Preis vierteljährlich 36 fr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 51 ft. Gießemr Anzeiger. Erscheint wöchentlich dreimal : Dienstags, Donner- stagS und Samstags. — Expedition: Canzteiberg Ltt. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsölatl für den Kreis Kietzen. Nr. 22. Donnerstag den 20. Februar 1868. Versteigerungen Prügelholz, Souchong 1. pr. Pfd. Eichen - Buchen- u. Eichcn-Stockholz, epoljverfleigerung. kr., bei Gebrüder Heß, Kreuz. ii. ui. Birken Nadel- 28 !2500 30 13 1 2 9 30 14 Gießen, den 14. Februar 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen- Vogt. Hause dahier an den Meistbietenden verfiel-stritten gert werden. IV2 Congo „ " Peccoe in Blüthen, „ „ Grünen: Der Anfang wird im Entenpfuhl gemacht. Beuern, am 18. Februar 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Beuern. Otto. 8 Amerikanische Nähmaschinen ff für alle häuslichen und gewerblichen Zwecke, '■) versehen mit den neuesten und praktischsten Vorrichtungeu, werden unter vollständiger Garantie und gegen erleichterte Zahlungs- ibbedingungen empfohlen bei = Alexander Mayer. 99b) Ein Acker auf dem Sand, ein Trieb- viertcl und das städtische Gelände auf der Stephansmark soll Freitag den 21. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, unter den alsdann bekannt gemacht werdenden Bedingungen, an Ort und Stelle öffentlich verpachtet werden. Zusammenkunft ist am Neuenweger Gießen, den 17. Februar 1868. Buchen-Prügelholz, Eichen- „ Aspen- „ Gießen, den 20. Februar 1868. Schneider Zehner, aus Wetzlar. "ager der englischen Theecompaguie. Schwarzen: 2 i i 2 3 fl. - kr., „ 36 „ 3 213/4 17 4‘A 8 8 700 1200 850 1675 I Musveekmrf! Wengen Aufgabe des Geschäfts Vollständiger Ausverkauf sämmtlicher Waaren fl. 12 kr., 48 „ Feilgebotenes. — 1-9??), Die ersten Sendungen neuester Fruhiahrsmäntel sind bei mir eingetroffen und empfehle ich solche zu billigen und festen Preisen. Verschiedene Waaren, worunter einige Partieen Damenkleiderstoffe, verkaufe ich, unr barmt, zu räumen, bis Ende oiescs Monats circa 25 Procent unter dem Fabrikpreise. Moritz Heichelheim, früher A- Heichelheim, Seltersweg C. 185. 1859^186P 1864 Md "1865 ^-Gartenlaube! Ebrinasbausen 8rn 1U -loco welche sich noch in sehr gutem Zustande befinden, sind zu verkaufen. Zu erfragen in dem hiesigen Gymnasium. ~~ — —------ 133 „ Buchen- u. Eichen-Stockholz, -/vizversleigeruug. Versteigerung von Ahornbaumen. 6125 Wellen „ „ „ Reisholz, M3) Mittwoch dm 26. b. Mts. 205 starke Eichen-Wagnerstangen. des Vormittags von 9 Uhr an Alsdann werden nächsten sollen in dem Reiskirchener Gemeindewalde Dienstag, den 25. d. Mts-, Districten Buchwald und Nonn, nachver- . Morgens 9 Uhr, zeichnete Holzsortimente versteigert werden, im District „Langberg", beim Mühlsachser und zwar Hof auf dem Mühlweg zusammenkommend, 1) im District Buchwald ' •t-:—•±- 72 Stecken Buchen-Scheidholz, 23lA „ „ Prügelholz, „ „ Stockholz, Wellen „ Reisholz, Stamme Eichen-Bauholz von 5V2 bis 12 Zoll mittlerem Durchmesser und 15 bis oO Fuß Länge, 564 Cubikfuß enthaltend; 2) im District Nonn: Stecken Kiefern-Scheidholz, „ „ Prügelholz, 13733 Wellen Buchen- und Kicfern-Reisholz, 98 Stamme Kiefern-Bauholz von ö*/2 bis 3 Zoll mittlerem Durchmesser und 15 b-s 30 Fuß Länge, 838 Cubikfuß cut- haltend, 30 Kiefern-Stangen, 135 Cubikfuß cnth. ■ 'st Mr bestimmten Stunde 'm District Buchwald an, Hegkopf. Reiskirchen, am 17. Februar 1868. GroßherzogUche Bürgermeisterei Reiskirchen. Jünger. 1004) Montag den 24. Februar 1868, 1006) Freitag den 28. d. Mts., des Vormittags 9 Uhr, von Morgens 9 Uhr an, sollen 3 eiserne Gcldkisten auf dem Rath- sollen in dem hiesigen Gemeindewalde, Di- 11 - • Schwalbengrabcn und Lahnkopf: Stecken Eichen-Scheidholz, „ Aspen- 4>stson pr. Pfd. 2 Haysan.......„ „ 2 ämperial „ „ 3 he ' Melange von Pecco und Imperial, pr. Pfd. 3 „ — (in Vi, V2, Vi und Vs Pasteten), Souchong III.......pr. Loth 4 Hhson ...........„ „ 5 , bei I. A. Busch Söhne. 1007) 60 Ccntner Heu sind zu verknusen bei Adolph Weidig, am Kreuz. _ „ .. ,1018) I im Beuern« 1001) Mittwoch den 4. März d. I., sollen in dem Versteigerungslocale des hie- Gemeindewalde. . „ , .vormittags 10 Uhr, pgen Hospitalgebäudes zwei Klaviere, zwei 1012) Montag den 24 d Mts sollen auf dem Bureau des unterzeichneten Harmonikums, ein großer und ein kleiner von Vormittaas tO lUn an Gerichts wrca 5 Centner ausgeichiedene Baß und sonstige Gegenstände gegen gleich sollen in dem ®euerne^0@emeinb'eroaIbe altere Acten unter den bei der Versteige- baare Zahlung versteigert werden. Districten EntenpfuhlBuckwald Avvel' rung bekannt gemacht werdenden Bedmgun- Gießen, den 19. Februar 1868. sveck , gen, meistbietend öffentlich versteigert werden. “ ' ^Jn Auftrag eichnetes Geb nnc^ Gi-beu den ^Februar 1868 WeidiOrWchtsmann. S ShÄStttJÄ"1' Großherzogüches Stadtgericht Gießen. -----------—------------------------ r 3' Muhl._____________Holzversteigerung in der Fürstlichen 25' WeilenBuchen-REolz?' 991) Dienstag den 25. Februar, Oberförsteret Lich. 1959 « Nadel- , „ . . "5) Künftigen Montag, den 24. d. MtS, 4 Nadel-. Stämmchen von 69 Cubikfuß, sollen auf dahiestgem Rathhauje die Hof- Morgens 9 Uhr, 1 raithe und der Garten, zum Nachlaß des sollen im District „Hard", beim Kolnhäuserst Der von 5914 Cubikfuß. Johannes Weil gehörend, nochmals öffent- Hof anfangend, versteigert werden- 1 Stnfana mn-h rm lich meistbietend versteigert werden. 18 Stecken Buchen-Scheidholz, Gießen, den 12. Februar 1868. 211 „ „ Prügelholz, 993) Zur Lichtung der auf der Straße von Gießen gegen Heuchelheim befindlichen Linden-Ahorn-Allee sollen die A h 0 rnbäume, circa 260 Stück, meist 19jährig, Samstag den 22. d. Mts-, Vormittag? 9 Uhr, • in angemessenen Abteilungen an die Meist- "felgen: bietenden auf dem Stamm versteigert und LJ™ ^/cken -r.annen-Stockholz, hiermit an der Lahnbrücke der Anfang ge= 9™9 eltc>." Zeisholz, macht werden. 2027 starke Fichten- und Kiefern-Stangen Hierbei wird bemerkt, daß sich in der Qnn ¥ Fuß Länge, M-- auch jüngere, zum Versetzen geeignete Stamme vorftnden. "ey, am io.„ Fevruar I8b8. Gießen, den 14. Februar 1868. Fürstliche Oberförsterei Lich. Großherzogliches Kreisbauamt Gießen. Ergenbrodt-_______, —--^013apfei.--Holzversteigerung im Staufenberger Den Verkauf von 3 eisernen Kisten Gemeindewalde. 990) Ein Haufen Mist ist zu verkaufen nn Darmstädter Haus. 1023) Maronen (italienische Kastanien), um damit zu räumen, pr. Pfd. 6 kr-, bei I- A. Busch Söhne. 1013) Fertige Tannen-Bauhölzer in allen Dimensionen, hiesige pr. Cubikfuß 18 kr., Böhmische, geflößt und ungeflößt, pr. Cubikfuß 21 kr., empfiehlt S- Katzenstein, __im „Russischen Hof." 1019) Frische Cabliauen sind ange- kommen.________I. A. Busch Söhne- 997) Zwei Hobelbänke, neu, stehen zu verkaufen. Näheres Neuenweg Lit- B. Nr- 187 im Hinterhause. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. 61 Ebel. 3 „ Nadel- „ I 1005) Die Lieferung der zum biestaen „ Eichen-Stockholz, Dlllbrückenbau erforderlichen Blend- und mr i'r Werksteine, veranschlagt zu 2769 Rthlr., Wellen Buchen-Rersholz, hoff am „ Eichen- „ Mittwoch, dem 4. März c., „ Aspen- „ Vormittags 10 Uhr, co re-'j. " ^^(adel- „ auf meiner Amtsstube dahier im L-ubmis- 52 Erchen-Stamme von 6—8 Zoff Durch- stonswege vergeben werden. Messer und 10—30 Fuß Länge, 506 Kostenanschlag und Bedingunqsheft Ite- m . Cubikfuß enthaltend, |C°" auf meinem Büreau .«l Ci.ffichr um Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen 131 Fichten - Stämme von 10—16 Zoll Ehringshausen, den 13. Februar 1868 Vogt. Durchmesser und 60—110 Fuß Läuge, Der Bürgermeister- —----------- 6401 Cubikfuß enthaltend, Brettschneider Holzverfteigerung in der Fürstlichen 1 Aspen-Stamm von 14 Zoff Dm-ch------ Oberförsterei Hohensolms. fuß^enthaitend,^^ ßän8e' 23 ®u6if1 . 1002) Künftigen Montag, den 24. d- Mts., 90 Eichen-Stangen von 2—5 Zoff Durch- 984) l°ff ui beit Districten „Buchenberg" und messer und 15 Fuß Länge, 214 Cubik-' „Fuchslöcher" folgendes Gehölz versteigert fuß enthaltend, werden : 10 Buchen- und Birken-Stangen von 5 14 Stecken Tannen-Prügelholz, Zoll Durchmesser und 15 Fuß Länge/ ,15 „ dergl. Dtockholz, I 13 Cubikfuß enthaltend, 4475 Wellen dergl. Reisholz, 20 Nadel-Stangen von 3—5 Zoll Durch- 28 Stämme Fichten-und Kiefern-Bauholz Messer und 40—75 Fuß Länge, 184 ______________________________________ »39 SÄ“ LÄKn-S,.»,.« 806 L ;«»«' ®» -»chrlich-« Pudlikum «laute ich mir, ganz ergebenst Cubikfuß. Die Zusammenkunft ist zur bestimmten darauf aufmerksam zu machen, daß ich mit Maskenanzüqen in Der Anfang der Versteigerung ist Mor- Stunde an der Landstraße in der Tiefen- großer Auswahl hier alUiekmmnnn itnh »>«;-,» i.o; „ „ rr 8"nÄ9n,Ur,r tm Drstrict „Buchenberg" zu- bach, wo mit dem Fichten-Bauholz ber 21m , all gekommen UNd einige -Hage bei Willi) schnell fang gemacht wird. am Markt jn sprechen bin. Für billige und reelle Bedienung werde . >vird nächsten Dienstag, den 25. Staufenberg, am 18. Februar 1868. sch besorgt fein d ö „Scheuernwalh", eben- Großherzogliche Bürgermeisterei ' - - Morgens 9 Uhr anfangend, folgendes Staufenberg, versteigert: Fischer. 382»Ä m,b d°. n. s,br,m, d.ä; 56 Stecken dergl. Stockholr Morgens 9 Uhr, 2400 Wellen dergl. Reisholz,ich ein Pferd, 4jährig, ein Fohlen, 233 Stämme Eichen-Bauholz von 5 bis 2lahrig, zwei gute trächtige Fahrkühe, Schafe, 20 Zoll Durchmesser und 20 bis 70Pn,ei '^^utem Zustande sich befindliche Wa- Fuß Länge — 7180 Cubikfuß, Q.cn/ Stuck Radfelgen, 50 bis 60 Ctr. 91 Eichen-Wagnerstangen — 418 Cubikf Heu und sonstige Geräthschaften aus freier Hohensolms, am 18. Februar 1868 Hand versteigern. ° r ,: Bedingungen werden im Versteigerungs- Fuiftliche Obersorsterei Hohensolms, termin bekannt gemacht. Dormer, Förster- | Jacob Jung VII., in Holzheim- | Dernriethungen. 998) Der dritte Stock meines Hauses ist zu vermiethen und kann eventuell schon zu Ostern bezogen werden. _________________Professor Dr. Lange. 992) Eine Stube mit Bett ist zu vermiethen bei A- Velde, Kirchenplatz Nr. 23. 988) Im „Russischen Hof" sind mehrere möblirte Zimmer zu vermiethen. 989) Mein in der Marktstraße gelegenes elterliches Wohnhaus, Lit- D- Nr. 211, ist im Ganzen zu vermiethen; auch bin ich Willens, wenn sich Liebhaber dazu finden, dasselbe aus freier Hand zu verkaufen. Fritz Möhl, Metzger. 982) Ein freundliches, moblirtes Zimmer mit Cabinet in einer Gartenwohnung ist zu vermiethen und sogleich zu beziehen. Näheres bei der Exped- d- Bltts- 983) Ein freundliches, moblirtes Zimmer ist am Canzleiberg Lit- B- Nr. 67 billig zu vermiethen. 985) Im „Russischen Hof" sind Lagerräume zu vermiethen. 986) Zwei möblirte Zimmer sind zu vermiethen bei Wern Hard Brück, Flügelsgasse. Vermischte Anzeigen. 1024) Auf dem Balle des Bürger-Clubs blieben ein Schleier und ein Paar Handschuhe in der Garderobe liegen. Diese Gegenstände können bei Clubdiener Schaum in Empfang genommen werden. 1009) Zwei brave, saubere und fleißige Mädchen vom Lande können als Haus- und Küchemnädchen baldigst in Dienst treten. Wo? sagt die Erped. d. Bltts. 1010) Ein junges Mädchen von auswärts, in allen häuslichen Arbeiten erfahren, sowie tüchtig im Nähen und Bügeln, sucht eine ihren Leistungen entsprechende Stelle. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 994) Ein junger hübscher Enterich wird zu kaufen gesucht Reichensand Lit. C- Nr. 121. 1008) Ein Mädchen für Küche und Hausarbeit findet gegen hohen Lohn eine gute Stelle im v. Meyer'schen Hause vor dem Hauserthor in Wetzlar. 1016) Ein Laufmädche« wird gesucht Neuenbäuen Lit. B- Nr- 77. 017) Heute Abend von 7 — 8 Uhr: Vierter Vortrag zum B e st e n der O st p r e u ß e n. Professor Zöppritz: „lieber die Unvergänglichkeit von Stoff und Bewegung in der Natur." Einlaßkarten a 30 fr. bei den Herren Ricker und Ferber, sowie Abends an der Kasse. -Verein. 1014) Sonntag den 23. Februar, Abends 7% Uhr, findet mit Musik, Gesang, declamatorischeu Vorträge» u. fi w. das S. Stiftungsfest im Saale des „Promenadehauses" statt. , Jedem Mitgliede ist gestattet, drer Nichtmctglreder emzufuhren. Karten für die- elben ä 9 fr. werden im Vereinslocale und bei den Herren H. Sonntag und Paul Weitzel, sowie Abends an der Kasse, abgegeben. Die Mitglieder werden ersucht, ihre Vereinskarte mitzubringen. Der Borstand. Einladung zum Küfer- und Dierbrauer-BE. 1015) Zu dem am 22. Februar, Abends 8 Uhr, im Saale des ^Prinzen Carl" staltstndenden Valle laden wir alle Freunde und Bekannte höflichst ein. Karten hierzu sind bei Herrn Wilhelm Heil oder an der Kasse zu haben. Das Co mite. Börsennachrichten. 17. Februar 1868. Preuss. 4%<% Obi. 95% Frankf. 31/2% om. 821/4 Nass. 41/2O/o Obi. 943/4 Kurh. 4% Obi. 893/4 Hess. 40/0 Obi. b. Roths. 90 „ 3%% do. do. — Bayer. 5% Obi. 101 o/g „ 4i/2o/o 1jährige 93% „ 4%<% %iährige 94 "Würtemb. 4%% Öbl. 94% Baden 4%% Obi. c. E.L. 94% Oestr. 5% b. R. 62 % „ 5% National 55% „ 50/0 Metall. Obi. 46% „ M. steuerf. 50% Amer. 6% 1882r Bds. 75% „ 6% 1885r 75% Actieil. Frankf. Bank 126 Oester. Bank 723 „ Creditaet. 186% Darmst. Bankact. 220 Prioritäten. 5% östr. F. St. E. B. 262% Lud wigsh.-Bexbach 157% Maxbahn 107% Bayer. Ostbahn 120 Hess. Ludwigsbahn 130% 3% östr. Stab.-Prior. 54 3% östr. s. Lombard. 42% 3% Livorneser 27% Toscaner 40% Frankf. Hypoth.-Bank — Frankf. Vereins-Kasse — 50/0 Elisabeth-Prior. 75% do. II. Emiss. 73% Kurh. 40 Thlr. Loose 54% Wechsel. Amsterd. k. S. 1005 3 Augsb. k. S. 993/4 Berlin k. S. 105 Bremen k. S. 97% Cöln k. S. 105 Hamburg k. S. 88% Leipzig k. 8. 105 London k. S. 119% Lyon k. S. -— Paris k. 8. 95 Wien k. 8. 101% Disconto 3% G. Geldsorten. Pr. Gass. Sch. 1 44%-45% Div. Cass.-A. — * Nassau fl. 25 b. Roth. 36 Pr. Friedrdor. 9 57^-! Gr. Hess. fl. 50 b. R. 144*/2 Pistolen . . 9 49-51 Gr. Hess. fl. 25 b. R. — „ doppelte 9 50-52 4°/q bayr. Präm. Anl. 997/§ Holl. fl. 10 St. 9 54-56 4% badische Loose 98% Ducaten . . 5 37-39 Badische fl. 35 Loose 51 20 Frankens!. 9 30 Vg- 1858r Prioritätsloose 1321/2 Engl. Souver. 11 54-58 1860r Loose 711/8 Russ. Imper. 9 50-52 1854r „ 82V2 Doll, in Gold 2 27-28 999) Unterzeichnete zeigt hiermit ergebens an, datz tze von jetzt an S t r 0 h h ii t e zum Waschen und Fa^on- niren, unter Zusicherung schnellster und bester Besorgung, entgegennimmt. (&Hfe Frech, B. 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Zunächst bin ich Ihnen schuldig, Sie über den wahren Charakter dieses angeblichen Grafen Damiani aufzuklären; derselbe ist ein Schwindler, ein früherer Opernsänger Namens Manci, der zur Zeit meines Aufenthalts in Liverpool als Singlehrcr lebte, eine feiner Schülerinnen verführte und entführte und hernach wegen Bigamie bestraft wurde . . ." „Das ist eine Lüge!" rief Damiani mit wuthfunkelnden Augen. „Elender Feigling! eine einzige telegraphische Depesche bringt in wenigen Tagen Herrn Arthur Nicholson zur Stelle, um meine Behauptung zu bestätigen. Wünschen Sie wohl, dem tiefgekränkten Bruder von Miß Eleanor noch einmal zu begegnen?" Manci biß sich auf die Lippen und schwieg trotzig, aber Alle hatten bemerkt, wie er unter dem Blicke und den Worten des Buchhalters zusammengebebt war. „Als Mann von Ehre werden Sie nun auch begreifen, Herr Dönning, warum ich mich in diesen Handel gelegt habe," fuhr der Buchhalter fort. „Ich hätte vielleicht die Entführung schon an dem Hinterpförtchen des Parks verhin- dern können aber nicht ohne ein fatales Aufsehen in der Stadt zu erregen. Es lag mir daher daran, die Katastrophe hieher zu verlegen und die Abrechnung mit Manci hier vorzunehmen. Sie werden jetzt einsehen, welche Gefahr meiner unerfahrenen Cousine drohte und welchem Schicksal sie an der Seite dieses Menschen entgegen gegangen wäre. Sie werden begreifen, welcher Antheil an einem solchen Unglück und welche Verantwortung Ihnen zugefallen wäre, wenn Manci seinen Zweck erreicht hätte. Ich hoffe daher, Sie werden einen Vorschlag annehmen, den ich Ihnen machen will. Manci hat in Stocksheim Schulden hin- terlassen, und wollte mit Ihrer Beihülfe sowohl das Fräulein hier entführen, als seinen Gläubigern entweichen, eie verpflichten sich daher, Herr Dönning, gemeinsam und zu gleichen Theilen mit mir die Schulden dieses Abenteurers zu bezahlen; wir lassen ihn mit Begleitung über die Grenz- bringen und uns geloben, sich künftig hier weder zu zeigen, noch von sich hören zu lassen. Wir aber suchen alles Uebrige zu vertuschen und zu verschweigen, und kehren in aller Ruhe und Stille nach Stocksheim zurück." Dönning besann sich nicht lange; sein Aerger über die Täuschung, die der fremde Abenteurer sich mit ihm erlaubt hatte, und über den Fluch der Lächerlichkeit, dem er verfallen mußte, wenn die Entlarvung Manci's bekannt wurde, überwand jede Regung von Mitleid mit dem seitherigen Freunde, und er gab dem Buchhalter durch Wort und Handschlag die Absicht kund, auf den Vorschlag einzuqehen. Manci ward abgeführt und bald hörte man die EMapost- chaise fortrollen, welche ihn und den Gensd'armen nach der Grenze bringen sollten, und Dönning kehrte verschüchtert zu seinem Wagen zurück mit dem Versprechen, den Buchhalter am folgenden Tage aufzusuchen. Dieser war nun mit Ida und ihrem Mädchen allein. „Meine liebe Cousine," Hub er an, „Sie werden mir nun nicht mehr grollen, weil ich Ihnen in solcher Weise entgegentrat. Sie werden einsehen, welchem lebenswierigen Unglück und Jammer Sie verfallen wären, wenn diese Entführung ihren gewünschten Erfolg gehabt hätte!" Statt aller Antwort warf sich Ida mit lautem Schluchzen an seinen Hals. „Es wird besser sein, Iva, wenn Sie einige Wochen von Stocksheim fern bleiben," fuhr Rudolph fort, „und ich möchte Ihnen rathen, bei Frau Sommerberg, Ihrer ehemaligen Gouvernante, unter dem gastlichen Dache des einsamen Pfarrhauses und in ländlicher Stille abzuwarten, bis das Aufsehen, welches dem heutigen Ercigniß folgen wird, sich gelegt hat. Die Pfarrerin wird Sie trösten und ausrichten, und ich nehme es auf mich, Ihre Eltern so schonend wie möglich von dem Vorgefallenen zu benachrichtigen." „Ich danke Ihnen von ganzem Herzen, bester Vetter! Sie meinen es aufrichtig gut mit mir," erwieberte Iva. „Gott lohne Ihnen dieses Wohlwollen! Allein wenn Sie mich nicht namenlos unglücklich machen wollen, so lassen Sie meinen guten Vater nichts von diesem Vorfall erfahren, der ihn so tief betrüben würde, und ich gelobe Ihnen, daß ich in Alles willigen werde und daß es mein erster und letzter Fehltritt sein wird. Großer Gott, warum sind mir die Augen nicht früher geöffnet worden? Und wie konnte Mama zugeben? . . ." „Mein liebes Kind," erwiederte der Buchhalter, „es gibt ein Ding, welches über Mutterweisheit ist: — das Gewissen, und ebenso die Weiblichkeit und die Pietät. Hören Sie fürder stets auf diese, ehe Sie wieder Schritte thun, die selten wieder ungeschehen gemacht werden können." „Gott ist mein Zeuge, Vetter, daß ich Ihnen und mir dieß gelobe!" flüsterte Ida, und beugte sich auf seine Hand nieder, welche die ihrige umfaßte, und küßte sie inbrünstig. „Und nun fort von hier, lieber Rudolph! Bringen Sie mich nun schnell nach Erlau zu Amalien!" Wenige Minuten später rollte der Wagen mit Ida, dem Buchhalter und dem Mädchen in einer andern Richtung aus dem Posthofe. Erlau lag kaum eine Meile weit entfernt und war ein ansehnlicher Flecken. Der Pfarrer Sommerberg daselbst war ehedem Hofmeister in der Familie des Fabrikanten Fink in Stocksheim gewesen, hatte dort die Gouvernante der jungen Fräulein Balder kennen gelernt und später, als er die Nomination auf jene Pfarrstelle erhalten, Amalie Flacht geheirathet. Diese war eine Frau von vortrefflichem Charakter, in welchem sich die weiblichste Milde mit einer selfinen Willenskraft paarte, eine Frau von tief religiösem Sinne und einer gediegenen vorzüglichen Bildung. Die Erziehung, welche sie den beiden Zöglingen gab, wäre eine musterhaste gewesen, wenn Amalie sie hätte vollenden können und dürfen; allein sie war der Com- merzienräthin zu ernst und religiös und darum hatte Frau Balder Amalien gern ziehen lassen, als Sommerberg eine Pfarrstelle erhielt und um sie warb; Darmstadt. Nach dem den Ständen vorgelegten Einführungsgesetz zum neuen Militärstrafgesetzbuch soll das letztere mit dem 1. April 1868 in Kraft treten und mit diesem Tage zugleich das bis- herige Militärstrafgetzbuch vom Jahre 1858 und die Militärstrafgerichtsordnung vom Jahre 1822 nebst sämmtlichcn dazu gehörigen Ausführungsbestimmungen erlöschen. Wenn Vergehen, welche in dem neuen Militärstrafgesetzbuch mit Strafe bedroht sinv, vor dem Tage, an welchem solche in Kraft tritt, begangen woroen sind und von dem Zeitpunkt an zur gerichtlichen Untersuchung und Aburtheilung kommen, so sollen sie nach dem neuen Strafgesetz beurtheilt werden, wenn nicht die zur Zeit der Verübung giftig gewesenen Bestimmungen für die Angeschuldigten günstiger sind. Die bereits anhängigen, am 1. April 1868 noch nicht abgeurthcilten Untersuchungssachen sinv nach Maßgabe des neuen Gesetzes zu beurtheilen. Darmstadt, 16. Februar. Der „Fr. Ztg." wird von hier geschrieben: Die Vorlage Der Staatsregierung an die Stände betreffs der von dem Bankhause Erlanger und Söhne zu bildenden Actienge- sellschaft zum Bau der Oberhessischen Bahnen, wird mit der Bemerkung eingeleitet, daß zur Erleichterung des Zustandekommens dieser Actiengesellschaft noch ein besonderer Gesetzentwurf eingebracht werden soll. Das Handelsgesetzbuch bestimmt nämlich in Art. 222, daß bei Actien - Emission die Hinausgabe von auf den Inhaber lautenden Jnterimsscheinen erst nach Einzahlung von 40 pCt. des Nationalbetrages gestattet ist. Mit Bezug auf Art. 249 des H.-G.-B. sind Ausnahmen hiervon durch die LandeSgefttze gestattet und soll demzufolge die Actiengesellschaft ermächtigt sein, nach Zahlung von 25pCt. des Nominalbetrags , Actien „auf Inhaber" auszugeben. Die wesentlichsten Bestimmungen der Concessions- urkunde sind folgende: Die unter dem Namen „Ober- hessiche Eisenbahn-Gesellschaft" sich bildende Actiengesellschaft hat ihr Domicil in Gießen. Bei Vcr- meidung des Verlustes der Concefsion ist bis 1. März d. I. der Nachweis von mindestens 10 pEt. baare Einzahlung des Actiencapitals zu liefern. Die Eisenbahn von Gießen nach Gelnhausen muß gleich der von Gießen nach Fulda auf Großh. Gebiet spätestens am 1. April d. I. begonnen und von da ab längstens in 3 Jahren vollendet werden, andernfalls die Coucession erlischt, wenn nicht wegen force majeure eine Fristerstreckung erfolgt. Die Gesellschaft hat sich den Bedingungen zu unterwerfen, welche zwischen Hessen und Preußen, wegen der auf preußisches Gebiet fallenden Strecken, vereinbart werden. Die zu stellende Kaution ist 500,000 st. Der Gesellschaft wird das Recht der Expropriation, sowie die Wohl» that des Gesetzes vom 14. August v. I., betreffs des Preises von Grundeigenthum eingeräumt. Die Staatsregierung garantirt der Gesellschaft 3% pCt. des aufzunehmenden Actiencapitals. Dasselbe ist zu 28,400,050 fl. angenommen, und soll in 81,143 Actien ä 350 si. zur Ausgabe kommen. Da die Gesammtlänge der Bahn etwa 22 Meilen beträgt, so garantirt die Regierung per Meile circa 45,000 fl. Es wird die Berechtigung ertheilt, um den Gesammt- preis von 26,000,050 fl., in Actien nach dem Nominalbetrag zahlbar, den Bau der- Bahnen, sowie die Anschaffung der Transportmittel irgend einem Unternehmen zu überlassen. Die dann restirenden 2,400,000 fl. müssen zur Verzinsung des Actiencapitals während der Bauzeit zur Verfügung bleiben. Wenn jedoch diese Summe nicht ausreicht, so ist die Gesellschaft zur Aufnahme von Prioritäts-Anleihen zur Deckung des erforderlichen Mehrbetrags berechtigt. Die Regierung hat alle Bauverträge zu genehmigen und den ganzen Bau zu überwachen. Die Zinsgarantie tritt nach Vollendung jeder einzelnen Strecke sofort in Kraft. Die Rückerstattung des von dem Staate etwa geleisteten Zuschusses erfolgt, wenn der Reinertrag 4 pCt. des Anlagecapitals übersteigt, und wenn dieser sich auf mehr als 5 pCt. steigern sollte, so fällt dem Staate l/3 dessen zu. Die Dauer der Coucession ist auf 99 Jahre festgesetzt, der Staat jedoch berechtigt, nach 35 Jahren vom Tage der Betriebseröffnung an gegen Erstattung des 20fachen Betrages des durchschnittlichen Reinertrages der letzten fünf Betriebsjahre die Bahnen zu erwerben; selbstverständlich unter Uebernahme aller Activen und Passiven der Gesellschaft. Die Statuten der zu bildenden Gesellschaft sind nahezu conform mit denen der übrigen in Hessen bestehenden Actiengesellschaften. Darmstadt, 18. Febr. Bei der am 15. d. stattgehabten Ziehung der Großherzoglichen Partialschuldscheine vom 15. October 1834 (23 st.-Loose) fielen auf die nachstehenden Nummern diebeigefetzten Hauptpreis-: Nr. 20,972 20,000 fl., Nr. 43,579 4000 fl., Nr. 31,129 2000 fl., Nr. 65,406 1000 fl., Nr. 26,275 u. 70,883 je 400 fl., Nr. 25,822 u. Nr. 92,081 je 200 fl., Nr. 13,152 und 65,038 je 100 fl. Darmstadt, 18. Februar. Die Commission zur Ausarbeitung des Entwurfs einer Civilproceß- ordnung für die Staaten des norddeutschen Bundes hat im Monat Januar eilf Sitzungen gehalten, in welchen die Lehre „von dem Gerichtsstände" berathrn wurde. Als äußerer Leitfaden ist der in Hannover ausgearbeitete Entwurf einer allgemeinen Civil-Pro- ceßordnung für die deutschen Bundesstaaten unter fortwährender und vollständiger Berücksichtigung der im Entwürfe einer Proceßordnung in bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten für den preußischen Staat — Berlin, 1864 — enthaltenen Bestimmungen der Be- rathungen zu Grunde gelegt worden. Die Veröffentlichung der Protokolle und Beschlüsse ist nach den Bestimmungen der Geschäftsordnung während der Dauer der Sitzungen ausgeschlossen. Berlin, 14. Februar. Dem Vernehmen nach wird das jetzt in Preußen bestehende zweite Examen für Postbeamte aufgehoben, also auch innerhalb des norddeutschen Postbezirks, für welch' letzteren überhaupt eine neue Prüfungsordnung des Postzweiges bevorsteht, nicht zur Anwendung kommen. Graf Bismarck hat, nach Angabe der „Post" erklärt, mit der conservativen Partei nicht eher wieder in Verkehr zu treten, bevor sie nicht ihren bisherigen Vorstand geändert, also Herrn v. Bodelschwingh entfernt habe. Die Angelegenheit des Cigarrenarbeiters Fritzsche, der mit polizeilicher Ausweisung bedroht fein sollte (eine Nachricht, welche später totoerrufen wurde), ist immer noch nicht aufgeklärt. Der Betreffende hat nun selbst eine Erklärung veröffentlicht, aus der hervorgeht, daß der Polizei-Wachtmeister des Reviers, in welchem er wohnt, ihm den Rath ertheilte, nach Sachsen zurückzukehren. Herr Fritzsche hat übrigens jetzt eine „Arbeitsstellung" ein- und angenommen. In Betreff des Strike hiesiger Cigarrenarbeiter ist zu bemerken, daß die von hiesigen Cigarrenarbeitern unter dem Namen „Deutsche Cigarrenarbeiter-Compagnie" begründete Productiv-Association jetzt 90 entlassene Arbeiter beschäftigt und „Strike-Cigarren" das Viertelhundert für 73/4 Sgr. verkauft. Berlin, 15. Februar. Die „Nordd. Allg. Ztg." betont, daß nur der Gesundheitszustand des Grafen Bismarck denselben veranlaßt habe, einen Urlaub zu erbitten; die letzten parlamentarischen Vorgänge, welche politischer Natur seien und ihre politischen Consequenzen haben würden, wären weder für den sie hatte ihr noch eine Mitgift gegeben, nur um eine Person los zu werden, Die sie fürchtete und die ihr in Allem, wo es sich um Gewissen und um höhere Dinge handelte, einen unerschütterlichen und offenen Widerpart hielt. Frau Balder hatte dann ihre Töchter in fremde vornehme Institute gegeben, wo eine seichte, vielseitige Bildung Den guten Samen, den Amalie in das Gemüth ihrer Zöglinge gelegt, bald mit allerlei Unkraut überwuchert hatte, ohne jedoch denselben ganz ersticken zu können. Beide Zöglinge hingen noch mit inniger Liebe an ihrer ehemaligen Erzieherin, und Darum gereichte der Gedanke, in diesem kritischen Augenblicke ihres Lebens zu Amalien flüchten und bei ihr Trost suchen zu Dürfen, auch Der erschütterten JDa zu großer Beruhigung: Amalien Durfte sie ja Alles rückhaltslos anvertrauen, was sie gefehlt hatte, Denn in diesem edlen, uneigennützigen Gemüthe war Trost und Mitgefühl für alle Leiden zu finden. 12. „Wo ist Denn Ida, mein gutes Kind?" fragte am andern Morgen Herr Baloer beim Gabelfrühstück, als er Jda's Platz leer sah und eine eigenthümliche Gedrücktheit und Scheu auf den Gesichtern seiner Frau und altern Tochter bemerkte. „Ist sie krank, daß sie beim Frühstück fehlt?" „Nicht doch, lieber Onkel, sie ist gesund und wohl in Erlau bei der Pfarrerin, wohin ich sie gestern AbenD gebracht habe," versetzte der Buchhalter rasch und unbefangen, ehe die Commerzienräthiu noch Den Muth fand, auf diese Frage zu antworten. „In Erlau?" fragte Der Commerzienrath verwundert und sah feine Gattin an, welche todesblaß und bebend da stand und Den Neffen Buchhalter mit fra- gcnDen, forfebenDen Blicken maß. „Was will Denn Das MäDchcn Dort?" „Fräulein Ida sucht Ruhe und Stille, deren sie bedarf, und die sie dort eher zu finden hofft ass hier. Ich traf sie auf dem Posthofe zu Wölfingen mit ihrem Mädchen, als ich gestern Abend mit einem Freunve dorthin fuhr, und erbot mich ihr zur Begleitung nach Erlau, Die auch nicht abgelehnt wurde. Heber bas Andere aber wird die Frau Commerzienräthin wohl eher Bescheid geben können, als ich," setzte der Buchhalter mit seiner unerschütterlichen Ruhe gleichgültigen Blickes hinzu. „Was in aller Welt konnte aber mein Kind bewegen, so ohne Abschied von mir zu gehen, unD woher denn auf einmal dieß seltsame Bedürfniß nach Ruhe?" fragte der Commerzienrath. Der Buchhalter zuckte die Achseln und murmelte: „Vielleicht getäuschte Erwartungen oder Hoffnungen: Fräulein Iva erschien höchst aufgeregt und unglücklich !" .... „Ja," fiel die Commerzienräthin betreten ein, „das arme Kind war sehr aufgeregt — der Arzt verordnete eine Luftveränderung — und während ich ge- stern Abend mit Henrietten im Theater war, fuhr Ida in aller Stille weg." „Und das muß ich erst heute erfahren?" rief Herr Balder finster und ver- wurssvoll. „Man hat es nicht einmal für passend gehalten, mich von dem Zustande meines guten Kindes zu benachrichtigen ? Ich merkte zwar wohl, daß Ida seit einigen Tagen auffallend verstört und nervös war, aber wie hätte ich ahnen sollen, daß es ein solch ernstes Leiden war? — Und was war wohl der Grund davon ?" Die Commerzienräthin zuckte die Achseln, und schaute zu Boden; Henriette Drückte ihr Taschentuch vor Die Augen und wanDte sich ab. Der Buchhalter aber sagte mit einer Gelassenheit, welche auch dem bekümmerten Vater wieder etwas Zuversicht einflößte: „Wer kann das wissen, lieber Onkel? Eine Mäd- chenlaune vielleicht oder ein plötzlicher Einfall! Das Fräulein hat zu viel Romane gelesen und dadurch Phantasie und Empfindungs-Vermögen vielleicht überreizt, und sehnt sich nun — denn die Extreme berühren sich ja — nach ländlicher Einsamkeit und Stille. Und wenn die Pfarrerin von Erlau nur eine halb so vortreffliche Frau ist, wie Fräulein Iva und der allgemeine Ruf sie schildern, so kann, dünkt mich, das Fräulein in keinen besseren Händen sein, und Sie brauchen sich wahrlich keine unnöthigen Sorgen ihretwegen zu machen." (Fortsetzung folgt.) Literarisches. DaS Götste'sche Wort: „Wer Vieles bringt, wird Jedem Etwas bringen", hat sich die bei Eduard Hallberger in Stuttgart erscheiuende „Jllustrirte Welt" zur leitenden Richtschnur genommen, und hauptsächlich der mit Umsicht, Geschmack und richtigem Gesühl für die Bildungsbedürfnisse des Volkes auSgewählten Mannigfaltigkeit des Dargebotenen in Wort und Bild verdankt diese Zeitschrift die enorme Zahl ihrer Leser, die sich von Jahr zu Jahr noch steigert. Werfen wir z. B. einen Blick in das dritte und vierte vor uns liegende Heft, so überrascht uns nicht nur der Reichthum deö Inhalts: unter den Mitarbeitern sind auch die besten Namen der deutschen Schriftsteller vertreten. Friedrich Gerstäcker hat eine farbenreiche nordaustralische Skizze „Nach dem Schiffbruch" und eine Szene aus dem amerikanischen Volksleben, „Ein prizc - fight oder Borerkampf in Cincinnati", beigesteuert, Edmund Hahn eine spannende Novelle, „Die falsche Gräfin", Gustav Nieritz eine rührende Geschichte aus der Arbeiterklasse, „Es bedarf wenig, um glücklich zu sein", Bernd von Guseck eine rei zende Erzählung, „Der Waldhof", Cornelius Born eine ergreifende, naturfrische Volks- erzählung ausObersteiermark, „In der Dornau." C. Nebenius bringt die Fortsetzung seiner so gern gelesenen Federzeichnungen aus Baden, der fitten- und vvlkskundige Johannes Falke einen werthvollen Beitrag zur Geschichte des Tabaks, Hugo Schramm einen interessanten Artikel über die Freimaurerei, E. Freiherr v. Thüngen, eine lehrreiche Biographie aus der Naturkunde, „Der große Trappe", und August Feierabend anregende Kulturbllder aus dem schweizerischen Volksleben. Die „Bilder von der Pariser Weltausstellung" bieten besonders unsern Industriellen des Bemerkenswertsten vieles dar; eine Beschreibung der Brenner, bahn macht uns mit dem imposantesten Werk des modernen Eisenbahnbaus bekannt, wahrend der Artikel „Eine Buchdruckerei aus dem fünfzehnten Jahrhundert' uns einen lehrreichen Vergleich ziehen läßt zwischen den neuesten Fortschritten der Typographie mit der' Zeck unmittelbar nach ihrer Erfindung. Aus dem Gebiet der Biographie treten uns der Volkslehrer und Geschichtschreiber Ferdinand Schmidt, der Dichter Roderich Benedir, der Komponist Richard Wagner und der Maler Wilhelm von Kaulbach in warmer und wahrer Zeichnung entgegeu. Außerdem finden wir in den beiden Heften noch eine Menge Artikel: landschaftliche Schilderungen, sittengeschichtliche Skizzen, Genrebilder u. s. w. Unter den Illustrationen fallen besonders lieblich diejenigen deutscher Lieder in die Augen; hiezu sind hier „Der Schmied" von August Silberst ein uud „Das verlassene Mägdelein" van Eduard Mvricke gewählt worden; ferner die Illustrationen zu „Reinecke Fuchs" von W. v. Kaulbach. Die übrigen Illustrationen (von Hartmann, Weber, Herb ert König, Döpler, F. Kriehuber, H. LüderS, A. Neumann, L. Pietsch, E. Juch u. A. m.) verleihen der „Jllustrirte»- Welt" einen Schmuck von bleibendem Werth. Urlaub maßgebend, noch stünden sie überhaupt mit rem Gesundheitszustände des Grafen in Verbindung. Die „Kreuzzeitung" sagt, es sei zweifelhaft, ob der Graf die Urlaubsreise überhaupt antreten werde, da der ZollbundSrath am 24. Februar zusammentritt. Berlin, 18. Febr. Abgeordnetenhaus. Der Minister des Innern überreichte ein Gesetz über Einführung der Wahlordnung vom 30. Mai 1849 in den neuen Provinzen, ferner eine neue Wahlbezirks- Ordnung für die ganze Monarchie, wonach möglichst jeder Kreis und jeve große Stadt für sich wählt. Die geschäftliche Behandlung dieser Vorlagen wurde nach erfolgtem Drucke derselben ausgesetzt. Berlin. Es wird uns ofstciös versichert, daß in der Sitzung des Staatsministeriums vom 13. d. beschlossen worden fei, vor dem Schluß des Land- tags eine Vorlage einzubringen, welche die Regie- rung ermächtigen soll, sofort die Spielbank zu Homburg zu schließen, weil die bezüglich der Fortdauer des Spiels im Gange gewesenen Unterhandlungen durch den Widerspruch Blanc'S gescheitert seien. Berlin. Der Minister des Innern überreicht einen Gesetzentwurf, betreffend die Schließung der Spielbanken in Wiesbaden, EmS und Homburg. Dieselbe soll spätestens am 31. December 1872 er» folgen, kann aber auch früher auf dem Wege der Verordnung stattfinden. Entschädigung für die Auf- Hebung wird nicht gewährt. Der Gesetzentwurf soll durch Schlußberathung erledigt werden. — Der Finanzminister überreicht einen Entwurf, welcher eine Verstärkung von Geldmitteln zur Beseitigung des Notstandes in Ostpreußen verlangt. Die Staatskasse soll ein Darlehen zur Beschaffung der Saat- ftüchte gewähren, und solle demgemäß die Ausgabe verzinslicher Schatzanweisungen erfolgen. Der Entwurf wurde an eine Commission überwiesen. Kiel, 14. Febr. Es wird behauptet, die königl. Regierung hege die Absicht, die schleSwig-Holstein!- scheu Provinzialstänke im April d. I. zusammenzu- berufen, um derselben neben anderem eine revidirte Städteordnung für beide Herzogthümer vorzulegen; vieß soll die Regierung in der Gemeindecommission bei Gelegenheit der Berathung der von den schleswig-holsteinischen Abgeordneten eingebrachlen Städteordnung erklärt haben. (Kiel. Z.) Hannover, 13. Febr. Der „Hann. Cour." schreibt: Von den Gratulanten zur silbernen Hochzeit des Königs Georg haben sich schon viele, namentlich aus dem Adel, zum Theil über Kassel und Frankfurt nach Wien begeben. Den Extrazug werden meist die Gratulanten aus den mittleren und unteren Classen benutzen. Der Adel will hier den 18. Februar für sich durch Bankett im Hansteinschen Saale feiern, während für die anderen Festgenoffen das Odeon bestimmt fein soll. — Die nach Hietzing abgesandten Silbersachen sollen zu 100,000 Thaler declarirt fein. Unter den Festfachen werden Rücken- kissen das stärkste Kontingent stellen; wie man hört, sollen nicht weniger als 1573 abgesandt fein. Oldenburg, 14. Febr. Der im Bundeskanzleramte ausgearbeitete Entwurf der Gewerbe- Ordnung für den norodeutschm Bund ist den Provinzialregierungen unv auch dem hiesigen Direetorium des Handels- und Gewerbevereins zur Erklärung zugefertigt. Wie wir hören, enthält der Entwurf nicht weniger als 184 Artikel, ist aber durchweg unter Zugrundelegung der Gewerbearbeit ausgear- beitet, unv wenn auch mit einer gewissen Vorliebe die Verhältnisse der Innungen und die Beziehungen zu Lehrlingen, Gcwerbsgehülfen und Fabrikarbeitern geregelt werden, so soll voch nirgends die Befugniß zum selbststänvigen Gewerbsbetriebe von einem Beitritte zu einer Innung abhängig sein. Der Entwurf dehnt die Gewerbefreiheit auf ein weites Gebiet aus. Beispielsweise soll auch den Medieinalbeamten, mit Ausnahme der Apotheker, der freie Gewerbsbetrieb gestattet fein, und sollen sie, sobald sie die ange- orvnete staatliche Prüfung bestanden haben, für da« ganze Bundesgebiet eoncessionirt werden. Leipzig. Der Buchhändler Ernst Keil dahier, der Herausgeber und Verleger der allbekannten „Gartenlaube" wurde von dem reichen und großen Kunstverein in Philadelphia zum Ehrenmitglied ernannt, wie es in dem Diplom heißt: Zn Anerkennung der Verdienste dieser Zeitschrift für Literatur und Kunst, welche in der Geschichte der Entwickelung unseres alten Vaterlandes einen hohen Platz einnehmen wer- den." Die Gartenlanbe wird earin als die erste Wochenschrift bezeichnet, die eS verstanden, Gutes und Schönes Jedermann zugänglich zu machen. München, 13. Februar. Nachdem der Ma- gistrat der Stadt Würzburg sich zum Ankauf der Festungswerke rechts des Mains erboten hat, welche vurch Die Aufhebung der Festungseigenschaft Würz- burg's entbehrlich geworden sind, ist eine gemischte Commission des Finanz- und des Kriegsministeriums zur Zeit dortselbst mit der Feststellung der Verkaufs- objecte unv des WertheS beschäftigt, um hienach das Anerbieten des Magistrats verbescheiden zu können. — Das Kriegsministerium hat an den König den Antrag gestellt, daß auch in der baicrischen Armee die Gemeinen m t „Sie" angesprochen werden sollen. München, 15. Febr. Die „Hoffmann'sche Correspondenz" schreibt bezüglich der Nürnberger Bnrg: Es hat weder eine Abtretung der Burg zu Nürnberg an Preußen, noch überhaupt ein Staats- vertrag mit Baiern stattgefunden. Die Sache redu- eirt sich darauf, daß der König von Baiern, um der neu befestigten Freundschaft zwischen den beiden Königshäusern und den Staaten einen symbolischen Ausdruck zu verleihen, durch einen Brief, datirt vom 30. August 1866, dem König von Preußen angeboten hat, die ehrwürdige Burg seiner Ahnen gemeinsam mit ihm zu besitzen und bei etwaiger Anwesenheit in Baiern zu bewohnen und daß der König von Preußen dieses Anerbieten mit aufrichtigem Dank angenommen hat. München Die 48 baierischen Wahlen zum Zollparlament sind jetzt sämmtlich bekannt In vier Bezirken ist die absolute Majorität keinem Kandidaten zugefallen, so daß eine Nachwahl stattzufinden hat. Die 44 entschiedenen Wahlen verteilen sich, sofern wir nicht den einen oder anderen der Gewählten unrichtig qualiftetren, auf 12 Liberale, 4 Regierungscanvivaten, 13 Conservativc und 15 Ultra- montane. — Die „Südd. Presse" bezeichnet bei dem Ergebniß der Wahlen als bevorstehende Erscheinung die, da Vie Stävte und Die in wirtschaftlicher und politischer Bildung hervorragenden Wahlbezirke im Sinne Der nationalen Fortschrittspartei oder des Regierungsprogrammes, die mehr zurückgebliebenen Oertlichkeiten und Gegenden aber, unter dem Einflüsse der Geistlichkeit, im Sinne Des particularistischen WiDerstandes gegen die an das Zollparlament sich knüpfenden nationalen Hoffnungen gewählt haben. Augsburg, 16. Februar. Der Allg. Ztg." wird aus Wien die verbürgte Nachricht mitgetheilt, daß Graf Platen nicht ausdrückliche Ermächtigung, ja Aufforderung aus Paris die Weifenlegion aus der Schweiz nach Dem Elsaß Dtrigirt habe. Wien, 17. Februar. „Warrens Wochenschrift" enthält ein Florentiner Telegramm, wonach Mena- brea Die guten Dienste Der französischen Regierung in Anspruch genommen hat, um Die Entfernung DeS Exkönigs Franz II. von Neapel au« Rom beim Papste zu erwirken. Preßburg, 12. Februar. Gestern Abend hat sich hier folgender Vorfall zugetragen: Die hiesig- städtische Polizeiwache wurde gegen 9 Uhr benachrichtigt, daß in einem in der Nähe des Stadthaupte mannschast-Amtes gelegenen Gäßchen excedirt würde. Sofort begab sich eine aus drei Mann bestehende Patrouille dahin und arretirte den Hauptexcedenten. Auf dem Rückwege in das Stadthauptmann - Amt begegnete die Eskorte einer ebendahin commanbirten, gleichfalls au« drei Mann bestehenden Militärpa- tronille, bei deren Anblick der Arrestant sich gegen feine Begleitung zu widersetzen begann, wobei er fortwährend ausrief, er wäre Urlauber und könne als solcher nur durch eine Militärpatrouille arretirt werden. Kaum hatte der Führer Der Militärpatrouille Dies vernommen, als er auch een Jnculpaten für sich rcclamirte; Die städtische Polizeiwachmannschaft weigerte sich, Den Arrestanten herauSzugeben, da sie ihn auf frischer That ertappt habe und das Resultat der Erhebung, ob er wirklich der Militär - Jurisdiction angehöre, abgewartet werden müsse und entfernte sich mit dem angeblichen Urheber. Die Militär-Patrouille wlgte, und auf dem Johannesplatze angelangt, donnerte der Führer derselben der ruhig fortmarschiren- den Polizeimannschaft ein Dreimalige« Halt nach unD ließ, als Dies erfolglos geblieben war, Feuer geben. Zum Glück würbe nicht präcis geschossen unb erhielt nur ein Polizei-Wachmann eine Streifwunde an Der rechten Schulter. Der Excebent würbe nichtsbesto- weniger ber stäbtischen Gerichtsbarkeit zur Amts» hanblung übergeben. Genf, 12. Febr. „Aus einer Quelle, welche gut unterrichtet zu sein pflegt", geht Der „Allgem. Ztg." von hier Die Nachricht zu: Die Spielpächter von WieSbaDen UND Homburg hätten sich, in Anbe- tracht Des balDigen EnDeS ihrer Dortigen Herrlichkeit, an Den Verwaltungsrath hiesiger StaDt mit glätt- jenDen Anerbietungen gewanbt, um Die Conccssion zur Errichtung eines Spielhause« in Genf zu erhalten. Sie sollen sich gegen eine solche Bewilligung anheischig gemacht haben, Die SchulDen Der StaDt zu bezahlen, Den Bau Des Quai Du Löman zu voll- enben unb ben Straßenburchbruch in Den großen unteren Stadtvierteln auf ihre Kosten auszuführen. Die Antwort des Verwaltungsratbs soll noch nicht erfolgt fein, kann aber in jedem Falle nur abschlägig lauten. Florenz, 15. Februar. Der nordamerikanische ADmiral Farragut ist hier auf das herzlichste auf- genommen worden. Derselbe wird sich am nächsten Montage von hier nach Venedig begeben. Es ist davon Die Rede, Daß Der ADmiral mit Der Regierung wegen Errichtung einer amerikanischen Flottenstation in einem italienischen Mittelmeerhafen unterhanDle. Paris, 14. Febr. Laut Briefen, Die Dem „Journal De Paris" au« Rom zugehen, wäre die Mission De« Grasen Crivelli volländig gescheitert. Der römische Hof hätte nicht einmal Kenntniß nehmen wollen von Den Puncten, in Denen Da« österreichische Cabinet eine MoDification de« Concordat« wünscht. Paris. Bei Fortsetzung Der Berathung über Das Preßgesetz tourDe beschlossen, ein AmenDement Guillemonte«, Dahin lautenD, daß jeder böswillige Angriff Der Presse auf Da« Privatleben mit einer Geldbuße von 500 bis 5000 Fr. bestraft werden solle in weitere Erwägung zu ziehen. Bei der Dis» cussion Des Art. 12, welcher mit Der Verurteilung wegen Preßvergehens Den fünfjährigen Verlust Des Wahlrecht« verbinDcn will, beteiligten sich I. Simon, Die Minister Rouher unD Pinard, I. Favre, Olli- vier. Ein Amendement, welches den Wegfall Dieses Art. verlangt, wurde mit 170 gegen 59 St. verworfen. — In ber Kammersitzung am 8. erregte I. Favre einen heftigen Sturm durch folgende Worte: „Wenn die 1848 gestürzte Regierung L. Philipps einige Concessionen gemacht hätte, so würde sic noch in Frankreich sein, unb man würde nicht auf ihren Ruinen das Kaiserreich haben gründen können, bas uns alle unsere Freiheiten gestohlen hat." Im Ministerium sollen wichtige Veränderungen bevorstehen und der Kaiser bereits mit mehreren Mitgliedern ber liberalen Fraktionen verkehrt haben. Paris, 15. Febr. Wie bie „France" meldet, bat Graf von der Goltz gestern dem Kaiser seine Aufwartung gemacht. Der Gegenstand diese« Besuches war die Auswechselung ber Unterschriften De« Zollvertrags zwischen Frankreich unb Preußen bezw. Mecklenburg, welcher heute ratificirt worben ist. Paris, 16. Febr. Der „Moniteur" meldet: Marquis v. Moustier wechselte gestern mit dem mecklenburgischen Bevollmächtigten, Herrn Borne- mann bie Erklärung aus, welche Den Artikel 18 Des HanDelsvertragS vom 9. Juli 1865 aufhebt, Durch welchen Mecklenburg sich verpflichtet hatte, bie auf Bobenerzeugnisse unb inbuftrieöe Probucte Frankreichs gelegten Steuern nicht über eine bestimmte Höhe hinaus zu erheben. Da bicse Bestimmung Dem Eintritt Mecklenburg« in Den Zollverein im Wege stanb, so ging Die Regierung Des Kaiser« Darauf ein, auf Den Art. 18 vermittelst einer Compensation zu verzichten. Sie hat vom Zollverein eine gewisse An- zahl von Zugestänbnissen erlangt, Deren wichtigste« Die RcDuction De« Weinzolle« auf 20 Fr. per 100 Kilo ist. Da Die Zollermäßigung Durch Einschaltung in Den Tarif Des Handelsvertrags zwischen Dem Zollverein unb Oesterreich legalisirt werben muß, so wirb die Erklärung erst in Kraft treten, wenn der neue Vertrag unterzeichnet ist. Paris, 16. Februar. Der Abend. Moniteur enthält bie folgenbe Notiz: „Eine von München nach Pari« gerichtete Depesche meldet, baß Die Wiener Presse einstimmig behauptet, Der Graf Platen hätte bie hannoversche Legion nicht nach Frankreich übertreten lassen, ohne ausdrückliche Erlaubniß und selbst erst auf eine Einladung von Paris. Diese Nachricht ist unrichtig. Es wurde weder eine Ermächtigung noch eine Einladung von Paris gesandt, um die hannoverschen Emigranten nach dem Elsaß übertreten zu lassen; sie sind auf unser Gebiet herüberge- kommen aus eigenem Antriebe unb ohne vorläufige Anzeige. Die Regierung, basen unterrichtet, hatte Maßregeln getroffen, um bie Officiere und Soldaten getrennt und in bedeutender Entfernung von unserer Ostgrenze zu interniren. Petersburg, 16. Februar. Das „Journal de tot. PcterSbourg" fcementirt die Nachricht der „Times", daß General Tschernajetv sechs Monate in Serbien zugebracht habe, um die dortigen Rüstungen zu leiten und fügt hinzu, daß der genannte General feit Jahresfrist Rußland nicht verlassen habe. — In Bezug auf den Artikel der „Patrie" vom letzte» Dienstag, welcher die europäischen Sabenete wegen ber russisch-serbischen Manöver als von großer Sorge erfüllt hinstelle, spricht bas Journal den Wunsch au«, daß die Mächte niemals von größeren Sorgen heim- gesucht werden mögen. — Das Journal bementirt enblich bie Mittheilung ber „Liberty" über Ver- hanblungen zum Zwecke ber Herstellung der russisch- römischen Beziehungen, an welchen Frankreich Theil nehme. Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.