Dienstag den 21. Juli Ne. 83 18ti8 E3 Auf Veranlassung des Königlich Preußischen Kriegs-Ministeriums ist in dem Buchhandel eine Schrift erschienen, welche die vorzugsweise für das Publikmn zusammengestellten bei gleich baare Zahlung versteigert. C. Pietsch I. des Frischer Zwiebclkuchen (5033) Schreinerarbeit, Weißbinderarbeit, Schiosserarbeit, LWM" 5047) Mittwoch den 22. Juli, Nachmiltags 1 Uhr, wird im Gasthaus zum Darmstadter Haus eine große Parlie Cigarren verschiedener Qualitäten meistbietend gegen 3| 30 24 16 34 2 5036) Donnerstag den 23. Juli wird in der ersten Pfarrscheuer zu Großen-Linden das Gemeinde-Heu vom Jahre 1866, sehr gut gemacht, circa 100 Centner, in kleinen Abteilungen, versteigert. Großen-Linden, den 17. Juli 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Großen-Linden. Menges. August Noll tm Stern. Preis vierteljährlich 36 fr. mit Brivgerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 51 fr. zu stehen. Wir machen die Beamten, welche in Militärangelcgenheiten mitzuwirken haben, aus diese Schrift, die im Buchhandel zu 36 fr. zu beziehen ist, hiermit aufmerksam und empfehlen den Großherzoglichen Bürgermeistereien, dieselbe für die Gemeinden anzuschaffen. Gießen, den 13. Juli 1868. Großherzoglichcs Kreisaint Gießen. Ur. Goldman n. Feilgebotenes. 5040) Durch den nicht unbedeutenden Abschlag des Kupfers bin ich in den Stand gesetzt, sämmtliche Waschkessel in jeder Größe unter dem seitherigen Preise zu verkaufen. August Schiessiuger. Das Bundes-Gesetzblatt des Norddeutschen Bundes Nr. 24, ausgegeben am 15. Juli 1868, enthält: (Nr. 134.) Gesetz, betreffend die privatrechtliche Stellung der Erwerbs- und Wirthschafts-Genossenschaften. Vom 4. Juli 1868. (Nr. 135.) Gesetz, betreffend die Controle des Bundeshaushalts für die Jahre 1867 bis 1869. Vom 4. Juli 1868. Gießen, den 20. Juli 1868. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Goldman n. 4 Pfund gemischtes Brod 19 fr. 4 Pfund Roggenbroo 16 fr. sollen folgende Arbeiten auf dem Rathhause dahier an den Wenigstfordernden vergeben werden: Maurerarbeit, veranschl. zu 11 fl. 24 fr. Versteigernngerr Die Vergebung von Arbeiten der Stadt Gießen. 5042) Freitag den 24. Juli 1868, des Vormittags 9 Uhr, Bestimmungen über den Vkilitardienst tm Norddeutschen Bunde enthält, mit einem möglichst vollständigen alphabetischen Register versehen und dazu bestimmt ist, unter den Wehrpflichtigen, besonvers aber auch unter allen Denen eine weitere Verbreitung zu finden, welche, wie die Geistlichen, Lehrer, Ortsvorstöude u. s. w. berufen sind, den Ersteren und deren Angehörigen mit ihrem Rarhe zur Seite 5048) Samstag den 25. d. Mts-, Vormittags 10 Uhr, werden in dem Geschäftslokal der unterzeichneten Garnisonverwaltung nachstehende zur weiteren Einrichtung der Zeughauscaserne erforderlichen Arbeiten aufdemSoumiffions- wege in Lieferung vergeben werden, als: Schreiner-, Spengler-, Sattler-, Schmiede-, Wagner-, Küfer-, Bürstenbinder,-, Sieb- macher-, Messerschmied-, Dreher-, Schneider- und Korbmachcrarbeit, sowie die Lieferung von Eisen- und Steingutwaaren. Voranschläge und Bedingungen liegen in genanntem Geschäftslokal zur Einsicht der Interessenten offen. Gießen, den 20. Juli 1868. Großherzogliche Garnisonverwaltung Gießen. Ni schwitz, Quartiermeister. 5031) Soeben sind die ersten Muster meiner ganz neuen Kränze, zum Schmucken der Grüber, zum Verkaufe ausgestellt. Es sind dieselben sowohl in der Schönheit, als auch billigen Preises wegen, jeden ander«« derartigen vorzuziehen. Bestellungen werden sogleich ausgeführt. Wilhelmine Fuhr. Arbeitsvmtelgt'rung. 5045) Nächsten Donnerstag, den 23. d. 9JitSv sollen auf hiesiger Bürgermeisterei nachstehende Bauarbeiten öffentlich in Accord gegeben werden, als: Pflasterarbeit in dem Pfarrhofe, veranschlagt zu . . 44fl. 19 kr. Schreinerarbeit an den Pfarr- gebäudeu, veranschlagt zu 5 „ 30 „ Hausen, den 17. Juli 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Hausen. I. A-: K- Schön, Bezirksbauausseher. 5023) Ein großes Zimmer (parterre), unmöblirt, in der Mitte der Stadt gelegen, wird zu mietheu gesucht- Schriftliche Offerten beliebe man bei der Exped. d- Bltts- aüzugeben. Erscheint wöchentlich tret« mal: Dienstags, Donnerstags und Samstags. — Expedition: (sanzlcibcrg Lit. B. Nr. 1. 5043) Zwei gute Zugpferde mit vollständigem Geschirr, sowie ein zweispän- nister Wagen, find zu verkaufen. Das jeden Montag, Mittwoch und Freitag, Mor- Nähere ist bei der Expedition d. Bltts- zu gens 9 Uhr, bei erfragen. 5025) Donnerstag den 23- Juli, Nachmittags 2 Uhr, sollen in dem Hause des Kaufmann Frech am Kirchenplatz, in der Wohnung der Frau Regier.-Rath Eckstein Wittwe: Bettwerk, Bettladen, Strohmatrazeu, Schränke, Tische, Stühle und sonstige Haüsgcräthc gegen gleich baare Zahlung versteigert werden. Gießen, den 13. Juli 1868. In Auftrag: Weidig, OrtsgerichtsNtzann. Gießen, den 20. Juli 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen Vogt. Vermiethunge n. 5024) Ein Familienlogis ist zu vcr- miethen. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 5026) Ein kleines unmöblirtes Zimmer ist Lit. C- Nr. 148 auf dem Reichensand zu vcrmietheu. Pferde- A/nljlcii markt $u Frankfurt 'M. am 25., 26. und 27. August 1868. 5035) Die vollständig für 400 Pferde hcrgcrichteten, mit schönsten Musterplätzen umgebenen neuen prachtvollen Stallungen sind zur Ausstellung der feineren Pferde bestimmt. OZrrttltttrilttrt am 25. August nebst Vertheilung von Ehren-Preisen an Ullilll4111 y die Besitzer der besten zu Markt gebrachten Pferde u. Fohlen. Mai'fanfuua am 27. August öffentlich vor Notar und Zeugen von 61 der lOUUIU|l[liy scheusten Ncit- und Wagen-Pferde, 9 roll ständige vier-, zwei- und einspännige Equipagen, Schlitten nebst complcttcn Geschirren, sowie sonstigen Reit- und Fahr-Ncquisitcn im Wcrthe von ca. sl. 70,660, wenn 40,000 Loose vergriffen sind. Anfragen und Bestellungen auf Stallungen, sowie auf Loose, letztere »Thlr. 1 (ft- 1. 45) pr. Stück, beliebe man franco an den Secretair des unterzeichn et en Vereins, Herrn C. Kappel, zu richten, wo auch Uebernehmcr einer größeren Anzahl von Loosen die näheren Bedingungen erfahren können. , Den Aufträgen für Loose ist der Betrag franco mit deutlicher Angabe der genauen Adresse beizufügen. Falls die Zusendung franco und recommandtrt gewünscht wird, sind die erforderlichen Marken einzusenden. , „ _ , . , .. r . r Auswärtige Thcilnchiner, welche ihre Loose durch das Sekretariat direct beziehen, werden, falls ihnen ein größerer Gewinn zufällt, davon — soweit thunnch nuttclst Telegramm in Kenntniß gesetzt. Der Vorsitzende des Landwirthschaftlichen Vereins: 8>r. Georg Haag. Loose hierzu, ä. 1 fl. 45 kr., sind zu haben bei I. Wallach, am Markt. 5049) Zwei Canarienvögel (Männchen) sind zu verkaufen. Bei wem? sagt Ausg. d. Bltts.______________________________________ 5034) Ccmcnt, Viehsalz bei Flick L Kröll. mmM'rkm. 5038) Das Krcisturnen des Mittelrhein- kreises findet am 9. und 10. August in Hanau statt. Wer eine Freiwohnung annchmen will, muß sich in die umgehende Liste nach Na- men, Stand rc. eintragen. Eine 2. Liste liegt bei'm 1. Sprecher offen. Die Preisturner wollen sich noch in dieser Woche bei'm 2. Turnwart, Herrn D. Schwall, melden. Näheres bei'm 1. Sprecher zu erfragen. Der Vorstand. 5030) Ein Frauenzimmer, welches gute Zeugnisse besitzt, sucht eine Stelle als Haushälterin. Nähere Auskunft ertheilt die Exped. d. Bltts- 5039) Es wird eine gute Köchin nach Biedenkopf in einen kleinen Haushalt gesucht. Näheres zu erfahren bei der Exped. dieses Blattes. 5028) Ein sich zum Schrcincrgcschäft qualificircuder Junge kann sofort in die Lehre treten. Näheres bei der Exped. d. Bl. 5032) Bis zum 1. August suche ich einen qualificirten Gehülfen. C. Davidfoh», Hofger.-Advocat, in Offenbach a. M. Vermischte Anzeigen. WohnungS' Veränderung. 5046) Dem geehrten Publikum hiermit die ergebene Anzeige, daß ich von jetzt an in dem Hause des Hrn. Flurschützen Kranz in der Wallthorstraße Nr. 149 wohne. Friedrich Schmidt, ___________________Schuhmachermeister. 5037) Für ein Dienstmänner - Institut werden drei kräftige Männer gesucht, gleichviel, ob verheirathet oder nicht verheirathet. Etwas Caution wird aber verlangt. Das Nähere bei der Exped. d. Bltts. 5029) Eine kleine Familie sucht zu Michaeli oder gleich ein braves Mädchen, welches in allen Hausarbeiten erfahren ist, auch die bürgerliche Küche versteht. Näheres bei der Exped. d. Bltts. ______________ 5027) Altes Zeitungspapier kauft I. Rothenberger, Lindenplatz. Dasselbe ist seiner Vollendung nahe und wird Ende Juli den geehrten Abonnenten zugestellt werden. Da dieses Buch nicht nur localen Interessen dient, sondern auch für die auswärtige Geschäftswelt bestimmt ist, so liegt eS wohl im Interesse der hiesigen Geschäftstreibenden ihre Adreß- oder Empfehlungskarten in dem Adreßbuch abdrucken zu lassen. Wir berechnen den Raum einer Druckseite mit 4 ft. und steht es den Herren Geschäftstreibenden frei, $, '|2 oder eine ganze Sette zu wählen, je nach Ausdehnung ihrer Adresse. Wir sehen der schriftlichen Einsendung der Adreßkarten bis Gude dieser Woche entgegen, da später einlaufende keine Berücksichtigung mehr finden können. Ferner werden diejenigen hiefigen Geschäfttreibenden, denen daran gelegen ist, daß ihre Firma und Geschäftsbetrieb richtig im Adreßbuch aufgefnhrt wird, freundlichst gebeten, Einsicht von den Einträgen auf unserer Geschästsstube nehmen zu wollen, da wir für etwa untergelaifene Fehler später nach Vollendung des Drucks nicht mehr haften können. Zugleich werden die Herren Agenten der verschiedenen Branchen gebeten, uns eine genaue Bezeichnung der Namen der von ihnen vertretenen Gesellschaften schriftlich einzusenden. BrüIiFsclie Mruckerei (i’r. Clir. Pietsch.) Geschäfts - Empfehlung. 5041) Verehrlichem Publikum die ergebene Anzeige, daß ich in dem von Herrn Katz in der Neustadt gemieteten Laden ein neues Spezerei-Geschäft (verbunden mit Cigarren und Labak, Mehlverkauf und Branntweinverzapf) eingerichtet habe und empfehle mich unter Zusicherung billigster und reellster Bedienung. L. Fr. Handwerk. Pr. Court. Die Hauvt - Agentur von Gießen, im Juli 1868. (5044) am Markt in Gießen. 100 Thaler 50 „ 4o einem Jahre in allen Räumen 3 Thaler Preuß. Court- Zum Abschlüsse bündiger lleberfahrtscontracte empfiehlt sich Für Auswanderer. Bon Breme» nach Sew-Vork wird am 29. August .___d. I. expedirt, das unter Norddeutscher Flagge fahrende und für Paffagicre auss Beste eingerichtete Bremer Dampfschiff „Siilldt,“ Capt. H. Raschen. Die ermäßigten Passagcprcise betragen: für Erste Eajiile ‘....... „ Zweite Cajilte (Stearage) . . „ Zwischendeck...... „ ä erwachsene Person, Kinder unter 10 Jahren die Hälfte und für einen Säugling unter Zur Gisenbahnfrage. (Eingesandt.) Lei der nicht hoch genug zu schätzenden Bedeutung und Wichtigkeit, welche der Lau unserer zwei neuen Eisenbahnlinien für die fernere Entwickelung und Zukunft der Stadt Gießen, und zwar in baulich - technischer, wie in Beziehung des materiellen Gedeihens, hat, ist die bisherige lethargische Theilnahmlostgkeit der Bürger als Gesammkheit schwer begreiflich. Selbst die legalen Vertreter der Stadt, der Groszh. Bürgermeister und die Mitglieder des Gemeinderaths sind bei allem guten Willen doch schließlich nur auf ihre eigene subjective, wenn auch beste Ueberzeugung angewiesen; selbst für sie wäre eine feste, compacte Kundgebung des Willens der Bürgerschaft als Stütze und Ausgangspunkt für ihr Auftreten der Negierung und den Bahnoerwaltungen gegenüber gewiß durchaus wünschens- werkh. Die Gesammtbürzerschaft hat um so mehr Veranlassung, auf ihrem Rechte, als solche gehört zu werden, zu bestehen, als nach dem neuen Gesetz der Zahlungsverpflichtung der Entschädigungen für Grund und Boden, welche aus dem Säckel der Stadt erfolgen, dieselbe auch nothwendig bei der ihr Wohl und ihre Zukunft so innig berührenden Anlage der Bahnhöfe und Leitung des Schienenwegs ein nicht unmaßgebliches Wort mitzureden haben muß. Hierzu ist aber eine öffentliche Kundgebung nöthig, Vas Austauschen der Meinungen im Privatgespräch verhallt zwecklos in den Lüsten, oder verwirrt die öffentliche Meinung nur noch mehr. Der Sommer hat seinen Höhepunkt erreicht, und die definitive Entscheidung steht in n ä ch ster Nähe, und zwar im Wesenklichen von einer Seite her, weihe die Wohlfahrt der Stadt Gießen sehr kalt läßt, und nur die Vor- theile ihrer Casse in ihre Berechnungen zieht. Es gilt also jetzt, sich zu rühren, ehe es zu spät wird. Die Abgeordneten haben ihre Schuldigkeit gethan, sie haben im Einvernehmen mit der Regierung unter Anderm der Eisenbahnzesellschaft genau vorgeschrieben, welche Summen auf den Bau der Bahnhöfe der einzelnen Stationen (für den hiesigen Bahnhof 19 >,000 ft.) zu verwenden sind, es liegt also jetzt nur an der Bürgerschaft, gemeinsam mit der Regierung über der richtigen Ausführung der festgesetzten Bestimmungen zu wachen. Die Lage des neuen Bahnhofs aber berührt den Lebensnerv unserer Stadt für die jetzige und in noch weit größerem Matze für die folgenden Generationen, für deren gedeihliche Ent- Wickelung oder Verkrüppelung ihrer Interessen hier der Grund gelegt werden wird, und wir die Verantwortung übernehmen sollen. Durch das Zusammenwirken von Ursachen, in deren bekannte Details wir hier nickt eingehen wollen, ist einmal die unglückliche Verlegung des Main-Weser-Bahnhofes dahin geschehen, wo er strht — für jedes Helle Auge und gesunden praktischen Sinn ein Stein des Anstoßes, ein Gegenstand des Lächelns. Aber soll der erste Fehler dadurch gut gemacht werden, daß man einen zweiten, viel colossaleren noch dazu macht, um ihn zu verewigen? Sollen die Gründe der mattherzigen Zeit der fünfziger Jahre, die in kindlicher Ergebenheit und kleinbürgerlicher Vertrauensseligkeit ihr Wohl in das Belieben Einzelner wie ihrer Vormünder legte, auch für uns, die Gottlob ein frischerer Luftzug durchweht, maßgebend und entscheidend fein V Soll die Ausdehnung unserer Stadt in unförmliche, mißgestaltete Länge jede praktische bau- iiche Abrundung des Gemeinwesens für alle Zukunft unmöglich machen? Denn die Anziehungskraft der Bahnhöfe ist eine so natürliche und starke, daß erfahrungsmäßig und leicht begreiflich, selbst bei der widersinnigsten Lage derselben, sich Privat- und gewerbliche Etablissements um sie herum lagern werden, und dadurch nach und nach allen baulichen Zusammenhang mit dem Eentrum, dem Herzen der Stadt nothwendig zerreißen würden. Diese mißfigürliche, unpraktische, unnatürliche und schädliche Gestaltung kann nur vermieden werden durch die Verlegung des Bahnhofs in möglichste Nähe zur Mitte der Stadt, welche zugleich eine bauliche Abrundung von selbst ergibt, nämlich in die Stephansmark, und zwar in die Gärten rechts nächst dem Zinßer'schen Garten in der Richtung nach dem Riegelpfad, wodurch zugleich der Seltersberg seiner bürgerlich völlig unberechtigten privilegirten Stellung enthoben, im Sinne der Gerechtigkeit zweien verhältnißmäßig stillen Straßen, dem Neuenweg und den Neucnbäuen, regere» Leben zugeführt würde, und die beabsichtigte Erweiterung der Schulstraße chre beste Notivirung erhielte und die Zweckmäßigkeit derselben klar gelegt würde. Denn die etwas bedeutendere Länge der mäßig aussteigenden Curve der Verbindungsbahn mit dem allen Bahnhof muß natürlich als ganz irrelevant erscheinen, und die Vertheuerung bei Erwerbung des Bodens in der Stephansmark gegen Erwerbung desselben in der fernen Abirrung der Lindener Mark kann im Hinblick darauf, daß die Zukunft unserer Stadt das entscheidende Princip sein muß, auch keineswegs schwer in die Wagschale fallen. Die künftigen Generationen werden über Schulden, welche w r ihnen für wirklich praktisch errichtete Anstalten, die den Keim segensreicher Fortbildung in sich tragen, etwa hinterlassen, nicht unwillig, sondern reckt dankbar fein. Darum können wir auch der Verlegung der Bahnhöfe in die weiter gelegene Gegend der Riegelpfade, als einer halben Maßregel, keineswegs das Wort reden. Es kann aber natürlich nicht unsere Absicht sein, mit dieser Darlegung unserer subjectiven, wenn auch von sehr Vielen geteilten Ansicht mehr beanspruchen zu wollen, als das Interesse in der Bürgerschaft in Der letzten Stunde wach zu rufen, und vielleicht den Anstoß zur Berufung einer allgemeinen Lürgerversammlung zur Feststellung der öffentlichen Meinung zu geben. Borsennachridileii. 18. Juli 1868. Prioritäten. 5% östr. F. St. E. B. 2651/2 Ludwigsh.-Bexbach 158*/e Maxbahn 1081/2 Bayer. Ostbahn 1273/4 Hess. Ludwigsbahn 134% 3% östr. Stsb.-Prior. 53% 3% östr. s. Lombard. 43% 3% Livorneser 311/4 Toseaner 47% Frankf. Hypoth.-Bank — Frankf. Vereins-Kasse — 5% Elisabeth-Prior. 75% do. II. Ein iss. — Wechsel. Amsterd. k. 8. 100% Augsb. k. 8. 993/4 Berlin k. 8. 105 Bremen k. 8. 98 Cöln k. S. 105 Hamburg k. 8. 88% Leipzig k. 8. 105 London k. 8. 119% Lyon k. 8. — Paris k. 8. 94% Wien k. 8. 103% Diseonto 3% G. Preuss. 4%% Obi. 961/4 Frankf. 3%% Obi. 81 Vs Nass. 4%<% Obi. 94% Kurh. 4% Obi. — Hess. 4% Obi. b. Roths. 90% » 3V2% do. do. 843/4 Bayer. 5% Obi. 102% » 4i/z% 1jährige — „ 41/2% i/ajährige 971/4 Würtemb. 4%% Öbi. 95 Baden 4%% Obi. c. E.L. 94% Oestr. 5% b. R. — n 5% National 551/4 „ 5% Metall. Obi. 491/2 „ M. steuerf. 53% Amer. 6% 1882r Bds. 76% „ 6% 1885r 751/2 Geldsorten. Pr. Gass. Sch. 1 44%-45% Div. Cass.-A. — Pr. Friedrdor. 9 58-59 Pistolen . . 9 47-49 „ doppelte 9 48-50 Holl. fl. 10 St. 9 51-56 Dueaten . . 5 38-10 20 Frankenst. 9 28-29 Engi. Souver. 11 53-57 Kuss. Imper. 9 48-50 Doll, in Gold 2 27-28 Anleliensloose. Kurh. 40 Thlr. Loose 541/2 Nassau fl. 25 b. Roth. 36% Gr. Hess. fl. 50 b. R. — Gr. Hess. fl. 25 b. R. — 4% bayr. Präm. Anl. 102% 4% badische Loose 100% Badische fl. 33 Loose 52% I858r Prioritätsloose 141% !860r Loose 79% 1864r „ 1023/4 Act len. Frankf. Bank 125 Oester. Bank 770 „ Creditact. 226% Darmst. Bankact. 225 Frucht- und Dtehlpreise in verflossener Woche von nachbenannten Orten und Fruchtmärkten. Normalgewicht per Malter: Walzen 200, Korn 180, Gerste 160, Spelz und Hafer 120, Erbsen, Linsen, Wicken 220, Kartoffeln 200, Mehl 140 Pfund. Walzen. Korn Gerste. Spelz. Hafer. Erbsen. Linsen. Wicken. Kartoffeln. g < Auf dem Mit- Auf dem Mit.- Am dem Mm- Auf dem Mit.- Auf dem Mit.- Auf dem Mit.- Auf dem Mit.- Auf dem Mit.- Auf dem Mit.- gs a Q 5 Fruchtmärktc. Juli Markt preis Markt preis Markt preis Markt preis Markt preis Markt preis Markt preis Markt preis Markt preis s s \W !-jnv verk. fl. tr. ! auf- i gef- verk. fl. Er. auf: gef- j verk. fl. fr. 's" "5" ,1 üerf.| fl. kr. auf: i gef. । ücrf.| fl. kr. I -jnv | verk. fl. auf: gef. .1 ÜCtf’i rl.tr. auf: gef- । verk. fl. kr. s ‘tr a 01 verk. fl. "■ fl. kr. fl. kr. Alsfeld M. M. M. M- M. M. M. M. M. M. M. M. M. M- ■ M. M. M. M. 4. 17 17 15 5 16 16 10 10 4 4 810 — — — _ 5 5 5'30 10 Grün berg 11. 90, 16 10. _ 67) 10 37 — 58! 8 2 — — — — — 54! 6 16 — 17« 11 56 — — — — — _ _ 7j 4 45 — — -- —— Lauterbach Mainz 11. 13 2 14 30 13 28 95 345 77 j 10 30 852 j 7 ft 26 J 0)0) 17. 133 8 26 22 4 0« - z Die Verschwörer von 1799. Roman von de Saint-Felix. (Fortsetzung) Auch wurde unser Offizier in dem Hütet zum Fasanen — dem früheren Hgtel Royal — wie ein Herr empfangen, der von irgend einem Landsitze in der Umgebung käme, um einige Stunden in der Stadt zu verbringen. Dir Wirth begrüßte ihn mit gewähltester Höflichkeit. Die Schönheit des Pferdes hatte für den Rang und die gute Erziehung des Reiters gebürgt, auch wenn Reymovd setbst nicht ein Mann gewesen wäre, der auf de» ersten Blick einen vornehmen Eindruck machte. — Zwei vortreffliche Frühstücke, Bürger! sagte der Hauptmann zum Wirth. — Der Herr ist also nicht allein? fragte der biedere Mann. — Was, Henker! dachte Reymonv, Vie Tourraine antwortet mir wie Paris mit Herr! W r sind zwei gute Kameraden, Herr Wirth — mein Pferd und ich. Rur essen wir nicht an demselben Tische. — Ich verstehe, sagte der Wirth. Der Herr wünscht, daß sein Pferd auf's Beste versorgt werde. Der Herr wird mit uns zufrieden sein. Reymonv folgte Sultan in den Stall. Er zäumte ihn selbst ab, ließ ihm den Sattel herunternehmen, rieb ihn eigenhändig mit einem Strohwische ab und befahl, ihn mit einer Decke zu umhüllen. Als dies geschehen war, sagte er: — Das Pferd mag eine halbe Stunde lang verschnaufen und nachher eine doppelte Ration Hafer erhalten. Aber man soll mich dann rufen. Es hak eine schlimme Eigenschaft — — Welche denn, Herr? fragte der Stallknecht mit einiger Besorgniß. — Ich will Euch das später sagen. Reymond begab sich in sein Zimmer. Die Fenster gingen auf die chema- | lige Rae Royal, die Hauptstraße der Stadt. Da die Reise von Paris nach | Tours, welche er gemacht hatte, für den Hauptmann nur ein unbedeutender Ritt war, brachte er seine Toilette in wenigen Minuten in Ordnung und trat auf | den Balkon eines Fensters. I Tours war jederzeit eine aristokratische Stadl. Die Revolution hatte ihr kaum etwas von jenem altmodischen Typus genommen, welcher eine Stadt so gut wie eine Familie oder einen vornehmen Herrn charakterisirt. Die beiden gothischen Thürme der Kathedrale erhoben sich vor den Fenstern des Zimmers, in welchem unser Offizier sich befand; aber die beiden Glockenthürme, welche noch ihren wunderbaren architektonischen Schmuck aufwicfen, hatten ihr harmonisches Spiel verloren; ihre Glocken waren noch immer und seit langen Jahren verstummt. Rechnet man diesen traurigen Anblick ab, so hatte Vie Stadt ein reizendes Aussehen. Die schönen Landmävchen aus der Tourraine, welche am frühen Morgen hereingrkommen waren, verkauften in der Hauptstraße die frischesten Gemüse, vie hellfarbigsten Käse unv Vas schönste Geflügel. In ihren Körben lag eine Menge von Blumen, was dem Markte, gleich einem Strauß auf dem Miever einer schönen Bäuerin, einen festlichen Anstrich verlieh. — O herrliches Frankreich! seufzte Reymonv vor sich hin. Liebliches Land, ewig vasselbe trotz all' deines Unglücks! Er verlor sich in seinen philosophischen Betrachtungen, als man ihm benachrichtigte, daß sein arabisches Roß ungestüm gegen vie Holzplanken des Stalles schlage. — Lieber Himmel, sagte Reymonv, ich kann nicht verlangen, daß es in meine Bewunderung ves Landes einstimmen soll. Als er im Stall anianzte, fand der Offizier dort eine Gruvpe von fünf oder sechs „Bürgern", welche mit großen Augen Vas neuangekommene Pfcrv begafften. Der W rth überließ sich inmitten Vieser „Kenner" wissenschaftlichen Erörterungen über die Racenpferde. — Ja, mein Herr, sagte Reymonv, in einer Thatsache stimmen alle Meinungen überein: nämlich, daß alle Pferde aus den vier Weltgegenven eine ent» schievene Liebhaberei für den Hafer an den Tag legen. — Ja wohl, bestätigten ernsthaft die ehrlichen Tourrainer. — Auf Ebre! sagte der Offizier, ein Lächeln unter seinem Schnurrbart verbergenv. Bürger Stallknecht, bringe diesem Kinde Arabiens zwei Maaß Hafer! Obschon dieser Hafer auf den Feldern der Tourraine gewachsen ist, wird der schnurrige Gaul doch keine drei Körner in der Krippe lassen. Die Gruvpe der Tourrainer trat ein wenig bei Seite, um dies Wunder besser betrachten zu können. Als der Hafer gebracht war, ergriff Reymonv den Scheffel unv näherte sich Sultan, der seinen Hals lang ausstreckte wie ein Schwan, dem man Brod vorhält. — Gieb Acht, mein Kamerad, sagte der Offiz-er. Beweise den anwesen- den Bürgern, daß in allen Weltgegenven das Pferv ein haferfressenver Vierfüßler ist, was sich Euer Geschlecht zur Ehre anrechnen darf, da die Natur es mit Mahlzähnen beschenkt hak, statt ihm die Kinnlade mit jenen unedlen Schneide- zähnen zu bewaffnen, welche nur ein Zeichen von Raubgier uns Mordlust sink. Die Tourrainer sahen einander höchst verblüfft über diese Erörterungen an. Der Offizier schüttelte den Hafer in die Krippe, klätscheltc Sultan unter den Bauch und mischte sich unter die Gruppe, welche den Araber mit einem Anstand fressen sah, auf den ihn selbst die Gier seines Appetites nicht verzichten ließ. — Merkt Euch, sagte der Offizier, daß dies Kind der Wüste von edler Nace ist und daß jedes Pferd von echtem Blute frißt und nicht gierig schlingt. Ein burgunvisches oder normännisches Pferv hätte vie Schnauze in Ven Hafer gesteckt unv ihn wie ein Freßsack verschlungen. Die Bewunderung der Tourrainer hatte den höchsten Gipfel erreicht. Rey- mvnd glaubte, sie ihrem Kenner-Enthusiasmus überlassen zu dürfen; er verließ sie, indem er ihnen empfahl, sich auf alle Fälle dem Sohn der Wüste nicht allzusehr zu nähern. — Er schlägt also aus? fragte der Eine, sichtlich erschreckt. — Gewiß, bestätigte der Offizier mit ernstem Gesicht. Ja wohl, Bürger, und er schlägt sogar gewöhnlich mit den Beinen nach hinten aus. — Teufel, riefen Alle wie aus einem Munde und sprangen einige Schritte zurück. — Ach, da« ist wohl die schlimme Eigcuschast, von welcher der Herr vorhin sprach? bemerkte der Stallknecht. — Ganz richtig, mein Freund, erwiederte der Offizier, auf den Hof tretend. 3ch wollte Euch benachrichtigen, daß mein Pferd, wenn es seinen Hafer frißt, die üble Gewohnheit hat, den Leuten zu beweisen, daß es vortreffliche Beine unter dem Bauche hat. — Ein merkwürdiges Thier! sagten die Tourrainer, in deren Bewunderung sich ein leichtes Gruseln zu mischen begann. Die Gruppe der Neugierigen zog sich verständig und höchst erstaunt zurück. Der Hauptmann erwartete im Eßzimmer sein Frühstück, an dem wir nicht theil- nchmen werden, da uns Niemand dazu eingeladen hat. Unser Leser wird uns daher wohl die Ehre erweisen» uns mittlerweile einige Meilen über Tours hinaus zu begleiten. Am linken Ufer der Loire, drei Meilen stromabwärts von der Hauptstadt der Tvurraine, bildeten dichte Waldungen ein imponirendeS Gehölz, um welches sich Kornfelder und langgestreckte Wiesen hinzogen. Es war ein schöner Landstrich, mit Bauerböfen und Schäferhütten bevölkert, und hier und da von einem Teiche durchschnitten, dessen spiegelhelle Fluth im Sonnenschein blitzte. Nachdem man einen Theil dieses Gehölzes durchwandert hatte, welcher in regelrechte Schläge abgetheilt war, gelangte man an ein Dickicht von Eichen und wilven Kastanien. Eine breite Allee trat plötzlich aus dem Dickicht hervor und führte zu einem ringförmigen Graben, der einen riesigen Hofraum umschloß. Dort nahm ein mit getriebener Arbeit verziertes Gatter vie Aufmerksamkeit des Wanderers in Anspruch. Dies Gatter, sah man, hatte ehemals ein vergoldetes Wappenschild zur Krone gehabt; denn einige Trümmer der abgebrochenen Stützen saßen noch an dem eisernen Karnieß. Der Hof war sehr groß und von Gebäuden niederer Bauart umgeben, welche in früherer Zeit die Gesindewohnungen, Ställe und Remisen der Burg- vogtei gewesen sein mußten. Zwischen den Ritzen des Steinpflasters wucherte Vas Unkraut. Am hinteren Enve dieses verödeten Hofes erhob sich ein reizende« Schloß, dessen Ausgang mit zwei Freitreppen und dessen erhabene Ziegelstein-Ein. sassungen auf der Fayave an die Zeit Ludwigs XIII. erinnerten. Dies Gebäude hieß das Schloß von Rencey. Zu den Freirreppen führte eine breite Vorhalle, welche mit Rauten von ge- wöhnlichem Marmor gepflastert war unv sich in der ganzen Länge des Ervge^ schosses hinzog. In einem großen Saale zur Linken, welcher auf den Park blickte, saß ein alter Mann neben einem geöffneten Fenster, den Ellenbogen auf einen Tisch gestützt, auf dem ein Schachbrett und mehrere große Bucher mit vergolde- tem Schnitt standen. Die Person, von welcher wir reden, hielt eines dieser Bücher in feiner Hand und blickte ab und zu in dasselbe hinein. Es war der ehemalige Marquis vc Rencey selbst, der Eigenthümer des schönen Besitzthums, welches er von seinem Vater geerbt hatte und welches den Stamm seiner Familie trug. Der Ex-MarquiS mochte sechszig Jahre zählen. Er trug einen großen blauen Rock mit Metallknöpfen, auf denen Thiere abgebildet waren, wie es bet alten Jägern ehedem Sitte war. Seine bespornten Stulpstiefeln erweckten den Gedanken, als ob er erst feit Kurzem vom Pferde gestiegen sei. Ein grauer, dreieckiger Filzhut lag neben ihm auf einem Stuhle. Mit dem hageren und blassen Gesicht, dem gepuderten Haarstutz, der stark gebogenen Adlernase, der hohen, noch immer schlank getragenen Gestalt, den langen Beinen und den schö- neu, mit Manschetten verzierten Händen, bot der ehemalige Marquis ein getreue« Bild jener Schloßherren von altem Schlage, die während vier Wintermonaten am Hofe von Versailles lebten und den Rest des Jahres auf ihrer Besitzung verbrachten, um dort nach Muße zu jagen und den Versuch zu jenen Ersparnissen zu machen, welche ihnen die Mittel geben sollten, in Versailles ihren Rang nach allen Ansprüchen des Luxus zu vertreten. W.nn man das Gesicht ves Marquis genau betrachtete, konnte man bemerken, daß sein Blick einen seltsamen Ausdruck trug. Seine Augen glänzten sehr, aber die Augäpfel waren beständig in einer Art unruhiger Bewegung. Ein langer, grauer Schnurrbart fiel über die Mundwinkel herab und reichte fast bis an das Kinn. Der würdige Manü las zwei oder drei Seiten in dem großen, in rothen Saffian gebundenen Buche, welches er in der Hand hielt, lächelte sonderbar, schloß das Buch, sah auf die von der Sonne vergoldeten Baumwipfel ves Parks, nickte mit tem Kopfe und lächelte wieder. Ein junges Mädchen trat in ven Saal, legte ihren Strohhut auf einen Tisch von grüngcarertem Marmor und näherte sich dem alten Manne in absichtlich geräuschvoller Weise, um ihn nicht zu sehr zu überraschen. Es war Helene de Rencey, die Tochter des Marquis, und sein einziges Kind, seitdem ihr Bruder und der einzige Erbe des Namens de Rencey im Jahre 1792 gestorben war. Helene zählte vielleicht dreiundzwanzig Jahre; den größten Theil ihrer Jugend hatte sie auf Vein Schlosse ihres Vaters verlebt, einem Zufluchtsort, der oft curd) die Stürme der Revolution, welche auch hier ein Echo fanden, getrübt wurde, aber den sie liebte unv an dem vie Vorsehung bis jetzt Helenen und ihren Vater beschützt hatte. Fräulein de Rmcex, in ein weißes Mousselin-Gewanr von höchst anstokra- tifchem Faltenwürfe gekleidet, war groß, schlank gewachsen, schön und von edler Haltung, wie eines jener Bilder von Hoffräulcin, die in Versailles vorgestellt wurden. Man konnte bemerken, daß sie trotz des heißen Tages ein bis an den Hals reichendes, mit einer Krause endendes Leibchen, und daß sie ihre Arme nicht bloß trug, wie cs damals Sitte war. Es ließ sich hieraus vermuthen, daß ein wenig Strenge, vielleicht gar ein wenig Prüderie in Helenens Charak- ter lag. Ihr Vater nahm von dem schönen Mädchen keine Notiz, bis sie dicht neben ihm stand und mit ihrer weißen Hand seine Schulter berührt hatte. Dann beutete Helene auf das Buch und hob an: . „ . » — Wie, mein Vater, sind Sie noch immer nicht darüber tm meinen 5 Haben Sie endlich einen sicheren Beweis gefunden, daß die Familten Rohan und Rencey im vierzehnten Jahrhundert zweimal mit einander verschwägert waren? .... — Dreimal, mein Fräulein, antwortete der Marquis, vollständig versunken in seine heraldischen Tollheiten; und ich werde es Ihnen bcwctzen durch Aehn- lichkciten, Traditionen, Namens - Assonanzen, logische Schlüsse und Ueberemstim- mung der Wappen. , , w . ., . „ . — Ach, mein Vater —! seufzte Helene und faltete ,hre Hande. (Fortsetzung folgt.) Nr weisuni die ( Zu Schub Sälen' Redaction, Druck und Verlag dcr Brühl'schen Druckerei (Rr Cbr. TittfdO in Gießen. werde, letzter« toncm Zu B deutsch 153, 1 Behör' Auswl lichen Uebers Preis v mit Bru Post bez Verlus 20. Lei lich zweimal bet dem Cardinal, welcher ihr präsi- tirt, zusammen, und die Arbeiter der Druckerei des „Qiurinal", welchen Vas strengste Gcbcimniß bei ren böchsten geistlichen unv weltlichen Strafen anbefohlen ist, drucken bereits an dem den Bischöfen zu unter« l-reitenten Programm. Der Papst zeige ein solches Vertrauen in die Zukunft, daß er die Hoffnung aus- spricht, er werde das Coneil nicht nur eröffnen, sondern auch schließen. — Es macht in Paris viel von sich reden, daß kürzlich ird)t nur ter Cvmmandant des Tuilerien-Schloffes, General Rollin, in den Nu- hrstand versetzt, sondern auch das ganze militärische Personal des Palais verändert worden ist. Der Grund der Maßregel soll darin zu suchen sein, daß das Schloß wahrend der Abwesenheit ter kaiserlichen Familie ter Schauplatz anstößiger Seenen gewesen wäre; Andere munckeln auch von einem Cotnpiot, einem Projeet, d-n kaiserlichen Prinzen zu entführen, und was des wunderlichen Gcretes mehr ist. Auch in der Kammer ist das »chsteriöse Ercigniß während der letzten Tage viel besprochen Worten. Paris, 17. Juli. Der Kaiser wird morgen einen Cabinetsrath in den Tuilcrien prästtiren und Sonntag nach Plomb'eres abreisen, wo er ttnen Aufenthalt von drei Wochen nehmen wird. Die Kaiserin und der kaiserliche Prinz veibleiben in Fontainebleau und werten mit tem Kaiser erst am 12. August im Lager von Chalons Mieter zusammentreffen. — Der „Elentart" sagt, der Zustand des Grafen v. d. Goltz sei wenig befriedigend. Washington, 8. Juli, tzkor Dampfer.) Stevens brachte im Repräsentantenhaus fünf Zusatzarti- kel zur Anklage wider Johnson ein, welche denselben des Mißbrauchs seiner präsidentiellen Patronatsrechte, der rechtswidrigen Absetzung legaler Beamten, der Einsetzung von Parteigenossen als deren Nachfolger, der gemeinschävlichen Anwendung des Begnadigungsrechtes beschuldigen. Die Zusatzartilel wurden in Erwägung genommen. ... Heber die Zahlung der Vertretnngssummen für Militärpflichtige, weiche sich bei der nächsten Truppen- Ergänzung vertreten lassen wollen, wurde folgende Bekanntmachung erlassen: 1) Die 700 ff. betragende Vertretnnqs- summe kann in der Periode vom 16. Juli d. I. bio einschließlich des Tags vor der im nächsten Herbste stattfindenden Trup- penergänzung zur Großh. Ginstandskasse in Darmstadt bezahlt werden. Wer nach dem t. August bezahlt, hak zugleich 4 Procent Verzugszinsen zu entrichten. Tie Zahlung darf nur tir groben, an den öffentlichen Kaffen gangbaren Münzsvrten ebn auch in Papiergeld geschehen. 2) Die Zahlung muß persönlich geleistet werden, und hat entweder durch den" Dienstpflichtigen selbst, oder durch einen Angehörigen, oder einen sonst Beauftragten zu geschehen. 3) Bei der Zahlung muß Vor- und Zunamen, Geburts- und Heimathsort und die Loosnummcr de« Dienstpflichtigen, sowie der Name desjenigen, welcher die Zahlung leistet, angegeben werden. 4) Die von Großh. EinstandS- kasse ausgestellte Quittung hat der Dienstpflichtige, oder Derjenige. welcher die Zahlung für ihn leistet, auf dem Secretariat Großh. KriegSministeriums vidiren zu lassen. An Samstag- Nachmittagen, sowie an Sonn - und Festtagen werden keine Zahlungen angenommen. Essen, 1. Juli. Die Erdstörungen nehmen in unserer Stadt leider unaufhaltsamen Fortgang. Neue Riffe sind in letzterer Zeit an mehreren Häusern im Innern der Stadt vor- gekommcn, so an dem Gerichtsgebäudc, an einem Privathause an der Brandstraße und an 'dem Ralhhause, die eine Linie bilden, welche auf den Riß in der Bahnhofstraße znfuhrt. Auch hinler dem Knappschaftsgebäude hat sich eine lang gezogene Kluft durch ein in der Nähe liegendes früheres Ziegelfeld gebildet und Bruche von Hjas- und W-sserröhren sind in dieser Gegend seit einiger Zeit an dcr Tagesordnung. Durch einen solchen Bruch hat die Gasanstalt neulich einen außerordentlichen Verlust von 30,000 Kubikfuß Gas erlitten. Paris, 14. Juli. Die „Deutsche Pariser Correspondenz' schreibt: „Marschall Niel hatte dem Verfasser der Geschichte Louvois', Camille Rouffet, die Darstellung der Kämpfe der republikanischen Armeen gegen die preußische Invasion von 1792 aufgetragen. Diese Arbeit, von patriotischem Feuer durchglüht, sollte einen für gewisse Eventualitäten sehr nützlichen Effekt ausüben. Das Werk war vollendet und der KricgSmiuister hatte es bereits dem „Moniteur" zur Veröffentlichung zugeschickt, als plötzlich Hr. Rouher dazwischentrat. Es schien ihm, daß. wie er es kürzlich in der Kammer auS- spcach unter den gegebenen Umständen „eine große Klugheit vonnöthen fei", und so verhinderte er den Abdruck der chauvinistischen Arbeit des Hrn. Rouffet in den Spalten des amtlichen Blattes." Paris. Die „Laterne" von Rochefort zählt bereits 100,000 Abonnenten. Jedes Blatt wird mit einem feueirothen Umschlag ausgegeben. In einem der letzten Blätter wird aus St. Helena gemeldet, daß die Gemächer Napoleons I. neu tape- zict würden. Uebcrhaupt bekommt der jetzige Kaiser in diesem Blatte viel zu hören, was ihm nicht genehm ist. — In den Kellergewölben der hiesigen Centralhalle ist ein Brand ausgebrochen. der 160,000 Pfund Butter und über eine Million Eier verzehrt bat. Leider sind dabei 16 Personen mit vielen Brandwunden bedeckt worden und 3 Menschen haben sogar daS Leben verloren. Ein Theil der Keliergewölbe ist eingestürzt. Vermischtes. Gießen. lSitzung des Gemeinderaths vom 17. 3 uli. Anwesend: der Großh. Bürgermeister Vogt, die Ge- meinderathsmitglicder Berg, Felsing, Haustein, Keller, Löber, Möhl, Nagel, Petri, Ricker, Rosenberg, Silbereisen, Wcidig. Der Gemeinderath beschließt, das Begehren des Großherzogl. Krtegsministeriums, 36,000 fl. für bauiiche Umänderungen des ZeugbauseS von Seiten dcr Städt zu bewilligen, um die Aus- easernirung eines beträchtlichen Theiles der Mannschaften des 2. Infanterieregimentes zu vermeiden, motivirt abzulehnen, und die Großh. Bürgermeisterei zu beauftragen, eine Erwiederung D entwenfen und nach deren Billigung durch die Gemeinde- raihs Mitglieder Hanstein und Keller abzusenden. Dem Vorschläge des Schulvorstandes beistimmend, wurde beschlossen, jeder der beiden Jndustiielehierinnen eine mit dem 1. Juli d. I. beginnende Gehaltsaufbesserung von 25 fl. zu bewilligen. In Betreff der Bitte der Erben des OberappellationSge- richtSraths Knorr beschließt der Gemeinderath mit Rücksicht auf die noch unentschiedene Frage über die Richtung der Qber- hezsischen Eisenbahnen und der hiernach wahrscheinlich gewordenen Aenderung des Bauplans aus dem Seltersberg ablehnend zu b-antworten. Der Gemeinderath erklärt sich mit dem Bauproject des Weißbinders I. Hoch e nverstanden, beschließt, den Großh. Bürgermeister und den Banausschuß zu beauftragen, die Baulinie für buS Hoch sche Haus (zwischen A. Nauheimer und dem ehemals Hofniannsichen Hause am Seltersthor) unter Beiziehung der Baubehörde abzustecken und dem Bittsteller das geringe Gelände, welches er zur Herstellung seines Bauwesens bedarf, jedoch ausschließlich der darauf befindlichen Bäume; für 2 fl. 30 fr. per Klafter und Zahlung aller entstehenden Kosten, zu überlaffen. Derselbe Beschluß gilt für das Baugesuch des Schreiners C. Seipp, welcher ebendahin weiter links zu bauen beabsichtigt. Der Gemeinder-th billigt die Ausführung des ihm voi'ge- legten, 57 fl. 57'/4 fr. betragenden Kostenvoranschlags zu Arbeiten an der Octroierheberstelle am Neustädterlhor. Der Getneinderath beschließt, für die Entdeckung des von Wckh. Wagenknecht von Alten-Buseck dnrch Beschädigung der Bäume an der Wiesecker Cbauffee begangenen Vergehens eine Belohnung von 10 fl. zu bewilligen Jmd der Großh. Polizci- verwaltnng zur Bertheilung an die betreffenden Entdecker zukommen zu lassen. Die übrigen Beschlüsse betreffen Angelegenheiten persönlicher Art. Gießen, 20. Juli. Verflossenen Freitag, Abends nach 10 Ohr, batten die Kneipgäste der „Puivermühle" und einige andere dazu gekommene Spaziergänger Gelegenheit, eine eben so seltene, wie interessante Encheinung zu beobachten. Es umschwirrte nämlich um diese Zeit die Gaslafeinen auf der Lahn- brncke eine solche Menge von sogenannten Eintagsfliegen, wie man sie noch selten geieben haben mag. Man hätte sich, trotz der warmen Somme>luft, beim Anblick dieser zahllosen Thier- chen, welche nicht nach Tausenden, sondern nach Millionen und Milliarden zählten, in das wüsteste Schneegestöber des November oder Februar versetzt denken können. Dabei war der Boden wenigstens 10 S»ritte int Umkreis der Laterne so hoch von den zuckenden, verendeitden Thierchen bedeckt, daß sie an manchen Stellen buchstäblich eine 5 7 Zoll hohe weiße Lchiwte bildeten. Die Menge war so groß, daß man ganze Waschkorbe damit bäte stillen können Den Hunden mochte dieff Schauspiel ebenfalls sehr unheimlich und befremdend Vorkommen, denn „Azur" machte ein entsetzlich dummes Gesicht da^u und fyielt Nch mit den übrigen in angemessener Entser- nung. Ein abergläubischer Landmann, mit welchem Einsender Darmstadt, 16. Juli. Im Laufe des nächsten Monats wird tot Rückkehr des Hrn. v. Dalwigk aus Lievland (wo derselbe bet seinem Schwiegervater weilt) erwartet, worauf dann sofort die Schließung des Landtags durch landesherrliches Edict erfolgt, ohne baß rie Kammern vorher noch einmal cinberu- fen würden. Der Zusammentritt be« neuen Landtags dürfte dann im Oktober l. I. erfolgen. Berlin, 17. Juli. Die „Kreuzzeit." sagt: Aus Anlatz ces von Rußland gemackten Vorschlages bezüglich der Explolivnsgeschosse habe Preußen Vie Einsetzung einer internationalen Experten-Eommissson zur Feststellung der Grenzen für Anwenkung sernweittgcr. Geschosse aus Geschütz und Gewehren vorgeschlagen unv Rußland ven preußischen Vorschlag acceptirt. Der Zusammentritt ter Commission werte wahrscheinlich nod> in viesem Jahre erfolgen. Berlin, 18. Juli. Der „StaotSanzeiger" publi- cirt einen Erlaß vom 4. Juli auf Grünt des Gesetzes, betreffend die zur Erweiterung ter BundeS- knegSmarine und Küstenvcrtheikigung genehmigte Ausgabe von 3,600,000 Thaler rerzinslichen Smats- anweisun en in Abschnitten von 100 und 1000 Thalrrn. Der Bundeskanzler wird den Zinssatz und die Um- laufstaner festsetzen. Cms, 17. Juli. Der König hat heute Mittag eine Deputation des Frankfurter Magistrats, an ke- reu Spitze der Bürgermeister Mumm sich befand, empfangen. Vor sein-r Abreise von hier wird sich der König auf einige Tage nab Wiesbaden begeben. München, 16. Juli. Daß sich Fürst Hohenlohe persönlich auf den Weg gemacht, um in Stuttgart mit seinen Collegen sich zu besprechen, beweist uns, daß er tiefen Ausflug für nöthig hielt, wenn er seine Bemühungen in Betreff der Festung Ulm und der Bildung einer süddeutschen Militärcommis, sion von einem glücklichen Erfolg gekrönt sehen wollte. Denn trotz der oifieiellen Dementis machte man in Stuttgart ein böses Gesicht zu den baierischen Vor- schlagen und es bedurfte des persönlichen BesueöeS des Fürsten, um den säumigen und mißtrauischen Hrn. v. Barnbüler zufrieden zu stellen und zu beruhigen. Der Zweck, den der Fürst mit seiner kurzen Reise verband, ist also vollkommen erreicht; die Ratification der Vereinbarungen wegen Ulm ist ausgewech- seit und die Aussicht auf eine schnelle Verständigung betreffs der Bildung einer sütdeutschen Militärcvm- mission sind ebenfalls gesichert. Heute Abend wird der Fürst hierher zurückkchren. Karlsruhe, 18. Juli. Die „Karlsruher Zeit." bestätigt, daß kurz nad, der bekannten Ankündigung der „Hoffmann'schen Correspondenz" die Einladung aus München hieher gelangte, eine süddeutsche Mil> täreommilsion auf Grund eines bereits entworfenen Statuts in München zusammentreten zu lassen; die badische Regierung aber, so wenig sie sid) principiell einer g meinschaftlichen Bcrathung der Defensivver- hältniffe Süoveutschlands im Zusammenhang mit der Verthcitigung Gesammtveutschlands zu entziehen gedenkt, sei nicht in der Lage gewesen, auf die gemachte Einladung einzugehen. — Die Verdandlungen mit Banrroft haben so rakchm Fortgang genom nen, daß bereits auf morgen die Unterzeichnung des badisch- nordrmerikanischen Vertrags erwartet wird. Parts, 16. Juli. Eine Londoner Depesche, welche cie Ankunft des Hrn. Drouyn de Lhuys in der englisch n Hauptstadt meldet, könnte zu irrthüm- lichen Aitsiegungen Anlaß geben. Herr Drouyn de Lhuvs, welcher Präsident der sranzöfischen Ackerbau- Gesellschaft ist, begibt sieh nad) Leieester zu einer landwirthschaftl chen Ausstellung. — Ein amtliches Telegramm aus Madrid erklärt die Angaben der „Epogue", daß in Eatalonien der Belagerungszu- stand verhängt worden wäre, und daß man in Saragossa die Vorbereitungen zu einem Pronunciamento entdeckt hätte, für unwahr. Die „Epogue" halt ihre Angabe aufrecht. W r glauben wenig an die Wahr- heitsliebe des Madrider Telegraphen, aber noch weniger an diejenige der „Epogue". Derselben De- sche zufolge sollten der Herzog und die Herzogin von Montpensicr erst gestern Abend nach Eintra abreisen. Di-sc Verzögerung rührt der „France" zufolge daher, daß die Verfügung des Eabincts, durd) welche dem p inzl chen Paar befohlen wird, Spanien zu verlassen, noch nicht die Sanction der Königin er- halten habe. — Das „Memorial kiplomat que" vrr- nimmt aus Rom,' es fei aller Grund zu der Annahme vorhanden, daß die katholischen Souveräne nacvtragl ch die Einladung erhalten werden, sich bei i bem Eoncil vertreten zu lassen. Der „Pr sse" schreibt man aus der Ewigen Stadt, daß die Vorbereitun- ^"chcnversammlung mit großem Eifer f^g-letzt^en^^ Commission tritt wöchent- eine tangere Unterredung über diese seltsame Erscheinung suchte diesen zu überzeugen, daß dieß eigentlich keine Thier»,» seien, sondern eS sei, wie man cS so nenne, „einem Bauern der Waizen fvrtgeflogen". Dabei beklagte er sehr den $„ lüft des Unglücklichen, welchen er wenigftens auf zwanzig Mal' ter schätzte. Alle eifrigen Gegenversicherungen Einsenders h,jJ er ab mit den Worten: „da verstehen Sie nichts davon d-r wissen wir Bauern besser!" Es wäre in der That zn'wüu schen, daß von naturwissenschaftlicher Seite Schritte zur lebrnng über das Wesen und die Eigenschaften jener intereffa» teü Thierchen gethau würden. Darmstadt, 16. Juli. Das heute erschienene Real,, rungsbiatt Nr. 37 enthält: gt I. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums de« Groß- herzoglichcn Hanfes und des Acußern, den zwischen dem Groß, herzogthum Hessen und dem Königreich Preußen abgeschlossenen Vertrag über Verwaltung und Betrieb der im Großh,r- zoglichen Gebiet belegenen Strecke der Main-Weser-Bahn be. treffei.d. ' II. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des In, nern, die Militär-Dienstpflicht der SchulamtS.Candidaten bi- treffcnd. Dieselbe lautet: Da die Echulamts-Candidaten, welche ihre Befähignnq für ia« Schulamt in der vorschriftsmäßigen Prüfung nachgewiesen haben und den Bestimniungcn der §§. 8 und 46 der Militär- Ersatz-Jnstruetion vom 26. März I. I. zufolge ihre Dienstpflicht bei der Fahne durch eine sechswöchentliche Hebung bei einem Jnfanterie-jflegiment genügen wollen, ihre Anmeldung zur Einstellung seither vornahmen, ohne sich bei der Departe- mcnts-Ersatz-Commission zur körperlichen Untersuchung gestelli zu haben, so wird hiermit zur Kenntniß der Betheiligtcn gebracht, daß alle genannten Candidaten zuerst bei dem Depat- tements-Ersatz-Geschäft unter Vorzeigung ihrer Berechtig»»- auch körperlich geprüft werden müssen, und daß die tauglich Befundenen dann im Laufe des nächsten militärischen Dienß- lahreS Alle zu gleicher Zeit zu einem Truppentheil werden ein- bevrdcrt werden. I!I. D i e n st n a ch r! ch t e n. Am 22. Jiini wurde der Pfarr- Verwalter Jacobi zu Lflhofen zum katholischen Pfarrer daselbst ernannt; — am 27. Juni wurde dem Jacob Meinhardt aus Lber-MooS das Patent als Geometer der zweiten Klasse für den Kreis Lauterbach, — am 30. Juni dem @ei>- nietet dritter Klaffe Bock aus Erbenhausen das Patent als Geometer der zweiten Klaffe für den Kreis Alsfeld, — dem C. W. Steinhäuser aus Butzbach das Patent als Geometer der zweiten Klaffe für den Kreis Friedberg — und an dem,elben Tage dem PH. Hardt — und dem Joh. Pitt II. aus Großeu-Liudcu das Patent al« Geometer der dritten Klasse für den Kreis Gießen ertheilt. IV. Gestorben: am 12. April der pensionirte Lehrer «n *1CC flu6 Gaii-AlgeSheim; — am 20. Juni der Invalide Weick von Nordheim; — am 26. Juni der pensionirte Liber- appellations- und Cassationögerichtsrath Geheimerath Schenck zu Tarnistadt, — am 30. Juni der evangelische Pfarrer H ed- daus zu Appenheim.