Preis vierteljährlich 36 fr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 51 ft. Gießener Anzeiger. Erscheint wöchentlich drei' mal: Dienstags, Donner« stagi und Samstag». — Expedition: Lanzlridttg Lit. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Areis Kielen. N*. 20, Samstag den 15. Februar 1868. Amtliche Bekanntmachungen. Zu Nr. K. G. 827. Gießen, am 13. Februar 1868. Betreffend: Das Landwehr-Bezirks-Commando Gießen. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Wir benachrichtigen Sie hierdurch, daß das Bezirks «Commando des l. Bataillons des 1. Landwehr - Regiments, Gießen, mit dem gestrigen Tage in seine Amtsthätigkeit eingetreten ist und daß sich die Wohnung des Bezirks-Feldwebels, Oberfeldwebels Hainbach, zu Gießen, Neustadt Nr. 41 befindet. Sie wollen dies in Ihren Gemeinden auf ortsübliche Weise bekannt machen lassen. In Verhinderung des Kreisraths: Kekulö, Kreis ässe ssor. B e r ft e i g e r u n g e n. 908) Dienstag den 31. März. Nachmittags 2 Uhr, soll aus dahiesigem Rathhause die Hofraithe des Georg Heinrich Braun, als: Flur Nr. oKlftr. Vio8 26 Hofraithe auf dem Reicheu- sand, Vtosa 26 Hofraithe daselbst, '/109 45 Grabgarten das., gibt 13 fr., Vtc9a 46 Grabg arten das., gibt 13 tr-, öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 5. Februar 1868. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. _______________Ebel.____________ 917) Donnerstag den 20. Februar, Nachmittags 1 Uhr, sollen in der Wohnung des Schreinermeister Franz Stroh in der Kaplansgasse die der verstorbenen Philipp Krailing Wittwe gehörenden Mobilien, Weißzeug, Bettwerk und Kleider, gegen gleich baare Zahlung versteigert werden. Gießen, den 13. Februar 1868. In Auftrag: ___________Weidig, Ortsgerichtsmann. 907) Dienstag den 25. Februar, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dahiesigem Nathhause die Hofraithe und der Garten, zuin Nachlaß des Johannes Weil gehörend, nochmals öffentlich .meistbietend versteigert werden. Gießen, den 12. Februar 1868. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. Ebel. 916) Mittwoch den 26. Februar, Nachmittags 1 Uhr, sollen in dem Versteigerungslocal des hiesigen Hospitalgebäudes gut erhaltene Möbeln, ein Clavier, mehrere Koffer, Herrenkleider, Weiß- und Leinengeräthc, ein Stück Leintuch und sonstige Gegenstände gegen gleich baare Zahlung versteigert werden. Gießen, den 13. Februar 1868. In Auftrag: ___________Weidig, Ortsgerichtsmann. 899) Dienstag den 17. März, Nachmittags 2 Uhr, soll auf dahiesigem Rathhause die den Conrad Ferber'? Eheleuten zustehende Hofraithe: Flur Nr. oKlftr. Vais 13 Hofraithe in der Kathari- nengasse, offentlidj meistbietend versteigert werden. Gießen, am 30. Januar 1868. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. Verpachtung. 875) Von dem, demKaufungerStifts- f o n d s zugehörigen Gelände auf den Bleichgarten dahier soll 1 Stück Grabland, 125 Klafter groß, Montag den 17. d. Mts., Vormittags 11 Uhr, auf dem hiesigen Rathhause auf 6 oder 9 Jahre öffentlich verpachtet werden. Gießen, den 11. Februar 1868. ______C. Fuhr. 870) Dienstag den 18. Februar, , Vormittags 11 Uhr, sollen mi Gasthaus zum Prinzen Carl dahier zwei fehlerfreie starke Zugpferde, 7 und 9 Jahr alt, gut eingefahren, sowohl einspännig als auch zusammen, sowie ein gut gebauter Victoria-Wagen mit vollständigem Pferdegeschirr, gegen gleich baare Zahlung versteigert werden. Gießen, den 14. Februar 1868. In Auftrag: Weidig, Ortsgerichtsmann. Holzverfieigerung im Gießener Stadtwalde. 872) Montag den 17. d. Mts., von Vormittags 9 Uhr an, soll in dem Gießener Stadtwalde, Distrtc- ten Hegstrauch, Katharinenhütte und Stol- zenmorgen, nachverzeichnetes Holz öffentlich versteigert werden, als: 51/2 Stecken Eichen-Scheidholz, 23 Vt „ „ Prügelholz, 393/4 „ „ Stockholz, 1253 Wellen „ Reisholz, 1030 „ Birken-Besenreiser, 6 Stecken Nadel-Stockholz, 842 Wellen „ Reisholz, 231 Eichen-Stämme mit 6729 Cubikfuß, 571 Nadcl-Lckangcn „ 440 „ ^Die Zusammenkunft ist auf der Licher Straße am sog. Fichtenkopf. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 1. Juli d. I. gestattet. Bemerkt wird, daß die Birken- Reifer in ganzer Länge aufgearbeitet sind und sich zu Besenreisern eignen. Die Großh. Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen. Gießen, den 10. Februar 1868. Großhcrzogliche Bürgermeisterei Gießen. ________________Vogt._____________ Fruchtversteigerung. 874) Die dem Kaufunger Stiftsfonds zugehörigen Früchte, als: 30 Malter Korn und 45 „ Hafer, sollen Montag den 17. d. Mts-, Vormittags 10 Uhr, auf dähiesigem Rathhause öffentlich versteigert werden. Gießen, den 11. Februar 1868. C- Fuhr, Hofgcrichts-Advocat. Holzversteigerung im Watzenborner und Steinberger Gemeindewalde. 909) Donnerstag den 20. d. Mts. sollen in dem hiesigen Gemeindewalde, Districten Triesch, Goldkopf und Pohlheimer Wald, nachverzeichnetc Holzsortimente versteigert werden, als: 3 Stecken Eichen-Prügelholz, 575 Wellen „ Reisholz, 2 Stecken Nadel-Scheidholz, 10 „ „ Prügelholz, 343/4 „ „ Stockholz, 2550 Wellen „ Reisholz, 9 Eichen-Stämme von 6 bis 14 Zoll Durchmesser und 20 bis 30 Fuß Länge, 73 Cubikfuß enthaltend, 44 Eichen-Stangen von 3 bis 5 Zoll Durchmesser und 15 bis 35 Fuß Länge, 121 Cubikfuß enthaltend, 168 Nadel-Stämme von 6 bis 14 Zoll Durchmesser und 20 bis 70 Fuß Länge, 3128 Cubikfuß enthaltend, 430 Nadel - Stangen von 2 bis 5 Zoll Durchmesser und 20 bis 55 Fuß Länge, 864 Cubikfuß enthaltend. Der Anfang ist zur bestimmten Stunde am Triesch, an der Grüninger Straße. Watzenborn, am 12. Februar 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Watzenborn. Sch äfer. Holzversteigerung in der Fürstlichen Oberförsterei Lich. 882) Künftigen Montag, den 17. d. Mts., Morgens 9 Uhr, sollen im Districte „Münchwald", zunächst Burkhardsfelden, auf dem Schlagweg an- sangend^ versteigert werden: 69 Stecken 10- und 15füßige? Eichen- Prügelholz, 184 Stecken Eichen- u. Tannen-Stockholz, 16000 Wellen „ „ „ Reisholz, 300 Stämme geringes Eichen - Bauholz - 4722 Cubikfuß. Lich, am 10. Februar 1868. Holzversteigerung. 919) Donnerstag den 20. Februar I. I-, von Morgens 9 Uhr an, soll im Leihgesterner Gemeindewalde nachverzeichnetes Holz, als: 18 Stecken Eichen-Scheidholz, 27 „ „ Prügelholz, 79 „ „ Stockholz, 129 Eichen-Stämme von 6'/, bis 22 Zoll Durchmesser und 10 bis 40 Fuß Länge, versteigert werden. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Credit bis zum. 30. Juni d. I. gestattet. Leihgestern, am 12. Februar 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Leihgestern. ______________Heß.______________ Holzversteigerung. 878) Die iw Gießener Anzeiger Nr. 19 auf den 18. d. MtS. anbcraumte Holzversteigerung kann eingetretener Hindernisse wegen nicht an diesem Tage, sondern an dem darauf folgenden Mittwoch, dem 19. d. Mts., in der angegebenen Zeit abge- haltcn werden. Oppenrod, den 13. Februar 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Oppenrod. Weis. 884) Montag den 17. Februar und die darauf folgenden Tage, jedesmal von Nachmittags 2 Uhr an, lassen die Simon Löb's Erben in der Be- Für Küfer. 918) Künftigen Mittwoch,'den 19. d. Mts., des Vormittags 10 Uhr, sollen die der Gemeinde Trohe zustehenden circa 2000 Stück Weiden, zu Küfer-Reifen sich eignend, an den Meistbietenden versteigert werden. Trohe, den 13. Februar 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Trvhe- Schwarz. Fürstliche Oberförsterei Lich. Eigenbrodt- Hausung des Herrn Emil Junker auf dem lvlluu,. Herweg gut gehaltene Mobilien, darunter! Der Anfang ist zur bestimmten Stunde ein Piano, eine goldene Standuhr, ein1 im Ort. Secretär, sowie Weißzeug, Bettzeug, Kleidungsstücke u. s. w-, gegen baare Zahlung öffentlich meistbietend versteigern-___________ 893) Crbvertheilmrgshalber soll Montag -en 17. Februar I., um 10 Uhr beginnend, das Gossische Besitzthnm in Großen-Linden, bestehend aus: Wohnhaus für zwei Familien, Fabrikgebäude, großen Keller- und Lagerräumen, Scheune, Stallung, Re- mise rc., nebst zwei angrenzenden Gärten, mit guten Obstbäumen bepflanzt, öffentlich meistbietend versteigert werden. Uebernahme bei sehr günstigen Zahlungsbedingungen pr. 1. April d. I. Bemerkt wird, daß in diesem Besitzthnm seit 30 Zähren mit bestem Erfolge Essig-, Sprit- und Liqueur-Fabrikation betrieben wird und es sich vermöge seiner Räume auch zu jedem andern Geschäft eignet. Ferner kommen noch mehrere Grundstücke, in dortiger Gemar- kung gelegen, zum Verkaufe.. Feilgebotenes. 877) Ein Haufen Mist ist zu verkaufen im Darmstädter Haus. 873) Junge Rattenpinscher sind zu verkaufen. Zu erfragen bei C. Schneider, im Darmstädter Haus. fl. - für Gesunde so- )? Y Y> 7) *h T) T) 1. 1. 1. 1. Flasche Y! n n 7) fr., T) 5> T) Y) 48 6 18 24 30 911) Abgabe von rothen Bordeauxweinen über die Straße gegen Baar mit Flasche, welche zu 6 fr. wieder zurückgenommen wird: 18631* totes boii ordinairc; pr. 18591* St. Jtilien, 18581* St. Estephe, 18581* JPontet tauet, 18641* tesgl., Wegen ihrer wohlthätigen Wirrung sind wohl, wie für Leidende sehr zu empfehlen. gute Bordeauxweine , Gebr. Ebel. (°)UUMZNSUSMUZSa»MU»S»SM»SUD 9.14) Außer meinen bekannten Modeartikeln führe ich jS B nunmehr auch alle Arten Futterzeuge, insbesondere Shirting, W H sowie Garne, Schnur, Zwirn, Nadeln 2c., welches ich zu billigen B g Preisen empfehle. Julius Landauer. g C)ZSUS»SMS»SUSM«»SSSSSSS«SW Die von vielen medieiuifcheu Autoritäten anerkannte und durch glänzende Zeugnisse bewährte Bruchsalbe für Unterleibs Bruchleidende von Gottl. Sturzenegger! in Herisau, Canton Appenzell (Schweiz), ist fortwährend frisch und ächt sowohl von demselben zu beziehen, als auch durch Hrn. G. Bleicher, Großhcrzogl. Hessischem Hofbandagist in Mainz, und Hrn. Apoth. I. B. Lindt in Frankfurt a. M., SchnurWsse 58, Preis pr. Topf Fl. 3, enthält keine schädlichen Stoffe, Heilung, ohne Entzündung, in weitaus den meisten Fällen sicher. Gebrauchsanweisung und Zeugnisse zur vorherigen Uebrrzeugung auf Verlangen gratis. Reichhaltiges Lager in Bruchbändern. (903) \ Ausverkauf! 861) Wegen Aufgabe des Geschäfts Vollständiger Ausverkauf sämmtlicher Waaren bei Gebrüder Heß, Kreuz. Frachtbriefe für die Main-Weser- und Cöln-Mindener- Eisenbahn, sowie fämmtliche zollamtlichen Formulare, sind zu haben bei Wilhelm Klee, Mäusburg. 936) Die erwartete Sendung ächter Levante-Schwamme (feine Waschschwämme), ist eingetrosfen und empfehlen wir solche zu billigen Preisen. I. A- Busch Söhne.. 880) 5 bis 6 Wagen Mist sind äußerst billig abzugeben. Näheres bei der Exped. d- Bltts.___ Weißer flüssiger Leim von Ed. Gau diu in Paris. 905) Dieser geruchlose Leim wird in kaltem Zustand zum Leimen von Porzellan, Glas, Marmor, Holz, Kork, Pappendeckel, Papier angewendet, und ist unentbehrlich in den Haushaltungen und Verwaltungen, pr. Flasche 14 und 28 fr. In Gießen bei Ernst Hermes, __________________________Materialist. 930) Vorzügliches L ich er Flaschenbier, a 6 fr., sowie Frankfurter Bier, ä Flasche 7 fr., empfiehlt I. Fromm, vormals L-Nern, Schloßgasse. 886) Geschälte und ungeschälte Aepfel- schnitzcn, getrocknete Zwetschen billigst bei & Georg Jughardt, Marktplatz. I Holzhau bei Frauenstein im Königreich Sachsen, den 20. Juli 1867. Herrn R. F. Daubitz, I Berlin, Charlottenstraße 19. a 898) Seit vielen Jahren schon quälte | ich mich mit Magenbeschwerdeu, die von W Zeit zu Zeit so sehr auftraten, daß ich $ keine Rächt ruhigen Schlaf hatte. Ich S habe gegen dieses so lästige Uebel viel- M fach verordnete Mittel, (die mir schweres V Geld kosteten), gebraucht, ohne irgend S einen Erfolg gehabt zu haben. 0 Jetzt, wo ich seit einiger Zeit Ihren, j mir von vielen Seiten angerathenen Liqueur trinke, (ich entnehme denselben aus Ihrer Niederlage von F. Richter in Frauenstein), befinde ich mich fehl' wohl, die Schmerzen haben bedeutend nachgelassen und habe ich auch jetzt wieder einen ruhigen Schlaf. Ich kann daher aus voller Ueber- zeugung Allen diesen außerordent- lichen, wohlthuend wirkenden Liqueur als ein reelles Haus- miktel empfehlen und werde ihn auch bei mir nie wieder ausgehen lassen,- denn er ist mir in Wahrheit ein Bedürfnis geworden. Nehmen Sie rc. _ Carl Zinke. . Liqueur „Daubitz" ist zu haben in Gießen bei Julius Wallach, in Allendorf a. d. Lüa. bei H. W. Moll, | ;n. Hungen bei Aron Büch und in Lich | bet H. C. Bingmann. 925) Cotillon-Ordcn und Ballhandschuhe sind frisch angekommen bei ______Ph. Schlatter. Geschälte Erbsen, Gold-Erbsen, gewöhnliche Erbsen, Linsen, Bohnen u. dergl., in gutkochender Prima-Waare, billigst bei Georg Jughardt, (885)___Marktplatz.________ Theerseife,4"„”"rT*"" * wirksantstes Mittel gegen alle Hautunreinigkeiten, empfiehlt ä Stück 18 fr. (904) Julius Wallach. 887) Einschlag-Garne bei A-Haubach, Mäusburg. Defen und Kochherde in allen Arten und großer Auswahl empfiehlt (894) " I. G. D. Bapst. 900) Flachsbrechmafchinen in vorzüglicher Art verfertigt der Unterzeichnete pr. Stück 12 fl. franco Bahnhof Gießen. Bestellungen bittet derselbe mündlich oder durch portofreie Briefe bei ihm machen zu wollen. Heinrich Stehr, in Windhausen (Kreis Alsfeld.) Verkauf gebrauchter Wagen, als: Calechen mit Glas-Verdeck, sowie mit Landau-Verdeck, ein- und zweispännige Coupö's bei B. Roth, gr. Eschenheimerstr. 54, (906)' in Frankfurt a. M. 923) Sehr guter Meerrettig ist zu haben Lit. C. Sir. 144 am Tiefenweg. 902) Vorräthig in jeder Buchhandlung ist das berühmte Buch des Dr. Werner: Wegweiser zur Hilfe für alle Kraute. Preis 21 fr. Dasselbe ist binnen 3 Jahren bei mehr als 30000 Kranken verbreitet und ebensoviel Kranke, welche zum großen Theil für unheilbar gehalten wurden, verdanken ihm ihre Genesung. Soeben neu gedruckt, ist es für 6 Sgr. in allen Buchhandlungen zu bekommen. Zeugniß: Mein ganzes Leben war eine ununterbrochene Kette schwerer körperlicher Leiden, die meine Rathgeber bald mit diesem, bald mit jenem Namen benannten, mir aber dennoch nicht halfen. Ich war und blieb krank — bis ich, durch da? Dr. Werner'sche Schriftchen belehrt, den Weg zur Hilfe fand. Jetzt bin ich gesund und werde es, Dank diesem trefflichen Buche! hoffentlich auch bleiben. Ich empfehle es deshalb allen Leidenden aus vollster Ueberzeugung. N. N. Amerikanische 924) haft bewähren PH. Schlatter. Nähmaschinen für häuslichen und gewerblichen Gebrauch empfiehlt unter Garantie und macht außer diesen auf Handmaschinen mit Doppelsteppstich aufmerksam, die sich im eigenen Gebrauch äußerst vortheil- 888) Einschlag-Garne^ Prima-Qualität, zu sehr billigen Preisen, bei Fricdr. Emil Loos, auf der Mäusburg. 891) H 0 U , 100 Centner, beste Sorte, ist zu verkaufen. Bei wem? ist bei I. Rothenberger am Lindenplatz zu erfahren. 920) Die Erben des Peter Vogt I. dahier beabsichtigen ihr, Ecke der Flügelsgasse gelegenes Wohnhaus, nebst verlangt werdendem Hofraum daran, sowie die daran stoßenden Hintergebäude, ferner die in feer- genannten Gasse gelegene Scheuer, sowie einen an die Schoor stoßenden Garten, im Ganzen, oder auch getrennt, aus freier Hand zu veräußern. Kaufliebhaber wollen das Nähere im Hause selbst entgegennehmen. B e r m i e t h u n g e n. 931) Ein Familienlogis ist zu vermie- then und am 15. April beziehbar Lit. A- Nr- 258, Schloßgasse.______________________ 934) Ein kleines Logis ist zu vermiethen und sogleich zu beziehen bei CH- Hellmold Wittwe, Löwengasse. 928) Eine Stube mit Bett ist zu vermiethen bei A- Velde, Kirchenplatz Nr. 23. 922) Ein Familienlogis, aus 4 Zimmern nebst Zugehör bestehend, Sommerseite, Seltersweg, ist zu vermiethen und am 1. Mai zu beziehen. Näheres bei der Exped. d. Bl- 929) Im Heyer'schen Hause ist eine Stube, mit oder ohne Möbel, ahzugeben. 897) Der untere Stock meines Hauses auf dem Seltersberg ist zu vermiethen und am 1. Mai zu beziehen- ______________Balthasar Kann. 927) Das Familienlogis in meinem Hinterhause ist Anfangs Mai anderweit zu vermiethen- Gg. Burckhartfe. 881) Ein möblirtes Zimmer ist zu vermiethen bei G- H- Balser, Glaser, Seltersweg. 895) Ein Logis, bestehend aus zwei Zimmern, Kammer re., ist zu vermiethen bei___Fr. Semmler. 863) Ein freundliches, möblirtes Zimmer ist am Canzleiberg Lit. B. Nr. 67 billig zu vermiethen._________________________________ 865) Im „Russischen Hof" sind La- gerräume zu vermiethen.__________________ 866) Zwei möblirte Zimmer sind zu vermiethen bei Wernharfe Brück, ________________________Flügelsgasse. 862) Ein freundliches, möblirtes Zimmer mit Cabinet in einer Gartenwohnung ist zu vermiethen und sogleich zu beziehen- Näheres bei der Exped- d- Bltts- 869) Im „Russischen Hof" sind meh- rere möblirte Zimmer zu vermiethen- 861) Ein Familienlogis ist zu vermiethen und sogleich zu beziehen bei Fr- Fürst, in der Neustadt- 876) Mein in der Marktstraße gelegenes elterliches Wohnhaus, Lit- D. Nr- 211, ist im Ganzen zu vermiethen; auch bin ich Willens, wenn sich Liebhaber dazu finden, dasselbe aus freier Hand zu verkaufen. Fritz Möhl, Metzger- Vermischte ii. Friedrich Preußische Lebens- und Garantie- ien-Gesellschast zu Berlin. 910) Wir bringen hiermit -zur öffentlichen Kenntniß, daß wir dem Herrn H. Krauskopf in Gießen eine Agentur unserer Gesellschaft übertragen haben. Cassel, am 21. Januar 1868. Die Subdireetion des Friedrich Wilhelm- Emil Fränckel. Bezugnehmend auf obige Bekanntmachung, empfehle ich mich zum Abschluß von Lebens-, Aussteuer- und Begräbnißgeld-Versichernngen zu billigen festen Prämien und ertheile gern jede gewünschte Auskunft, sowie Prospeete- Gießen, am 12- Februar 1868- H. Krauskopf, Agent des Friedrich Wilhelm. 912) Unterzeichnete zeigt hiermit ergebenst an, dasi sie von jetzt an S t r o h h ü t e zum Waschen und Fa^on- niren, unter Zusicherung schnellster und bester Besorgung, entgegennimmt. Elise Frech, B. 19. Vermiete Person. 915) Ein Mann von 52 Jahren hat sich vor einigen Tagen aus seiner Heimath (einem benachbarten Städtchen) entfernt und ist bis jetzt nicht dahin zurückgekehrt. Da ihm niöglicher Weise ein Unglück zugestoßen ist, so werden Diejenigen, die über seinen Aufenthalt Auskunft geben können, oder seine Leiche finden sollten, gebeten, hiervon auf dem Polizeibürean zu Gießen gegen eine Belohnung von 33 fL schleunigst Anzeige zu machen. Der Mann ist mittlerer Statur, hat braune Haare, keinen Bart, etwas blasses, krankhaftes Ausfehen und trug eine schwarze Hose, zwei graue Buckskinröcke, blaue Tuchkappe, ein Hemd, gezeichnet G. H. Mtnsversicherungskank f. D. in Gotha. 868) Die Geschäftsergebnisse dieser Anstalt im Jahre 1867 waren sehr günstiger Art- Durch einen reichen Zugang an neuen Versicherungen (2379 Pers, mit 5,052700 Thlr.), welcher nächst dem Jahre 1865 größer war als in irgend einem anderen Jahre, ist feie Zahl feer Versicherten auf 31000 Pers., feie Versicherungssumme auf 56,400000 Thlr-, feer Bankfonds auf 14,600000 Thlr- gestiegen. Bei einer Jahreseinnahme von 2,600000 Thlr- waren nur 1,140000 Thlr. für 650 gestorbene Versicherte zu vergüten, welcher Betrag wesentlich hinter der rechnungsmäßigen Erwartung zurücksteht und den Versicherten eine abermalige hohe Dividende in Aussicht stellt. In diesem und den nächsten Jahren werden über Zwei und eine halbe Million Thalcr vorhandene reine Ucberschüsse an die Versicherten vertheilt, was für das Jahr 1868 eine Dividende von 36 Proz. und für 1869 eine solche von 39 Proz. ergibt. Versicherungen werden vermittelt durch: Hofger.-Advoeat F. Krauskopf in Gießen, Gutspächter Dr. Groß in Lich, Oskar Ehrhardt in Marburg. fl. Wohnungs-Berän-erung Für Ansivan-errr I. Erb, Schuhmacher. Haupt-Agentur von C. W. Dietz am 1 Doll, in Gold 2 27-28 9 9 9 9 Pr. Cass. Sch. Div. Cass.-A. Pr. Friedrdor. Pistolen . . „ doppelte Holl. ft. 10 St. 4478-451/8 571/2-581/, 49-51 50-52 54-56 37-39 30-31 54-58 50-52 2,239,858 2,468,267. 78,858,357. 2,728,603. Frischöücker zu Hießen. Sonntag den 16. Februar. Jakob Vogt in der Wallthorstraße. August Noll auf der Mäusburg. Christian Noll Wittwe ift der Neustadt. Die Pfarrgeschäfte in der nächsten Woche besorgt Pfarrer Landmann. Mäßige Präniiensätze. Schleunige Ausfertigung der Policen. Darlehne auf Policen. Prompte Auszahlung bei Todesfällen. Im Monat Januar sind eingegangen: 2043 Anträge über. . ....... Jahres-Einnahme Versichertes Capital Bis 31. December 1866 bezahlte Versicherungssumme Kirchliche Anzeigen Evangelische Gemeinde zu Hiessen. G o t t e s d r e n st. Am 16. Februar. Morgens: Pfarrer Landmann. Nachmittags: Pfarrer Dr. Seel. 896) Geübte Schuhmacher stnden für sich und ihre Gesellen dauernde und lohnende Beschäftigung in der Schuhfabrik von Dreschfeld & Wallerstein, tu Offenbach a. M. . Katholische Gemeinde. Getaufte. i Den 10. Januar. Dem Bürger zu Dürnberg und Schneider dahier, Heinrich Wilhelm Hofmann, eine Tochter, Johanna, geboren den 26. December 1867. ^Den 2. Februar. Dem Bürger zu Mainz und Secretär bei der Direction der Main - Weser - Eisenbahn , Ulrich Joseph Moyat, ein Sohn, Ernst August Joseph, geboren den 2. Januar. Beerdigte. ".25. Januar. .Joseph Rauhegger aus Auszcrwillgraten im Kaiserreiche Oesterreich, alt 39 I., gestorben den 22. Januar. ® en 28. Januar. Simon Neunzerling s^rt, Königl. Preuß. Amt Runkel, alt 1J 4 M- 21 T-, gestorben den 26. Januar. Beerdigte Den 9. Februar. Heinrich Rausch von O eh ringen im Königreich Würtemberg, alt 18 I., gestorben den 7. Februar. Den 11. Februar. Heinrich Schuchardt von Busenborn, Kreis Schotten, alt 23 I., gestorben den 9- Februar. Den 12. Februar. Marie Elisabeth Bfeffer, geborne Brutinelle, Wittwe des ver- torbenen Großh. Kreisarztes, Dr. Georg Friedrich Pfeffer, alt 75 I. 11 T-, gestorben den 11. Februar. Crermaaiia^ Lebensversicherungs - Xrticn - Gesellschaft in Stettin. Grund-Capital: 5,250,000 Gulden Süd. Währ Getaufte. Den 8. Februar. Dem Bürger zu Heldenbergen und Vorsteher einer Privat- chule dahier, Dr. Karl Landmann, ein Sohn, ^st^l Ludwig Hermann Peter, geboren den 18. December 1867. .Den 9. Februar. Dem Bürger und Arbeiter auf der Cöln-Gießener-Bahn, Martin Kröcker, ein Sohn, Philipp Georg, geboren den 25. Januar. D enselben. Dem Bürger und Schneidermeister,^ Karl Friedrich Ramspeck, ein Sohn, Wilhelm Ludwig Philipp Konrad, geboren den 25. December 1867. Denselben. Dem Bürger zu Hersfeld und Färber dahier, Johannes Münscher, ein Sohn, August Karl Jakob, geboren den 8. Januar. Denselben. Dem Bürger und Kaufmann, Johann Christian Retter, ein Sohn, Wilhelm Christian Friedrich, geboren den 21. December 1867. ®en 11. Februar. Dem Bürger und Gastwirth zum Russischen Hof, Georg Schmehl, ein Sohn, Ludwig Wilhelm Fried- rtch Philipp Johann Emil, geboren den 21. Januar. Actlen. Frankf. Bank 126 Oester. Bank 718 „ Creditact. 189t/2 Darmst. Bankact. 220 I Zur gefälligen Beachtung! .901) In vorkommenden Fällen empfehle ich mich hiermit einem geehrten Publikum "7^ar«tvr bei Versteigerungen vonHaus- gerathschaften aller Art, als: Möbeln, Bet- ten, Weißzeug, Gold- und Silbersachen -c., unter Zusicherung der pünktlichsten und ge- ^wtßenhaftesten Besorgung, des mir Aufge- tragenen. — Zugleich offerire ich meine Dienste als Mithelfer bei Versteinerungen. Isaak Rothenberger, Lindenplatz. Büegee-CLrsb 921) Wir bitten, bezüglich der Einführung von Damen zu Tanzunterhaltungen, die auf der Rückseite der Ballkarten stehende Bestimmung gefälligst zu beachten. D er Vor st and. Typogranhia! - 17. II. - Prioritäten. 5% östr. F. St. E. B. 25414 Ludwigsh.-Bexbach 157t/2 Maxbahn 107 Bayer. Ostbahn 1193/s Hess. Ludwigsbahn 131 /g Nassau fl. 25 b. Roth. — Gr. Hess. fl. 50 b. R. 144'/2 Gr. Hess. fl. 25 b. R. 42hg 40/o bayr. Präm. Anl. 100 */4 4% badische Loose 983/< Badische fl. 35 Loose 511/4 1858r Prioritätsloose 131st2 1860r Loose 71y2 1854r „ 82 5<>/o National 55 hg 5% Metall. Obi. 47t/2 M. steuerf. 50 i/g Amer. 60/0 1881r Bds. 773/, „ 60/p 1882r 757g Prospekte und Antragsformulare durch die Hauptagentur f.n.1. d„ch e,m„ HÄkÄ Rechner Schmidt in Londorf. Kopulirte. Den 9. Februar. Wilhelm Karl Philipp Christian Martin Schwall, Bürgerund auf ' Gießener - Bahnhof, -E^^ersundKustchers, Heinrich Schmoll' ehelicher Sohn, und Marie Johannette Wilhelmine Weber, des Bürgers und Schneidermeisters, Philipp Weber, eheliche Tochter. Denselben. Johannes Münscher, Bürger zu Hersfeld uud Färber dahier, des Burgers und Posamentiers zu Hersfeld, Johannes . Münscher, ehelicher Sohn; unL Helene Friederike Frey, des Bürgers zu Groß- bieberau und Güterwiegers auf der Main- Weser-Bahn dahier, August Frey, eheliche Tochter. 933) Sonntag den 16. Februar, von , .... ,Abends 6 Uhr an: I in ®ie$en expedirt wöchentlich'mit den vorzüg Tanzmusik 879) Den geehrten Damen empfehle ich mich m allen Putzarbciten: auch werden Hute zum Waschen, Färben und Faeonni- ren angenommen und schnell und pünktlich besorgt. Betty Rothenberger, _____________Neuenweg B. 195. 871) Ein schwarzer rauhhaariger Dachshund ist entlaufen. Der Wiederbringer erhält eine sehr gute Belohnung von Jäger Zinßer bei Herrn Baron v. Rabenau in Fried elhausen. AÜX LECTEURS D ALLEMAGNE, D’AUTRICHE ET DE SUISSE A ?artir1 ru. Vr Janvier 1868, MM. HAASENSTEIN & VOGLER et RÄUIde i’"1«rrn oWIlÄ S/M-, Hambourg, Berlin, Leipzig, Vienne FAnt ' h ’ Ti SkULS charges de recevoir, dans tonte l’Allemagne, PFNDAKrrr annonces et reclames destinees ä L’INDE- Z °est donc SXCLUSIVEMENT ä leurs maisons rofitXXl S adr®!s?r, personnes de ces divers pays qui ddsireraient prohter ,de la pubhede de L’INDEPENDANCE. L Administration de l’Independance beige ä Bruxelles. 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' JBill;)etmtne Fuhr. § Auswanderer / befördert billigst jfc Chrisiian Wallenfels, jun, S Im -ecorirten Saale -es Caf« Leib 932) Sonntag den 16. Februar 1868: < irru.N franeaise ÄWW dst Jtirrrtion Allhssf unb Blumruseld. ÄS i’"B*a (->, Sonntag den 16. Februar 1868: , Montag den 17. Februar: Eine qroße Borste!luna Anfang halb 8 Uhr Abends, geben wird. J' 849) Hierdurch mache ich die ergebenste d-m **M*tafc 3u zahlreichem Besuch ladet eraebenit ein ?>;, INebenhause des Herrn M. Heß, am Eck ~ ----— u ^icccnon. der Hintergasse, wohne. Borsennachrichten. 13. Februar 1868. Preuss. 4>/2o/g Obi. 95 Frankf. 31/20/0 Obi. 817g Nass. 4i/2% Obi. 94stg Kurh. 4»/0 Obi. 893/t Hess. 40/g Obi. b. Roths. 90*/s „ 3*/2o/o do. do. 833/. Bayer. 5% Obi. 101s/8 » 4>/2% 1jährige 933/4 n 4t/2% t/iiährige 94*/s Wiirtemb. 4i/20/0 Obi. 94i/8 Baden 41/2°/0 Obi. c. E.L. 94»/a Oestr. 5% b. R. 627z, en.ix Strohhüte nehme ich zum Waschen za ,tne alte renomnifrte Feuer - Bersicherunas- und Farben an und erhalten dieselben die f^"f\WLein‘" tl,äti"™ ä8™‘“ * »»0 Um. SÄrb-,g. i, »„ K?" .?ewerber belieben ihre Offerten mit Angabe ihres sonstigen----------------------- rkungSkreises unter ,K. C. poste restante Darmstadt'' franco emzureichen. Wechsel. Amsterd. k. S. 1003/s Augsb. k. 8. 993/4 Berlin k. S. 105 Bremen k. 8. 973/4 Cöln k. S. 105 Hamburg k. 8. 88 >/2 Leipzig k. 8. 105 London k. 8. 119*/2 Lyon k. 8. — Paris k. 8. 95f/g Wien k. 8. 1015/s Disconto 3% G. Geldwerten. Ducaten . . 5 20 Frankenst. 9 Engi. Souver. 11 Russ. Imper. 9 Fenilleton. Gespräch eine von (Hierzu eine Beilage.) dem war, daß ten Vetter und Düse. Eine Familiengeschichte. greifen alle Schwierigkeiten. „ u . Unter diesen Verhältnissen, wo die wichtigsten Interessen des Kaufmanns Herrn Balder beschäftigten, wo förmlich Wohl und Wehe seiner Familie und der Erfolg der Thätigkeit eines ganzen Lebens auf dem Spiele stand, war es dem Commerzienrath nicht zu verdenken, daß er dem Befinden seiner Tochter keine große Aufmerksamkeit zuwandte, geschweige denn gar Vie Veränderung bemerkte, welche mit Ihnen vorgegangen war. Henriette, die kräftige, blühende, wohlbe- | leibte, war blaß und mager geworben, unv zeigte einen gedankenvollen dornst, der ihr seither ganz fremd gewesen war. Iva dagegen fand keinen Geschmack mehr an Romanen, sondern trieb entweder emsig italienische Sprachstudien oder vergrub sich in die Einsamkeit ihres ZimmcrchenS. Dieß alles aber war dem Vetter Buchhalter nicht entgangen, und er hatte Den Schlüssel zu Henriettens unruhiger, aufgeregter Stimmung , wie zu Iba s stiller Träumerei. Er wußte von dem abwesenden Vetter, wie sehr derselbe tn Henrietten verliebt war, unv schloß aus dem Gemüthszustand dieser, daß auch sie die Neigung des Vetters erwiederte. Ebenso hatte er auch den Grafen Da- miani nicht aus dem Auge verloren und deutlich wahrgenommen, welche Muhe sich derselbe gab, Jda's Herz und Verirauen zu gewinnen, — ein Vorhaben, welchem sich der Buchhalter jedoch alles Ernstes zu widersetzen und bas er zu vereiteln gelobt hatte, so sehr auch Frau AlbertinenS Eitelkeit und mütterliche Schwäche die Werbung des Fremden zu begünstigen schien. Eines Abends kam der Buchhalter vom Comptoir nach Hause und fand Paulinen allein, um sein Abendbrod zu theilen Die Tante und die Cousinen waren ausgebeten, und der Commerzienrath ebenfalls rn einen geselligen K e.s von Bekannten gegangen, der ihn an gewissen Abenden in Anspruch nahm. Solche Fälle kamen öfter vor, und die Commcrzienräthin, welche jedes Zusammensein PaulinenS und des Buchhalters zu vereiteln suchte, pflegte dann meist schon am Mittagstische eine Andeutung fallen zu lassen, daß sie wünsche, Rudolph möge sein Abendbrod auswärts einnehmen. Heute schien sie es übersehen zu haben, so gönnte die ihrem Vetter noch ' (Fortsetzung.) , Diese Hinveutung auf das bevorstehende Scheiden gab andere Wendung, und da sein Entschluß nicht zu erschüttern Commerzienräthin in schlauer Berechnung Henrietten und , einige Stunden ungestörten Beisammenseins und Austausches. Nach dem Diner fuhr er in de« Commerzienraths Equipage auf den Bahnhof; Onkel Gottfried und seine Töchter begleiteten ihn dahin; auf dem Bahnhofe selbst wartete der Vetter Buchhalter, nahm den Holländer etwas beiseite und händigte ihm nach einer kurzen Unterredung noch ein Päckchen ein; welches der Reisefertige sorglich in der Brusttasche verwahrte, ehe er sich wieder zu den Anderen wandte. Der Zug fuhr vor, die Flügelthüren des WartesaaleS wurden geöffnet, die Scheidestunve schlug. Robert umarmte den Oheim und Iba, druckte dem Luch. Halter noch die Hand, und kehrte sich jetzt zu Henrietten, welche laut schluchzte „Auf Wiedersehen, meine liebe, theure Henriette!" flüsterte er ihr zu und schloß sie in seine Arme und der Kuß, welchen er auf ihre Wange druckte, war länger und zärtlicher, als sich wohl für einen einfachen Vetter paßte. „O, mein Geliebter!" flüsterte sie zurück; „schreib mir bald oder ich sterbe vor Sehnsucht nach Dir!" , o , . „Morgen schon! morgen von Frankfurt au«, mein süßes Leben, erwie. derte der Vetter; „laß schriftlich uns sagen, wie viel wir uns gegenseitig sind Dann noch eine Umarmung, ein Kuß, ein Händedruck, und der Vetter eilte in den Waggon, und ehe er sich noch recht bequem gemacht, brauste der Zug da- und in die dunkle Nacht hinein. und die beiden Verwandten waren daher mit einander allein und ergaben sich einem harmlosen Geplauder. Pauline hatte viel natürlichen Verstand, l» sogar Geist und etwa« Humor, und ihre innere Gesundheit und Frische spiegelte sich in ihrer unzerstörbaren guten Laune, so daß die Unterhaltung m,t ihr immer heiter und anziehenv und voll Abwechslung war. Heute aber schien sich hinttr dem anscheincnv harmlosen Geplauder doch noch -.ne Sorge zu versteck^, welche da« Gcmüth des Mädchens drückte, — ein Ernst, der dem geübten Bücke des Buchhatter« Ihne/denn, liebes Väschen?" fragte Rudolph in einem Moment, wo die Unterhaltung stockte, ergriff ihre Hand und blickte ihr fest und forschend ^n dü treuen dunkelblauen Augen; „Sie sind heute Abend etwas zerstreut und unruhig, Väschen? Fühlen Sie sich unwohl ?" „Nein, Vetter, aber ich bin in Sorgen," versetzte sie. Sie schaute ihn fragend an, ohne ihm ihre Hand zu entziehen. „Nein, Sie werden mich nicht auslachcn, Vetter," sagte sie; „Sie meinen es za gut und ehrlich mit dem Onkel und den Seinigen, — Sic werden mir rathen, war ld> '^Ab-r^was haben Sie denn, Väschen? Sie werden ja immer aufgeregter." Setter, erst eine Frage: Was halten Sie von .... von dem Grasen ^“em Grafen? Ich halte ihn zunächst für keinen Grasen und dann in zweiter Linie für einen Abenteurer, für einen Spieler, einen Menschen, dem ich I mein Haus nicht öffnen würde! Aber heraus mit der Sprache, liebes Väschen. 1008 ^Sie * wissen^ also ?" rief sie erschrocken und doch froh, daß ihr die Ent- hüllunq so leicht wereen sollte. „Nun denn, meine Unruhe gilt der armen Cousine Ida. Denken Sie sich, Iba liebt Damiani, hat es ihrer Mutter gestanven, und weckselt täglich Briefe mit jenem Herrn, dem ich auch nicht traute, weil • • • • kurz, weil ich fühlte, was Sie vorhin aussprachen. Nun Venn, der Graf war heute Vormittag hier im Hause und hatte mit der Commerz'enrachm eine Unter- „düng unter vier Augen. Nach Tische kam Vtese herunter tn Onkels Zimmer und wollte mit ihm reden, aber sie wurden bald beide so heftig, datzlch.bieich im Nebenzimmer saß, jedes Wort hören mußte. Der Graf hat um Ida s Hand anqehaltcn, und die Commerzienräthin horchte nur so von ferne hm, >va« de Oheim vazu sagen würde. Aber er ward ganz wuthenb und erklärte eine solche Verbindung für so unsinnig, daß er sie nun und nimmermehr zugebeu wurde, worauf die Tante kalt erklärte, sie werde die Verbindung dennoch durchsetzen und seinen Vorur,heilen nicht das Glück ihres Kindes opfern. D-r Zwist endete wi- aewöhnlich damit, daß der Oheim Hut und stock nahm und daS Feld räumte. Eine Stunde später kam ich hinauf, um der Cousine eine Chemisette zu bringen, die ich gefertigt hatte; da sah ich sie in Thränen unddie Commerzieiirathln stand dabei und tröstete sie und sagte: ,Jch werde ihn rufen lassen und Du sollst ihn dann sprechen und ihm Hoffnung geben! Der Vater muß nachgeben, ich will mein gutes Kind noch als Gräfin sehen ... „ Natürlich! die verblendete eigensinnige Mutter kann nicht aus der Rolle fallen"" sagte der Buchhalter. „Ich ahnte, daß e« so kommen wurde. Aber weiter Bäschen, weiter! Sic verdienen sich Gottes Lohn, indem sic mir das aUt5 und'eine halbe Stunde später langte wirklich Herr v. Damiani an, und Stephan führte ihn in den Gartensalon und meldete er oben. Da kamen Ida und^die Commerzienräthin herunter und hatten eine lange Unterredung mit ihm, bis Die Tante abberufen wurde und die jungen Leute allem ließ. Und ich, Detter — ich schäme mich jetzt beinahe, e« Ihnen zu gestehen ! — ich h-"e in.ch, al« ich die Tante Weggehen sah, in das anstoßende kleine GewachShau« ge Wen, das wir den Wintergarten nennen, und hier, nur durch eine dünne Glaswand getrennt, hörte und sah ich alles, was zwischen Ida und dem Grafen vorging. Nun ? und was war das ?" „ . , _ „ „ "ßr hielt sie im Arm und sie küßten sich und schwuren sich ewige Treue... "Natürlich! und was weiter?" ~ Unt> dann sagte der Gras: sich werde Dich nicht lassen; ich werde Dich täglich hier sehen und Du sollst mir folgen! Wir entfliehen beide, lassen uns : im Auslände trauen, unv Dein Vater wird zu der vollendeten Thatsache schwer. 10. Der Buchhalter war feit einigen Wochen in seiner neuen Stellung thätig, und genoß schon des Commerzienraths ganzes Vertrauen; aber ferne «teile zu Der Tante Albertine war noch um kein Haar besser geworden. Er hütete sich zwar sehr, das Mißfallen der Commerzienräthin geflissentlich auf sich zu ziehen, allein er verschmähte es auch, durch Kriechen oder Schmeicheln dem Vorurtheile der Tante gegen ihn etwas abzubrechen. Vielmehr äußerte er sich oft mit unverhohlener Ironie über den thörichten Luxus, welcher m diesem Hause nur aus bloßer Prahlerei getrieben wurde, um -s den übrigen Fabrckantenfamttlen vorzu- thun, — aus bloßer Eitelkeit, um Andere zu überstrahlen. Er spottete über den Müssiggang der Cousinen und lobte in ihrer Anwesenheit PaulinenS Rührigkeit und Anstelligkeit; er setzte des arbeitsamen Mädchens Gesundheit, Frische und Heiterkeit ven „Nervenleiden", der Migräne und den häufigen Verstimmungen von Henrietten und Adclhaid gegenüber, und verscherzte dadurch einigermaßen das Wohlwollen, welches ihm die Cousinen anfangs gezollt hatten. Die häuslichen Zustände waren fett feiner Anwesenheit nicht gerade besser geworden. War auch jenem prunkvollen und in seinem Hauptzwecke erfolglosen Feste eine gewisse Einschränkung in einzelnen Theilen gefolgt, so war der Aufwand im Allgemeinen nicht wesentlich vermindert worden, und der Commerzlen. rath war ungehalten über jeve Ausgabe, welche seine Frau auf die Kasse zog. Er selbst ward von seinen geschäftlichen Sorgen gerade jetzt so sehr tn Anspruch genommen, daß er sich um die Familienangelegenheiten wenig oder gar nicht de- kümmern konnte. Keine Post kam, ohne Verluste zu melden oder Befürchtungen zu solchen zu geben, Herr Balder hatte kaltes Blut und feine volle Besonnen, beit nöthig, um bei den Verlusten einerseits und den Ansprüchen seiner eigenen Gläubiger anderseits das Gebäude seiner Passt.ven im Gleichgewicht zu erhalten und sein Fahrzeug durch alle diese Fährlichkeiten sicher hindurch zu steuern. Aber selbst dieß wäre ihm, dem direkt Betheiligten, nicht möglich gewesen, batte er nicht in Dem Neffen-Buchhalter einen durchaus tüchtigen und umsichtigen, kalt- blütigen und besonnenen Kaufmann zur Hand gehabt, dem ein außerordentliches Glück eigen zu sein schien. Wenn die deutschen Bankiers ihre Vorschüsse zuruck verlangten und von fernerem Kredit nicht hören wollten, so gelang es einem einzigen Briefe des Buchh üterS, bei den ungleich vorsichtigeren ersten Firmen Hollands und Englands selbst in dieser Zeit Cred-t zu erhalten, und durch die Verbindung mit solchen Häusern auch die deutschen Bankiers wieder vertrauensvoller zu machen. Wenn Der Commerzienrath oft vcrweifeln wollte und alles verloren wähnte, wußte Der Buchhalter noch Rath, und wie durch Zauberschlag wichen vor feinem Zu- 8Cn ^Ah"'darauf war es wohl von jeher abgesehen!" sagte der Buchhalter. "U1,b Jpa?°h,^anfan°g- 'sa'gte sie gar nicht- und weinte wie ein schmollende« Kind und der Graf setzte ihr unablässig zu mit ZureDcn, bis sie ruhiger wurde, und mm blos noch sich weigerte, mit ihm in die weite Welt zu entlaufen, weil fie den guten Vater durchaus nicht beleidigen wolle. Aber mich dunkt, Vetter, bald ist sie schon gewonnen, und Der nichtsnutzige Mann bringt sie noch dazu, sie mit ihm auf und davon geht, denn dieß paßt ja ganz zu ihren verrück- „t LS ®l Vetter? wie so denn ich?" fragte Pauline erstaunt. "Eem Sie alles genau beobachten, ohne sich etwas merken zu lassen, lieb Bäschen und indem Sie mir immer sogleich Nachricht von allem geben, »«« 7„ ..rrtt «... sich ®lr Müs.» d.» ..Ito. Schn»».. rA(.n Yntren „m das Ganze desto sicherer zu vereiteln," fuhr er zuversichtlich und gelassen fort. „Alle« weitere nehme ich auf mich; Ida muß fühlen, wenn sie nicht hö!en will, - sic muß soweit gebracht werden, sich d-« unwürdigen Manms zu schämen, dem sie ihr Vertrauen und ihr thonchte« Herz schenkte. Sie muß durch Schaden klug werden." (Fortsetzung folgt.) Ailage zu Ar. 20 des Hietzener Anzeigers vor, daß Oesterreich durch Ertheilung von Pässen an , wesentlich erweitern wurde. „ Berlin, 12. Febr. Die „Nordd. Allg. Ztg- und die „Kreuzzeitung" besprechen die Angelegenheit der hannoverschen Emigranten und heben vaber her- wenn sic entweder ., ~ a. innerhalb des Großherzogthums eine mit Er- werb verbundene Beschäftigung treiben, oder b. ein eigenthümlicheS Haus im Großherzogthum bewohnen, oder C schon zwei Jahre im Großherzogthum wohnen. Durch diese Borlage ist einem im vorigen Jahre von den Ständen gestellten Ersuchen entsprochen. Darmstadt, 11. Februar. Wie die „Darm, städter Zeitung" mittheilt, hat da« Ministerium der Justiz eine Proposition an die zweite Kammer gelan» aen lassen, inhaltlich welcher der im vorigen Jahre vom Ministerium vorgelegte und von der Kammer auch angenommene Gesetzentwurf, die Hohe des Zins- fatzes bei Darlehen und die Strafbarkeit des Wuchers betreffend, wieder zurückgezogen und demselben das im norddeutschen Bunde geltende Gesetz substl° tritt zu demselben nur in Civil gestattet sein^sollte dieselben die' Pflichten eines 'befreundeten Staates j unDDie« »irt «»ripht habe. Die ..Kreuzztg." versichert, der fran. । dargestellt, welch link, aeaen die Tbeilnahme d habe den Straßburger yra- Neipperg an stme Offikiere und gegen Du, Lhmaayme hannoverschen Emigranten der s an einem Honvedba e er ß, Officier fern bleiben müsse. Dagegen empfangen dre Erz. Herzöge und Minister zu Wien eine Deputation des Arbeiterbildungsvereins, durch welche sie zu einem Arbeiterballe eingeladen werden, sehr gemuthlicy, fa- aen ihre Anwesenheit zu und plaudern mit ihnen lang und breit über Lassalle, Kommunismus u. s. w. Florenz, 10. Februar. Der Präsident theilte der Kammer mit, daß der König auf dre Beglück- wünschung zur Vermählung seines Sohnes, des Prinzen Humbert zu der Deputation gesagt habe, er hoffe, daß seine Söhne, die Vaterlandsliebe, welche er zu Italien hege, theilend, die Traditionen der Dynastie zum Besten des Landes erben wurden. Die Verhandlung über da« Marinebudget ist wieder ausgenommen: Farini dringt auf die Abschaffung des Dienstes der barmherzigen Schwestern in den Mül- tärhospitälern. Lamarmora und der Kriegsmimster bekämpftn den Antrag Farini's, welcher denselben verletzt habe. Die „Kreuzztg." versichert, der fran- । zösische Minister Pinard habe den Straßburger Pra- 1 secten angewiesen, die he, französischen Protection ju i _ dasselbe Blatt die Frage stellt, weßhalb die militärische Organisation der Emigranten aufrecht erhalten werde; Hr. v. Beust möge diese unnatürlichen Vn> hältniffe beseitigen. . ,, i Berlin, 12. Febr. Graf Bismarck ist bl« letzt weder auf sein Gut Varczin noch, wie die in Sack und Asche büßende „Kreuzztg." wissen wollte, nach Hessen abgereist, er befindet sich noch in Berlin und wartet, angegriffen, wie seine Gesundheit sein soll, der Dinge, die da kommen sollen und von denen uns der Telegraph gar absonderliche Gerücht- in'« Ohr wispert: Hr. v. Forckenbeck solle an Stelle des Hrn. v. Eulenburg Minister des Innern werden. Schwerin, 8. Februar. Von Rostock aus ist wieder der Anstoß gegeben, den Großherzog unter gründlicher Motivirung um die Einführung einer konstitutionellen Verfassung zu ersuchen Bei Ab. faffung der Petition ist, wie das „Rostocker Tagbl. meldet, auch der Regierungsrath a. D. Prosch, Reichstagsabgeorvneter für die westlich gelegenen Städte des Landes, thatlg gewesen. Die „Mecklenb. Anzeigen" vermuthen, daß es auf die ^w^relnfuh- rung des StaatSgrunvgefetzeS vom 10. Oktober 1849 ^Darmstadt, 12. Februar. Von Seiten des l Kricasministerinm« sind weitere Anträge an die i Stände angelangt, welche bedeutende Anforderungen i für Militärbcdürnisse enthalten und noch weitere in Aussicht stellen. „Nach den in Preußen bestehenden ' Vorschriften" sind erforderlich die dort eingefuhrten Krümperpserde, wofür 6000 fl. verlangt werden; um nach preußischer Organisation die Adzutanten der höheren Commanvostellen, sowie die Subaltern- officiere der Reiterei und der reitenden Artillerie mit je einem Charge-Pferd zu versehen, sind 79,000 st. erforderlich, sowie weiter für Officierspferde bei der Artillerie 6500 fl. Daß in Folge reffen die Be- dürsnissc zur Unterhaltung der Pferde sich steigern, ist selbstverständlich, und von dem KricgSmimstermm bereits auch erklärt, daß der Genehmigung der er- forderlichen Kost n hierfür ständischer SeltS kein An- stand entgegenstehen werde. Darmstadt, 12. Februar. Nach einer Bekannt- machung des Königlich Preußischen Finanzministers ist die Zollgrenze zwischen dem Herzogthum Lauen- bürg und dem Zollvereinsgebiete, welche wegen Erhebung einer Nachsteuer in Lauenburg einstweilen noch stehen geblieben war, nunmehr beseitigt und der freie Verkehr mit dem Zollvereine somit hergestellt. Berlin, 10. Februar. Der preußische Staats- schätz hatte am 1. Januar d. I. einen Baarbestand I von (in runder Summe) 28'/. Millionen Thaler. Berlin, 11. Februar. Uebcr die Abre.se des Grafen Bismarck, der zur Zeit noch hier verweilt, steht noch nichts fest, und wenn auch derselse nicht so unwohl ist, um das Zimmer nicht verlassen zu können, so dürfte doch das augenblickliche Wetter zum Reisen nicht sehr einladend sein. Dre Vermu- thunq der „Nationalzeitung", daß der Graf zunächst Ostpreußen besuchen wolle, um sich über die dortigen Verhältnisse zu orientiren, dürfte wohl nicht zutreffen. — Zwischen der preußischen und hessischen Regierung finden Verhandlungen statt, die darauf hinausgehen, daß Preußen den von der hessischen Regierung genehmigten Eisenbahnlinien von Gießen nach Fulda und von Gießen nach Gelnhaußen ebenfalls die Concessivn ertheilen möge. Die hessische Regierung hat dem Unternehmen eine Zinsgarantie von Z'/^pEt. zugestanden. Preußischerseits hat man die Zustimmung von der Gewährung eines Schienenweges von Friedberg nach Hanau Seitens der hessischen Regierung abhängig gemacht. Diese Eisenbahnlinie würde für den Absatz der Ruhrkohle von großer Bedeutung sein, da sie den Weg zwischen der Ruhr und Bayern wesentlich abkürzen und den Markt für die genannte Kohle in Bayern nicht un- Darmftadt. Die Wahllisten zum Zollparla- meM werden nach Verfügung Grvßh. Mlmstenumr L Innern den 20. l. M. in allen südlich des Mam gelegenen Gemeinden zu Jedermanns Einsicht aus- ^Darmstadt, Zur Ausführung der bereits in diesem Jahre in's Leben tretenden Mi l,tar-Ersatz- Instruction ist von Gr. Ministerium des Innern verfügt worden, baß die Gr. Kre.srathe als Civil- Vorsitzende der Kreis-Erfatz-Commifstoneu ihrer refp. ^Darmstadt" Von Großherzoglich.m Ministe- rium d-r Finanzen wurde den Standen unterm Heutigen ein Gesetzentwurf übergeben, wonach Ausländer welche im Großherzogthum wohnen, vom 1. Januar 1869 an zur Personalsteuer zugezogen werden sollen, ^Karlsruhe, 13. Febr. Die heutige Karls- ■ ruher Zeitung" bringt folgendes Schreiben des • Großherzogs an den Ministerpräsidenten Dr. Jolly. Lieber Herr Präsident Jolly! Als im Sommer 1866 der von mir hochgeehrte Staatsminister Mathy es übernahm, in ernster schwerer Zeit der Prüfung ein neues Ministerium zu bild-n, wandte sich sein Vertrauen zunächst an Sie. Er baute fest aus ^hre treue Mitwirkung bei der schönen aber schwierigen Arbeit, welche zu vollführen uns damals bevorstand. Die Aufgabe war, den Frieden in Deutschland Meter herzustellen, und die durch den Krieg entstandene Neugestaltung des Vaterlandes zu vollenden. Fest dieses hohe Ziel im Auge behaltend und 'N Mitte rastloser Thätigkeit für dasselbe wurde Minister Mathy zu einem besseren Leben abgerufen. Durchdrungen von der großen Bedeutung dieses Verlustes wie von der Wichtigkeit des Augenblicks, tn dem so manche I Fragen ihrer Lösung harren, betrachte ich das durch Staa^tsminister Mathy gebildete Mimsterrum a einer Neubildung bedürftig und wünsche, daß der nun noch vereinigte Landtag die Richtung kennen lerne, welche das neue Ministerium im getreuen An- schluß an die bisher verfolgten Aufgaben einzuschla- am gedenkt. An Sie, Herr Präsident, welcher Sie bei der Führung Ihres wichtigen Amtes vorzüglich berufen waren, die Unternehmungen des entschlafenen I leitenden Minister« fördern zu können und denselben dabei stets kräftig unterstützt haben, wende rch mich daher mit der Aufforderung, diese Neugestaltung V s Gesammtministeriums zu unternehmen und mir bat- digst über das Ergebniß Ihrer Bemühungen Bench, ru erstatten. Karlsruhe, 12. Februar 1868. Woh - aeneu ier (gen) Friedrich." Es folgt nun Personal- reorganisation deS Ministerium». Der Just.zmlmster Stadel und der Krieg-mrnisterraiprastdent General Ludwig werden in Gnaden ihres Dienstes enthoben. Ministerialpräsident Dr. Jolly wird zum L-taatS- : Minister, Minister des Innern und zum Präsidenten der Staatsministeriums ernannt und nut der provi- ' sorischm Vertretung des KriegSministerlum« beauf- i tragt. Ministerialrath v. Dusch wird zum Präsiden. ten des Handelsministeriums und Mimsterlalrath Elstätter zum Präsidenten des Finanzministeriums ernannt Der Präsident des Ministeriums des Aeußern, v. Freydorf, wird mit der provisorischen Verwaltung des Justizministeriums beauftragt | Wien. Man berichtet von neuen Versuchen, ein näheres Verhältniß zwischen Preußen und Oester- reich herzustellen. Die Bestimmungen deS Prager Friedens, welche eine Verschmelzung der süddeutschen Staaten mit Preußen im Wege stehen, soll,n in Wegfall kommen, dagegen ein Bündmß dieses preußisch- süddeutschen Gesammtkörpers nut Oesterreich m Aus. sich, gestellt sein. So soll sich wenigstens, nach der N. fr. Pr.", Hr. v. Werther äußern, *bie übrigen« in Oesterreich seit den Tagen des Wiener Con- gresses Vie Politik mit dem Tanzen Hand in Hand geht, so auch jetzt. Der Kaiser besucht einen Mcdi- einerball in Pest nicht, weil den Officieren der Zu- einstweilen den verstorbenen Msgr. v. Wüten im Ministerium de« Innern. Derselbe hat sofort den auf die Güter der am letzten Aufstande Letheiligten gelegten Sequester aufheben lassen. Es waren bereits 42 Familien durch diese Maßregel aller ihrer Habe beraubt worden. Prinz Jturbide, der Adoptivsohn des Kaisers Maximilian, ist als gemeiner Dragoner in die päpstliche Armee eingeircten. Er ist em schöner junger Mann von 20 Jahren, sehr einnehmend und beliebt, überhaupt jetzt der Löwe des -tageS. Cr bezieht eine Pension von 50,000 Fr.von dem Kaiser von Oesterreich, der ihn zu seinem Adjutanten. ha machen wollen. Er zog e- vor, dem^Papste u die neu. Er geht wenig tn die hohe Gesellschaft und wohnt bei seinen Kameraden in der Kaserne. i Daris Von ernster Art sind die Nachrichten, welche uns über die serbischen Unruhen zukvmmen. So sagt die „Patrie": die Nachrichten aus Serbien erhalten die Diplomatie der Westmächte m Athem. Wir glauben zu wissen, daß sehr energische Vorstellungen noch gestern nach Belgrad übermittelt wor- den seien. Cretzulesco hat dem Tuilerieen-Cablnet oificiell förmliche Ableugnungen seiner Regierungen bekannt gegeben, betreff» irgend weicher direkten oder indirekten Theilnahme an den russisch-serbischen Ma- növern. England, Frankreich und Oesterreich sind vollständig unterrichtet über tue möglichen Folgen dieser Manöver. Die drei Cabincte sind daher bereit jeder Nothwenvigkeit entgegenzutreten, welche dre Situation hervorbringen konnte, auf deren Gefahren fte die Regierungen Der Donaufürstenthumer schon Ä-w. Di- 3.61 ... in. befindlichen Hannoveraner wird vom „Courier du Bas-Rhin" auf etwa 7—800 angegeben, tue tn Wissembourg, Saverne, Phalsbourg, Schletstadt, Er- stein, Hagenau. Luneville u. s. w. verlyeilt seien und 13 Officiere unter sich hätten. Da« Blatt veroffent- licht ein Schreiben eines dieser Officiere, aus welchem i hervorgeht, daß es dieselben Soldaten sind, die zuerst aus Holland, Dann aus Der Schweiz in Folge preußischer Reklamationen ausgewiesen wurden. Es find tbeils Angehörige der früheren hannoverschen Armee, theils junge Leute, die der preußischen Conscript.on ^Kopenhagen, 7. Februar. Aus guter Quelle erfährt man, daß ein baldiger Abschluß der Verhandlungen zwischen Dänemark und Preußen betreffs Nordschleswigs nicht zu erwarten s-u' durf e Da n^ mentlich in der Garantiefrage die Ansichten der den beteiligten Staaten sehr weit auseindergeyen Bei dieser Verschiedenheit der E^Erttärung?n man hier Bedenken, durch endgültige Er arungen s»'; resvondenz des „Standard" vom 31. Januar meldet aus angeblich zuverlässiger Quelle: Johnson habe beschlossen, England in einem Ultimatum aufzufor- \ vern, Die Verhandlungen wegen der Alabama-Ange- Vermischtes. Kebaction, Druck und Verlag der Brühl'schm Druckerei (Fr. Ehr- Pi-tsch) in Gießm. Cork, 11. Februar. Die heute Nacht stattge- fundenen Volksaufläufe waren sehr ernster Natur. Sie Dauerten neun Stunden lang. Das Volk griff die Polizei mit heftigen Steinwürfen an. Letztere drang mit gezogenem Säbel und Bajonneten auf die Volksmasse ein. Ein Unruhestifter wurde getödtet und mehrere verwundet. Mainz, 8. Februar. Nachdem trotz aller dem Stadtvorstand zur Hand stehenden Momente und einer von ver Stadt gut bezahlten Gatcontiole we. der die Kündigung de« Gasvertrags, Besserung der das Streben kund geben, durch unerschütterliche Theilnahine an den Leiden und Freuden des deutschen Volkes den Prager Friedensvertrag und Alles, was drum und dran hängt, zu einem schätzenswer- then Material für künftige Geschichtsforscher herabzudrücken. Der „Deutsche Volksverein" machte gestern auf der mit vielem Glücke betretenen Bahn einen ' Schritt weiter, indem er die Initiative ergriff, Samm- lungen für unsere nothleidenden Brüder in Ostpreußen einzuleiten. Der zu diesem Zwecke verbreitete Auf- ruf an die deutschen Oesterreicher ist gestern von den Mitgliedern des Deutschen Volksvereins mit Accla- mation angenommen worden, er lautet: m Deutsche Oesterreicher! Volk von Wien! Ein Lruderstamm im Norden des deutschen Vaterlandes, die brave kernhafte Bevölkerung Ostpreußens, der Heimath eines Kant und Herder, die Enkelschaft der Vorkämpfer deutscher Ehre in dem denkwürdigen 'JQvre der Abweisung des Fremdjoches, der tapferen I Drucks und Steins, ringt in diesem Augenblicke mit dem furchtbarsten Feinde der Menschheit, dem unerbittlichen Würger, vor dem die Thatkrast des ein- zelnen, der Arm der Selbsthilfe erlahmen, Herz nd Gehirn verdorren: dem Hunger. Mitbürger! im 1ö. Jahrhunderte, dem Jahrhundert der Eisenbahnen und Telegraphen,, des volkswirthschafttichen Fort- schrttts und des wiedererwachten nationalen Gemeinsinns sterben, inmitten Europas, auf deutschem Boden, kaum zwei Tagereisen von uns entfernt Tausrnde betriebsamer und tüchtiger Genossen unseres Volkes jenen schmählichen Tod, welchem auch nur das Thier verfallen zu lassen menschliches Mitleid sich sträubt! Ein mehrjähriger Mißwachs, die Nachwehen eines Krieges, durch welchen der wenig gesegneten Flur fast die gesamrnte arbeitsfähige Mannschaft entzogen worden war, die das unglückliche Land umschnürende moekowitische Grenzsperre, der Mangel an rechtzeit - ger Fürsorge ..... haben unendlichen Jammer über ein Volk verhängt, welches im Vorbei treffen stand, als es den Kampf galt gegen die französische Fremdherrschaft und als es in den Jahren der blu- tigen Reaetion einzustehen galt für verfassungsmäßiges Volksrecht. Zum Hunger gesellten sich noch die Typhusseuche, das Darniederliegen aller Eiwcrbs- zweige und Geschäfte, ein unerhöites Fortschreiten d« Verarmung und, um das Eleno voll zu machen, die Schrecknisse eines harten Winters, Kälte, Ueber- schwemniung, Wasscinoih! Laut und immer lauter tönt der Weheiuf durch die deutschen Gaue und überall findet er kräftigen Wiederhall in rascher hcl- f'Uter That. Schnelle uno ausgiebige Hilfe thut wahrlich Noth, wenn überhaupt noch geholfen werden soll! Mitbürger! Der deutsche Voiksverein in Wien eröffnet eine Sammlung für die ostpreußischen Brüder und richtet an Euch den Ruf um Beiträge tm Namen der Menschlichkeit und der nationalen Ehre! Kein Almosen, ein Tribut der Pflicht gegen unsere Nation ist es, was von euch geheischt wirk. Seien wir eingedenk, daß Deutschland auf uns blieft, erwartungsvoll ob unseres Verhaltens gegenüber einem unverschuldeten Unglücke, welches heute einen reut- schen Volksstamm zerfleischt, Der gestern — ohne seine Wahl —- gegen uns in Waffen stand und der I gastfreundlich einst jene überzrugungstreuen Salzburger bei sich aufnahm, welche ein finsterer Glaubens- eifer aus ihren heimathlichen Bergen vertrieb. Be- weisen wir vor dem aus unsere Zwietracht rechnenden Auslände, daß das deutsche Volk Eins geblieben ist und Eins bleiben wird, trotz der Waffengänge I Umer Fürsten gegeneinanrer, trotz der Stürme, die es kurchbrausten, daß Oesterreich nickt bloß das Land des Peterspfennigs, sondern auch das des Zins- groschens ist, der einem hungernden Bruderstamm gebührt. Sorgen wir dafür, daß im deutschen Volke das Bewußtsein erstarke, daß jeder seiner Stämme auf die übrigen zählen Dürfe, daß ein Prager Friede wohl die Grenzpfähle Deutschlands verrücken, aber die Kelte der Solidarität nicht zerreißen konnic, welche für ewig das deutsche Volks- thum umschließt! Gebe jeder nach seiner Kraft. Bert», 5. Febr. Für die nothleidenden Ostpreußen sind bis heute, den 5. Februar, hier im Ganzen 2350 Fr. eingegangen, der Gesammtbetrag der Sammlungen unter den Deutschen in der Schweiz durfte aber vielleicht bis jetzt etwa« über 8000 Fr. betragen. »Öligen, 11. Februar I ie ganze weite Um- gecjenD ist auf einen Rechisstreit gespannt, der nächstens vor den Schranken des hiesigen Gerichtshofes ausgefochten wird. Die hiesige Zeitung hat die Petition der Eiiiwohner von Gumbinnen wegen der „ -.......*• 11• “"3 vn । ^"schenden Roth abgedruckt und soll nun wegen der Ostung oder eine Aenderung des alles Maß der Veröffentlichung dieses Schriftstückes, welches Aaü Berlin. Nach Angabe der „W. Z." ist nun auch ein norddeutsches Bundeswappei? eingeführt. Man habe nämlich, nach den an den Buntes-Post- und Telegraphenämtern angebrachten Schildern zu schließen, als Bundeswappen einfach die drei über einander liegenden schwarz-weiß-rothen Streifen angenommen, wobei als Schildhalter Die von dem Preußischen Wappen her bekannten beiden wilden Männer dienen. Dagegen sind die im Bundeskani- gkführten Siegel aus den Wappen säinint- ich» 22 Bundesstaaten zusammengesetzt. . *!*' 8‘ ®t,bruar- ist eine nunmehr in ^raft getretene Uebereinkunft zwischen Preußen, | Darmstadt. Nachdem seit mehreren Tagen gerüchtweise von der Vergiftung eines kürzlich ver- storbenen hiesigen Bürgers verlautete, soll dem Ver- nehmen nach nun die Verhaftung von dessen Ehefrau stattgefunden haben und Die Ausgrabung Der Le icke angeordnet worden fein. Darmstadt 12. Februar. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben die Errichtung eines theologischen Seminars an der Großherzoglichen Landes-Universität mit nächstem Semester beginnend, zu genehmigen geruht. Die Statuten desselben wer- den demnächst im Regierungsblatte zur öffentlichen Kenntniß gebracht werden. Darmstadt, 13. Febr. Betreffs der Ueberein« FUnft, welche die großh. Regierung dem Bankhaufe v. Erlanger und Söhne nnd einer von temf.Iben gebil- beten Actiengesellfchaft abgeschlossen hat, vernehmen wir ^'S^es: £te Kosten des Bahnbaues sind mit J.o-000 fl. per Meile veranschlagt und übernimmt ne Regierung für den ganzen sonach berechneten I Betrag eine Zinsengarantie ron 3y2 o/o. Im Falle Fc8 Bedarfs ist die Gesellschaft jedoch ermächtigt, dis zu einem Drittel des Bauaufwandes Prioritäts- Obligationen auszugeben, bei welchen der Staat ebenfalls die Garantie übernehmen soll. Die zu stellende Caukion kann au« dem Baueapital geleistet ! Kaufbeuren, 7. Febr. Ein gräßliches Ver- 1 brechen ist heute Nacht dahier verübt worden. Der Theilhaber der hiesigen Spinnerei, Herr Schrader, wurde samrnt feiner Frau und Magd heute Morgen ermordet aufgefunden. Da eine große Geldsumme und Papiere fehlen (man sagt 40 — 50,000 fl.) wird man der scheußlichen That da« Motiv des Raubes unterlegen müssen. Damit nicht genug, ist auch das Haus in Brand zu stecken versucht worden, doch gelang es Der schnell herbeigeeilten Feuerwehr, dem Feuer sogleich energisch entgegenzutreten. Von den Thatern hat man zur Stunde noch keine Spur doch wurden nach allen Seiten die zweckmäßigsten Maßregeln ergriffen, um Der schrecklichen That ans den Grund zu kommen. (A. Anzgbl.) Dresden, 9. Februar. Da« veraltete Gesetz, demzufolge die Leichen von Selbstmördern, wenn besondere Gründe dagegen sprechen, aus Dem ganzen I tunDe an die Anatomie nach Leipzig gesendet werden müssen, hat als inhuman schon vielfach Anfech- tnng erfahren; jetzt hat jedoch die medicinische Fa- eultat, und in deren Auftrage der geh. Medicinalrath -br. Weber, sich für Die Beibehaltung des Gebrauchs ausgesprochen, indem sie betont, daß nach Der Seei- rung die Beerdigung ganz nach Wunsch der Angehörigen des Verstorbenen auf den Leipziger Friedhöfen vor sich gehen kann. Ob diese Entscheidung befriedigen wird, ist denn doch sehr die Frage. Aus der baierischen Pfalz. Ein grausiger Mord wurde ganz in Der Nähe Der Stadt Kaiscrs- lüutern verübt. Das Opfer des bis jetzt unbekannten Morde, s ist die 16jährige Tochter des in Tripp- stadb wohnenden Wirthes und Metzger« Caspar schasscr, welche ihren Vater am vorigen Montag nach Kaiserslautern begleitete und von dort allein nach Hanse zurückkehrte. Man fand den Körper der Unglücklichen mit durchschnittenem Halse, nahe der Ltadtim Walde, auf dein s. g. Pfaffenberge, «z ^5», 2. Februar. (Sammlungen für die Nothleidenden i n O stpr c ußen.) Beinahe in allen neun Bezirken unfrei Residenzstadt bilden sich, seit Beginn des neuen Jahres, politische Vereine, die zum Theil schon durch ihre Firma: „Deutsch- demokratischer Verein", „Deutscher Volksverein", ausnahmslos aber durch den Inhalt ihrer Statuten I könnte, bestraft werden. Wie verlautet, werden die Verklagten den Beweis der Wahrheit antreien. Mende», 6. Februar. In den letzten Tagen ist hier wieder ein Kind beerdigt worden, das aller Wahrscheinlichkeit nach an den Folgen des Bisses eines wuthendcn Hundes gestorben ist. E« ist so auffallend als schrecklich, daß sich seit einem Jabr- zehnt Falle dieser Art nur zu häufig wiederholen, daß die Eikrankungen oft sehr spät eintreten, wenn man die Verwundung längst vergessen hat, und daß somit die früheren Erfahrungen über Tollwuth sich als tauschend ergeben. Oldenburg und Bremen wegen Errichtung einer Qva- rantalne-Anstalt an Der Unterweser geschlossen wor- bbu- Danach wird besagte Anstalt von Der gemein- schastlichen D-uarantaine-Eommission Der drei Staaten v"waltet und letztere ihren Sitz alternirend von Vahr zu Jahr beziehendlich in Geestemünde und Bremerhaven haben. Falls Schiffe keine Kranke an Bord haben, oder innerhalb der letzten dreißig Tage kein ^odesiall an Bord vorgekommen ist, oder etwaige Kranke unverdächtig gefunden werden, dürfen dieselben nach Beantwortung der Fragen ohne Weiteres auf ^uarantaine-Maßregeln hinsichtlich des gelben Fiebers werden gänzlich aufgehoben , eben so Dte 1856 unD 1859 hinsichtlich Der Pest vorgeschrie- benen Voikehrungen fiflirt. Sobald jedoch die Rach- richt eintrifft, Daß in einem Haven Der Levante die Pest ausgebrochen ist, treten jene Maßregeln für alle Die Schiffe wieder ein, welche aus diesem Hafen ab- gesegelt sind oder denselben auf der Reise berührt haben, und werken erst dann wieder eingestellt, wenn, von dewMigen Tage an gerechnet, an welchem in den betreffenden levantischen Hafen das Aufhören der Pest bekundet und damit derselbe für rein erklärt »trb, sechzig Tage abgelausen sind. Ueber das Ein- iretett. unD Aufhören der Quarantaine-Maßregeln ist eine öffentliche Bekanntmachung zu erlassen. Die Kosten der Anstalt werden, sowet die Gebühren- Einnahmen zur Deckung nicht reichen, zu zwei Dritteln von Preußen und Bremen, zu einem Theil von Oldenburg getragen. Billigkeit Übe. schreitenden Verhältnisses mit "dem der- und Verachtung gegen g. wisse Beamte Hervorrufen maligen Pachter des städtischen Gaswerk« (demselben ' industriellen der das Mannheimer Gaswerk betreibt), wie es scheint durchgeßtzt werken soll oder kann, wirk auch unter den hiesigen Privatccnsumenten, auf deren Kosten sich ein Einziger mittelst eine« ringe- rechtfertigt hohen Gaspreises bereichert, die Einstel- lung Der Beleuchtung mit Gas erfolgen. Bereits haben einigt öffentliche Locale mit ter Petroleumbe- "Uchtung begonnen und andere werden folgen. Für das Beleuchtungsbedürfniß größeren Umfanges bieten die fortwährend verbesserten kleinen Gaserzeuguugs- apparate einen ganz geeigneten Ersatz, da nur der Verkauf, nicht aber Die ProDuction von Leuchtgas für Den eigenen BeDarf zu Gunsten Des Pächters monopolisirt ist. Eine hiesige Fabrik hat mit solchen Apparaten zur Erzeugung von Gas aus den verschiedensten Stoffen bereit« auch, wie man versichert, bezüglich des Kostenpunktes höchst befriedigende Re- fultate erlangt und steht Die Einführung dieser neuen Gasbeleuchtung durch Selbstproduction in mehreren größeren Etablissements bevor. Diese neuen kleinen Apparate deutscher Erfindung haben vor den neuer- kings angepriesenen englischen sehr bedeutende Vor- zugc hinsichtlich der Einfachheit, Wohlfeilheit, Sicher- he t und Gefahrlosigkeit Der Production von Leuchtgas aus Fetten, Theereu u. dgl. ^.^bvrms., Man ist hier mit der Bildung einer Aktiengesellschaft zur Erbauung eines Theaters beschäftigt. In einer zahlreich besuchten Versammlung hat man sich kürzlich vorläufig über Den zu wählenden Bauplatz geeinigt. Ober-Ingelheim. Dieser Tage ereignete sich hier ein trauriger Zufall, Der Die ganze hiesige ®e- metnDe in Aufregung versetzte. Ein etwa 34 Jahre alter noch leDiger Mann Namens F. Zerban von hier, wurde bei einem Treibjagen unvorsichtiger Weise von einem Jagdgenossen, der auf einen Hasen ange- legt hatte, geschossen und so Unglücklich in Die Seite unD Stirne getroffen, Daß man stünDlich dessen Ab- sterben erwartet. Bei der Jagdgesellschaft befand sich ein Arzt und waren auch noch zwei ankere hiesige Aerzte mit ihrer Hilfe alsbald bei verdank. Möchte tiefer trübfelige Vorfall eine neue Warnung zur Vorsicht sein. 0 legknheit auf der von Sewart vorgeschlagenen schieks- richterlichen Basis zu beendigen, oder er werke Die Diplomatischen Beziehungen mit England abbrcchen.