Preis vierteljährlich 36 kr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 51 kr- Gießener Anzeiger. Erscheint wöchentlich dreimal : Dienstags, Donnerstags und Samstags. — Expedition: Canzleibcrg Ltt. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Areis Kielen. Rr. 70. Dienstag dm 16. Juni 1808. Brodp reise: 4 Pfund gemischtes Brod 20 kr. 4 Pfund Roggenbrod 17 kr. Amtliche Bekanntmachungen. Nr. 17 des Bundes-Gesetzblattes des Norddeutschen Bundes, ausgegeben zu Berlin am 8. Juni 1868, enthält: (Nr. 106-) Handels- und Zollvertrag zwischen dem Zollverein einerseits und Oesterreich andererseits. Vom 9. März 1868. (Nr. 107.) Gesetz, bett', den Vereins-Zolltarif vom 1. Juli 1865. Vom 25. Mai 1868. (Nr- 108.) Bekanntmachung, betr- die Ernennung von Konsuln und bezw. Viceconsuln des Norddeutschen Bundes zu Calamata, Patras, Piräus, Syra, Corfu, Zante und Cephalonia. (Nr- 109.) Bekanntmachung, betr. die Ertheilung des Exquatur an den Kaiser!- französischen Viceconsul zu Kiel. Gießen, den 13. Juni 1868. Großherzogliches Kreisamt Gießen. In Verhinderung des Kreisraths: Kekulö, Kreisassessor. Zu Nr. K. G. 2782. Gießen, am 3. Juni 1868. Betreffend: Die General-Versammlung der landw. Vereine des Großherzogthums zu Darmstadt und die damit zu verbindende Ausstellung. Das Groß herzogliche Kreis« ml Gießen an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Das nachstehend abgedruckte Programm, von welchem wir Ihnen je ein Exemplar besonders zusenden, wollen Sie in geeigneter Weise zur Kenntniß Ihrer Ortsangehörigen bringen. Sie wollen dabei ausdrücklich darauf aufmerksam machen, daß zur Ausstellung von Vieh nur Landwirthe der Provinz Starkenburg, dagegen zur Ausstellung von P r o d u c t e n, Handelsdüngern und von landwirthschaftlichen Maschinen u n d G e r ä t h e n alleLand- wirthe, Fabrikanten und Händler des Großherzogthums zu gelassen sind, und daß Anmelde-Formularien bei uns in Empfang genommen, sowie Anmeldnngen zur Ausstellung bei uns eingereicht werden können. Dr. G o l d m a n n. Programm für die von dem landwirthschaftlichen Verein für die Provinz Starkenburg gelegentlich der am 24., 25., 26. und 27. September 1868 staltfindenden Generalversammlung der landwirthschaftlichen Bereine des Großherzogthums zu Darmstadt sbMhaltenden Ausstellung von Vieh, landwirthschaftlichen Produkten, Handelsdünger und Maschinen. 1. Umfang. Zur Ausstellung von Vieh werden alleLand- wirthe der Provinz Starkenburg, zu der von Producten, Handelsdüngern und von landw. Maschinen und Geräthen alle Landwirthe, Fabrikanten und Händler des Großherzogthums zu gelassen. Hinsichtlich der Ausstellung käusticher Düngemittel werden über, dies an größere Etablissements in den Nachbarstaaten besondere Einladungen gerichtet werden. 2. Dauer. Die Ausstellung von landw. Producten, von Handelsdünger und von landw. Maschinen und Geräthen wird am 24. September früh Morgens eröffnet und am 27. September Abends geschlossen. Die Ausstellung von Vieh findet vom 25. Morgens 8 Uhr bis zum 26. Mittags 12 Uhr statt. 3. Ort der Ausstellung. Die Ausstellung von Maschinen und Geräthen findet auf dem großen Hofe vor der Blumenthalffchen Fabrik (Promenadenstraße), die von Producten und Handelsdünger in der Fabrikhalle und den in deren Nähe hierfür weiter eigens eingerichteten Localen, die von Vieh aller Gattungen auf der Nieder-Wiese nächst der Fabrik in besonders zu diesem Zwecke erbauten Hallen statt. 4. Anmeldungen. Alle zur Ausstellung bestimmten Gegnestände müssen längstens bis zum 1. August d. I. angemeldet sein. Später eingehende Anmeldungen können auf eine Berücksichtigung nicht rechnen. Die für die Anmeldung nöthigen Formulare sind bei den Directionen der landw. Bezirks-Vereine, in Rheinhessen bei dem Präsidium des Provinzial-Vereins zu haben. Den außerhalb des Landes wohnenden Ausstellern für Handelsdünger werden dieselben auf Verlangen direct von dem unterzeichneten Comitö portofrei zugesandt. — Für die Anmeldung von Vieh ist das Formular I, für die vou Producten das Formular II, für die von Obst und Trauben insbesondere das Formular III, für die von Fabrikaten das Formular IV, und für die von Maschinen und Geräthen das Formular V bestimmt. Wie diese Formulare auszufüllen sind, verdeutlichen die im Anhänge beigefügten Beispiele. Hinsichtlich des Obstes wird gewünscht, daß auf solches, soweit cs möglich ist, vou Seiten des Ausstellers die in dem Formulare correspondirendeu Nunimeru mit Tiute geschrieben, andernfalls kleine Zettel mit den betreffenden Nummern angeklebt werden. Die Nummer der betreffenden Frucht und der Name der Sorte sind überdies auf einem Zettel von starkem Papier einzutragen und beizugeben. Der Aussteller hat die in den Formularien enthaltenen Spalten vollständig auszufüllen und die Anmeldung mit seiner Namensuuterschrift zu versehen. 5. Transport - Vergütungen. Vergütungen für den Transport der Ausstellungs-Gegenstände nach Darmstadt und zurück werden nicht gewährt, jedoch werden die mit der Balm anlangendeu Gegenstände kostenfrei vom Bahnhofe in die Ausstellungslocale und von da zurück zum Bahnhofe besorgt. Das Ausstellungs-Comitö wird sich überdies dafür verwenden, daß die Ausstellungs- Gegenstände auf den inländischen Bahnen frachtfrei befördert werden. Von den Ausstellern wird eine Einzahlung für die von ihnen benutzten Räume nicht erhoben. 6. Zeit der Einsendung der Ausstellungs-Gegenstände. Die ausznstellendcn Maschinen und Geräthe, Products und Handelsdünger müssen spätestens am 21. September, und die Thiere an dem Ausstellungstage den 25. September, Vormittags 8 Uhr, spätestens eintreffen. 7. Verpflegung des zur Ausstellung gebrachten Viehes. Für diejenigen Thiere, welche am Abende vor der Ausstellung in Darmstadt ankommen oder erst am Tage nach derselben zurückgebracht werden, wird, wenn dies durch besondere Bemerkung auf dem Anmeldeschein gewünscht wird, Stallung bereit gehalten und unentgeldlich überlassen werden. Die Kosten der Verpflegung der Thiere während der Ucbernachrung derselben trägt der Aussteller. Auf dem Vieh-Ausstellungsplatze wird Streustroh gratis verabfolgt. Futtermittel werden auf dem Platze auf Verlangen zu billigen Preisen besorgt.. 8. Rücksendung. Die Rücksendung der Ausstellungs-Gegenstände erfolgt auf Kosten der Aussteller. Sofern diese innerhalb acht Tagen nach Schluß der Ausstellung die ihnen zugehörigen Gegenstände nicht abgcholt haben, erfolgt die Verpackung und Rücksendung ans ihre Kosten und Gefahr durch einen von dem unterzeichneten Comito zu bestimmenden Spediteur. Landwirthschaftliche Pro- ducte werden überhaupt nur auf ausdrücklichen, in dem Anmeldeschein ausgesprochenen Wnnsch des Ausstellers zurückgegeben. — Schaugegenstände während der Dauer der Ausstellung zurückznnchmen, ist den Ausstellern nicht gestattet. 9. Ausstellungs-Gegenstände. 1. Abtheilung. Vieh-Ausstellung. Zugelasscn werden: Bullen von 1 f/2—3 Jahren, Rinder von 1 -3 Jahren, Kühe bis zum 2. Kalben, Znchtstnten bis zum Alter von 10 Jahren, Fohlen von 1—4 Jahren, Zuchtschweine. 2. Abtheilung. Landwirthschaftliche Producte"). Die Products der Landwirthschaft müssen in solchen Quantitäten eingesendet werden, daß aus denselben die Qualität und der Werth gehörig beurtheilt werden kann. Zur Ausstellung werden namentlich gewünscht: Körnerfrüchte, Gespinnstpflanzen, Futterkräuter und Gräser, sämmtlich in Büscheln von Halmen oder Stengeln, Tabak in getrockneten Blättern, Hopfen in Dolden oder ganzen Pflanzen, Rüben und Knollengewächse, letztere wo möglich *) Es ist im Anschluß an diese Abtheilung die Errichtung einer weiteren Ausstellung von landw- Unterrichtsmitteln in Aussicht genommen. 360 fl. b. b. c. a. 340 fl b. 320 n c. vinz f. g- aufgestellt. Die einer Abtheilung angehörenden Thiere concurriren unter srch um Prämien. Den Preisrichtern bleibt es überlassen, die disponible Summe auf die einzelnen Abtheilungen, je nach dem Ergebnisse der Beschickung in denselben zu vertheilen; es soll jedoch auf jede Abtheilung ein erster Preis entfallen, eventuell auch ein Preis zur Auszeichnung für Niedernngsvieh bestimmt werden. Die Viehbesitzer haben für die zur Concurrenz vorgeführten Thiere durch eine auf Geschlecht: 6 Preise von 5—15 fl. in Sortimenten, Gemüse, Obst und Trauben, größere Proben vor- i züglichen Saatgutes, Sammlungen von Samen landw. Cültur- : pflanzen, Aehrensammlungcn, Herbarien, Fabrikate aus landw. Erzeugnissen, als: Hanf-und Leinenfaser, Mehl, Oel, -stärke, Zucker, Wein, Bier, Branntwein, Liqnenre, Obftsäfte, getrocknetes und eingemachtes Obst rc-, Produkte der Thierzucht, als: Molkerer- producte aller Art, Fleischwaaren, Honig. 3. Abtheilung. Handelsdünger. Alle Arten g. Handels- ^künstlicher j Dünger und tue Rohmaterialien für die Bereitung solcher. 4. Abtheilung. Maschinen und Geräthe. Für diese Abtheilung werden namentlich erbeten: Ackerwerkzeuge «Pflüge aller Art, Eggen, Walzen, Exstirpatoren, Pferdehacken, Hänfelpflügej Säcmaschinen jReihem und Breitsaat - Maschküenj, Erndte-Geräthe und Maschinen jSensen, Mähe-Maschinen, Heuwender, Heurechen, Gabeln, Kartoffel-Aushebepflüge rc.j, Geräthe und Maschinen zur weiteren Verarbeitung der Erzeugnisse jHäcksel-, Schrot-, Wnrzelschneide-, Dresch- und Getreide - Reinigungs - Maschinen, Butterfässerj, sodann Dung-Streu-Maschinen, Latrinen- Entleerungs-Maschinen, Pumpen, Spritzen, Maischmaschinen, Kartoffelmühlen, Apparate für technischen Betrieb, Transportgeräthe, Werkzeuge für den Obst-, Wein- und Gartenbau, Geräthe für den Hausgebrauch rc., endlich: Modelle für Maschinen und Apparate. sjjtit den Maschinen und Gerüchen werden, soweit sich hierzu Gelegenheit bietet, während der Dauer der Ausstellung öffentliche selbst gezogen: 12 Preise von 20—30 fl. von dem betreffenden Gr. Bürgermeister ausgestellte Bescheinigung nachzuweisen, daß sie dieselben selbst gezogen, oder doch schon als Saugkälber erworben haben. 2) Für Pferde. Obst und Trauben. Fabrikate aus Bodenerzeugnissen, als: Flachs- und Hanf-Faser, Mehl, Oel, Stärke, Zucker, Wein, Bier, Branntwein, Liqueure, Obstsäfte, Trockenobst rc. 2) Produkte der Thierzucht. d. Für im Eigenthum von Gemeinden befindliche Bullen: 6 ehrenvolle E wähnungen. Sämmtliches Rindvieh wird in 3 Abtheilungen: a. Schweizer Schläge, b. Landvieh und verwandte rothe und gelbe Schläge, und c. Kreuzungen I. Vieh Ausstellung. 1) Für Rindvieh. Für Bullen im Alter von 1V2—3 Jahren: 1 Ehrenpreis der Stadt Darmstadt, bestehend in einem silbernen Pokale. 1 Ehrenpreis des landw. Vereins für Starkenburg 9 Preise von 25 — 40 fl.......... Für Kühe, welche nicht öfter als 2 Mal gekalbt haben: 1 Ehrenpreis des landw. Vereins für Starkenburg von 12 Preise von 15—30 fl......... Für Rinder in: Alter von 1 bis 3 Jahren: 1 Ehrenpreis des landw. Vereins für Starkenburg von 18 Preise von 10—25 fl......... 1) Einem Vorsitzenden, welcher die Correspondenzen führt, die Anmeldungen empfängt, die Berathungen leitet, die Geschäfte vertheilt und die nöthige Verbindung mit den Directoren der landw. Bezirksvereine und mit den Special-Comits's unterhält, 2) einem Rechnnngsführer, welcher die eingehenden Gelder zu enipfan- gen, die Ausgaben zu leisten und darüber Rechnung zu legen hat, und 3) ans den Directoren der Special-Comitö's für die Aufstellung und ' Unterbringung der den einzelnen Abtheilungen angehörenden Ans- stellmigsgegenftände, und für die äußere Ausstattung der Ausstellung. Die Aussteller sind verpflichtet, den Anordnungen des Comitö's hinsichtlich der Aufstellung ihrer Schaugegenstände Folge zu geben. 15. Correspondenzen: Alle Anfragen und Mittheilungen an das Comitö sind an das Bureau des landw. Vereins für die Pro- Starkenburg zu richten. Molkerei-Prodncte aller Art, Fleischwaaren, Honig. Für die genannten 8 Abtheilungen sind im Ganzen 15 silberne und 21 bronceue Medaillen, außerdem ehrenvolle Erwähnungen, letztere mit Urkunden- Diplom, als Prämien bestimmt worden. Ein besonderes Ehr en-Diplom wird demjenigen landwirthschaft- lichen Bezirksverein des Großherzogthums zuerkannt werden, dessen Mitglieder in den Abtheilungen 2, 3 und 4 (Landwirthschafttiche Erzeugnisse und Fabrikate aller Art) die größte Zahl von Preisen erworben haben. 14. Geschäftsordnung: Alle auf die Ausstellung bezüglichen Geschäfte werden durch das unterzeichnete Ansstellungs - Comite besorgt. Dasselbe a. Für Zuchtstuten: 1 Ehrenpreis der Stadt Darmstadt, bestehend m einem silbernen Pokale. 8 Preise von 30—60 fl.......... Für Fohlen, geboren in den Jahren 1865 —1867, Die Preise werden für nur solche Stuten ausgesetzt, welche bereits zur Zucht verwendet worden sind; die Bewerber haben daher entweder mit den Stuten zugleich die von denselben gezogenen diesjährigen Fohlen, oder ältere Exemplare der Nachzucht vorzuführen, oder durch Auszüge aus den Beschälregistern nachzuweisen, daß von den ausgestellten Stuten bereits Fohlen gezogen wurden. Stuten, welche bei den durch den Staat veranlaßten Verkäufen erworben wurden, sind von der Concurrenz um Preise ausgeschlossen. 3) Für Zuchtschweine. a. Für Eber, älter als 1/z Jahr: 1 Ehrenpreis der Stadt Darmstadt. 6 Preise von 15—25 fl......... Für Sauen, älter als Vr Jahr: 6 Preise von 10—20 fl.......... Für junge Schweine in Loosen von mindestens 2 Stück, geboren im Frühjahre 1868, ohne Rücksicht Im Ganzen: 2000 fl. Sämmtliche Schweine werden in zwei Abtheilungen: a. Veredelte und b. Landvieh aufgestellt, und concurriren die einer Abtheilung angehörenden Thiere unter ich um Prämien. ■ Mit allen Preisen und ehrenvollen Erwähnungen werden zugleich Diplome als Urkunden eingehändigt werden. II. Produkten Ausstellung. 1) Für Produkte des Ackerbaues. a. Körnerfrüchte- b. Handelsgewächse, als: Gespinnft-, Farbe- und Gewürzpflanzen, Tabak rc. c. Futterkrämer und Gräser. d. Rüben und Knollengewächse. e. Gemüse. . Proben vorgenommen. Alle den Abtheilungen 2, 3 und 4 angehörende Ausstellungs-Gegenstände jProducte aller Art, Fabrikate anL solchen, und Maschinenj sind mit einer der Einsendung beizugebenden deutlichen Aufschrift zu versehen, aus welcher die Benennung des Gegenstandes, der Ort der Gewinnung oder Fabrikation, und der Name und Wohnort des Ausstellers zu ersehen ist. Diese Aufschriften sSchilderj werden an die betreffenden Gegenstände in dem Ausstellungs-Lvcale angeheftet. 10. Verloofuug. Mit der Ausstellung soll eine Verloosung von Pferden, Rindvieh, Maschmen, Handgcräthen rc. verbunden, und sollen zu diesem Zwecke werthvolle Ausstellungs-Gegenstände angekanft werden. Die Verausgabung der Lvose beginnt im Monat Juni 1868. Die Verloosung selbst wird am 27. September abgehalten. 11. Eintrittspreis. Der Zutritt zur Ausstellung ist nur den nut Einlaß-Karten Versehenen gestattet. Diese Karten sind am Eingänge zur Ausstellung zu haben, und kosten a Person: für die Ausstellung am 24., 25. und 26. September: je 18 kr-, „ „ „ „ 27. September: 6 kr., „ „ ganze Dauer der Ausstellung: 36 kr. Freien Eintritt haben die Aussteller. , . 12. Oeffentliche Preisvertheilnng. Mit der Ausstellung wird eine Prämiirnng vorzüglicher Leistungen in der Viehzucht, im Pflanzenbau und in der technischen Verarbeitung der Roherzeugnisse fAbtheilnng 1 und 2J verbunden werden. Die Preisrichter-Commissionen werden aus Sachverständigen der 3 Provinzen gebildet, und sollen die Namen derselben später veröffentlicht werden. Die feierliche Verkündigung der Preisvertheilnng findet am 26. September, Mittags 12 Uhr, auf dem Festplatze statt. 13. Prämien. An Prämien sollen ausgesetzt werden: 50 fl. 360 „ 50 fl. 270 „ 120 fl. 90 „ Darmstadt, am 22. April 1868. Für das Ausstellungs-Comite: Der Vorsitzende: A. C. Schenck. 50 fl. 290 „ 410 1070 300 „ 660 fl. 60 „ 270 fl. II fl. Formulare. I. (V i e h.) Namen und Wohnort des Ausstellers: Friedrich Unger zu Seligenstadt. M Viehgattung. Alter. Jahre. R a c e. Farbe. Bemerkungen. 1 Zuchtstier .... P/4 Berner. Rothscheck. Wird für die Gemeinde gehalten. 2 Rind....... 2 Odenwälder. Gelbroth. Ist tragend. 3 Kuh....... ... 4 H n Hat zwei Mal gekalbt. II (Product e.) Namen und Wohnort des Ausstellers: Nicolaus Draudt zu Romrod. in. (O b ft.) Namen und Wohnort des Ausstellers: Adam Müller zu Alzey. Laufende 1 ! Nummer.» Bezeichnung des Gegenstandes. Form, in der der Gegenstand ausgestellt wird. Anzahl der Stücke. Boden und Art der Erzeugung. Bemerkungen. 1 Kartoffeln.... — — 20 Sorten ä Auf Lehmboden in der Gemarkung Schon seit mehreren Jahren cultivirt. 6 Stück Romrod. 2 Hafer..... Garben 2 Feuchter Lehm, hochgelegen. Hierländische frühreifeude Sorte. 3 Flachs (roh) . . . Bündel 1 In Wiesenumbruch. Rigaer. IV. (Fabrikat e.) Namen und Wohnort des Ausstellers: Johannes Reuter zu Büdingen. Nr. der!| Sorten. || Gewöhnliche Benennung der Obstsorten. Art der Zucht: (Spalier-, Zwerg- oder Hochstamm.) Wuchs, Gedeihen und Tragbarkeit des Baumes. Reife und Haltbarkeit, Güte und Benutzung der Frucht. 1 A e p f e l : Rother Herbst - Calville . . . Hochstamm. Gesundes üppiges Wachsthnm. Trägt Herbst. Tafel- und Wirthschafsapfel. Haltbar. 2 Weißer Matapfel..... Hochstamm. regelmäßig. Sehr gesunder Wuchs. Winter. Wirthschaftsapfel. Sehr haltbar. V. (Maschinen und Geräthe.) Namen und Wohnort des Ausstellers: Jacob Keller zu Westhofen. Laufende 1 Nummer. I Bezeichnung des Gegenstandes. Wird ausgestellt in Anzahl der Stück e. O r t der Fabrikation. Bemerkungen. 1 Flachs (gehechelt) . . . Bündeln. 6 Büdingen Vom Aussteller gezogen und bearbeitet. 2 Getrocknetes Obst . . . Offenen Kasten. 3 II n n „ „ getrocknet. 3 Obstsaft...... Flaschen. 2 u „ „ selbst bereitet. Lauf. Nr. Bezeichnung des Gegenstandes. Stückzahl. Ort der Fabrikation. Bemerkungen. 1 2 3 Putzmühle......... Ruchadlo - Pflüge....... Kartoffel - Anshebepflug..... 1 6 2 Westhofen Kriegsheim Westhofen Soll einer Prüfnng unterzogen werden. Besondere Bekanntmachungen. Den Nachlaß des Rechnungs- rathes Konrad Martin von Gießen betr- 4247) Der Nachlaß des am 14. April d. I- verstorbenen Großh. Rechnungsrathes Martin ist um circa 11,800 fl. überschuldet- Auf Antrag seiner Erben soll vor resp. zur Abwendung der Concurserkennnng ein Arrangement versucht werden. Zu dieseni Be- hufe werden daher sämmtliche Gläubiger des genannten Rechnungsrathes Martin hiermit aufgefordert, in dem auf Freitag den 26. d. Mts-, Morgens 8 Uhr, bestimmten Termin bei dem hiesigen Gericht ihre Forderungen speciell anzugeben und etwaige Vorzugsrechte geltend zu machen, sowie der weiteren Verhandlung gewärtig zu sein. Hierbei wird noch besonders bemerkt, daß die nicht erscheinenden bekannten Gläubiger als den Beschlüssen der Mehrheit der erschienenen Gläubiger beigetreten angesehen werden. Gießen, den 6. Juni 1868. GroßherzoglicheS Stadtgericht Gießen. Muhl, v. Rotsmann, Stadtrichter. Stadtger. - Assessor. Oeffentliche Aufforderung. 4208) Ansprüche jeder Art an die nachverzeichneten Immobilien Bcuerner Geinar- kung, welche verkauft werden sollen, nämlich : 1,-56, 564, 1052. 11/823. 111/3. 111/203. V/177. V/435. IX/748. 749, welche auf dem Namen des Jonas Griesheim von Beuern und X/453 und 1163, welche auf dem Namen der Jonas Grieshcim's Erben von da eingetragen stehen, sind sogcwiß binnen sechs Wochen bei dem unterzeichneten Gerichte anzumelden, als sonsten ohne Rücksicht auf solche der Kaufbrief bestätigt und die fraglichen Parccllen dem neuen Erwerber im Mutationsverzeich- niß zugeschrieben werden. Gießen, am 3. Juni 1868. Großherzogliches Landgericht Gießen. Bötticher. Versteigerungen. Holz- n. Grasversteigerrmg. Donnerstag den 18. Juni wird in der Domanialwaldabtheilung Schindanger nachverzeichnetes Holz versteigert: Scheidh. Prügclh. Stockh. Reish. Stecken Stecken Stecken Wellen Eichen — 2 4 150 Nadelholz 161 129 147 5650 Dornen — — — 200 Zusammenkunft Morgens 9 Uhr auf dem Vicinalweg von Gießen nach Steinberg. Freitag den 19. Juni wird daselbst ferner versteigert; Scheidh. Prügclh. Stockh. Reish. Stecken Stecken Stecken Wellen Eichen — — 16 300 Nadelholz 178 94'/4 108 4125 Dornen — — — 25 Ferner 13 Nadelstämme mit 215 Cubikf., sowie das Gras von Schneißen, Wegen und Pflanzungen des Domanialwalds. Die Versteigerung wird mit dem Gras begonnen, welches vorher an Ort und Stelle cingesehen werden kann. Zusammenkunft Morgens 9 Uhr auf dem Vicinalweg von Gießen nach Steinberg. Credit für beide Versteigerungen bis 1- September d. I. Gießen, am 8. Juni 1868. Großherzogliche Oberförsterei Schiffenberg. Dr. Draudt. (4246) 4248) Dienstag den 30. Juni, Nachmittags 2 Uhr. soll auf dahiesigem Rathhause die Hofraithe der Konrad Ferber's Eheleute, als:' Flur Nr. IHKlftr. V325 13 Hofraithe in der Kathariuen- gasse, nochmals unter der ausdrücklichen Vorschrift versteigert werden, daß der Letztbic- tende den Zuschlag erhalten wird, auch wenn das Gebot die Taxation nicht erreicht. Gießen, den 6. Juni 1868. Großherzoglichcs Ortsgericht Gießen. _______________Ebel.____________ 4231) Verschiedene entbehrlich gewordene Gegenstände, als: ein leichter Viehwagen, hölzerne Kisten, alte Bettladen und Bett- rahmcn, Tische, Bänke, eine Vogelhecke, eine Hundshütte, ein Blumengestell, ein Rollseil, eine Waage, drei alte Oefen, altes Eisen, Lumpen u. s. w., sollen Mittwoch den 17. I. Mts-, Vormittags 9 Uhr, im hiesigen Bürgerhospital öffentlich versteigert werden. Gießen, am 10. Juni 1868. ______________Der Rechner: Wittich. 4225) Dienstag den 28. Juli, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf hiesigem Rathhause die Grundstücke des Christian Petri II., als: Flur Nr. oKlftr. is/108 76 Acker zwischen dem Wetzlarer Pfad und der Lahn, so/gi 240 Acker in den Schwarzlachsgärten, am Fluthgraben, "/srU.32 179 Acker auf dem Sandfeld, nochmals, öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 13. Juni 1868. Großherzoglichcs Ortsgericht Gießen. Ebel. Steinkohlen-Lieftrung. 4243) Montag den 22. d. Mts-, Vormittags 10 Uhr, soll die Lieferung von 1500 Centnern Steinkohlen, Rührer Fettschrot 1. Qualität, für die Garnisou Gießen auf dem Büreau der Garnison-Verwaltung durch Soumission vergeben werden. Die Bedingungen liegen daselbst zur Einsicht offen. Gießen, den 12. Juni 1868. Großherzogliche Garnison-Verwaltung. Zimmer, Quartiermeister. Heugras - Versteigerung. 4213) Das diesjährige Heugras von den Wiesen der Gemeinde Wicseck soll Donnerstag den 18. Juni öffentlich versteigert werden. Der Anfang ist zu denjenigen Wiesen bei Wieseck Morgens 9 Uhr int Dorsel d'schen Garten und zu denjenigen bei der Baden- üurg Nachmittags 5 Uhr auf der Badenburg Wieseck, am 15. Juni 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Wieseck. Lang. 4214) Donnerstag den 18. d. Mts., Vormittags, sogleich nach der Versteigerung des Heugrases der Gemeinde Wieseck soll das dießjährige Heugras von den Wiesen des Herrn Karl Müller Erben zu Gießen in dem Dorfeld'schen Garten dahier versteigert werden. Wicseck, den 15. Juni 1868. Lang, Bürgermeister. Heugrasversteigerung. 4216) Mittwoch den 17. l. Mts., Morgens von 8 Uhr an, soll das Heugras von den hiesigen Äemcindc- wiesen an Ort und Stelle meistbietend versteigert werden. Der Anfang ist beim Trisch am Viciual- weg nach Wieseck. Alten-Buseck, am 12. Juni 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Alten-Buscck Wagend ach. Heugras - Versteigerung. 4228) Montag den 22. d. Mts., von Morgens 9 Uhr an, soll das Heugras von den hiesigen Gemeiudc- wiesen, circa 111 Morgen haltend, an Ort und Stelle meistbietend versteigert werden. ^Dic Zusammenkunft ist zur bestimmten Stunde bei der Fußmühlc. Großen-Buscck, am 15. Juni 1868. Großher^oglühe Bürgermeisterei Wagner. 4218) Dee Jagd auf der Gemarkung Krofdorf-Gleiberg und Vetzberg soll, da die Verpachtung vom 10. Juni c. die Genehmigung nicht erhalten hat, künftigen Samstag den 20. d. Mts., Nachmittags 3 Uhr, einer nochmaligen definitiven Verpachtung ans 9 Jahre auf meinem Bureau ausgesetzt werden. Krofdorf, den 13. Juni 1868. Bürgermeister: Colnot. 4232) Freitag den 19. Juni I. I-, von Morgens 8 Uhr an, soll das Heugras von den Leihgestcrner Gemeindeiviesen versteigert werden. Leihgestern, am 10. Juni 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Leihgestern. Heß. Feilgebotenes. 4244) Eiserne Gartenmöbcl, Bettstellen rc., Stühle ä 2 ft 24 fr. pr- St. empfiehlt Emil Pi stör- 4223) Ccment, Viehsalz bei Flick & Kröll. g- Aecht kaukasischer fl Wanzentod! ’S c Sicherstes Mittel gegen die Wan- LL zen; die ganze Brut wird für iin- Z- c mer vertilgt! a Flac. 18 fr. u. 36 fr. ■g 5 Eiufige Niederlage in Gießen bei N 2(4249) Anzeige für Mühlen besitzer. 4212) Bei dem Unterzeichneten werden aus der Haud verkauft: . neun Stück Schlagbeutel, em Rollbeutel, zwei Trichtergestelle mit Zubehör und Trichter, eine Zange, einige gußeiserne Mühlgetriebe, zwei Mühlsteine (Budm- ger und Angcrsbachcr), em Schleifstein (Angcrsbacher), zwei Schrot- oder Vorkasten, zwei Schlagbeutelwalgcr, mehrere Drcischläge, zwei eiserne (zweiflügelige) Mähhaue, mehrere Drahtab-' rödcr, eine Waage, zwei Treppen, em Kleienkasten und ein Netzkasten. Wegen gänzlicher Umänderung meines Mühlwerkes sind diese Gcgenständc entbehrlich geworden, befinden sich jedoch fammt- lich noch in bestem Zustande. Ludwig Bingel, Mühlenbesitzer, zur Mittelstmühle bei Alten-Buseck. 4227) Viehsalz, k 1 ft. pr. Sack, bei _____________________Emil Pistor. g Erinneriulgs-Medaille auf da?> große Lutherdcnkmal in Worms von Prof. Chr. Schnitzspahn in Darmstadt. Gegentr»neo-Einsendung des Betrags: in Bronze ä 2 Thlr- (pr. St. incl- in Vritannia-Metall h 1 Thlr. 1 Verpackung Wiederverkäufern einen ansehnlichen Rabatt. Nur allein zu beziehen durch F. Sponnagcl in Worms a/Rhein. V e r m i e t h n « g e n. 4229) Ein freundliches Zimmer ist zu vermicthcn bei Wittme Weinhardt- 4234) Auf dem Neuenweg, Lit. B- Nr. 195, ist ein möblirtes Zimmer zu vermiethen und sogleich beziehbar. 4230) Ein möblirtes Zimmer ist zu ver- mietben bei G. H. Balser, Seltersweg. 4255) Das seither von Herrn Advokat Lauer bewohnte Logis ist zu vermiethen. ______________W. Ferber, Lindenplatz. 4253) Ein geräumiges Familienlogis ist zu vermiethen. Bei wem? sagt die Exped. d. Bltts. ____________________________ 4215) Ein kleines möblirtes Zimmer ist zu vermiethen und kann sogleich bezogen werden Neuenweg B. 194. , 4239) Das seither von Herrn Landrichter Bötticher bewohnte Logis im Welcker'- schen Hause in den Neuenbäuen ist anderweit zu vermiethen und im October d. I. zu beziehen. Gießen, den 9. Juni 1868. __Dr. (g cf ft ein. 4242) Das von Herrn C. Pietsch (Dienstmann - Institut) seither bewohnte Logis ist anderweit zu vermiethen und am 11. August zu beziehen.F. Für st. 4236) In Lit. A. Nr. 5, Marktplatz, ist die Mansarde, bestehend aus 4 Zimmern, Küche u. s. u>., an eine stille Familie zu vermiethen._________________________________ 4224) Mehrere Arbeiter können Logis erhalten bei Jacob Dörr. Vermischte Anzeigen. Recli’sclie Terrasse. 1222) Meinen verehrten Freunden und Gästen die ergebene Anzeige, daß Mittwoch den 17. d. Mts. das Rhein. Vocal-Auartett in meiner Lokalität eine musikalische Soiree abhalten wird, wozu ergebenst einladet Heinrich Rech. Anfang Abends 7 Uhr. Entree 12 fr. ä Person. 4219) Die Gemeinde Blofeld, welche bekanntlich eine sehr reiche Gemeinde ist, sucht ein Capital von 6000 fl., ä. 4 pCt., ganz oder getheilt, aufzunehmen. Zu wenden an die Großh. Bürgermeisterei Blo- feld bei Nidda._________________________ 4210) Zur Krankenpflege empfiehlt sich unter bescheidenen Ansprüchen Charlotte Heller, bei Herrn Schuhmacher Becker auf dem ____________Asterweg, 2. Stock-____________ Wohmmgs Gesuch. 4209) Eine Wohnung, bestehend aus einem oder zwei Zimmern, möblirt oder unmöblirt, und womöglich Parterre, wird sofort zu miethen gesucht. Offerten beliebe nian auf dem Comptoir dieses Blattes unter der Chiffre M. D. gefälligst abzugcben. 4257) Für einen Waisenknaben von 8 Jahren wird eine Familie gesucht, welche dessen Verpflegung, Verköstigung, Logis und Kleidung gegen eine jährliche Vergütung von 60 fl. zu übernehmen gedenkt. Reflec- tanten belieben ihre Adresse bei der Exped. d. Bltts. abzugeben. Gonsum-Berem 4254) Weitere abgeschlossene Ver- träge mit: E. Pitthan (im „Adler"), Weinhändler. Chr. Frech, Kirchenplatz, Rasir- und Haarschneidecabinet. St. George, Kirchenplatz, Apotheker. W. Frank, Kreuz, Schirmfabrikant. Gust. Rühl, Neustadt, Spengler. A. Schultheiß jun., Pelzwaarenhändler und Kappenmacher. L. Textor („Darmstädter Haus"), Wirth. _________________Der Vorstand. 42ö8) Ein Schriftsetzer - Lehrling wird gesucht in der Brüh l'schen Bnchdrnckerei. 4235) Mehrere Abonnenten zum Mittagtisch können noch angenommen werden. _______L. Textor, Darmstädter Haus. 4256) Ein schwarzer Alpacaschirm ist irgendwo stehen geblieben. Der redliche Finder wird gebeten, ihn bei der Exped. d. Bltts. abzugeben. 4211) Ein braves und reinliches Laufmädchen wird auf Johanni gesucht. Nähe- res bei der Exped. d. Bltts.________________ 4240) Ein Lehrling kann eintreten bei ______Heinr. Brauburger, Lackirer. 4233) Glace-Handschuhe werden auf's Schönste und geruchlos gewaschen und wieder wie neu in verschiedenen Farben gefärbt bei S. Weiß (Hutlager), Agentur der Kunst-Färberei von I. Küchel zu Homburg v. d. Höhe. 4217) Eine Lehrlingsstelle ist auf einem hiesigen Comptoir zu besetzen. Näheres bei der Exped. d. Bltts. unter Nr. 4217.________________________________ 4237) Ein Hausbursche, welcher sogleich eintreten kann, wird gesucht von ____________________________F. Fürst. 4238) Auf Becker's Bauplatz kann immer Schutt abgeladen werden und wird ent- sprechend hoch bezahlt._______________________ 4245) Junge Leute von 14—17 Jahren finden Beschäftigung bei F. Habenicht, Lampenfabrik. 422 t) Donnerstag den 18. Juni findet zu Butzbach in der Gartenwirthschaft des Herrn Grüninger die diesjährige Wandernersilmmlung des Oberhess. Vereins für Bienenzucht Statt, womit eine Ausstellung und Verloosung von Bienengeräthfchaften verbunden sein wird. Beginn der Verhandlungen Vormittags 10 Uhr. Alle Mitglieder des Vereins und alle Freunde der Bienenzucht sind freundlichst eingeladen. Efchettrod, den 11. Juni 1868. Für den Vorstand: Köhler. MM' Am 1. Juli 1868 i Eichung der iisterr. Kredit - Loose. | Höchster Treffer fl. 250,000, niedrigster fl. 165 östr. Währ. |3EmIage 3 Thlr. — fl. 5. 15 süddeutsch pr. Loos. | Stehen JLoose kosten nur Thlr. SO = fl. 35 südd. ■ Mit k. k. Stempel versehene Loose empfehlen VOELCKER & O Bankgeschäft in Wien, Kolowratring Nr. 4. § NB. Nachnahmen können nicht erhoben werden. (4241) ! ®ef chäfts - Anzeige! 4226) Dem geehrten Publikum zur allgemeinen Nachricht, daß ich mein Geschäft in Frucht und Landesproducten im Nehmeyer'- schen Haufe dahier eröffnet habe, uud empfehle befonders gute Koch- ct^clk .^0^nen lHli) Zinsen, sowie schönes Vorfchußmehl. Für reelle und prompte Bedienung werde ich stets besorgt sein. Markus Engel, ______in den Neuenbäuen Lit. B. Nr. 73. A d r e eh n u n g. Nach der von uns in diesem Blatte erthciltcn Abrechnung blieben von den für Frau Geometer C. Höhl er Wtw. s. Z. gesammelten Unterstützungsgelder int Betrage von 523 fl. am 1. Januar 1867 noch verzinslich 259 fl. 39 fr., hierzu die Zinsen von da bis Ende Mai "des lanfen- den Jahres............. 8 fl. 15 kr. Zusammen 267 fl. 54 fri In successiven Unterstützungen erhielt Frau Hobler: Im Jahre 1867 ........ 171 fl. 30 kr., und bis jetzt.............95 fl. 17 kr., Porto-Auslagen betragen 1 fl. 7 kr., .... zusammen 267 fl. 54 fr., to van lener Unterstützungsfond nunmehr erschöpft ist. i-ic Abrechnung hierüber, wie auch die früher ertheilte, liegt zur Einsicht her re'p. Interessenten bei uns offen. ’ Gießen, int Juni 1898. @cBr. Ebel. DV" Einladung. 4251) Zu der am 24., 25. und 26. Juni 1. J. stattfindenden Feier der Luther - Denkmals - Enthüllung beehren wir uns, alle Freunde dieser kirchlich-nationalen Sache freundlichst einzuladen. Der feierliche Act der Denkmals-Enthüllung wird Donnerstag den 25. Juni, Mittags von 12 bis 2 Uhr, vor sich gehen. An den drei Festtagen werden täglich Morgens früh und Abends spät Eisenbahnzüge in drei Richtungen von und nach Ludwigshafen -Mann hei in, Mainz und Alzey, mit Halt an allen Zwischenstationen, abgehen. WORMS, im April 1868. Der Ausschuss des I.ntli er-Denkmal-Vereins. E. Keim. Dr. Eich. Edelmann. Präsident. Vicepräsident. Secretär. 4220) Cafe Ebel. Heute Dienstag, Abends 7y2 Uhr: C o n e e r t des beliebten Rheinischen Vocal-Quartett. ___________Entree gratis.___________ Helfet Am 26. Mai, Abends nach 7 Uhr, sind unsere Gemeinden — Lardenbach und Freienseen — von einem entsetzlichen Hagelwetter heimgesucht worden, dem in Lardenbach auch gewaltige, von einem Wolkenbruch verursachte Wasserfluthen folgten. Der Hagel siel in Strömen und mit der durchschnittlichen Dicke einer kleinen Welschnuß. Wintersaat, Futterkräuter ic. sind am einen Orte gänzlich, am andern zu zwei Dritteln — zerschlagen? . . . nein . . . zerschmettert, zermalmt, zerhackt. Auf manchen Aeckern brauchte man das Korn nicht erst abzumähen, sondern man konnte es gleich wegrechen, aber es war kein Korn mehr, es war zerknülltes Stroh, fast Mist. Oder dünken Einem diese Ausdrücke zu lebhaft? . . . der lasse sich sagen: die Flur lag wie im Winter in eine weiße Decke eingehüllt, l'A—2 Zoll hoch im Durchschnitt. In den Lardenbacher Wiesen sind ganze Eisfelder von 40—50 Fuß Länge, 15—20 Fuß Breite und 2—3 Fuß Tiefe gemessen worden. Sogar der Wald, selbst der Tannenwald, stand und steht heute noch strichweise grau und leblos. Der Boden ist schuhtief mit Geäst bedeckt und an vielen Bäumen die Rinde wie weggeschält und alles Laubwerk ganz verschwunden. Was die Hagelwasser verschonten, haben die Wasserfluthen ruinirt. Das Heugras z. B- kann theils gar nicht, theils nur zum großen Schaden des Viehes gebraucht werden. Die Wiesen, welche überhaupt gemäht werden können, sind einer stark befahrenen Landstraße vergleichbar, auf der ein Wirbelwind dahin gejagt — so steigen beim Mähen und Rechen die Staubwolken empor. In Folge dessen sind viele gezwungen, einen Theil ihres Viehes — die Hanpterwerbsquclle des Vogelsberges — zu veräußern. Ja selbst die Schafe hätte man in Lardenbach nicht halten können, wenn in den Gräfl- Laubach'- schen Waldungen nicht Weide wäre verwilligt morden. In Summa: Lese Einer Joel am Ersten, da hat er ein nngefäffrcs Bild unserer harten Heimsuchung, nur lese er Hagel'und Wasserfluthen statt Heuschrecken und Feuerflammen. Die so schwer geschlagen worden, sind nicht reiche Landwirthe, die Hab und Gut versichert haben, noch weniger große Capitalisten, sondern — wenige nur ausgenommen — geringe Bauersleute und Weber, die Winter wie Sommer im Schweiße ihres Angesichts ihr täglich Brod verdienen müssen. Die rufen jetzt, wie jener Mann aus Macedonien (Ap. G. 16. 9) ; und wir rufen mit: Kommt und helft! Helfet den Menschen zu Brod und dem Vieh zu Futter. Aber helfet schnell! Und Gott vergelt's! Lardenbach und Freienseen. Dietz, Pfarrer. Koch, Pfarrer. Lein, Bürgermeister. Löb er, Bürgermeister- (Hierzu eine Beilage.) Aeikage zu Mr. 70 des Kreiener Mnzeigers. Feuilleton. Das Testament des Großonkels. (Schluß). „Zweitens verlange ich, daß mir Ihr Haus offen sei. Glauben Sic nicht, daß ich bei Ihnen zu wohnen wünsche; ich verlange nur dasselbe Recht, welches mein Bruder auch genießt. Ich will das Recht haben, meine Mutter zu jeder Zeit besuchen zu dürfen, und verlange, daß mir von allen Bewohnern des Hauses die Achtung zu Theil werde, die dem Sohne meiner Mutter geziemt. „Drittens verlange ich in den Stand gesetzt zu werden, ein Geschäft anzufangen, wie mein Bruder, denn cs ist nicht mehr als Recht und billig, daß ich dafür entschädigt werde, daß mein Bruder in den Besitz der alten Firma ge- kommen, die schon allein ein Kapital werth ist." „Dein Bruder hat diese Firma nicht von mir geschenkt bekommen, sondern von Deinem Onkel geerbt." „So wird der Onkel mir gleichfalls schon etwas dagegen vermacht haben- Doch jetzt hören Sic auch, wozu ich mich verpflichten will. Alle diejenigen' welche mit um dieses Geheimniß wissen, werden schweigen und man wird den Artikel in der Zeitung als einen Jrrthum dahin berichtigen, daß ich beim Baden einen Krampf bekommen und vom Strome fortgerissen in Vie Nähe eines Bootes kam, dessen Ruderer mich auffischten. Die Wunde am Kopfe läßt sich leicht durch das Anstoßen an einen im Wasser treibenden Balken erklären, und damit wäre mein Bruder aller Verantwortlichkeit überhoben !" »Sollte der alte Onkel ein Testament gemacht haben, woran ich nicht zweifle, daß cs sich in Ihren Händen befinden wird, so will ich mich verpflichten, von diesem Testamente zu Ihren Lebzeiten keinen Gebrauch zu machen. Mögen dessen Bestimmungen sein, welche sie wollen, Sie sollen unumschränkte Eigenthümerin des ganzen Vermögens bleiben, und die Welt soll glauben, daß Sie das was Sie für mich thun, aus reinem mütterlichen Pflichtgefühl thun; die Welt soll sagen, daß Sic ein Muster aller Mütter sind, daß Sie den ungerathencn, verlorenen Sohn verzeihend wieder in Ihre mütterlichen Arme aufnehmen." „Drittens wünsche ich, daß Sie einer Verbindung zwischen meiner Schwester Eveline und meinem Freunde Perry Myers--" „Das geht zu weit," unterbrach ihn Mad. Gratman, „meine Tochter hat nur mir zu gehorchen gelernt, und wird nie eine Verbindung schließen, in welche ich nicht willige." „Sie werden in diese Verbindung willigen, Madame, oder Eveline selbst, die bis jetzt noch nichts von unseren Geheimnissen weiß, wird in den nächsten Augenblicken davon in Kenntniß gesetzt werden. Ich wünsche, Sie dazu zu veranlassen, daß selbst Eveline mich sür den ungcrathenen Sohn, und Sie für das Muster aller Mütter halten soll. Sie wissen, daß kein Kind seiner Mutter mehr ergeben sein kann, als Eveline es Ihnen ist. Dadurch, daß Sie in diese Verbindung willigen, werden Sie sich für immer EvelinenS Herz sichern, und sich eine Tochter bewahren, die mit kindlicher Liebe bis an das Ende Ihrer Tage über Sie wachen wird. Ich denke, Sie willigen ein, Madame?" „Ich gebe auch dies zu, mein Sohn, — bist Du jetzt zu Ende?" „Das ist Alles, Mutter, und wenn Sie mir alle diese Bitten gewährt haben, wird es nur von Ihnen abhängen, für die Zukunft in mir einen kindlicheren Sohn zu finden, als Sie bis jetzt in Ihrem würdigen Harri gefunden haben." „Sie brauchen jetzt Perry Myers und Evelinen von dieser unserer Unter- redung durchaus nichts merken zu lassen, er ist mit Allem bekannt, und ihr ge- genüber wird sich das Geheimniß morgen oder übermorgen schon besser aufklären." »Wann soll ich Dich in meinem Hause erwarten?" fragte Mad. Gratman ihn kalt. „Das hängt ganz von Ihnen ab, Mutter. Glauben Sie nicht, daß ich Ihnen so bald, oder so oft, oder zu lange lästig fallen werde. Ich überlasse cs Ihrer Weltklugheit und Ihrem Takt, eine Gelegenheit herbeizuführen, wo Sie dem Publikum, welches sich in Ihren Kreisen bewegt, die Meinung aufdrängen können, daß Alles zwischen uns gütlich und freundschaftlich ausgeglichen sei." „Du sollst in einigen Tagen, vielleicht schon morgen von mir hören, John. Lebe wohl." Und Mad. Gratman erhob sich und verließ das Zimmer. Am folgenden Tag brachten die Abendblätter New-Iorks folgende Neuigkeit: Glückliche Rettung. Wir freuen uns, die vor einigen Tagen irrthüm- lich mitgetheilte Nachricht von dem Ertrinken des Herrn I. W. Gratman dahin berichten zu können, daß derselbe entweder von einem Krampfe befallen, oder was wahrscheinlicher ist, durch den Stoß seines Kopfes gegen einen im Wasser treibenden Balken oder Baumstamme besinnungslos gemacht, dem Ertrinken nahe war, jedoch glücklicher Weise von einem Boote aufgefischt wurde. Man fürchtete einige Tage für sein Leben, doch ist derselbe jetzt außer aller Gefahr. Der An- sicht, derselbe habe mit seiner Familie auf gespanntem Fuße gelebt, kann am Besten dadurch widersprochen werden, daß, wie wir aus erster Quelle mittheilen können, auf die erste Nachricht dieses Unglücksfalles seine Mutter und Schwester sofort zu ihm eilten und ihm alle die Sorgfalt und Pflege angedeihen ließen, die ein Mensch unter solchen Umständen nur verlangt." Und am andern Tage war Mad. Gratman's Salon von allen denselben Leuten gefüllt zum Glückwünschen, die wenige Tage vorher gekommen waren um ihre Beileidsbezeugungen zu erklären. * * Vierzehn Tage waren verflossen, John war gänzlich wieder hergestellt, nur eine große breite Narbe, die jedoch sein Gesicht nicht entstellte, war an seinem Kopfe und an der Seite der Stirne zurückgeblieben. Es war einer der schönsten Sommerabende, die man noch gehabt; die sämmtlichen Fenster des Gratman'- schen Hauses waren offen und hell erleuchtet; der Vorübergehende konnte ein buntes Gewirr von Herren und Damen verschiedenen Alters an den Fenstern sich vorüberbewegen sehen. Doch nicht Harri machte die Honneurs des Hauses, derselbe war vielmehr in höchst vringenden Geschäfisangelegenheiten nach Havana abgereist; dagegen war es John, der, seine Mutter am rechten und Dcliah am linken Arme führend, seiner jüngeren Schwester Eveline zu Ehren, die heute ihr Verlobungsfest mit Perry Myers feierte, heute den freundlichsten und liebenswürdigsten Wirth machte, so daß sämmtliche Anwesende der Meinung wurden, es könne zwischen ihm und seiner Mutter nie die geringste Disharmonie stattgefunden haben. Selbst Mad. Gratman schien von milderen Gefühlen durchdrungen zu wer- den, dann und wann zeigte sich ein Lächeln in ihren kalten, eisernen Zügen, und als sie scheinbar absichtslos ihres Sohnes Schritte in den Garten zu dem uns bekannten Kiosk geleitet hatte, wo sie ungestört von dem im Salon herrschenden Gewimmel waren, zog sie ein uns gleichfalls bekanntes Dokument aus der Tasche, welches sie John mit den Worten überreichte: „Hier, mein Sohn, ist das Testament Deines Großonkels." „Ich danke Dir, Mutter," und ohne es aufzuschlugen und zu lesen, überreichte er es Deliah, mit den Worten: „Erlaubst Du mir, Deliah, daß ich Dir ein Geschenk mache?" „Aufbewahren will ich es Dir," erwiederte sie, „denn als.Geschenk es anzunehmen, habe ich noch kein Recht." „Und werden Sie dieses Recht nie bekommen?" fragte Mad. Gratman. „Vielleicht mit der Zeit," antwortete sie lächelnd, „wenn wir uns sämmt- lich besser kennen gelernt haben." „Und jene Manuscripte, hast Du sie bei Dir, mein Sohn?" fragte Mad. Gratman. „Sie sind in meinem Zimmer, Mutter, wollen wir hinaufgehen, sie stehen zu Deinen Diensten." Und wenig Augenblicke nachher war das kleine rothe Büchelchen in einen Haufen schwarzer Asche verwandelt und bis jetzt hat noch kein Mensch Etwas über seinen Inhalt erfahren. ————— PoL itis eh e M n n d s ch sr u Gießen. (Sitzung des G e m e i n d e r a t h s vom 11. 3uni.) Der Gemeinverath beschließt, dem Bittsteller W. Bianck das gewünschte Gelände unter dem Lutherberg unter folgenden Bedingungen zum Bau zu überlassen: 1) für die m - Klafter ist 1 fl. zu zahlen; 2) das Gelände wird dem Käufer den 1. März 1869 übergeben und muß binnen drei Jahren von heute an mit einem entsprechenden Hause verbaut resp. zu einem Garten angelegt werden; 3) der Käufer hat sich mit den Pächtern des Geländes bezüglich der Ansprüche, die denselben aus dem Pachtvertrag zustehen, zu benehmen; 4) fämmt- liche Kosten der Verbesserung zu tragen und 5) we- gen der Erfüllung seiner Verbindlichkeiten eine Summe von 1000 fl. sofort zu dcponiren. Der von den Ferber'schen Erben vorgeschlagene Vergleich wurde vom Gemeinderath mit dem Anfügen acceptirt, daß zu dem Kaufobject (Haus auf dem Markt gelegen) auch der Hof, das Gärtchen und der Hintcrbau mit Grund und Boden gehörten, und daß die Prozcßkosten, welche die Stadt gehabt, von jenen zurückzuerstatten seien. Hierüber soll alsbald ein förmlicher Vertrag ausgestellt werben. Dev Gemeinverath will unter den obwaltenden Verhältnissen der abgehaltenen Lohrinbenversteigerung seine Genehmigung ertheilen, die Großherzvgl. Obcr- försterei aber benachrichtigen lassen, daß für die Folge kein Lohholz mehr gefällt werd-n soll. Zur Fortsetzung der Anfertigung des städtischen Bauplans wird der weitere Kostenbetrag von 133 fl. 21 ft. für den betreffenden Geometer zur Zahlung genehmigt. Zur Prüfung der uneinbringlichen Ausstände der Stadtkaffe wurden die Gerneinderathsrnitglieder Berg und Weieig ernannt. Der Gemeinderath ist mit dem Vorschlag der kirchlichen Behörde, die Turnhalle während der Restauration der Stadtkirche zum Gottesdienst zu benutzen, einverstanden. Der Gemeinverath billigt die Abgabe der Holznummern 6901, 6855, 6902 und 7337 im Taris- preise zur Anlage der Telegraphenlinie „Frankfurt a. M. — Hanau — Gelnhausen." Der Gemeindcrath beschloß, das gegen H. Becker angetretene Bewcisversahren fortzuführen, und die eingezogenen 150 fl. der Stadtkasse zuzuweisen. Die übrigen Beschlüsse betreffen Angelegenheiten persönlicher Art. Darmstadt, 10. Juni. Die Frage, wohin Garnisonen unserer hessischen Armee-Division zu verlegen seien, ist nun definitiv erledigt. Darmstadt, Offenbach, Worms, Gießen, Friedberg und Butzbach behalten ihre bisherige Garnison; nur Gießen erhält ein vollständiges Infanterie-Regiment, und zwar das zweite, während nach Friedberg und Offenbach je ein Jäger-Bataillon kommt. Die Kriegsstärke unserer hessischen Division, welches die 25. Division vcS norddeutschen Bundeshceres bildet, beträgt 15,000 Mann und 5000 Mann Reserve. Worms, 7. Juni. Bei der evangelischen Geistlichkeit circulirt dermalen eine Petition an die Staats- regicrung zur Unterschrift. Darin wird balvmvglichste Aufhebung der Spielhölle in Nauheim und sofortiges Verbot, an Sonn - und Feiertagen verlangt. — Wie man vernimmt, will Vie evangelische Gemeinde zu Hirschhorn ein Gesuch bei dem Bischof, von Mainz eingeben, ihr eine unbenutzte katholische Kirche in Hirschhhorn zum Gottesdienste zu ^überlassen. Bekanntlich ist das Umgekehrte von Seiten der evangelischen Kirchenbehörde unlängst in Nauheim mit großer Bereitwilligkeit geschehen. Es wird sich nun zeigen können, wer toleranter ist, der Bischof von Mainz oder der Prälat von Darmstadt I Berlin, 12. Juni. Im Reichtage wurde der Antrag, den Bundeskanzler aufzusordern, einen Gesetzentwurf vorzulegen, wodurch das deutsche Han- delsgesetzbuch, die «llgemeine deutsche Wechselordnung, nebst der dazu gehörigen Novelle, als gemeinsame Gesetze des norddeutschen Bundes eingeführt, beziehungsweise, wo sie bereits als Landesgesetze gelten, für Bundesgesetze erklärt werden, angenommen. Berlin, i2. Juni. Der Reichstag nahm oen Antrag des Abgeoidneicn Friedenthal auf subsidiarische Haftbarkeit der Brennerei- Unternehmer an, ferner den Vertrag mit Hessen wegen der Biersteucr und Branntweinsieuer- Eingebracht wurden Gesetze über die Bundesrechnungs-Behörden und die Beschränkung der Spielbanken. Aus Thüringen, 8. Juni. Das zu Ehren der Wesallenen, weleye nach der Schlacht bei Dermbach am 4. Juli 1866 dort bestattet wurden, von dem Großherzog von Weimar unter Betheiligung des Offiziercorps der betreffenden Regimenter gestiftete Dentmal ist bei Dermbach feierlich eingeweiht worden. Die bei jener Affcure betheiligten Truppen Preußens und BaiernS waren bei der Feierlichkeit vertreten, auch der Eommandeur der Mainarmce, General Vogel v. Falkenstein, war anwesend. Derselbe hielt nach den Weihpredigten des evangelischen und katholischen Geistlichen eine kurze Rede, die mit einem Hoch auf den Großherzog von Weimar schloß, worauf er dem Vertreter der baierischen Armee die „Bruderhand auf beständige Freundschaft" reichte. München, 5. Juni. Das Lager bei Schweinfurt soll von 25- bis 30,000 Mann bezogen werden. Als Commandant dieser Truppen wird Gene- ral-Lieutenant v- Hartmann bezeichnet. . Zahlreiche fremde Offiziere werden zu den Uebungen erwartet; die einheimischen, deren Abtheilungen in's Lager nicht commandirk werden, sollen für die Lagerdauer nach Verhältniß Urlaub erhalten, um sich an den Uebungen zu beiheiligen. Eine Verordnung verbietet den activen Offizieren, wenn sie nicht in Urlaub sind, ras Tragen von Civilkleidern; eine andere Verordnung, die schon älteren Datums ist, untersagt ihnen jede journalistische oder sonst publicistische Tyätigkeit, außer für militärische Fachblätter. München, 7. Juni. Der König hat Vie Errichtung einer Versorguugsrnstalt für hülfsbedürftige, erwachsene weibliche Beamtenwaisen zu Neuberghausen, wie sie weiland König Max II. in seinem Testamente angeordnet hat, genehmigt und angeordnet, daß dieselbe mit rem 1. Juli l. I. in's Leben trete und den Namen „Beamtenrelikten-Anstalt Neuberg- Hausen" führe. Auf Grund der in dem Testamente König Max II. getroffenen Bestimmungen ist dieselbe mit einem Capitale von 255,000 fl. aus dem Rück- lasse des Königs Max II. dotirt, und ihr das in Neuberghauscn erbaute Stiftungsgebäude nebst Zubehör zugewiesen. München, 9. Juni. Fürst Hohenlohe begibt sich nach dem Frohnleichnamsfeft, welches in München bekanntlich mit großem Pompe gefeiert wird, an dem die höchsten Würrenträger des Staates Theil nehmen müssen, wenn sie nicht unpopulär werden wollen, auf mehrere Wochen nach Äusser in Steiermark. — Die österreichische Regierung verlangt, daß die über den Inn bei Braunau zu erbauende neue Eisenbahnbrücke mit Minenkammern versehen würve, so daß der Bau mit geringen Mitteln in die Luft gesprengt werden könne; die baierische Regierung hatte keinen Grund, sich gegen diese Liebhaberei zu sperren. — Die in Florenz wegen Verlegung der eng- lisch-ostindischcn Ueberlandungspost nach Deutschland geführten Unterhandlungen haben zu keinem günstigen Ziel geführt; die Franzosen wußten alle von Baiern und Oesterreich gemachten Anstrengungen zu contreminiren. — Es ist bezeichnend, daß der König genau zur selben Zeit, da der Prinz Napoleon nach München kam, sich veranlaßt gefunden, einen Ausflug in's Gebirge zu machen, von dem er erst zurückkehrte, als der Telegraph die Ankunft des Prinzen in Wien meldete. Wien, 7. Juni. Der Kaiser hat den beiden Vertheidigern weiland Sr. Maj. des Kaisers Maximilian, sowie dem Beichtvater, der demselben in den letzten Lebenslagen zur Seite stand, als Zeichen dankbarer Huld Souvenirs gewidmet, welche, bestehend in silbernen Taselservices und einem reichen Pektorale, vor einigen Tagen in Ermangelung eines diplomatischen Vertreters in Mexiko, durch den Baron Rothschild nach Mexiko abgesandt worden sind. Kaiserin Eharlotte hat soeben einzelnen, ihr und dem Kaiser Maximilian nahestehenden Personen ein Erinnerungsblatt zugehen lassen; die photographische Reprocuetion eines jedenfalls nach der eigenen Angabe Ihrer Majestät entworfenen Bildes, den Kaiser darstellend, wie er auf einem halbversinkenden Nachen, eine Flagge an die Brust drückend, hoch aufgerichtet steht. Das Bild enthält den Geburtsund Todestag des Kaisers und die Worte: „Priez pour Lui!“ ^Belgrad10. Juni. Der regierende Fürst Michael^ist heute Nachmittag 5 Uhr während der Promenade im Park von Topschider von drei Individuen überfallen und mit Revolvern niedergeschossen worden. Die Mörder sind angeblich drei Bruder Rarovanovich; einer davon soll ergriffen worden, die anderen entflohen fein. Von den Persönlichkeiten, welche ihn auf dem Spaziergang begleiteten, ist auch seine Cousine Anka Constantinovie, welche tödtlich verwundet worden, ihren Wunden erlegen. Deren Tochter Katharina, ferner der Adjutant, Hauptmann Garaschanin, sowie der Leibdiener des Fürsten sind verwundet. In Folge dieser Vorgänge herrscht hier eine furchtbare Aufregung. Die Straßen sind abgesperrt und ein Cordon von der bewaffneten Macht gezogen. Paris, 8. Juni. Der „Etendard" enthält heuie die von uns bereits signalisirte offieiöse Erklärung, nach welcher die preußische Regierung die Adresse der angeblich 755 Hannoveranern für null und nichtig ansehen, und auch den Urhebern derselben, wenn sie bis zum 1. Juli nach Preußen zu- rückkehren, die Wohlthat der königlichen Amnestie angedeihen lassen wolle. Die preußische Botschaft hat das Aetenstück etn-em Schreibverständigen, Hm. Delarue, zur Begutachtung mitgetheilt, und dieser hat erklärt, daß die große Mehrheit der Unterschriften von derselben Hand herrühre. Paris, 9. Juni. Graf Goltz begibi sich künftigen Sonntag zur Kur nach Ems. Der „Etendard," welcher vieß meldet, fügt hinzu, daß diese Reise keine Verschlimmerung in dem Befinden des Botschafters bedeute. Zur Erläuterung dieser Notiz wollen wir nur bemerken: der „Etendard" weiß, daß er täglich von dem Grafen Goltz gelesen wird. Wie wir hören, wurde der Botschafter des norddeutschen Bundes von dem Kaiser gestern in einer Privataudienz empfangen, in welcher der feste Wille der beidersei- tigen Cabinette, jeden Anlaß zu einer Differenz auch künftig nach besten Kräften fern zu halten, gewisser- maßen auf's Neue besiegelt worden wäre. Wenigstens fließt seit gestern alles, was der preußischen Botschaft nahe steht, von Friedensversicherungen sörm- lich über, und wir glauben sicher Vorhersagen zu können, daß diese Gesinnnung demnächst auch in der Berliner offieiösen Presse einen unzweideutigen Ausdruck finden wird. Wenn Graf Goltz auf Urlaub geht, lacht über dem Quai d'Orsay stets ein wolkenloser Himmel. — Dem „Journal de Paris" ge- hen Nachrichten aus Rom zu, denen zufolge der Papst sich wiederum und in sehr unumwundener Weise geweigert haben soll, dem Erzbischof von Pa- ris Msgr. Darboy den Cardinalspurpur zu verleiben, so daß durch diese Weigerung die Stellung des Hrn. v. Sartiges in Rom sehr schwierig geworden sein soll. Hr. v. Meysenbug habe feine Mission in Rom glücklich zu Ende gebracht, werde aber dennoch Rom nicht vor dem Peter-Paulifeste verlassen. Paris, 13. Juni. Der „Moniteur" sagt, die Pforte betrachte die gegenwärtige Regierung «Serbiens als eine solche, welche alle wünschenswerthen Garantien zur Aufrechterhaltung der Ordnung, der Verfassung und der neuen Gewalt darböte. In der That sei die Ruhe, Dank den zu Belgrad ergriffenen Maßregeln, nicht gestört worden, und cs stehe zu hoffen, daß das Attentat die durch die Anstrengungen des Fürsten Michael erreichten guten Resultate nicht in Frage stellen werde. — Die „Epoqne" sagt, es herrsche Uebereinstimmung unter den Mächten wegen gewissen Eventualitäten in ‘Serbien. Dieselben hätten Vertrauen in die provisorische Regierung, welche durch die diplomatischen Vertreter anerkannt fei. Die Türkei habe erklärt, Alles gut zu heißen, was die Mächte verfügen würden. England. Beim indischen Amte in London sind folgende Depeschen Sir Rob. Napier's eingetroffen: 10. Mai. Theodor's Sohn ist ein Kind, sein Leben würde in Abyssinien nicht sicher fein. Ich bitte um Erlaubniß, ihn und feine Mutter, falls sie es wünschen sollten, von Seiten der Regierung nach Bombay bringen und die Erziehung des Kindes dem hvchw. Dr. Wilson anvertrauen zu dürfen. Keine Versprechungen sind der Mutter gemacht worden, als eine behagliche Versorgung; sie ist augenblicklich krank, Genesung zweifelhaft." — Lager Haikhullut, 16. Mai. In Fortsetzung meines Telegramms vom 10. bedauere ich mitthecken zu müssen, daß die verwittwete Königin Theodor's gestern Abend in meinem Lager starb. Der ihr beigegebene Arzt berichtete, daß der Tod durch eine langwierige Lungenkrankheit verursacht wurde. Wir verschafften ihr alle mögliche Bequemlichkeit und ge- währten ihr während der Krankheit jeden Wunsch. Di? sterblichen Uederrcste werden heute Morgen in der Kirche von Chelicut beigesetzt werden. Gesundheitszustand der Truppen ausgezeichnet." — (Ohne Datum.) „Ihrer Majestät huldreichste Botschaft ist von den Truppen mit großem Enthusiasmus aufgenommen worden. Obrist Milward reist mit dem Postdarnpser am 22. d. ab. Er überbringt Krone, Gewand und Staatssiegel Theodor's, in der Hoffnung, daß Ihre Maj. die Königin Vietoria Huld- vollst geruhen werde, sie als einen Tribut achtungsvoller Pflichttreue und ergebener Loyalität von Ihrer Majestät Armee in Abyssinien anzunehmen." London, 5. Juni. Unter den Ankundigun- gen im Unterhause befindet sich eine von Str G. Stuckley (Mitglied für Varnstaple) angemelCete In- terpellation an den Kriegsminister, ob es nach den Mittheilungen Capitän Hoziers' über den böhmischen Feldzug, die von den Verheerungen berichten, welche der Pallasch der österreichischen Cürassiere, zumal unter den preußischen Dragonern an deren unbedeckten Schultern angerichtet, während die schwere mit Brustharnische versehene Cavallerie wenig Verletzungen davongetragen, nicht gcrathen erscheine, den englischen Soldaten auch eine angemessene Schulter- bedeckung zu geben. — Dem amerikanischen Corre- spondenten der „Times" zufolge hat das Ministerium ces Auswärtigen den preußischen Gesandten ersucht, seine Regierung um Abberufung des Baron Russcrow, der jüngst tue Duellaffaire mit General Lawrence hatte, sowie des Grafen Lottum, der bei jener Gelegenheit als Seenndant figurirte, zu bitten, da beten Handeln im Widerspruche mit den amerikanischen Staatsgesetzen sei. London, 9. Juni. Bei dem Untergange des deutschen Emigrantenschiffes „Lessing," der am 23. Mai bei einer der Shetland-Inseln erfolgte, ist zwar, wie gemeldet, glücklicherweise kein Verlust von Menschenleben zu beklagen, und die Auswanderer, 470 an der Zahl, wurden von den Einwohnern der kleinen Stadt Lerwick gastfreundlich aufgenommen; aber Letztere sind nicht im Stande, für eine so große Anzahl Hülfloser auch nur die Lebensmittel zu beschaffen. Petersburg, 9. Juni. Das, „Journal de St. Petersbourg" veröffentlicht ein Circular ®ort- schakofs's an die russischen Gesandten im Ausland, welches den Vorschlag einer internationalen Conse- renz enthält, zu dem Zwecke, den Gebrauch der Ex- plosiv-Geschosse bei der Bewaffnung der Truppen aus- zuschließen, oder denselben auf Kapselgeschosse zu befebränfen. Moskau, 28. Mai. Heute wurde der Iah- restag der Slawenversammlung durch ein Subscrip- tions-Diner gefeiert. Hr. Pogodin hielt bei dieser Gelegenheit eine endlose Rede über den Panslawismus, in welcher er behauptete, daß die slamen alle eine Sprache, nur in verschiedenen Dialekten, sprä- chcn, worauf er nachwies, daß der russische Dialekt die panslawistische Sprache zu werden berufen sei. Er schloß seine Rede mit Vern Wunsche, daß die Polen, dem Beispiele des verlorenen Sohnes im Evangelium folgend, in den Schooß der slawischen Familie zurückkehren möchten. Es wurde auch per Telegraph ein Gruß an die ezechischen Freunde nach Prag gesendet. Amerika. Nachrichten aus Rio-Janeiro vom 12. Mai melden, daß eine neue Revolution in Banda-Oriental ausgebrochen ist. — Der Kaiser von Brasilien hat in seiner Thronrede bei Eröffnung der Kammern erklärt, der Krieg gegen Paraguay werde mit Nachdruck weiter geführt werden. Die kaiserliche Rede kündigt auch nahe bevorstehende Maßregeln für Aufhebung der Sklaverei an. — Vom Kriegsschauplätze in Paraguay melden Berichte, die am 4. Mai von Montevideo und am 12. von Rio de Janeiro abgegangen, daß der argentinische General RivaS mit 4 -6000 Mann nach dem Gran Chaeo-Walde übergesetzt sey. Newyork, 28. Mai. Hr. Wooley, der wegen Vermittlung der Bestechungen beim Präsidentenpro- zeffc verhaftet worden war, weigert sich noch immer, über die Verwendung der von ihm ausgegebenen großen Summen Auskunft zu geben. — Einem jüngst veröffentlichten Ausweise des statistischen Bureaus in Washington zufolge betrug der Totalgoldwerth des Imports für die drei ersten Monate dieses Jahres 84,067.354 Doll, gegen 96,380,894 Doll, in dem entsprechenden Zeitraum von 1867, und Der Total- golvwerth des Exports 98,816,766 Doll, in diesem, gegen 113,553,295 Dall. im vorigen Jahre.— In Pennsylvanien hat ein Amerikaner, Hr. Douglas, ein Riesenschieferbergwerk angelegt, und beabsichtigt, in demselben ausschließlich deutsche Arbeiter zu be- schäftigen. Da Amerika jedoch arm an deutschen Schieferarbeitern ist, sollen solche aus dem Hunds- rück und dem Harz zur Einwanderung veranlaßt werden. — Die Auswanderung von Farbigen nach Liberia ist im Zunehmen begriffen; auf einem Schiffe wurden am 14. d. 451 solcher Auswanderer befördert, fast sämmtlich Farmer oder Handwerker, die größtentheils lesen und schreiben können. Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr- Chr. Pietsch) in Gießen.