberg in Betreff des gemeinsamen B-sitzes Der Festung Ulm geschloffen haben. Das scheint fistzustehen, daß Würtemberg das Gouvernement der Festung, die baierische Regierung aber Den Commandanten, den Artillerie - und Den Genie- direeior ernennt. Die baierische Regierung hat sich bereits vor einigen Tagen nach Stuttgart gewanDt, um von dorther die Zustimmung zur Veröffentlichung des Vertrages zu erhalten. Ist diese eingetroffen, dann werd es sich zeigen, ob die Mittheilungen des „Volksboten" in Betreff der Ausmessung der Kosten richtig sind. Vorläufig glauben wir, daran zweifeln zu dürfen. Wien, 16. Juli. Der gestrige Ministerrath soll sich für die officielle Titulatur „Oesterreichisch-unga- rische Monarchie" entschieden haben; auch sagt man, dem Pesther Reichstag sei die Cvncession gemacht worden, daß Die Stärke Der ungarischen Landwehr über 100,000 Mann erhöht werden Dürfe, hoffentlich nur auf Kosten Der Ungarn. — Im König«- warter'schen Hause am Burgring sind seit gestern die Festgaben ausgestellt, welche bis jetzt zum Bundes- schießen cingesenDet wurden. Es ist jedoch erst Die Hälfte Der angemelDeten GegenstänDe eingetroffen. Frankfurt a. M. steht mit seinen 16 Gaben allen anderen Städten voran. Aus Dem Sachsenlande in Siebenbürgen haben Die Stätte HermannstaDt unD Kronstadt, als äußerste Vorposten Des Deutschthnms im fernen Südosten, zwei symbolische Gaben einge- sendet: ein Trinkhvrn und ein Bärenfell. Letzteres »urDc einem gewaltigen Petz des Karpathengebirgs abgezogen. Die Proteste gegen Die Anmaßungen rx u.'I^ut?8en der römischen Curie vermehren sich tagnch. .ine katdolischen Bezirks - Vertretungen in Der Umgegend von Graz richten ihre Adresse zugleich an Den Papst und die Minister in Wien. In Bezug auf Pius IX. sagen sie: „Wir wünschen Dem schwergeprüften Greise sowohl zum eigenen Frommen wie zum Frieden der so viele Millionen zählenden Gemeinde, daß auch er Die bessere Einsicht gewinne, um Die Flüche schleudernde Hand zur Segen- spende umzuwenden. Diese Erde, unser Aller Wiege und Grab, fei uns kein Tummelplatz für Glaubenshaß und Ranke der Herrschsucht; gleichberechtigt und brüderlich wollen wir genießen und leiden, was uns auf derselben beschieden ist." — Pesther Blätter melden mit höchster Befriedigung, daß Die Kaiserin Elisabeth mit ihrer Umgebung in Ischl fast nur ungarisch spreche; Die hohe Dame hat nämlich auch in Dem Deutschen Webirgslande ihre ungarischen Hofdamen bei sich. Die habsburgisch-lothringen'sche Dynastie scheint sich bei Zeiten auf Den möglichen Fall vorzubereiten, daß sie ganz nach Ofen-Pesth relegirt wird. ■— Der lächerliche Nationalitätsdünkel Der Magyaren hat noch nichts an Intensität verloren In Der gestrigen Sitzung des Unterhauses citirte ein Redner eine Stelle ans Schillerns Glocke und bat Dabei Da« Haus gewissermaßen um Entschuldigung, Daß er einige Deutsche Worte vorbringe. Für Die geistreichen 5 Millionen Magyaren ist es also fast eine Beleidigung, wenn einige Laute aus der Sprache Schiller's vor ihren erhabenen Ohren ertönen. Daß trotz Der „ungarischen AkaDemie Der Wissenschaften" Die gesummte wissenschaftliche Literatur Der Magyaren mit spärlichen Ausnahmen nur aus Uebcr setzungen oder Auszügen Deutscher Werke besteht, ist bekannt. Wien, 21. Juli. Nachrichten aus Konstantinopel melden, daß der Prinz Napoleon in Der Nähe Der Insel Syra eine Deputation Der Kreter an Bord seiner Nacht empfing, welche ihn bat, er möge den Beistand Frankreichs für ihre Sache erwirken. Die Antwort des Prinzen lautete reservirs. Paris, 18. Juli. Heute war Ministerrath in Den Tuilerien unter dem Vorsitze des Kaisers, der um 3 Uhr nach Fontainebleau zurückkehrte, um morgen nach Plombiöres abzugehen. Allen, welche den Kaiser sahen, fiel es auf, daß er sehr schlecht au«- sieht; da« Gehen fällt ihm schwer. Vor seiner Rückkehr nach Fontainebleau empfing er den päpstlichen Nuncius, mit Dem er sich über eine Stunde lang unterhielt. Eine Mittheilung in Der heutigen „Abend- Patrie" rührt von dem Nuncius her. Dieselbe erklärt, e« sei noch keineswegs ausgemacht, daß Der Papst Die Souveräne nicht zum 1869er Concil einladen werde. Der Papst werde später in dieser Hinsicht einen Beschluß fassen. Er habe dieß bis jetzt nicht thun können, weil er mit mehreren Höfen (Oesterreich und Italien) nicht gut stände. Die Verhältnisse könnten sich aber dis 1869 ändern. — Der „Etentard" behauptet heute, daß cs dem Grafen v. D. Goltz besser- gehe. London, 21. Juli. Die Zeitungen bringen Danksagungen für das Geschenk von 100 Pf. St., welche« der Senat von Bremen wegen der freundlichen Behandlung der Schiffbrüchigen de« Schiffes „Lessing" für Wohlthätu keitszwecke in Lerwick und Fair Jsle gegeben hat. Newyork, 11. Juli. (Per Steamer „Nesto- rian".) Die Entscheidung Der demokratischen Convention, Seymour als PräsidentschaftSeandidaten aufzustellen, ward von der ganzen demokratischen Partei enthusiastisch ausgenommen. Der Senat nahm eine Bill an, welche alle Rebellenstaaten, ausgenommen die durch das Reconstructionsgesetz zum Congreß zu- gelassenen, von der Präsidentenwahl ausschließt. Vermischtes. Wien, 16. Juli. Das Handelsministerium hat kurz vor dem Beginne der Ernte, wo also das Ergebniß schon nahezu ganz gesichert erscheint, auf telegraphischem Wege sämmtliche Länderchefs zur Berichterstattung über die Eruteaussichteu aufgefordert. Aus den nun vorliegenden Berichten ergibt sich, daß das heurige Jahr für Oesterreich wieder ein sehr günstiges fein werde. Sowohl bei den Feldfrüchten, als bei den Knollengewächsen, bei Obst und besonders bei Wein, wird der Ertrag fast in allen Kronländern ein guter, in mehreren sogar ein gesegneter sein; so namentlich in Riederösterreich, in Oberöster- reich, in Mähren und in Ungarn, welche eigentlich für die Approvistonirung der Monarchie maßgebend sind und auch die für den Export benöthigten Quantitäten — namentlich von Walzen — liefern. Aus Böhmen lauten die Berichte nicht sehr günstig, und in Galizien erwartet man nur eine sehr mittelmäßige Ernte. Allein ein eigentlicher Rothstand ist nirgends zu befürchten, selbst nicht in dem sonst so unwirthsamen Dalmatien, für welches das heurige Jahr sagar ein sehr günstiges fein wird. Bozen, 12. Juli. Was man vielleicht noch vor wenigen Jahren in Tprol für unmöglich gehalten, eine Opposition gegen den Ausspruch des Papstes, ist gestern zur Thatsache geworden. Zwölf hiesige Gemeindeausschüsse erklärten in einer an den Gemeinderath gerichteten Einlage, daß sie eS als ihre Pflicht erachten, dem Bedauern über den durch die päpstliche Allocution vom 22. v. M. erfolgten offenen Eingriff in die Souveränetätsrechte des Kaisers und die Selbstständigkeit des Staates Ausdruck zu leihen, und zwar um so mehr, als es gerade von einer Seite ausgehe, welche den Beruf hat, die Achtung vor dem Gesetze zu wahren. Sie beantragten daher, zum Beweis ihrer unverbrüchlichen Treue gegen den Kaiser und die von demselben sanctionirten StaatSgrundgesetze, eine Adresse an die Regierung, die das vollste Bertrauen auf sie und die von ihr begonnene Durchführung dieser Gesetze aussprechen soll. Der Antrag fand allseitige Zustimmung und wurde einhellig zum Beschluß erhoben. Paris, 15. Juli. Der „Abend-Moniteur" druckt ohne weitere Bemerkung folgende Correspondenz des Brüsseler „Nord" nach: Man sprach dieser Tage in Fontainebleau von dem tragischen Ende des Fürsten Michael von Serbien und den Manifesten von Fetir Pyat, welche zur Ermordung des Kaisers auffordern. Man drückte die Befürchtung aus, daß so verab- scheuungswürdige Beispiele und so gehässige Aufreizungen einen neuen Mordversuch gegen das Staatsoberhaupt zur Folge haben könnten. Der Kaiser gab eine entgegengesetzte Meinung kund; und da alle Blicke auf ihn gerichtet schienen, um ihm das Geheiu niß seiner Zuversicht abzuveilangen, so ergriff er das Wort und drückte sich folgendermaßen aus: „Bei der Stellung, welche ich inne habe, hat das Leben nur Einen Reiz: nämlich den, der Nachwelt und der Größe Frankreichs nützlich zu sein. So lange ich lebe, werde ich keinen anderen Zweck verfolgen, und die Vorsehung, welche mich bis jetzt sichtlich unterstützt hat, wird mich nicht verlassen. Sie wird bestimmen, ob mein Leben oder mein Tod den Interessen des Landes am besten dienen kann. Angesichts so vieler von eifersüchtigem Ehrgeize nnd schlechten Leidenschaften beseelter Parteien gibt es Gin Heil für Frankreich, nämlich das, meiner Dynastie eng verbünde» zn bleiben, welche das Symbol der Ordnung und des Fortschrittes ist. Nun könnte es geschehen, daß ein gewaltsamer Tod, wenn ich ermordet würde, noch mehr zur Befestigung meiner Dynastie beitragen könnte, als die Verlängerung meines Lebens. Sehen Sie in der That, was sich ereignet: der Mann, der eine politische Mordthat begeht oder inspirirt, der sich zugleich zum Richter und Henker aufwirst, bringt immer eine Wirkung hervor, welche der nicht entsprechend ist, die er hervorbringen wollte; dieß ist die Strafe für fein Verbrechen; sie ist unvermeidlich. Was sich in Serbien zuge- tragen, ist der deutlichste Leweis. Die Verschworenen hofften, indem sie den Fürsten tödteten, eine andere Dynastie ans Ruder zu bringen: sie haben für lange Zeit die Familie Obreno- witsch befestigt. Bei uns, wenn ein Attentat auf den König Ludwig Philipp gelungen wäre, hätte man darauf wetten können, daß das Haus Orleans noch heute in Frankreich regieren würde. Wenn ick, heute oder morgen unter dem Dolch eines Meuchelmörders falle, so wird das Volk mit Emer Stimme meinen Sohn aeclamiren, und selbst, wenn die ganze kaiserliche Familie verschwinden würde, so würde es, wie in Serbien, irgend einen Neffen, Erben meines Namens, aufsuchen, um die Fahne des Kaiserreichs zu erheben, die Mordthat zu rächen und nochmals die Wahrheit zu weihen, daß die Partei, welche ihre Hände mit Blut befleckt, niemals aus ihrem Verbrechen Nutzen zielst.^ Deßhalb kann ich auch die Zukunft ohne Furcht ins Auge fassen. Ich mag leben oder sterben, mein Leben oder mein Tod wird auf gleiche Weise Frankreich nützlich sein, denn die Mission, welche mir auferlegt wurde, wird sich, fei es durch mich, fei es durch die Meinigen erfüllen." Diese Worte wurden inmitten eines zahlreichen Kreises gesprochen und wiedei- holt. Soweit die „Corresp. des Nord." Selbstverständlich erregt ihre Wiedergabe in den Spalten des amtlichen Blattes ungewöhnliches Aufsehen. Paris. Unter den zahlreichen hiesigen Eisfabriken verdient namentlich auch da« am Ende des Boulevard Laune« gelegene Etablissement wegen seiner Größe Erwähnung. ES besteht nämlich aus 10 Souterrains, die sämmtlich durch Ueberdachung mittels schlechter Wärmeleiter gegen die Sonnenwärme so wirksam geschützt sind, daß man sich unwillkührlich in die Pvlarzone versetzt glaubt; nicht weniger als durchschnittlich 200,000 Centner Eis lagern in diesen unterirdischen Räumen, deren jeder eine Länge von 160 Meter und eine Tiefe von 12 Meter hat. Einen befvuderen Theil dieses Etablissements bildet die mit diesen gewaltigen Eismagazinen in Verbindung stehende Werkstatt, wo durch Feuer Kälte und durch Dämpfe Eis erzeugt wird und wo die weltbekannten Eiskarafen dargestellt werden. Diese Karaftn füllt man zunächst bis zu zwei Drittheil mit reinem siltrirten Wasser (weil man das Ei« in den Cafv'S genießt) und fetzt diese hierauf in die Gefrier- gefäße. Jedes dieser Gefäße, das bis zu einer entsprechenden Höhe mit gesättigtem Salzwaffer angefüllt ist, enthält einen Recipienten, in welchem Aether fließt und der mit Hülfe einer Dampfmaschine luftleer gemacht wird. Der in Folge dessen mit großer Energie verdunstende Aether bindet eine so erhebliche Menge von Wärme, daß der Recipient bis 20» Kälte sich abkühlt, welche Abkühlung durch Vermittlung deS Salzwaffer«, welches den Recipienten umgibt, den Karafen mitgetheilt wird. Bei der geringsten Bewegung, die der Arbeiter dem Wasser in denselben durch einen Stab gibt, verwandelt e« sich im Nu, wie durch einen Zauberschlag, in Eis. Hierauf werden die Karafen sofort aus den Gefriergefäßen herausgenommen und in den Eiskellern für den Gebrauch aufbewahrt. Den Tag 'über werden gegen 6000 Karafen fertig, von denen jede circa 50 Liter sehr warmes Wasser vollständig abzukühlen im Stande ist. Newyork, 2. Juli. Der Correspondent von „Daily-News" nennt das vor Kurzem Passirte Gesetz, welches die Arbeitszeit für die von der Regierung beschäftigten Handwerker auf 8 Stunden, anstatt wie bisher 10, festfetzt, ein sehr schlechtes Demagogen-Kunststück, das wahrscheinlich viel Unheil anrichten werde. Schon haben — so sagt er •—. in Newyork die Maurer Strike gemacht, weil ihnen ihre Forderung für achtstündige Arbeit -ä'/z Dollar Lohn täglich, anstatt wie bisher 5 Dollar für zehnstündige, von den Arbeitsgebern abgeschlagen wurde, und es ist nichi unwahrscheinlich, daß Letztere nachgeben müff.n. In 1852 betrug der Arbeitslohn noch 2 Dollar per Tag, wofür der Maurer 2000 Ziegel legte. Seitdem haben die Ge- werbvereine die Löhne bis zu der jetzigen Höhe getrieben, und dazu weigern sich noch die Leute, mehr als 1000 Ziegel zu legen. Die natürliche Folge dieser Operationen ist Erhöhung der Miethen, und schon verlassen Personen von nur mäßigem Vermögen in großer Zahl die Stadt, um sich auf dem Laude niederziilaffen. Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.