Preis vierteljährlich 36 kr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 51 kr. Gießener Anzeiger. Erscheint wöchentlich orei- mal: Dienstags, Donnerstag« und Samstags. — Expedition: Lanzleiberg Ltt. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Areis Kießen. Nr. SS.Dienstag den 17. März 1868. Amtliche Bekanntmachungen. Nachstehendes Verzeichmß der rm laufenden Jahre nach den Stationen der Provinz Oberhessen abgegangenen Landgestütsbeschäler bringen wir hiermit zur allgemeinen Kenntniß. Gießen, den 12. März 1868. Großherzogliches Kreisamt Gießen. In Verhinderung des Kreisraths: K e k u l«, Kreisassessor. Berzeichniß über die Vertheilung der Großherzoglichen Landgestutsbeschäler in die Landgestütsstationen für das Jahr 1868. Altenstadt. Frankwaret. Rothbraun. 16 Faust, 1 Zoll. Mittelgroßer, sehr veredelter Reit- und Wagenschlag. Anglo-Normann, vom englischen Halbblutbcschäler Frank- waret und der normännischen Stute Bijou. — Diadem. Rothfuchs. 16 Faust, 2 Zoll. Großer Reit- und Wagenschlag. Anglo-Normann, vom Vollblutbeschäler Froshdolff und einer Tochter des Diadem aus dem Gestüt du Pin. Berstadt. Virgil. Kastanienbraun. 16 Faust, 3 Zoll. Eleganter Wagenschlag. Anglo-Normann, vom Halbblutbeschäler Virgil im Gestüt du Pin und der edlen Stute Barna aus demselben Gestüt. — Grenoble. Rothbraun. 16 Faust, 2 Zoll. Großer, eleganter Reit- und Wagenschlag. Anglo-Normann, vom Halbbutbeichäler Pledje rm Gestüt du Pin und einer Stute vom Vollblutbeschäler Debardeur aus dem Gestüt 8t. Bo. — Iris. Rothbraun. 16 Faust, 1 Zoll. Veredelter Reit- und Wagenschlag. Anglo-Normann, vom Halbblutbeschäler Acacia und einer veredelten anglo-normannischen Stute. Grünberg. _Silvio. Prämienhengst. Schwarzbraun. 16 Faust. Edler Reitschlag. Anglo-Normann, vom Vollblutbeschäler Novi im Gestüt du Pin und einer Stute des englischen Halbblutbeschälers Silvio. — Homer. Kastanienbraun. 16 Faust, 1 Zoll. Edler Reitschlag. Anglo-Normann, vom Vollblutbeschäler Homer und einer Sture von Chesserfidd aus dem Gestüt du Pin. — Balthazar. Schwarzbraun. 16 Faust, 1 Zoll. Veredelter Rcitschlag. Anglo-Normann, vom englischen Halbblutbeschäler Balthazar in Merle-traut und einer anglo-normännischen Stute. Hirzenhain. Myrthe. Kirschbraun. 16 Faust. Veredelter Reit- und Wagenschlag. Vom Vollblutbeschäler Myrthe im Gestüt du Pin und einer Perokeron-Stute. — Debardeur. Schwarzbraun. 16 Faust, 1 Zoll. Veredelter Wagenschlag. Anglo-Normann, vom Vollblutbeschäler Debardeur im Gestüt St. Bo und der Stute Ballette, Tochter von Firouzo aus demselben Gestüt. Neu-Ulrichstein. Dorus. Kirschbraun. 16 Faust. Edler Reitschlag. Anglo-Normann, vom Halbblutbeschäler Dorus im Gestüt du Pin und der anglo-normännischen Stute Vandarma. — Necker. Rothbraun. 16 Faust, 2 Zoll. Mittelgroßer Wagenschlag. Anglo-Normann, vom Halbblutbeschäler Ueoker und einer anglo-normännischen Stute. Nieder-Wöllstadt. Uzet Schwarzbraun. 16 Faust, 2 Zoll. Starker Reit- und Wagenschlag. Anglo-Normann, vom Halbblutbeschäler Uzel im Gestüt St. Bo und einer veredelten normännischen Stute. — Heros. Kirschbraun. 16 Faust, 3 Zoll. Großer, veredelter Wagenschlag. Anglo-Normann, vom Halbblutbeschäler Chesee und der original englischen Stute Dauere, der Beschäler aus dem Gestüt du Pin. Ober-Seibertenrod. Tarent. Prämienhengst. Dunkelrothfuchs. 16 Faust. Reit- und Wagenschlag. Von dem englischen Halbblutbeschäler Tarent unb einer Eutiner Stute. — Favori. Rothbraun. 16 Faust. Gedrungener Reit- und Wagenschlag. Anglo-Normann, vom Halbblutbeschäler Ursin im Gestüt St. Bo und einer Tochter des Gabalunzy. Romrod. Jocko.. Hellrothbraun. 16 Faust, 1 Zoll- Starker veredelter Reit- und Wagenschlag. Anglo-Normann, vom Vollblutbeschäler Jocko int Gestüt St. Bo und einer Casimard-©tute aus demselben Gestüt. — Telegraph. Rothbraun. 16 Faust, 3 Zoll. Großer Wagenschlag. Anglo-Normann, vom englischen Halbblutbeschäler Telegraph int Gestüt du Pin und der anglo - normännischen Stute Daurette. — Jericko. Rothfuchs. 16 Faust, 2 Zoll. Starker Reit- und Wagenschlag. Anglo- Normann, vom Halbblutbeschäler Corigany int Gestüt du Pin und einer veredelten Stute vom Beschäler Jericko. Schlitz. Grenadier. Kastanienbraun. 16 Faust. Edler Reitschlag. Vorn Grenadier aus dem Ivenacker Gestüt, vom Herodot und einer Vollblutstute. — Fra-Diavolo. Dunkel- kastanienbraun. 16 Faust, 2 Zoll- Edler Reitschlag. Anglo-Normann, vom Vollblutbeschäler Historien und der Stute Eisette, Tochter vom Beschäler Kleber int Gestüt du Pin. Bekanntmachung, die gesetzlichen Forderungen an Studirende aus dem Winter-Semester 1867/68 betreffend. Die in diesem Semester entstandenen gesetzlichen Forderungen an Studirende müssen bis den 4. April d. I. mittelst specificirter Rechnungen zur Anzeige gebracht und längstens bis den 16. Mai d. I. geltend gemacht werden, widrigenfalls dieselben den ihnen durch Art. 136 der Disciplinar-Statuten zugewiesenen Vorzug verlieren. Güßen, den 13. März 1868. Großherzogliches Universitäts-Gericht. ..Haberkorn. (1955) Besondere Bekanntmachungen. Edictalladung. 1642) Neber das Vermögen des unbekannt wo? abwesenden Heinrich Klinket von Daubringen ist der förmliche Con- eurs erkannt. Forderungen und Ansprüche aller Art an denselben r<«p. dessen Vermögen sind deshalb sammt eiesfallsigen Vorzugsrechten im Termin Don tag den 28. Mai l. I., —vrmittags 10 Uhr, dahier anzumelden beziehungsweise zu begründen bei Vermeidung sonst stillschweigend s ein-. -xsten Ausschlusses damit von der Coucursmasse. Zugleich soll in dem genannten Termin gütliche Uebereiukunft über Vertheilung der Coneursmasse versucht resp. über Bestellung eines Massecurators und Gläubigerausschusses und die ferneren Behadlung des Cou- curses Beschluß gefaßt werden, weshalb alle Diejenigen, welche an die Coneursmasse Ansprüche machen, aufgefordert werden, zur Theilnahme an der desfallstgen Beschlußfassung in dem genannten,Mine in Perlon °.der durch geböd . x^chtigte zu erscheinen, roibr' J\et ttncin ""den Beschlüssen der?'■ x Erlau einen ju:en @Iäu, biger, auch j#yi Pfarrers und H'm Arrangements zusU -og befiel werden. Hierbei roiru ,,i uem unbekannt wo? anwesenden Heiür. Klinket von Daubringen aufgegeb-n, sogewiß in diesem Termin zur persönlichen Vertretung feiner Interessen )u erscheinen, widrigenfalls Zustimmung zu den von seinem Curator gefaßt werdenden Beschlüssen unterstellt werden wird. Gießen, am 26. Februar 1868. Großherzogliches Landgericht Gießen. Bötticher. Oeffentliche Ladung. 1641) Nachdem am heutigen Tage über das Vermögen der Schuhfabrikanten Bernhard Nierhof von Waltrop und Heinrich Fennel von Nauheim, jetzt dahier, der förmliche Concurs erkannt worden ist, so werden Alle, welche Ansprüche an deren Vermögensmusse zu haben glauben, hiermit öffentlich vorgeladen, solche in dem dazu auf den 11. Mai d. I., Vormittags 9 Uhr, Contumaeirzeit, anher angesetzten Termine unter Vorlage ihrer deshalbigen Beweisstücke bei Meidung der Ausschließung von der Masse anzugeben und zu begründen. Marburg, am 9. März 1868. Königliches Amtsgericht, Abth. I. gez. Kehr. Zur Beglaubigung: Textor. 1665) Die Holzversteigerung vom 12. und 13. März ist genehmigt. Die Abfuhrscheine sind vom 21. März bis 4. April bei Großh. Rentamt Gießen einzulösen. Die Ueberweisung des Holzes findet Montag den 23. März, Morgens 9 Uhr, statt- Gießen, den 16. März 1868. Großherzogliche Oberförsterei Schisfenberg. Dr. ® raubt Versteigerungen. Die Vergebung von Wegbauarbett bet der Stadt Gießen. 1634) Freitag den 20. März 1868, bes Vormittags 9 Uhr, sollen auf dahiesigem Rathhause Wegbauarbeiten in den Gießener Stadtwaldungen, veranschlagt zu 708 ft., in 6 Loosen an den Wenigstfordernden versteigert werden. Gießen, den 14. März 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen- Vo gt- Albeitsversteigeruug bei der Stadt Gießen. 1627) Mittwoch dm 18. März 1868, Vormittags 9 Uhr, sollen auf dem Rathhaufe dahier nachstehende zu 38 fl. 52 kr. Arbeiten an den Wenigstfordernden vergeben werden: Steinhauerarbeit, veranschl- Maurerarbeit, „ Weißbinderarbeit, „ Schreinerarbeit, „ Schlofferarbeit, „ Spenglerarbeit, „ Dachdeckerarbeit, „ Fuhren und Planirarbeit, veranschl. zu.....135 „ — „ Gießen, den 13. März 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt- 182 26 86 16j 178 47 20 30 8 24 21 u 24 135 ff — Holzversteigerung in der Fürstlichen Oberförsterei Lich. 1656) Künftigen Montag, den 23. d. Mts-, Morgens 8 Uhr, soll im Distriet „Meilbach", auf der Licher Straße am Hattenröder Wald zusammen- kommend, versteigert werden: 202 Stecken Buchen- und Eichen-Stamm- Prügelholz, 66 Stecken Buchen- u. Eichen-Stockholz, 20000 Wellen „ „ „ Stamm- Reisholz, 5275 Wellen Weichholz, auch zu Zumach- und Erbseitreisig tauglich, 101 Eichen-Baustämme von 711 Cubikfuß, 100 starke Eichen- und Buchen-Wagner- Stangen. 825 starke Fichtm-Stangen bis zu 5 Zoll Durchmesser. Lich, am 16. März 1868. Fürstliche Oberförsterei Lich. Eigenbrodt- 1617) _ 1 o O Stück Eicheu-Stäimiie von 15 bis 56 Fuß Lange und 10 bis 22 Zoll Dicke = 4330 Cubik- fuß enthaltend, sollen Montag dm 23. I. Mts-, von Vormittags 11 Uhr an, zu Schmidthof bei Kirchhain meistbietend verkauft werden- H o l z v e r st e i g e r u n g. 1619) Dienstag den 17. und Mittwoch den 18. März l. I., tedcsmal Morgens 9 Uhr anfangend, sollen in dem Mainzlarer Gemeindewalde, Districten Scharenberg, Eichwald u. Hunds- rück, nachfolgende Holzsortimente meistbietend versteigert werden, als: 1. Dienstag den 17. März l. I.: 122 Eichen-Stämme von 5 bis 19 Zoll Durchmesser und 60 Fuß Länge, 2399 Cubikfuß enthaltend, 1494 Fichten-Stämme mit 4647 Cubikfuß, 518 Nadel-Stämme von 5 bis 10 Zoll Durchmesser und bis zu 60 Fuß Länge, 2786 Cubikfuß enthaltend; 7 Vogel. 18 9 40 40 21 13 4050 1225 2550 „ Nadel- Die Zusammenkunft ist jedesmal am (Sin- gange des Waldes am Wege nach Treis. Mainzlar, am 11. März 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Mainzlar. IL Mittwoch den 18. März l. I.: 104 Stecken Buchen-Scheidholz, " „ Eichen- „ „ Buchen-Prügelholz, „ Eichen- „ ,, Nadel- „ Buchm-Stockholz, „ Eichen- „ „ Nadel- „ Wellen Buchen-Reisholz, „ Eichen- „ Holzversteigeriiug ini Gräflichen Revier Ruppertsburg. 1626) Freitag den 20. März d. I., Vormittags um 9 Uhr, bei Holznummer 1 beginnend, werden im Distrikte Altengericht: Bilch-n.Scheid., -Astprügkl-, -Stock-, Reisholt- Stecken: 400 83 80 217 versteigert werden. Laubach, am 11. Mürz 1868. Gräflich Laubach'sche Revierverwaltung. Thum. Th. LooS, Ncuenweq. Zur gefälligen Benchtung. 87 35 307 1 G ailfiche Wollenspinnerei. Der Anfang wird, mit dem Bau- und Gießen, den 15. März 1868. Emil Wenzel. Pfarrer, Gemeindebaumeister. Darmstadt, den 3. März 1868. und Gießen, den 3. März 1868. Louis Wittich, Agent. 'Vs 443/r45 9 1864k 86% 9 9 3% 3 Preuss. 4*/•>% Obi. 95% Frankf. 3%<% Obi. 80% Nass. 4%<% Obi. 94% Kurh. 40/0 Obi. 89% Hess. 40/0 Obi. b. Roths. 90 Wellen Eichen- Wellen. 3% östr. Stsb.-Prior. 3% östr. s. Lombard. 3% Livorneser 28 Toscaner 41 Frankf. Hypoth.-Bank Börseiinachrichten. 13. März 1868. Prioritäten. 5% östr. F. St. E. B. 261 Ludwigsh.-Bexbach 156% Maxbahn — Bayer. Ostbahn 120% Hess. Ludwigsbahn 13 % „ doppelte Holl. fl. 10 St. Ducaten 20 Frankens!. Der General - Agent: Heyer, Hofgerichts-Advokat. A1 b e i t s v e r st e i g e r n n q. 1643) Die Wegbauarbeiten der Gemeinde Muschenheiin sollen für das laufende Jahr Freitag den 3. k. Mts., Morgens 10 Uhr, in dem Rathhause daselbst, unter den im Termin bekannt gemacht werdenden Bedingungen, an die Wenigstnehmenden öffentlich in Accord gegeben werden, als: Werkholz beginnend, Morgens 9 Uhr in dem nicht weit vom Orte abgelegenen, durch chaussirte Wege gut zu erreichenden Districtc gemacht. Hattenrod, am 9. März 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Hattenrod. Meng el. Bezugnehmend auf Obiges empfehle ich mich zur Vermittlung von Versicherungen bin zu jeder sonstigen Auskunft gern bereit. 1629) Agenten Gesuch Zum Absatz eines leicht und überall verkäuflichen Artikels, wozu weder Raum noch kaufmännische Kenntnisse nöthig sind, werden Agenten gegen eine angemessene Provision gesucht. — Reflectanten belieben ihre Adresse unter den Buchstaben B. B. Xr. 24» an die Exped. d. Bltts. franco einzusenden. Epileptische Krämpfe (Fallsucht) heilt Dr. O. Killisch, Spezialarzt für Epilepsie, Berlin, Jäqerstr. 75/76. Auswärtige brieflich. (1631) 1663) Nr. 9 hat die goldene Uhr gewon- uen. Eglp, Polizeidiener. Ho!zvristel>teruiia im Hatteuroder Ö5e neindeioalde. 1630) Mittwoch den 18. und Donnerstag den 19. März sollen auf dem abgetriebenen Walddistrict Stückwcide weiter versteigert werden, als: 18% 81% 7825 5500 Eichenlohrinde-Versti'igerung in der Oberförsteiei Gladenbach I. 1645) Freitag den 17. April I. I., Vormittags 10 Uhr, werden im hiesigen Gasthause zur Post aus den Domanialwald-Districten Donnerberg und Scheltcrsau bei Gladenbach circa 320 Centner Eichenglanzlohrinde öffentlich an den Meistbietenden versteigert. , Der König!. Waldwärter Bender dahier ist angewiesen, Steigliebhabern nach Wunsch die Eichenloh-Schlüge vorzuzeigen. Gladenbach, den 12. März 1868. Königliche Oberförsterei Gladenbach l. Müller. 1527) 30 bis 40 Arbeiter, sowohl Mädchen wie Männer, können bei uns noch 5>>/o National 55% 50/0 Metall. Obi. — M. steuert. 51% JEsa-öowt-ms und Sonnenschirme in sehr großer Auswahl und zu äußerst billigen Preisen empfiehlt (1648) H. Hochstätten Wittwe. 1. Ban-, Werk- und Nutzholz: 88 Fichten-Baustämme von 6 bis 13 Zoll Durchmesser und 20 bis 55 Fuß Lange, Fichten-Stangen von 3 bis 5 Zoll Durchmesser und 25 bis 55 Fuß Länge, Eichen-Baustämme von 6 bis 10 Zoll Durchmesser und 20 bis 40 Fuß Länge, Eichen-Stangen von 3 bis 5 Zoll Durchmesser und 15 bis 40 Fuß Länge, Eichen-Pflugsreh; Für MrdclikbiMier. 1633) Bei dem am 30. u. 31. März und 1- April dahier stattsindenden Pferde- markt werden von dem unterzeichneten Comite für circa 40,000 Thaler (»1 der schönsten Reit- und Wagenpferde, 10 vollständige vier-, zwei - und einspännige Equipaqen nebst completen Geschirren, sowie sonftige Reit- und Fahrrequifiten, zur Verloosung kommen, sobald 40,000 Loose vergriffen sind. Die Verloosuna findet öffentlich vor Notar und Zeugen am 1. April statt. Diejenigen auswärtigen Theilnehmer, welche ihre Loose direkt durch das unterzeichnete Secretariat beziehen, erhalten sogleich nach der Ziehung mittelst Telegramm Kenntniß, wenn ihnen ein größerer Gewinn zugefallen ist, jedoch ohne Verantwortlichkeit des Comito's. Uebernehmer einer größeren Anzahl Loose erhalten entsprechenden Rabatt. Falls die Zusendung der Loose franco und recommandirt gewünscht wird, so beliebe man die hiezu nöthigen Franco-Marken bei der Bestellung einzusenden. Den Bestellungen auf Loose ä Thlr. 1 — fl. 1. 45 fr. ist der Betrag beizufügen, sowie die genaue und deutliche Adresse, und sind solche franco zu richten an Das Secretariat des Landwrthschaftl. Vereins in Frankfurt a. M. .... , 1668) Die seither unter der Firma: „Wenzel Pietsch" gemeinschaftlich geführte Steindruckerei habe unter Heutigem mit Activa und Passiva an C. Pietsch abgetreten und führt derselbe die Steindruckerei unter der Firma: „C. Pietschs für alleinige Rechnung weiter. 10 Cub.-Klftr. Steine anzufahren 68 dieselben aufzusetzen.....15 „ kleinzuschlagen . . . 204 Handarbeiten.......40 Villingen, den 13. Mstrz 1868. ~ W9) Samstag den 21. d. Mts., Abends 8 Uhr, veranstalten die aus dem Bauerfichen Gesangverein ausgetretenen 14 früheren Mitglieder desselben, unter Mitwirkung von Musik intern Führer'schen Wirthschaftslocale eine gesellige Abendunterhaltung. Freunden und Bekannten ist der Eintritt kostenfrei gestattet. Engi. Souver. 11 Buss. Imper. 9 Doll, in Gold 2 Aachener und Münchener Feuer-Verlicherunas- Gesellschch. 1542)' Nachdem die Herren Franz Peppier & Co. zu Gießen die Agentur obiger Gesellschaft niedergelegt haben, so ist solche dem Kaufmann Herrn Louis Wittich zu Gießen übertragen worden. Ich bringe dieses mit der Aufforderung zur öffentlichen Kenntniß, sich in allen Beziehungen zur obigen Gesellschaft nunmehr an den Herrn Louis Wittich wenden zu wollen. 11. Brennholz: Stecken Eichen- u. Nadel-Prügelholz, „ ' „ „ Stockholz, „ „ Fichten-Reisholz, und Nadel-Durchforstungs- Voranschlag 60,4 Cub.-Klftr. Steine zu brechen 302 fl. Chaussirarbeit.......420 Frachtbriefe für die Mam-Wefer- und Cöln-Mindener- Eismbahn, sowie fänmtliche zollamtlichen Formulare, sind zu haben bei Wilhelm Klee, Mäusburg. 57l/r-58% 49-51 50-52 54-56 37-39 31-32 54-58 50-52 27%-28% 1657) Den Herren Gebr. Wenzel habe ich den Verkauf meines ijilmuintfii Java - Kaffee für Gießen übertragen. Dieser Kaffee, wozu ich die besten Java-Sorten verwende, ist nach einer Methode gebrannt, daß Aroma und Wohlgeschmack zur vollsten Entwickelung kommen, wodurch mit einer geringeren Anzahl Bohnen ein besserer Kaffee erzielt wird. Preis 15 Sgr. pr. Pfund. A. Zuntz sel. Wittwe, Bonn. Wir empfehlen obigen feinen reinschineckenden Kaffee in %- und %-Pfund-Ver- p"ckung. Gebr. Wenzel. Verkauf eines Gasthofs. 1636) Ein Gasthof zweiten Ranges nebst Stallung für 14 Pferde, mit oder ohne Inventar, ist in Gießen zu verkaufen. Auskunft crthcilt Th. Baist, ________________Hofgerichts-Advocat das. 1615) Eine große Farbmühle mit Schwung- rad steht billig zu verkaufen. Das Nähere ber der Exped. d. Bltts. ®ei Unterzeichneten sind 100 $uSfe6en^^e?ÄCf,Cnftäm,M4,en $Um •SoH- Albach IV., in Burkhardsfelden. W unseren so plötzlich verstorbenen un- W M vergeßlichen Gattenstund Vater, B V Wilhelm Jacobi, W M ru seiner letzten Ruhestätte begleitet M W haben , sagen wir hiermit unseren W M innigsten Dank. M M Die trauernden Hinterbliebenen. H) Pr. Cciss. Sch. 1 Div. Cass.-A. Pr. Friedrdor. 9 Pistolen . . 9 Amer. 6% 1882r Bds. 75 i/8 „ 6% 1885r 741/e Actien» Frankf. Bank 126i/2 Oester. Bank 724 „ Creditact. 193 Darmst. Bankact. 223 „ 3%°/o do. do. — Bayer. 5% Obi. 101% » 472% 1jährige 93% n 4%% %iährige 93% Würtemb. 4%% Öbl. 93% Baden 4%% Obi. c. E.L. 94% Oestr. 5% b. R. 63% 1632) Auf der Obermühle bei Königsberg sind 6 schwere Wagen und 4 Zugpferde zu verkaufen.Georg Will. 1647) 60 bis 80 Ctr. Heu und 8 bis 10 Fuder Stroh hat zu verkaufen Pfarrer Fresenius, in Crumbach. •, Eine kleine ruhige Familie sucht eine Wohnung von zwei Zimmern, einem Cabinet nebst Zugehör, welche in 2 bis 3 Monaten bezogen werden kann. Näheres bei der Exped. d. Bltts.________________ 1660) Nr. 73 hat die Hosenträger ge- wonnen.___________Rühl, Polizeidiener. 1644) Ein tüchtiger Küfergeselle findet dauernde Beschäftigung bei W- Kohlcrmann, Neustadt D. 156. 1635) Der Einsender des Inserats mit dem Motto „Malheur" in Nr. 3% dieses Blattes sieht sich durch vielseits falsch gehegte Meinungen veranlaßt, zu erklären, daß dieses Inserat keineswegs auf ein früheres, in Betreff: „Finden eines Haarrings" Bezug haben sollte, da besonders der Schlußsatz auf den Einsender des letzterwähnten , tUnllcu u« Inserats durchaus nicht in Anwendung ge- dauernde Beschäftigung erhalten, bracht werden kann. ....... ™ - ■ Frankf. Vereins-Kasse — 5% Elisabeth-Prior. — do. II. Emiss. — Anleliensloose. Kurh. 40 Thlr. Loose 55 Nassau fl. 25 b. Roth. 35% Gr. Hess. fl. 50 b. R. 143% Gr. Hess. fl. 25 b. R. 38% 4% bayr. Präm. Anl. 98% 4% badische Loose 98% Badische fl. 35 Loose 51% 1858r Prioritätsloose 135% 1860r Loose 72% | Bürger-Club Generalversammlung Dienstag den 24. März 1868. Tagesordnung im Vereinslocale angeschlagen. Der Vorstand. „16382 Ein Hausmädchen wird auf den 25. März in Dienst gesucht- Von wem? sagt die Exped. d- Bltts. Wechsel. Amsterd. k. S. 100% Augsb. k. S. 99% Berlin k. 8. 105 jiC'tmen k. S. 98 Cöln fic. uS. 105 Hamburg k.'\S. 88% Leipzig k. S. .105 London k. S. 1119% ,ypn k. {?■>. — Paris’"»., ti. 95% Wien k. S. 102% Disconto 3% G. tleldsorten. Vermischte Anzeigen. 1653) Forderungen an die verstorbene Simon Löb Wittwe sind binnen 8 Tagen bei dem Unterzeichneten anzumelden, wenn sie Berücksichtigung finden sollen. Gießen, den 16. März 1868. M- Hirsch, Lindenplatz. 1654) Donnerstag den 12. März, Abends, wurde im Clubsaale oder auf dem Wege von dort nach dem Seltersberge eine runde goldene Brache, mit blauen Steinen besetzt verloren. Der ehrliche Finder wird gebeten dieselbe gegen eine angemessene Belohnung int Hause des Herrn Bender im zweiten Stock abzugeben. d Feilgebotenes. 1650) Klee- und Grassamen empfiehlt Emil Pistor. 1613) Portland - Cement in frischer Waare, Dung-Gyps, Steinkohlen und Braunkohlen empfiehlt I. G. D- Bapst. 1625), Eine neue Chaise, Wagen, Pferdegeschirr und eine Partie Heu ist zu ver- kaufen.____________H. M. Jughardt. 1620) Ein dreilöcheriger Sparhecrd und drei Fenster nebst Futter sind billig abzugeben. Wo? sagt die Exped. d. Bltts. 1621) Ein runder, gut gehaltener Nußbaumtisch ist wegen Mangels an Raum billig abzugeben. Näheres bei der Exped. d. Bltts. ________________________________ 1628) Bei S- Goldenberg am Wall- thor sind 12 bis 15 Wagen guter Kuhmist zu verkaufen. 1646) 150 Ctr. Heu, 60 bis 70 Ctr. Grummet und 50 Ctr. Dickwurzeln vertust PH. Lampus. V e r m i e t h u n g e n 1639) In einer Gartenwohnung ist eine möblirte Stube mit Cabinet, auf Verlangen auch ohne Möbel, zu vermiethen. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 1659) Mehrere gut möblirte Zimmer, Anfangs k. Mts. beziehbar, sind zu vermieden bei E. Eichenberg. 1661) Ein möblirtes Zimmer mit Cabinct- sowie ein kleineres möblirtes, find zu vermiethen bei H. Rübsamen, Mäusburg. 1624) Ein freundliches Zimmer ist zu vermiethen bei Fr. Bieler, am Kreuz. 1640) Ein Haus nebst Lagerräumen, auf Verlangen auch ein Theil Garten dazu, ist zu vermiethen und sogleich zu beziehen bei ___________________________B. Katzenstein. 1664) Ein möblirtes Zimmer ist zu vermiethen bei A. Dickors, Büchsenmacher, _______________________Reichensand.________ 1618) Der dritte Stock meines Hauses an der „Neuen Anlage" ist zu vermiethen und eventuell schon Ostern zu beziehen. Prof. Dr. Lange. 1622) Ein Laden an gangbarer Straße ist mit Logis zu vermiethen. Bei wem? sagt die Exped. d. Bltts. 1623) Ein möblirtes Zimmer ist zu vermiethen. Zu erfragen bei der Expedition d. Bltts. 1614) Eine möblirte Stube mit Cabinet, Sommerseite, ist zu vermiethen. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 1616) Im Russischen Hof ist ein großes Familienlogis zu vermiethen. 1611) Ein freundliches, möblirtes Zimmer mit Cabinet in einer Gartenwohnung ist zu vermiethen und sogleich zu beziehen. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 1612) Mein in der Marktstraße gelegenes elterliches Wohnhaus, Lit. D. Nr. 211, ist im Ganzen zu vermiethen; auch bin ich Willens, wenn sich Liebhaber dazu finden, dasselbe aus freier Hand zu verkaufen. Fritz Möhl, Metzger. Landwirt hschaftliches. Hebet die Wirkung des Gypses. Von E. Breidenbach. Die Wirkung des Gypses auf den Klee hängt zunächst ab von der Art und Beschaffenheit des Bodens. Es ist bekannt, daß der Gyps dem Boden und somit auch den Pflanzen zwei wichtige Nährstoffe in seinen Bestand- theilen zuführt, den unentbehrlichen Kalk und die zur Bildung der Proteinstoffe nothwendige Schwefelsäure. Auf einem Boden, welcher an und für sich schon so viel Kalk und Schwefelsäure enthält, als die Gewächse bedürfen, wird daher der Gyps nicht wirken. Eine andere Wirkung des Gypses ist die Bindung des durch Zersetzung stickstoffhaltiger Bestandthheile entstandenen koblensaurcn Ammoniaks, welches er in nicht flüchtiges schwefelsaures Ammoniak überführt, während er selbst in kohlensauren Kalk übergeht. Das schwefelsaure Ammoniak ist aber ein leicht lösliches und äußerst kräftig wirkendes Dungmittel. Hieraus erklärt es sich, warum der Gyps nur auf humusreichen, düng kräftig en Boden so günstig wirkt, denn diesem Boden entströmt fortwährend Ammoniak, was für die Pflanzen desselben Ackers verloren gehen würde, wenn es der Gyps durch seine Schwefelsäure nicht festhielte. Der Gyps muß hinlänglich Wasser zu seiner Auflösung haben, wenn er wirken soll und daraus erklärt es sich, warum er nicht auf trocknen Feldern wirkt, dagegen so gut, wenn er nach einem starken Thau oder nach einem warmen Regen auf die jungen Kleepflanzen gestreut wird. Auf nassem, kaltem, schwerem Lehm- und Thonboden, auf humusarmem, magerem Boden wirkt der Gyps wenig oder gar nicht, weil er zu seiner Wirksamkeit nicht allein der Feuchtigkeit, sondern auch der Wärme bedarf und außerdem keine zersetzende Einwirkung auf die organischen Reste ausüben kann. Endlich bewirkt der Gyps auch noch eine chemische und mechanische Veränderung der Erdtheile im Boden, wodurch gewisse Nährstoffe, wie Kali, Natron, Bittererde (und Ammoniak) ausgestoßen und löslich und damit zugänglich für die Kleepflanzen werden. Ist einem Boden durch eine Reihe von Jahren zu viel Gyps zugeführt worden, so kann der Fall eintreten, daß von diesen Stoffen zu viel gelöst nnv weggeführt wurde und auf solchem Boden wird der Gyps auch wenig Wirkung haben. Von wesentlichem Einfluß auf die Wirkung des Gypses ist, außer der Art und Beschaffenheit des Bodens, auch noch die Witterung, namentlich während und unmittelbar nach dem Ausstreuen. .Man hat in dieser Hinsicht folgende Erfahrungen gemacht, welche sich aus dem oben Mitgetheilten recht gut erklären lassen: 1) Bei ganz trockner Witterung ausgestreut, wirkt der Gyps entweder gar nicht oder schlecht, ebenso wenn gleich nach dem Ausstreuen sehr starke Regengüsse erfolgen; 2) Kälte und Frost während des Ausstreuens oder unmittelbar darnach schwächen die Wirkung des Gypses ganz bedeutend oder heben sie ganz auf; daher kommt es, daß in kalten Frühjahren, wo öfters leichte Nachtfröste eintreten, von der Wirkung des Gypses fast nichts zu sehen ist; 3) feuchte und warme Witterung während und nach dem Ausstreuen beschleunigt und erhöht die Wirkung des Gypses, der Klee wird höher, dichter und bekommt saftigere, dunkelgrüne und breitere Blätter; 4) das Gypsen darf nicht Mittags im Sonnenschein, nicht bei Wind geschehen, sondern muß bei warmer, trüber, windstiller Witterung, Morgens ganz früh nach einer thaureichen Nacht oder Abends im Thau, oder wenn ein gelinder Regen die Blätter angefeuchtet hat, vorgenommen werben. Der im Handel vorkommende Gyps kann durch Beimischungen von Kalk, feinem Sand, Thon re. rc. verfälscht sein, alle diese Verfälschungen lassen sich aber sehr leicht erkennen. Reiner guter Gyps muß sich nämlich in verdünnter Salzsäure fast vollständig, bis auf einen unbedeutenden Rückstand von Sand und Thon auflösen. Bleibt daher bei der Behandlung mit verdünnter Salzsäure ein bedeutender Rückstand, so ist Der Gyps mit Sand und Thon vermischt und braust er beim Uebergießen mit Salzsäure oder starkem Essig auf, so enthält er kohlensauren Kalk beigemengt. Je reiner der Gyps von diesen Beimengungen und je weißer und fein gepulvert er er ist, desto größer ist seine Wirkung. Düngungsversuch mit Superphosphat zu Gerste. Bei der auf dem Oeconomiegute Oberallmannsbach vorgenommenen Gerstensaat verwendete man zu 1 Tagewerk (1V2 Morgen) Feld 1 Ctr. von Kalksuperphosphat in der Weise, daß derselbe auf den Samen gestreut und mit solchem eingeeggt wurde. Schon frühzeitig zeigte sich die aufgegangene Gerste auf dieser Stelle viel üppiger, als auf dem angrenzenden, nicht gedüngten, übrigens von gleicher Bodenbeschaffenheit und gleichmäßig mit Gerste bestelltem Felde, und dieses kräftige Aussehen steigerte sich fortwährend, so daß schon von vorne Die gedüngte Stelle des Ackers erkannt werden konnte. Diesem entsprchend zeigte sich auch bei dem Drusche der eingeheimsten Gerste das günstige Resultat, daß die gedüngte Fläche 17fachen, die ungebüngte l »fachen Samen gewährte. Da auf das Tagewerk 2 bairische Metzen gesäet wurden, so ergibt sich bei der gedüngten Gerste ein Mehrertrag von 1 Scheffel 2 Metzen — 4 Scheffel per Morgen, der nach dem Preise Der Gerste circa 9 Thaler werth ist, so daß sich, abgesehen von dem größeren Strohertrage, nach Abzug des Preises von 3 Thlr. für den verwendeten Ctr. Kalksuperphosphat ein Reingewinn von nahe 6 Thlr. ergibt. F e tt M Vetter und Base. Eine Familiengeschichte. (Schluß). Die Commerzienräthin war überhaupt Vie einzige, welcher die rettende That Robert's kein Glück und keinen Segen brachte. Während Herr Gottfried Balder wie verjüngt umherging und sich der rührigsten Thäcigkeit freute, welche in seinem Etablissement sich geltend machte; während er mit Stolz auf die tüchtige und erfolgreiche Hülfe blickte, welche ihm Robert und Rudolph leisteten, und entzückt war über den neuen ledhaften Aufschwung, den sein Geschäft nun unter diesen Verhältnissen nach der Krise nahm, — schien all dieser Erfolg den entgegengesetzten Einfluß auf seine Gattin zu äußern. Die arme Frau konnte es nicht ertragen , daß sie so von ihrer Hohe und aus ihrem Glanze herunter zu steigen gezwungen worden war. Ihr Herz hing mehr an Den eitlen Flitter« Der Vergangenheit, als an dem wahren Wohl der Ihrigen. Verbittert unD angewidert zog sie sich in Cie engste Einsamkeit zurück unv verharrte in düstrem, dumpfem Hinbrüten, aus Dem kein liebevoller Zuspruch sie aufraffen konnte. Vielleicht arbeiteten Reue unD Selbstoorwürfe in ihrem Gemüthe, unD sie wollte diese über- täuben durch Die Selvstverbitlerung, Die sie in sich nährte. Sie haßte Robert und verachtete Rudolph; sie mißgönnte Paulinen ihr jetziges LebenSglück und betrachtete Henriettens Heirath als eine Selvsterniedrigung. So zog sie eine un- übersteigliche Kluft von Eis und Froststarre um sich her, und verzehrte sich in dieser Einsamkeit und Vergällung. Von Monat zu Monat ward sie stumpfer unv menschenscheuer; weder ärztlicher Rath noch geistlicher Zuspruch konnten tiefe Hypochondrie lindern, der endlich ein jäher Herzschlag ein Ziel steckte. Kaum vermißt und doch veßhalo vielleicht um so tiefer beklagt, starb die Commerzicn- räthin wenige Tage nachdem Henriettens Erstgeborener getauft worden war. Iva halte schon feit Henriettens unD Paulinens Verheirathung das Hauswesen geführt, und unter Den günstigen Einflüssen Der Pfarrerin von Erlau ihren früheren Neigungen entsagt unv sich nach Kräften nützlich zu machen gesucht, um Die einstige Schuiv zu sühnen. Auch sie Halle sich vas Bäschen vom Lanve zum Vorbilv genommen unv von Paulinen Vieles gelernt. Jetzt war Pauline sogar ihre Vertraute bei einem kleinen Herzens-Geheiinniß. Iva hatte Damals im Pfarrhofe zu Erlau einen jungen Arzi kennen gelernt, Der ein entfernter Ver- wanvter Des Pfarrers und ein lieber Hausfreund tiefer Familie war. Dr. Landau hatte sich des bekümmerten, trauernden Mädchens, auf welchem ein Herzens- kummer zu lasten schien, mit einer um so lebhafteren Theilnahme als Arzt und Hausfreund angenommen, je mehr er den Pfarrer unv feine Gattin beeifert sah, Ida zu beruhigen unD aufzuheitern. Jva's wundes Herz, vas sich fo eben von einem Jrrthuin erholen mußte, unD Das Bild jenes unwürdigen Abenteurers wie einen Giftstoff ausstoßen wollte, war für die Annäherung ves sanften, geistvollen, sinnigen jungen Arztes gar nicht unempfänglich geblieben, unv Der Körper- und Gemüthsarzt hatte auch in ihrem Herzen ein ungewöhnlich trauliches und einstweilen noch heimliches Plätzchen erobert. Die Trennung hatte dann Jva's Wohlwollen und Dankbarkeit eher noch gesteigert, der Briefwechsel zwischen beiden einen erst maßvollen und zurückhaltenden, dann aber innigeren Austausch von Ansichten, Gefühlen unv Gevanken zu Stande gebracht. Mit einem Worte: feit einem halben Jahre liebten sich Dr. Lanvau und Iva innigst unv nur Paul e t 0 n. line unv Vie Pfarrerin von Erlau wußten um diese» Geheimniß. Die Schwer- inuth der Mutter und die materiellen Verhältnisse des Vaters ließen es Ida räthlich erscheinen, ihr stilles Glück einstweilen den Eltern zu verschweigen. War doch ohnehin vorauszusehen, daß die Mutter diese Verbindung nicht billigen werde. Jetzt aber, nach dem Tode der Commerzienräthin, drang der Doctor in Iva, sich ihrem Vater anzuvertrauen oder ihm zu gestatten, daß er bei Dem Comincrzienrath um sie freie. Ida sah sich in einer peinlichen Alternative; aber ihr Gefühl trieb sie an, die Lösung dieser Frage Paulinen anheimzugeben. Sie wollte Der Familie weder ihre Hülse und Nähe entziehen, weil die Führung der Haushaltung ja nur allein auf ihren Schultern lag, noch Dem Vater für ihre Ausstattung ein Opfer zumuthen, welches ihm vielleicht gerade in diesem Augenblick ungelegen kam; und doch liebte st- den jungen Doktor innigst, und sein Wunsch nach inniger Vereinigung fand ein lebhaftes Echo in ihrer eigenen Brust. Dich alles gestand sie nun Paulinen, und diese, welche nie auch nur den Schatten einer Heimlichkeit vor ihrem Gatten hatte, sprach mit Robert darüber. „Ich möchte der armen Ida so gerne helfen, mein lieber Freund," sagte sie; „aber wie sehr ich mich auch über Mittel und Wege besonnen oder abgequält, so sehe ich nur einen einzigen ausführbaren vor mir, und diesen kann ich nicht einschlagen ohne Deine Beihülfe, mein theurer Robert!" „Rede, mein Herzchen!" sagte er neugierig, „Deine Vorschläge sind immer beachtenswerth!" „Du sagtest neulich, Herr van Haan wünsche die Villa zu kaufen," entgegnete Pauline. „Falls er sie nun nach ihrem wahren Werthe bezahlt und Du, mein liebes Männchen in die Veräußerung willigst, und den Mehrerlös über een Schätzungswerth dem Oheim Gottfried zustellst als Mitgift für Iva, so ist Die eine Schwierigkeit schon gelöst, und über die andere werden wir auch hinüberkommen. Ich werde nämlich mit Henrietten reden, daß sie ihrem Papa den Vorschlag mache, zu ihr zu ziehen, die jüngeren Geschwister, deren Erziehung doch einmal einigermaßen verwahrlost ist, der Pfarrerin zu Erlau zu übergeben, und feine eigene Haushaltung bis dahin aufzugeben, wo die beiden jüngeren Mädchen so weit herangewachfen sind, daß sie wieder in'S Elternhaus zurück- kehren; — und wenn ich Dann Henrietten für meine Idee gewonnen habe, so wollen wir beide zum Oheim Eommerzienrath gehen, ihm die Sache vortragen und dem Doktor Landau »erarbeiten, und ich müßte den Onkel nicht kennen, wenn er nicht am Ende einwilligte." Robert umarmte lächelnd feine junge Frau, welcher er gerade jetzt um so weniger etwas abschlagen konnte, und gab ihr seine volle Zustimmung zu ihrem eben vorgetragenen Plane zu erkennen. Pauline aber führte ihr Dorhabm sogleich auch aus, und der in allen Theilen verwirklichte Plan machte zwer Glückliche mehr, die Paulinen die Erfüllung ihrer höchsten Erdenwiinfche verdankten und den guten Genius segneten, welcher der Familie Balder in Pauline Harn, dem Büschen vom Lande, in'S Haus gekommen war. Heute, wo wir die Geschichte beendigen, ist der Eommerzienrath wieder im Vollbesitze seines Vermögens und hat die freie Verfügung über das ganze bedeutend erweiterte Etablissement, aber feine Neffen Robert und Rudolph stehen ihm nun als Affoeiös zu Seite und helfen ihm das ausgedehnte Geschäft nut Umsicht und seltenem Erfolg betreiben, und auf den einfachen biederen Leuten ruht ein sichtlicher Segen von oben, geschaffen von dem gemeinsamen gedeihlichen Zusammenwirken von V e t t e r u n d B a s e, Die nun ein solch glückliche« Paar sind. Gießen, lieber Die Berechtigung zum einjährigen MititarDienst bringt ein Wormser Blatt fol- genoe Notizen : Genügend sind Schulzeugnisse, wenn sie 1) in allen Fächern vesrievigend laute», 2) von der Lehrerconjerenz fesigestellt sind, und 3) darthun, Dag der Betreffende entweder a) mindestens sechs Monate die Zweijährige) Secunda eines preußisch.» Gymnasiums oder vollständigen Progymnasiums bei Theitnahme an allen Unterrichtsgegenständen (namentlich auch im Griechischen), oder bj bei Befreiung vom Griechischen aber ebenso lange die (gleichfalls zweijährige) Prima eines Gymnasiums, oder c) mindestens sechs Monate die Secunoa einer Realschule erster oder die Prima einer Realschule zweiter Ordnung besucht, oder d) an einer anerkannten höheren Bürgerschule die Abgangspriifung bestanden hat. — Dem Bernehmen nach wird neuerdings und für die Folge statt des sechsmonatiichen ein ganzjähriger Besuch der betreffenden Klassen und dem entsprechend bei den Realschulen zweiter Ordnung ein AogangSzeugniß verlangt. Wer nicht im Besitze eines ZeugniffcS einer der obigen Arten ist — sei es nun, Daß er in Privatanstalten gewesen, oder daß er irgendwie sonst die nöthigen Kenntnisse gewonnen zu haben glaubt — Der mutz sich einer besonderen Prüfung unterziehen und in dieser dar- thun, daß er alle die Kenntnisse sich wirklich erworben hat, die in öffentlichen Schuten auf der betreffenden Stufe des Lehrcurses erworben werden können. Die Unterseeunda eines preußische» Gymnasiums ist der viertletzte Jahrgang des mit der Maturitätsprüfung schlietzenven GesammteurseS, entspricht also im Allgemeinen z. B. Der UnterseeunDa Der hessischen Gymnasien. Realschulen erster OrDnung, Die (.nach preutz. Rechnung) Dem Gymnasium parallel unD in vielen Beziehungen ganz ebenbürtig stnD, gibt es im Groß- herzogthum Hessen zur Zeil noch gar nicht, und es entsprechen die „berechtigten" sechsklassigen Realschulen in Mainz, Darmstadt und Offenbach eben nur den preußischen Realschulen zweiter Ordnung. Alle übrigen Realschulen des Großherzogthums Hessen, (WormS, Alzey, Bingen, Gießen, Friedberg, Michel- stadt ic.) sind vorerst und ihatsächlich nicht in Der Lage, Zeugnisse auszuftellen, Die ohne Weiteres als genügender Nachweis Der wissenschaftlichen Befähigung (von Der Uebergangszeit bis 1872 abgesehen) betrachtet werden müssen. Biele der zur Zeit noch nicht berechtigten Realschulen haben indessen Schritte eingeleitet, Die ihnen Die fragliche Berechtigung erwerben sollen; auch ist gewiß, daß seitens der Regie- rung demnächst (vielleicht ist es schon geschehen) den Landständen desfällige Vorlagen gemacht werden. Darmstadt, 12. März. Am 30. und 31. März werden zum ersten Male die nach der preußischen Militärverfaffung jetzt hier eingeführten Controle-Ber- sammlungen stattfinden; sämmtliche Reserven und Dispositions-Urlauber aller Waffengattungen haben an den vorgenannten Tagen zu bestimmten Stunden zu erscheinen. Darmstadt, 13. März. Se. Königl. Hoh. der Großherzog haben Vie Einsetzung einer PrüfungS- Commission für einjährig Freiwillige mit dem Sitze zu Darmstadt Allerhöchst zu genehmigen geruht. Anmeldungen zum einjährig freiwilligen Dienst haben von jetzt an bei dieser Commission zu erfolgen. Zu ordentlichen Mitgliedern derselben sind der Gr. Regierungsrath Strecker und der Gr. Kreisassessor v. Marquard, zu außerordentlichen Mitgliedern der Gr. Gymnasialdirector Dr. Boßler und der Lehrer von der technischen Schule Dr. Dölp bestellt worden. Die militärischen Mitglieder Der Commission roerDen von Der Gr. Division ernannt roerDen. Darmstadt, 13. März. Der Finanzausschuß hat sich mit iiberroiegenDer Majorität mit wenigen Modifikationen für die Annahme des Vertrags der LudwigSbahn und des Vertrags Erlanger ausgesprochen. Darmstadt, 14. März. In der gestrigen Sitzung der zweiten Kammer wurde Der Gesetzentwurf, betreffenD Die vertragsmäßigen Zinsen, einstimmig angenommen. Für Den Neubau einer Forst- wartwohnung an Der Apfelbachbrücke bei MörfelDen wird, dem RegierungS Anträge gemäß, die Entnahme von 2500 fl. aus einer früheren Verwilligung für Die Forstwartwohnung Kleeneck, Deren eS nicht mehr bedarf, bewilligt. Der ausführliche Bericht über Die Sitzungen vom 12. und 13. folgt morgen. Darmstadt, 14. März. In der auf kommen- den Montag, Vormittags 9 Uhr, anberaumten Sitzung zweiter Kammer, wird Vorlage des Gr. Ministeriums der Finanzen, Den Gesetzentwurf, Die Einführung einer Einkommensteuer betr., zur Berathung gelangen. Berlin, 12. März. Wie Die „Kreuzztg." meldet, wird Dein norddeutschen Reichstage ein Gesetzentwurf, betreffend die Einrichtung einer Oberrechnungskammer des norddeutschen Bundes, vorgelegt werden. Berlin. Der „Spencr'schen Zeitung" zufolge soll der zwischen den vereinigten Staaten und dem norddeutschen Bunde abgeschlossene Vertrag vom 22. v. M. bezüglich der Staatsangehörigkeit in nächster Zeit auch auf die Staaten Süvdeutschlanvs ausge- vehnt werden. Es sollen, wie das erwähnte Blatt wissen will, zu diesem Zwecke UnterhanDlungen an- geknüpft mit den bezüglichen Cabineten UND die Vollmachten dazu dem amerikanischen Gesandten in Berlin Mr. Georges Baneroft nach erfolgter Rati- fieation des Traetats vom 22. Februar insinuirt werden. Berlin. Prinz Napoleon wird, der „N. Pr. Z." zufolge, heute von Berlin nach Paris zurück- kehren und Nachtquartier in Essen nehmen, um das Krupp'fche Etablissement zu besuchen. Frankfurt. Die „Post" schreibt: „Großes und leider nur zu gerechtfertigtes Aufsehen erregt eine jüngst wieder in Erinnerung gebrachte Verord- nung des Polizeipräsidiums in Frankfurt a. M., welche geradezu alle durch das Bundespaß - und Bundesfreizügigkeitsgesetz gewährten Erleichterungen vollkommen illusorisch macht. Sie knüpst nicht nur das AufenihaltSrecht an die Erfüllung einer Menge lästiger Bedingungen, sondern macht eS geradezu von einer Erlaubnis; Der Polizei abhängig, was sich mit dem Sinne und Wortlaute des §. 1 des Frei- zügigkeitsgefetzes in directeftem Widerspruche befinDet. 'Nur Militärbeamte, welche in Privatwohnungen wohnen, Beamte und andere Personen, welche sich ihres Berufs wegen hier aufhalten, bedürfen einer befon- Dern Aufenthalsertheilung nicht. Für fremde Ge- werbegehülfen wird nicht nur der Besitz eines Passes oder Wanderbuches für nothwendig erklärt, sondern auch ein eigenes oneröses Ausweisungsprivilegium begründet, da, wenn sie binnen Drei Tagen oder einer etwa gewährten Nachfrist ein festes ArbeitSverhältniß nicht gefunden haben, sie zum Verlasse» Der Stadt gcnöthigt sind. Es ist selbstverständlich, daß eine Verordnung, welche mit bestehende» Gesetzen Derartig im Widerspruche steht, eine Rechtsverbindlichkeit nicht haben kann; man ist inDeß sehr gespannt, wie das BunDeSkanzleramt, Dessen Intervention in dm nächsten Tagen angerufen werden Dürfte, sich dieser Angelegenheit gegenüber verhalten wird." Kassel, 11. März. Das hiesige AppellationS- gericht soll sich gutachtlich dahin ausgesprochen haben, Daß Der zu Hannover berathcne unD sestgestellte sog. Deutsche Entwurf einer Civilprozeßordnung Den Vorzug vor Dem preußischen Entwürfe verDiene. Karlsruhe, 13. März. Die „Krh. Ztg." ge- steht zu, daß Das von Preußen vorgelegt. Projeet Der Einführung Der Tabakssteuer cer badi- schen Regierung nach Der bisherigen Behandlung Der Sache unerwartet gekommen ist, unD Daß Die Regierung, soweit sie Den Inhalt Dieser Vorlage bis jetzt hat prüfen können, kaum in Der Lage fein wirD, Dem gestellten Antrag ihre Zustimmung zu crtheilen. Wien, 12. März. In Der heutigen Sitzung Des Unterhauses brachte Der Zustizminister einen Gesetzentwurf, betr. Die Aufhebung Der SchulDhaft, ein unD wurDen Die Gesetzentwürfe, betr. Die Aufhebung Der Wuchergesetze, und Des Staatsraths nach Dem Re- gierungsantrage in endgültiger Lesung angenommen. Paris, 11. März. Gestern noch hatten die officiösea Organe ttiumphirend gemeldet, daß überall die Einreihung in Die Nationalgarde mit einer Art von Begeisterung in Der Bevölkerung entgegengenommen toürDe — heute hat Die „Patrie" Den Schmerz, schon von Ruhestörungen melden zu müssen, von „ein wenig Agitation", wie sie es nennt, Die inoeffen nach Den anDerroeitigen Berichten Des „Moniteur" zu schließen, doch ernstlich genug gewesen sein muß. Paris, 12. März. „Tempe" meldet, daß der Prinz Napoleon sich am Sonnabend von Berlin nach Wien begeben, unD seinen Rückweg nach Paris über Berlin nehmen wird. Paris. Italien befinDet sich bekanntlich in gleich schwierigen, wenn nicht noch schwierigeren Finanz- Verhältnissen wie Oesterreich, unD Die italienische Finanzverwaltung scheint sich Die österreichische in mannichfacher Beziehung zum BorbilDe zu nehme». So hat Die zur Prüfung Der Finanzlage von Dem Finanzminister eingesetzte Commission auch Die Einführung einer zehnproeentigen Couponsteuer empfohlen, Dem Grafen Cambray-Digiiy wird aber Die ADoptirnng dieser Maßnahme von Seite Frankreichs erschwert. Bekanntlich ist ein großer — um nicht zu sagen der größte—Theil der italienischen Rente in Frankreich plaeirt und im Interesse ihrer Staatsangehörigen kann sich Die französische Regierung dieser Finanzmaßregel Der italienischen Regierung gegenüber, nicht theünahmlos verhalten. „Schon vor einigen Wochen halte daher", rote Der Correspondent Der „Presse" aus Florenz melDet, „der französische Gesandte Baron Mallaret Die italienische Regierung über Diesen Gegenstand interpellirt, scheint jedoch keine befriegende Auskünfte erhalten zu haben. Am 3. d. M. befand sich Baron Mallaret beim Ministerpräsidenten Grafen Menadrea ein, um von demselben im Auftrage seiner Regierung eine entschiedene Erklärung hierüber zu verlangen. Gras Menabrea war zwar nicht int Stande, darüber eine entscheiDende Antwort zu geben, jedoch gibt über Die Intentionen Der hiesigen Regierung Der Umstand Aufklärung, Daß der Ministerpräsident schon den folgenden Tag, also den 4. d. M., ein Schreiben an den französischen Gesandten richtete, worin er denselben ersuchte, sich offen zu erklären, welche Schritte die französische Regierung zu thun beschlossen habe, falls die Regierung wirklich Die von Der Commission beantragte zehnprocentige Couponsteuer aeeeptiren und einfühien roerüe. Dte Antwort Des französischen Gouvernements blieb nicht lange aus, denn schon am 9. eröffnete Baron De Mallaret Dem italienischen Mini- sterprasiDenlen im Namen seiner Regierung, daß, wenn Die italienische Regierung Diese ihren eingegangenen Verpflichtungen gegen ihre Gläubiger zuwiDer- laufenbe Steuer einführen werde, das französische Gouvernement wohl kaum umhin können werde, die Ausschließung der italienischen Rente von der Pariser Börse auszusprechen." — So verhängnißvoll nun auch eine solche Maßregel dem italienischen Credit werden würde, so dürfte bei Der gegenwärtigen Finanzlage Des italienischen Staates cer Regierung kaum etwas AnDeres übrig bleiben, als Die beabsichtigte Couponsteuer einzuführen. vermischtes. Darmstadt, 14. März. Aus DreSDen wird unterm gestrigen Datum gemeldet: Gestern Nachmittag wurde hier ein Individuum viryaflet, welches auf den vorüberreitenden Kronprinzen eine Pistole anschlug; derselbe wurde verhört und Dann Dem Krankenhause übergeben, wo derselbe sich noch befindet. Der Attentäter ist als ein hiesiger Schirm- macher recoguoseirt worden. Die Untersuchung der Waffe hat ergeben, daß dieselbe geladen war. Berlin, 13. März. Der bekannte Sub-Marine- Ingenieur Bauer ist jetzt mit Dem Projeet einer unterseeischen Loeomotions - Maschine hervorgetreten. Die Prüfung des ProjecteS ist von Seiten Des Ma- riniDepartements einer besonderen Commission überwiesen worden. Kassel, 13 März. Heute Vormittag wurden der Literat A. Trabert und das Expeditions-Personal der „Hessischen Volkszeitung" verhaftet. Eine Haussuchung hat ebensowohl in der Expedition als der Druckerei dieser Zeitung stattgefunden. Gerüchtweise verlautet, es stehe dieses Einschreiten mit Der Verbreitung Des „aufrührerischen Flugblattes" in VerbinDung. Trier, 7. März. Der „Tr. Ztg." zufolge sollen im Dorfe Wollmerath in Der Eifel Petroleum-Ouellen entDecki worDen fein. Osnabrück, 8. März. Ein junger Osnabrücker, Der vor einigen Jahren nach NorDamerika auswan- Derte, unD Dem es Dort mit einem reellen Geschäft nicht hat glücken wollen, oDer Dem ein solches nicht zugesagt hat, erschien hier kürzlich toieDer, angeblich in Geschäften mancherlei Art, aber in Wirklichkeit, um junge hübsche MäDchen, namentlich DienstmaDchen, unter verlockenden trügerischen Aussichten nach Amerika für einen unehrenhaften Erwerb zu engagiren, beziehungsweise zu verhandeln. Jndeß wurde hier sein Plan Durchkreuzt, Da Die Sicherheitsbehörde davon unterrichtet wurde. Der Selavenhändler ist schnell wieder abgereist, vielleicht um an anderen Orten sein Geschäft wieder zu versuchen. Florenz. Victor Emanuel hat, um einem chrin- genDen Bedürfnisse abzuhelfen, einen neuen Orden Der „italienischen Krone" geschaffen; Die Dekoration toirD an einem kleiDsamen rothen BanDe mit schma- len weißen RanDftreifen getragen unD wie Der Mauritius- und Lazarus-Owen verthcilt werDen. Letzterer zählt bereits gegen 40,000 Ritter, macht beiläufig auf je 160 Köpfe Der erwachsenen männlichen Bevölkerung Der Halbinsel einen Lazarus. Paris. Die Nachrichten über Die in Algerien herrschende Hungersnoth sind fortwährend furchtbar. Es ist soweit gekommen, daß die Araber anfangen, sich mit Menschenfleisch zu nähre». Es scheint, daß Die Regierung außerordentliche Maßregeln ergreifen will. Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.