■ Gießener Anzeiger Anzeige- und Amtsblatt für den Anis Kichen 1868 Samstag den 18. Juli Nr. 84 ('M Das Baden in der Lahn betreffend Gießen, den 15. Juli 1868. W 3 sowohl Cubikfuß, r/ sog- 15 218 122 307 448 2 20 3718 1000 1672 3026 6 11 4 421 11 Schreinerarbeiten, Schlosserarbeiten, Glaserarbeiten, 300 93 98 320 1861 203a 206 207 ■ aber > Jah, ) Die ti soge- einge- Röhre» chtung, auf der rt mit a eine» nt der i Theil mb die Baumstützen, auf dem Trieb. lw eilen lachst«, Smann esandt. hl aus ! Tele- Nacht dienen. eie-Pa- rz vor- lebstahl mn an 'ogleich e, um , dem uaffnet if seine er sein in die he sei, Zrland ermini- gcnieur würde Johns, md die ork in n sind inmen, neue i guter ,ßt sich ieigung , wel- ftemde gemein h dem ange- crascht, hatte. i sicher Simon Felsen ne deren der Felsen |u Borst am ücklichc Tag-, ite ein Führer (enfalls :n den nb ber i Chans den lichsten Flur Nr. 17/203 Plane n und zoolo- Ein öocken- >rt, ist -summe ' circa en fein abliss,- che in n soll, i dies, i beten Von der Lahnbrücke an bis zum Sauerbier'schen Mühlwehr darf ohne Gebrauch von Badehosen in der offenen Lahn nicht gebadet werden bei Vermeidung-einer Strafe von 30 fr. bis 3 fl. 4969) Auf freiwilliges Anstchen der Erben des Großh. Oberappellationsgerichtsraths Dr. Knorr soll die, zu dessen Nachlaß gehörige, auf dem Seltersberg dahier gelegene Hofraithe nebst Garten: lUKlftr. _ , 89 Hofraithe auf dem Scl- tersbcrg, Hohl, gibt 26% kr., 222 Acker am grünen Weg in der Pfann- lach, 238 Acker über dem Gäßchen, gibt 42% kr-, 256 Acker, auf den Läufertsröder Weg, gibt 39 kr-, 300 Acker, stößt auf den Wismarer Weg, gibt 55 kr., 183 Acker am Läufertsröder Weg, gibt 26% kr-, 220 Acker unter der Hardt, gibt 28% kr-, 856 Acker hinter dem Steinborn am stumpfen Grasweg, unter sehr günstigen Bedingungen öffentlich meistbietend versteigert werden- Gießen, den 16. Juli 1868. Großherzogliches Ortsgericht Gießen- Ebel. >tr Gr- manche > man Straße n Car- le keine in den rt wur- hl ber- bis auf Derben. . Der ArleS wbern, SobenS. wurden en von ähnlich erS ge- iS, an- it lebte >enfallS m Be- hlnter ckbeckte. eit ihn Großherzogliche Polizei - Verwaltung. Nover. „ Stockholz, „ Reisholz, Nadel-Prügelholz, „ Stockholz, „ Reisholz, 8 15 , 579 Wellen 2 Stecken »17% „ 675 Wellen «Itt8 vierteljährlich 36 kr. wit Brtngerlohn. Durch die Post Bejogen vierteljährlich 51 kr. Erscheint wächentltch dreimal : Dienstags, Donnerstags und Samstags. — Expedition: Canzlnberg Lit. B. Nr. 1. Dornwellen, Eichen-Stämme mit Nadel- „ Stangen „ Brodpreise 4 Pfund gemischtes Brod 19 kr. 4 Pfund Roggcnbrod 16 kr. Vergebung von Bauarbeiten. 5001) Die an den hiesigen fiscalischen Gebäuden vorkommenden Arbeiten, und i L 5012) Dienstag den 4. August, Nachmittags 2 Uhr, ollen auf dahiesigem Rathhause die Grundtücke, den Kindern erster Ehe des Ernst Ludwig Kämmerer gehörend, als: oKlftr. 448 Acker über dem Krofdorfer Weg, gibt 1 fl. 16 kr., 296 Acker am Krofdorfer Weg bei der Brücke, gibt 59% kr., 1166 Acker in den Gräben, gibt 2 fl. 6% kr., 491 Acker an der Chaussee, hinter der Pulvermühle, gibt 2 fl. 5% kr-, 325 Acker auf den 20 Morgen, gibt54%kr.' 463 Acker am Atzelbusch am Fluthgraben, 711 Acker in der Oberau, 386 Acker daselbst, 302 Acker, links in der Schwarzlach, 412 Acker daselbst, 421 Acker an der Steinkaute, gegen die sind, soll sodann weiter das im Schutzbezirk Hangelstein aufgearbcitcte Holz zur Ver- steigerung kommen, nämlich: Stecken Buchen-Scheidholz, „ „ Prügelholz, „ „ Stockholz, i Die Zusammenkunft ist ..... _ , Nachdem diese Holzquantitäten versteigert Versteigerungen. 5006) Montag den 20. Juli, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf hiesigem Rathhause mehrere ge- psändete Gegenstände gegen gleich baare Zahlung versteigert werden, als: 1 schwarzer Frack, noch ganz neu, 4 große Studentenbilder, 6 Stühle, 1 Küchenschrank, 1 Weißzeugschrank, 1 Nähtischchen, 2 Hobelbänke, 1 Tisch, 1 Glasschrank, 2 Sophas, 1 ovaler Tisch, 2 Kommoden, 2 Kleiderschränke, 8 silberne Kaffeelöffel, 1 Cylinderuhr, 5 seidene Regenschirme, 1 Spiegel, 1 gesticktes Kissen und 24 Damenmäntcl. Gießen, den 16. Juli 1868. In Auftrag: Weidtg, Ortsgerichtsmann. licher Qualität, _ Buchen-Stämme mit 209 Cubikfuß. Die Versteigerung des Holzes im Hangelstein findet nicht an Ort und Stelle statt, und darum ist der Forstwart Weller in Wieseck angewiesen, Steigliebhabern vorher die gewünschte Auskunft zu crtheilen. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zablungsstist bis 1. November d. I. gestattet- Die Großherzoglichen Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen- Gießen, den 14. Juli 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. Das Bundes-Gesetzblatt des Norddeutschen Bundes Nr. 22, ausgegeben am 11. Juli 1868, enthält: (Nr- 128.) Geietz, wegen Besteuerung des Braumalzes in verschiedenen, zum Norddeutschen Bunde gehörenden Staaten und Gebietstheilen. Vom 4. Juli 1868. (Nr. 129.) Gesetz, betreffend die Besteuerung des Branntweins in verschiedenen zum Norddeutschen Bunde gehörenden Staaten und Gebietstheilen. Vom 8. Juli 1868. Das Bundes-Gesetzblatt des Norddeutschen Bundes Nr. 23, ausgegeben den 13. Juli 1868, enthält: (Nr. 130.) Gesetz, betreffend die subsidiarische Haftung des Brauerei-Unternehmers für Zuwiderhandlungen gegen die Braumalzsteuergesetze durch Verwalter, Gewerbs- gehülfen und Hausgenossen. Vom 8. Juli 1868. . ,,, , . r, r, . , m ,, (Nr. 131.) Gesetz, betreffend die subsidiarische Haftung des Brennerei-Unternehmers für Zuwiderhandlungen gegen die Branntwemsteuergesetze durch Verwalter, Ge- werbsgehülfen und Hausgenossen. Vom 8. Juli 1868. (Nr. 132.) Gesetz, betreffend den Betrieb der stehenden Gewerbe. Vom 8. Julr 1868. „ (Nr 133) Handels- und Schifffahrtsvertrag zwischen dem Norddeutschen Bunde und Zollverein einerseits und dem Kirchenstaate andererseits. Vom 8. Mai 1868. Gießen, den 17. Juli 1868. Großherzogliches Kreisamt Gießen- Dr. @ o I b in a n n- Weißbinderarbeiten, „ „ bergt-, bie Erneuerung bes Anstrichs am Pfarrhaus zu Steinbach betr-, veranschl- zu • 127 44 j 156 Garten und Bauplatz das-, futuuyt im Ganzen, als. in verschiedenen Parzellen (Bauplatz e) «ngetheilt, Dienstag den 28. Juli, Vormittags 10 Uhr, unter den im Termine naher bekannt gemacht werbenden Bedingungen, einer einmaligen und letzten Versteigerung aus- 06®ie 'V^rsteigerungsobjecte können schon vorher durch Vermittlung deS Herrn Expedienten Schwarz dahier eingesehen werden- Die Versteigerungsbedingungen liegen bet der unterzeichneten Behörde zur Einsicht offen. Gießen, am 10. Juli 1868. Großhcrzogliches Ortsgericht Gießen- Ebel- Wellen „ Reisholz, Eichen - Stämme mit 480 Cubikfuß, darunter 3 Stämme von 17 bis 19 Zoll Durchmesser und 51 Fuß Länge, von ganz vorzüg- zwar: , Maurerarbeiten, veranschl- zu 20 fl- 48 kr- 24 „ Besondere Bekanntmachungen. 4986) Der circa 250 fl- betragende Nachlaß des am 20. März d. I. dahier verstorbenen Großherzoglichen Covservators, Johannes Neiß, ist sehr bedeutend überschuldet. Zur Abwendung bes Con- cursprozesses werden daher dessen sämmt- liche Gläubiger hiermit aufgefordert, ihre Forderungen im Termin Montag den 20. Juli l. I., Vormittags 9 Uhr, bei dahiesigem Stadtgericht so gewiß speciell anzumelden und etwaige Vorzugsrechte geltend zu machen, als sie sonst bei Abschluß des versucht werdenden Arrangements nicht berücksichtigt werden, resp. aus der Nachlaßmasse keine Befriedigung zu erwarten haben. Gießen, den 29. Juni 1868. Großherzogliches Stadtgericht Gießen. Muhl, v. Rotsmann, Stadtrichtrr. Stadtger. - Assessor. 4983) Forderungen jeder Art an Anton Bender II. von Langsdorf sind bis zum 22. Juli d. I., Vormittags 10 Uhr, dahier anzumelden, weil dessen Ehefrau auf Sicherstellung ihrer nicht unbedeutenden in die Ehe beigewendeten, aber verrungenen Vermögens angetragen hat. Hungen, den 22. Juni 1868. Großherzogliches Landgericht Hungen. I. A» d. L». Pilger, Landgerichts-Assessor. In Vollzug der Verordnung vom 14. v. Mts., die Stiftung eines militärischen Erinnerungszeichens betr., soll nach Allerhöchstem Befehle von Seiten des Großherzoglichen Krieas-Ministeriums eine Liste derjenigen Personen ausgestellt werden, welche unter der Regierung Seiner Königlichen Hoheit des Höchstseligen Großherzogs Ludwig L ' jys Großherzoglichen Militär gedient haben und nachher in den Cabinets-, Hof- und Civildienst übergetreten sind, sowie Derjenigen, welche im freiwilligen Jagercorps den Felzug von 1814 nntgimachthabew n Kriegs-Ministeriums sind von uns die Großherzoglichen Bürgermeistereien beauftragt worden, uns die in die ftugliche Liste aufzunehmenden Bersouen namhaft zu machen: da jedoch den Großherzoglichen Bürgermeistereien nicht alle zur Aufnahme Berechtigten bekannt sein durften, so fordern wir hiermit alle Diejenigen, welche Anspruch auf Aufnahme in die Liste machen zu können glauben und sich nicht bereits bei der Großherzoglichen Bürgermeisterei ihres Wohnorts ange- meldet haben, auf, sich innerhalb 4 Wochen direct bei uns anzumelden. ± , Gießen, den 11. Juli 1868- Großherzogüches Kreisamt Greßen. Dr. @ o • I b m- a n n- sollen aufs bem Submissionswege vergeben werben. Voranschläge unb Bebingungen können ben 21. b. Mts. in unserem Geschäftslocale eingesehen unb bie Offerten bis zum 22. b- Mts., Vormittags 10 Uhr, eingereicht werben. Dieselben müssen versiegelt unb mit ber Aufschrift: „Submission für Bauarbeiten an ben fiscalischen Gebäuben", unter Bezeichnung ber betreffenben Arbeit, versehen sein. Zur Eröffnung ber Submissionen ist Termin auf Mittwoch ben 22. b. Mts., Vormittags 10 Uhr, anberaumt, welchem bie Jnterefsenten beiwohnen können. Später einlaufenbe Offerten finbert keine Berücksichtigung. Gießen, am 16. Juli 1868. Großherzogliches Kreisbauamt Gießen. ______________Holzapfel.__________ 4961) Donnerstag ben 23. Juli, Nachmittags 2 Uhr,. sollen in bem Hause des Kaufmann Frech am Kirchenplatz, in ber Wohnung ber Frau Regier.-Rath Eckstein Wittwe: Bettwerk, Bettlaben, Strohmatrazen, Schränke, Tische, Stühle unb sonstige Hausgeräthe gegen gleich baare Zahlung versteigert werben. Gießen, ben 13. Juli 1868. In Auftrag: Weibig, Ortsgerichtsmann. Holzversteigerung im Gießener Stadtwalde. 4964) Montag ben 20. Juli b. I., von Vormittags 9 Uhr an, soll in bem Gießener Stabtw albe, Distrie- ten Stolzenmorgen, Tanne unb Zollstockswäldchen, nachverzeichnetes Holz öffentlich versteigert werden, als: 13 Stecken Eichen-Prügelholz, links am Krofdorfer te 289 auf S/18S,6 empfiehlt auf 193 5/369 kr. entsprechenden Rabatt und Ver- Bei Abnahme grösserer (4960) packung nach Wunsch des Bestellers. Miese in der 4980) der Pfd. 32 kr-, bei Schäfer- Flick & Kröll. rrtig aufgestellt. 231 A. Dickorä. miethen bei Wellen F r. Leib, zum Rappen. (5014) Wellen Stecken den Krofdorfer den Haddcrs- den Gleiberger C. Wusetzki, Hofgen-Advokat. Acker, Weg, Acker, Weg, Acker, graben, □Jtlftr. 3/iu 62 16 18 1495 3 1 175 Nr. 170 Cubikfuß, Stecken Buchen-Scheidholz, enthaltend, 8 Stämme Kiefern - Bauholz mit ä 24 a 28 ä 36 228 Acker auf der Weißerde, 231 Acker in der Schwarzlach, 117! Acker in der Schwarzlach, 150 Acker über dem Rodt, auf 155 Acker auf der Warth, 294 Acker daselbst, gibt 42V4 kr., 100 Acker auf der Rothhohl, Vermischte Anzeigen. 5005) Eine Person, welche gute Zeugnisse besitzt, sucht eine Stelle als Haushälterin. Nähere Auskunft ertheilt die Exped. b. Bltts. Gießen, den 3. Juli 1868. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. Ebel. Arabische <- iimmi - Hügeln von W. Stuppel in Alpirsbach, 1866t Ungsteiner, ä 40 fl. pr. Ohm, 20 kr. pr. Flasche, 1866t Deidesheimer und Niersteiner, ä 45 bis 50 fl. pr. Ohm, 24 kr. pr. Flasche (über die Straße), sowie alle Sorten andere Weine, von den besseren Lagen der Rheinpfalz, des Rheins und des Rheingaues, ferner billige Bordeaux- und alle Sorten fspanifche Weine, Hochheimer Moufseux, st 1 fl. 36 kr. pr. Flasche, empfiehlt mit der Versicherung reeller Bedienung 42/s2z7 82,9 42/S7,5 42/126,6 127 5011) In Folge Mangels an Raum habe ich eine Waschbütte mit Dreifuß zu verkaufen. Schneidermeister Frech. Holzversteigerung. 4992) Dienstag den 21. d. Mts., von Nachmittags 2 Uhr an, sollen in dem hiesigen Gemeindewalde, Di- strict Schlieberg, in Folge der Betriebs- Regulirung: 9 Stämme Eichen-Bauholz von 28 bis 44 Fuß Länge und 6 bis 14 Zoll Durchmesser, zusammen 255 Cubikfuß ß Herbftrnbensamen, sänge weiße und halblange weiße, in bester Qualität, empfiehlt die Samenhandlung von Carl Deines, am Markt, neben dem Rathhaus. ’/6SU-69,3 lt.70 ”7146,2 146,3 146,7 148,3 148,7 168,6 25/103,3 2)/114 25/156,3 26/152 152a 15gb 29/22 40/127 40/126,3 128,6 4I/3S,6 öffentlich meistbietend versteigert werden. Die Zusammenkunft ist zur bestimmten Stunde im District selbst. Großen-Buseck, am 15. Juli 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Großen-Buseck. Wagner. DampMrbereii Druckerei^ Wasch- und Flecken- rmügungs-Anstalt von I. C. Böhler, Bnchgasse 18, Frankfurt a. M. 4996) Alle Arten seidene, wollene und gemischte Stoffe der Herren- und Damen-Gardcrobe, sowie auch Teppiche, Plüsche, Sammet, Damast, Federn re., werden in allen Farben auf's Brillanteste gefärbt und in den modernsten Mustern 0C Besonders empfehle ich meine chemische, nach Pariser Methode errichtete Neuwascherei, wodurch werthvollc Gegenstände, seidene Kleider, unzertrennt gewaschen werden, unbeschadet der Farbe und Fa?on des Stoffes. Durch Anschaffung der neuesten Apprctir-Maschinen bin ich in Stand gesetzt, allen Stoffen ihre ursprüngliche Länge, Glanz und Weichheit wiederzugeben. Eine reiche Auswahl der neuesten Muster liegen zur gefälligen Ansicht offen bei Herrn Philipp Schlatter am Kreuz, durch welchen Aufträge prompt besorgt werden- 41/sg 11.49a,2 42/?7,6 T) T) Posten Pserde-Verloosung in Frankfurt a. M. den 25 , 26. und 27. August d. I. Loose hierzu ä 1 fl. 45 kr. bei (4965) Julius Wallach. „ Prügelholz, „ Stockholz, „ Reisholz, Eichen-Prügelholz, „ Stockholz, „ Reisholz, 4977) Amerikanische Nähmaschinen sT für alle häuslichen und gewerblichen Zwecke, • versehen mit den neuesten und praktischsten , Vorrichtungen, werden unter vollständiger M, /h Garantie und gegen erleichterte Zahlungtz- MM bedingungen empfohlen bei Alexander Mayer. Ausverkauf von Waaren 5009) Abzugshalber räume ich mit meinen vorräthigen Artikeln und erlasse deshalb solche zu bedeutend herabgesetzten Preisen; besonders mache ich auf fertige Herrenhemden von Bielefelder Leinen, leinene Taschentücher, Jaconct, Mull, Vorhangsstoffe, Seidenzeuge, Band, Spitzen, Blonden, Schleier, Neglige-Hauben, Blousen u. bergt, aufmerksam. M. Heß, dem Lindenplatz gegenüber- Amsterdam €>. C. Spriick, alleiniges Depot für Giessen. Canaster Nr. 1 a — fl. 42 kr., Feinen holländischen Tabak der Firma Henricus Oldenkott II. Zoon $ Co § Als passende Geschenke M Geburts- und Namenstagen sind die Gegenstände von getrockneten Blumen sehr zu beachten. Dadurch, daß ich dieselben selbst anfertigen lasse, ist es mir möglich, Bestellungen jeder Art bei schnellster Bedienung anzunehmen. Eine Auswahl in Vlurneukörbchen, Bouquets und Kränzen sind vorräthig und empfehle ich dieselben sehr zur geneigten Ansicht.Wilhelmine Fuhr, die Rothgärten, 271 Acker daselbst, 385 Acker über dein brunnen, p9 j Acker daselbst, 367 Acker daselbst, 4^4 i Acker und Wiese auf ^7 Weißerde, $ 56 „ „ 10 „ Philosophenwald. 5018) Morgen, Sonntag den 19. Juli 1868: Großes Milttär-Concert, ausgeführt vom ganzen Musik-Corps des 11. Jäger-Bataillons zu Marburg, unter Leitung ihres Musikmeisters, Herrn 9koack. Anfang 4 Uhr Nachmittags. 4982) Dienstag den 21. Juli, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dahiesigem Rathhause die Grund- stticke, zuin Nachlasse des Konrad Gerhard gehörig, als: 4989) Für Brauereien empfehlen: Kühlschiffe von Schmied eisen, Malzdarren von Schmiedeisen und Draht, Senkvöden, Sortiermaschine», Pressionen (Luftdruckbier- ournpen); ferner alle Arten von Pumpen 326/Acker, auf 270 i Weg, 3i 197 153' Acker und 1231 Scheppeck, 1241 1071 4975) Fliegenpapicr, rothes und weißes, Fliegenholz und Fliegenleim empfiehlt C- F. Semmler, in der Wallthorstraße. Varinas „ 1 a - V arinas „ 0 a 1 4962) Ein kleines unmöblirtes Zimmer ist Lit- C. Nr. 148 auf dem Reichensand zu vermiethen.________________________________ 4956) Ein Familienlogis ist zu vermiethen. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 4973) Ich beabsichtige: 1) die Postlocalitäten in meinem Hause vom 1. November 1868 ab ander- weit zu vermiethen, und 2) meine an der früheren Synagoge stehende Scheuer zu verkaufen. Pacht-, beziehungsweise Kaufliebhaber wollen sich gefälligst mit mir benehmen. Chr. Müller Wittwe, im Einhorn. Half-Canaster I. Zoort II. „ Feilgebotenes. . Fliegenpapier, beste Sorte: jEmouclioire, bestes Mittel, sich gegen Wespen, Mücken und andere Insekten zu schützen, ä Flacon 18 kr.; Feinen biegsamen Gummilack, um alles Lederwerk auf das Feinste zu lackiren, ä Flacon 12 kr.; Neues Hühuerangenmittel, befreit ohne Messer sicher, schnell und schmerzlos von diesem Nebel, ä Flacon 21 fr.; Crystallhellcn flüssigen Leim, das Beste, um Porzellan, Glas, Marmor, Kork u. s. w. dauerhaft zu leimen, sä Flacon 18 fr.; I*oii- nicht berechnet. — Zu weiterem Beitritt laden em Aaenteu^ Gießen, im Juli 1868. ®aU in Gießen, (4907) ' ____________Buchbinder Wagner in Altenstadt Frachtbriefe für die Main-Weser- und Cöln-Mmdener Eisenbahn, sowie sämmtliche ,o«amtlichen Formulare, sind z» haben bei Wilhetm K!ee, ManSbmg. man *) In Gießen an Henn A. L. Balser, Buchbinder. (4792) men werden. Herrenzugstiefel. Damenstiefel - . . schäftignng erhalten bei F. Seipp. heilige schäftigung haben. I- Alker. 44’/S-45 Vs Denselben. Konrad Röder, Feldwebel Engi. Souver. 11 Frucht- und Mehrpreise in verflossener Woche von nachbenannten Orten und Fruchtmärkten. Fruchtmärkte. Normalgewicht per Malter: Waizen 200, Korn 180, Gerste 160, Spelz und Hafer 120, Erbsen, Linsen, Wicken 220, Kartoffeln 200, Mehl 140 Pfund. (Hierzu eine Beilage.) 4994) Ein Medaillon ist gefunden worden und kann dasselbe gegen Erstattung der Einrückungsgebührey in Empfang genom- 9 5 9 58-59 47-49 48-50 54-56 38-40 28-29 53-57 C. Volp, Gemeindeeinnehmer. I. I. Seippel, Kaufmann. Kirchliche Anzeigen. ^ivangeüsche Gemeinde zu Hießen. Holl. fl. 10 8t. Ducaten . . 20 Frankens!. Lich Butzbach BSrsennachrichten. 16. luli 1868. 1 fl. 12 fr. — fr 48 „ S- Weimersheim, am Kreuz. Den 12.Juli. Wilhelm Schmoll, Bürger und Schneider dahier, des Bürgers und Kutschers, Johann Heinrich Schmoll, ehelicher Sohn; und Anna Marie Wetzstein, des Bürgers und Hirten zu Gettenau, Kaspar Wetzstein, eheliche Tochter. Gottesdienst. Am 19. Juli. Morgens: Pfarrer Landmann. Nachmittags: Pfarrer Dr. Seel. (Sonntag den 26. Juli wird das Abendmahl gefeiert.) Kopulirte. Die Pfarrgeschäfte in der nächsten Woche besorgt Pfarrer Landmann. auf der Badenburg. Verabreicht wird Heß'sches Bier in Schoppen. Hierzu ladet ergebenst ein: I. Duill Wittwe. 4959) Da es mir an Räumlichkeiten fehlt, so suche ich gute Schuhmacher, sowohl Herren- wie Damenarbeiter, auf Logis für beständige Beschäftigung. Denselben. Dem Bürger und Schreinermeister, Christian Karl Schopbach, ein Sohn, Karl Heinrich Emil, geboren den 23. Mai. Denselben. Dem Bürger und Schneider, Wilhelm Schmall, eine Tochter, Jo- hannette Elisabeth Marie Katharine, geboren den 26. April. Denselben. Dem Bürger zu Watzenborn und Reitknecht dahier, Balthasar Pitz, eine Tochter, Marie, geboren den 25. Juni. Beerdigte. Den 13. Juli. Wilhelmine Margarethe Christiane Henriette Philippine Pfeiffer, des Bürgers zu Allendorf a. d. Lumda und Schneiders dahier, Heinrich Pfeiffer, eheliche Tochter, alt 11 M. 19 T-, gestorben den 12. Juli. Den 14. Juli. Adam Martin Hermann Christian Ludwig Todt, des Bürgers zu Großen-Buseck und Briefträgers dahier, Christian Ludwig Todt, ehelicher Sohn, alt 11 M- 24 T-, gestorben den 13. Juli. Den 15- Juli. Ludwig Philipp Frohn- häuser, des Bürgers und Kaufmanns, Ludwig Frohnhäuser, ehelicher Sohn, alt 2 M. 4 T-, gestorben den 13. Juli. Denselben. Marie KatharineHilgardt, gebörne Neeb, Wittwe des verstorbenen Bürgers und Leinwebers, Johann Melchior Hilgardt, alt 73 I. 11 M. 6 T., gestorben den 14. Juli. -frischbäcker zu Ließen. Sonntag den 19. Juli. Louis Keil in den Neuenbäuen. Emil Noll in der Löwengasse. Daniel Rühl am Rathhaus. Getaufte. Den 10. Juli. Dem Direktor bei der Gewerkschaft, E. W- Fernic dahier, Peter Wilson, ein Sohn, Alfred Christian, geboren den 4. Mai. Alsfeld Grünberg Lauterbach Mainz Berichtigung. (Sitzung des Gemeinderaths vom 9. Juli.) Als anwesend in dieser Sitzung ist noch Herr Wilhelm Keller zu bezeichnen welcher durch ein Versehen im Anzeiger Nr. 82 aufzuführen übersehen worden ist. Den 11. Juli. Dem Bürger und Kaufmann, Georg Ludwig Carl Wortmann, ein Sohn, Karl Friedrich Alexander, geboren den 26. Mai. Den 12. Juli. Dem Bürger und Oe- conomen, Christoph Spies, eine Tochter, Emilie Katharine Karoline Louise, geboren den 27. Juni. Denselben. Dem Bürger und Kaufmann, August Kröll, ein Sohn, Gustav Wilhelm Hermann Johann Karl Emil, geboren den 22. Mai. Denselben. Dem Bürger und Mecha- nikus, Christian Liebrich, eine Tochter, Auguste Karoline Elisa Emma Ida, geboren den 1. Mai. Die Renten- und Lebensversicherungs-Anstalt zu Darmstadt übernimmt: 1) die Versicherung steigender Renten gegen beliebige Kapitaleinlagen. 2) Lebensversicherungen in Beträgen von 100 bis 10,000 fl, auf ein einzelnes Leben gegen feste, zu keiner Nachzahlung verpflichtende Versicherungsbeiträge. Für eine lebenslängliche Versicherung von 100 fl. betragen die jährlichen Versicherungsbeiträge bei einem Alter von 20 Jahren: 25 Jahren: 30 Jahren: 35 Jahren: 40 Jahren: 45 Jahren: 50 Jahren: 1 fl. 34 fr. 1 fl. 45 fr. 2 fl. 1 fr. 2 fl. 21 fr. 2 fl. 48 fr. 3 fl. 26 fr. 4 fl 18 fr. Russ. Imper. 9 48-50. Doll, in Gold 2 27-28 Pr. Cas». Sch. 1 Div. Cass.-A. Pr. Friedrdor. 9 Pistolen . . 9 „ doppelte 9 4993) Morgen, Sonntag den 19. Juli: Tam-Muflk Dasselbe ist seiner Vollendung nahe und wird Ende Juli den geehrten Abonnenten zugestellt werden. Da dieses Buch nicht nur localen Interessen dient, sondern auch für die auswärtige Geschäftswelt bestimmt ist, so liegt es wohl im Interesse der hiesigen Geschäftstreibenden ihre Adreß- oder Empfehlungskarten in dem Adreßbuch abdrucken zu lassen. Wir berechnen den Raum einer Druckseite mit 4 fl. und steht es den Herren Geschäststreibenden frei, oder eine ganze Seite zu wählen, je nach Ausdehnung ihrer Adresse. Wir sehen der schriftlichen Einsendung der Adreßkarten binnen vierzehn Tagen entgegen, da später einlaufende keine Berücksichtigung mehr finden können. Ferner werden diejenigen hiesigen Geschäfttreibenden, denen daran gelegen ist, daß ihre Firma und Geschäftsbetrieb richtig im Adreßbuch aufgeführt wird, freundlichst gebeten, Einsicht von den Einträgen aus'unserer Geschästsstube nehmen zu wollen, da wir für etwa untergelaufene Fehler später nach Vollendung des Drucks nicht mehr hasten können. Zugleich werden die Herren Agenten der verschiedenen Branchen gebeten, uns eine genaue Bezeichnung der Namen der von ihnen vertretenen Gesellschaften schriftlich einzusenden. BrühFsche Druckerei (Fr. Ohr. Pietsch.) 3) Leibrenten - Versicherungen. 4) Depositengelder bis zu Beträgen von 25 fl. herab, welche vom 30. Tage nach der Hinterlegung bis zur Zurücknahme mit 3%% verzinst und auf Verlangen ganz oder stückweise zurückbezahlt werden. Wegen näherer Auskunft, sowie wegen des unentgeltlichen Bezugs von Prospecten und Statuten der Anstalt, beliebe sich an deren Herren Bevollmächtigte zu wenden *). Darmstadt. Die Direktion. 4997) Alte Kartoffeln werden zu kaufen gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 4963) Ein Canarienvogel ist entflogen. Dem Wiederbringer eine gute Belohnung. Abzugeben bei Herrn Dr. Muhl im dritten Stock. Preusa. 4%% Obi. 96 Frankf. 3'/Wo Obi. 813/s Nass. 4'/Wo Obi. 947s Kurh. 4% Obi. 88 t/a Hess. 4O/o Obi. b. Roths. 90'/2 „ 31/2% do. do. 843/1 Bayer. 5% Obi. 1027s „ 41/Wo 1jährige 963/4 „ 4VWo 1,2jährige 97 Würtemb. 4%% Öbl. 943/4 Baden 4(Wo Obi. c. E.L. 94% Oestr. 5% b. R. — „ 5<>/o National 54% , 50/0 Metall. Obi. — „ M. steuerf. 533/< Amer. 6% 1882r Bda. 76% „ 6% 1885r 76_______ Aetien. Frankf. Bank 125 Oester. Bank 780 „ Creditact. 226% Darmst. Bankact. 248 4995) Ein sich zum Schreinergeschäft qualificirender Junge kann sofort in die Lehre treten. Näheres bei der Exped. d. Bl. 4919) Ein Junge, der das Schlossergeschäft erlernen will, kann sofort eintreten. Bei wem? sagt die Exped. d. Bltts.______ 4955) Mehrere Bauschreiner können Be- 5022) In ein Spezerei- und Kurzwaa- ...... ren-Geschäst wird ein Mädchen, welches in im Großh. 1. Jäger-Bataillon und Bürger einem ähnlichen war, gebucht. Näheres bet zu Queckborn, des Bürgers und Taglöhners der Exped. d. 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Das sind ehrenhafte Gesinnungen. — Ich sehe, Bürger, es sind gleichfalls die Eurigen. — Mit dem Unterschied, Bürger, versetzte der Hauptmann, daß ich bei der Revolution nichts verloren zu haben meine. Der Unbekannte warf einen verstohlenen Blick auf unseren Offizier, welcher diesem nicht entging. Um seine Gleichgültigkeit und Unbefangenheit zu beweisen, pfiff oer Hauptmann einen Marsch. — Ihr dient in der Cavallerie? forschte der Fremde weiter. — Ja, Bürger, und ich komme von der egyptischen Armee. Viele Leute wissen das seit vorgestern. — Euer Pferd hatte mich das sogleich crrathen lassen, Herr Oberst. — So weit sind wir noch nicht, antwortete Reymonv; vielleicht später — ich bin Hauptmann. — Sie werven Oberst und General werden, mein Herr. Ich verstehe mich auf Prophezeihungen. Da Sie von Egypten kommen, haben Sie die neuesten Nachrichten von der Armee und dem großen General en Chef. Man spricht nnr von seiner bevorstehenden Rückkehr —! — So? verfitzte Reymonv. Kündigen die öffentlichen Blätter dieselbe an? Ich lese gar keine Zeitungen. — Lieber Himmel! antwortete der Unbekannte, die Zeitungen sind immer nur das Echo wohlunterrichteter Leute. Sie zum Beispiel, Herr Hauptmann, müssen sich eine Meinung über die fernere Dauer unserer Besetzung gebildet haben. — Gewiß, sagte Rrymond. Der Unbekannte ritt so nahe heran, daß sein linker Stiesel fast den rechten des Hauptmanns berührte. — Verzeihen Sie meiner Neugier, hob der Fremde an. Ich habe dabei ein großer Interesse. Ich habe die Ehre, ein wenig mit dem General Desaix verwandt zu sein — einem Manne — — Von bewunderungswürvigen Eigenschaften, ergänzte der Offizier. Ich gratulire Ihnen zu Vieser Verwanvtschast, mein Herr. — Meine Mutter war eine Cousine der Mutter des Generals. — Nun, mein Herr, betheucrte Reymond, Ihr erlauchter Verwandter verrichtet Wunverthaten, und seine Beziehungen zu Bonaparte sind von der freundlichsten Art. — O, das intercssirt mich auf's Lebhafteste, Herr Hauptmann! Ein ekler Mann, dieser Herr Desaix! Der Unbekannte fuhr sich mit der Hand über die Augen. Er schien tief ergriffen zu sein. Der Hauptmann begann sehr gelassen wieder seine Marschmelodie zu pfeifen. — Aus Mitleid, Herr Hauptmann, nahm der Fremde wieder lebhaft das Wort, erzeigen Sie mir einen wichtigen Dienst! Sie reden mit einem Manne, der schwere Unglücksfälle erlitten hat, deren Schmerz . . . aber schweigen wir davon, ich vertraue darauf, daß Ihr Charakter ein edler ist . . . Desaix ist mein Verwandter unv ich habe das größte Interesse, zu erfahren, ob er noch in Egyp- ten bleibt. Hätte ich das Glück, ihn balv in Frankreich wiederzusehen, so würde er mein Beschützer sein und mir ein Recht verschaffen. Ich stehe noch auf der Liste der Emigrirten ... Ja, Hauptmann, ich gehöre zu der großen Schaar der Fructivorisirten, und das trifft mich nicht blos im gewöhnlichen Sinne, son- dern es ruinirt mich, weil man meinen Grundbesitz, mein letztes Eigenthum, zum Besten der Nation mit Beschlag belegt hat. Veikauft man dies Besitzthum, so bin ich verloren; unv voch rührt mein Unglück nur von einem Jrrthum im Namen, in Ver Person her. Meine Rcclamationen helfen zu nichts, man weist mich zurück. Ich bin fructivorisirt durch einen unbegreiflichen, räthselhaften, unseligen Jrrthum der Beamten. Ach, wäre Desaix nur hier! Wird er balv zurückkehren, Hauptmann, unv gedenkt Ver ruhmvolle General en Chef die Geschicke unseres unglücklichen Frankreichs in seine Hand zu nehmen? Aus Erbarmen — reden Sie! Reymond pfiff nicht mehr seit den ernsthaften Worten des Unbekannten. Er hatte ihn zwei- ober dreimal verstohlen angcblickt und sah, daß er in der That sichtlich ergriffen war. Der Hauptmann befragte, wenn er einem Unglücklichen gegenüber stand, immer zuerst sein Herz, mit dem Vorbehalte, nachher auch die Klugheit zu Rathe zu ziehen. — Mein Herr, fragte er, darf ich mir Ihren Namen ausbitten? — Lieber Gott, Hauptmann, versetzte der Fremde, mein Name ist Ihnen wahrscheinlich nicht unbekannt; meine Familie ist von altem Adel — aber meine Gesinnungen sind die eines guten Patrioten-- — Daran zweifle ich nicht, mein Herr; ein Grund mehr, mich für Ihren Namen zu interessiren! — Offenherzig gesprochen, Hauptmann, ich verberge seit langer Zeit meinen Namen, weil ich fructivorisirt worven bin. O, über mein Unglück! Wenn ich r« wagen dürfte, Ihnen zu bekennen, wer ich bin —! — Sie dürfen das mit voller Sicherheit. — Wohlan, ich vertraue Ihnen, mein tapferer Hauptmann, sagte der Fremde, unruhige Blicke umhcrsendend, als ob er befürchtete, von Jemanden behorcht zu werden. Ja, ich vertraue Ihnen und will Ihnen nicht länger meinen Namen verbergen, da Sie schon einen Theil meines Unglücks erfahren haben. Bernehmen Sie also, ich bin im November 1792 emigrirt. Einige Monate lang diente ich in der Armee von Conde — ich verbarg mich unter verschiedenen Namm — kurz, mein bester Herr Hauptmann, ich heiße — hier dämpfte der Fremde den Ton seiner Stimme — Graf Reymond de Vitry, Sohn des Grafen de Vitry, welcher am 22. März 1793 auf dem Revolutionsplatze guillo- tinirt wurde. Der Fremde schwieg und hielt ein Schnupftuch vor seine Augen. Er vergoß Thränen — wenigstens schien es so. Die beiden Reiter waren jetzt auf dem Gipfel der Höhe angekommen, von welcher man Sevres und Chaville übersieht. Die Hauptstraße nach Versailles durchschnitt hier eine liebliche Ebene, welche mit fast reifem Getreide und dunkelgrünen Weinstöcken bedeckt war. Ein erfri- schender Luftzug wehte, und der in Gold und Purpur erglühende Abendhimmel bildete einen prächtigen Hintergrund zu dem Bilve. Bei dem Namen, welchen der Fremde aussprach, war Reymond betäubt, als wenn plötzlich eine Bombe zu den Füßen seines Pferdes geplatzt wäre. Bei den Details, welche der Fremde hinzufügte, zuckte das Herz des Hauptmanns blutend empor. Als diese erste heftige Aufwallung wie ein Blitzstrahl verflogen war, umkrampfte Riymond seine Reitgerte und wollte ausholcn, um dem Be- trüger einen derben Schlag in das Gesicht zu versetzen. Aber wir haben schon gesagt, der Hauptmann, welcher auf dem Schlacht- fclde keine Furcht kannte, war zugleich mit jener bewunderungswürdigen Willenskraft begabt, welche helvenmüthig ven stürmischen Aufwallungen des Blutes und der aufbrausenden Leidenschaft zu gebieten weiß. In einem Nu fand seine Seele wieder Vie gelassenste, unerschütterliche Rikhe. Nicht einmal einen Blick auf den Unbekannten werfend, nicht einmal bewegter als vorher athmend, senkte Reymond in natürlicher Weise das Haupt und erwiederte: — Mein Herr, Sie führen da einen ehrenvollen Namen. Ja, Ihr Unglück ist groß. Jndcß, da ver General Desaix Ihr Verwandter ist, lassen Sie den Muth nicht sinken. Was den Zeitpunkt seiner Rückkehr nach Frankreich be- trifft, so kennt einzig das Gouvernement Vies Geheimniß. Dem General en Chef selber sind Vie Absichten des Directoriums unbekannt. Es thut mir leid, daß ich Ihnen keine bessere Auskunft zu ertheilen vermag. Aber da sind wir ja auf ter Ebene. Wollen Sie noch immer nach Versailles galoppiren? Ich sagte Ihnen vorher, daß mein Pferd, wenn es einmal im Schuß ist, sehr schnell und sehr weit laufen wird. — Immerhin, galoppiren wir! rief der Unbekannte, sein Schnupftuch wie- der einsteckend. Mein Norman ist auch nicht schlecht. Und zum Teufel die Sorgen ! In der That, wie konnte ich so einfältig fein, Ihnen den Ritt zu vcrder- ben? Verzeihen Sie mir — ich werde nichts mehr davon reden. Also, im Galopp nach Versailles! Ich kenne dort eine ausgezeichnete Restauration — wenn Sie mir erlauben wollen — — Sind ©:e bereit? unterbrach ihn der Hauptmann, welchen die Ungeduld nicht länger rasten ließ. Sind Sie bereit? Vorwärts! Halten Sie sich einen Büchsenschuß von mir entfernt! Der Fremde schlug zum Galopp an. Als er weit genug war, zog Reymond, welcher sein Pferd angehalten hatte, straff ten Zügel an, drückte Vie Kniee ein wenig an Vie Flanken seines Renners unv fühlte Viesen leise zittern. Bei der nächsten Begegnung seines Reiters, welche es geduldig erwartete, flog das herrliche Roß tote ein Vogel von bannen, so leicht, so behende und so geschwind, daß es in zwei Minuten vaS normännische Pferv erreicht unv überholt hatte. Der Reiter, dessen Stiefel ver Hauptmann streifte, fühlte sein Gesicht von Vem flatternden Zipfel eines Halstuches berührt — aber es war wie ein Blitzstrahl. Zehn Minuten später war das arabische Roß nebst dem Offizier, welcher es ritt, in den gelben Staubwolken des Weges und den verglühenden Strahlen der untergehenden Sonne verschwunden. Der Unbekannte setzte nichtsdestoweniger seinen Ritt nach Versailles fort, wo er keuchend und auf todlmattem Pferde ankam. Seine Nachforschungen in allen Stadtvierteln waren vergeblich; Niemand hatte den fabelhaften Reiter vor« beikommen sehen. Es war zum Verzweifeln! Kein Geständniß erlangt, nicht die kleinste Jnviseretion, nicht einmal eine Aufregung herbeigeführt! Der Herr de» normännischen Kleppers war augenscheinlich „geleimt", wie am Abend zuvor eine höchst angesehene Persönlichkeit. Er konnte sich mit Titus sagen: „Ich habe meinen Tag verloren." Was aus dem Hauptmann Reymond ward, nachdem er den Fallstricken der Polizei entschlüpft war, werden wir vermuthlich im Verlaufe dieser Erzählung erfahren. Wenn aber unser Osfizier auch ein guter Diplomat war, konnte es doch ebenfalls kein normannischer, englischer, türkischer oder andalusischer Renner an Schnelligkeit und Kraft mit seinem vortrefflichen Schlachtrosse Sultan aufnehmen. 6, In der Tourraine. Ein arabisches Roß, das mit voller Geschwindigkeit seines Laufes dahin sprengt, oder ein Hirsch, der in schnellstem Lauf über Vas Blachfelv setzt, machen Ven Eindruck des Unberechenbaren. Wohin eilen sie? Was ist das Ziel viefts blitzschnellen Fluges? Niemand weiß es zu sagen. Kann der Schütze die Tragkraft des Pfeiles bestimmen, der von seiner Bogensehne schnellt und die Lüfte durchschneidet? Fünfzehn oder sechszehn Stunden waren seit dem Verschwinden des Hauptmanns Reymond enteilt. Blendender Sonnenschein erhellte die Hügel, welche in der Gegend der Stabt Tours bie Loire begrenzen. Es war etwa neun Uhr Morgens, als unser Offizier in die Hauptstadt jener reichen Provinz Tourraine ritt, welche so reich an Erinnerungen des alten Frankreichs ist. Er war die ganze Nacht hindurch gereist, jedoch nicht, ohne dem Ungestüm Sultans mehrmalige Erholung zu gönnen. Der Hauptmann sorgte mit Aufopferung für seinen Freund aus der Wüste. Es bestand zwischen ihnen eine gegenseitige Liebe und Anhänglichkeit. Als sie in der großen Hauptstraße von Tours anlangten, welche der Brücke über die Loire gegenüberliegt und Vie Stadt nach ihrer ganzen Länge in zwei Hälften trennt, schienen der Reiter und sein Roß, das frisch gelenkig und kaum ein wenig bestaubt war, von einem Morgenritte heimzukehren. Reymond hatte hinter seinem Sattel nur einen kleinen Mantelsack, der unter den langen Schößen seines Rockes verschwand. Man erblickte freilich in der Holster zwei Reiterpistolen; aber diese Vorsicht nahm keinen Wunder in einer Zeit, wo sich Jeder auf den Landstraßen gegen einen Ueberfall sicherte. (Forts, folgt.) Politische Rundschau. Berlin, 14. Juli. Der „Staatsanzeiger" ver- öffcntltchk Vie Bunvesgesetze über Genossenschaften und die Bildung eines Bundesrechnungshofes. Elberfeld, 14. Juli. Die „Elberfelder Zeit." theilt mit, daß die Verhandlungen unter den Süd- finalen wegen einer Militärcommifston folgende Basis haben: Jeder Staat ernennt ein Mitglied. Der Sitz der Commission soll München werden Baiern führt den Vorsitz. Die unbedingte Majori- tat beschließt. Der Hauptzweck des Bundes ist die Herstellung eines mit dem Nordbunde harmonirenden sücdeutschen Dcfensivsystems. Eine Commission ver- waltet die süvdeutschen Festungen und ist auch Con- sultationSbehörde für alle Militärfragcn. Der Zusammentritt findet am 15. Juli statt. . Elberfeld. Zur Verhaftung der beiden preußischen Kürassier - Trompeter in Holland schreibt die „Elbcrf. Zeit.": Die beiden Jnhaftirten, zwei junge Leute aus Schwarzburg-Rudolstadt, von denen der eine als ein musikalisches Genie gerühmt wird, werden möglicherweise in eine holländische Strafsection nach Ostindien wandern müssen, denn sie hatten sich beim 7. holländischen Infanterie-Regiment zu zehn- jähriger Dienstzeit verpflichtet, das Regiment aber schon nach zweijährigem Dienst verlassen. Da sie also wirklich Deserteure sind, so wird sich gegen die Bestrafung derselben schwerlich etwas machen lassen. Wien, 15. Juli. Die „Wiener Zeitung" publi- cirt die kaiserliche Sanction des Gesetzes, betreffend die Einführung der n uen Advokatenordnung, sowie des Gesetzes, wodu-ch der Finanzminister zum Ab- schluffe eines Uebereinkommens mit dem ungarischen Ministerium bezüglich der Stempelgebühren und des TaxwesenS ermächtigt wird. Wien, 15. Juli. Die „Wiener Abendpost" de- inentirt die Mittheilung des „UniverS", raß Minister Giskra durch ein geheimes Circular die Statthalter aufgefordert habe, die Gemeindevertretungen zu Adressen gegen die päpstliche Allocution zu veranlassen. — Heute hat die Unterzeichnung des Postvertrags zwischen Oesterreichs und der Schweiz statt- gesunden. Der Vertrag tritt voraussichtlich schon am 1. August in Wirksamkeit. — Die heutige „Wiener Zeit." veröffentlicht ein kaiserliches Patent, welches die Landtage auf den 22. August einberust; ferner eine kaiserliche Entschließung, durch welches die Vertagung des Reichstags bis zum 17. October verlängert wird. — Die Regierung soll cntschiossen sein, dem Zusammentritt des Concils und der Betheiligung der österreichischen Bischöfe an demselben keinerlei Widerstand entgegcnzusetzen, aber dagegen sich vorzubehaltcn, dieselben sofort abzuberufen, wenn das Concil Beschlüsse fassen sollte, deren Tendenz gegen die österreichischen Staatsgrundgesetze gerichtet wäre; für - die Betheiligung an solchen Beschlüssen würden die österreichischen Bischöfe nach Maßgabe der Strafgesetze sich zu verantworten haben. Paris, 14. Juli Im gesetzgebenden Körper verlangten in der Debatte über das Militärbudget die Redner der Opposition die Aufhebung der großen Militärcommando's vom 1. Januar an. Niel sprach sich gegen diese Forderung aus. Es handle sich thatsachlich um die große Frage, durch die großen Commando's rasch vom FrievenSfuß auf den Kriegsfuß übergehen zu können. Die von den Etatmajors gebildeten Corps seien im Stande, in wenigen Tagen ins Feld zu rücken- Das Ausland besitze be« reits diese militärische Organisation, weßhaib auch Frankreich sie nicht entbehren könne. Favre fand diese Erklärung ganz im Widerspruch mit den von der Regierung abgegebenen friedlichen Versicherungen. Das Amendement der Opposition wird schließlich verworfen. London. In einem Artikel über die Vorgänge in Spanien bemerkt die „Times" : Jsabellens Thron ist seit 20 Jahren nur durch die Baponnette der Armee gestützt worden, und die Regierung war im- mcr in den Händen desjenigen Generals, welcher über die Soldaten zufällig die größte Macht befaß. Nach O'Donnel war nur Narvaez möglich; nach des letzteren Tove aber steht endlich wieder ein bürgerlicher Minister an der Spitze der Regierung, Gon- zalez Bravo, und mit ihm scheint die Katastrophe heranzunahen, welche die Spanier stets geweissagt haben. Weder durch die Gefangennahme oder Vertreibung einiger abgenutzter Generale, noch durch die Verbannung eines unschädlichen Mitgliedes des Königshauses (des Herzogs von Montpensicr) ist Bravo im Stande, sich der spanischen Armee oder des spanischen Volkes zu versichern. Hinter den Generalen Liberal stehen Prim und die Offiziere und nterotslziere der Progressisten; im Rücken der con- stltuttonellen Opposition steht eine bunte Mannigfal- tigkeit antidynastischer und antimonarchischer Parteien. Dazu kommen Dinge, die über persönliche Interessen, oft auch über die politischen Betrachtungen hinausgehen; das Elend der großen Menge, die HungerS- noth, welche die ländliche Bevölkerung schaarenweise in die Mauern der Städte treibt, der Mangel, wel- cher sich diesem Strome ver Einwanderer an den Thoren der Städte entgegenwirft und ihn nur höher angeschwollen auf das platte Land zurückdräugt. Kaum, nach allen Schilderungen, haben Landstreicherei, Straßenraub und alle Schrecken einer aus den Fugen gehenden Gesellschaft in Spanien einen, solchen Gipfel erreicht, wie gerade jetzt. Wie lange werden wohl gegen solche Feinde die Regierungskünste vorhalten, durch die Gonzalez Bravo sich einiger weniger Generale und eines Prinzen von Geblüt zu entledigen sucht? Es ist nicht Raum in den Strafcolonien Spaniens für alle Spanier, noch ist es eine leichte Sache, ein Komplott zu ersinnen, das ein ganzes Volk umfasse. Kopenhagen, 15. Juli. Soeben, um 7 Uhr, wurde in Klampenborg die Verlobung des dänischen Kronprinzen mit der Tochter des Königs von Schweden öffentlich declarirt. Florenz, 15. Juli. In der Abgeordnetenkammer kam heute die Vorlage bezüglich der Rückerstattung einer Rente an zwei bourbonifche Prinzessinnen, welche jetzt an österreichische Prinzen verheiralhet sind, zur Verhandlung. Der Artikel 2 der Vorlage legt dem Staat die Verpflichtung auf, 2,218,000 Francs Zinsen für die Jahre 1860—68 zu bezahlen. Der Abgeordnete Cordova tritt der Anforderung entgegen, indem er behaupte!, der Wiener Vertrag könne keine rückwirkende Kraft haben. Menabrea und Buon- cvmpagni vertheidigen die Vorlage mit Berufung auf politische und Schicklichkeitsrückstchten. Crispi bekämpft den Artikel, welcher schließlich, von Minghetti unterstützt, von der Kammer angenommen wird. Nom, 13. Juli. Die Note des Hrn. v. Beust, welche die päpstliche Allocution beantwortet, ist dem Cardinal Antonelli durch den österreichischen' Geschäftsträger überreicht worden. Sie ist in festem, ab-r höflichem Tone gehalten. Graf Meysenbug ist gestern abgereist. Newyork, 4. Juli. (Per Dampfer.) Die von dem Präsidenten Johnson erlassene Proklamation gibt den Rebellen ihr- Eigcnthum wieder zurück, mit Ausnahme desjenigen, auf welches in legaler Weise Verzicht geleistet wurde. Amerika. Der bei der Ermordung des Präsidenten Lincoln schwer gravirte Surratt, dessen Mutter auf dieselbe Anklage hin bekanntlich hingerichtet wurde, ist, wie man sich erinnern wird, seinerzeit von der ägyptischen Regierung an die Union ausgeliesert worden. In der am 22. v. M. über ihn abgehaltenen Schwurgerichts-Verhandlung ist Surratt von der gegen ihn erhobenen Anklage der Ermordung des Präsidenten von der Jury freigesprochen, jedoch die Verfolgung deffelbcn als Haupt der Verschwornen aufrecht erhalten und die Verhandlung hierüber auf spätere Zeit vertagt worden. In Folge dieses Ver- dicts wurde Surratt gegen Bürgschaft auf freien Fuß gesetzt. Vermischtes. Berlin. Als eine kleine Episode aus unserem schnellen Jahrhundert, dem Zeitalter der Dampfschiffe, Eisenbahnen und Telegraphen, theilen hiesige Blätter Folgendes mit: „Vor Kurzem lernte eine junge Berlinerin, Kind aus wohlhabender Familie, in einer Gesellschaft einen jungen Deutsch-Amerikaner kennen, welcher zum Besuche hiesiger Verwandten herüber gekommen, im Begriffe siand, wieder »ach Amerika zurückzukeh- ren. Die junge Dame machte einen eben so schnellen wie lebhaften Eindruck auf den jungen Mann, und da er seiner bevorstehenden Abreise wegen keine Zeit zu verlieren halte, erklärte er dem Fräulein noch an selbigem Abende seine Liebe und trug ihr feine Hand an. Das Fräulein, dem der junge Mann nicht weniger gefallen hatte, als er ihr, sah vernünftiger Weise ebenfalls ein, daß keine Zeit zu verlieren sei und schlug ein. Dieß war am Sonntag Abend. Montag früh erschien der junge Mann bei den Eltern seiner jungen Dame und hielt in aller Form Rechtens an. Die Eltern, welche die Familie des jungen Mannes kannten, sagten«, JDarauf am Mittwoch Verlobung, am Donnerstag Versendung der Einladungen zur Hochzeit, am Samstag Polterabend, am Sonntag Vormittag Aufgebot ein- für allemal, Nachmittags Trauung in der Sophienkirche, Abends Hochzeitsfeier, Montag Abreise nach Hamburg und Dienstag Abreise auf dem Dampfschiffe nach Amerika." Berlin. Wie ein kleines c einen Thaler kostet I In der auf dem Friedrich-Wilhelmstädter Theater zur Aufführung gelangten umgearbeiteten Gesangs-Posse „Pech-Schulze" hat Hr. Neumann von einer Wurst zu sprechen, die ein Hund nicht habe fressen wollen, weil er sich überzeugt habe, daß dieselbe eine Knackwurst gewesen sei. Hr. Neumann beging nun aber ben Sprachfehler, anstatt des ck ein k anSzusprechen, resp. den kurzen Vokal a lang lauten zu lassen, so daß eS Kuakwurst hieß. Diesen lapsus linguae, hinter welchem der beaufsichtigende Polizeibeamte eine gegen den in letzter Zeit so berühmt gewordenen Pastor Knak gerichtete böse Absicht vermuthet haben mußte, brachte er zur Anzeige, und es erging nun gegen Hrn. Neumann das Mandat, einen Thaler Ordnungsstrafe zu zahlen, da er seine Nolle nicht so gesprochen, wie sie geschrieben und von der Censur genehmigt worden war. Die Auslassung des kleinen e. bei dem ck in der Knackwurst kostete einen Thaler. Coblenz. Wie man aus St. Goarshausen meldet, hat der König auf ein an ihn gerichtetes Gesuch die Erwerbung der an und in dem Lvreleifelsen gelegenen, Privaten gehörigen Weinberge auf Staatskosten verfügt. Ans Herrieden, 13. Juli, schreibt man der, „Fr. Zeit.": Der bis jetzt beharrlich im westlichen Europa befindliche Luftberg, welcher uns so kühle Witterung brachte, daß eS im baie- rischen Gcbirg schneite, zieht nach Norden; ein vorgestern von Spanien im Hafen von Gascogne eingetretenes Luftthal droht indessen schon wiebel' unsere warmen Tage zu unterbrechen, indem es auf seinem Wege den Himmel mit Wolken überzieht und den ersehnten Regen bringt. Baiern. Am 7. Juli Mittags zwischen 12 und 1 Uhr fiel aus dem Lüsen, einem der höchsten und rauhesten Bergrücken des baierischen Waldes, Schnee, so daß der Bergrücken ganz mit Schnee bedeckt war. Niemand kann, bemerkt die „Paff. Zeit." hiezu, sich erinnern, daß je um diese Zeit dort Schnee gefallen ist. Frankfurt. Aus Sachsenhausen haben wir einen hübschen Zug zu erzählen. Der Sohn einer Wiltwe, die Stütze feiner alten Mutter, lag schon geraume Zeit krank darnied.r; das Feld konnte nicht bestellt werden. Verstossenen Samstag Abend fa en mehrere junge Männer, Schulkameraden des Erkrankten, bei dem Glase, als einer von ihnen die Noth des Freundes vorbrachte. Einstimmig wurde erklärt: morgen ist Sonntag. Wir wollen unseren Frühgottesdienst wie unsere Väter halten. Bei TageSgrauen zogen nun 30 junge Sachsenhäuser Männer mit Hacke und Schippe hinaus und bestellten das Feld. Jeder suchte seinen Stolz darin, sein Stück Arbeit am schönste» zu machen. So bewährte sich auch hier der den Sachsenhänsern eigene Sinn für festes Zusammenhalten. Paris. Von dem alten Paris steht seit 15 Jahren fast kein Stein mehr auf dem andern. In diesem Zeitraum sind 15,000 Häuser niedergeriffen und 45,000 neue gebaut worden. ES gibt jetzt 110,000 Wohnungen mehr als früher, darunter 80,000, die weniger als 500 Francs jährlich Miethe zahlen. Die Sradt steckt aber trotz der Zuschüsse des Staats in Schulden bis über die Ohren. Paris, 9. Juli. Ein algierisches Blatt erzählt folgenden Vorfall, bet unlängst in ben Magazine» bet Meffageries Jm- pöriales in Stora passirte. Es befand sich dort ein Behälter mit zwei großen, für ben zoologische» Garten in Marseille bestimmten Schlangen. Eines TazeS schlich sich durch eine kleine Oeffnung eine Katze, die dort Mäuse wittern mochte, in den Behälter. Kaum wurde das Schlangenpaar den fremden Gast gewahr, als es auf ihn losstürzte und in seinen Umarmungen erdrückte. Alsbald schickten beide sich gleichzeiiig an, ihr Opfer zu verschlingen. Die' eine fing beim Kopf, die andere beim Hintertheil der Katze an. Bald waren sie mit den eigenen Köpfe» dicht aneinander. Keine wollte der anderen die Beute lassen, konnte eS auch nicht, denn ihr Gebiß ist derartig orga- ;i nifirt, daß sie ihren Raub nur verschlingen, nicht aber wieder loSlaffen können. Was thun? Die eine der Schlangen, eS ; war die weibliche, resolvirte sich rasch, sie Packte ihren männlichen Gefährten ebenfalls beim Kopf und versuchte Katze und Schlange zugleich zu verschlingen; aber sie kam nicht weit, da war sie erstickt. Man nahm von der merkwürdigen Begedm- heit ein Protokoll auf und setzte das corpus delicti, die Haupt- mörderi» mit ihrem weiland lebendigen Inhalt, in Spiritus. Damit will sich aber die Direclion des zoologischen Gartens in Marseille nicht begnüge»; sie klagt die Verwaltung bet Meffageries bet Fahrlässigkeit an unb verlangt zwei lebendige Schlangen derselbe» Art. London. Vielleicht in keiner Stadt bet Welt zeigt sich das Verlangen nach der frischen Natur so lebhaft, wie hier, wo jedes Stückleiu Grund und Boden mit Stein und Holz bepflanzt ist. Namentlich gilt dieß von den ärmeren Quartieren, deren Bewohner häufig lange Zeit fein grünes Blatt zu sehen bekommen. Um ihnen wenigstens einen geringen Ersatz dafür zu bieten, hat sich schon vor mehreren Jahren ein Verein zur Förderung der Blumenzucht in den Fensiern gebildet, bet alljährlich eine Ausstellung, ober, besser gesagt, ein kleines Fest für die armen Aussteller veranstaltet, wobei die besten Pflanzen mit einem kleinen Preise bedacht werden. Eine solche Ausstellung hat nun wiederum stattgefunden, zu bet Mancher eine schone Blume in ärmlichem Topfe beisteuerte, bie er während des ganzen Jahres mit Sorgfalt gepflegt. Diese Aufmunterung zur Blumenzucht hat schon viel zur Berbesserung des Ge- suodheitSzustaudes in ben ärmeren Theilen von Westminster bei-- getragen. England. Einem neuerbtng« ausgegeben Blaubuche zufolge wurden im Jahre 1867 18 Sklavenschiffe mit 3330 Sclave» an Bord durch Ihrer Maj. Schiffe „Wesp", „High- flpet", „L»ra" unb „Penguin" an ber ostafrikanischen Küste weggenommen. Die Fahrzeuge würben zerstört. An der Westküste Afrikas wurde durch Ihrer Maj. Schiff „Speedweli" I eine Brigg mit 96 Sclaven aufgebracht. Italien. Ein Orkan hat am 1. b. M. in unb rings um Neapel entsetzliche Verheerungen angerichtet. Wolkenbrüche, Blitzschlag und Sturm thaten ihr AerißersteS.. Der Kai der Chiaia ist mit entsetzlichen Trümmern bedeckt, bie sich von den Hügeln ablösten, Häuser stürzten ein, ober ftnb vom Einsturz bebroht. Mehrere Straßen wurden verschüttet unb bret Menschen ertranken, wovon zwei in ihren Betten. Die Nachrichten vom flachen Laube sinb ebenfalls trostlos. — (Loyale Leute.) Zur Characteristik ber neugebackenen ägyptischen Repräseutantenkammer erzählt ein Correspvn- bent ber „Allg. Zeit." fulgenbe Anekdote: Die gewählten Deputirten AegnptenS hatten gehört, baß in Europa bie Anhänger ber Regierung sich auf die rechte Seite des SaaleS zu setzen pflegten. In dem Bestreben, ihrer Ergebenheit einen möglichst energischen Ausdruck zu geben, entstand beim Eintrm in den ©aal ein solches Drängen nach der rechten Seite, das bie linke Hälfte desselben ganz unbesetzt blieb. Ob seitdem du Regierung ihre Deputirten unter Anerkennung ihrer Loyalität bewogen hat, in etwas bequemerer Weise Platz zu nehmen, ist uns nicht bekannt. Die Anekdote selbst aber ist nicht erfunden, sondern Thatsache. Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen. Pret mitt Post gest' enth weit zu f emp Dl! 50ti solle dahi wert Mc ©d We Sck G 5045 wert netei weit rrfoi roegi Sck Wc ma der geno Inte G des W P jW zum billiz 50 ftanl nifie Näh crsrc