Preis vierteljährlich 36 fr. mit Bringcrlobn Durch die Post bezogen vierteljährlich 51 fr. Gießener Anzeiger Erscheint wöchentlich dreimal: Dienstags, Donner stagg und Samstags. — Ervedition: Cauzleibcrg Lit. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Areis Kießen. Nr. 73. Dienstag den 23. Juni 1868. EEHnuanHaun Bro-preise: 4 Pfund gemischtes Brod 20 fr. 4 Pfund Roggenbrod 17 fr. Amtliche Bekanntmachungen. Nr. 18 des Bundes-Gesetzblattes des Norddeutschen Bundes, ausgegeben am 15. Juni 1868, enthält: (Nr. 110.) Gesetz, die Besteuerung des Tabaks betr. Vom 26. Mai 1868. (Nr. 111.) Handels- und Schifffahrtsvertrag zwischen dem Norddeutschen Bunde und den zu diesem Bunde nicht gehörenden Mitgliedern des deutschen Zoll- und Handelsvereins einerseits und Spanien andererseits. Vom 30. März 1868. . r . a „ ., , „ ■ s . (Nr 112.) Bekanntmachung, betr. die Ernennung von Generalconsuln, bezw. Consuln und Viceconsuln des Norddeutschen Bundes in Stockholm, Hernosand, Soder- hamn Gefle, Nyköping, Norrköping, Wisby, Calmar, Astadt, Carlshamn, Dtalmö, Landskrona, Gothenburg und Sundswall. (Nr. 113.) Bekanntmachung, die Ernennung eines Konsuls des Norddeutschen Bundes zu Cura?ao. (Nr. 114.) Bekanntmachung, die Beglaubigung eines Geschäftsträgers des Norddeutschen Bundes bei der Republik Chili. (Nr 115.) Bekanntmachung, die Ertheilung des Exequatur Namens des Norddeutschen Bundes an den Kgl. Niederländischen Konsul in Königsberg. Gießen, den 22. Juni 1868. Großherzogliches Kreisamt Gießen. In Verhinderung des Kreisraths: Kekulä, Kreisassessor. Das Begießen der Straßen betreffend. So lange die warme, trockene Witterung anhält, müssen die Straßen täglich zweimal — Morgens um 8 und Nachmittags um 3 Uhr — mit reinem Wasser begossen werden. Außerdem sind die Straßen vor dem Kehren zu begießen, bei Vermeidung der gesetzlichen Strafe. Diejenigen, welchen die Reinigung der Straßen obliegt, haben auch das Begießen der Straßen zu übernehmen. Gießen, den 18. Juni 1868. Großherzogliche Polizei - Verwaltung. Nover. Es ist Jemandem ein schwarzes Mutterschaf zugelaufen. Der Eigenthümer wolle sich baldigst dahier melden. Gießen, den 22. Juni 1868. Großherzogliche Polizei-Verwaltung. . Nover. Besondere Bekanntmachungen. 4423) Im Firmen - Register des unterzeichneten Gerichts sind folgende Einträge vollzogen worden: Am 15. Juni 1868: 1) Caroline Sack zu Gießen betreibt daselbst seit 1. Mai 1867 unter der Firma: „Caroline Sack" ein Putz- und Knrz- waaren-Geschäft. Am 18. d. Mts.: 2) Daniel Wirth zu Gießen hat den unter der Firma seines Namens seither betriebenen Handel mit Holz, Dielen, Gyps, Steinkohlen, Eisen, Gußwaaren, Schiefer re., jedoch ohne die Activans- stände, an Theodor Geilfus von Höchst i. O-, jetzt zu Gießen wohnhaft, abgetreten , welcher denselben unter der Firma: „Daniel Wirth's Nachfolger" vom 15. l- Mts. an fortführt- Die Firma: „Daniel Wirth" wurde gelöscht- Gießen, den 18. Juni 1868. Großherzogliches Stadtgericht Gießen. _________________M u h l-______________ 4427) Die Holz- und Gras-Versteigerung vom 18. und 19. Juni ist genehmigt. Die Abfuhrscheine für das Holz sind vom 27. Juni bis 11. Juli, für das Gras am 23. und 27. Juni bei Grobherzoglichem Rentamt Gießen einzulösen. Die Ueberweisung des Holzes findet am 29. Juni, Morgens 8 Uhr statt. Gießen, den 20, Juni 1868. Großherzogliche Oberförsterei Schiffenberg. _________________l*r. Draudt._________________ 4425) Wegen Chausstrung resp. Neubau des Vicinalwegs von Großen-Buseck nach Alten-Buseck ist derselbe von jetzt an bis auf Weiteres unfahrbar und kann statt dessen der Vicinalweg von Großen-Buseck nach Rödgen benutzt werden. Großen-Buseck, am 18. Juni 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Großen-Buseck. Wagner. Versteig er «n gen. 4419) Dienstag den 30. Juni, Nachmittags 2 Uhr, soll auf dahiesigem Rathhause die Hofraithe der Konrad Ferber's Eheleute, als: Flur Nr. LiKlftr. V325 13 Hofraithe in der Katharinengasse, nochmals unter der ausdrücklichen Vorschrift versteigert werden, daß der Letztbietende den Zuschlag erhalten wird, auch wenn das Gebot die Taxation nicht erreicht. Gießen, den 6. Juni 1868. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. Ebel. 4428) Dienstag den 7. Juli, Nachmittags 2 Uhr, ollen auf dahiesigem Rathhause die Grundtücke, zum Nachlasse des Ludwig Becker gehörig , als: Klar Nr. -Stifte. 23/245 210 Acker am untersten Weiher, gibt 16‘A fr-, 23/248,3 173 Acker daselbst, gibt ll'/t kr-, 23/173 208 Wiese am obersten. Weiher, gibt 41/2 fr., 2i/7G 160 Acker, auf dm Barresgraben, gibt ö‘/2 fr., 2Viii 368 Acker am Haseuköppel, im halben Zehnten, gibt 37 fr., 2'7148 64 Acker auf der Weißerd, gibt 153/4 fr., so/107 183 Acker in der Oberau, am Verdries'schm Weiher, 3o/1O9 417 Acker daselbst,- öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 22. Juni 1868. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. Ebel. Arbeitsversteigerung Er- 88 Körner, Bezirksbauaufseher- 59 25 Zimmerarbeit, Dachdeckerarbeit, Schreinerarbeit, 30 32 6 zu Watzenborn. 4422) Freitag dm 26. Juni, Vormittags um 11 Uhr, sollen auf hiesigem Rathhause die zur bauung eines Holzschuppens aus dem Pfarrhofe erforderlich werdenden Bauarbeiten öffentlich in Aktord gegeben werden, als: Maurerarbeit, veranschl. zu 73 st. 8 fr. Weibbinderarbeit, „ „ 10 Watzenborn, den 20. Juni 1868. GroßherzoglicheBürgermeisterei Watzenborn. Holzverkauf in der Königlichen Oberförsterei Krofdorf. 4410) Donnerstag dm 2. Juli er., um 10 Uhr Vormittags, kommen zu Salzböden in der Wirthschaft des Conrad Weißbrot aus dem Königlichen Forste Salzböden nachstehend bezeichnete Hölzer zur öffentlichen Versteigerung: 1) Totalität, Districte 65, 70 u. 71a: 2l/i Klftr- Eichm-Anbruch, 31/4 „ Buchm-Kloben, 13/. „ „ Stöcke, 5 „ „ Reiser, II. Klasse; 2) Districte 84 u- 85, Hasengarten 350 Stück Eichm-Stangm, IV. Klasse, 187 Klftr. „ Reiser, H- „ Krofdorf, den 21. Ium 1868. Der Königliche Oberförster: gez. v- Meibom. 4429) Dienstag dm 4. August, Nachmittags 2 Uhr, soll auf dahiesigem Rathhause das Fünftel der Grundstücke, zum Nachlasse des Johannes Marx gehörig, nämlich: zlur Nr. □Jtlftr. 3/364 103 Acker, auf den Haddersgraben, gibt 14'A fr-, 3/440 189 Acker über dem Fabricischen Acker, auf den Fluthgraben, gibt 243/4 fr-, 24/1, 184 Acker an den 20 Morgen, gibt 333/4 Er-, öffentlich meistbietend versteigert werden- Gießen, den 20- Juni 1868- Großherzogliches Ortsgericht Gießen- Ebel. Arbeitsverfteigerung zu Leihgestern. 4421) Freitag den 26. Juni, Morgens um 8 Uhr, sollen ans dem hiesigen Rathhause nachstehende Bauarbeiten an die Wenigstnehmenden mittelst öffentlicher Versteigerung vergeben werden, als: Maurerarbeit, veranschl. zu 17 fl. 21 fr. Zimmerarbeit, „ „ 8 „ 53 „ Schreinerarbeit, „ „ 18 „ — „ Weißbiuderarbeit, „ „ 1 „ 36 „ Leihgestern, den 20. Juni 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Leihgestern- I. A-: Körner, Bezirksbauaufseher. Holzversteigeruug in den Domanial- und Mitgebrauchs-Waldungen der Obekförsterei Treis a. d. Lumda. 4426) Freitag den 26. Juni b- I. werden versteigert: I. Von Morgens 8 Uhr an in den Districten Niederseilbach, Oberseilbach, Aspenstrauch und Neuerwald (links der Lumda): 1 Klafter Kiefern-Prügelholz, 48 Schock Buchen-Stammreisholz, 33/4 „ Eichen-, Kiefern- ic. Reisholz, 2 Stück Buchen-Stümme, 20" dick, 12 und 19' lang — 60 Cbkf. kurhess. Maas, und 4 Klafter Buchen-Werkscheidholz, 3 und 6 kurhess. Fuß lang, zu Felgen rc. . Die Zusammenkunft ist uni die bestimmte Stunde int District Niederseilbach auf dem von Treis a. d. Lda. nach Gießen führenden Fahrweg in der Nähe der früheren Landesgrenze. II. Von Nachmittags 2 Uhr an in den Districten Bnchwald, Scheid, Altc- nunimer uub Todtenberg (rechts der Lumda): 21/3 Master Buchen-, 7‘/a Klafter Eichen- Scheidholz, II. Klasse, l’A Klafter Buchen-, l3/4 Klafter Eichen- und 13st2 Klafter Kiefern-Prügelholz, 21/4 Klafter Kiefern-Stockholz, 3'A Schock Eichen- und 23/4 Nadel-Reish., 14 Stück Eichen-Stämme, 10—20" dick und 12—24' lang, mit 223 Cbkf. kurhess. Maas, 6 Stück Fichten-Stämme, 6—8" dick und 24 — 40' lang, mit 56 Cbkf. kurhess. Maas, 22 Stück Fichtcn-Stangen, 4—5" dick und 24—30' lang, mit 79 Cbkf., und 2 Klafter Eichen-Werk-Scheidholz, 6 kurhess. Fuß lang. ~®te Zusammenkunft ist um die bestimmte Stunde im District Buchwald bei Treis a. tu Lda., wo mit dem Ausgebot des Eichen- Stamm- und Werkholzes der Anfang gemacht wird. Treis a. d. Lda., am 19. Juni 1868. Großherzogliche Oberförsterei Treis a. d.Lda. Amendt- ArdeitSverstelgemng zu Grüningen. 4420) Freitag den 26. Juni, Nachmittags um 4 Uhr, sollen auf dem hiesigen Rathhause nachstehende Bauarbeitcii durch öffentliche Versteigerung in Akkord gegeben werden, als: Maurerarbeit, veranschl. zu 103 fl. 55 fr. Dachdeckerarbeit, „ „ 38 „ 30 „ 7 202 36 7 168 25 Weißbiuderarbeit, „ „ Chausstrarbeit, „ „ Pflasterarbeit, „ „ Steinbrech en, Fuhr und Auf setzen derselben, veranschl. zu Kalflieferuug, „ „ 36 „ — „ Grüningen, dm 20. Juni 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Grüningen. I. A-: Körner, Bezirksbauaufseher. Feilg-botenes. 4412) Mein Lager in Schreib- und Jeichenmaterialien, sowie Frachtbriefe, Wechsel u- Rechnungs-Formularien ic., bringe ich in empfehlende Erinnerung. E- Eichenberg. 4432) Drahtgewebe und Drahtgeflechte, sowie Speiseschränke, werden bestens angefertigt bei ________M. Weißbäcker, Siebmacher. 4430) Nene Matjes - Häringe, pr. Stück 6 kr., bei I. A. Busch Söhne. 4417) Cement, Viehsalz bei .______________Flick & Kröll. 4413) Eine Chaise und ein Wagen sind zu verkaufen bei s- ft» crs joqoyinjqn inj uouiqos'e]^ 29 aSnozqjGAl X Cigarren Kuss. Imper. 9 49-51 Doll, in Gold 2 27%-28i^| N ee £ Das Eomite der Freiligrath - Dotation: Ferd. Gail. Heinr. Homberger. Br. Lange. Br. Völker. A. Ricker, Für die Freiligrath-Dotation sind eingegangen: Von 70 Einwohnern hiesiger Stadt...... „ dem Corps Starkenburgia........ „ der Verbindung Alemannia........ Ausgaben: An Herrn L. @16 etS in Barmen, Rechner des Cen- tralcomitö's laut Quittung vom 20. Dec. 1866 An denselben von: 15. Juli 1867 ....... „ Ad- Schmitt für das Einsammeln der Beiträge Porto und Goldverlust........... Berichtigung. . .^r. 72 dieses Anzeigers lese man in den kirchlichen Anzeigen unter der Rubrik der Getauften am 16. Juni: „Georg Fer- ber" statt Georg Beckes 8 an die Menschenfreunde in Gießen und der Umgegend. In verschiedenen Blättern hat man schon von dem schrecklichen Hagelwetter gelesen, das am 26. Mai d. I. in den Gemarkungen von Lardenbach, Freienseen, Sellnrod rc. die Hoffnung des Landmanns vernichtet. Aber nach dem Berichte eines Augenzeugen bleibt die gewaltigste Schilderung dieses Unglücks hinter der nackten Wirklichkeit zurück. Es thut daher schnelle, dringende Hülfe Noth, und die Bildung eines besondern Comitö's in unserm Kreise dürfte geboten erscheinen, um die Sache besser in die Hand zu nehmen. Der mitunterzeichnete Pfarrer von Wieseck, der eine geraume Reihe von Jahren hindurch in Lardenbach angestellt war und die vastgen Verhältnisse, sowie die der Umgegend genau kennt, weiß, wie es des einfachsten Lebens und der größten Kraftanstrengung von Seiten jener biedern Bewohner selbst in gesegneten Jahren bedarf, um die unentbehrlichsten Bedürfnisse und die Zinsen der von den Vätern überkommenen Kapitalschulden, die auf vielen ihrer Hof- raithen und Aecker haften, jährlich zu beschaffen nnd jetzt — sehen stch die armen Vogelsberger so ganz und gar in ihrem Nahrungsstande gehemmt. Nun, ihr menschenfreundlichen Bewohner Gießens und der Umgegend, deren Geschäfte einen gedeihlichen Fortgang nehmen, deren Fluren so reich gesegnet erscheinen, eilt, der Noth jener Unglücklichen zu steuern. Ihr habt im vergangenen Winter so bereitwillig zur Linderung des Elends beigetragen, welches die fernen Ostpreußen heimsuchte. Hier gilt es, nahe hessische Mitbürger zu unterstützen und so manche Familie vor Verzweiflung zu bewahre». Helfet gerne und schnell, denn einen fröhlichen Geber hat Gott lieb. Die Unterzeichneten sind bereit, die Gaben in Empfang zu nehmen und sie an jene hagelbetroffenen Gemeinden zur zweckmäßigen Vertheilung zu schicken; sie werden später öffentlich Rechnung ablegen. Gießen, den 18. Juni 1868. Das Unterstützungs-Comite für die hagelbetroffenen Vogelsberger. L. Bücking, Fabrikant. Felflng, Beigeordneter. Ur. Jochem, Pfarrer zu Wieseck. Landmann, Decan. Ricker, Buchhändler. Vogt, Bürgermeister. 4411) Um damit zu räumen, gebe ich Bayerische Zwetschcn, pr. Pfd. 7 fr., Weiße Bohnen, Prima, „ „ 7 „ E. Eich enberg. Wir beehren uns hiermit die ergebene Anzeige zu machen, dass wir neben unseren bekannten Geschäften in Frankfurt a. M; - und Hamburg nun auch in Stuttgart und Brüssel eine Annoncen-Expedition an alle Zeitungen des In- und Auslandes unter gleicher Firma errichtet haben. Indem wir diese neuen Unternehmungen dem geneigten Wohlwollen unserer geehrten Geschäftsfreunde und eines P. T. Publikums bestens empfehlen, erlauben wir uns hinzuzufügen, dass die diesen Filialen zu ertheilenden Inseraten-Aufträge ebenso pünktlich und gewissenhaft wie in unseren Bureaux in Frankfurt a. M. und Hamburg ausge- f,,hrt werden- G. L. Daube $ Cie. Annoncen-Expeditiion. Frankfurt a. M. Hamburg. Stuttgart. Brüssel. Frachtbriefe für die Main-Weser- und Cöln-Mindener- Eisenbahn, sowie fammtliche zollamtlichen Formulare, sind zu haben bei Wilhelm Klee, Mäusburg. 222 fl. 7 fr. 56 „ - „ 50 „ 30 „ ZZg fl. 37 fr. Zweites Abonnement Concert des Gießener Conrert-Vereiits Donnerstag den 25. d. Mts., Abends präciö 6 Uhr, im Club-Saale, unter gefälliger Mitwirkung der Fräulein Mathilde Schneider von hier und des Cellisten Herrn Louis Lübeck von Frankfurt a. M. , „.Tm das Engagement der hiesigen Jägermusik nach Worms nicht zur Ausführung un>er Concert doch schon früher, als es unsere Annonce in Aus- Ucht gestellt, siattsinden. Wiederholt machen wir darauf aufmerksam, daß mit Rücksicht auf die auswärtigen Musiker pracis 6 Uhr begonnen werden muß. 14435") ------Gteßcn, den W. „jum 1868. Die Conccrtdirection. 49-51 51-56 38-40 27-i/228V* 55-59 ______ 39 „ 328 fl. 37 fr- Einnahme- und Ausgabe-Belege liegen zur Einsicht der Interessenten auf dem Comptoir der Gebr. Homberger & Söhne offen. Gießen, den 15. Juni 1868. 275 fl. 37} fr. 50 „ 20} „ “ // t> doppelte 9 Holl. ä. 10 St. 9 Ducaten . . 5 20 Frankenst. 9 Engi. Souver. 11 Am 1. Juli 1868 JK"? der österr. Credit - Doose. Höchster Treffer fl. 250,000, niedrigster fl. 165 östr. Währ. Einlage 3 Thlr. = fl. 5. 15 süddeutsch pr. Loos. Sieben iLoose kosten nur Thlr. »O = fl. 35 südd. Mit k. k. btempel versehene Loose empfehlen VOELCKER & O Bankgeschäft in Wien, Kolowratring JSir. 4. NB. Nachnahmen können nicht erhoben werden. (4399) ! Geschäfts - Anzeige! 1184) Dem geehrten Publikum zur allgemeinen Nachricht, daß met” Geschäft in Frucht und Landesproducten im Nehmeyer'- '*Yrn vMfe dahier eröffnet habe, und empfehle besonders gute Koch- erb.en, Bohnen und Linsen, sowie schönes Vorschußmehl. Für reelle und prompte Bedienung werde ich stets besorgt sein. Markus Engel, in den Neuenbäuen Lit. B. Nr. 73. Prioritäten. 5O/o östr. F. St. E. B. 263 Ludwigsh.-Bexbach 154 Vs Maxbahn 107 Bayer. Ostbahn 124 Hess. Ludwigsbahn 129('s 3% östr. Stsb.-Prior. 52Vs 3% östr. s. Lombard. 43 3% Livorneser 30 Toscaner 45 Frankf. Hypotb.-Bank — Frankf. Vereins-Kasse — 5% Elisabeth-Prior. 74Vs do. II. Emiss. 72 Anleliensloose. Kurh. 40 Thlr. Loose 537/6 Nassau fl. 25 b. Roth. 35i/4 Gr. Hess. fl. 50 b. R. 1461/2 Gr. Hess. fl. 25 b. R. 38 Vz 4% bayr. Prätn. Anl. 1013/4 4% badische Loose 98 Vs Badische fl. 35 Loose 51 1858r Prioritätaloose 140 1860r Loose 741 /> 1864r „ 90 Wechsel. Amsterd. k. 8. 1003/g Augsb. k. S. 100 Berlin k. 8. 104% Bremen k. 8. 98 Cöln k. 8. 105 Hamburg k. 8. 881/4 Leipzig k. S. 105 London k. 8. 1191/4 Lyon k. S. —• Paris k. 8. 94% Wien k. 8. 102 ('2 Disconto 3°/U G. tieldeorten. Pr. Gass. Sch. 1 44’/a-45V« Div. Cass.-A. — Pr. Friedrdor. 9 571/2-531/2 Pistolen . . 9 48-50 Wohlassortirtes Lager aller Sorten III—H Illi Uhren -Fmirnilure» - Handlung von Georg Schacher; en gros. Giessen, en gros. B r a n d g a s s e. (4424) liörseiiBachrichteu. 19. Juni 1868. Preuss. 41/2% Obi. 95 Vs Frankf. 3 Vs0/» Obi. 81 Vs Nass. 4Vz% Obi. 95 Kurh. 4O/o Obi. 88V8 Hess. 40/o Obi. b. Roths. 90 Vg „ 31/2% do. do. 86 Bayer. 5% Obi. 1023/s „ 41/2% 1jährige 96 n 41/2% *, ziährige 963/4 Würtemb. 41/2% Öbl. 94 Vj Baden 4 ’/gO/o Obi. c. E.L. 94 Vs Oestr. 5% b. R. 63 „ 5% National 54 „ 5% Metall. Obi. — „ M. steuerf. 513/4 Amer. 6% 1882r Bds. 773/4 s 60/p 1885r 76'/2 Actien. Frankf. Bank 125 Oester. Bank 730 „ Creditact. 202 Darmst. Bankact. 229 gute abgelagerte, empfiehlt , ■ -__________Karl Fuh r. 4414) Ein junges, fehlerfreies Pferd, nebst leichtem Wagen und Geschirr, steht zu verkaufen. Wo? sagt die Exped. d. Bltts- 4400) Zwei sehr geräumige, rentable Wohnhäuser, wovon eines au der Hauptstraße gelegen und mit einem schönen Laden versehen, das andere ebenfalls sehr gut gelegen, zur Ladeneinrichtung geeignet und mit Hausgarten versehen ist, stehen unter günstigen Bedingungen preiswürdig zu ver- kaufen- Näheres bei der Exped. d. Bltts. 4408) Mein in der Wallthor- straße gelegenes Wohnhaus mit Ladeneinrichtung bin ich Willens zu verkaufen. Will). Nagel. Vermiethungen. 4431) Ein möblirtes Zimmer mit Cabi- net ist zu venniethen bei _________________________B. Katze n sfe i it. 4433) Kirchenplatz Nr. 23 im 3. Stock ist ein möblirtes Ziminer zu vcrmietheu. 4407) Ein Zimmer mit Cabiuet und ein einzelnes Zimmer, beide möblirt, sind für nächstes Semester zu venniethen. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 4415) Ein möblirtes Zimmer ist zu ver- mietheu bei_______I. L 0 th, Brandgasse. 4439) Ein geräumiges Familienlogis nebst allen Bequemlichkeiten, mit oder ohne Möbel, ist zu vermiethen und alsbald zu beziehen. W- Jacobi Wittwe, ____________________zur schönen Aussicht. 4403) Das von Herrn C. Pietsch (Dienstmann - Institut) seither bewohnte Logis ist anderweit zu vermiethen und am 11. August zu beziehen.________F. Fürst. 4397) Das seither von Frau Regierungsrath Eckstein bei mir bewohnte Logis ist zu venniethen und kann am 20. September, vielleicht auch schon früher, bezogen werden. ... Carl Frech. | Vermischte Anzeigen. 4434) Ein geräumiges Zimmer ohne Möbel, oder ein kleines Zimmer mit Cabi- net, wird von einer unverheiratheten Dame zu miethen gesucht- Offerten nimmt die Exped. d. Bltts. entgegen.________________ 4437) Ein Zapfjunge wird zum sofortigen Eintritt gesucht. Näheres bei der Exped- d- Bltts- ___________________________ 4404) Ein Lehrling kann eintreten bei ;______Heinr- Brauburger, Lackirer- 4402) Für einen Waisenknaben von 8 Jahren wird eine Fantilie gesucht, welche dessen Verpflegung, Verköstigung, Logis und Kleidung gegen eine jährliche Vergütung von 60 fl- zu übernehmen gedenkt- Reflec- tantcn belieben ihre Adresse bei der Exped. d. Bltts- abzugeben. 4405) Ein Hausbursche, welcher sogleich eintreten kann, wird gesucht von _____F- Fürst- 4436) In dem früher Kö ni g'schen Hause vor dem Wallthor ist ein Familienlogis nebst Garten alsbald zu vermiethen.____________ 4438) Ein möblirtes Zimmer ist zu vermiethen bei G- H. Balser, _________________________Seltersweg. 4401) Zwei schön möblirte Zimmer sind zu vermiethen und den 1. September beziehbar Canzleiberg Lit- B- Nr- 67. 4406) Ein tüchtiger Schneider-Gehülsc findet dancrnde Beschäftigung bei Ä- H. Ledermann, Wallthorstraße. 4409) Ein gesundes junges Mädchen sucht eine Stelle als Schenkamme. Zu er- fragen bei der Expcd. d. Bltts.____________ Agenten-Gesuch. 4416) Zum Einsammeln von getragenen Handschuhen für eine Pariser Kunstfärberei wird ein Agent gesucht. Provision jährlich einige Hundert Frcs. ohne alles Risico, dabei stark vermehrter Ladenbesuch. Nur für offene Geschäfte mit Damen-Artikeln passend. Prospecte einzusehen bei der Exped. b. Bl. Feuilleton. mit eine dem so Vieles zu fragen. noch (Fortsetzung folgt.) — Madame haben gestern Abend durch einen meiner Dragoner einen Brief vom General erhalten. Man hätte mir eher das Leben, als ,den Brief genommen, welchen ich von Kairo mitgebracht habe; aber man hätte mich zweimal titoten müssen, um mir denjenigen zu rauben, welchen ich einzig der Hand Madame Bonaparte's selbst überreichen sollte. Josephine zitterte vor Erwartung und ihr heller, durchdringender Blick ruhte auf der Brieftasche, welche der Hauptmann unter seinem Rocke hervorzog. — Hier ist der Brief, Madame. Der General hat ihn zwei Stunden vor meiner Abreise geschrieben. Madame Bonaparte erbrach das Siegel des Briefes, dessen Inhalt sie mit gieriger Hast durchflog. Der Hauptmann verlor keine einzige ihrer Bewegungen aus den Augen. Niemand wohl besaß in höherem Grave als Josephine jene leidenschaftliche Erregbarkeit, welche für die menschliche Seele dasselbe ist, wie die Schwingungen der Musik für empfindsame Nerven. Indem Josephine den Brief ihre« Mannes las, erbleichte und erröthete sie abwechselnd, und ihre schönen sanften und aus- drucksvollen Augen füllten sich mit Thränen. Mehrmals unterbrach sie ihre Lee- tiire, um das Gesicht des Ordonnanz-Offiziers durch einen Blick zu befragen, ob ihm der Inhalt dieses Briefes bekannt sei. — Madame, antwortete er, ich bin in der That nichts als ein Courier — ich weiß nicht, was in meinen Depeschen geschrieben steht. — O mein Herr, sagte Josephine, es ist unmöglich, daß der General Sie nicht zum Vertrauten seiner Pläne gemacht hätte .... Wie! er denkt daran, ohne die Bewilligung des Direktoriums nach Europa zurückzukehren! - - - Aber berechnet er wohl, daß er feine Stellung dadurch zu einer höchst gefährlichen macht? Der Brief sagt mir, daß ich von Ihnen mündlich verschiedene Aufklä- Ein Bedienter ohne LivrÄ öffnete ihm. — Der Herr ist wohl der Hauptmann Reymond? fragte der Diener. — Ja wohl, Bürger, versetzte der Offizier, sehr verwundert über den Titel, welchem er angerebet ward- Der Bediente lächelte und fügte hinzu: — Madame hat das Billet empfangen und mir den Auftrag ertheilt, den Herrn zu ihr zu führen. — Teufel! dachte Reymond, indem er dem Diener folgte; wo soll ich denn all' die Bürger und Bürgerinnen anbringen, welche ich von Egypten mitgebracht habe? Es scheint, daß in Frankreich die gute Gesellschaft sich schon stark zu häuten beginnt. Man schritt über einen Vorplatz, auf dem einige Marmorbüsten standen, und gelangte in einen Salon zu ebener Erde, dessen Fenster auf einen mit Blumenbosketten verzierten Rasenplatz blickten. Der Hauptmann blieb einen Augenblick allein. Das Erste, was ihm ausfiel, war ein lieblicher Dust von Verbenen, welcher die Atmosphäre des Salons schwängerte. Reymond erinnerte sich in diesem Augenblicke der berauschenden Düfte, welche der Abendwind unter dem schönen Himmel Egyptens von den den Ufern des Stromes herüberträgt. Nichts führt uns so lebhaft auch die fernsten Erinnerungen zurück, wie bekannte Gerüche. Wenn unser Leser, wie wir durchaus nicht bezweifeln, einen feinen Geruchssinnn und ein empfängliches Gemüth besitzt, wird er mit uns bekennen, daß ihm häufig eine ferne Erinnerung lebendig und frisch wieder aufgetaucht ist, wenn er unerwartet solch' einen Duft emathmete. Allein eine Thür öffnete sich im Hintergründe de? Salons und der Offizier sah eine Frau von mittlerer Größe eintreten, gekleidet in einen eleganten Mo» genrock von weißem Mousselin, mit bloßem Kopfe und mit einem geöffneten Brief in der Hand, den sie wahrscheinlich mehrmals gelesen hatte. Diese Frau zählte dreißig Jahre; allein ihre Asmuth, ihre Haltung und vor Allem ihr Lächeln waren offenbar feit ihrem zwanzigsten Jahr unverändert dieselben geblieben; der weiße, knapp anschließende Morgenrock ließ eine volle und üppige Büste von unvergleichlicher Schönheit errathen. — Herr Hauptmann, nahm diese Frau das Wort, wie sehr bin ich Ihnen zu Dank verpflichtet! Gestern erst angelangt, haben Sie mir sofort diesen Brief zugestellt. Ach, ich hatte ihn lange erwartet! Der Hauptmann verbeugte sich, und da eine majestätische und freundliche Handbewegung ihn einlud, Platz zu nehmen, rückte er einen Sessel in die Nähe der Herrin des Hauses. Der Leser hat vielleicht schon errathen: — diese Frau von elegantester Einfachheit des Benehmens, verbunden mit der vornehmsten Würde, mit einer sanften Stimme und berauschendem Blick und Lächeln, diese Frau war Madame Bonaparte. Der Hauptmann Reymond empfand bei ihrem Anblick eine Aufregung, die man sich leicht erklären kann, wenn man sich erinnert, wie leidenschaftlich diese Frau damals von dem General en Chef der egyptischen Armee geliebt und wie sthr sie in Paris verehrt und bewundert ward. Bald jedoch fand er seine Geistes- tzegenwart wieder, und an den Zweck seine« Besuches gedenkend, hob er an: rungen erhalten soll. Der Hauptmann Reyilwnd sah, daß seine Lage klar und bestimmt geworden, und sichtlich erleichtert von einer großen Befangenheit, nahm et das Wort. — Wohlan, Wadame , sagte er, da mein'General en Chef mich mit f» viel Vertrauen beehrt, darf ich Ihnen nicht verhehlen, daß er die Verhältnisse in Frankreich derartig ansieht, daß er zur Rückkehr entschlossen ist, um Ne Republik von der schlechten Bahn, welche sie eingeschlagen hat, zu retten. Unsere Eroberungen in Italien sind fast verloren gegangen; Verrath und Ungeschick haben uns gänzlich von der Bahn zurückgeworfen, auf der wir vorwärts gingen. Oesterreich nimmt allmälig alle unsere festen Stellungen ein; die Lombardei ist verloren und Piemont wird uns entrissen werden. Bald wird Wurmser die See-Alpen überschreiten, und binnen wenigen Wochen wird das französische Gebiet selbst angegriffen fein. „Ach, unsere schönen Eroberungen in Italien!'" rief der General oftmals aus, „was haben die Elenden seit meiner Abreise auS ihnen gemacht?" Außerdem aber, Madame, scheint es, daß die StaatS-Angele- genheiten im Innern nicht auf's Beste berathen sind. Die Unordnung herrscht überall; Schlemmerei und Erpressung sind an der Tagesordnung. Es ist eih organisirteS Plünderungssystem. Das Gouvernement läßt mit Vorbedacht die Expeditions-Armee im Stiche. Denken Sie sich, daß matt in Egypten seit sechs Monaten durchaus gar keine Proviantftndnng von Frankreich erhalten hat; der Soldat bezieht keinen Sold mehr, und ohne unsere Siege über die Türken, die Beys und die Mamelucken wäre die Armee aufgerieben. Die Disciplin freilich ist vortrefflich aufrecht erhalten; aber wem verdankt man das? Einzig der Hel» denmüthigen Kraft, sprechen wir es aus: dem Genie des Generals en Chef. . . Und lieber Gott! die neidischen Ohne ihn, würde Alles verloren sein . „ ßungen haben ihn nicht einmal inmitten seiner Triumphzüge durch die Levante junge, sehr schöne Negerin in das Gemach. — Mein Frühstück! tagte ihre Herrin; aber hier, auf diesem Tischchen. Der Hauptmann war aufgcstanden und wollte sich entfernen, als er mit anmuthigsten Tone von der W-It gebeten ward: „Wollen Sie nicht während meines FrüystückS hier bleiben ? Ich habe Sie geschont. — Ja, ja, bestätigte Josephine, sie haben sogar ein Mittel ausfindig gemacht, ihm den General Kleber zu verfeinden, welcher doch ein so edles Herz besitzt. — Madame, Kleber ist vielleicht sein Nebenbuhler auf dem Felde der Ehre, aber nicht sein Feind. Ich kann das nicht glauben, fuhr der Hauptmann fort, namentlich seit dem bewunderungswürdigen Briefe, welchen ihm der General en Chef geschrieben und welchen er mir in die Feder diktirt hat. — Ihnen, mein Herr! rief Josephine mit lebhafter Freude aus. Und entsinnen Sie sich dieses Brieses? — Hier ist er, Madame. Ich habe eine Copie davon behalten; nur Madame Bonaparte darf sie besitzen. Der Ordonnanz-Osfizier nahm ein Papier aus seiner Brieftasche und überreichte es der bewundernswerthen Frau, mit welcher er sich unterhielt. Josephine las mit halblauter Stimme jenen Brief, welchen damals noch Niemand in Frankreich kannte und welcher seitdem mit Recht so berühmt geworden ist: „Glauben Sie an den Werth, welchen ich auf Ihre Achtung und Freundschaft lege! Ich fürchte, wir sind ein wenig mit einander entzweit; Sie thäten mir Unrecht, wenn Sie an dem Schmerz zweiselten, welchen ich darüber empfinde. Auf dem Boden Egyptens verschwinden die Wolken, so ost solche vorhanden sind, innerhalb sechs Stunden; wären bei mir solche vorhanden gewesen, so würden sie in dreien verschwunden fein." — Madame, fuhr der Offizier fort, es ist unmöglich, daß Kleber den freundschaftlichen Gefühlen des Generals Bonaparte lange Zeit wiederstehen kann. Ja, wissen Sie nicht, daß am Ende des Tages bei den Pyramiden Kleber im Galopp auf der Stelle anlangte, wo der General en Chef sich befand, vom Pferde sprang und, wie von einem elektrischen Schlage berührt, den Helden des Tages mit dem Ausruf in feine Arme schloß: „General, Sie sind so groß wie die Welt!" — Ich wußte das schon, antwortete Josephine, ihre schönen Augen trocknend. Hoffen wir also das Beste, Herr Hauptmann! Nach einigen Fragen voll mütterlicher Sorge in Bezug auf Eugen Beau- harnais, der femm Adoptiv-Vater nach Egypten gefolgt war, fetzte Madame Bonaparte einen Klingelzug in Bewegung, und fast in demselben Augenblick trat Die Verschwörer von 1799. Roman von de Saint-Felix. (Fortsetzung) 2. Josephine. Nachdem er am folgenden Morgen im Quartier des Generalstabes die nö- thigen Formalitäten wegen seines Aufenthaltes in Paris erfüllt hatte, begab sich per Hauptmann Reymond nach der Gegend der Chaussee d'Antin. Er war in gewöhnlicher Feldzugsuniform; aber er hatte seiner soldatischen Toilette heute besondere Sorgfalt gewidmet, so daß er fast elegant aussah. Ein Schneider hatte ihm am frühen Morgen in seiner Wohnung besucht, und mit Hülfe eines ausgezeichneten Friseurs, und eines renommirlen Stiefelfabrikanten unseren egyp- tischen Offizier in einen sehr hübschen Pariser Militair verwandelt. Reymond zählte kaum sechsundzwanz'g Jahre. Seine Taille war nicht eben dünn, aber schlank und jugendlich. Er war von edlem Wuchs, mittlerer Größe, und besaß einnehmende Züge, einen lebhaften Geist, einen leichten, aber dabei entschlossenen Sinn, und eine trotz seines bewegten Lebens gründliche und vielseitige Bildung. Im Ucbrigen hatte der Hauptmann Reymond durch seinen Umgang mit den ausgezeichnetsten Heerführern eine Geradheit und Zwanglosigkeit de« Benehmens erlangt, welche fast immer auf eine große Ueberlegenheit Meßen lassen. Fügen wir diesen Eigenschaften eine vollkommene Vorurtheil«- wsigkeit der Ansichten, eine angeborene Heiterkeit des Temperaments und eine leidenschaftliche Verehrung der Schönheit und des Ruhmes hinzu, so werden wir uns ein ziemlich richtiges Bild von.den geistigen und körperlichen Anlagen unsere« Offizier« zu machen im Stande sein. Kehren wir jetzt zu ihm zurück ; denn er befindet sich schon am Eingänge der Straße der Chaussee d'Antin und gedenkt noch vor Mittag die Straße Chantereine (heutigen Tages die Straße de la Vieioire) zu erreichen. Der Hauptmann schien sich an diesem Tage nicht sonderlich mit den Vc» änverungen zu beschäftigen, welche da« Ansehen von Paris, das er seit länger al« sieben Jahre verlassen hatte, verwandelt haben mochten. Er schritt in grader Richtung vorwärts und erhob nur von Zeit zu Zeit die Augen, wie um die Länge und Breite der großen Struße zu messen, welche er durchwanderte. Endlich an der ersehnten Stelle angelangt, bog er rasch um die Ecke der Straße und beschäftigte sich einzig mit den Nummern der Häuser. Plötzlich blieb er stehen. — Nummer 30 l. Hier ist es also! Ich werde sie sehen. Und als ob er sein Herz gewaltsam pochen fühlte, sog er einen Augenblick lang mit tiefen Athemzügen die frische Luft ein, welche von den hohen Bäumen vor den Steinmauern verbreitet ward. Der Hauptmann klopfte an ein grün angestrichenes Thor und befand sich halt) in einer langen Linden-Allee, welche zu einer Rotunde führte, in deren Mitte sich ein kleine« Haus von einfacher Bauart erhob, dessen reinlich elegantes Aussehen und mit Blumenvasen geschmückter Ausgang jedoch verriethen, daß die Anmuth und Vornehmheit hier ihren Wohnsitz aufgeschlagen hatten. Politische N rr rr d s ch a u Darmstadt, 19. Juni. Abgeordnetenkammer. Die als Extraordinarium von Seiten des ÄriegSministcriums geforderten 900,000 Gulden wurden bewilligt, so wie ein Antrag der Regierung, die Aufnahme eines Anlehens von 1,000,000 Gulden betnffenv, genehmigt. Berlin, 19. Juni. Der Reichstag nahm das Gesetz über Quartierleistung in der Schlußabstimmung an, ebenso bas Gewerbcgesctz und Bundesbeamtenge- setz, ferner die Gesetze über die Bunvesrechnungsbe- hörre und über die Spielbanken (Schließung an Sonn- unv Festtagen unv Deren Aufhören Ende 1872). Enblich gelangte das Etatsgesctz definitiv zur fast einstimmigen Annahme. Auf eine Anfrage Lasker'S erwievert der Bunoes-Commissär Günther, daß der Bundeskanzler auch während seiner Abwe- senyeit Contrasignaturen vollziehe, in seinen sonstigen Geschäften aber vom Staatsminister Friesen unv dem Präsiventen Delbrück vertreten wird. Im weiteren Verlauf der Sitzung werben in Vie Bund-sschulden- Commission gewählt Vie Abgeorvneten Frieventhal, Twesten unv Hagen. Der Stellvertreter des Bundeskanzlers, Minister von Friesen, kündigt an, daß der Schluß ves Reichstags morgen Nachmittag um 3 Uhr durch ven König in eigner Person erfolgen werde. Präsivent Delbrück theilt mit, daß Vas Ge- nossenschastsgesetz vom Bunvesrath mit ven Modisi- cationen der Civilgesetzcommission genehmigt sei. Das Haus beschließt, das Gesetz morgen in einer Lesung zu erledigen. Berlin. 25. Juni. Der Reichstag ves nord- deutschen Bundes wurde gestern Mittag von Sr. Maj. vem König von Preußen geschlossen. Mit Weglassen des Eingangs unv Schlusses lautet die Thronrede: „Die finanziellen Fragen, welche einen hervorragenden Gegenstand Ihrer Beratungen bildeten, sind in befriedigenver Weise gelöst. Indem Sie die Verwaltung der in der vorigen Session für die Entwicklung Ver Marine und die Vervollständigung Der Küstenvertheidung beschlossenen Anleihe der bewährten Verwaltung der preußischen Staatsschulden anvertrauten, haben Sie die Fortbildung dieses Zweiges unserer Wehrkraft gesichert, welchem eben so sehr Meine eingehende Sorgfalt als Vic Sympa- thien der Nation zugewenbet sind. Die Verständigung über vie Verwaltung dieser Anleihe hat cs gestaltet, in dem von Ihnen angenommenen Bundeshaushaltungs-Etat, ohne eine wesentliche Erhöhung der fortdauernden Ausgaben, für die Förderung ver Aufgaben des Bundes in ausreichendem Maße Fürsorge zu treffen. Die Einrichtungen, deren es bedarf, um über vie Verwendung Der Einnahmen des Bundes die verfassungsmäßige Rechnung zu legen, sind vorläufig georvnet. Durch das Gesetz über Vie Aufhebung ver polizeilichen Beschränkungen der Be- fugniß zur Eheschließung, ist die durch vicljährige Erfahrung in Preußen bewährte Freiheit in der Begründung eines Hausstandes unv einer Familie verallgemeinert, unv Vas in Ihrer letzten Session begründete Institut der Freizügigkeit ergänzt. Dieses Gesetz, so wie Vie Gesetze über Aufhebung Der Schuldhaft und Die Schließung der öffentlichen Spielbanken beweisen, daß die sittlichen unk die wirthschaftlichen Momente in den Ausgaben des Bundes Hand in Hand gehen. Durch eine Reihe von Postverträgen, welche Ihre Zustimmung erhalten haben, ist die in Der vorigen Session geordnete Ermäßigung Der Portotaxe aus die auswärtige Corresponveuz ausgedehnt. Das Gesetz über vie Quarüerleistung im Frieven sichert eine gerechtere Vertheilung unv innerhalb Der durch Die unerläßlichen Rücksichten auf die Finanzlage gebotenen Gränzen eine angemessenere Vergütung dieser Leistung. Durch die den Angehörigen der vormaligen schleswig-holsteinischen Armee bewilligten Pensionen unv Unterstützungen wird eine Schuld getilgt, in Deren Anerkennung Sie sich mit den ver- bündeten Regierungen vereinigten. Die Maß- und Gewichts-Orvnung eröffnet die Aussicht auf Die Her- stellung eines einfachen und einheitlichen Systemes für ganz Deutschland und führt einer Einigung aller civilisirten Nationen auf diesem Gebiete näher. Die Bildung des deutschen Volkes bürgt dafür, daß Die von Der Ausführung dieses Systems unzertrennlichen Schwierigkeiten in nicht allzu langer Zeit zu über« winden fein werden. Auf Dem Gebiete des Steuer- wesens ist die Gleichmäßigkeit der Besteuerung Der wichtigsten Artikel des Verbrauchs innerhalb des Bundes hergestellt und der letzte Schritt geschehen, welcher für Den Eintritt Mecklenburgs und Lübecks in die gemeinsame Zolllinie erforderlich war." Bad Landeck (Regierungsb. Breslau), 13. 3uni. Preußische Blätter melden: Bei einem sich hier als Badegast aufhaltenden Wiener Schriftsteller, welcher als welfischer Agent verdächtig geworden, wurde heute durch Den Geheimenrath Stieber aus Berlin unD Den hiesigen Badepolizeidirector eine Haussuchung gehalten, bei welcher dem Vernehmen nach erhebliche Briefe uud Schriftstücke des früheren Königs von Hannover und seines Ministers, Grafen Platen-Hallermunv, mit Beschlag belegt sind. Holland. Das in Luxemburg erscheinende Witzblatt „D'Waschfra" hat eine die neuliche Annexions- wühlcreien verhöhnende Proklamation veröffentlicht, in welcher die in Aussicht stehenden französischen Freiheiten re. in das rechte Licht gestellt werden. Paris. Seit einiger Zeit wird das Pariser Publikum durch eine öffentliche Eorrespondenz unterhalten, welche der Seine«Präfect, Baron Haußmann, mit dem „Figaro" führt. Ein Mitarbeiter dieses Blattes, der den Pseudonym „Ferragus" führt, hatte ein biographisches Porträt des Seine-Präfecten geliefert, und Darin eine historische AnecDote wiederholt, nach welcher Der Großvater Haußmann's als Commiffär der Regierung von 1792 von Mainz aus mit zweien seiner Collegen an ven Pariser Convent eine blutdürstige Phrase geschrieben hätte des Inhalts, daß Luvwig Capet das am Rhein vergossene Blut französischer Landeskinder mit seinem Kops bezahlen müsse. Der Präfect des zweiten Kaiserreichs bestreitet die Wahrheit dieser Geschichte, beziehungsweise vie Aechtheit der Unterschrift seines Großvaters auf dem zu jener Zeit von dem „Moniteur" veröffentlichten Actenstücke. Replik unv Duplik folgten ohne die Sache definitiv aufzuklären. -Kun erzählt man aber, daß vie ganze Discussion von Hrn Haußmann selbst mit dem Mitarbeiter des „Figaro" ver- abrevet worden sei. Die Kaiserin Eugcnie nämlich, bekanntlich eine schwärmerische Verehrerin der Königin Marie Antoinette, trage es dem Seine-Präfecten nach, vaß er der Enkel eines „Königsmörders" wäre, und Haußmann hätte, um sich unv feinen Großvater rein zu waschen, ven Angriff ves „Figaro" provocirt. Bei der sehr bekannten unv ausgesprochenen Abneigung der Kaiserin gegen Den bei ihrem Gemahl in hoher Gunst stehenden Functionär hätte die Sache nichts Unwahrscheinliches. Vermischtes. Gießen. (Sitzung des Gemeinderaths vom 18. Juni.) In Betreff das Vergleichs mit den Ferber scheu Erben wegen des Ankaufs des auf dem Marktplatze gelegenen Hauses wurde der Großh. Bürgermeister ermächtigt, mit den jetzigen Bewohnern neue Miethverträge abzuschiießen gegen ssl- gcnde Vergütungen: 1) von Wallenfels 1S6 st.; 2; von Eberhard 200 st.; 3) von Mitina Fuhr 200 st.; 4) von Mar Pilger 80 fl. und 5) von Feldwebel Schäfer 80 st. Die Vermiethung des Wachthauses am Wallthor an Vergolder Ritsert wurde gutgeheißen. In Betreff der Vorstellung des Kaufmanns I. G. D. Bapst wurde auf Vortrag des Großh. Bürgermeisters beschlossen, dem Wunsche de« Bahningenieurs Nahm zu entsprechen; jedoch soll von der Eisenbahn der erforderliche Revers begehrt werden. Das Gesuch der jüngeren Polizeidiener soll mit dem Anfügen abschläglich beschicken werben, daß der Gemeinderath dasselbe mit Rücksicht auf seine vor nicht langer Zeit getroffenen Gehaiisbestimmungen ungeeignet finde. In Betreff der Einfriedigung des Badeplatzes für das hie- fige Jägerbataillon wurde dem Großh. Bürgermeister überlasse», das Geeignete anzuordnen. Der Gemeinberalh beschließt, den von dem Orgelbauer Förster zu Lich in Betreff der durchgreifenden Verbesserung der Kirchenorgel aufgestellten Voranschlag durch Sachverständige prüfen uud je nach Befinden ausfuhren zu lassen. Die Klage des ehemaligen PfanbhauscassierS Bieler gegen die Stadt soll dem städtischen Anwalt mit dem Bemerken zugesendet werken, daß eS der Gemeinderath für zweckmäßig erachte, wenn die Sache bis zur Entscheidung des Prozesses der Stabt gegen die Wittwe Pfeil ruhe, weil diese Entscheidung auch in ber Sache gegen Bieler maßgebend sei» werde. In Betreff der Uebernahme der Geräthschaften des Turnvereins durch die Stadt wurde auf Vorlage des Protocolls der Commission vom 12. Juni d. I. beschlossen, die Sache dem BauauSschiisse zu überweisen; die durch Herstellung deS Turnplatzes erwachsenen Unkosten von 39 fl. wurden zur Zahlung genehmigt. Dem Bauausschuß soll die Ermächtigung ertheilt werden, das Gesuch des Buchhändlers Heineniann wegen Setzen eines Abweiösteines nach Einsicht an Ort und Stelle zu gestatten, oder zu verweigern, und darüber zu den Acten Bericht zu geben. Die definitive Entscheidung über die Wiederbesetzung der Thorschreiberstelle am Neustädter Thor wurde vertagt. Die übrigen Beschlüsse betrafen Angelegenheiten persönlicher Art. Darmstadt, 13. Juni. Das Regierungsblatt Nr. 30 enthält: I. Gesetz, die Ausdehnung des Gesetzes vom 19. Februar 1853 über die Errichtung von Provinzial-Schulfonds auf die zufolge des Friedensvertrags mit deni Königreich Preußen vom 3. September 1866 mit dem Großherzogthum vereinigten Ge- bietstheile betreffend. II. Gesetz, die Einführung mehrerer Gesetze des Großher- zogthums in den in Folge des Friedensvertrags vom 3. Septeniber 1866 neu erworbenen Gebietstheilen betreffend. III. Bekanntmachung, die Ausdehnung des Regulativs vom 10. April 1854 wegen Vergütung der Ueberzngskosten bei Versetzung der Schullehrer auf die zufolge des Friedensvertraa- mit dem Königreiche Preußen vom 3. September 1866 M Großherzogthume vereinigten Gebietstheile betreff, nd IV. Bekanntmachung, die Einführung mehrerer Verordnungen des GroßherzogthumS in den in Folge des Friedensvertrags vom 3. September 1866 neu erworbenen Gebiet/, theilen betreffend. V. Reglement, die Anlegung und Führung der Militär- Stammrollen, sowie die Anfertigung der hierzu erforderlich Gcburts- und Sterbelisten betreffend. VI Bekanntmachung, die Aufbringung des Bedürfnisses der Großherzoglichen Landes-Brandversicherungs-Anstalt für 1867 betreffend. VII Uebersicht der für das Jahr 1868 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Communalbedürfniffe tu den Gemein- den des Kreises Dieburg. VIII. Uebersicht der für das Jahr 1868 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Bedürfnisse in den israelitischen R,- ligionsgemeinden des Kreises Worms. IX. Dienstnachrichteu. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 12. Mai dem zweiten reformirten Pfarrer zu Groß-Umstadt, im Dekanate Groß-Umstadt, Herrmann Kromm, die evangelische Pfarr- stelie zu Lengfeld, im Dekanate Groß-Umstadt, — dem Schullehrer an der zweiten katholischen Schule zu Horchheim, im Kreise Worms, Franz Bach, die katholische Schulstelle zu Sprendlingen, im Kreise Alzey, — am 16. Mai dem Schullehrer an der zweiten evangelischen Schule zu Geis-Nidda, im Kreise Nidda, Heinrich Ludwig Ahn, die erste evangelische Schuistelle daselbst, — dem Schulamts - Aspiranten Jacob Hechler aus Neu-Nsenburg, im Kreise Offenbach, die zweite evangelische Schulstelle zu Dalheim, im Kreise Oppenheim, - dem Schulamts-Aspiranten Heinrich Weitert aus Berstadt, lln Kreise Nidda, die vierte evangelische Schulstelle zu Niddas im Kreise Nidda, — und dem Schulamts-Aspiranten August Heßler aus Obbornhofen, im Kreise Nidda, die zweite evangelische Schulstelle zu Wölfersheim, im Kreise Friedberg, zu übertragen; — an demselben Tage den Brückenwärter-Aspiran- ten, Jacob Geörg von Mainz, zum Brückenwärter bei der Schiffbrücke zu Mainz — und den Feldwebel im vierten In- . fanterie-Regiment, Johann Jacob Schneider von Reddighausen, zum Bremser bei der Main-Weser-Eisenbahn zu ernennen; — am 23. Mai den von dem Herrn Grafen zu Stolberg -Wernigerode und Gedern für die dritte evangelische Schulstelle zu Gebern im Kreise Nidda, präsentirten Schulamts- Aspiranten, Friedrich Martin Becker aus Ober-Eschbach, im Kreise Vilbel, für diese Stelle zu bestätigen, — den praktischen Arzt Dl. Dittmar aus Fürth, im Kreise Lindenfels, zum Kreisarzt des Krelsmedicinalamts Erbach, — an demselben Tage den zweiten Ministerial-Buchhalter bei deni Ministerium der Finanzen, Carl Friedrich Joseph Ihm, zum ersten Minl- steriai-Buchhalter bei diesem Ministerium, — den Schützen im ersten Infanterie-Regiment, Moritz Flett von Gießen, -nm Heizer bei der Main-Weser Eisenbahn, — am 26. Mai den Jean Heydt von Alsfeldt, — den Feldwebel im ersten Jäger-Bataillon, Georg Wolf von Gehaborner Hof, — den Theodor Kromm von Schotten, — den Heinrich Schenck von Friedberg, — den Georg Friedrich Bauer von Marie, schloß, — den Wilhelm Räuber von Friedberg — und den Rudolph Kann von Gießen z» Erpeditivnogehülfen beider Main-Weser-Eisenbahn, — sowie den Georg Bauer von Fürth zum Güterwieger bei der Station Gießen — und den Peter Schwally von Wald-Michelbach zum Güterwieger bei der Station Butzbach der Main-Weser-Eisenbahn zu ernennen. X. Militärdienstnachrichten. XI. Sterbfälle. Gestorben sind: am 23. Mai der penfionirte Rechnungs-Revisor und Dirigent der 1. Justificatur- | Abth-ilung der Ober-Rechnungs-Kammer, Rechn,ingsrath Wil- Hel», Bötticher zu Darmstadt; — am 28. Mai der Brückenmeister Pfaffinger zu Gernsheim; — am 1. Juni der evangelische Pfarrer Er in Preuschen zu Lißberg. Darmstadt, 17. Juni. Nach einem dieser Tage mit der königl. preußischen Regierung abgeschlossenen Vertrage geht die Verwaltung der in das Großherzogthum Hessen fallende» Strecke der Main-Weserbahn vom nächsten Juli ausschließlich auf Preußen über. Die Revenuen der Bah» verbleibe,, im Verhältniß der hessische» Bahnstrecke ungeschmälert der Großh. Hess. StaalS- kape. Soviel wir hören hat die Großherzogliche Regierung in die Bahnverwaltung nicht das Geringste mit;,'sprechen, »nd selbst nicht eine Controle der finanziellen Ergebnisse verlangt. Die seitherigen Directionen in Gießen und Frankfurt werden aufgelöst und die definitive Organisation der Verwaltung nach altpreußischem Muster dürfte in aller Kürze schon in'ä Leben treten. Ob wegen der in die Gemarkung Dortelweil fallenden Bahnstrecke, die früher der freien Stadt Frankfurt gehörte, besondere Stipulationen im Vertrage vorgesehen worden sind, haben wir des Genaueren nicht ermitteln können. Dagegen können wir aus guter Quelle „och mittheilen, daß die obwaltenden Schwierigkeiten wegen des Baues und des Anschlusses der Gleßen- Gelnhäuser an die Hanau-Bebraer Bahn, sowie die Weiter- führung der erstgenannten Linie „ach Lohr z„m Anschluß an die baierische Westbahn in dem Staatsvertrage beglichen worden sind. Mainz, 17. Juni. Franz Zitz, der alte Freiheitslämpfer, ist gestern unerwartet hier angekommen. Seine Ankunft erfolgte, um alles lästige Aufsehen zu vermeiden, so still und unverhofft, daß nicht einmal seine intimsten Freunde im Stande waren, den aus zwanzigjährigem Erst Zurückgekehrten am Bahnhof zu begrüßen und zu empfangen. Aus Herrieden, 12. Juni, schreibt der Witterungsbeobachter: Das wieder eingetretene schöne Wetter hat M mit Ausnahme der Gegenden am adriatischen Meere über ganz Europa verbreitet, dürfte auch zunächst nicht durch Gewitter unterbrochen werden. Das europäische Luftmeer ist wieder sehr ruhig geworden; die ohnedieß nicht großen Luftdruckdifferenzen find noch überdieß quer durch ganz Europa gelagert. Die Hitze nimmt überall zu und ist namentlich im Norden bedeutend. Paris. Der Planeten werden so viele entdeckt, baß sie sehr billig werden. Als der Astronom S. neulich einen kleinen Planeten fand, verkaufte er ihn an den Director der Sternwarte, Leverrier, für 10 Francs. Da jedoch Hr. Lever- rier kein kleineres Geldstück als ein 20-Francsstück bei sich hatte und Hr. S. nicht herausgeben konnte, ft versprach Letzterer, noch einen kleinen Planeten zu entdecken. Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chx. Pietsch) in Gießen.