Preis vierteljährlich 36 ft. mit Bringcrlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 49 ft. Gießener Anzeiger. Erscheint wöchentlich dreimal^ Dienstags, Donnerstags und Samstags. — Expedition: Canzlkiberg eit. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Areis Sieben. Nr 151. Dienstag den 22. December 1868. Einladung nun Abonnement. Mit dem 1. Januar 1869 beginnt ein neues ^jähriges Abonnement auf den Gießener Anzeiger. Derselbe erscheint nach Form und Inhalt wie seither wöchentlich dreimal, Dienstags, Donnerstags und Samstags, und kostet in Gießen vierteljährlich 36 Kreuzer frei iws Haus geliefert. — Für auswärtige Abonnenten, welche nur bei der Poft oder den Landpostboten abonuiren können, beträgt der ^jährige Llbonnementsvreis ÄS Kreuzer incl. Postaufschlags. Wb Die auswärtigen Abonnenten machen wir darauf aufmerksam, daß nur dann vollzählige Nummern des Blattes geliefert werden können, wenn sie schon jetzt bei der Post ihr Abonnement erneuern. Den Abonnenten in der Stadt Gießen werden wir, wenn vorher keine ausdrückliche Abbestellung erfolgt, das Blatt auch im I. Quartal 1869 zusenden und den Abonnemeutbetrag wie seither durch Quittung erheben lassen. Die Expedition des Gießener Anzeigers. Amtliche Bekanntmachungen. B e k a n n t m a ch u n g. Die Zusammenlegung der Grundstücke und Regulirung der Feldeintheilnng in der Gemarkung Grüningen betr. Von dcm Gemeinderath zu Grüningen ist der Antrag gestellt worden, bei Gelegenheit der Parzellcnvcrmcssung daselbst eine Zusammenlegung der Grundstücke, sowie eine Regulirung der Feldeintheilnng und Anlegung von Flur- und Gewannwegen und Gräben in der ganzen Gemarkung Grüningen nach dem Gesetz vom 24. December 1857 und der Instruction vom 30. Januar 1866 vorzunehmcn. Es wird deßhatb eine summarische Beschreibung der der Zusammenlegung und Regulirung unterworfenen Fläche, sowie ein Verzeichniß der dabei betheiligten Grundbesitzer während der nächsten vier Wochen aus dem Bürgermeisterei-Büreau zu Grüningen offengelegt sein und wird Termin zur Abstimmung über jenen Antrag auf Donnerstag den 28. Januar 1869, Vormittags von 10 bis 12 und Nachmittags von 1 bis 3 Uhr, in das Bürgermeisterei-Büreau zu Grüningen anberaumt. Sämmtliche Grundbesitzer der Gemarkung Grüningen werden hierzu mit dem Anfügen eingeladen, daß die weder in Selbstperson, noch durch gehörig legitimirte Bevollmächtigte Abstimmenden als gegen das beabsichtigte Unternehmen stimmend angesehen werden sollen. Gießen, den 8. December 1868. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. @ o I b mann. Besondere Bekanntmachungen. 9696) Christbäumchen zu 3, 6, 9 und 12 fr. werden nächsten Dienstag, von Nachmittags 1 Uhr an und die folgenden Tage, im städtischen Holzmagazin ausgegeben. Gießen, am 19. December 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. Merhesflsche Eisenbahn-Gesellschaft. 9695) Wir bringen hierdurch zur Kenntniß der Besitzer von Jnterimsscheinen unserer Aclien, daß gegen Vorzeigung und Abstempelung derselben die Zinsen per 31. December 1868 mit st- 2. IO5/:2 fr. oder 1 Thlr. 7 Sgr- 2>/4 Pf. von jetzt an bei Herren Gebrüder Bethman» i Herren von Erlanger 8? Söhne? in Frankfurt am Main Herrn M. KönigSwarter ) Herrn Joseph Jaques in Berlin in Empfang genommen werden können. Bei den nämlichen Bankhäusern werden die Coupons der Actien unserer Gesellschaft ausbezahlt. Gießen, den 15. December 1868. Der Vcrwaltungsrath. räumt, in welchem die eingegangenen Offerten — welche frankirt und versiegelt mit der Aufschrift „Submission auf Schwellenlieferung" einzureichen sind — im Beisein der etwa erschienenen Submittenten werden eröffnet werden. Die Lieferungsbedingungen liegen bei den Materialien-Verwaltungen der Main-Weser- Bahn zu Cassel, Gießen und Frankfurt a.M. zur Einsicht aus und können auch daselbst auf mündliches resp. portofreies Ansuchen unentgeltlich empfangen werden. Cassel, am 17. December 1868. Königliche Direktion der Main-Weser-B ahn. 9555) Zur Bezahlung der Zinsen, welche von den bei der hiesigen Spar- und Leihkasse angelegten Kapitalien am Ende dieses Jahres fällig werden, sind nachstehende Termine festgesetzt, und zwar: 1) Dienstag den 22. December, 2) Mittwoch „ 23. „ 3) Donnerstag „ 24. „ 4) Dienstag „ 29. „ 5) Mittwoch „ 30. „ 6) Donnerstag „ 31. „ Die Interessenten werden daher aufgefordert, die Zahlung an diesen Tagen in Empfang zu nehmen und hierzu durch Vorzeigung der Schuldscheine sich zu legitimnen. Zugleich wird bemerkt, daß die auf den Donnerstag fallenden Zahltage für die Interessenten der Stadt Gießen, die übrigen Zahltage dagegen für die Auswärtigen bestimmt sind. Die Herren Bürgermeister werden ersucht, dieses in jihren Gemeinden auf ortsübliche Weise bekannt machen zu lassen. Gießen, den 25. November 1868. Der Rechner der Spar- und Leihkasse: Kehr. Versteigerungen. 9673) Dienstag den 22. December, Nachmittags 2 Uhr, soll auf freiwilliges Ansuchen auf hiesigem Rathhause die Hofraithe des M. Heß, bestehend in dem Vorderhause mit Ladeneinrichtung und Nebenhause, zusammen oder getrennt, öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 18. December 1868. Großherzoglichcs Ortsgericht Gießen- _________________Ebel.______________ Ä9697) Für den Bedarf der Main-Weser-Bahn im Jahre 1869 sollen 4000 Stück Stoßschwellen u. 16000 „ Mittelschwellen, von Eichenholz, im Wege der öffentlichen Submission beschafft werden. Termin hierzu wird auf Freitag den 8. Januar 1869, Vormittags 10 Uhr, im Geschäftslocale der unterzeichneten Di- rection auf dem Bahnhose zu Cassel anbe9705) Dienstag den 22. d. Mts., Nachmittags 3 Uhr, soll auf hiesigem Ortsgericht ein Harmoni- kum gegen gleich baare Zahlung versteigert werden. Gießen, den 21. December 1868. In Auftrag: Weidig, Ortsgerichtsmann. Lieferung von Säbeltroddeln und Mantelliemen. 9666) Montag den 28. d. Vormittags 11 Uhr, soll die Lieferung von 2674 wollenen Säbeltroddeln und 1563 Mantelriemen für das 2. Infanterie-Regiment auf dem Bürcau der Garnisonverwaltung dahier durch Soumission in Aecord gegeben werden. Muster und Bedingungen liegen dortselbst zur Einsicht bereit. Gießen, den 17. December 1868. Die Bekleidungs-Commission des 2. Infanterie-Regiments. Kreuter. Wollen-Waaren- und Gold- und Silber-Waaren-Versteigerung 9674) Dienstag den 22. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, im Gasthof zum Einhorn (früheren Post- loeal.) — Es kommen an diesem Tage vor: Verschiedene Gold- und Silber-Maaren, Taschenuhren re. C- Pietsch I. Versteigerung von Brauge- räthschaften, Fässern ic. 9698) Dienstag den 22. December, von Vormittags 9 Uhr und von Nachmittags 2 Uhr an, sowie die folgenden Tage, lasse ich die zum Loos'schen Nachlaß gehörigen Lager- und Transportfässer, Bütten, Wagen, ein Billard, Stühle, Tische, 2 Uhren und sonstige Brau- nnd Wirthschaftsgeräthschaften zunächst im Loos'schen Haus zu Gießen öffentlich meistbietend versteigern- Die Fässer können vorher eingesehen werden. Gießen, den 18. December 1868. Der Masseverwalter: ______________________Th. Baist. Overhessische Eisenbahnen. 9689) Für die Brückenbauten in der Section stich werden die nöthigen Quadersteine auS der Hand veraccor- dirt. — Näheres auf dcm Sections- Büreau in stich. Feilgebotenes. 9660) Steinkohlen und Braunkohlen bester Qualität empfiehlt D- Wirth's Nachfolger (Th. Geilfus.) 9699) Eitlem hochgeehrten Publikum empfehle ich zum Christfeste mein reichhaltiges Lager in: Scheerenetuis mit 3 und 4 Scheeren, Dameuneceffairen, Tischbesteckeu in Elfenbein-, Wallroßknocheu- und Eberholzheften, ebenso Dessert- und Tran- chirbestecken, Papier-, Leinwand-, Trenn- uird Stickscheeren, Zangenscheeren und Feilen znr Nägelentfernung, Hühneraugenmessern. Alle Haushaltungsgegenstände, soweit sie das Messerschmiedefach betreffen, als: Messerschärfer in verschiedenen Arten, Messerputzer, Korkzieher in 15 verschiedenen Mustern, Siphonkrahnen, Zuckerzangen, Zuckerschneider mit offenem, halb und ganz verschlossenem Messer, feine Kohlhobel, einfache und doppelte Wiegenmesser, Rettigschueider, neusilberne Löffel und sonstige Gegenstände. Reiszeuge, Federhalter mit Messer, Rasirmesser unter Garantie, Goldschmidt'sche Streichriemen, sowie großes reichhaltiges Lager in Federn- und Taschenmessern, letztere von 1 bis 3y Klingen enthaltend. I. Schellenberg, Universitäts-Instrumentenmacher. | Ausverkauf wegen Geschäftsaufgabe meiner sämmtlich en Waarenvorräthe, als: Capuzen, Kragen, oeelenroiirnter, Aermel, Stauchen, Halstücher, Cachenez, Handschuhe, Jäckchen, leinene Batist- und Bielefelder Taschentücher und Herrenhemden, Cravatten, Shlipse, ächte seidene Foulards, baumwollene Taschentücher, schwarze Seidenzeuge, sowie die neuesten Hutsormen, Filzhüte, Hutstosfe in Sammet, Atlas, Taffet, Mousselin, Blumen, Federn, Tüll, Spitzen, Blonden, Bänder, Schleier, Manchetten^und Kragen, Glaee-Handschuhe, Neglige-Hauben, Crinolinen und noch viele zu Weihnachtsgeschenken sich eignende Gegenstände; ferner 500 Stickmuster von 4 und 6 kr. an, Stramin, Seide und Häkelzwirn, angefang'ene Stickereien u. bergt und stelle ich bei sämmtlichen Artikeln auffallend billige Preise. M. Heß, Lit. A. Nr. 64, dem Lindenplatz gegenüber. 5L Das Neueste in Seiden- und Filzhnten, in großer Auswahl, empfiehlt zu billigen Preisen (6668) Louis Gail, Hntmacber. Zn Weihnachtsgeschenken empfehle ich eine große Auswahl ächt amerikanischer Nähmaschinen in den neuesten und besten Systemen. Dieselben sind mit allen Apparaten versehen und werden unter vollständiger Garantie und zu den billigsten Preisenverkauft. Zugleich mache ich auch auf eine Handmaschine eigenen Fabrikats (System Willeox & Gibs) aufmerksam, die gleich großen Maschinen mit verschiedenen Apparaten arbeitet und bei sehr billigem Preise zu Weihnachtsgeschenken vorzüglich geeignet ist. (9657)I. Th. Haubach. 9671) Ein Kanarienvogel-Männchen, ein Bastard-Männchen von Distelfink und Kanarienvogel, und ein Distelfink- Männchen mit Kanarienvogclschtag sind zu verkaufen. Zu erfragen bei der Exped. d. Bltts._____________________________________ Zur ges. Beachtung. 9670) Das SNehl aus der Kunstmühle der Herren Franz Peppler S» Comp. wird bei uns in gleicher Qualität zu denselben Preisen, wie in der Mühle, verkauft_________g. A. Busch Söhne. § Herren-Shawls in schöner Auswahl und billigen Preisen empfiehlt ________A n g. Montan ns. 9708) Sehr gute eingemachte Salz- und Essiggurken bei E. Pausch, am Asterweg. NE" Nicht zu überschen!! 9679) Wer schöne Kuchen auf die Feiertage zu haben wünscht, der kaufe das rühmlichst bekannte Mehl bei I. M. Schulhof, am Rathhans. | Avis. Meinen Vorrath an Filz-, Seide- und Stoff-Hüten verkaufe ich, um damit zu räumen, unter dem Fabrik-Preise. Ebenso bringe ich mein reichhaltiges Lager in Mützen in empfehlende Erinnerung^___________________Georg Ei ff, Wallthorstraße. | Geschäfts - Kalender mit breitem weißem Feld hinter jedem Monat zum Einträgen von Notizen, zwei Sorten, pr. Stück 4 Kreuzer; Comptoir-Rasenst er, in 4to., pr. Stuck 3 Kreuzer; Kleine Etuis-Kalender^ in 8to-, pr. Stück 2 Kreuzer, bei Wilhelm Klee. Wiederverkäufer erhalten angemessenen Rabatt. Universal-Magen-Liquenr, genannt Victoria, von Franz von Metternich in Mainz, empfiehlt in ganzen Flaschen ä 1 ft 24 fr., „ halben „ ä — „ 45 „ „ Viertel- „ ä — „ 24 „ Eduard Lind, (9684)Conditor in Gießen. 9690) Frische Hefe bei_________________Karl Heil. 9664) Goldfische sind zu haben in der Samenhandlung von Carl Deines, ________am Markt, neben dem Rathhaus. 9706) Meinen Bierverkauf über die Straße, die Flasche zu 6 und 7 fr-, bringe ich in empfehlende Erinnerung. _____________E- Pausch, am Asterweg. 9685) Jvnkoping's Patent-Sichkrhritsjüudhöhe^ ohne Schwefel und Phosphor, empfiehlt____________Iulius Wallach. Weißer flüssiger Leim von E. Gaudür in Paris. 9687) Dieser Leim, welcher ohne Geruch ist, wird kalt angewendet bei Porzellaine, Glas, Marmor, Holz, Kork, Pappendeckel, Papier re. Vorräthig ä Flaeon 14 kr. in Gießen bei Julius Wallach, am Markt- 9700) Eiszapfen von Zucker, zum Verzieren von Christbäumchen, empfehlen PH. Schlatter und C. Münch. 9682) Zurückgesetzte Porzellan-Petroleum-Lampen und Kinder-Lämpchen, erstere von 5 ft an, bei F. Habenicht. 9680) Eine Partie Harzer Kanarienvögel (Hähnchen) werden abgegeben Wall- thorstraße Lit. A- Nr. 224._________________ 9704) Muskat - Aepfel, zu Kuchen zu empfehlen, die halbe Meste 16 kr., Salat- Kartoffeln, die Meste 24 kr., sowie Kohlgemüse, Lauch und Sellery, bei L- Hartmann, in der Schanz. Oefen und Herde zu Steinkohlen- und Holzbrand, Fcuerungs- und Küchengcräthschaften, Stein- und Brannkohlen, in ganzen und getheilten Waggon-Ladungen und im Einzelnen (9654) empfiehlt I- G- D. Bapst. 9702) Ofenschirme, Verdampfschaale», eiserne Bettstellen, Blumentische, Flaschenschränke, Kinderschlitten, Dampfkocher, Waagen rc. empfiehlt Emil Pistor- Genfer Uhren-Lager bei C. Zihmänu, Uhrmacher, in Frankfurt a. M.: Cyltnder, Silber, von Rthlr. 4. 20 an, „ mit Goldrand, „ „ 6. — „ Anker, „ „ 13 Steine, von ... „ 7. — „ Gold. Damen-Uhren von „ 15. — „ , Herren- „ „ „ 16. — „ „ „ Remon- toirs von ... . „ 48. — „ Franco-Bestellungen werden gegen Postnachnahme besorgt. Auf Verlangen werden die Uhren für Rthlr. 1. 5 Sgr. unter Garantie abgezogen._______________(9681) 9662) Eine neue Sendung schöner Spiel- waaren, besonders schöne große Puppen, ist aufgestellt bei Georg Schmehl, __am Brand. 9709) Obergährige Hefe, täglich frisch, E. Pi'tthan. 9671) Ein Regenrock ist zu verkaufen. Zu erfragen bei der Exped. d. Bltts. 9707) Vorzüglicher 1868r Aepfelwein, der Schoppen zu 3 kr., bei ____________E. Pausch, am Asterweg. 9661) Haarlemer Blumenzwiebeln, als: Hyazinthen, Tazetten, Tulpen und Crocus, in den schönsten Sorten und Farben, empfiehlt die Samenhandlung von Carl Deines, ___am Markt, neben dem Rathhaus. 9694) Der Lahrer Hinkende Bote für 18 6 9 (Aust. ca. 3/i Million) ist stets bei allen Buchhändlern und Buchbindern vorräthig. Haupt-Agentur: Bindernagel §s Schimpfs, _______________in Friedberg._______ 9658) Einige Tausend Dachziegel sind zu haben bei Dachdecker Ehr. Schwalb, _________________Katharinengasse.________ 9686) Gute Mauer - Steine sind stets zu haben bei Textor & Heinz, _______________________auf der Hardt. 9677) In der Löwengasse Lit. C- Nr-114 sind einige Malter kleine Kartoffeln zu verkaufen. Garantie §^,c®nCiWU1,b Lager der vorzüglichsten Chocoladen des Hauses Franz Stottrocrck in Köln unterhalten : in liessen Louis Frohnhäuser und I. A. Busch Sohne; in Hungen A. Buch; in Iiieli H. E. Bingmann.________________________(9692) _ 9715) Eine sehr rentable Liquenr - und Essigsprit-Fabrik ist wegen Zurückziehung des Besitzers von Geschäften billig abzuge- bcn. Reflectanten belieben ihre Adresse unter Nr. 550 an die Exped. d. Bltts. ein- zusenden.__________ Gummiwaareii-Lao’er o en gros & en detail. Joseph ftLrieger in Mainz. 9665) Grosses Lager in Gummischuhen, Tuchschuhen und Stiefeletten mit Gummisohlen und Besatz. Gummi-Schläuche für Gas-, Dampf- und Wasserleitungen. Gummi-Platten, Schnüre zum Verdichten bei Dampfmaschinen. Kaout- chouc-Kämme. Federhalter, Falzbeine, Ledertuche. Waschtuche für Möbel und Fussböden. Schweiss-Taffets. Regen-Röcke. Bettunterlagen, wasserdicht. Schuh-Gummizüge, Gürtel, Hosenträger, Strumpfbänder, elastische Litzen, Bänder und Kordel. Sauger auf Milchflaschen, Zahn- inge, Zahnkitt. Trinkbecher. Schwämme. Tabak - und Schwammbeutel , Hosenstege, Schweissblätter in Kleider, Armhalter, Badekappen. Cigarren-Etuis, Portemonnaies, Nece- cessaires. Reise-und Toilettetaschen. Fischbeine. Schuh-Lack. Glanzwichse. Wischgummi uud Radirgummi. Guttapercha in Platten. Schnüre für Drehbänke. Guttapercha - Papier zu Aufschlägen. Schmucksachen von Caoutchouc, als Brechen, Armringe, Uhrketten, Damenketten, Gürtel-Schnallen, Kreuze, Herzen etc. Chirurgische Instrumente, als : Luftkissen, Schnürstrümpfe, Clysierspritzen, Catheter, Suspensorien, Däumlinge uud Brusthütchen etc. etc. Kinderspielwaaren von Gummi, Ballen, Rasseln, Puppen und Schreithiere. Vermiet hu ngs n. 9710) Ein möblirtes Zimmer mit Ca- binet ist zu vermiethen und sogleich zu beziehen bei Wilhelm Reiber, ______________________Seltersweg.______ 9678) H. M. Illg Hardt ist gefonnen, das von ihm gekaufte Loos'sche Haus vom L Zannar 1869 au ganz oder auch getrennt auf längere Zeit zu vermiethen. 9683) Ein, auch zwei möblirte Zimmer sind zu vermiethen. Wo? sagt die Exped. d. Bltts. 9659) Ein kleines freundliches Familien- logis ist zu vermiethen und sogleich zu beziehen. Zu erfragen bei der Exped. d. Bl. 9669) Zwei komfortable möblirte Zimmer (Wohn- und Schlafzimmer), ebener Erde und nahe vor der Stadt, sogleich beziehbar, sind zu vermiethen. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 9653) Ein freundlich möblirtes Zimmer mit Cabinet ist zu vermiethen Wallthorstraße Lit. A. Nr. 227. Vermischte Anzeigen. 9711) Ein braves Mädchen, welches alle Hausarbeiten versteht, wird baldigst in Dienst gesucht. Hans St ix, Photograph^ 9712) Nr. 101 hat den Toiletten-Spiegel gewonnen. Vogel, Polizeidiener. Bürger-Club. 9716) Die ans den 26. December anberaumte Tanr- unterhaltung findet im Gasthof zum Einhorn statt.______________________________________Der Vorstand. 9701) Im Saale des P. Gerhardt zum Ritter in Steinbach findet am 2. Weihnachtsfeiertage, Abends 5 Uhr, Ball des Gesang- Vereins statt, wozu ergeben» einladet der Vorstand. Z i n ß e r scher Garten. 9703) Samstag den 2. Weihnachtsfeiertag: Großes Militär-Concert, ausgeführt vom ganzen Musik-Corps des Großh. Hess. II. Infanterie- Regiments, unter persönlicher Leitung seines Musikmeisters Herrn R eifert. Sonntag den 3. Weihnachtsfeiertag: Großes Coneert ä la Strauß, ausgeführt von 40 Mitgliedern der Capelle des Pommer'schen Füsilier-Regiments Nr. 34, unter Leitung ihres Directors A. Parlow. Anfang beider Concerte: 4 Uhr. „Die ganze Haltung des Kalenders (Lahrer Hinkender Bote) ist eine edle und freisinnige und dazu maßvolle und in jedem braven Hause und Herzen einen wohlthucnden Eindruck zu- rncklassend, wie der ist, den wir empfinden, wenn wir so glücklich waren, eine Stunde mit einem Biedermanne von achtem Schrot und Korn zugebracht zu haben." (9693) (Heidelb. Zeitung.) Wer eine freisinnige, Jedermann verständliche und inhaltreiche Volks-Zeitung lesen will, der abonnire auf den Wettkrauer Bote» ‘töt der schon seit 13 Jahren der Sache des Volkes und der Freiheit unwandelbar dient und unerschrocken alles bekämpft, was der Bildung, Aufklärung und dem Wohl des Volkes hinderlich ist. Der Wetterauer Bote erscheint 3mal wöchentlich in Butzbach und bringt außerdem an jedem Sonntag ein unterhaltendes Beiblatt. Man kann ihn bei allen Posten und Postboten bestellen, welche ihn für 55 fr. vierteljährlich frei in's Haus liefern. Anzeigen in demselben kosten 3 fr. pr. Zeile und finden in Hessen und den angrenzenden Ländern weite Verbreitung. Stchengtlassener Regenschirm. 9717) Der Unterzeichnete hat vor cct. 8 Tagen einen schwarzen Alpaeaschirm mit braunmarmorirtem Stock, oben gekrümmt, in irgend einem Hause stehen gelassen und bittet den jetzigen Besitzer, den Schirm ihm gefl. einhändigen zu wollen. Gießen, den 20. Deeember 1868. _____________________I Haustein. 9691) Ein Mädchen, welches im Kochen und Putzen gründlich erfahren ist, wird gegen guten Lohn Ende Februar f. I. in Dienst gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bl. Zur gefälligen Notiz. 9688) Sowohl denjenigen Gicht-, Hä- morrhoidal- und Bleichsucht-Kranken, die ich in Behandlung habe, als auch Denjenigen, die meine Hülfe in Anspruch zu nehmen beabsichtigen, hiermit zur Nachricht, daß ich von Coburg nach Berlin übergesiedelt bin. Br. Müller, jetzt Berlin, Mauerstr. 63, 1 Tr. Kurprvspeete: gratis und franco. Minderbemittelte finden Berücksichtigung. 9714) Es wird zum sofortigen Antritte des Dienstes in Wetzlar eine erfahrene Köchin gesucht, welche auch dem Haushalt vorstehen kann. Näheres bei der Expedition d. Bltts. 9676) 6 Stück- und 6 Zulastfaß, welche weingrün und noch in gutem Zustand sind, werden zu kaufen gesucht. Von wem? sagt die Exped. d. Bltts. 9713) Am zweiten Feiertag: (Ediu-illlllili im Saale des Gasthauses zum Adler. Ansang 4 Uhr. B. Oswald. 9537) Ein Commis mit guten Empfehlungen wird für eine Spezereihandlung in Frankfurt a. M. gesucht. — Frankirte schriftliche Anerbietungen mit Angabe des Alters tc. sind an Herrn Emil Beck, neue Kräme 19, in F r a n k f u r t a. M-, zu adressiren. 9620) Es wird ein gebrauchter steinerner Trog zu kaufen gesucht. Von wem? sagt die Exped. d. Bltts. F e u i 1 Unschuldig und doch nicht schuldlos. Criminalnovelle von Julie Düngern- (Fortsetzung.) Ein Schwindel überfiel den starken Mann bei Durchlesung dieser Zeilen. Flora saß am Fenster ihres Zimmers im Gasthaufe und blickte neugierig aus das Getreide auf der Straße, als ein unterdrückter Ausruf ihres Gatten sie auf. schauen machte. Er hatte scitwärtS bei ihr am Fenster gestanden, das Blatt entfiel seinen Händen und er tastete schwindelnd nach einem Stützpunkt, als feine Frau entsetzt aufsprang und ihn zu unterstützen suchte; sie leitete ihn zu einem Sessel uno hatte gar nickt nöthig, zu fragen, was ihm solchen Schrecken bereitet, denn sein heftiger Blick haftete noch immer auf dem Zeitungsblatte, was auf dem Boden lag. Bis jetzt hatte der Doktor mit seltener Energie alles Leid und alle Schande, welche unschuldig auf ihn fielen, getragen, und es mochte der Gedanke der Buße, welchen er Flora eines Tages angedeutet, dabei mitge- wirkt haben. Er hatte oft und leidenschaftlich Waller's Tod gewünscht. Dies war jedenfalls eines Christen unwürdig gewesen und die Reue darüber ließ ihn Vieles ertragen. Nun aber erfolgte eine Anschuldigung, welche seinen Namen auf das Gemeinste brandmarkte, auch wenn er mit allen Mitteln der Justiz und der Presse dagegen kämpfte. Wohin er auch kommen mochte, überall war die traurige Berüchtigkeit seines Namens ihm vorausgeeilt und hatte den Boden unter seinen Füßen untergraben. Diese entsetzlichen Gedanken wälzten sich in des unglücklichen Mannes Gehirn und machten ihn unfähig, sein Gemüth durch Worte zu erleichtern. — Mittlerweile hatte Flora das Blatt ergriffen und den betreffenden Artikel gelesen; ihr Blick flammte zornig auf, eine leidenschaftliche Erregung bemächtigte sich ihrer, sie eilte auf ihren Gatten zu und, seine Kniee umfassend, rief sie aus: „Laß uns auf der Stelle nach Hause zurückkehren, diesen feigen Ver- läumdungen auf die Spur zu kommen und ihnen durch Erzählung der wahren Sachlage die Spitze abzubrechen." —■ Wehmüthig streichelte Dollus die erhitzten Wangen seiner Gattin. „Ich bin zu fest überzeugt, daß es nichts fruchten würde, theure Flora," entgegnete er traurig; „Du kennst weder die Macht der Verläumdung, nock den Kitzel, welchen die Mehrzahl der Menschen darin findet, etwas recht Ungeheuerliches über den Nebenmenschen zu berichten. Und wenn ich tausend Zungen besäße, so vermöchte ich nicht mehr den schleichenden Zweifel in dem Herzen der Leute zu unterdrücken, daß ich ein Giftmischer und ein Dieb bin und dem Zuchthause noch jedenfalls verfallen werde! — Vergebens suchte Flora mit aller Beredsamkeit, welche ihr zu Gebote stand, diese verzweifelnden Ideen ihres Gatten zu bekämpfen; er blieb in finsteren Trübsinn versunken. Ein Brief des befreundeten Geschäftsmanns aus B., welcher den Nachmittag nachkam, diente nur dazu, ihn in dieser Stimmung zu bestätigen. Er sprach vom Tove als der einzig möglichen Zuflucht gegen eine solche Kette von Beschuldigungen und Verfolgungen und entbehrte, wohl zum ersten Male in seinem Leben, gänzlich der geistigen Kraft, um solche Tücken des Schicksals zu ertragen! — Flora war beinahe verzweifelter über ihres Mannes Gemüthszustand als über die Ereignisse der letzten Tage; ganz richtig aber schrieb sie diese geistige Erschlaffung einer körperlichen Ursache zu, denn noch am Nachmittag hatte sich ihr Gatte mit heftigem Fieber und Kopfweh zu Bette legen müssen und eine Stunde darauf erkannte er sie schon nicht mehr und lag in Phantasien. Flora, welche ihm eben einen kühlenden Trank bereitet unfr den Arzt bestellt hatte, war gerade daran, eine Antwort au den Geschäftsmann zu schreiben, worin sie diesem die Sache anseinandersetzte und ihn ermächtigte, diese auch öffentlich bekannt zu machen. Gerade als sie den Brief siegeln wollte, fiel ihr ihres Mannes Ausl e t o «. sprach ein, daß es nichts helfe, „bösen Willen eines Besseren belehren zu wollen." Lange saß sie in tiefes Sinnen versunken, die zunehmende Dämmerung nicht achtend, am Tische und fühlte sich trostloser, verzweifelter als noch je in ihrem Leben. Ihr Mann stöhnte im Halbschlafe und in den abgebrochenen Reden seiner Phantasien sagte er ein Paar Mal: „Laß uns zusammen sterben, Flora, es ist das Beste, dann haben die Verfolger Ruhe." Die junge Frau schauerte zusammen, die tiefe Mutlosigkeit des Gatten hatte ansteckend auf sie gewirkt, auch in ihrem Gehirn bildeten sich Todesgedanken und nur mit äußerster Gewalt vermochte sie Herrin über sich zu bleiben. Sie hätte in laute Klagen und Thränen ausbrechen und all dem Leib', was ihr armes Herz berrückte, dadurch Ausgang verschaffen mögen, aber dies konnte zu nichts helfen, sie durfte nicht feig den Kampfplatz verlassen. Mit kräftigem Ruck den Kopf erhebens trat sie an's Fenster; es war beinahe dunkel geworden, der Doktor blieb noch immer aus, Flora wagte nicht, um Licht zu schellen, denn wie ein Alp lastete der Gedanke auf ihr, daß dann der Kellner erscheinen und sie ihren Namen würbe in bas Buch einschreiben müssen, und dieser Name war durch Verdacht geschändet. Wer stand ihr dafür, daß der Wirth, nachdem er ihn gelesen, sie in seinem Hause behalten würde. Was aber mit dem kranken Manne beginnen ? Flora faltete die Hände und suchte im Gebete Beruhigung, aber mitten darin wanderten ihre Gedanken rastlos umher; ihr fiel ein, die Brieftasche ihres Mannes hervorzuholen, um den Paß und die nöthigen Papiere daraus zu nehmen. Zu diesem Zwecke öffnete sie seine Geldtasche und hatte gerade die bezüg. lichen Papiere in Häneen, als ein lautes Geschrei und Lärmen auf dem Gange sie erschreckte. Sie hörte Thürcn auf- und zuschlagen, Hülseruse und das Wort: „Holt einen Doktor", bewog sie, ihre Thüre zu öffnen und nachzusehen. Das Zimmermädchen, welches eben vorbeistürzte, gab keine andere Antwort, als: „Welch ein Unglück, kommen Sie doch, es ist entsetzlich!" Und mechanisch folgte Flora der Aufforderung und trat in das dem ihren gegenüberliegende offene Gastzimmer, in welchem sie bet dem ungewissen Schein einer Kerze sich mehrere Menschen bewegen sah. Näher tretend erblickte sie den Wirth und die Bediensteten des Hauses um das Bett beschäftigt, auf welchem zwei Menschen lagen. „Ich fürchte, da ist nichts mehr zu machen," sagte der Besitzer des Hotels, „wenn nur um Gotteswillen der Arzt käme!" Wie von unwiderstehlicher Macht getrieben, schritt Flora immer näher und erblickte nun auch einen jungen Mann und ein junges Weib, anscheinend friedlich schlummernd auf dem Bette liegend. Vielleicht war auf dem Gesichte des Mannes noch etwas von dem inneren Kampfe geblieben, welcher ihn aus dem dem Leben getrieben hatte. Das junge Weib aber lag, mit kindlichem Lächeln auf den lieblichen Zugen, so ruhig da, als ob sie im süßesten Schlafe läge; die eine Hand war unter den Kopf geschlungen, mit der andern hielt sie die ihres Gatten fest. Ein starker Geruch von Mandeln bezeugte, welchen Schlaftrunk die Armen zu sich genommen hatten. Das Zimmermädchen weinte laut. „Sie sind erst vor zwei Stunden an» gekommen," sagte sie, „und wollten nichts zu Mittag essen, nur eine Flasche Wein und frisches Wasser haben sie verlangt. Der Herr verbat sich den Kellner, weil seine Frau krank sei; ich mußte cs herauf bringen; die junge Dame lag hier auf dem Sopha, und als ich mich nach ihrem Befinden erkundigte, meinte sie mit ihrer fünften Stimme, es werbe bald besser gehen. Ja wohl, jetzt geht es ihr auch besser, das arme weiße Lamm!" (Fortsetzung folgt.) Politische Rundschau Redaction, Dnrck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Bietsch) in Giehen- Vermischtes. Darmstadt, 17. Dec. In dem äußeren, zwischen der Griesheimer Chaussee und dem Holzhofe gelegenen Theiie des Bahnbofes der Main-Neckarbahn, wurde gestern ein interessanter Versuch ausgeführt. Es handelte sich darum, den Erfolg des Zusammenstoßes zweier mit gleicher Kraft und Geschwindigkeit an einander rennenden Züge zu ermitteln. Zu diesem Zwecke wurden zwei alte Personen - und zwei Packwagen geopfert. Zwei Waggons wurden aus dem Bahnhofe von einer Locomotivc herausgesckoben, zwei andere wurden auf demselben Geleise mit derselben Geschwindigkeit von einer anderen Loco- motive in der entgegengesetzten Richtung herangetrieben. Als die Züge so ziemlich in "der Mitte des Bahnhofs angekommen, dirigirlen die Lokomotiven ihre Dampfkraft rückwärts, und die beiden Wagenpaare setzten allein ihren Weg fort, um mit einem furchtbaren Gekrach bald darauf aneinander zu rennen. Ter Anblick, welcher sich nunmehr den Zuschauern darbot, war ein Bild der gräulichsten Verwüstung. Die direct auf einander gerannten EckcoupeS waren in tausend Splitter und Fetzen zerrissen, die Federn gebogen und an beiden Waggons Sitze, Fußböden und Aren zertrümmert. Diese große Zerstörung ist um so merkwürdiger, als die Geschwindigkeit der beiden Züge, die schon wegen der kleinen Strecke, auf welcher man den Versuch ausführte, geniäßigt werden mußte, keine allzugroße war. Zu bedauern "ist, daß man in der Stadt von diesem Versuche keine Kenntniß hatte, das schaulustige Publikum, das auf dem Erercierplatze ausreichend Platz gehabt hätte, wäre jedenfalls in Masse herbeigeeilt. Köln, 13. Del. Heute Vormittag wurde im Comptoir des Oelgeschäst« en gros von I. D. Nachtigall während dessen Abwesenheit hier ein scheußlicher Mord verübt. Als gegen 11 Uhr ein Neffe des Hauses in gedachtes Comptoir trat, um Herrn Nachtiaall einen Besuch abzustatten, wurde er erschreckt durch den Anblick deS vor dem Geldschrank in seinem Blute liegenden Buchhalters Gericke. Ein sofort herbeigernfener Polizeibeamte nahm unter Zuziehung von Wachtmannschaften eine Durchsuchung des ganzen Hauses vor, ohne die Spuren de« ThälerS zu entdecken. Als man wieder an den Schauplatz der ruchlosen Thal znrückkam, hörte man ein Geräusch in einem in der Mauer vorhandenen und mit einer einfachen Thüre ver- sencn Verließe. Dasselbe wurde geöffnet und man fand in ihm einen C-mmi« de« Hauses versteckt, der, über und über mit Blut bedeckt, selbst mehrere Stichwunden hatte. Derselbe gab an, -S seien, während er und der Buchhalter im Comptoir beschäftigt gewesen, zwei Kerle hereingekommen und auf sie Beide loSgegangrn, um an den Geldschrank zu gelangen: er selbst habe sich nach vergeblicher Gegenwehr in das Verließ geflüch- tet. Da inzwischen da« Küchenpersonal darauf aufmerksam gemacht, daß besagter Commis vorher zweimal in der Küche gewesen sei, da« erste Mal, um sich nach der Anwesenheit des Principals zu erkundigen, das andere Mal in sehr aufgeregtem Zustande, ein Glas Wasser fordernd, so wurde dieser, als des Mords verdächtig, verhaftet. Gegen diesen jungen Mann spricht ferner der Umstand, daß im Comtoir häufig Geld gefehlt hat, und daß man ihn, der in letzter Zeit anscheinend mehr Ausgaben machte, wie sein Einkommen zuließ, der Entwendung bezüchtigte, weßhalb ihm seine Stellung zum 1. Januar gekündigt war. Vor einem halben Jahr wurde er in der Nähe einer berüchtigten Straße gestochen und gestern Abend noch hat man ihn auf einem Balle betrunken gesehen. Sein ganzer Lebenswandel soll ein sehr leichtsinniger gewesen sein. Der Ermordete war ein allgemein geachteter junger Zwange« der Großmächte und widerrathen eine Ein- Mischung zu Gunsten Griechenland«. London, 18. Dec. Die „Times" ist der An- sicht, daß die Meinung der Regierung dahin gehe, Griechenland, im Falle cs die angestrengte Vcr- miltlung der Westmächte mißachte, der Abfindung mit der Türkei zu überlassen. — Die „Post" glaubt, daß die Loyalität Rußland« gegen die Westmächte in dem türkisch-griechischen Streit keinem Zweifel unterliegen dürfe. Madrid, 13. Dec. Der Zustand, in dem sich die Gemüiher der spanischen Hauptstadt btfinden, ist da« höchste Stadium der Verwirrung, der Haltlosigkeit, res Widerspruch«; kein Wunder also, wenn man inmitten dieses Strudel« von Gerüchten, Ver- muthungen und wirklich begründeten Schreckensbot- chafien nicht mehr weiß, wo man glauben und wo man zweifeln soll. Wa« die Ereignisse von Catix betr ffk, so scheint sich nach und nach hcrauszustellen, daß die Emeute ursprünglich nicht auf diese Stadt localisirt werden sollte, sondern einem wohldurch- dachtcn Plan zufolge die ganze Provinz «griffen )aben würde, wenn nicht die Gouverneure durch eine unerwartete Energie die Bewegung im Keime erstickt hätten. So war auf der Insel San Fernando bereits Alles zum Aufstand vorbereitet; nur der ent- chlossenen Thatkrast des Generalcapitäns Wac-Cro° hon hat man es zu verdanken, wenn die Ordnung nicht wesentlich gestört wurde. Die Wuth der Regierungstruppen übersteigt alle Begriffe; namentlich richtet sich dieselbe gegen die Führer der Jnsurrcction. — Die republikanischen Journale veröffentlichen eine Erklärung, in welcher ausgeführt wird, daß den Ereignissen in Andalusien keine reactionären Machinationen zu Grunde lägen, vielmehr sei die Fahne der Republik auf den von edlem Blut getränkten Boden auigepflanzl worden, Die Erklärung prvtestirt ferner gegen die Gewaltthätigkeiten der Regierung, durch welche Cadix in die Alternative versetzt worden sei, entweder weiteren Widerstand zu leisten, oder sich schimpflich zu ergeben. — Dieselben Journale drucken ferner eine Adresse des republikanischen Comitö's von Sevilla ab, in welcher gesagt wird, daß die herausfordernden Maßregeln der Localbehörden und der Befehl zur Entwaffnung der Nationalgarde die Jnsurrection in Eadix veranlaßt habe. Die Adresse verlangt, daß das republikanische Element der Nattvn ebenfalls in der Regierung vertreten werde, daß man mit den Insurgenten von Eadix in würdiger Weise verfahre, daß endlich die jüngste Vergangenheit mit Vergessenheit bedeckt werde, damit Frieden zwischen allen Freunden der Republik herrsche. Petersburg, 17. Dcc. Tic „russische Tele- graphcn-Agcntur" meldet aus Konstantinopel vom 15. Dec.: Der Abbruch der commerciellen Beziehungen und die Beschlagnahme der griechischen Schiffe in den türkischen Häfen erfolgt nach dem Ablauf des Griechenland gefitzten Termins. Die Eröffnung der Feindieligkeiten ist indeß noch zweifelhaft. allgemeinen Wahlen sich unmöglich gemacht, wurde durch den bisherigen Arbeitsminister, Forcade de la Roquctte, einen Mann von großstädtischer Eultur und modernen Ideen, ersetzt, und dieser erhält wiederum Hin. Grcssier zum Nachfolger. Siaatemini- ster Rouher wird in Lavalette einen w llkvmmenen Collegen erblicken, von dem er sich eine wirksame Unterstützung in den Kammertebatien versprechen darf. Er wird die neuen Ernennungen, wenn nicht gefordert, so doch jedenfalls gefördert haben. Das neue Cabinet wird daher als ein Ministerium Rouher- Lavalettc bezeichnet, zu dem Frankreich sich Glück wünschen darf, da kasjelbe für es eine ruhige Fortentwicklung in liberaler Richtung, die „Krönung des Gebautes", bcd.utet während Europa in Lava- lette's Ministerium des Aiußern ein neues Pfand des Friedens empfängt. — Die „DmeS" unheilt in Folge der promptcn und doch ohne überstürzende Härte erfolgten Unterdrückung der Jnsurreciion von Eadix, daß Prim und seine Eollegen sich als Herren der Situation bewährt haben. Die Motive der Jn- surreciion feien unzweifelhaft rcpudlikanisch gewesen. Man habe versuchen wollen, ob man die provisorische Regierung einschüchiern und vom Gidankin einer Herstellung e ner Monarchie abbringen könne. Diese Absicht und die andere, die Anhänger des Republika- nismus in anderen Theilen des Reiches durch Erfolge in Eadix zu encouragircn, fei gescheitert. London, 18. lec. Die heutigen Morgenblätter verurtyciticn die Haltung Griechenlands, hoffen jedoch auf schließliche Nachgieb gkcit desselben in Folge des Berlin, 17. Dec. Die „Nord. Allg. Zeit." «klärt in ihrem Leitartikel gegenüber d« Wiener „Presse" : Preußen kann, will unk wird Südkeulsch- lanv nicht erobern, Preußen wird aber Süddrutsch- land mit Hingabe aller Kraft und mit aller Energie zu schützen wissen, wenn Süddeutschland das in dem Prager Frieden vorhcrgesehene nationale Band mit dem norddeutsche Bunde hcrzustellen willens und entschlossen ist. Berlin, 17. Dec. Im Abgeordnetenhaus- lehnte heute der Ministerpräsident Graf Bismarck die Beantwortung der Interpellation Löwe'« betr. die Ear- tellconvention mit Rußland ab, indem er erklärte, die Beantwortung sei ein Bruch des Amtsgeheimnisses und eine Verletzung ter politischen Interessen. „Ich habe es" — fügt er hinzu — „stets principiell mit den seltensten Ausnahmen abgelehnt, Eröffnungen über schwebende Vnrhandlungen mit fremden Mächten zu machen. Nach der Entscheidung wird die Regierung den Interessen des Landes gemäß han- tcln." — In der heutigen Sitzung des Herrenhauses «klärte Graf Bismarck bezüglich des Antrags des Abgeordneten Guerarv (Redefreiheit) : er werde für den Antrag stimmen, obgleich dieser gegen seine Ueberzeugung sei. Allein er halte sich als Minister eine« constitutionellen Staate« nicht berechtigt, die eigene Ueberzeugung unbedingt fcslzuhalten, sondern für verpflichtet zur Herbeiführung ter Uebereinstim- mung der gesetzgebenden Gewalten, sofern dieß ohne praktische nachtheilige Folgen möglich sei. Der Antrag wurde mit 75 gegen 43 Stimmen verworfen. Auch der frühere Ministerpräsident Manteuffel bekämpfte denselben. Wien, 18. Dec. Das Telegraphen-Correspon- dcnz-Büreau" bringt folgende Mittheilung: Kon- stantinopel, 17. Dee. Oificiell. Die türki chc Regierung ist fest entschlossen, von ihren Forderungen nicht abzulaffen und die angedrohten Maßregeln durchzuführen. — Gestern sind vier türkische Fregatten nach dem Archipel abgegangen. Paris, 17. Dec. Die „Parke" sagt: Die Mächte sind fortwährend einig. Tie Diplomatie hält sich bereit, um jeden Umstand zu benutzen, der eine Versöhnung zwischen der Türkei und Griechenland herbeiführen könnte. Es ist kein Grund zu zu der Befürchtung vorhanden, der allgemeine europäische Frieden könne gestört werden durch Ereignisse, deren Schauplatz auf den Orient beschränkt bleiben muß. Paris, 19. Dec. Die französischen Majestäten waren kaum nach Paris zuiückg.kehrt, als sich kic Gerüchte einer Ministerkrisis verwirklichten. Laut „Moniteur" vom 17. Abends wurde Marquis kc Lavalette, der bereits im Jahre 1866 als Min ster des Innern dem Departement des Aeußern inhrtnü- mistisch vorgcstanden, mit dem Portefeuille Ves Acußern betraut und der bisherige Inhaber desselben, Mar« quis de Mousticr, mit den üblichen 30,000 Francs Schmerzensgeldern, die ein Senatorensessel abwirtt, abgcfunden. Der bisherige Miniiter des Innern, Pinard, der durch seine Polizei-Dcmonstrakionen vom 3. Dee. für Leitung dir im Frühjahr bevorstehenden Maun. Wiesbaden, 16. Dec. Die Redaction de« „Rh. Cour." erhielt heute mehrere im Freien vollständig ausgebildete Aepfel- bluthen und einige frisch angesetzte Aepfelcheu aus dem Garten des Herrn Kaufmanns Knauer zugeschickt. Marburg, 15. Dec. Nach dem jetzt erschienenen Ver- zeichniß beträgt die Zahl der Studirenden an hiesiger Universität im lausenden Semester 345, also 22 weniger als im vorigen Semester. Davon sind immatrikulirt 329 Studenten, und zwar Theologen 69 (darunter 7 Ausländer); Juristen: 22 (darunter 1 Ausländer); Mediner 128 (darunter 11 Ausländer); Philosophen 110 (darunter 8 Ausländer). Dazu kommen 16 Richtimmatrikulirte, welche Vorlesungen besuchen. Die Hof- und Jagdjunker in Mecklenburg sind außer sich. In Grünewald war Hofjagd und der Großherzog war auch eingeladen, er ließ aber absagen, weil er der Eiöffnung des Landtags beiwohnen wollte. Den Landtag einer Hofjagh vorziehen! Wa« soll aus der Welt werden! München, 16. Dec. Die Nummer 292 des „Volksboten", welche diesen Abend erschien, bringt aus Krouach vom gestrigen Tag folgende Nachricht: „Melde hiemit schleunigst, daß gestern Abend der Sträfling Chorinsky aus der Festung Rosenberg entsprungen, auf seiner Flucht der hochgehenden Redach zu nahe kam, in dieselbe fiel, und heute (15. d.) Morgens bei Küps als Leichnam aus derselben gezogen wurde. (Bestätigung ist natürlich abzuwarten.) Württemberg. Schillert Sohn, der würtembergische Oberförster, war ein herzensguter, freundlicher Mann, wenn auch in geistiger Beziehung" durchaus nicht der Erbe seines großen Vater« ; dabei hielt er sich nach seinem eigenen Ge- ständniß am Liebsten da auf, „wo'S nicht weit zu einem guten ! Schoppen war." Einer seiner ehemaligen Bekannten erzählt von ihm folgende heitere Geschichte, indem er den munteren Alten selbstredend einführt: „Mein Sohn," plauderte Oberförster v. Schiller, „fe()'n Se, der ist zu grsß und zu stark, hat gar zu viel Dragonermäßiges an sich, als daß er auch nur einen Zoll von seinem Großvater haben oder werden könnte. Da hab' ich noch mehr von ihm, wenigsten« ein Bisle von seinem Herzen. Abe, ein nette« Stück von meinem Jungen muß ich Ihnen doch einmal erzählen. Al« er noch ’n Bub' war, th-t ich ihn zu ’nem Präceptor in Kost, Zucht und Schule. Der hielt alle Semester Gramen mit seinen Zöglingen und lotete I dazu öffentlich ein, specieli deren Eltern k. Ein Mal, denke ich, mußt du doch auch hingehen, und g’rad als ich in'S Schulzimmer tret', überhört der Präceptor die Buben lateinische Vocabeln. Mich sehend, natürlich, meint' er besonder« meinem Fritze Aufmerksamkeit schenken zu müssen. Er fragt zwei-, I dreimal; der Bub’ weiß e«, und man sah'« dem Kerl deutlich an, I wie herzlich froh er war. Aber da fragt er wieder: Silva ? (zu deutsch „Wald") und der Bub weiß es nicht, schaut verdrießlich vor sich nieder; na, Silva? wiederholt der Präceptor, Silva? Schiller! Du weist’«, ich bin sicher; Du weist’S, Dein Vater ist ja oft drin, und — auf fährt der Bub' wider Blitz, da« hat ihn auf die rechte Spur gebracht; und Feuer in den Augen, Freud' auf dem mageren Gesicht, antwortete er flugs und laut: Ja, ja, Wirthhau«! Wirthshau«! Silva das Wirthshau«! — Der Präceptor, und alle die Leut', die da waren, meinten nun, das Lachen unterdrücken zu müssen, und ich, ich selbst wußte mir vor Lachen gar nicht zu helfen, I mußt' fort und ging dann natürlich in’« Jungen Silva. — I Vergess' da« mein Lebtag nicht!" I London, 14. Dec. Der heutige siebente Jahrestag des Tode« des Prinzen Albert wird auf dem Schlosse Windsor in I der gewohnten Zurückgezogenheit gefeiert werden. Um 11 Uhr heute Vormittags begibt "sich die Königin, begleitet von allen in Windsor und Frogmore House residireuden Mitgliedern der königlichen Familie (darunter das preußische kroupriuzliche Paar) nach dem Mausoleum, um das Grab des verstorbenen Prinzen mit Immortellen und Blumen zu bestreuen. Das Mausoleum geht seiner Vollendung mit raschen Schritten entgegen; nur noch einige Biidhauerarbeiten und zwei große Gemälde fehlen I der inneren prachtvollen Ausschmückung. Das Aeußere ist von I Stein, das Innere ganz von Marmor. Eine Flucht schwarzer Marmorstufen führt zu einer Säulenhalle von Granit, welche den Zugang bildet. Ueber diesem, im Inneren, befindet sich ein Gemälde von der Hand der Frau Kronprinzessin von Preußen, welche — gleichgeübt im Gebrauch des Pinsel« wie de« Meise!« — auch zu den Bildhauerarbeiten für das Mauso- I le um einen Beitrag liefern wird. Die innere Halle, ein Oktogon mit drei Capellen, enthält den massiven Sarkophag aus Aberdeener Granit, dessen Ecken von knieenden Engeln in Bronze und dessen Deckel von einer Mnrrnorstatue de« Prinzen in liegender Stellung — ein Werk Marochetti'« — geschmückt wird. Von der Decke in den drei Capellen hängt ein prachtvoller Kronleuchter au« Bronze und Gold hernieder; die mittlere enthält einen Altar, über welchem ein große« Gemälde, „die Auferstehung«, angebracht ist, und über diesem wiederum sieht der Beschauer „die Himmelfahrt" al fresco auf die Decke gemalt. Einen annähernden Begriff von der Pracht des Mausoleums, welches übrigens dem Publikum bisher nickt zugänglich war, gibt der Umstand, daß e« bisher über 200,000 L. kostete, eine Summe, welche die Königin ausschließlich aus ihrer Privatschatulle bestritten hat. _____