tt dir arole. >lchrn 'blich te der l, die ''fiert rank- Rittet nfiren Zielt nsche sch'l- Mini.- se in »t X. mit- nach llach- 'füllt, schien ' sich ' sehr ilant. elcher :f de« zwei ’ der , um : der höchst e für h er- i ein zton, d die lchem u der oegen 5V- Bau- hrend kosten , die t, f» t. — nord» einer unke, ndert >na", ergab einer jen ja dem chlag :gon- habt ?omS An- ignal eigen elbst. ädten hmen i dar Solen und itter; : und Sota; ffent- ch in ifern, 'nen, allen llige- oder ufern nisch : der Wen ume, Ver- der- r die einem iückS- fuh't fahrt chten jatte. traße ende, r die wäh- jonte hützt mhn- ' und Som; von i am und schen und soll üchN- llarS Can» liars t die hriet. Preis Vierteljährlich 36 kr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen Vierteljährlich 51 fr. (Achmer Anzeiger Erscheint wöchentlich dreimal. Dienstags, Donnerstags und Samstags. — Expedition: Canzlkiberg SU. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Areis Kielen. Ne. 9S« Donnerstag den 20. August 186S. Brodpreise: 4 Pfund gemischtes Brod 18 kr. 4 Pfund Roggenbrod 15 kr. Amtliche Bekanntmachungen. Gießen, am 15. August 1868. Betreffend: Die Bedeckung der Stuten durch die Landgestütsbeschäler im Jahr 1868. Das Groß herzogliche Kreisamt Gießen an die Großherzoglichen Bürgermeistereien Allendorf a. d. Lahn, Heuchelheim, Klein - Linden, Leihgestern, Rieder-Bessingen und Watzenborn. Wir erinnern Sie an Erledigung der Verfügung vom 1. August 1868 binnen 3 Tagen bei 3 fl. Strafe. Dr. G o l d m a n n. Versteigerungen. Die Vergebung von Arbeiten bei der Stadt Gießen. 5791) Freitag den 21. d. Mts., Vormittags 9 Uhr, sollen auf dem Rathhause dahier folgende Arbeiten, als: Wagnerarbeit, veranschl. zu 11 fl. 50 kr. Schmiedearbeit, „ „ 5 „ — „ Weißbinderarbeit, „ „ 5 „ 40 „ an den Wenigstfordernden vergeben werden. Gießen, den 18. August 1868- Großhcrzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. 5781) Montag den 24. August und die folgenden Tage, Nachmittags 2 Uhr, sollen in der Behausung der verstorbenen Friedrich Vogt Eheleute dahier die zu deren Nachlaß gehörigen Mobilien, als: Bettwerk, Weißzeug re. öffentlich meistbietend versteigert werden. 5778) Freitag den 21. August d. I. sollen im Seipp'schen Hause am Seltersthor im oberen Stock allerlei Hausgeräthe, Bettung, Kleidungsstücke, sowie noch zwei ganz neue Oefen, für Steinkohlen eingerichtet, umzugshalber gegen baare Zahlung versteigert werden. Bettstrohlieftrung. 5780) Freitag den 21. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, wird der Bedarf von Bettstroh pr. 1868/69, unter den auf dem Bureau der unterzeichneten Garnisonverwaltung offen liegenden Bedingungen auf dem Soumissionswege in Accord gegeben. Gießen, den 17. August 1868. Großherzogliche Garnison-Verwaltung Gießen. Nischwitz, Qnartiermeister. Arbeitsversteigerung zu Annerod, — kr. 29 18 160 139 48 381 48 80 245 30 L- Hahn, Bezirksbauaufseher 5803) Samstag den 22. d. Mts., Nachmittags 1 Uhr, anschlagt zu..... Maurerarbeit daselbst, veranschlagt zu..... Steinlieferung daselbst, verfallen im hiesigen Gemeindelocale nachfolgend verzeichnete Arbeiten öffentlich wenigst- nehmend in Accord gegeben werden, als: Unterhaltung der Gemeinde- grundstücke, veranschl. zu 102 fl. Weißbinderarbeit im Schul- Hause, veranschlagt zu . . Unterhaltung derOrtsstraßen und Wege, bestehend in Fuhr- und Handarbeit, veranschlagt zu..... Planirarbeit am Wege nach Rödgen, veranschlagt zu. . Chaussirarbeit daselbst, veranschlagt zu Steinsetzen das., veranschl. zu 24 Annerod, am 19. August 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Annerod. Nächsten Dienstag, den 23. August, Morgens 10 Uhr, werden aus dem Hofe des Herr» La- bro isse (Seltersweg) durch neue Einrichtung entbehrlich gewordene Gegenstände, als: 2 Hausthürcn, 1 Hofthor, Thuren, Fenster, Fensterfutter, 1 Treppe, steinerne Treppentritte, Sandstein- Plättchen u. dgl., meistbietend gegen baare Zahlung versteigert werden. (5798) Gießen, den 18. August 1868. Feilgebotenes. 5807) Lefauchcux-Patronen, Cramer'sches Jagdpulver, Patentschrot, Pfropfen re-, empfiehlt Emil Pistor. 5808) Eingemachte Gurken sind zu haben bei Eduard Spier, _________________________Seltersweg. 5779) In Auftrag zu verkaufen: eine noch gut erhaltene Chaise, Halbverdeck, (leichter Einspänner.) Das Nähere zu erfragen bei C. Pietsch l. (Dienstmann-Jnstitut.) 5768) Ein noch gut erhaltener Flügel steht wegen Wegzugs zum Verkauf. Wo? sagt die Exped. d. Bltts. 5782) Malaga und Madeira in ausgesuchter Waare bei Gebr- Ebel- 5809) Kartoffeln, das Mäßchen zu 3 kr., sind zu hohen bei Eduard Spier, Seltersweg. 5772) Eine neue Uniform ist wohlfeil abzugehen. Bei wem? sagt die Expedition dieses Blattes. 5792) Eine Partie gutgehaltene Cigarrenkiftchen ist billig abzugeben. Bei wem? sagt die Exped. d. Bltts. Vorschußmehl, pr. Pfd- 8 und 8‘2 kr. Blüthenmehl, „ „ 9 kr., bei Markus Engel, in den Neuenbäuen. NB. Alle Arten von Frucht kaufe ich stets zu den höchsten Preisen an. (5806) 5810) Frucht- und Kartoffelsäcke sind stets vorräthig bei Eduard Spier, Seltersweg. 5765) Ein noch sehr gut erhaltenes Cla- vier ist wegen Wegzugs zu verkaufen. Bei wem? sagt die Exped. d. Bltts. 5777) Unterzeichnete beabsichtigen ihre Grundstücke, wie solche im Anzeiger Nr. 96 näher heschrieben sind, gegen 8jährige Zielzahlungen und unter sehr günstigen Bedingungen, ans freier Hand zu verkaufen. — Kaufliebhaber wollen sich oirect an sie wenden. Heinrich Becker's Eheleute. Dr. Hildebrandt's vegetabilischer Haarbalsam, ein vorzügliches Mittel zur Erhaltung und Verschönerung des Haarwuchses und Wiedererzeugung des verlorenen Kopfhaares, selbst auf kahlgewordenen Stellen, a Flacon 54 kr.; Chinesische Haarfarbe - Tinctur, um auf völlig unschädliche Weise Kopf- und Barthaare ächt blond, braun oder schwarz zu färben, ä Flacon 1 fl. 28 kr- und 45 kr. ; Englische Barterzeugnngs-Tinctur, durch deren Anwendung selbst junge Leute einen kräftigen Bart erhalten, ä Flacon 54 kr. und 27 kr.; (5790) bei Carl Frech. g Wechsel auf Üew-York zum Tagescourse sind stets zu haben bei Ifluyet* JUttyct*. in Frankfurt a. M. Feinen holländischen Tahak der Firma Henricus Oldenkott H. Zoon $ Co, te Amsterdam empfiehlt Half - Canaster ü Bei Abnahme grösserer 24 28 36 a ä Gr. (’. Spruck, alleiniges Depöt für Giessen. Canaster Nr. 1 ä — fl. 42 kr., kr. n T> Posten 1 a — 0 ä 1 » 56 „ , 10 , entsprechenden Rabatt und Verpackung nach Wunsch des Bestellers. (5784) Varinas „ V arinas „ I. Zoort II. „ 3800) Frühäpfel zum Kochen verkauft Theodor Rautenstrauch, an der Schoor. 5773) Ein wohlerhaltener Flügel ist Auswanderung halber wohlfeil abzugeben. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 5793) Bei Ehr. Winter in Frankfurt a. M. ist erschieneu und in allen Buchhandlungen für2Sgr. zu haben: das GasbüMein des Herrn Ja hn, beleuchtet von I. Brün ner, eine Warnung für Gasconsnmrntm. Verrniethungen 5771) Eine Familienwohnung ist zu ver- miethen Neuenweg Lit. B. Nr. 191. 5801) In der Nähe des Marktes ist ein Zimmer, parterre, zu einem Laden sich eignend, zu vermiethen: auf Verlangen kann noch ein Zimmer dazu gegeben werden. Näheres bet der Exped. d. Bltts. 5774) Zwei Zimmer mit Cabinet, mit oder ohne Möbel, können zusammen oder auch getrennt vermiethet werden. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 5769) Zwei große möblirte Zimmer, das eine mit Cabinet, sowie ein kleineres, sind zu vermiethen und am 1. September zu beziehen Canzleiberg Lit. B. Nr. 67. 5805) Ein Logis für einen einzelnen Herrn oder eine Dame ist zu vermiethen. Bei wem? sagt die Exped. d. Bltts. 5775) Zwei Familicnlogis sind in dem ehemaligen Marguth'schen Hause zu ver- niiethen bei Will) Knoll, Kirchendiener. 5766) In Becker's neuem Hause auf der Anlage sind noch Logis mit allen Bequemlichkeiten, Bleichplatz und Waschküche zu vermiethen und den 1. October beziehbar; auf Verlangen kann auch Stallung dazu abgegeben werden. Vermischte Anzeigen. 5794) Verl o r e n zwei Glieder eines goldenen Armbandes. Der Finder wird gebeten, dieselben gegen Belohnung an die Exped. d. Bl. abzugeben. I Agent gesucht für meine Pariser Glace-Handschuhfärbcrei, in der man getragene Handschuhe durch Umfärben in jeder beliebigen Farbe wieder neu herstellt. Nur solide Geschäfte mögen sich mit mir in Verbindung setzen. Conrad Ambrosius, Kunstfärber, Allcrheiligenstr. 91 in Frankfurt a. M. 5802) Ein braves Mädchen, das in allen häusliches Arbeiten erfahren ist, wird sogleich oder auf Michaeli in Dienst gesucht. Zu erfragen bei der Exped. b. Bltts. Die Bahnhofsanlage. 5767) Die permanent qewordene, jeden Tag sich mehr steigernde Slufregung unter der hiesigen Einwohnerschaft hinsichtlich der Bahnhofsanlage veranlaßt eine Anzahl Bürger, zur Besprechung dieses für die Stadt so höchst wichtigen Gegenstandes zu einer Bürgerversammlung auf Samstag -en 22. August, Abends 8 Uhr, im Le Lö schen Saale hiermit einzuladen, und Alle, welche an dieser Eristenzfrage für Gießen ein Interesse nehmen, und insbesondere Diejenigen, welche ihren Ansichten leichten, mündlichen Ausdruck zu verleihen int Stande sind, angelegen^ lichst auffordern, zu erscheinen. 1868 3*3*te Ziehung- der österr. Staats - JLoose vom Jahre 1SB1. Höchster Treffer fl. 200,000, niedrigster fl. 155 östr. Währ. Einlage *8 Thlr. — Ul. 3. 30 süddeutsch. Sieben Betlieilignngen kosten nur Thir. 18 — fl. 81 süddeutsch. Mit k. k. Stempel versehene Betheiligungen empfehlen VOELCKER & O Bankgeschäft in Wien, Kolowrat ring Nr. 4. I NB. Nachnahmeu können nicht erhoben werden. (5770) Pserde-WeN-Renneil in Frankfurt a lll bett 22., 23 und 24. August 1868, Nachmittags V?4 Uhr, am Forsthaus, 18 Rennen mit Preisen zusammen im Werthe von circa Thlr-12000 und 2 Eh ren-Preisen. Eintrittspreise: Erster Platz: für Herren: fl. 5, für Damen: fl. 2V?, 1 Herrenbillet für drei Tage fl. 10. Zweiter Platz: fl. 1. — Dritter Platz r 30 fr. — Stehplatz: 18 fr. (5783) Das Direetorium des Rheinischen Renn-Vereins. Bekanntmachungen aller Art in sämmtliche deutsche, französische, englische, russische, dänische, holländische, schwedische etc. Zeitungen, werden prompt zu dem Original-Insertionspreis ohne Anrechnung von Porti oder sonstigen Spesen besorgt und bei grösseren Aufträgen entsprechender Rabatt gewährt. Annoncen-Bureau von Eugen Fort in ^Leipzig. Mein neuester Zeitungs - Catalog nebst Insertionstarif steht auf franco Verlangen gratis und franco zu Diensten. 5797) Sonntag den 23. und Montag den 24. August: Kirchweihfest zu Atbach, wozu ergebenst einladet Wirth Christian Lauer. 5131) In der neu errichteten Kunst-Färberei-, -Wascherei und -Druckerei von Jacob Küchel in Homburg v. d. H. werden alle seidenen, wollenen, halb- und baumwollenen Zeuge und Kleider, Herren- Kleider (unzertrennt), Shawls, Teppiche, Plüsche, Bänder, Schleier, Federn u. s. w., Zeug- und Glace-Handschuhe auf's Schönste gefärbt und mit den neuesten und modernsten Mustern bedruckt, auf's Beste und Schnellste chemisch gewaschen und mit den neuesten und besten Maschinen wieder wie neu appretirt. Die Aechtheit der Farben, sowie eine rasche und billige Bedienung wird garantirt. Die Haupt-Niederlage, wo Muster zur gefälligen Ansicht offen liegen und Bestellungen rasch und prompt besorgt werden, befindet sich bei Fräul. Susanne Weiß (Hutlager), vis-ä-vis dem Herrn Kaufmann Pi stör. Frachtbriefe für die Main-Weser- und Cöln-Mindener- Gisenbahn, sowie sämmtliche zollamtlichen Formulare, und zu haben bet Wilhelm Klee, Mäuöburq. An epileptischen Krämpsen (Fallsucht), Kopf-, Brust- und Magenkrampf Leidende werden sicher und dauernd hergestellt. Beweis mehrere Hundert Danksagungsschreiben aus allen Staaten Europas. Näheres unter genauer Angabe der Adresse durch Frau Ww. I. Plaumann, Reander-Str. Nr. 18, Berlin. (5787) 5804) Kost und Logis können zwei junge Leute billig erhalten. Das Nähere bei der Exped. d. Bltts. 5724) Die Fertigung von 25 bis 30 Tausend Feldbrand-Steinen ist gegen guten Lohn zu vergeben. Näheres bei der Exped. d. Bl. 5796) Verlöre» wurde auf dem Wege vom Wallthor bis auf den Neuenweg ein Rest großgeblümtes Möbelzeug. Dem Wiederbringer eine Belohnung von 30 fr. in Lit. B. Nr. 195 auf dem Neuenweg. 5785) Für ein Auswanderer-Geschäft, welches für Bremen, Hamburg, Liverpool und Antwerpen concessionirt ist, wird in Gießen ein thätiger Agent gesucht. Wenn gewünscht, wird die gesetzliche Kaution geliefert. — Offerten unter B. und H. besorgt die Exped. d. Bltts. 5776) Ein kräftiger Hausbursche wird gesucht von W- Zur buch. Ziußer'scher Garten. 5795) Heute, Donnerstag den 20. August: Großes Milttär-Concert, ausgeführt vom Musik-Corps des 11. Jägerbataillons in Marburg, bei Gelegenheit des Durchmarsches. Anfang 4y2 Uhr. Cntree für Herren 12 fr., für Damen 6 fr. Auswanderer nach Amerika ^befördert wöchentlich vermittelst Dampf- und Segelschiffen bei reeller und billigster L Bedienung I. M. Schulhof, am Ratbbaus. Durch langjährigen Aufenthalt in Amerika bin ich im Stande, jedem Auswanderer die beste Auskunft zu ertdeilen. Kaltwasserheilanstalt NASSAU. 5789) Römische und Kieferbäder. Heilgymnastik, Pneumat. Apparate, Molkenkuren. Pension incl. Cur ll/a bis 2'/3 Thlr. täglich. — Station bei Ems. — Dr. Runge. Die Zeitungs - Annoncen - Expedition von G. L. Daube K Comp. in Frankfurt a. M., Stuttgart, Hamburg und Brüssel hat einen neuen, mit größter Sorgfalt zusammengestellten Zeitungs-Catalog herausgegeben. Sie befördert Anzeigen in sämmtliche in Deutschland, ganz Europa und den anderen Erdtheilen erscheinende Zeitungen, Zeitschriften u. s. w- Börseunachrichteu. 18. August 1868. Preuss. 4*/2% Obi. 96 Frankf. 3*/zo/o Obi. 8O‘/3 Nass. 41/Wo Obi. 951/4 Kurh. 4<>/o Obi. 88 Hess. 4O/o Obi. b. Roths. 89 V4 „ 31/2% üo. do. — Bayer. 5% Obi. 102 „ 4V2°/o 1jährige 96‘/2 „ 41/2% '/2jährige 961/a Wiirtemb. 4'/2% Öbl. 95*/g Baden 41/20/o Obi. c. E.L. 943/4 Oestr. 5% b. R. — „ 50/0 National 537/s „ 50/0 Metall. Obi. — „ M. steuerf. 52*/2 Amer. 60/0 1882r Bds. 743/4 „ 6»/0 1885r 73-/8 Aetien. Frankf. Bank 1245/s Oester. Bank 764 „ Creditact. 221 Darmst. Bankaot. 244'/3 Prioritäten. 5O/o östr. F. St. E. B. 256'/2 Ludwigsh.-Bexbach 159'/8 Maxbahn 108 Bayer. Ostbahn I28V4 Hess. Ludwigsbahn 134'/2 5% östr. Stsb.-Prior. 533/4 3% östr. s. Lombard. 43-/g 3% Livorneser S0*/2 Toscaner 46-/4 Frankf. Hypoth.-Bank — Frankf. Vereins-Kasse — 5% Elisabeth-Prior. 74-/4 do. II. Emiss. 73 Anleliensloose. Kurh. 40 Thlr. Loose 551/g Nassau fl. 25 b. Roth. 363/g Gr. Hess. fl. 50 b. R. 156 Gr. Hess. fl. 25 b. R. 4O'/4 4<*/j bayr. Präm, Anl. 103 4<>/o badische Loose 100-/g Badische fl. 35 Loose 53% 1858r Prioritätsloose 142'/4 1860r Loose 743/j 1864r . IOOS/4 Wechsel. Amsterd. k. 8. 100 Augsb. k. 8. 993/4 Berlin k. 8. 105'/s Bremen k. 8. 98 Cöln k. S. 1051/6 Hamburg k. 8. 88 Leipzig k. 8. 105 London k. 8. 119-/g Lyon k. 8. — Paris k. 8. 95'/8 Wien k. 8. 104i/4 Disconto 30/0 G. Ueidsorten. Pr. Cass. Sch. 1 447/ti-45'/8 Div. Cass.-A. — Pr. Friedrdor. 9 58>/z-59'/z Pistolen . . 9 48-50 „ doppelte 9 47-49 Holl. fl. 10 St. 9 54-56 Ducaten . . 5 36-38 20 Frankenst. 9 29I/2-30,/2 Engi. Souver. 11 54-58 Russ. Imper. 9 48-50 Doll, in Gold 2 27-28 Frucht- und Mehlpreife in verflossener Woche von nachbenannten Orten und Fruchtmärkten. Fruchtmärkte. Aug. Waizen. Korn. Auf dem Markt MD preis Auf dem Markt Mit-- preis = = verk- fl. fr. t=TL£ <5 03 fl. fr. M- M- M- M- Alsfeld — — — — — — — Grünberg 15. — 311 i 11 54 — 178) 9 7 Lauterbach 15. 45 i 26 12 — 68 47 9 — Mainz 14. 12'37 — — 8 46 Gerste. Spelz. Hafer. Erbsen. Auf dem Markt Mit^ preis Auf dem Markt Mit.- preis Auf dem Markt Mit.- preis Auf dem Marft Mlt.- preis ET» verk. fl. fr. auf- 1M fl. fr. auf: gcf- । verk. fl. fr. IS verk. fl. fr. M. M. M. M. M- M. M. M. _ 27 7 14 _ 159 2 — — 11 11 6 —. — — — 7 7 5 — 8 10 — — — — 5 50 — — — — Linsen. Wicken. Kartoffeln. Weiß- mehl. Roggen 1 mehl. Auf dem Markt Mit.- preis Auf dem Markt Mit.- preis Auf dem Markt Mit.- preis lauf: I sef- verk. fl. fr. auf: gef- 'Pia fl. fr. auf. gef. verk- fl. fr. fl. fr. fl. fr- Illlst §1111 — —7 §1111 h 1 1 11 — — § 1 IM M. 1 71 4 2 — — — — — — — — Normalgewicht per Malter: Waizen 200, Korn 180, Gerste 160, Spelz und Hafer 120, Erbsen, Linsen, Wicken 220, Kartoffeln 200, Mehl 140 Pfund- Die Verschwörer von 1799. Roman von de Saint-Felix. (Fortsetzung) — Darf man fragen, wa« Du da schreibst, ohne indi-cret zu erscheinen? fragte Coraly mit boshaftem Tone. — Recht gern. Ich antworte: Da meine Kollegen und ich zu der Er- kenntniß gelangt sind, daß dieser Offizier verdächtig, ja, ein Verbrecher ist, so ertheilc ich der Polizei den Befehl, ihn zu verhaften. Coraly vermochte kaum eine heftige Aufwallung des Zornes zu unterdrücken. — Ihn verhaften! rief sie dann mit unbeschreiblichem Tone. Ah, Herr Graf, heißt das nicht Vic vergangene Zeit, jene verruchte Herrschaft der persönlichen Laune zum Excmpel nehmen? — Nein, ich gebrauche mein Recht. — Das gleicht aber einem geheimen königlichen Vcrhaftsbefehle wie ein Ei dem andern. — Durchaus nicht. — Nun, wenn es sich nicht völlig gleich ist, springt Einem doch die Aehn- lichkeit in die Augen. Jedenfalls heißt es die Willkür so ziemlich auf Vie Spitze treiben, um mich keines stärkeren Ausdrucks zu bedienen. — Du bist toll, Mädchen! Bald wirst Du mich zornig machen! — Köstlich! Was nennst Du wohl Zorn? fragte Coraly. Ist, was Du da schreibst, nicht ein Act der Wuth? — Das ist zu viel! versetzte Barras mit strengem Tone. Soll ich Dir etwa jetzt beweisen, baß Du wahnsinnig bist? — Beweise mir's! Ich höre schon zu. — Du willst es? — Ich verlange es. Sprich! — Wenn ich sprechen muß, werbe ich grausam sein. Mache Dich also darauf gefaßt! — Der Weise bebt vor keinem Schicksalsschlage, rezitirte Coraly pathetisch, aber voch wiber Willen eröleichenb. — Immer nur Spott! Wohl, es sei! In der That erzeige ich Dir viel- leicht einen Dienst dadurch, sagte Barras. Laß Dich also beveuten, Kind, baß Du bei Vieser ganzen Sache eine extravagante Schwärmerin bist. Die Leiven- schaft ist Dir in's Hirn gestiegen ... Du bist toll geworven, ich begreife nicht wie . . . aber mit einem Worte, ob Du Dich ernstlich — das wäre schon cu- rios genug — in Viesen Offizier verliebt hast, welchen Du erst seit wenigen Tagen unv durch meine Vermittlung kennst, over ob Du nur ein phantastisches Interesse des Augenblicks für ihn hegst, bleibt sich gleich; in beiven Fällen bist Du von ihm betrogen . . . — Ich! rief Coraly plötzlich erröthend aus. — Niemand anvers! Vor der Polizei, siehst Du, schwindet jede Illusion. Wir wissen bestimmt, daß der schöne Afrikaner mit einer^leidenschaftlichen Liebe im Herzen nach Frankreich zurückgekommen ist. Du seufzest nach ihm . . . Dein Cavalier läßt sich anbeten und ist doch zum Sterben in eine Andere verliebt. Das ist eine grausame Nachricht, nicht wahr, schöne Coraly? Aber Du hast mich gezwungen, sie Dir mitzutheilen. Coraly heftete ihre großen, funkelnden Augen auf den Direktor. Es lag Zorn, Trotz unv Zärtlichkeit in ihrem Blicke. — Du zweifelst an meinen Worten? fragte Barras. — Ich zweifle an Nichts, wenn ich Beweise erhalte, antwortete Coraly. — Beweise! rief ver Direktor aus. Fürwahr, an Venen fehlt es nicht! Der Hauptmann hat sich weder in eine Sultana, noch in eine Aimee vergafft. Er ist nicht der Mann, welcher vor seiner Geliebten entflieht. Der Herr Love- lace ist im Gegentheil zurückgekommen, um die schöne Clariffe wiederzusehen, welche in seinem Vaterlande geblieben war. Zur ersten Liebe Glück Kehrt stets der Mensch zurück — — Du kennst das Lied, nicht wahr, himmlische Coraly? Du würdest also jedenfalls nur Nr 2 fein, v. h. sein Zeitvertreib, das Spielzeug seiner Laune; Venn Nr. 1 existirt in all' ihrer Glorie. Ich stoße Dir einen Dolch in Dein armes kleines Herz, mein Kind — es thut mir leiv, aber . . . — Kennst Du ven Namen Vieser Frau? unterbrach in Coraly mit völliger Ruhe. — Die Polizei weiß Alles. Diese Frau ist eine junge Dame Ver vornehmsten Abkunft, eine Aristokratin; sie heißt . . . — Still, Bürger Barras! fiel ihm Coraly in's Wort. Ich will nichts weiter erfahren. Was geht cs mich an? Ist Vieser Offizier mir irgend von Wichtigkeit? Ein Hauptmann der Cavallerie, wie man deren zu Tausenden findet! Ein Orvonnanzoffizier, dessen glorreichste Waffenthat vielleicht in der Mission besteht, welche er gegenwärtig erfüllt, in der Mission eines Fahnen-Ueber- bringers . . . — Bravo! rief Barras aus. Jetzt erkenne ich wieder meine entzückende Coraly! — Welch' ein Anspruch auf Ruhm, fuhr sie mit beißendem Spotte fort. Bewundern wir diesen Helden! Während so viele Andere in Egypten bleiben, um sich Tag für Tag mit den Türken und Arabern herumzuschlagen, läßt sich dieser tapfere Hauptmann von seinem General den Auftrag geben, ein Paar Pferdeschwänzc zu spediren; denn sagtest Du mir nicht, daß er hergekommen sei, um die drei Roßschweife von Murad-Bey und die zwei Roßschweife von Ibrahim-Bey zu überbringen? — Ja wohl, anbetungswerthe Coraly. — Herrliche Waffenthat! sagte sie mit einem seltsamen Ausdruck, aber schöner als je. Glorreiche Waffenthat! Das Meer auf einem sicheren Schiffe durchfahren, begleitet von zwei bis an die Zähne bewaffneten Dragonern, von Toulon nach Paris reiten, hier nach einer vergnügten Reise anlangen und zu Füßen des Directoriums zwei Feldzeichen niederlegen, welche freilich dem Feinde genommen worden sein, aber vermuthlich durch seine Kameraden. O, es ist zum Entzücken, es ist göttlich! Vie Nachwelt wird davon reden! — Alles was Du sagst, ist voller Geist, Logik und Wahrheit, versetzte Barras, seinen Brief zusiegelnd. Da nun dieser Offizier gleichfalls der geheime Agent einer Partei ist, deren Treiben wir aufvecken werden, muß ich ihn verhaften lassen. Sei so gut, einem Deiner Leute zu schellen. Dieser Brief ist a« den Polizei-Minister zu besorgen. Coraly blieb unbeweglich auf ihrem Stuhle, die Stirn auf die Hand gestützt und von einem Sturm aufregender Gedanken bewegt. Sie hörte nicht mehr auf Barras, welcher jetzt aufstanv und zu einem Klingelzuge neben dem Kamine hinüberschritt. Allein in demselben Augenblick trat ein Diener in'« Zimmer und sagte mit lauter Stimme zu der Herrin des Hauses: — Will Fräulein dem Hauptmann Reymoud die Ehre erweisen, ihn zu empfangen? Dieser Name berührte Coraly wie ein elektrischer Schlag. Sie fuhr zusammen, warf ihr Haupt stolz in die Höhe und antwortete dem Bedienten nur durch einen zornigen Blick. Der Direktor übernahm es, zu antworten. Seinen versiegelten Brief auf das Marmorgesims des Kamins niederlegend, sagte er dem Diener; — Fräulein ist zu Hause, laß ihn kommen! Gleich darauf trat der Hauptmann über die Schwelle in den Saal und begrüßte Coraly wie den Direktor, den er nicht hier zu finden erwartet hatte. — Nur heran, Hauptmann! sprach der Direktor. Es war just von Ihnen die Rede, Fräulein Coraly beklagte sich eben, baß sie von Ihnen vergessen sei. Coraly sanbte Barras einen Blick voller Rachgier, aber zugleich voller Verachtung zu. — Fräulein Coraly erweist mir viel Ehre, antwortete Reymonv. Es ist schön von ihr, daß sie an einem armen Soldaten Interesse nimmt. Es ist wahr, vaß sie keinen größeren Bewunderer als diesen Soldaten besitzt. Ein frostiges Schweigen folgte seinen Worten. Der Hauptmann begriff, Vaß man ihm in der Meinung der Herrin des Hauses arg geschadet habe. — Wie, Fräulein? nahm der Direktor das Wort. Sind Sie nicht höchst erfreut über ven Dankbesuch, welchen Ihnen der Hauptmann jetzt adstattet? — Verzeihen Sie, Bürger Direktor, wandte der Offizier lebhaft ein. Dank setzt immer eine Wohlthat, eine erwiesene Gunst voraus. Es wäre deshalb sehr abgeschmackt, wollte ich Fräulein den geringsten Dank sagen; ihre Freundlichkeit gegdn mich beschränkt fick auf ein sehr offen an ven Tag gelegtes, ohne Zweifel sehr aufrichtiges Interesse, aber Voch nur ein einfaches Interesse. Und da ich jeden Augenblick nach Egypten zurückberufen werden kann, wollte ich ihre Aufträge nach einem Lande einholen, wo sie so viele Verehrer besitzt, wie ich die Ehre hatte, von Ihnen, Bürger Direktor, zu erfahren. Coraly beobachtete noch immer ein hartnäckiges Schweigen. Um ihre Aufregung zu verbergen, begann sie mit einem schönen Wachtelhünvchen zu spielen, das in's Zimmer geschlüpft und eilig zu seiner Herrin geflüchtet war. Reymonv wollte seinen Besuch abkürzen; er griff bereits an feinen Degen und knöpfte feine Handschuhe zu, wie Jemand, der sich empfehlen will, als Barras, welcher feine Absicht verrieth, dem Gespräch eine ernstere Wendung gab, indem er Die Worte sprach: — Der Zufall kommt mir gelegen, Hauptmann. Ich hatte mit Ihnen zu reden. Reymonv blieb ruhig auf seinem Stuhle sitzen. — Ich stehe zu Ihren Diensten, versetzte er. — Wollen Sie meine Frage beantworten, Hauptmann? — Ich bin zu jeglicher Antwort bereit, versicherte der Offizier- Nur wird mir der Bürger Direktor zuvor die Frage erlauben, mit wem ich die Ehre haben werde, zu reden. — Nun natürlich, mit mir, antwortete Perikles. — Mit Dem Bürger Barras oder mit Dem PräsiDenten Des Direktoriums? fragte Der Hauptmann Reymonv. — Vielleicht mit beiden, erwiederte der Direktor. Indessen, fügte er nach kurzem Besinnen hinzu, lassen Sie uns annehmen, daß Sic fur's erste dem Präsidenten antworten. Der Offizier stand auf, schob die rechte Hand in seine Weste, den Hut unter Den linken Arm, und blieb mit erhobenem Haupt und zuversichtlichem Blick, allein ohne Die mindeste Prahlerei, vor dem Direktor stehen. Barras lächelte fast unmerklich; im Grunde, sah man, war er sehr ernst gestimmt. — Hauptmann, nahm der Direktor das Wort, Ihr kommt von der Armee in Egypten, und in ven ersten Tagen Eures Aufenthalts in Frankreich kauft Ihr ein werthvolles Lanvgut, welches Ihr mit baarem Golve bezahlt. Die Regierung, welcher Ihr vient, hat das Recht, Euch zu fragen, woher Ihr plötzlich diesen Reichthum erhalten habt; denn bisher wußte man nicht, daß Ihr Vermögen besaßet. Woher kommt all' dies Gold? — Ich bin mit fünfundzwanzig Louisv'or in der Tasche von Egypten gekommen, sagte Reymonv mit ruhiger unv klangvoller Stimme. Was jenes Landgut betrifft, das ich gekauft haben soll, so gehört es Herrn Clement, Dem früheren' Verwalter des Schlosses, welcher es jetzt erworben hat. Ich habe meinen Namen zu dem Ausrufe aus solchen Gründen hergegeben, welche man mir erlauben wird, hier zu verschweigen. — Nicht übel! brummte Barras, den Kopf schüttelnd. In diesem Augenblick trat der Diener ein und meldete den Bürger Direktor Sieytzs. Barras stand auf und ging seinem Todfeinde, aber theuren Col- Icgen, entgegen. — Seid willkommen! sagte er lächelnd Botto hat Euch also gesagt, daß ich hier sei. Ich danke Euch, daß Ihr meinem Wunsche zufolge erschienen seid. Der Bürger Sieyös, welcher mit einem langen schwarzen Gewände bekleidet und nach Art eines Prälaten weiß gepudert war, antwortete, vaß er mit Freuden die Gelegenheit ergriffen habe, seinen Collegen unverzüglich zu sprechen; denn es handle sich darum, ihn von einigen wichtigen Ereignissen zu benachrichtigen, die sich im Laufe des Tages ereignet hätten. Den Offizier erkennend, welchem er vor einigen Stunden bei dem Minister Talleyranv begegnet war, sagte er: — Fürwahr Hauptmann, wäret Ihr nicht hier, so hätte ich meinem Collegen den Vorschlag gemacht, Euch holen zu lassen. Augenscheinlich hegte man einen ernsten Verdacht gegen den Offizier. Reymonv begriff das Kritische seiner Lage. Er sah ihr wie einem gefährlichen Feinde in's Gesicht, aber wie einem Feinde, den man überwinden kann. (Fortsetzung folgt.) Berlin, 16. Aug. Der Fall de« Generals Vogel v. Falkenstrin wird theilweise als eine rein militärische Matzregel gedeutet, theilweise erblickt man in dem Wicderauftretcn seines Nachfolgers, der Generals v. Manteuffel, Symptome, die eine kleine Wandlung in den Anschauungen der maßgebenden Kreise in Berlin bedeuten möchten. Es ist ein offe- ne« Geheimniß, daß seiner Zeit Bismarck Alles aufbot, Herrn v. Manteuffel nicht mehr neben sich zu haben. Der große Einfluß de« Generals wurde dem Minister mehr als unbequem, weil der Letztere völlig andere politische Zwecke verfolgte als der Chef des Militärcabinets. Der Krieg gegen Oesterreich wurde noch zu einer Zeit unmöglich zu machen gesucht, als die Arm-c längst schlagfertig war. General v. Man- teuffel war und ist ein beredter Vcrtheidigcr rer preußisch-österreichischen Waffenbrüderschaft. Kam es darauf an, sich mit dem Wiener Cabinet über wichtige Fragen ins Einvernehmen zu setzen, so ging je- desmal Manteuffel in geheimer Mission nach Oesterreich. Manteuffel war mehr Diplomat als Evloat, wozu ihn sein hoher Posten im Militärcabinet befähigte. Zn seine frühere Stellung tritt er so lange gewiß nicht zurück, als Bismarck noch Minister unv Bundeskanzler ist. Königsberg, 16. Aug. Gestern erschien der am Dienstag eingeiroffene commandirende General v. Manteuffel bereit« auf der Wochtparade, welche tiefer Tage auf dem Königsgarten abgehaltcn wurde, unk hielt an Cie versammelten Stabsoffiziere eine Anrede, worauf Cie Vorstellung des Offiziercorps erfolgte. Breslau, 17. Aug. lieber die Ausführung des famosen Potapoff'schen EdictS, durch welches die polnische Sprache geächtet wird, schreibt man der „Sckles. Ztg." aus Wilna: „Es werden jetzt täglich Leute aller Stände von Polizeifoldaten auf offener Straße attaquirt, weil sie polnisch gesprochen haben. Die meisten kaufen sich mit einem Kleingeld frei, andere wandern wohl auch für eine Nacht ins Polizeigefängniß. Das Chicanöse dieser Maßregel ist zu schreiend, als daß es nicht die allgemeinste Indignation wachrufen sollte. Selbst unter General Kauffmann hat man nickt einen lolcben elenden Krieg gegen das Poleinhum geführt. Nicht mincer widerwärtig sine die Insulten, denen viele Damen fast täglich wegen angeblicher Trauerkleicung ausgesetzt sind. Niemand weiß, was eigentlich - nung unter großer Theilnahine vorzugsweise Der niederen Elasscn Der Bevölkerung. Wenn überhaupt von politischen Demonstrationen gesprochen wcrDen kann, so waren dieselben jeDensalls sehr unschuldiger Natur. — Ein an mehrere Blätter ergangenes Com- muniquö bestätigt amtlich die Angabe Der „Patrie", daß kein Haftbefehl gegen Rochefort erlassen worden war. Henri Rochefort ist inzwischen, wie Der „Figaro" meldet, gestern wieder in Pari« eingetroffen. Er will gegen das Erkenntniß, welches ihn zu einem Jahr Gefängniß verurtheikt, appelliren und Jules Favre soll seine Vertheidigung führen. Er war, fügt der „Figaro" hinzu, nur nach Belgien gegangen, um die zwölfte Nummer der „Lanterne" zu schreiben und drucken zu lassen. Noch vor Drei Tagen erklärte Rochefort in seinem Brief an Die „Zn- dependance", daß er Paris verlassen habe, weil man ihn dort hindern würde, fein Pamphlet zu schreiben. Paris, 17. Aug. Graf ©artige«, Gesandter in Rom, Conti, der Cabinctsches des Kaisers, und der berühmte Chirurg Dr. Nelaton wurden zu Senatoren ernannt. — Die französisch-atlantischen Ka- bel-Actien wurden am Schluß Der Börse mit 15 Francs Agio bezahlt. — Morgen findet unter dem Vorsitz des Kaiser» ein Ministerrath zu Fontainebleau statt. — Bei dem officiellcn Diner, welches Der Mar-, quis De Moustier vorgestern dem diplomatischen Corps gab, brachte Der päpstliche Nuntius Msgr. Chigi die Gesundheit des Kajsers und Der kaiserlichen Familie aus, worauf Der Minister des Aeußeren mit einem Toast „auf Die befreunDeten Souveräne und Regierungen, welche in diesem Kreise vertreten sind", er- wiedcrte. Ein hoher Diplomat bemerkte, wie man uns hinterbringt, scherzend zu seinem Nachbar: „Dietz- mal kann Der Minister diese stereotype Phrase mit gutem Gewissen anwenden; denn Graf Stackelberg ist nicht zugegen." Sollen wir aus diesem Apropos schließen, daß Die politischen Beziehungen zwischen Paris und St. Petersburg zu wünschen übrig lassen ? — Die „France" bestätigt, daß die französische Botschaft in Bern dem von Dem StaaiSrakh und Dem gesetzgebenDen Körper geäußerten Wunsche gemäß wieDer in eine Gesandtschaft umgewandelt und Der gegenwärtige Inhaber dieses Postens, Marquis de Bdnncville, in Den Senat berufen werden soll. — Bei der Preisvertheil im katholischen Seminar von Versailles ließ Der dortige Bischof folgende erbauliche Andeutungen über Die Aufgaben des bevorstehenden Concils fallen: „Gewisse Geister, gewisse Schulen stellen, wie wir gern annehmen wollen, in löblicher Absicht eine eben so falsche als gefährliche Lehre auf, indem sie die Allianz Der liberalen und der christlichen Ideen predigen. E« ist Dringend nö- thig, daß eine leuchtende Kundgebung, ein Richter- spruch ohne Appell sie enttäusche und ihnen endlich einmal darüber die Augen öffne, daß sie den Interessen der Kirche einen schlechten Dienst leisten. Das Concil wird keine Mühe haben, den Grundsatz aufzuftellen, daß die Geschlechter und die Regierun- gen, welche sich den Freigeistern und Dem Genius der Revolution überlassen, dem Abgrund entgegeneilen. Florenz, 16. Aug. Graf Usedom wird nächsten Samstag von hier abreifen, um sich nach Wies- bacen zu begeben.______________________________ Vermischtes. Giessen, beit 19. August. Leiber haben wir einen Act großer Brutalität zu berichten. Währenb bet Feier ber Kirchweihe in dem benachbarten Wieseck sprengten vergangenen Montag brei von ben im „Pfau" außerhalb unser,r Stabt einquartierten preußischen Trainsolbaten vom 8. Regiment zu Pferd durch die Straßen und in einen dicht mit Menschen gefüllten Wirthschaftogarteu, und ritten galoppirend wie besessen mitten in die Menge hinein. Diese, ahnungslos in ihrem Vergnügen aufgeschreckt, stob scheu und entsetzt auseinanber, sich und ihre Kinber vor ben Hufen ber schäumenden Pferde zu retten suchend. Leider zu spät, die dis aus« Blut gespornten Pferde hatten ihre traurigen Spuren bereits zurückgelaffen. Das Zjährige Kind eines Landmanns wurde an Kopf, Nacken und Armen so schwer verletzt, daß an ein Aufkommen schwer zu denken ist. In Folge der allgemeinen Ueberraschung und Bestürzung gelang e» nur Einen der drei Bursche festzunehmen. Die Sache ist bereits in Händen der Gerichte. Mainz, 14. Aug. Bei wieder geöffneten Thüren fand gestern Nachmittag und heute Vormittag die Erledigung der Procedur gegen die „frommen Ladenjungfern" gatt. Der Zu- drang des Publikum« war außerordentlich und bet hierburch in bem kaum 15 Schritte im Geviert haltenden öffentlichen Raum des BezirkSgerichtSsaale« bei der gestrigen Temperatur von + 23« R. im Schatten leicht erklärliche Tumult im Publikum die, wie man verstcherte, einzige Ursache des Ausschlusses des Publikums. In der Procedur nachgewiesen find Entwendungen von weit über 2000 st. Der Bestohlene setzt den Betrag des Veruntreuten auf mehr al« das Doppelte, was sehr niedrig scheint, da die eine Diebin 11, die andere 17 Jahre im Hause war. Die Hauptbeschuldigten, die Ladenmädchen Hattemer und Otto, wurden Erstere zu 3 Jahren und Letztere zu 18 'Monaten CorrectionShauS verurtheilt. Frau Brünig, welche al« Haupthelferin beim Wiederverkauf der gestohlenen Maaren erkannt wurde, erhielt ebenfalls 3 Jahre Correctionshausstrafe. Bon den anderen vier Beschuldigten wurde Anna Dorn zu 18 Monaten und Katharina Dorn zu 4 Monaten EorrectionShau« verurtbeilt. Frau Eva Wüst erhielt 1 Monat Gefängniß, und Rosa Dorn und Eva Blümers wurden freigesprochen. Berlin. Trotz der früher mirgethellten ablehnenden Antwort Karl Vogl'« auf bit Herausforderung des Professor« Michelis zum Disputirzweikampfe brachte ein Berliner Blatt doch wieder die Nachricht, daß da« dialectische Duell doch und zwar bald stattfinden werde. Diese Insinuation beantwortet Vogt durch einen neuen Artikel „Von der Höhe" in der „R. Z ", an dessen Eingänge e« heißt: „Saul, möchte ich aus- rufeu, Saul, wa« verfolgst du mich? Kaum denke ich dem früheren Abgeordneten Micheli« entronnen zu fein, so erfährt die „Börsenztg", daß ich den mir hingeworfenen Fehdehandschuh aufgenommen habe, und sieht mit Spannung dem Mitte August hier in Berlin stattfindcnden öffentlichen DiSPutatorium entgegen." Der Freund, der mir die Notiz sendet, setzt hinzu: „Bei solcher Hitze nach Berlin zu gehen, um sich herumzuzam fen, scheint mir zweier Narren würdig." Da et mich au« bei Studentenzeit her dutzt, so hat et nach löblicher deutscher Sitte da« Recht, mir Grobheiten zu sagen. Aber ich gehe nicht nach Berlin, wenigstens jetzt nicht, in dieser saueren Gurkenzeit nicht, und wenn Sie, verehrtester Herr Michelis, wie ich, auf schwellendem Moose unter einer alten Tanne lägen, den blauen Himmel über sich, den dunklen Wald vor sich und Thäler und Berge hinter sich, so würde Ihre Kriegslust auch ein wenig sich abkühlcn, und Sie würden, wenn ich Sie anbellte und zum Duelle mit Zungenwaffen auf dem Sandboden der Mark auf- futberte, rnhig einen tieferen Zug au« ber Cigarre thnn und antworten: Abwarten! Anbetmal wieberkommen!" Frankfurt. Rachbem Se. Durch!, der Prinz Nicolau« von Nassau mit Natalie v. Puschkine, verehelicht gewesene v. Doubelt. am 1. Juli d. I. in der St. MarpS-Kirche zu London protestantisch geiraut worden, hat Se. Durch!, der regierende Fürst zu Waldeck und Pyrmont — Schwager de« Prinzen — die morganatische Gemahlin desselben und deren Nachkommen au« dieser Ehe unter Beilegung des Namens „Mee- renbetg" und Verleihung eine« Wappens in den Grafenstand erhoben. Innsbruck, 12. Aug. Als vor einigen Tagen der Fürstbischof von Trient in Bolano, einem Dorfe bei Roveredo, weilte, hatten die dortigen Priester auf ber Hauptthüre der Kirche das päpstliche Wappen aufgepflanzt. Die Bauern hatten aber wenig Refpect vor diesem Zeichen und schlugen das Wappen in Stücke. In Roveredo selbst wurde während ber Anwesenheit bei Fürstbischofs unter den Fenstern be« bischöflichen Palais eine Petarde Ungebrannt, welche alle Fenster zerstörte und ein Stück Mauer einriß. Genf, 8. August. Ein Korrespondent der A. „Allg. Ztg." schreibt: Unter den interaiiteilen Gästen, welche in den letzten Wochen in unserer Stadt weilten, muß ich den Feld- marschall Heß nennen, der auch dem General Dufour einen Besuch abstattete. Ein Augenzeuge schilderte die Begegnung der beiden greifen Helden (bie zusammen ein Alter von 161 Jahren repräfentiren) als äußerst ergreifenb. Der österreichische Feldherr reiste von hier nach Chamouny. Paris. Die Persönlichkeit Heinrich Rochefort'«, dessen Name ganz Pari« jetzt in Aufregung versetzt, wird von einem Pariser Eorrespondenten folgendermaßen geschildert: Henri Rochefort, 1830 geboren und Sohn des Marquis be Röchet fort-Lucay, ist ein großer, schlanker Mann mit hoher, vor- springenber Stirne, kleinem schwarzen Schnurrbart ttnb für ben ersten Moment hartem Blick. Man kann in fein langes, bleiches und scharf ausgeprägte« Gesicht nicht sehen, ohne einen lebhaften Eindruck zu empfinden. Er ist einfach, liebenswürdig gegenüber feinen Genossen, ohne jede Anmaßung, muthig bis zur Tollkühnheit, aber leider ein Spieler. Darin ist die Erklärung zu suchen, daß von den 15 - bis 20,000 Francs, bie jede Nummer deS Journal« wöchentlich einbringt, kaum etwa« übrig bleibt. Rochefort war seltsamer Weise 1851 einer der Angestellten be« Seine-Präfecten Haußmann. Im Jahre 1863 war er sogar Jnspector ber schönen Künste, ein Posten, welchen er nur »erließ, um bei bem „Charivari", später bei bem „Nam Zaune" mitzuarbeiteu. Seine Duelle — et hatte beten drei — haben seinem Namen auch eine gewisse Verbreitung verschafft, insbesonbere jene, die er mit dem Prinzen Murat und Graniet aus Coffagnac bem Jüngeren hatte. Die Unbeugsamkeit seines Charakters, sein Stil hatten bie Aufmerksamkeit beS Publikum« schon in dem Augenblicke, al« er das Blatt, dessen einziger Re« dacte.nt er ist, gründete, auf ihn gelenkt Heute will Jeder die „Lanterne" lesen, und die neuliche Beschlagnahme hat die Tragweite eines Ereignisse«. Da« Blatt hat etwa eine Million Leset und mehr als 150,000 Abonnenten. Paris. Da« „Journal de Paris" erzählt uns, wie die Engländer in Indien sich trotz der drückendsten Temperatür Kühlung zu verschaffen wissen. Unsere jetzige durchschnittliche Temperatur von 25 Grad Wärme ist beinah kühl zu nennen in Vergleich zu derjenigen, welche bie B ewohner ber Ufer be« Ganges empfinden. Für die Bewohnet Calcutta's ist 40 Grad Wärme noch eine sehr erträgliche Temperatur. Dagegen hat man in diesem Lande Mittel, sich der Hitze zu erwehren, die in Europa unbekannt find. Jeder in Calcntta wohnende, einigermaßen vermögende Engländer besitzt ein mit Vorhof versehenes Hau«. Im Ervgeschoß desselben befindet sich ber Speisesaal und das Badecabinet, in der ersten Etage ein vor den Sonnenstrahlen geschützter Balcon, der gleich feinem Dache von schlanken, ben freien Zutritt ber Luft nicht hiudernben Säulen getragen wirb. Jeder in Calcutta ansässige Europäer hat in seinen Gemächern unb Schlafzimmern einen Pansa" genannten Apparat. Es ist bieg ein großer, ein Rechteck bildender Fächer, ber zu bem Zwecke in Bewegung gesetzt wird, in dem abzukühlenden Zimmer ben Zu- und Rücktritt ber Lust zu bewerkstelligen. Das Spiel dieses Fächer« ist ein seht einfaches. Die wechselnde Bewegung desselben wirb vollkommen geräuschlos vermittelst einer Seibenschnur zu Wege gebracht, welche ein eingeborner Diener außerhalb bes Gemach« handhabt. Dieser Apparat ist Tag und Nacht unter den Händen der sich ununterbrochen abwechselnden Bedienung in Bewegung, und ist die Temperatur des Zimmers hierdurch eine weit niedrigere, als die der Außenluft. Beim ersten Morgengrauen besteigen die reichen Engländer, Herren wie Damen, ihre Pferde, um im Freien „Lust zu trinken"; wenn die Sonne über dem Horizont erscheint, kehren sie zurück. Abends, kurz vor Sonnen-Untergang, beginnt die Promenade von Neuem und verlängert sich bis gegen 9 Uhr, wo die Hauptmahlzeit des Tage« statlfindet. Indien. Aus Kandabar in Afghanistan wird den „H. 91." nnterm 12. Juni geschrieben, daß am genannten Tage daselbst zwei Männer ergriffen wurden, welche in dem Verdachte standen, Zeitungsschreiber zu fein. Vor ben Emir geführt, ver- uttbeilte sie biefer ohne Weitere« zum Tobe unb ließ sie in feiner Gegenwart enthaupten. Ihre Köpfe wurden auf Stangen gesteckt unb zur Warnung für Andere öffentlich auf den Thoren bet Stadt zur Schau au«gestellt._ Redaction, Drnck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Giessen.