Preis vierteljährlich 36 kr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierieljährlick 51 kr. Gießener Anzeiger. Erscheint wöchentlich dreimal . Dienstags, Donnerstage und Samstags. — Expedition: Canzleiberg Lit. B. Nr. 1. Anzeige- und AmtsTait für den Areis Kielen. Nr*. S7. Dienstag den 18. Angust iStiS. Brodpreife: 4 Pfund gemischtes Brod 18 fr. 4 Pfund Roggenbrov 15 kr. Amtliche Bekanntmachungen. (Nr. 145.) a. M. betr. Das Bundes-Gesetzblatt des Norddeutschen Bundes Nr. 27, ausgegeben den 10. August 1868, enthält: . s 142.) Verordnung betr- die Einführung des Gesetzes wegen Besteuerung des Braumalzes vom 4. Juli 1868 und des Gesetzes, betr. die Besteuerung des Branntweins, vom 8. ^zull 1868, in Mecklenburg, Lauenburg, Lübeck und Preußischen und Hamburgischen Gebietstheilen. Vom 29 Juli 1868 u Theile brö Großherfokthums^Isen bttr.^Vom "^Aprck Besteuerung des Branntweins und Biers in dein nicht zum Norddeutschen Bunde gehörigen (Nr. 144.) Bekanntmachung, die Ernennung eineS Consuls des Norddeutschen Bundes in Hammerfest betr. Desgleichen, die Ertheilung des Exequatur Namens des Norddeutschen Bundes an den Königlich Belgischen Generalconsul und Viceconsul zu Frankfurt (Nr. 146.) (Nr. 147.) (Nr. 148.) (Nr. 149.) (Nr. 150.) (Nr. 151.) (Nr. 152.) (Nr. 153.) (Nr. 154.) cante, Torreoiega, Desgleichen, die Ernennung eines Consuls des Norddeutschen Bundes zu Trapezunt betr. Desgleichen, die Ernennung eines Consuls des Norddeutschen Bundes zu St. Valery betr. Desgleichen, die Ertheilung des Exequatur an den Kaiserlich französischen Consul zu Stettin betr. Desgleichen, die Ernennung eines Consuls des Norddeutschen Bundes zu Karlskrona betr. Desgleichen, die Ernennung von Consuln des Norddeutschen Bundes zu King-Georges-Sound, Sydney, Newcastle, Brisbane und Auckland betr Desgleichen, die Ernennung eines Consuls des Norddeutschen Bundes zu Guayaquil betr. Desgleichen, die Ernennung eines Consuls des Norddeutschen Bundes zu Manila betr. Desgleichen, die Ernennung der Generalconsuln und bezw. Consuln des Norddeutschen Bundes in Havana, San Jago, Trinidad und Matamas betr. Desgleichen, die Ernennung von Consuln und bezw. Viceconsuln des Norddeutschen Bundes in Santander, Corunna, Sevilla, Malaaa Cartbaacna Ali- M^7^-'V?lenicia Tarragona Barcelona Palma (Insel Malorca) Port Orotava (Insel Teneriffa), Huelva, San Lucar de Barremada und Algeciras betr. ' (Nr. 155) Desgleichen, die Ertheilung des Exequatur an den Generalconsul der Republik Liberia in Hamburg betr. 0 Gießen, den 15. August 1868. Grechherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Goldmann. Bekanntmachung. Die Staatsstraße von Gießen nach Rodheim, Abtheilung 10 bis 19, ist wegen Umbaues auf etwa 6 Wochen unfahrbar Es wird dies mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Fuhrwerke während dieser Zeit die Bicinalweae über Heuchelheim und Kinzenbach, oder über Krofdorf einzuschlagen haben. Gießen, den 12. August 1868. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. G o l d m a n n. i) 2) 3) 4) 5) 6) 3u einer ©eneratoerftnmnlunfij be8' ^^rtfifcöaftliÄen SBegirf8t>trring für den Kreis Gießen lade ich alle Mitglieder des Vereins und alle Freunde der Landwirthschaft aus aani . Drenftag den 2». l. Mts., Vormittags halb 10 Uhr, in den Zinßer'schen Garten zu Gießen ' Außer einigen geschäftlichen Gegenständen werden folgende Fragen zur Berathung kommen: Abänderung der Statuten des Bezirksvereins und eventuell Wahl des Vorstandes. Verwendung der dem Bezirksverein zur Verfügung stehenden Mittel. Ueber die Verwendung von künstlichem Dünger und über die mit demselben gemachten Erfahrungen. Bei welchem Grade der Reife des Getreides sollte mit der Erndte desselben begonnen werden ? *** bo ’>»"«'“<»• >—ch 1" f« •*—« MM « »«n Durfte es bei dem Mangel an Arbeitskräften für die Landwirthschaft nicht angezeigt sein, dahin zu raufen, daß das Klopfen der Chausseesteine welches so viele • eftn un? welches ebenso gut NN Winter geschehen tonnte, wie es jetzt im Sommer geschieht, nur in den Wintermonaten voraenommen werde? mitzutlwilem^ ^elne Mitglieder noch andere Gegenstände zur Berathung ausgesetzt wünschen, so wird gebeten, dies vor Beginn der Versammlung dem Unterzeichneten Herren Bürgermeister werden gebeten, von dieser Einladung den in ihren Gemeinden wohnenden Mitgliedern des Vereins Wichtigkeit der Verathungsgegenstände wird nm recht zahlreichen Besuch der Versammlung gebeten. U Ausdrücklich wird bemerkt, oaß auch Nichtmitglieder der Versammlung beiwohnen können. Gießen, den 11. August 1868. Der Direktor des landw. Bczirksvereins für den Kreis Gießen. Dr. G o l d m a n n. speciell Kenntniß zu geben. -Bei der Besondere Bekanntmachungen. ' Oeffentliche Vorladung. 5743) In Untersuchungs - Sachen gegen den vorhinigen Rechner der Großherzoglichen Criminal- und Polizeikasse der Provinz Oberhessen, Rechnungsrath Keim zu Gießen, wegen Veruntreuung im Dienste, ist der Beschuldigte, welcher sich vor Einleitung des gerichtlichen Verfahrens seiner Verhaftung durch die Flucht entzogen hat, und des erlassenen Haftbefehls und Steckbriefs ohnerachtet bisher nicht gefänglich eingezogen werden konnte, auf die geführte Untersuchung und weiter stattgehabte gesetzliche Verhandlung, durch Beschluß des unterzeichneten Gerichts vom 26. Juni d. I. wegen der in den Artikeln 439, 469, 470, 472 und 473 des Strafgesetzbuchs erwähnten und mit Strafe bedrohten Dienstvergehen, zur Aburtheilung vor das Schwurgericht der Provinz Oberhessen verwiesen, dessen Haft erkannt, beziehungsweise der erlassene Hastbefehl aufrecht erhalten, und nunmehr in Folge des dieserhalb von der Staatsanwaltschaft gestellten Antrags auf Grund des Artikels 395 der Strafprozeß- Ordnung die Einleitung^des Contumacial- Verfahrens angeordnet, auch die öffentliche Vorladung des Angeklagten verfügt worden. In Folge dieses Beschlusses, welcher einmal durch die Darmstädter Zeitung, das Frankfurter Journal und den Gießener Anzeiger verkündigt werden soll, wird der Beschuldigte, Großherzoglicher Rechnungsrath und vorhiniger Rechner der Großherzoglichen Criminal- und Polizeikasse der Provinz Oberhessen, Georg Friedrich Ludwig Keim von Gießen, 53 Jahr alt, in Gemäßheit der Artikel 395, 396 und 397 der Strafprozeß-Ordnung aufgefordert, vor dem Schwurgerichtshofe der Provinz Oberhessen für das vierte Quartal d. I., dessen Sitzungen am 5. October d. I., Vormittags 9 Uhr, eröffnet werden, zur Hauptverhandlung zu erscheinen, und sich wegen der ihm nach dem Verweisungsbeschluß zur Last gelegten Dienstvergehen, welche darin bestehen: „daß er sich als öffentlicher Diener, Rechner der Großherzoglichen Criminal- und Polizeikasse der Provinz Oberhessen in der Zeit vom 10. Mai 1865 bis zum 27. Februar l. I. nach und nach — fortgesetzt — Gelder, die ihm vermöge feines Dienstes zur Verwahrung, Verwaltung , Verrechnung und Ablieferung übergeben, von ihm in Empfang genommen worden waren, im Gesammtbetrage von neuntausend sechs hundert sieben Gulden fünf und vierzig und drei Viertheil Kreuzer selbst zugeeignet, und die verübte Veruntreuung im Dienste, den vorhandenen Abgang durch unterlassene und verspätete Verrechnung beziehungsweise Buchung eingegangener Posten, durch Fälschung seines Tagebuchs, sowie einiger Belege und fortgesetzte Erstattung unrichtiger Kassenberichte zu verstecken versucht, auch die Flucht ergriffen und die ihm anvertraut gewesenen Gelder zum Theile mitgenommen habe," zu verantworten, widrigenfalls gegen ihn als einen -Ungehorsamen nach dem Gesetze verfahren, und zur Urtheilsfällung in seiner Abwesenheit ohne Zuziehung von Geschworenen geschritten werden wird. Gießen, den 13. August 1868. Großherzogliches Hofgericht der Provinz Oberhessen, Anklagekammer. Weber. __________________ vdt. Elwert. 5746) Am 29. Juli 1868 wurden nachstehende Einträge in das Firmen - Register des unterzeichneten Gerichts vollzogen: 1) Heinrich Moll, Ortsbürger von Mendorf a. d. Lumda, betreibt an diesem Orte ein Colonial-, Manufactur- und Eisen-? waaren-Geschäft unter der Firma: „Heinrich Moll." 2) Feist Katz II. und Vogel Katz von Steinbach haben seit Ende vorigen Jahres das von denselben in Steinbach unter der Firma „Vogel und Feist Katz" betriebene offene Handelsgeschäft mit Vieh aufgelöst und ist in Folge davon diese Firma im Firmen-Register gelöscht worden. Gießen, am 29. Juli 1868. Großherzogliches Landgericht Gießen. ______________Bötticher. __________ Oeffentliche Aufforderung. „ 5757) Forderungen an den ganz geringfügigen und zweifelsohne überschuldeten Nachlaß des Dietrich Henkelmann aus Staufenberg, welcher voraussichtlich kaum zur Deckung der bevorzugten Forderungen hinreichen dürste und deshalb von den berufenen Erben ausgeschlagen worden ist, sind nebst den Gründen etwaiger gesetzlicher Vorzugsrechte solcher Forderungen bis zum 15. September, Vormittags, bei unterzeichnetem Gerichte anzumelden, widrigenfalls sie bei Verkeilung des Nachlasses des Genannten keine Berücksichtigung zu erwarten haben. Gießen, den 13. August 1868. Großherzogliches Landgericht Gießen- ________________Bötticher.__________ Oeffentliche Aufforderung. 5745) Forderungen an den Nachlaß des verstorbenen Konrad Henß, ledig (Soldat) aus Beuern, sind bis zum 15. September d. I. dahier anzumelden, widrigenfalls sie bei Vertheilung des Nachlasses keine Berücksichtigung zu erwarten haben. Gießen, am 13. August 1868. Großherzogliches Landgericht Gießen. Bötticher, Hellmann, Landrichter. Landger.-Assessor. Versteigerungen. 5739) Dienstag den 25. August, Nachmittags 2 Uhr, soll auf dahiesigem Rathhause die Hofraithe des Joh. Joseph Langsdorf, als: Arbeitsversteigerung 5751) zu statt. Der Vorstand. Prediger: Pastor Harms aus Her- findet gegc mannsburg. Anfang Morgens V-lOUhr. [tigung bei M Nachnahmen können nicht erhoben werden. (5722) ■ 66 (5755) vor X/436 X1H/488 5763) den. Heinrich Becker's Eheleute. wohne. E. Eichenberg. empfohlen. Wilhelm Klee, Mäusburg. lare, sind zu haben bei Flur Nr. X/243 168 387 544 732 59 11/98 11/97 11/99 11/339 11/361 11/363 11/562 Flur Nr. II362 sollen auf dem hiesigen Rathhause nachstehende Bauarbeiten unter den bei der Versteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen in Accord gegeben werden, als: I lieh. Zinß er scher Garten Mittwoch den 19. August: uKlstr. 181 Acker auf der Hardt, der Koppelhut, □JUftr. 169 Hofraithe, die Heuchelheimer Mühle, 446 Acker am Mühlacker, Frachtbriefe für die Main-Weser- und Cöln-Mindener- Eisenbahn, sowie fammtliche zollamtlichen Fornru- U-97O ’/e9 68 fl. 480 „ 184 „ 140 „ 104 „ 296 „ 32 „ 5750) Verlangt wird ein Schuhmacher, der etwas Leistenmachen versteht. Zu erfragen bei I. Rothenberger. 5741) Von Herrn S. Frank in Frankfurt a. M-, Holzhandlung, Lager in Böhmen und Baiern, ist mir die Agentur zum Verkauf aller Gattungen Bretter, Dielen, Spalier- und Dachlatten, Bauhölzer rc. übertragen und bin ich in der Lage, zu billigsten Preisen Abschlüsse zu machen. Zur Entgegennahme von Aufträgen halte ich mich 5720) Ein gesitteter kräftiger Bursche findet gegen guten Lohn dauernde Beschäf- ' i Jean Leierzapf. Vermischte Anzeigen. 573,4) Ein tüchtiger Schlosser, hauptsächlich in Maschinenarbeiten geübt, findet gegen hohen Lohn dauernde Beschäftigung bei I. Th. Haubach (Nähmaschinenfabrik). Bürger-Club. 5728) Der in der Festkarte auf den 5. September angezeigte Ball findet Samstag den 22. August im Zinßer'schen Saale Grasgarten daselbst, Acker daselbst, Wiese, die Oberwiese, Wiese, die Mühlgärten, Grasgarten, d. Mühlgärten, 5715) Zwei große möblirte Zimmer, das eine mit Cabinet, sowie ein kleineres, sind zu vermiethen und am 1. September zu beziehen Canzleiberg Lit- B- Nr. 67. zu Lollar. Mittwoch den 19. August, Vormittags um 9 Uhr, F. Weinhardt Schreinermeister. Die Hofraithe liegt nahe der Staatsstraße von Gießen nach Gladenbach, >/? Stunde von Gießen, und besteht aus der Mühle mit 3 Mahlgängen nebst eingerichteten Stuben zum Betriebe der Wirthschaft, vor wenigen Jahren neu aufgebaut, Scheuer, Nebenbau mit Stuben und Bierbrauerei und sonstigen Oeconomiegcbäuden. Außerdem befindet sich dabei eine schöne Wirthschafts- anlage, die sich eines zahlreichen Besuchs zu erfreuen hat- Heuchelheim, den 10. August 1868. Großherzogliches Ortsgericht Heuchelheim. Jung. 5721) Altes Zeitungspapier kauft I- Rothenberger, Lindenplatz. 11/101 ll/501 Il/502 11/503 11/546 11/364,1 11/561 IX/461 Pianofabrikant A. F. Neumeyer, Berlin, Wilhehnsstrasse Nr. 113, empfiehlt bei vierjähriger Garantie Salon- u. Cmrcert-Pianinos neuester Construction mit Metallrahmen und elegantester Austattung. Preis 150 — 225 Thlr. Bei Ratenzahlungen etwas höher. Wieder-Verkäufern Rabatt. Näheres brief- 696 Acker daselbst, am Gleiber- ger Weg, 591 Acker am Zollstock, bei den Kropbachswiesen. 31 Grasgarten auf dem Mühlberg, 67 Acker am Mühlpfad, 94 Acker auf dem Mühlberg, 94 Acker daselbst, 129 Acker daselbst, 196 Acker daselbst, 41 Grasgarten, d. Mühlgärten, 23 Wiese auf dem Mühlberg, 157 Wiese, die Galgenwiese; Gemarkung Gießen: 5742) Dienstag den 15. September, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf unserem Qrtsgerichts-Büreau die der Balthasar Gans Wittwe zustehende Hälfte der Immobilien, als: □•ftlftr. 53 Hofraithe, Grabgarten, Stall, Hofraum u. Miststätte auf dem Asterweg, gibt 13 Vs kr., 152 Acker, Lag-Gärten, am Wismarer und Krofdorfer Abschieds -Concert (auf Subscription), ausgeführt vom ganzen Musik-Corps der hiesigen Jäger. Anfang 5 Uhr. Entree für Herren 12 kr., für Damen 9 fr, Familienbillets, welche an der Kasse zu haben sind, ä 30 kr. Pferde-Wett-Rennen in Frankfurt a M. den 22., 23 und 24. August 1868, Nachmittags */24 Uhr, am Forsthaus, 18 Rennen mit Preisen zusammen im Werthe von circa Thlr. 12000 und 2 Ehren-Preisen. Eintrittspreise: Erster Platz: für Herren: fl. 3, für Damen: fl. 2Vs, 1 Herrenbillet für drei Tage fl. 10. Zweiter Platz r fl. 1. — Dritter Platz r 30 kr. — Stehplatz: 18 kr. (5762) Das Directorium des Rheinischen Renn-Vereins. Backofenarbeit, veranschlagt Erdarbeiten, „ Chaussirarbeiten, „ Pflasterarbeiten, „ Steinbrechen, „ Steinfahren, „ Steinaufsetzen, „ Wohrrnngs - Veränderung. 5718) Hierdurch mache ich die ergebenste Anzeige, daß ich meine seitherige Wohnung verlassen habe und von jetzt an bei Herrn M. Weißbäcker in der Löwengasse Ziehung1 der österr. Staats - Jjoose vom Jahre 1861. Höchster Treffer fl. 200,000, niedrigster fl. 155 östr. Währ. Einlage S Thlr. — fl. 3. 30 süddeutsch. Sieben Betlieiligungen kosten nur Thlr. IS — n. 81 süddeutsch. Mit k. k. Stempel versehene Betheiligungen empfehlen VOELCKER & O Bankgeschäft in Wien, Kolowratring Nr. 4. Mifsionssest. 5749) Der lutherische Missionsverein für Oberhessen wird, D. v., Donnerstag den 27. August in Lich sein Hauptmissionsfest feiern. glue Nr. !' 939 1 960 ; 5736) Ein Familienlogis, aus 5 heizbaren Zimmern, Küche, Keller u. s. w. bestehend, ist zu vermiethen bei F. C. Loos. Weg, «2llc 116 Wiese im Gartfeld, öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, am 1. August 1868. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. Ebel. g Ausverkauf u" »Wegen Aufgabe meines Geschäftes verkaufe ich meine noch vorräthigen Maaren, bestehend in Pfeifen, Mcerschaumspitzen, Spazierstöckcn ic, unter den Fabrikpreisen. Carl Schaff st ädt Wittwe, Drechsler. Lollar, den 15. August 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Lollar. I. A.: Körner, Bezirksbauaufseher. 5725) Mittwoch den 19. d. Mts., Nachmittags um 2 Uhr, werden int Hause des Herrn v. Rabenau auf dem Seltersberge verschiedene Mobilien des Professor Merkel (darunter Bücher, Spiegel, Schränke, Tische, Stühle, verschiedenes Bettwerk, ein Divan, Küchengeräthe, Kleidungsstücke ic.), wegen Versetzung des- selben, versteigert werden.__________________ 5759) Montag den 24. August und die folgenden Tage, Nachmittags 2 Uhr, sollen in der Behausung der verstorbenen Friedrich Vogt Eheleute dahier die zu deren Nachlaß gehörigen Mobilien, als: Bettwerk, Weißzeug rc. öffentlich meistbietend versteigert werden.__________________________ 5752) Freitag den 21. August d. I. sollen im Seipp'schen Hause am Seltersthor im oberen Stock allerlei Hansgeräthe, Bettung, Kleidungsstücke, sowie noch zwei ganz neue Oefen, für Steinkohlen eingerichtet, umzugshalber gegen baare Zahlung versteigert werden. 5727) Ein wohlerhaltener Flügel ist Auswanderung halber wohlfeil abzugeben. Näheres bei der Exped. d. Bltts.__________ 5726) Eine neue Uniform ist wohlfeil abzugeben. Bei wem? sagt die Expedition dieses Blattes.________________________________ 5709) Ein noch sehr gut erhaltenes Cla- vier ist wegen Wegzugs zu verkaufen. Bei wem? sagt die Exped. d. Bltts. 5760) Weingrüne Faß von verschiedener Größe billigst bei Gebr. Ebel. 5712) Ein noch gut erhaltener Flügel steht wegen Wegzugs zum Verkauf. Wo? sagt die Exped. d. Bltts._____________________ 5744) Unterzeichnete beabsichtigen ihre Grundstücke, wieffolche im Anzeiger Nr- 96 näher beschrieben sind, gegen 8jährige Zielzahlungen und unter sehr günstigen Bedingungen, aus freier Hand zu verkaufen- — Kausliebhaber wollen sich direct an sie wen- 5729) Zwei Zimmer mit Cabinet, mit oder ohne Möbel, können zusammen oder auch getrennt vermiethet werden. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 5731) Zwei Familieulogis sind in dem ehemaligen Marguth'schen Hause zu vermiethen bei Wilh. Knoll, Kirchendiener. 5732) In meinem Hause in der kleinen Löwengasse ist eine Familienwohnung zu vermiethen. Carl Retter. 5711) Im Russischen Hofe sind zwei ineinandergehende große Zimmer, mit oder ohne Möbel, zu vermiethen und sogleich zu beziehen. ___________________ Friedberg. , 5717) Auf dec breiten Straße Nr. 114 sind zwei ineinandergehcnde Zimmer, mit oder ohne Möbel, sowie ein möblirtes Zimmer, zu vermiethen. 5723) Im zweiten Stock des Hochstät- ter'schen Hauses sind zwei möblirte Sim: mer zu vermiethen. _______________ 5716) In Becker's neuem Hause auf der Anlage sind noch Logis mit allen Bequemlichkeiten, Bleichplatz und Waschküche zu vermiethen und den 1. October beziehbar; auf Verlangen kann auch Stallung dazu abgegeben werden. Geübte Schuhmacher finden für sich und ihre Gesellen dauernde und lohnende Beschäftigung in der Schuhfabrik von Drcschfcld 8? Wallerstein, (5748) in Offenbach a. M- 5713) Maurergesellen und Taglöhner können dauernde Beschäftigung erhalten bei Siug. Nauheimer. Ver mieth ungen. 5719) Ein möblirtes Zimmer mit Cabinet ist zu vermiethen bei _______________ Wittwe Strauch. 5714) Im Russischen Hofe ist ein kleines Familienlogis zu vermiethen und am 1. September zu beziehen. Bettstrohliefenmq. 5758) Freitag den 21. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, wird der Bedarf von Bettstroh pr. 18s3/69, unter den auf dem Bureau der unterzeichneten Garnisonverwaltung offen liegenden Bedingungen auf dem Soumissionswege in Accord gegeben. Gießen, den 17. August 1868. Großherzogliche Garnison-Verwaltung Gießen. Nischwitz, Quartiermeister. 5747) Montag den 7- September l. I-, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf der hiesigen Rathhausstube die dem Christian Mandler zustehenden Immobilien, unter den alsdann bekannt gemacht werdenden Bedingungen, einer öffentlichen Versteigerung ausgesetzt werden, als: 5764t Auf meinem Hofe kann Schutt abgeladen werden. Ich zahle für den Wa- gen 12 kr._______________Emil Roth. „Ginigkeit!" 5753) Mittwoch den 19. August: Generalversammlung präcis 9 Uhr. Die Mitglieder werden ersucht, pünktlich zu erscheinen. Der Vorstand. 5716) Eine tüchtige Köchin wird gegen guten Lohn zu miethen gesucht. Näheres bei der Exprd. d. Bltts. Zur Beachtung. 5737) Briefe, die unter der Adresse: Bernhard foeb, Gießen. der Post übergeben werden, werden mir im Falle meiner Abwesenheit sosort nachgesendet. __________________Bernhard Loeb. 5733) Ein kräftiger Hausbursche wird gesucht von W. Zur buch. 5724) Die Fertigung von 25 bis 30 Tausend Feldbrand-Steine ist gegen guten Lohn zu vergeben. Näheres bei der Exped. d. Bl. Feilgebotenes. 5761) Malaga und Madeira in ausgesuchter Waare bei Gebr- Ebel. 5738) Kelterschrauben in allen Di- mensionen bei__________Flick & Kröll. 5756) In Auftrag zu verkaufen: eine noch gut erhaltene Chaise, Halbverdeck. Das Nähere zu erfragen bei C. Pietsch I. _________________(Dienstmann-Jnstitut.) 5730) Aepfel zum Kochen bei _______________________C. Rahn. 5754) Winterkohl-, Rosenkohl- und Endivien-Pflanzen, sowie vorzügliche frische Aepsel, die halbe Mest 15 kr., kleinere 12 kr., bei L. Hartmann, in der Schanz. Flur Nr. OKlftr. 1 Vit-W 32 Hofraithe, Hofraum und Scheuer in der Neustadt, gibt 2 hlr-, nochmals öffentlich meistbietend versteigert ■ werden, unter dem Anfügen, daß dem Meistbietenden der Zuschlag ertheilt werden wird, wenn das Gebot auch nicht die Taxation erreicht. Gießen, den 1. August 1868. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. __________Ebel.______________ 5740) Dienstag den 25. August, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dahiesigem Rathhause die Grundstücke der Kinder erster Ehe des Ernst Ludwig Kämmerer nochmals öffentlich Meistbietende versteigert werden. Gießen, den 7. August 1868. Grobherzogliches Ortsgericht Gießen. Ebel. Hc flitl ein Nc Db rei un ®i Bt fo> stä spr in bei Ab na| Ba Vv per St ein gel Di He sch sch Ai Us ter im bei vo O R< % lau der zu kan feil gül ob zu Gr red nu; die gec we CD! Kr th- bet bet fm die rur abz W wa stä: übt tag not we heg sich um uni frei an mit tijei S un br eil lUtt Watz- P_ egen ereä N. r im ndet- b. wird ch. Lau- Lohn . Bl. den -arn- >aale tb. r, r Tttbe huh- rein, hner t bei :r. irsche Ääf- Pf- ir. 4. ) 3E®S n. rs, eifert. rct V, Woh- igasse ;cr in ielen, nllig- mich ner- »rr- Die landwirthschaftliche Lehvnnstalt m Friedberg, Oberhessen, beginnt ihren Wintercursus 18M/G9 am 2. November b. I. Der Unterricht erstreckt sich über alle Zweige ber Lanbwirthschaft und ihre naturwissenschaftlichen Grundlagen und wird von Dr. Henkelmann, Stabs - Veterinärarzt Dr. 3 immer, Dr. Uloth und einigen Hülfslehrern ertheilt. Außerdem ist in Gemeinschaft mit tüchtigen Lehrkräften ein Cursus zur Vorbereitung für das Einjährig-Freiwilligen-Examen eröffnet, an dein sich sowohl Zöglinge, als Nichtzöglinge betheiligen fopnert. Unterrichts-Honorar mit Wohnung im Hause des Directors 45 Thlr. pro Semester. Nähere Auskunft ertheilt bereitwilligst (5661) Friedberg, im Juli 1868. Br. Henkelmann. menten) hineingelegt worden sei. Dabei sprechen sie es ja selbst offen aus (frei* lich im Wiederspruch mit der oben versprochenen Gegenberechnung), daß sie mit dem Wegfall des Wassermangels die Preise niebriger stellen werden, also unserer Ausstellung jedenfalls sehr nahe kommend oder mit ihr zusammenfallend — Der beste Beweis, daß wir denn doch nicht so sehr im Jrrthum waren. Denn Der Nachsatz: „trotzdem Der Ansatz rc. als total unrichtig sich darstellen dürfte," paßt nicht hierzu, man müßte sonst annehmen, daß Die Herren Bäcker entschlossen seien, mit Verlust oder ganz geringem Verdienst von nun an zu backen — was Ihnen Niemand zumuthen, was aber auch Niemand von ihnen glauben wird. Hoffen wir einstweilen also auf baldiges Aufhören des Wassermangels, da auf Kunstmühlen oder anderweitigen Bezug von Mehl nicht reflectirt zu werden scheint. Erwiderung an sämmtliche Bäcker. Der Verfasser der Berechnung der hiesigen Brodpreise kann in dem 23er- sangen, erst seinen Namen zu wissen, und dann dem Publikum eine bessere Gegen- bcrechnung zu machen, nur eben eine billige Ausflucht erkennen, dies wo möglich zu vermeiden, denn ein Zusammenhang zwischen beiden Dingen besteht nicht und kann der Name des Einsenders Dem Publikum, da es sich nur um die Richtigkeit Der Sache handelt, ebenso gleichgültig sein, wie es dem Verfasser gleichgültig ist, zu wissen, wer von Den Herren Bäckern die Entgegnung abgefaßt, oder ob sie Keiner derselben abgefaßt hat. Die Nennung des Namens würde nur zu ganz unnützen Reibereien Die Veranlassung geben, unD wird daher aus diesem Grunde unterbleiben. Darin, daß kein Geschäftsmann sich seinen Profit vorrechnen zu lassen braucht, haben sie im Allgemeinen ganz recht. Sie vergessen nur, daß bei hohen Preisen Der no th w e nd ig sten Lebensbedürfnisse, und wenn die Lieferanten coalitionsmäßig, gewissermaßen als Eine Person den Consumenten gegenübertreten, dies stets geschehen ist und stets geschehen toirD. Auch ist unser Zweck bei jener Berechnung vollständig erreicht worden. Die Herren Bäcker haben gezeigt, daß sie gegen das allgemeine Unheil nicht gleich- gültig sind, und schon das ist recht onerkennungswerth. Ja, ihr Mitgefühl scheint ein tiefes und fast empfindsames zu sein, Denn sie reden von: „der traurigen Nothwendigkeit Der allerdings leider noch hohen Brodpreise," — was im Munde derselben fast so klingt, als ob es ihnen von einem Dritteren (Consu- Börseunachrichten. 15. August 1868. Prioritäten. 5O/o östr. F. St. E. B. 257 Ludwigsh.-Bex.bach 159 r/g Maxbahn 108 t/g Bayer. Ostbahn 128 Hess. Ludwigsbahn 135 30/0 östr. Stsb.-Prior. 53 1/4 3% östr. s. Lombard. 437/g 30/g Livorneser 31 Toscaner 463'4 Frankf. Hypoth.-Bank — Frankf. Vereins-Kasse — 5O/o Elisabeth-Prior. 74/zv/o Obi. 96 Frankf. 3>/?/o Obi. 801/z Nass. 4V2°/o Obi. 95 Kurh. 4% Obi. 88/o Metall. Obi.' — „ M. steuerf. 525/g Amer. 6% 1882r Bds. 741/2 - „ 6«/0 1885r 713/g tieldsorten. Pr. Gass. Sch. 1 447/g-45 l/a Div. Cass.-A. — Pr. Friedrdor. 9 58 */2-591/2 Pistolen . . 9 46-48 „ doppelte 9 47-49 Holl. fl. 10 St. 9 54-56 Ducaten . . 5 37-39 20 Frankenst. 9 291/2-30’/2 Engi. Souver. 11 54-58 Russ. Imper. 9 47-49 Doll, in Gold 2 27-28 Anleliensioose. Kurh. iO Thlr. Loose 550g Nassau fl. 25 b. Roth. 363/s Gr. Hess. fl. 50 b. R. 1557g Gr. Hess. fl. 25 b. R. 401/4 40/0 bayr. Präm. Anl. 103 Vs 40/0 badische Loose 100i/2 Badische fl. 35 Loose 533/4 1858r Prioritätsloose 1423/g !860r Loose 75 1864r „ 1013/4 Actieii. Frankf. Bank 1245/g Oester. Bank 763 „ Creditaet, 220l/a Darmst. Bankact. 241 P o l i t i s ch e Rund s d) a u Darmstadt, 15. Aug. Die „H. Volksbl." berichten: Der Finanzausschuß zweiter Kammer (Referent Adg. Goldmann) hat einstimmig beantragt, die Vorlage Großh. KriegrministeriumS, die Einführung des preußischen Militärpenstonsgesetzes betr., abzuiehnen. Der Vice-Präsident der Kammer, Abg. Wernher, hat darauf hin an die obere Militärverwaltung die Anfrage gerichtet, ob unter diesen Umständen nicht auf der sehr gewünschten Beschlußfassung über die Vorlage noch auf dem gegenwärtigen Landtage verzichtet und so dem Lande die Kosten einer nochmaligen Zusammenberufung der Stände erspart werden könnten. Wiesbaden, 13. Aug. Der König traf heute Abend zur bestimmten Zeit mit einem Extrazug Der nassauischen Eisenbahn dahier ein und wurde am Bahnhof von den Spitzen der Behörden begrüßt. Vor demselben hatte ein zahlreiches Publikum sich versammelt. Der König begab sich dann nach dem Schlosse, wo ibm von den hiesigen Gesangvereinen eine Serenade bei bengalischer Beleuchtung Der evangelischen Kirche und des Kirchenplatzes gebracht wurde. Die Stadt ist beflaggt, der Bauplatz der Wilhelms- Heilanstalt festlich geschmückt. Wiesbaden, 15. Aug. Der König hat die städtische Deputation freundlichst empfangen und ver- sprachen, die Kurfondsfrage und Die Theaterfrage in einer Der WürDe Der Regierung und Dem Wohl der Stadt entsprechenden Weise zu lösen. Aus Thüringen, 14. Aug. In Eisenach werden zu Ende d. M. die Truppen des 11. Arrnee- eorps erwartet, Die an den zwischen Gotha und Kreuzburg stattfindenden Divisionsmanövern sich beteiligen sollen. Diesen Manövern wird der Bun- deSfeldhcrr selbst beiwohnen. München, 15. Aug. Der Kaiser von Oesterreich ist heute Morgen um 5i/4 Uhr hier eingetroffen und wurde vom Herzog Ludwig nnd der österreichischen Gesandtschaft im Bahnhof empfangen, worauf er in Begleitung des Herzogs Die Fahrt nach Garatshausen fortsetzte. Würzburg, 11. Aug. Die Offiziere des preußi- schen Generalstabs, welche gegenwärtig Den südDeut- schen Kriegsschauplatz von 1866 in seiner ganzen Ausdehnung inspiciren, sind gestern Mittag halb 1 Uhr von Tauberbischofsheim über Werbach und Un- teraltertheim kommend, auch hier eingetroffen und im „Russischen Hof" abgestiegen. Es befinden sich bei dieser Expedition die Herren: Prinz Albrecht von Preußen, General v. Moltke, Oberst v. Strang, Oberst v. Schweinburg, Major v. Verdp, Major v. Reclam, Major Graf Hardenberg und Major v. Radecke. Wien, 15. Aug. Nach einem Telegramm der „Neuen freien Presse", daiirt aus Agram, hat in Scukari ein blutiger Zusammenstoß zwischen Christen und Türken stattgefunden, verursacht durch Die Be- Drückungen der ersteren. Das türkische Militär schritt ein; es gab viele Tobte und Verwundete. Paris, 12. Aug. Die officiösen Blätter haben die Instruction erhalten, den Eindruck, welchen die Weigerung des jungen Cavaignac, bei Der Preisver- theilung in der Sorbonne vor dem kaiserlichen Prinzen zu erscheinen, überall hervorgerufen hat, Dadurch abzuschwächen, daß man an Die blutigen Lorbeern erinnert, welche sich sein Vater in der Junischlacht von 1848 erworben habe, indem er zur Rettung Frankreichs auf seine eigenen Freunde habe schießen lassen. Dieses ist nun grundfalsch. Die Juni-Jnsur- rection wurde bekanntlich keineswegs von den Freunden des Generals, d. h. von denen der Republikaner, an« gezettelt, sondern im Gegentheil von seinen Feinden, D. h. von denen der Republik, welche Die Exceffe pro- vocirten, um ihre fernere Existenz unmöglich zu machen. Freilich kämpften eine Masse Socialisten und Communisten auf den Barricaden, aber dieselben, welche übrigens keineswegs die Freunde Cavaignac's waren, gingen im Grunde genommen nur in die Falle, welche man ihnen gestellt hatte. Die eigeut- lichen Republikaner hatten sich aber alle um Cavaignac geschaart, und darunter ein großer Theil derer, welche 1851 verbannt, tranSportirt oder internirt wurden. Wäre die Junischlacht von den Insurgenten gewonnen worden, so wären schon damals Prätendenten aufgetreten, und der Sohn Cavaignac's demonstrirte in Der Sorbonne eigentlich nur gegen den Sohn dessen, den fein Vater schon in Der Junischlacht bekämpfte. — Die durch ihre Schönheit und durch ihre Extravaganzen bekannte mimische Künstlerin Miß ADah- JsaakS Menken (Geliebte Plon-Plon'S) ist hier vorgestern nach längerem und schmerzlichem Leiden ge- storben. In Amerika hatte sie sich nicht nur als Kunstreiterin und Schauspielerin, sondern auch als Dichterin und als Verfasserin theologischer Schriften einen Namen gemacht. Paris, 14. Aug. Das Ereigniß des Tages ist die, große Revue, welche der Kaiser heute über Die Nationalgarde, Die kaiserliche GarDe, Die Garde von Paris und das 1. Armeecorps abnahm. Das Wetter war dem Schauspiel sehr günstig. Das Publikum, von welchen die zu dem morgigen Feste herbeigeströmten Provinzialen besonders stark vertreten waren, verhielt sich still. Der Kaiser ritt int Schritt von dem großen Gitter des Tuileriengartens über den Concordienplatz, die Avenue der elysäischen Felder hinan; er verwandte während dessen keinen Blick von den Nationalgarden, als ob er selbst eine Kundgebung von dieser Seite erwartete, oder vielleicht gerade durch seinen Blick beschwören wollte. Die Rufe: Vive l’Empereur! ertoieDerte er und der kaiserliche Prinz mit beständigem Hutschwenken. Das Aussehen des Kaisers war gut. Gleichwohl heißt es, daß er in den letzten Tagen leidend und daß cs gestern noch fraglich gewesen wäre, ob er der Revue würde beiwohnen können. — Rochefort wurde zu einem Jahr Gefängniß und 10,000 Franken Geldstrafe, Dubuisson zu zwei Monat Gefängniß und 2000 Franken Geldstrafe verurtheilt; beide Ange- klagten befinden sich außer Landes. Dublin, 14. Aug. In Tipperary wurde ein Gutsbesitzer bei Der Vertheilung von PachtkünDigun- gen Durch einen Schuß verwundet, und einer Der ihn beg(eitenDen Cvnstabler, sowie ein Gutsverwalter Durch Schüsse gctbDtet. — Zu Momaghan zogen gestern an 700 bewaffnete Katholiken Durch Die Straßen mit Dem Rufe: Blut für Blut! Sie beabsichtigten einen Angriff auf Die Anhänger Der Orangepartei zu ma- machen. Es gelang inDeß Der Geistlichkeit, Die Ruhe wieder herzustellen. Rom, 15. Aug. An dem heutigen Festtage Mariä Himmelfahrt wohnte der Papst Der Messe bet und ertheilte dem Volke den Segen. Der französische Botschafter war nebst Den übrigen Gesandten bei Dem „Te Deum" für das Napoleonsfest anwesend. Dieselbe Ceremonie fand in Civitavecchia im Beisein des Generals Dumont statt. Der Papst übersandte Dem französischen Botschafter Glückwünsche für Den Kaiser. Die kaiserliche Familie unD Frankreich. Vermischtes. Gießen. (Sitzung des Gemeinderaths vom 11. Angn st.) Anwesend: der Großh. Bürgermeister Vogt, die Gemeinderathsmitglieder Ricker, Möhl, Weidig, Felstng, Rosenberg, Petri, Nagel, Silbereisen und Bücking. Der Gemeinderath erklärt, daß er der Ausführung des von dem Stadtgerichtsactuar Funk projectirten Bauwesens insofern seine Zustimmung ertheilen wolle, wenn der Bittsteller das Haus in die Linie des Juogsschen stelle, und die Holzställe in der von ersterem angegebenen Weise errichte; zugleich wurde der Großh. Bürgermeister ermächtigt, mit dem penfionirten Gymnasiallehrer Dr. Köhler wegen Abtretung des daran stoßenden Geländes zur Eröffnung der Straße in Verhandlung zu treten. Der Antrag Großh. Bürgermeisterei vom 6. Aug., betreffend das Quartiergeld der in Gießen bei Bürgern unterge- brachten Jäger, wurde unter den in dem Vortrage derselben entwickelten, besonderen Verhältnissen genehmigt. Der Gemeinderath beschließt, die Pflasterung der Gaffe zwischen dem Gail'schen und Bierau'schen Hause in das Budget pro 1869 aufzunehmen. Die Beschlußfassung in Betreff des bevorstehenden Abzugs des hiesigen JägerbataillonS nnd des später erfolgenden Einzugs des zweiten Infanterie-Regiments wurde bis zur nächsten Sitzung in acht Tagen ausgesetzt. Die Frage wegen Herstellung eines Durchlasses in der Mai- gaffe wurde zunächst an den Bauausschuß verwiesen, mit der gleichzeitigen Ermächtigung^ daß er nach Prüfung der Sache gültige Bestimmungen treffen und diese von der Verwaltung zur Ausführung gebracht werden sollen. Ans Vorlage des Schreibens Großh. Rentamts Gießen vom 10. Aug. beschließt der Gemeinderath, die Zahlung des BrandeassengeldeS von den Wachthäufern am Neuenwegerthor, Wallthor und Neustädterthor abzulehnen. Der Gemeinderath will dem Professor Dr. Birnbaum den fraglichen Uebergang über den Schoorgraben nach dem Garten des Entbindungshaufes unter der Bedingung gestatten, daß derselbe nach Anweisung deS städtischen Banaussehers ansge- führt und verschlossen gehalten werde. Die Bewilligung habe jedoch mit der Vollendung der Reparatur der Dienstwohnung des Bittstellers aufzuhören. Dem Lehrer Car! Rahn soll auf sein Gesuch um Elestat- timg eines NebergangS über den Schoorgraben gegen Entrichtung einer jährlichen Abgabe von 2 fl. die Anlage einer sog. Zugbrücke gestattet werden, welche er nach Vorschrift deS städtischen BauaufseherS zu errichten, und, wenn dieses von Seite» deS Stadtvorstandes verlangt werde, wiederum z» entfernen habe. Die übrigen Beschlüsse betreffen Angelegenheiten persönlicher Art. Darmstadt, 11. August. Das heut« erschienene Regierungsblatt Nr. 14 enthält: I. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des Innern und des Kriegs, die Einführung preußischer Militärgesetze und Verordnungen (über Vorspannleistung, Unterstützung der bedürftigen Familien zum Dienste einbernfener Reserve- und Landwehrmannfchaften. Kriegsleistungen und deren Entschädigung) im Großherzogthum betreffend. 11. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen, den Verkehr mit Spielkarten im Großherzogthum betreffend. 111. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen, die Erhebung der Uedergangssteuer von Branntwein, Bier und Malz im Königreich Württemberg betreffend. IV. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen, die Aufhebung der Großherzoglichen Direction der Main- Weferbahn zu Gießen betreffend. V. Bekanntmachung, die Einkommensteuer betreffend. VI. Abwesenheitserklärung. VII. Ordensverleihungen. Leine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst zu verleihen geruht: am 23. Juni den, Dekan des Dekanats Worms und ersten evangelischen Pfarrer in WmmS, Eduard Keim — und dem Gymnasiallehrer in Pension, Dr. Friedrich Eich in Worms, das Ritterkreuz erster Klasse des Philipps-OrdenS; — am 2. Juli dem Fabrikanten Cornelius Wilhelm Hehl in Worms das Ritterkreuz erster Klaffe desselben Ordens; — am 3. Juli dem Bauaufseher bei dem Kreisbauamt Worms, Adam Köhler, in Rücksicht auf seine geleisteten fünfzigjährigen treuen Dienste, das allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für fünfzigjährige treue Dienste"; — am 4. Juli dem Landgerichtsdiener bei dem Landgericht Zwingenberg, Friedrich Heilm a nn, in Rücksicht auf seine geleisteten fünfzigjährigen treuen Dienste, das allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für fünfzigjährige treue Dienste"; — am 10. Juli dem Kaufmann und Agenten Karl Meyer in WormS das Ritterkreuz zweiter Klaffe des Philipps-OrdenS; — am 18. Juli dem General- Lieutenant und Commandanteu der Haupt - und Residenzstadt. Darmstadt, Wilhelm Friedrich Keim, das Großkreuz desselben Orden»; — am 22. Juli dem Justizrath und EaffationShofS- Eecrctär in Pension, Friedrich Wilhelm Frommann, das Ritterkreuz zweiter Klaffe des LudewigS-OrdenS; — am 28. Juli dem Hofrath und Historiographen des Großherzoglichen Hauses und des GroßherzogthumS, Dr. Wilhelm Steiner, das Ritterkreuz erster Klasse des LudewigS-OrdenS — und am 31. Juli dem DistrictSeinnehmer der DistrietSeinnehmerei Butzbach II., Caspar Scharmann, mit Rücksicht auf seine fünfzigjährigen treuen Dienste, das Ritterkreuz zweiter Klasse deS PhilipPS-OrdenS. VIII. Ermächtigung zur Annahme eines fremden Ordens. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 22. Juli dem Commerzienrath Franz Anton Probst zu Mainz die Erlaubniß zur Annahme und zum Tragen deS ihm von Seiner Majestät dem Könige von Preußen verliehenen rothen Adler-Ordens vierter Klaffe zu eriheilen. IX. Versetzungen in den Ruhestand: Se. Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 25. Juli den Vereinsbevollmächtigten Geheimen Legationsrath Dr. Julius von Breidenbach zu Stuttgart — und den Kassier bei der Verwaltung Heidelberg der Main-Neckar- Eisenbahn, Heinrich Schleuning, in den Ruhestand zu versetzen. X. Co ncurrenz eröffn ung. Erledigt ist: die evangelische Pfarrstelle zu Wendelsheim, im Dekanate Alzey, mit einem Gehalte von 1505 st. 50 fr. Berlin, 11. Äug. Wie die „Zeidlerffche Correspondenz" hört, will General Vogel v. Falkenstein nur das Sagum, nicht aber die Toga ablegen und seinen Sitz im norddeutschen Reichstage inne behalten. Das wird in seinem Königsberger Wahlkreise wohl sehr gemischte Empfindungen Hervorrufen. — Demselben Organ zufolge sollen die Eramiua — wenigstens die besonderen — für die höheren Verwaltungsbeamten küng- tighin ganz fortfallen. — Der heutige „Staatsanzeiger" hat Hrn. Bluntschli in Heidelberg einen preußischen Kionen-Orden zweiter Klaffe gebracht. — Auch die Marketender sollen jetzt militärisch organisirt und zu einer sich dem Train anschließenden regelmäßigen HeereS-Abtheilung vereinigt werden. Ob man besondere weibliche und männliche Compagnien zu formiren gedenkt, darüber verlautet noch nichts, eben so wenig ist bis jetzt über die Uniformirung des Corps bekannt. Aber das steht fest — die schönen Tage der „Gustel von Blasewitz" find vorüber. — Ganz ohne Hietzing kann es doch nicht abgehen! Di« Wiener „Allg. Volksztg" meldet eb und die „Kreuzztg" druckt es ohne Witz und mit Behagen nach, daß Freese unmittelbar nach der „tollen Volksversammlung beim Sperl" nach Hietzing gefahren ist fohne Frack und Cylinder?), wo er bei einem Diner im Hause deS Kaufmanns Kaulla fich mit dem Grafen Platen „sehr lange und lebhaft" — nun was? — unterhielt. Schrecklich! Ist denn fein ©fieber da? Berlin, 13. August. Die Korvette „Medusa", welche zum Schutze des deutschen Handels gegen die Angriffe der Piraten »ach den vstindischen Gewässern entsendet werden soll, wird jetzt in Dienst gestellt, um behufs des Dockens nach Danzig geführt zu werden. Es ist die Korvette Medusa gerade ihres geringen Tieftanges wegen für diesen Zweck ausersehen worden, der das Schiff in den Stand setzt, die Seeräuber bis in ihre Schlupfwinkel zu verfolgen. — Der „Elberf. Ztg." schreibt man von hier: Bei dem Widerstande, welchen bis jetzt die Anstellung jüdischer Lehrer an Gymnasien und Schulen gefunden hat, isi es inleteffant, daß jetzt eine solche Anstellung an einer Stelle erfolgt, wo man sie vielleicht am wenigsten erwartet. Professor Lazarus, welcher vor einiger Zeit seine Professur in Bern niedergelegt hat, um in Beilin, wohin ihn mannigfache Familienveihältniffe zogen, leben zu können, hat eine Anstellung als Lehrer der Philosophie an der hiesigen Kriegsschule erhalten, und wird er mit dem Beginne deS Unterrichts im Wintersemester in seine neue Stellung eintreten. — Die Astronomen der norddeutschen Erpedition zur Beobachtung der totalen Svnnensinsterniß find nach dem „L. Tagbl." glücklich in Aden angekommen und haben nur einige Beschädigungen an Jnstrumentenkisten zu beklagen. Sehr unbequem war ihnen die Hitze im rothen Meer, denn die Temperatur ist am Tage gewöhnlich -f- 28" R., des Nachts + 26<> und in der Sabine + 27» R. Von Aden sind sie nach kurzem Aufenthalte nach Bombay abgegangen. Berlin. Durch einen Zufall ist die Kriminalpolizei in ben letzten Tagen einet zahlreichen Gesellschaft von HauSdienerii auf die Spur, gekomnien. welche fortgesetzt seit einer Reihe von Saljten ihre Prinzipale bestohlen haben. Nach den bisherigen Ermittelungen muß der Werth des entwendeten Gutes, das dem Waarenlager der betreffenden Geschäfte entnommen wurde, in jedem einzelnen Falle sich auf Tausende belaufen. So find beispielsweise bei dem Hausdiener der Kaufleute Behrens und Eiseck, Namens Lindemann und zwar bei Ge legenheit der bei ihm vorgenommenen Haussuchung, 4640 Tbaler in preußischen Staatspapieren vorgefunden worden, eine Summe, die er sich vo» seinem geringen Gehalt von monatlich 18 Thalern und bei sechs unerzogenen Kindern unmöglich erspart haben kann. In feiner Stellung bei Behrens und Eiseck war er bereits über 10 Jahre und genoß das vollste Vertrauen feiner Prinzipale, welche sogar, dadurch bewogen, die Absicht hatten, ihn durch Ankauf eines kleinen Geschäft« selbstständig zu machen. Berlin. Es ist im Publikum noch vielfach unbekannt, daß die Postanstalten auch Postanweisungen innerhalb des Norddeutschen Bundes und nach Süddeutschland bis zur Höhe von 50 Thalern zur Beförderung auf telegraphischem Wege anneh- men. Die Einzahlung geschieht auf eine gewöhnliche Postanweisung und kann der Absender außerdem Bemerkungen hinzu- fügen. An Gebühren werden erhoben: 1) die Postgebühren mit 2 Sgr. bis 25 Thlr. und mit 4 Sgr. dis 50 Thlr., 2) die regelmäßigen Depeschengebühren, 3) ein Erpreß-Botenlohn von 2V8 Sgr., wenn die Telegraphenstation sich nicht mit der Postanstalt in einem Gebäude befindet. Für Reisende, welche durch unvorhergesehene Umstände in Verlegenheit gera- then, ist diese Einrichtung gewiß sehr zweckmäßig, da die Auszahlung des Betrages sofort am Bestimmungsorte der Depesche erfolgt. Kassel. Die hier tagende Rabbinen-Versammlung (an 20 Mitglieder) ward am 11. d. von dem hiefigen Land-Rabbincn Dr. Adler mit einer Ansprache eröffnet, in der er den Zweck derse den dahin erläuterte, daß die Versammlung nur deßhalh zusamm engetreten sei, um das religiöse Leben, nicht aber hierarchische Bestrebungen zu fördern, und den Gemeinden behülf- lich zu fein, ihre Autonomie wieder zu erlangen, welche ihnen der BureaukratiSmus entzogen habe. Schlüchtern, 11. Äug. Der „Franks. Ztg." wird berichtet: „Heule Morgen wurde hier auf Anordnung der Hanauer Behörden ein höherer französischer Offizier (capitain major) verhaftet. Derselbe trug Civilkleidung und führte verschiedene Zeichnungen der hiefigen Gegend, sowie viele Landkarten bei sich. Dem Landrathe erwiederte er bei seinem Verhöre, daß er zum Vergnügen reife und aus demselben Grunde sich auch dieser Beschäftigung unterziehe; hierauf wurde sofort nach Kassel und von da nach Berlin telegraphirt, von wo heute Nachmittag um 5 Uhr die Nachricht eintraf, den Verhafteten zu entlassen, was auch sofort geschah, jedoch nur, nachdem derselbe fein Ehrenwort gegeben, sofort feine Rückreise anzutreten." Frankfurt, 12. Aug. Die „Bresl. Ztg." sagt in einem Artikel: „Wir begreifen ans der eigenthümlichen Geschichte des preußischen Staates heraus sehr wohl, wie die Biireaukra- tie so werden mußte, wie sie während des allmählichen Wachs- thums des Staate« nothwendig war, und in ihrer Weise nützlich gewirkt hat. Aber ihre Zeit ist jetzt, wo der neue deutsche Staat im Rohbau fertig steht, vorüber. Ihr wird eS nicht möglich sein, die neuen Provinzen zu gewinnen, zu versöhnen. Unser ceterum censco ist : im neuen Deutschland ist für das alte Preußen kein Platz mehr. Der Centralisation in Bundesangelegenheiten muß eine provinzielle Decentralisation zur Seite gehen. Nur diese, eine erhöhte Selbstverwaltung der einzelnen Provinzen kann die neuerworbenen Länder versöhnen, in ihnen eine Stimmung Herstellen, wie sie für die Fortentwickelung des Vaterlandes nothwendig ist." Erzhausen, 12. Aug. Im hiesigen Pfarrhaus weilte eine Dame aus Darmstadt zum Besuche. Als sie gestern kurz vor Mitternacht durch mehrmaliges Läuten der Hausschelle aus dem Schlummer geweckt wurde, begab sie fich zu der Frau des Hauses und verfügte fich mit derselben in das Wohnzimmer. Ein orkanartiger Sturm hatte sich erhoben, gleich barauf erschütterte ein mächtiger Donnerschlag das Haus und eine Fener- gatbe fuhr zischend durch die Stube, in der sich die erschrockenen^ Damen befanden und versengte der residenzlichen Dame das Haar, ohne sie jedoch weiter zu verletzen; der Blitz verlor sich durch die Wand. Ein Theil des Daches ward abgedeckt, im Inner» deS Hauses arge Beschädigungen angerichtet. Durch den Sturm war die Schelle in Bewegung gesetzt, dadurch die Cousine des Pfarrers geweckt und so vom fast sicheren Tode gerettet worden, denn in ihrem Schlafzimmer war die Zimmerdecke und die Seitenwand durch die Wirkung des eleetri, schen Strahls größtentheilS eingestürzt und der Schutt gerade auf das an der Wand befindliche Bett, das die Dame unmittelbar vorher verlassen hatte, gefchleudert worden. Wien. Eine kleine ReminiSeenz an den Festzug. Der Direetor des Carltheaters, Herr Ascher, fungirte als Führer der Abtheilung „Rordost - Deutschland". In dieser Abfheilung befanden fich auch unsere lieben Brüder ans Preußen. Plötzlich beim Beginne des Zuges stockte derselbe. Die Berliner wollten nicht weiter; auf ihren Gesichtern spiegelte sich ein gelindes Entsetzen. Was war geschehen? Einer von ihnen hatte die Aufschrift gelesen. Doli stand klar und deutlich: „Braden- burg" — statt: „Brandenburg". Es handelte sich um ein „n", das im Drange der Ereignisse vergessen worden war. Aber die Berliner wollten durchaus nicht als „Bradenburger" mifmarschiren, sondern sofort den Zug verlassen, um der Gefahr der Lächerlichkeit zu entgehen. Ein glücklicher Einfall Ascher'S wirkte rettend. „Seht dort - rief er seinen ergrimmten Landsleuten zu, — seht die — Hanauer, Sie marschiren mit doppeltem „n". Aus ihrer Standarte heißt eS „Hannau". Wahrscheinlich haben sie, die Strafpreußen, Euch den Tori angeihan. Euer „n" zu anneftiren! “ Allgemeine Heiterkeit, — und der Mißmulh war beseitigt, Brüssel. Heinrich Rochefort hat jetzt seine Frau -und Kinder hierher nach Brüssel kommen lassen. Aber wie lange er hier bleiben kann, das ist die Frage. Uebrigens gibt er er sich darüber keinerlei Illusionen hin und macht sich gefaßt, ein ziemlich unstätes Leben fuhren zu müssen. Die zwölfte Nummer der „Sanfetne“ erscheint jedenfalls hier, da wahrscheinlich morgen die sechste Kammer de« Pariser Zuchtpolizei- gerichtS Rochefort per contumace zu 5 Jahren Kefängniß, einer bedeutenden Geldbuße verurtheilen und die „Lanterne" unterdrücken wird. Ihr Vergleich mit Rogeard ist leider nur zu wahr. Rochefort ist wirklich zu bedauern, denn er folgt leider gezwungen demselben Weg, wie jenen des Verfassers der „Propos de Labienus“. Victor Hugo, der gegenwärtig hier ist, hat Rochefort aufs Dringendste gebeten, bei ihm zu wohnen und zu speisen, doch hat derselbe vorgezogen, seine Familie hierher zu berufen. Paris. Herr v. Girardin stößt wieder einmal in dl« Kriegstrompete. Durch Belgien den Rhein! heißt die Parole Merkwürdig ist aber, daß dieser KriegSlärm gerade von solchen Organen Widerspruch findet, die sonst nicht preußenfreundlich oder besonders gemäßigt erscheinen, wie z. B. die „Gazette der France" ober die Opinion nationale". „ES ist zu spät, die deutsche Einheitsbewegung zu verhindern", sagt das erstere Blatt, und das letzte befürwortet eine Allianz zwischen Frankreich, Deutschland und England als das einzig mögliche Mittel zur Lösung der europäischen Krisis, deren Unheil und Gefahren ein Krieg nur vermehr.n könnte. Vor solch hohem 3(e[e müßten engherzige Nebenbuhlerschaft, Eitelkeit und militärische Ruhmsucht in Schatten treten. Paris. Ein Stückchen französischer Sittengeschichte schildert der „Figaro" in folgender Anekdote: Ein gewisser Minister machte vor nicht gar langer Zeit eine Inspektionsreise jn die Provinz. Der Minister ließ sich in dem Departement von dem Präfekten begleiten, welchen er etwas scharf mitnahm. Des Abends dinirte man auf der Präfektur und nach dem Diner nahm man im Salon Kaffee und Liquem. Nachdem der Präfekt diese letzte Pflicht eines Hausherrn erfüllt, setzte er sich in ein Fauteuil, sagte kein Wort mehr und schien in tiefen Schlaf versunken. Während dieser Zeit zeigte sich der Minister als erkenntlicher Gast der sehr schönen und sehr fünften Präfektin gegenüber äußerst liebenswürdig und galant. Im Hintergrund dieses Bildes räumte ein Bedienter, welcher auf die Beschäftigung der Frau Präfektin und dm Schlaf der Präfekten zählte, mit dem Liquenr auf. Er hatte schon zwei Glaser Chartreuse geleert, und in dem Augenblicke, wo der Minister sich am zudringlichsten zeigte, erhob er den Arm, um ein drittes an seine Lippen zu setzen. Plötzlich erwachte der Präfekt aus seinem angeblichen Schlafe und sagte in höchst schlimmer Laune: Du Esel! glaubst du denn, ich schlafe für alle Welt?" London, 10. Aug. Das in letzter Zeit mehrfach erwähnte Project einer Tunnellirung de« Canals ist um ein Stadium weiter gediehen. Der Ingenieur, Hr. Remington, hat einen längeren Prospekt über die Ausführbarkeit und die wahrscheinlichen Kosten des Unternehmens abgegeben, welchem zufolge dasselbe vor der Ueberbrüttung des Canals wegen der Billigkeit der Herstellung und der Betriebskraft, sowie' wegen der Tallerhaftigkeit de» Vorzug zu verdienen scheint. In 5Vs Jahren längstens soll die Tunellirunz beendigt sein. Die Baukosten find auf nicht ganz 7 Mill. L. veranschlagt (während der Brückenbau zwischen Dover und Calais 20 Mill L. kosten soll), die wahrscheinlichen Einnahmen auf 1,625,900 L., die wahrscheinlichen Betriebskosten auf 650,360 L. angesetzt, so daß sich ein jährlicher Reingewinn von 975,540 L. ergäbe. — Der „Straits-Times" vom 4. Juli zufolge wurde die norddeutsche Barke . LeSmona" in der Bai von Tonquin von einer Windstille überrascht und von einer chinesischen Piratendschunke, besetzt mit 20 bis 30 Mann, angegriffen, genommen, geplündert und in. den Grund gebohrt. Die Bemannung der „"Lesmona", obwohl mit acht doppelläufigen Hinterladern bewaffnet, ergab fich ohne Kampf. Italien. Mazzini regt sich wieder einmal. In einer Adresse an seine Freunde in Bologna, Genua und Faenza beklagt er die gegenwärtige Lage Italiens und sagt von dem Unternehmen gegen Rom: „Der letzte, so heroische Anschlag auf Rom konnte nicht gelingen. Die in der Provinz begonnene Bewegung — ich habe es Euch gesagt, aber Ihr habt nicht auf mich gehört — mußte unfehlbar die Erhebung Roms unmöglich machen. Man hätte vielmehr vorsichtig alle Angriffsmittel in Rom vereinigen und von Rom aus das Signal geben müssen. Gegenwärtig untersagt sich nach den traurigen Folgen des letzten Anschläge« auch dieses Verfahren von selbst. Die Aufgabe muß anders gestellt werden. Aus den Städten Italiens muß die Befreiung Roms kommen. Dieses Unternehmen darf nicht mehr das Unternehmen einer Partei, es muß das Unternehmen der Nation fein." Polen. Ein russischer Statthalter verbietet den Polen den Gebrauch ihrer Muttersprache; das, was jedes Volkes und Menschen erstes und heiligstes Eigenihum ist, die Mutter- sprache, das sollen die Polen bei harter Strafe verlernen und verlieren. Man höre die Verordnung des Statthalters Pota- poff von Littauen: „Es ist strengstens »erboten, fich an öffentlichen Orten der polnischen Sprache zu bedienen: nämlich in der Kirche, auf der Straße, in Hotels, in Einkehrhäusern, Comptoiren, Zuckerbäckereien, Kaffeehäusern, Restaurationen, Weinhandlungen, Bierhallen, Spazierorten, Gärten, in allen Läden, Druckereien, photographischen Anstalten und im Allgemeinen an allen Orten, wo das Publikum fich versammelt oder eintreten darf. Auch ist es nicht gestattet, in Privathäusern bei einer Versammlung von mehr als zwei Personen polnisch zu sprechen. Es wird blos im häuslichen Umgänge mit der nächste» Familie, nämlich zwischen Mann und Weib, zwischen Eltern und Kindern, aber blos und allein im häuslichen Raum«, sich der polnischen Sprache zu bedienen gestattet. Diese Ver- orbnung soll pünktlichst beobachtet und die Geldstrafen dermaßen auferlegt werden, daß stc eine wahre Strafe für die Schuldigen seien." Poiapoff m. p." Amerika. Längst suchte man in Newyork nach einem System, wonach die Eisenbahn ohne Gefahr vor Unglücksfällen mitten durch die Straßen der volkreichen Stadt geführt werden könne. Am 3. Juli letzthin hat nun eine Probefahrt auf der in Greenwich Street erbauten sogenannten erhöhten Eisenbahn stattgefunden, welche ein günstiges Resultat hatte. Zwanzig bis dreißig Fuß hoch über dem Niveau der Straße führt dicht an den Häusern eine auf eisernen Pfeilern ruhende, einer unendlich langen Brücke ähnliche Struktur, auf welcher die Schienen gelegt sind, lieber diese hin braust der Zug, während unten ganz friedlich unbelästigt und unbedroht die elegante und nicht elegante Welt ihren Geschäften nachgeht, geschützt vor Sonne und Regen, wie in den Arcaden Berns. Newyork, 25. Juli. Bezüglich des bereits früher erwähnten Projektes einer neuen Postdanipferlinie zwischen Newyork und Bremen hat der Senat eine Bill angenommen, welche der Com- mercial Navigation - Company einen jährlichen Zuschuß von 250,000 Dollars auf zehn Jahre und von 5 Millionen am Ende dieser 10 Jahre gewährt, zum Zwecke des Baue« und der Instandsetzung von sieben Dampfern für die Reise zwischen Newyork und Bremen, mit Southampton, Liverpool und Queenstown als Zwischenstationen. Auf diesen Schiffen soll die Post befördert werden, wofür die Compagnie die gewöhnlichen Portogebühren bis zum Betrage von 400,000 Dollars jährlich, und wenn diese Summe überstiegen wird, eine Tantieme bis zu einem Betrage von weiteren 200,000 Dollars erhält. Bis zur Abzahlung der Zuschüsse jedoch bleiben die Portogebühren in Händen der Regierung, welche sie verrechnet. Redaction, Druck und Verlag der Brühl'scken Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen. St w i 2 5 a 5 n u n T A 51 s. 8 n t t X f ! 1